Genau, hallo und herzlich willkommen auch nochmal aus dem schönen Brandenburg einmal in die Bundesrepublik. Wir dürfen heute ein Thema, was wir gestern schon angefangen haben, was wir in der Einführung einmal durchgesprochen haben, jetzt vertiefen, nämlich die eigene Webseite. Dafür teile ich hier wieder meinen zweiten Bildschirm, so dass wir da gemeinsam drauf schauen können und vielleicht nachher dann sogar uns dort auch noch mal das ein oder andere Beispiel in Fragen anschauen wollen, wenn das gewünscht ist.
Zu mir selber gibt es gar nicht mehr viel zu sagen, vielleicht, weil wir alles schon hatten, nur die Geschichte, wie ich in dieses Internet reingerutscht bin. Ich habe in meiner Jugend ein Jugendkulturzentrum mit aufgebaut, damals noch im schönen Freiburg, und da hatten wir natürlich dann auch eine erste Webseite. Die war noch ganz von Hand gestrickt. Was das bedeutet, zeigen wir nachher. Und habe dann für meinen Jugendverband, später für die Jugendpresse Deutschland, eine erste Community gegründet, Plattform für junge Fotografinnen und Fotografen, also auch hier immer die Kommunikation für gemeinnützige Organisationen mit im Blick.
Wir schauen jetzt heute also auf die Webseite. Auch wenn sich das manchmal so ein bisschen langweilig anhört, die Website ist aber nach wie vor das Zentrum unserer digitalen Präsenz. Das ist, ich sage mal, die Geschäftsstelle im Internet. Das ist der Ort, wo man hingehen, wenn sie sich noch mal über uns informieren wollen, wenn sie etwas bestätigen wollen, wenn sie noch mal nachschauen wollen, wie war das noch mal, wenn sie sich vielleicht vorher mit uns unterhalten haben und jetzt das Ganze noch mal vertiefen wollen. Die Webseite ist also nicht immer der erste Kontakt, aber in fast jedem Kontakt mit Menschen, die uns in irgendeiner Form unterstützen, wohlgesonnen sind, mit uns zusammenarbeiten, in fast jedem Fall ein Teil der sogenannten User Journey, also der Reise, die jemand mit uns als Verein, als Organisation, als Initiative macht.
Die Website ist also die Grundvoraussetzung für fast alles, und deshalb will ich ganz kurz auf die Vorteile der Webseite, auch gerade im Gegensatz zu den anderen Kommunikationsmitteln, eingehen. Wie ist, hört sich banal an, aber 24/7, einfach 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche erreichbar. Und das ist zwar ein, deshalb wichtig, weil Menschen nur mal so ganz unterschiedlichen Zeiten auf die Idee kommen: Ich könnte mich jetzt mal mit etwas beschäftigen. Und Menschen sind ganz schön bequem. Wenn sie also in einem, in Beschäftigung jetzt nicht gerade in diesem Moment, in dem sie diese Idee hatten, in dem sie sich mit was beschäftigen, in dem sie eine Frage hatten, wenn sie das nicht in diesem Moment können, dann sagen sie: Ach ja, da werde ich mich mal, da werde ich mal anrufen, das werde ich mal machen, da werde ich mal vorbeigehen. Und ich habe das gestern schon mal gesagt: Immer wenn sich Menschen diese Ausrede geben, das mache ich später, heißt das in der Regel, das machen sie nie. Und das ist natürlich für uns dann schade.
Die Webseite ist für die, über die Suche gut auffindbar. Die Suche, gehen wir nachher auch wieder drauf ein, ist eine der wichtigsten Möglichkeiten, wie Menschen, die einen ganz konkreten Bedarf haben, die eine Frage haben, zu uns kommen. Und zur banal das auch sich anhört, die Website ist plattformunabhängig. Wir sind nicht angewiesen auf so ein Twitter, was jetzt einer einzelnen Person gehört, sonst Facebook, so eine einzelne Firma, von der wir dann abhängig sind, sondern die Webseite, ja, ist fast ein Stück Grundstück, dass wir da im Internet haben. Also diese Domain, www.testorganisation.de.org, was weiß ich was, die gehört am Ende wirklich uns. Die können wir weiterverkaufen, müssen dafür eine Gebühr entrichten, aber am Ende kann die uns keiner wegnehmen. Und ob wir dann unsere Webseite mit der einen Agentur umsetzen, ob wir das selber von Hand stricken, ich komme darauf zurück, oder Ähnliches machen, all das ist kein Problem. Das können wir jederzeit ändern. Da haben wir einen eigenen Besitz dran.
Und der letzte Vorteil der Webseite: Sie ist relativ pflegeleicht. Das hört sich jetzt ein bisschen höhnisch an für alle, die gerade Probleme damit haben, an ihrer Webseite was zu ändern, aber wenn wir das technisch einmal ermöglicht haben, dann müssen wir da nicht tagtäglich dran arbeiten, sondern da können wir einfach und schnell hier direkt mit arbeiten, können mal schnell was ändern, und dann können wir die auch ein paar Tage in Ruhe lassen, vielleicht auch ein paar Wochen in Ruhe lassen, je nach Organisation vielleicht sogar mal auch ein paar Monate in Ruhe lassen.
Was ist jetzt eigentlich so eine Webseite? Eine Webseite ist irgendwas in diesem Internet, was uns gehört, und wir können das auf vier Bereiche eigentlich runterbrechen. Das Erste ist das sogenannte CMS, das Content Management System, also das Inhalte-Verwaltungssystem, also ein klitzekleines Programm. Das können wir uns vorstellen wie so ein Word-Programm und ein E-Mail-Programm, also ein Programm, mit dem wir das ermöglichen, dass wir hier Texte und Bilder ins Internet bringen. Das ist sozusagen das technische Grundgerüst. Die heißen dann mal WordPress, mal heißt das Typo3, da gibt es eine ganze Reihe von.
Neben diesem technischen Grundgerüst gibt es dann die Gestaltung, also das Layout der Webseite. Das Ganze muss irgendwie auch mobil halbwegs gut aussehen. Das Ganze muss irgendwie zu uns passen. Da muss man einen gewissen Wiedererkennungswert haben. Da müssen sich vielleicht unsere Farben und unser Logo wiederfinden.
Dann gibt es die Informationsarchitektur. Hört sich jetzt groß trabend an, aber das ist sozusagen die Seitenstruktur, die Navigation, das, was wir uns bei diesem Gesamtangebot gedacht haben.
Und ganz am Ende oder ganz am Anfang dann eben die Inhalte. Inhalte jeglicher Form, am häufigsten Text und Bilder, aber wir können ja auch Videos reinbringen, wir können hier sogar interaktive Elemente wie Umfragen reinbringen und Ähnliches. Also diese vier Bereiche müssen wir einmal kurz beachten.
Aber bevor wir da jetzt reingehen, müssen wir uns eigentlich als Allererstes eine Frage stellen, nämlich: Mit welchen Bedürfnissen oder mit welchem Bedürfnis kommen die Menschen denn eigentlich zu uns? Was sind die Bedürfnisse, die diese Menschen haben? Und die Frage hört sich so banal an, wird sich aber in der ein oder anderen Organisation, die ich kenne, auch mittelgroße und vielleicht sogar die ein oder andere größere Organisation, nicht zu Genüge gestellt, weil meistens haben wir ja unheimlich viel Information: Ich will, dass das hier irgendwo aufgestellt wird, ich will, dass das hier irgendwo hinkommt. Und die Kunst ist es jetzt, sich zu überlegen: Warum landen denn eigentlich Menschen bei uns auf der Webseite? Warum sind die hier und beschäftigen sich nicht mit was Interessanterem? Haben die nichts Besseres zu tun? Was für ein Bedürfnis haben die hier?
Und die klassischen drei Bedürfnisse sind dann eben auf der einen Seite: Mit wem habe ich es zu tun? Also die Frage: Wer seid ihr eigentlich? Mit welchen Nasen habe ich hier zu tun? Kommen hier nette Leute? Sind die, ja, richtig motiviert? Finden die das genauso gut, wie ich das gut finde? Und all diese wunderschönen Dinge.
Die zweite Frage ist dann: Was macht ihr eigentlich? Also wie macht ihr die Welt ein kleines Stückchen besser? Wie helft ihr mir oder anderen? Also warum gibt es euch überhaupt, sozusagen? Das muss auf seiner Webseite auch drauf sein.
Und das dritte Bedürfnis, mit dem Menschen dann leider nicht so oft, wie wir uns das manchmal wünschen, aber immerhin manchmal kommen, ist dann: Wie kann man mit euch helfen? Wie kann man euch dabei unterstützen, das zu tun, was ihr eigentlich macht? Also das ist das Thema Ehrenamt, das ist das Thema politische Teilhabe, das ist das Thema Spenden. Wie kann ich Teil davon werden? Wie kann ich hier mitmachen? Wie kann ich euch unterstützen?
Das sind die drei klassischsten Fragen. Die hat erstmal jede Organisation, ganz egal, ob das ein Tierheim oder die Freiwillige Feuerwehr ist. Bei allen müssen wir erstmal wissen: Mit wem haben wir es zu tun? Was machen die hier eigentlich? Und wie kann ich hier mitmachen? Wie kann ich unterstützen dabei, hier die Welt ein kleines Stückchen besser zu machen?
Ganz, ganz wichtig ist dann aber, dass wir eben nicht nur informieren, nicht nur so einfache Dinge zusammenpacken, weil wir die vielleicht auch schon irgendwo in einem Flyer hatten oder Ähnliches, sondern dass wir dann jeden einzelnen Websitebesuch als eine Frage verstehen. Also jeder Mensch, der auf eure Webseite geht, stellt sich eine Frage und möchte diese beantwortet haben, sonst wird die Person gar nicht dahin gehen. Und fangen wir alle Besseres zu tun, ich könnte so viel schöne Dinge tun, auch in diesem Internet, ich könnte mir ein Katzenvideo anschauen. Und jetzt ist die Frage: Warum bin ich auf dieser Webseite? Und eigentlich haben wir hier immer eine Frage.
Und deshalb lohnt es sich mal zu schauen, mit welchen Fragen die Menschen dahin kommen. Und ein ganz schöner Weg, dass man vielleicht im kleinen Team, in der kleinen Gruppe zu überprüfen, ist zu schauen: Mit welchen Vorurteilen die Menschen denn eigentlich auf uns schauen? Welche Vorurteile haben die Menschen gegenüber uns? Mal positive Vorurteile, mal negative Vorurteile. Und finden wir das gut, dass sie die haben, oder nicht?
Ich will ein ganz einfaches Beispiel bringen: Ich habe sehr gute Freunde, die sehr engagiert bei der Freiwilligen Feuerwehr sind und auch in ganz tollen Freiwilligen Feuerwehren tätig sind. Und ich hatte lange Zeit, ja, ich sag mal so, meine Vorbehalte aus meiner Jugend heraus, bei der vielleicht meine lokale Freiwillige Feuerwehr, vielleicht mindestens in meiner Szene, eher bekannt dafür war, den Alkoholkonsum im Ort hochgetrieben zu haben, und habe das auf andere übertragen, auch wenn das absolut nicht gerechtfertigt war. Und ich brauchte dann wieder eine Zeit, andere kennenzulernen, damit zu machen, da zuzuschauen, um hier jetzt ein Kontakt wieder aufzubauen. Und wenn wir wissen, solche Vorurteile existieren, oder es gibt ein Vorurteil, dass das ein reiner Männer- oder ein reiner Frauenverein ist oder sowas, dann lohnt es sich, auf der Webseite diesen Vorurteilen, ja, entgegenzutreten, dann sei es auch nur mit einer Bildsprache, hier vielleicht ein bisschen dran zu arbeiten.
Zweite Frage, die wir uns immer stellen können, ist: Was sind eigentlich die Fragen, die uns unsere Freundinnen und Freunde stellen, wenn wir von unserem Ehrenamt erzählen, wenn wir von unserer Organisation erzählen, wenn wir von unserem Hauptamt erzählen? Was fragen die sich? Sagen die: Du bist doch dabei dem und dem Verein? Und eigentlich meinen den ganz anderen, weil wir das nicht auseinanderhalten können? Dann müssen wir vielleicht unser Profil ein bisschen schärfen. Verstehen die überhaupt, was das bedeutet? Denken die, wir sitzen den ganzen Tag da und spielen Taten? All diese Sachen auch wieder, die wir so aus unserem ganz persönlichen bekommen.
Und als Drittes dann natürlich zu schauen: Was sind die Fragen, die uns als Verein entgegenkommen? Ich habe jetzt hier mal aufgeschrieben: Welche Fragen bekommen wir per E-Mail? Aber Telefon und Post werden hier natürlich wirklich genauso da. Also all diese Fragen, die wir auf den verschiedensten Wegen bekommen, sollten eigentlich auf der Webseite auch beantwortet werden. Also zumindest all diese Fragen, die mehr als einmal kommen. Wir können dann leider nicht erwarten, dass das dann auch immer von allen gelesen wird. Also nicht wundern, dass die ein oder andere Frage dann trotzdem auch mal wieder bei uns landet, auch wenn wir auf unserer Website sind. Aber das hilft schon mal ungemein.
Die Kunst guter Kommunikation ist es also, sich von der eigenen Organisation zu lösen, zu lösen davon, was wir gerne alles rausschreien würden, was wir gerne alles kommunizieren würden, und uns in unsere Zielgruppe hineinzuversetzen, die Zielgruppe zu verstehen, vielleicht auch die Zielgruppe vorher einfach mal zu fragen und da näher drauf einzugehen. Setzt natürlich voraus, dass wir so ein bisschen wissen, was unsere Zielgruppe ist. Und ich kann schon mal verraten: Eine nicht ganz so gute Zielgruppe ist "alle". "Alle" gibt es nicht. Alle haben viel zu viel zu tun. Das heißt, wir sollten hier bei unserer Zielgruppendefinition auch immer darauf schauen: Mit welcher Motivation wollen die bei uns mitmachen? Was ist der Interesse? Also das ist der erste Schritt, sich überhaupt mal damit zu beschäftigen, und das ist auch schon der größte Schritt.
Der zweite Schritt ist dann die technische Umsetzung. Und das ist so ein bisschen unangenehm, weil eine normale Webseite sieht eigentlich so aus, dass es das, was ich vorhin mit "von Hand geklöppelt" meine. Eine normale Webseite besteht eigentlich aus einem Text, einem sogenannten Quelltext, bei dem, grob formuliert, jetzt steht: Setze diesen Text bitte dorthin, mach dieses Bild bitte dorthin, mach hier bitteschön diese Farbe, mach hier einen Kreis, was auch immer. Und die meisten von uns wollen sich damit nicht beschäftigen. Also alle und können das eben auch nicht. Das ist auch unheimlich unpraktisch an der einen oder anderen Stelle.
Und deshalb wurden diese Content Management Systeme erfunden. Deshalb wurden diese Programme erfunden, die das für uns machen, dass wir uns irgendwo einloggen können, Seiten bearbeiten können, und das dann hoffentlich möglichst schön an der einen oder anderen Stelle aussieht.
Welches dieser Content Management Systeme wir verwenden, ist am Ende gar nicht so entscheidend. Natürlich, ein paar, die sind für manche Aufgaben besser, aber an sich kann jedes Content Management System jede Form von Webseite am Ende ausspucken. Also mal erkennt das dem der Webseite nicht unbedingt immer an. Die drei, vier bekanntesten habe ich hier mal aufgelistet. Das sind dann so Programme wie WordPress, wie Joomla, wie Contao, wie TYPO3, alles interessante Content Management Systeme. Und ob ich jetzt das mit dem einen oder mit dem anderen Content Management System mache, ist am Ende egal für das Erlebnis der Benutzerinnen und Benutzer. Aber es erleichtert uns natürlich die ein oder andere Sache.
Bei uns ist jetzt nur wichtig, dass wir darauf schauen, dass dieses Content Management System zu uns passt. Und vielleicht drei kleine Tipps, worauf man hier achten kann: Das Erste ist, ein Content Management System zu verwenden, das noch weiterentwickelt wird, also das noch aktuell von Menschen betreut wird, die sich hier technisch dran machen, einfach weil das Internet sich dann doch recht schnell verändert, und das ganz gut ist, wenn wir hier auch immer mal wieder etwas aktualisieren können, schon alleine aus Sicherheitsgründen.
Das Zweite: Sollten wir mit der Agentur zusammenarbeiten, sollten wir externe Hilfe bekommen, sollte das nicht exklusiv nur bei dieser Agentur sein, sondern da sollten wir ein Programm haben, dass eben auch von anderen betreut werden kann. Das ist total toll, mit einer Agentur zusammen zu arbeiten, falls man das Glück hat, sich das leisten können. Wir kommen gleich nicht zu den Alternativen. Aber es ist halt noch toller, wenn wir nicht von dieser einen Agentur abhängig sind, selbst wenn die uns was kostenlos zur Verfügung stellen. Wir alle wissen, da wechseln Ansprechpartnerinnen, bei uns wechseln Ansprechpartner, das geht schnell. Und deshalb sollten wir hier ein System haben, was von vielen verwendet wird.
Und das dann eben auch keinerlei dauerhafte Kosten hat. Die meisten Content Managementsysteme sind Open Source Software, werden also erstmal kostenlos bereitgestellt, auch wenn dann von unserer Seite immer noch Arbeit hier reingesteckt wird. Wie gesagt, wir kommen gleich zur Alternative.
Neben dieser technischen Grundlage brauchen wir dann eine Gestaltung unserer Webseite. Und da kann ich jetzt gar nicht so viel zu sagen, weil das wirklich sehr, sehr individuell ist. Vielleicht auch hier wieder nur ein paar klitzekleine Tipps: Die Gestaltung muss irgendwie zu Organisation passen, aber die Gestaltung muss vor allem funktional sein. Sie muss es mir ermöglichen, eine Webseite einfach zu bedienen. Und das gilt sowohl für die Nutzerinnen und Nutzer als dann auch für die Menschen, die die Webseite bearbeiten müssen. Wir kennen das, dass wir hier hauptsächlich im Ehrenamtlichen arbeiten, dass ganz, ganz viele Selbstorganisationen, die vielleicht zwei, drei Hauptamtliche haben, da jetzt nicht unbedingt Profis sitzen haben. Und dann sollte die Gestaltung nicht zu komplex sein, dass wir nicht eine neue Seite anlegen können, dass wir nicht sagen: Oh ja, hier, nee, könnte ich vielleicht jetzt nicht machen, da muss ich mich wieder an die Agentur wenden.
Und deshalb lohnt es sich, eine Website zu haben, die auch mal ein bisschen langweiliger ist, die sich an die Standards hält. So kleine banale Sachen: Die oben links ist unser Logo, da drunter befindet sich meistens ein Menü, erst da drunter kommt der eigentliche Inhalt. Das können wir auch ganz anders machen, aber so sind wir als Nutzerinnen und Nutzer das gewohnt. So funktionieren die meisten Webseiten, und deshalb sollten wir das auch so machen.
Vielleicht ein sehr radikales Beispiel: Das hier ist die meistgenutzte Internetseite einer gemeinnützigen Organisation. Das ist die Wikipedia, wird betrieben von der Wikimedia Foundation. Und ich bin ein sehr, sehr großer Fan der Wikipedia, aber sie ist jetzt nicht bekannt dafür, dass das so unheimlich viel gestaltet und gelayoutet wird. Also hier auch, das ist aber funktional, weil das ist normal. Ein Online-Lexikon, das ist nun mal eben jetzt nicht eine fancy super Agentur-Seite. Hier können wir also auch schon viel mitarbeiten.
Zwei Punkte, auf die man aber bei der Gestaltung immer achten sollte: Das Erste ist die Nutzerinnenführung. Wie kommen Menschen denn von unserer einen Seite zur nächsten? Weil häufig wir ja dann eben nicht alle Informationen auf einer einzelnen Seite drin haben. Und da gibt es verschiedene Navigationsmöglichkeiten. Das eine ist das bekannte Menü, also wir haben so Punkte mit Unterpunkten. Auf mobilen Geräten wird das dann häufig in so einem Burger-Menü, das sind diese drei Striche, meistens oben rechts, hoffentlich versteckt. Das wird dann schon deutlich weniger genutzt.
Und dann haben wir natürlich auch noch die Möglichkeit, Links innerhalb des Textes oder durch zu kleine Teaserkästen aufzunehmen, also dass wir uns immer überlegen, auf jeder einzelnen Seite, vielleicht so mit dem kleinen Amazon im Kopf: Menschen, die auf dieser Seite sind, könnten sich auch für eine andere Seite interessieren, zum Beispiel die Ehrenamt-Seite von uns oder die Seite, wo man sich für die nächste Veranstaltung anmelden kann.
Zweiter Punkt dieser Nutzerinnenführung ist eben, möglichst nicht zu übertreiben damit, möglichst wenig Menüpunkte zu verwenden. Faustregel da ist immer so um die fünf. Das können Menschen noch so erfassen. So ab sechs, sieben fangen die meisten Menschen an, wie Grundschulkinder, das so Wort für Wort zu lesen oder eben auch nicht zu lesen. Dann tote Enden zu vermeiden, also wenn ich eine Seite lese und am Ende angekommen bin, dann sollte da eben immer dieser kleine Amazon im Kopf: Menschen, die sich für diesen Text interessiert haben, könnten sich auch für was anderes interessieren, also ein nächster Vorschlag, mit was ich mich hier beschäftigen könnte, mit drin sein.
Und wir müssen daran denken, dass die meisten Menschen eben nicht mehr auf unserer Startseite landen, dann das Menü durchklicken, sich jede Seite anschauen, sondern auf solchen Seiten landet man heutzutage, in dem die Seite über WhatsApp geteilt wurde, indem ich die bei Google gefunden habe, indem ich vielleicht auf Facebook auf einen Link geklickt habe. Das heißt, die Seite selber muss immer für sich stehen. Die darf nicht voraussetzen, dass wir hier schon etwas anderes verstanden haben.
Und am allerleichtesten geht das, wenn wir Menschen einfach mal ein bisschen über die Schulter gucken, wenn wir uns also anschauen, wie Menschen unsere Webseite benutzen. Ein ganz schöner Test ist da, vielleicht mal die eigenen Eltern, Großeltern, Freunde dran zu setzen und dann mal zu gucken, wie sieht es denn bei denen aus, wenn die sich hier informieren wollen.
Und dann kann man ganz, ganz viel schöne Gestaltungstipps geben. Der aller, aller wichtigste Gestaltungstipp ist aber, die Webseite für mobile Geräte zu optimieren. Fast 60, 70 Prozent der Webseitenbesucherinnen und Besucher kommen über ihr Handy. Und trotzdem bearbeiten wir die Websites meistens an einem Rechner. Das heißt, die schauen uns das an, und das sieht dann alles schön aus, und auf dem Menü funktioniert das. Auf dem Handy funktioniert das häufig gar nicht mehr.
Ganz beliebtes Beispiel ist zum Beispiel so eine Seitenspalte. Da haben wir die Anmeldung, da haben wir die Spendenmöglichkeit, haben wir die Kontonummer. Was passiert mobil mit der Seitenspalte? Die rutscht ganz häufig nach ganz unten. Soweit kommt dann fast niemand mehr. Niemand sieht all die tollen Informationen, die wir hier bereitgestellt haben. Das heißt, wir müssen darauf achten, dass die Inhalte sich eben an die Breite anpassen, dass die Seitenleiste verloren geht, dass wir eine andere Menüführung haben, weil man das Menü nicht mehr ständig sieht, sondern dann auf dieses Burger-Symbol oben drücken muss, und dass wir ein ganz anderen Umgang mit Bildern haben. Viele Webseiten haben zum Beispiel so schöne breite Bilder in so einem 3:1 zu 1-Format. Sieht auch ganz toll aus, ja. Und mobil kann man dann da wirklich so drauf gucken und sieht schon fast gar nichts mehr, weil das Format natürlich vom kleinen Bildschirm sehr, sehr ungeeignet ist.
Wenn wir daraus jetzt eine Webseite machen müssen, dann gibt es zwei Arten der Umsetzung. Die erste ist, habe ich mir mal "klassische Website umsetzen" genannt. Wäre, dass wir jetzt ausschreiben, was wir eigentlich gerne hätten. Das nennt sich dann Lastenheft. Ich habe hier unten im kleinen Bildchen mal ein Beispiel mitgebracht, also wo wir wirklich auflisten: Was hätten wir alles gerne umgesetzt? Und mit allen Wünschen, die wir so haben. Dann gehen wir zu verschiedenen Agenturen und sagen: Hey, wir hätten gerne diese Webseite, könnt ihr die für uns machen? Dann wählen wir eine Agentur aus, nachdem die uns ein Angebot gemacht haben, die in eine Umsetzungsphase, und hoffentlich geht die Website dann irgendwann live, meistens nachdem wir sie noch mit Inhalten gefüllt haben. Da vergeht meistens so ein Jahr, und wir sind bei einem mindestens höheren vierstelligen Betrag, den wir für diesen Vorgang ausgeben.
Das ist gut, wenn wir uns das leisten können. Agenturen können uns ja fast jeden Wunsch, den man mit so einer Webseite hat, auch irgendwie umsetzen. Aber das ist natürlich relativ aufwendig und relativ teuer. Also ich sag mal, von zweieinhalbtausend bis 100.000 Euro habe ich hier schon alles erlebt. Darunter wird es sehr, sehr schwierig, Menschen zu finden, die sich professionell damit auseinandersetzen, es sei denn, wir haben das Glück, dass wir sozusagen ehrenamtliche Unterstützung bekommen.
Und deshalb gibt es als Alternative, und auch als gute Alternative für die meisten Vereine, die jetzt keine besonderen Funktionen auf ihrer Webseite haben müssen im Sinne von einer Datenbank oder etwas Komplexerem, die Möglichkeit, sogenannte Webbaukästen zu nehmen. Sondern Webbaukasten ist sogenannter Software as a Service, also eine Software, bei der wir uns anmelden, bei der wir alles direkt online ausfüllen können, bei der wir manchmal die Webseite auch einfach direkt bearbeiten können, nur indem wir hier uns irgendwo einloggen. Und dass diese Webbaukästen jetzt machen, ist, dass wir uns gar nicht mit der Technik beschäftigen müssen und auch fast gar nicht mit dem Layout, weil es einfach so ein paar vorgefertigte Gestaltungsmöglichkeiten gibt. Und dann uns mal vielleicht eine Einführung anschauen müssen, aber hier jetzt kein großes Vorwissen haben müssen.
Der Nachteil ist natürlich, wir können jetzt auch nicht mehr alles anpassen, wir können nicht alles genauso machen, wie wir uns das vorstellen. Ist aber für fast alle Organisationen, ich würde mal sagen, sicherlich 80% der Organisation, eine sehr, sehr gute und sehr, sehr einfache Möglichkeit. Hat dann so ein Kostenpunkt von meistens so acht bis 15 Euro im Monat. Also ist ein bisschen mehr, als wir das für eine selbst gehostete Webseite, in der Webseite, die wir mit einem eigenen Content Management System betreuen, haben. Aber hat dafür eben keinerlei Startkosten, bei denen wir jetzt hier jemand brauchen, der das groß und kompliziert macht.
Da gibt es eine ganze Reihe von Anbieterinnen und Anbietern. Ich habe hier mal was aufgeschrieben: Website und Co. Gibt es eine ganze, ganze Reihe, die auch alle grob eine ähnliche Funktionalität haben. Und wir hier eben dann auch andere Ehrenamtliche mal schnell dazu bringen können, das zu bearbeiten. Grundsätzlich durchaus eine Empfehlung.
Nur eine Sache würde ich hier immer machen, und da sind wir bei einem der Kostenpunkte: Ich würde immer darauf achten, dass wir eine eigene Domain haben, also www.meine-tolle-organisation.de oder .org oder .com. Und zwar aus dem Grund, den ich vorhin schon mal leicht erwähnt habe: Das ist dann wirklich unsere. Wenn wir uns später entscheiden, eine professionellere Variante zu nehmen, dann können wir einfach unsere Domain umziehen. Vielleicht haben wir dann unter den Ehrenamtlichen jemanden, der sich mit WordPress auskennt, der uns sagt: Hey, ich kann euch ne sehr, sehr gute Webseite hier hinstellen, die dann endlich das und das auch ermöglicht. Dann können wir das einfach machen, ohne dass wir irgendjemandem Bescheid sagen müssen. Und dann ist am einen Tag die Webseite eben unter dem einen Anbieter zu erreichen und am anderen Tag eben unter dem anderen Anbieter.
Es gibt bei diesen Anbietern auch häufig die Möglichkeit, mit vor Subdomains, also testorganisation.jimdo-free.com, hier irgendwo im Chat gerade als Beispiel .de oder Ähnliches aufzurufen. Technisch gesehen ist das erstmal nicht verkehrt. Ich würde es, wenn man es sich leisten kann, aber nicht empfehlen, weil wir dann eben auf diesen einen Anbieter angewiesen sind. Wenn wir irgendwann mal was ändern wollen, wenn wir irgendwann sagen: Jetzt finde ich das doch nicht mehr so gut, dann können wir hier eben nicht mehr umziehen. Dann können wir unseren Besucherinnen und Besuchern nicht mehr sagen: Oh, vorher lag der Inhalt hier, jetzt liegt der Inhalt da. Das heißt, wenn wir es uns leisten können, bitte nicht tun. Und zum anderen sieht es dann eben auch jetzt nicht so professionell aus. Jetzt ist das nicht für jeden Verein besonders wichtig, für jede Initiative sehr professionell im Internet auszusehen. Ich würde aber versuchen, das zu verhindern, wenn das möglich ist.
Und genauso wie die Webbaukästen das anbieten, bieten auch die großen Content Management Systeme es an, so fertige Themes. Themes sind fertige Layouts mit Funktionalität, sich einfach zu installieren. Und jetzt eben nicht von vorne da dran zu gehen und sagen: Ich möchte hier ein super komplizierte Gestaltung haben, sondern ich möchte hier jetzt eben einfach eins von diesen 20, 30, 500 Standard-Layouts haben. Und in wieder den allermeisten Fällen genügt das auch, wenn das eben gute sind. Dann können wir unser Logo austauschen, können zwei, drei Farben anpassen und haben dann schon etwas, mit dem man sehr, sehr gut weiterarbeiten kann.
Wie gesagt, das sind die zwei Alternativen, wenn wir jetzt nicht den großen Prozess machen wollen und hier eine ordentliche Ausschreibung mit ordentlicher Agentur, die dann aber eben blöderweise auch ordentlich Geld möchte.
Meine Empfehlung, zur absurd sich das also anhört, ist hier, die Webseite nicht zu kompliziert zu machen, nicht zu besonders zu machen, sondern, ja, sich an den Standards, an den normalen Layouts aufzuhängen und sich mehr auf die Inhalte zu konzentrieren.
Und trotzdem wäre es natürlich schön, wenn die Menschen uns in Erinnerung behalten, wenn wir vielleicht etwas Einzigartiges hier ermöglichen. Das muss aber nicht immer technisch kompliziert sein. Das kann auch eine Kleinigkeit sein. Das kann zum Beispiel sein, dass wir unsere Webseite auch in dem Dialekt anbieten. Das kann sein, ich habe das mit einer einem kulturellen Zentrum mal umgesetzt, das war technisch ein bisschen schwieriger, aber dass die Webseite tagsüber anders aussieht als nachts. Gab sozusagen einen Club-Modus und einen normalen Veranstaltungsmodus. Das kann sein, dass wir, ja, was Witziges auf unserer Webseite haben, an dass die Menschen sich erinnern, wenn es denn passt. Das kann sein, dass wir auf meiner Webseite zum Beispiel eine Variante haben, bei der man geduzt wird, oder bei der man gesiezt wird. Also irgendetwas, an das sich die Menschen, die auf unserer Webseite waren, erinnern. Und in so einem Webseitenbesuch ist das immer ganz wichtig, weil die meisten Menschen besuchen nicht nur eine Webseite, sondern wir haben was gegoogelt, dann sind wir auf der einen Webseite, sind wir auf der anderen Webseite und sind noch hier und sind noch da. Da wäre es natürlich schön, wenn wir inhaltlich etwas finden, anders die Menschen sich erinnern.
Hatte ich gesagt, die Menschen kommen einfach mal so auf unsere Webseite, vielleicht auch eben nicht nur dann, wenn sie uns schon kennen, wenn sie das schon wissen. Und der häufigste Grund, wie Menschen auf unsere Webseite kommen, ist, weil sie in irgendeine Suchmaschine irgendwas eingegeben haben. Und Suchmaschinen und in unserem Fall jetzt Suchmaschinenoptimierung hört sich immer so groß und technisch an. Das Gute ist, das ist eigentlich gar nicht so kompliziert. Suchmaschinenoptimierung ist Kapitalismus im Internet. Das ist die Frage, wie Angebot und Nachfrage zusammenkommen. Das heißt, wir können Suchmaschinenoptimierung mal komplett und technisch betrachten und uns einfach fragen: Welche Nachfrage gibt es hier, und wo kommen die Menschen danach hin?
Die erste Frage, die wir uns also stellen müssen, ist: Was suchen Menschen denn überhaupt im Internet? Wonach besteht deren Bedürfnis, bis hin zu: Welche Wörter verwenden die? Und ein Suchwort, übrigens, immer wenn wir über Suchwörter reden, ist das eigentlich kein Wort, sondern ist das meistens ein kleiner Satz, eine gewisse Wortkombination. Vielleicht ist es auch spannend, wie häufig die Menschen das suchen, weil uns bringt das leider überhaupt nichts, wenn wir für "Spenden Kinder besondere Krankheit besonderer Ort" irgendwo auftauchen, wenn kein Mensch der Welt danach jemals sucht. Und deshalb lohnt es sich, hier mal drauf zu schauen und vielleicht auch schon mal ein bisschen drauf zu schauen: Welche Ergebnisse gibt es bereits? Also was ist die Konkurrenz hier?
Und hier gibt es zwei einfache Tricks. Einer ist, wir können wirklich mal in die Suche gehen und können mal anfangen, in Begriff, der für uns interessant ist, einzutippen. Ich habe das mal hier am Beispiel Ehrenamt gemacht. Und dann fängt man an, tippt mal "Ehrenamt" ein, und dann werden einem jetzt hier so ein paar Sachen vorgeschlagen. Also Ehrenamt, ehrenamtliche Tätigkeit, Ehrenamtspauschale. Jetzt sehen wir schon, ich wohne hier irgendwo im Rand von Berlin in Brandenburg, jetzt kommt hier Ehrenamt Potsdam, Ehrenamt Berlin, ehrenamtlicher Richter, wäre ich nie drauf gekommen, ehrenamtlich, Ehrenamtspauschale. Und jetzt sehen wir schon: Ach okay, Menschen, die sich damit beschäftigen, die beschäftigen sich auch hiermit.
Und wenn wir das noch ein bisschen professioneller machen wollen, gibt es kostenlose Tools im Internet wie dieses, die uns das Ganze einmal ein bisschen stärker visualisieren. Ich habe mich jetzt hier mal für das Tool, also AnswerThePublic entschieden, aber es gibt eine ganze Reihe. Und jetzt sehen wir hier Ehrenamt der Woche, also die geben uns jetzt alle möglichen Fragen, alle möglichen Kombinationen, alle möglichen Vergleiche, die eben mit diesem Wort getroffen werden. Also zum Beispiel: Warum macht Ehrenamt glücklich? Schöne Frage, kann man auf jeden Fall beantworten. Bisschen so: Wo formuliere ich mein Ehrenamt bitteschön im Lebenslauf? Oder auch ganz schön eine Frage, die vielleicht niemand von uns denkt, dass die noch jemand beantwortet braucht, aber: Ehrenamt, was ist das eigentlich? Also jetzt sehen wir, Menschen, die sich damit beschäftigen, haben all viele verschiedenen Fragen. Und dann wäre es ja vielleicht gut, wenn wir diese Fragen auch beantworten können.
Und wenn wir noch tiefer reingehen wollen, gibt es von Google im sogenannten Google Keyword Planner, dann muss man sich dann leider anmelden und ein Werbekonto einrichten, man muss dafür nichts zahlen, aber man muss dieses Konto einmal haben, gibt Google einem dann auch noch die Information: Wie oft wird das denn hier eigentlich gesucht? Das kann ich bis zu meiner Region runterbrechen. Und ganz schön ist, jetzt beim Thema Ehrenamt gar nicht so spannend, hier sieht man auch den zeitlichen Verlauf. Das heißt, manchmal sieht man, das bestimmte Begriffe eine sehr hohe Fluktuation haben. Also wir sind raus, was Menschen jetzt eigentlich suchen.
Und jetzt stellen wir uns eine ganz banale Frage: Haben wir es verdient, hier oben zu sein? Also wenn jemand nach Ehrenamtspauschale sucht, haben wir es verdient, dann das erste Ergebnis zu sein? Also haben die Menschen wirklich dieses Bedürfnis, dann bei uns zu landen? Oder wer es vielleicht besser, wenn die bei einer anderen Organisation landen? Wenn wir nicht felsenfest davon überzeugt sind, dass unser Angebot, und zwar nicht das Angebot des Vereins, sondern das Angebot unserer Webseite, es verdient hat, unter den Top 3, Top 5, was auch immer, zu sein, dann müssen wir daran, dann müssen wir einfach bessere Inhalte erstellen. Da brauchen wir auch wieder uns überhaupt nicht mit Technik zu beschäftigen. Wir müssen erst voller Überzeugung sagen können: Wenn Menschen das suchen, dann sind sie bei uns besser aufgehoben als bei allen anderen Webseiten in diesem Internet.
Wir müssen uns fragen, ob wir dann deren Erwartung entsprechen. Also wenn jemand hier nach sucht, beantworten wir diese Frage auch wirklich, oder sagen wir: Oh ja, schön, dass du danach suchst, eigentlich wollte ich mit dir über was ganz anderes reden? Und entsprechend die anderen Webseiten dieser Erwartung vielleicht besser.
Also auch wieder ganz schön, wir brauchen uns hier nicht unbedingt eine Technik auseinanderzusetzen. Über Suchmaschinenoptimierung könnte ich jetzt hier noch stundenlang reden. Ich möchte das ganz kurz zusammenfassen: Es gibt ein paar technische Dinge, die müssen erfüllt sein. Das Schöne ist, mit den meisten Content Management Systemen, mit den meisten Programmen, mit denen wir Internetseiten machen, ist das eigentlich schon vorausgefüllt. Das Allerwichtigste von Suchmaschinenoptimierung sind dann die relevanten Inhalte. Und wenn wir das erledigt haben, dann ist es natürlich schön, wenn die Seitenstruktur auch noch gut ist, wenn die Inhalte also miteinander verlinkt sind, wenn die einzelne Seite gut strukturiert ist, also das Wichtigste oben steht, schöne Überschriften und all diese schönen Dinge. Und ganz am Ende dann, wenn wir als vertrauenswürdig eingeschätzt werden. Und eine der wichtigsten Möglichkeiten, als vertrauenswürdig eingeschätzt zu werden, ist, wenn andere Webseiten uns verlinken. Es lohnt sich also immer mal wieder zu fragen: Könntet ihr hier nicht auch mal noch einen Link auf uns setzen?
Am Ende bedeutet Suchmaschinenoptimierung zu sicherlich 80 Prozent einfach nur richtig gute Inhalte bereitzustellen und den Bedarf von jemandem zu decken. Es bringt uns also nichts, richtig guten Inhalt bereitzustellen, wenn sich niemand dafür interessiert. Und auch hier wieder wichtig: Das Ganze muss ohne Kontext funktionieren. Menschen, die über die Suchmaschine kommen, landen direkt auf einer Unterseite. Die landen häufig nicht auf unsere Startseite, die landen nicht ganz am Anfang.
Um das Thema Suche ganz kurz abzuschließen, bleiben wir beim Thema Ehrenamt. Ich habe hier mal nach "Ehrenamt in der Nähe" gesucht, was erstaunlich viele Menschen tun, was eine sehr, sehr gute Suche ist für fast all unsere Angebote. Und was jetzt hier auffällt, ist, das all das, was wir hier sehen, leider gar kein Ergebnis ist, sondern all das sind Anzeigen. Und erster drunter fängt dann der eigentliche Inhalt an, der wie gerade beschrieben funktioniert. Das sind Anzeigen in Google, sogenannte Google Ads. Das ist aber auch bei Bing und Co leider nicht ganz anders.
Vielleicht hier nur, ich hatte es gestern schon mal erwähnt, kann auch heute hier nicht in die Tiefe gehen, aber noch mal ein paar Informationen dazu auf einer Folie zusammengefasst: Gibt es ein Programm von Google, das sogenannte Google Ad Grants Programm, bei dem Google uns Anzeigenbudget zur Verfügung stellt. Deshalb eben zum Beispiel hier beim Thema Ehrenamt so viele Anzeigen sind. Ich vermute, dass Stiftung wie immer Stiftung oder auch hier tatkräftig.org hier vielleicht gar nicht ihr eigenes Budget für hergeben, sondern eben auch diese freien Anzeigen verwenden.
So, jetzt haben wir viel über die Webseite geredet, und jetzt können wir uns vorstellen, wie wir die perfekte Website machen. Wir setzen das alles mal um, und dann, ja, dann passiert erstmal gar nichts, weil wir nicht mitbekommen, wenn jemand auf unserer Webseite ist, weil wir nicht sehen, ob diese Webseite gut genutzt wird oder nicht, weil wir nicht wissen, ob die Menschen wirklich hier klicken oder dort. Und deshalb wäre es jetzt eigentlich ganz schön, wenn wir eine grobe Analyse darüber hätten, was Menschen auf unserer Webseite machen. Also wenn wir die Fragen beantworten können: Wo kommen denn die Menschen her, wenn wir auf unsere Webseite kommen? Zum Beispiel, um zu beantworten: Lohnt es sich, hier mehr Energie in die Suche zu stecken? Lohnen sich unsere Angebote in sozialen Medien? Hat unseren Newsletter funktioniert? All diese Sachen.
Dann: Was interessiert die Menschen denn auf unserer Webseite wirklich? Sind sie auf den passenden Seiten? Finden die sich da zurecht? Also klicken die das, was wir von ihnen erwarten? Werden die Inhalte, die wir so aufwendig erstellt haben, auch wirklich konsumiert, oder gehen die Leute da drauf und irgendwohin: Damit will ich nichts zu tun haben? Bis hin zu der Frage: Wo steigen denn die Menschen aus? Also was schreckt die Menschen denn vielleicht hier ab?
Und ohne so ein bisschen Analyse ist am Ende jede Investition in die eigene Webseite eigentlich rausgeschmissene Zeit oder eben rausgeschmissenes Geld, je nachdem, was wir machen. Also wenn wir hier immer Energie reinstecken, Texte schreiben, machen und tun und nicht wissen, ob das jemand auch wirklich konsumiert, ob das jemand liest, ob das jemandem interessiert, wird das Nummer schwer.
Und deshalb gibt es die Möglichkeit von sogenannten Analyseprogrammen, von Webanalyse, die schaut: Wer macht was? Und jetzt haben wir hier nur wieder ein klitzekleines Problem, dass wir auch nicht in den letzten fünf Minuten ordentlich beantwortet bekommen: Immer dann, wenn wir etwas analysieren, bedeutet das, dass wir Daten von unseren Nutzerinnen und Nutzern erheben. Die einfachste Form ist deshalb zu schauen, dass man das Ganze mit diesen unangenehmen klärt, dass man sich also eine Einwilligung holt: Ich würde gerne analysieren, darf ich das, oder darf ich das nicht? Oder man findet eine Analyse, die so datenschutzfreundlich ist, so wenig Profilbildung macht, dass das datenschutzmäßig möglich ist.
Da gibt es zum Beispiel die Open Source Software Matomo. Dafür auch alle möglichen Plugins. Zum Beispiel, wer eine WordPress-Webseite macht, kann das einfach mit zwei Klicks bei sich zusätzlich installieren. Und wenn man das richtig einstellt, dann gehen viele Datenschutzbeauftragte, und ihr merkt schon, jetzt komme ich hier zu einer schwimmenden Formulierung, dann sind viele Datenschutzbeauftragte der Meinung, dass das auch ohne dieses Banner möglich ist einzusetzen. Trotzdem muss das dann natürlich in den Datenschutzbestimmungen stehen, und auch hier muss es eine Möglichkeit geben, sich dem zu verweigern, also eine sogenannte Opt-out-Möglichkeit. Das kann man sich mal auf der einen und dann anderen Webseite anschauen. Da gibt es dann wirklich, in dem Fall von Matomo, so ein Häkchen, wo man sagt: Ich möchte das nicht.
Also hier gibt es eine ganze Reihe von Analyseprogrammen. Source Tool, das bekannteste Tool insgesamt ist Google Analytics. Das dann aber eben von Google bereitgestellt wird, also in dem Fall brauchen wir dann auf jeden Fall so eine Form von Einwilligung.
Und was diese Tools jetzt machen können, ist, sie können uns eben zeigen, wie hier zum Beispiel, wo kommen denn die Menschen eigentlich her? Also ich sehe jetzt hier auf dieser Webseite, ein ganz großer Teil kommt ja vom Blauen, also kommt hier von Suchmaschinen, ein Teil kommt über Direktzugriffe, ein Teil kommt über Kampagnen, Teil kommt über Website, ein Teil kommt über soziale Netzwerke. Und kann dementsprechend bewerten, wie mein eigenes Marketing funktioniert.
Ich kann schauen, mit welchen technischen Geräten die hier sind, also zum Beispiel, dass der Großteil der Besucherinnen und Besucher über mobile Geräte auf meine Webseite kommt. Bisschen dazu, dass ich wirklich sehen kann, was die Menschen auf meiner Webseite machen. Das heißt, in dem Fall weiß ich nicht, wer das ist, aber ich weiß, die Person war erst auf der Seite, dann war sie auf der Seite, hat 53 Sekunden auf meiner Webseite verbracht. Hier ist eine andere Person, die hat vier Minuten auf meiner Webseite verbracht und hat sich diese Seiten angeschaut. Also all diese Möglichkeiten gibt es.
Und jetzt können wir davon dann lernen, können unsere Webseite verbessern und können sehen: Lohnt sich das Ganze, oder lohnt sich das nicht?
So, bevor wir jetzt gleich in die Fragen gehen, und ich habe hier beim Vorbeifliegen schon die eine oder andere Frage gesehen, wer jetzt gleich noch Fragen hat, jetzt wäre ein guter Zeitpunkt, die zu sammeln und dann gleich zu stellen. Von mir zum Schluss wieder dieser 80-20-Tipp, also ein Tipp, der sich für 80% der Organisation gut funktioniert und bei dem man 80% des Möglichen vielleicht mit nur 20% des Aufwands erreicht.
Also der Praxistipp wäre, die Umsetzung der Website erstmal mit so einem einfachen Webbaukasten anzufangen oder mit einer WordPress-Instanz. Wird das ist das einfachste der sowas Content Management Systeme, wenn wir selber ein bisschen Spaß an Technik haben, wenn wir da Lust haben, uns selber einzuarbeiten, oder eben im Verein oder im erweiterten Freundeskreis jemand haben, der das kann. Hört das kann von vielen auch ohne Programmierkenntnisse gemacht werden, aber natürlich, man muss ein bisschen viel Spaß dabei haben. Die Empfehlung ist zumindest für alle Organisationen, die jetzt keine hauptamtliche Öffentlichkeitsarbeit haben, auf jeden Fall dafür. Die größeren Organisationen, also ich sage immer, Organisationen, die Angestellte haben, bei denen irgendwas mit Öffentlichkeitsarbeit im Titel steht, da kann man dann vielleicht das Ganze ein bisschen komplexer machen.
Der zweite Tipp ist, sich am Anfang zumindest nicht zu viel mit der Frage der visuellen Gestaltung auseinanderzusetzen, sondern ein schönes fertiges Theme, also so ein Fertigpaket, zu nutzen und das dann anzupassen und dann vielleicht an der einen oder anderen Stelle mal anzufangen und zu sagen: Ach, hier hätte ich gerne das, aber hier hätte ich gerne das. Das macht nämlich den Aufwand für so eine Webseite so viel, viel, viel, viel, viel einfacher. Wenn wir zu einer Agentur gehen und sagen: Ich hätte gerne genau das und das, sagt ja Agentur: Alles möglich, da brauchen wir eine Woche für. Wenn wir gucken: Was gibt es denn schon? Dann ist das vielleicht auch in einer Stunde oder zwei möglich.
Und dann inhaltlich eben darauf zu achten, nicht nur unsere eigenen Angebote darzustellen, sondern erstens uns selber vorzustellen und dann aber eben auch zum Beispiel das Problem zu beschreiben, was wir beheben. Viele Organisationen machen den Fehler, dass sie toll erzählen, was sie alles machen, aber gar nicht erklären, warum sie das eigentlich machen, was denn das eigentliche Problem ist, dass damit behoben wird.
Und wenn das eben möglich ist, dann bitteschön die Webseite grob analysieren und dann regelmäßig zu überprüfen und vielleicht an der einen oder anderen Stelle mal zu gucken: Schaffen wir es irgendwie, unsere Webseite außergewöhnlich zu machen? Ich hatte schon gesagt, das können so Sachen sein wie die Sprache umstellen. Bei mir ist es hier Du und Sie. Manchmal ist das Dialekt oder Ähnliches. Vielleicht irgendwas ins Menü aufzunehmen, wo Leute drüber stolpern und sich vielleicht daran erinnern. Bei mir ist das Mittagessen oder eben Witz, wie zum Beispiel ein Fleißbienchen im Quelltext zu versprechen. Das ist aber natürlich jetzt eher für Organisationen, die etwas Technisches machen, oder eine schöne Fehlerseite.
Und damit sind wir bei mir für heute am Ende des Internets angelangt, und ich freue mich auf die Fragen. Vielen, vielen Dank.