Ja, vielen Dank, Claudia, für die nette Begrüßung. Ich freue mich total auf die Zeit mit euch allen. Ich liebe es immer, diese Vielfalt und das Engagement, auch die Unterschiedlichkeit, zu erleben. Und ich genieße selber die Situation, dass ich mit der Hälfte meiner Zeit für eine tolle Organisation Fundraising machen darf: Herzkasper e. V. Wir bilden junge Menschen zu Buddies aus, die in Krankenhäuser gehen und dort junge Patientinnen und Patienten besuchen. Wir machen auch beim Ehrentag mit. Wir packen dort Tüten für Patientinnen und Patienten. Also lade ich euch ein, euch da wirklich mit einer schönen Idee, die euer Ehrenamt stärkt, die aufmerksam macht, dort zu bewerben. Und mit der anderen Hälfte meiner Zeit darf ich als Fundraising-Berater unterwegs sein. Das heißt, mit vielen unterschiedlichen Werken an Strategien, an Konzepten, an Fundraising-Ideen arbeiten. Das heißt, ich mache praktisch ganz viel mit, also das Kleinteilige des Fundraisings, kann das mitfühlen und darf aber auch bei vielen Werken einen strategischen Blick drauf werfen. Und auf dieses Thema freue ich mich sehr. Einfach: Ach, geht’s nicht. Fundraising-Aktion mit schnellem Erfolg. Das klingt spontan so ein bisschen widersprüchlich, weil Fundraising ja auch immer eine langfristige Perspektive haben soll, weil es mit Beziehungsaufbau und Entwicklung zu tun hat. Gleichzeitig ist es aber auch total gut und wertvoll fürs Fundraising, weil es einfach auch mal so eine Initialzündung braucht, die Kräfte mobilisieren, die das Team zusammenbringen, die die Arbeit nach außen tragen, die darauf aufmerksam machen und wo man einfach auch Erfolge feiern kann, die dann auch Rückenwind für das gesamte Fundraising und auch für die Bereitschaft für Fundraising geben können. Und deswegen ist es kein Widerspruch, sondern es unterstützt sich gegenseitig.
Ganz kurz die Themen und Learnings für heute: Wie funktionieren Kampagnen und Fundraising eigentlich? Einfach eine gute Haltung dazu entwickeln, mit einer guten Einstellung dranzugehen. Dann möchte ich aus meiner Erfahrung die Do’s and Don’ts für eure Kampagne mit euch teilen. Sechs ganz einfache Schritte, wie ihr eine Minikampagne konzipieren könnt. Und ein ganz wichtiger Teil: Wenn ihr eine Kampagne startet, könnt ihr das nicht alleine, sondern ihr braucht ein Team. Und deswegen ist Teambuilding auch ein Thema: ein Kampagnenteam zusammenzubringen, das euch hilft, sie umzusetzen, das hilft zu mobilisieren und zu multiplizieren. Und das ist mir auch wichtig: Gerade wenn es um den Ehrentag geht, gerade wenn es bei euch oft um lokale Aktionen geht, dann ist es wirklich wichtig, auch zu gucken, wer ist denn eigentlich in meinem Umfeld und wer kommt als potenzieller Unterstützer in Frage? Da gucken wir uns mal Unternehmen an, Stiftungen, gute Fundraising-Tools. Ich habe euch ein paar Beispiele mitgebracht von gelungenen Fundraising-Aktionen, die man einfach umsetzen kann. Und am Ende auch noch so ein kleines Tool, ein Canvas, mit dem ihr mit eurem Team einfach mal kreativ so eine kleine Fundraising-Aktion und Kampagne konzipieren könnt. Was ich mir von Herzen wünsche für heute Abend: dass ihr euch traut, etwas zu starten, was ihr vielleicht noch nie gemacht habt, dass ihr ein bisschen Mut für neue Ideen bekommt, da auch kreativ zu werden, und dass eine Fundraising-Aktion auch Rückenwind für eure Organisation, für eure Ehrenamtlichen, für eure Mitarbeitenden ist, weil ihr einfach etwas Schönes, Konkretes in eurer Organisation umsetzen könnt.
Genau. Minikampagnen oder auch Fundraising-Aktionen sind ideal für ehrenamtlich Aktive und lokale Vereine. Und zwar, weil es oft eine zeitlich überschaubare Aktion ist. Das heißt, ihr könnt wirklich für einen Monat oder für eine Woche oder zwei Wochen die Kräfte mobilisieren, auch Menschen gewinnen, die dann für dieses bestimmte Projekt sich engagieren. Es geht ja auch ein Trend ein bisschen dahin, dass Menschen sich nicht mehr so langfristig festlegen. Aber so eine Minikampagne, eine Aktion, ist zeitlich überschaubar und kann deswegen auch total attraktiv sein, sodass Menschen sagen: „Ja, da mache ich mit.“ Ihr seht bei einer Fundraising-Aktion schnelle Ergebnisse und Erfolge, die ihr auch gemeinsam feiern und zeigen könnt. Das ist oft sehr, sehr motivierend für alle, die mitgemacht haben, und ist auch oft etwas, was das Fundraising, wenn ihr es angehen wollt oder wenn ihr dort mehr Ressourcen investieren wollt, unterstützt und stärkt. Mit einer Kampagne bekommt ihr regionale Aufmerksamkeit, denn ihr mobilisiert euer Umfeld, eure Community. Ihr werdet nicht nur Fundraising machen, sondern gleichzeitig auch eure Geschichte, euer Herzensanliegen, über verschiedenste Kanäle teilen. Das heißt, Menschen lernen euch kennen. Und das ist ein wunderbarer Effekt neben den Spenden, den Ressourcen, die ihr bekommt: auch auf euch aufmerksam zu machen. Und wenn das gut geklappt hat, könnt ihr eine gute Aktion gerne jedes Jahr wiederholen, überlegen, wie können wir sie noch besser machen, was hat vielleicht nicht so gut geklappt, und ihr könnt aber genauso gut euch auch etwas Neues überlegen, ne? Also Fundraising heißt auch ausprobieren, heißt testen, heißt Spaß daran zu haben. Und deswegen lade ich auch dazu ein, mit Spaß dranzugehen und Mut zum Scheitern mitzubringen.
Mit welcher Haltung geht man eigentlich an eine Fundraising-Kampagne oder an eine Aktion, die ihr startet? Für mich ist so ein Leitsatz: Fundraising heißt, Freude am Geben entfachen. Da geht’s nicht nur um Geld, um Sachspenden und Ressourcen, sondern es geht darum, dass wir Menschen wirklich ein Lächeln aufs Gesicht zaubern, dass ihr Herz hüpft, wenn sie mitmachen, weil sie das Gefühl haben, dass sie an etwas Großartigem beteiligt sind, weil sie mit euch in Verbindung kommen, weil sie tolle Menschen kennenlernen, weil ihr sie erleben lasst, dass sie mit ihrem kleinen Einsatz etwas bewegen können, was ganz konkret ist, weil ihr sie mitnehmt in eine Geschichte. Und deswegen: Wenn ihr eine Aktion angeht, überlegt immer, wie könnt ihr diese Freude entfachen und rüberbringen? Und die große Challenge ist, auch wenn ihr eine ganz, ganz tolle Aktion hingelegt habt, dass ihr diese Freude erhaltet. Wie das geht, dazu kommen wir gleich noch. Aber wichtig ist: Wenn Menschen für euch vielleicht zum allerersten Mal geben, denkt bitte schon daran, wie könnt ihr sie näher an euch ranholen, wie können sie weiter mit euch gehen und wie könnt ihr diese Freude erhalten? Ich liebe dieses Fundraising-Bild vom Säen und Ernten, und das zeigt, dass man z. B. mit so einer Fundraising-Aktion etwas aussät, etwas investiert, dass Kontakte, Beziehungen, auch Menschen, die bereit sind zu geben, dabei rumkommen. Und das darf eben auch wachsen, und das braucht Pflege, damit Menschen nicht nur einmal spenden, sondern wiederholt spenden; damit Menschen von euch weitererzählen; damit sie von einmaligen Spendern zu Fans und langjährigen Freundinnen und Freunden werden. Und dieser Kreislauf vom Säen und Ernten kann im Fundraising so aussehen, dass ihr Kontakte und Beziehungen aufbaut zu Menschen, die sich mit dem identifizieren, was ihr tut; dass ihr mit ihnen euer Herz und eure Vision teilt, damit sie Freude bekommen, daran mitzuwirken, ein Teil davon zu werden. Ihr ladet sie ganz konkret ein, mitzugestalten – mit einer Spende, mit ehrenamtlichem Einsatz. Und wenn sie das tun, dann bedankt ihr euch. Ihr erzählt ihnen, was ihr Einsatz gebracht hat, was sich verändert hat bei den Projekten, bei den Menschen, bei den Tieren, bei Naturschutzprojekten – was sich entwickeln durfte. Und ihr pflegt diese Beziehung, und ihr könnt dann wieder fragen, wenn ihr ein tolles neues Projekt habt oder wenn Leute sich investieren wollen in eure Vision und in die Entwicklung eurer Organisation. Also seht auch eine Fundraising-Aktion als Teil dieser Reise, wo ihr etwas aussät, einen Teil erntet, aber weiter pflegt und hegt, damit ihr auch in Zukunft noch mehr Früchte oder auch größere Früchte ernten könnt.
Was ist eine Fundraising-Kampagne? Das ist ein ganz klar begrenzter Zeitraum, in dem möglichst viele Menschen gleichzeitig für ein konkretes Ziel mobilisiert werden. Das heißt, ihr setzt euch ein Ziel: z. B. braucht ihr 3.000 € für neue Trikots oder ihr braucht 10.000 € für ein Konzert, das ihr veranstaltet – ein Begegnungskonzert. Ihr überlegt euch eine klare Geschichte, das heißt, ihr vermittelt den Leuten euer Herzensanliegen: welche Probleme ihr lösen wollt, welche Dinge ihr verändern wollt. Also nehmt die Leute wirklich mit hinein in das, was euch auf dem Herzen liegt. Warum gibt’s euch? Wie möchtet ihr was verändern, und welche Projekte setzt ihr dafür um? Eine Kampagne erstreckt sich immer über mehrere Kommunikationswege. Das heißt: sowohl das persönliche Gespräch, die ganzen Online-Kanäle, Events – wir kommen da gleich noch mal ein bisschen drauf. Also: ein konkretes Ziel, eine gute Kampagnengeschichte, wo Leute euch kennenlernen; ihr kommuniziert das über verschiedene Kanäle; und ihr aktiviert vor allem eure Community, alle, die mit euch schon unterwegs sind, und ihr aktiviert vor allem neue Unterstützer. Ziel einer Kampagne ist es immer zu multiplizieren. Ihr müsst euch das so vorstellen: Ihr werft einen Stein ins Wasser, und der zieht dann im Wasser Kreise, und das breitet sich immer weiter aus – oder wie so ein Domino. Man schubst einen an, der ist begeistert, und der schubst dann den nächsten Stein an. Und das ist das Prinzip einer Kampagne. Eine Kampagne ist gleichzeitig auch eine Einladung an Menschen, gemeinsam mit euch etwas Bedeutendes möglich zu machen. Und da sind wir wieder bei dieser Spendenfreude, die wir entfachen wollen. Ich habe euch ein paar Erfolgsprinzipien mitgebracht: Wie wird denn eure Kampagne zum Erfolg? Ganz einfaches Prinzip: Seid so konkret wie möglich, anstatt mit allgemeinen Floskeln um euch zu werfen. Das heißt, einfach nur zu sagen: „Unterstützen Sie unseren Verein, wir sind ja so toll“, das funktioniert nicht, weil das für die Menschen nicht greifbar ist, weil es in Deutschland über 600.000 gemeinnützige Vereine, Werke, Stiftungen, gemeinnützige Unternehmen gibt, die auch von freiwilligen Mitgliedsbeiträgen und von Spenden leben. Das heißt, wir müssen konkret einen Vorschlag machen, z. B.: Ihr braucht 100 neue Bälle für eure Jugend, damit auf den Plätzen wieder Fußball gespielt werden kann. Also: ganz konkret ein Projekt, eine Zielgruppe vorstellen, einen Bedarf, den ihr habt. Macht das wirklich so konkret wie möglich. Denn wenn wir es zu allgemein kommunizieren, dann bleiben die Leute immer ein bisschen an der Seite stehen, weil sie weder unseren Herzschlag spüren noch mit unseren Werten, mit unseren Projekten in Berührung kommen. Plant eine kürzere und eine feste Laufzeit. Das heißt, eine Minikampagne, eine Fundraising-Aktion mit Anfang und Ende entfaltet eine sehr, sehr gute Dynamik, weil wir über einen kurzen Zeitraum alle Kräfte mobilisieren können. Aus eigener, schmerzhafter Erfahrung kann ich sagen: Wenn man eine zu lange Kampagne startet und vielleicht gar kein Ziel oder gar kein Ende für sein Team kommuniziert – und nach außen –, dann verläuft die Kampagne irgendwann im Sande, alle Beteiligten sind demotiviert, und das gerät sowohl in meiner Organisation als auch nach außen in Vergessenheit, weil das Ziel so weit weg ist, manchmal viel zu groß, und das demotiviert die Leute. Oft trommelt man die ersten Tage total motiviert, alle machen mit, und dann ebbt das immer weiter ab. Wir kommen gleich noch dazu, wie ihr diese Spannung dann über euren Aktionszeitraum aufrechterhalten könnt. Aber aus Erfahrung: lieber kurz und knackig und über zwei bis drei, vier Wochen mobilisieren und Gas geben, anstatt zu lange – dann verläuft die beste Kampagne im Sande.
Kommuniziert sichtbare Fortschritte. Da geht’s darum, dass man Erfolge feiert, dass man motiviert, die nächsten Meilensteine zu erreichen. Wir bleiben bei den Bällen: Z. B. wurden schon 50 Bälle gespendet – das ist Halbzeit – und ihr ladet ein, doch die restlichen Bälle, es sind nur noch 50 Stück, zu schaffen. Oder ihr gebt ein Update über einen Spendenbetrag. Also überlegt euch wirklich, wie ihr Meilensteine kommunizieren könnt, wenn ihr etwas Besonderes geschafft habt. Wenn ihr z. B. eine Buddy-Partnerschaft für Auszubildende fundraisen wollt – für zehn Jugendliche –, dann feiert doch, dass ihr dem ersten Jugendlichen dieses Buddy-Programm ermöglichen könnt. Da wird’s dann eben ganz konkret, und diese Beispiele helfen Menschen auch zu sagen: „Mensch, für einen Betrag von 50 € kann ich zwei Bälle spenden. Für den Betrag XY kann ich schon mal für drei, vier Monate einem Jugendlichen einen Buddy zur Seite stellen.“ Also: wirklich die Fortschritte feiern und so auch wieder die Community motivieren, weiterzumachen. Je näher man dem Ziel kommt – das ist eine Erfahrung –, entwickelt sich dann so ein Schlussspurt, und Leute sagen: „Komm, jetzt bringen wir es auch ins Ziel.“ Erzählt konkrete Beispielgeschichten. Natürlich stellen wir unser Projekt vor, aber es gibt das Prinzip, dass Menschen gerne für Menschen spenden und dass Menschen gerne Geschichten hören und lesen, mit denen sie sich identifizieren können. Das gehört zu einer Kampagne dazu, in der ihr ja auch über mehrere Wochen etwas kommuniziert und Geschichten erzählt, damit die Leute immer wieder davon hören. Man sagt, dass Menschen so sieben Touchpoints – Kontaktpunkte – mit euch brauchen, bis sie dann spenden. Das heißt, sie bekommen vielleicht eine WhatsApp, sie lesen in der Zeitung, sie sehen es bei Facebook. Da braucht es immer wieder andere Anstöße und nicht immer die gleiche Story. Ihr könnt z. B., wenn ihr ein Volleyballclub seid, ganz konkret von einer Teilnehmerin der Gruppe erzählen: Lisa spielt seit zwei Jahren Volleyball. Sie liebt es, und sie trifft dort ihre Freunde, und da kommen die unterschiedlichsten Kinder zusammen. Also erzählt einfach, warum Kinder das lieben; wenn ihr Bälle sucht: was so ein Ball für Kinder bedeuten kann. Werdet da ein bisschen kreativ und sammelt diese Geschichten auch schon im Vorfeld. Das ist nicht so sexy, wie wenn ihr einfach sagt: „Wir brauchen Ausstattung für unser Volleyballteam.“ Ja, dafür spenden wir – aber das, was die Herzen bewegt, sind die Beispiele. Ihr könnt Menschen interviewen, ihr könnt Statements sammeln. Und auch wenn ihr wegen datenschutzrechtlicher Bedenken vielleicht keine einzelnen Personen vorstellen könnt, kann man gut Beispielgeschichten erzählen oder echte Geschichten mit einem Decknamen – und man hat dann trotzdem diesen guten Effekt, dass man Geschichten erzählen kann.
Ein Erfolgsprinzip: Aktiviert viele kleine Botschafterinnen und Botschafter. Das heißt, wenn ich eine Kampagne starte, überlege ich mir: Wer sind eigentlich die wichtigsten Multiplikatorinnen und Multiplikatoren? Die Menschen, die es nach außen tragen, die es ihren Freundinnen und Freunden, Arbeitskolleginnen und -kollegen, Vereinsmitgliedern erzählen, die es vielleicht in ihrem Unternehmen vorstellen. Das heißt, ihr macht euch eine Potenzialliste und schreibt die alle mal runter. Ein Prinzip ist, dass ihr da wirklich von innen nach außen denkt. Zu wem habt ihr schon eine richtig gute Beziehung? Das fängt oft bei Mitgliedern, beim Vorstand, bei Gremien, bei Ehrenamtlichen an, bei denjenigen, die von eurem Projekt profitieren, z. B. die Kinder, die ins Volleyballtraining gehen, die Angehörigen, die Menschen, die sich identifizieren. Überlegt auch, welche Möglichkeiten diese verschiedenen Gruppen haben. Es kann sein, dass manche Gruppen in der Lage sind, das gut weiterzuerzählen. Es gibt welche, die haben die Möglichkeit, im größeren Rahmen zu spenden, z. B. Unternehmen, vermögende Privatpersonen, Unternehmerpersönlichkeiten. Und gerade auch, wenn ihr eine Kampagne startet, sind diejenigen, die am affinsten dafür sind, auch Freundinnen und Freunde, die schon gespendet haben. Die sprecht ihr zuerst an und sagt: „Hey, wir haben da was richtig Tolles vor. Wir schätzen es, dass du uns in der Vergangenheit schon unterstützt hast. Bitte gehör zu den Ersten, die hier zehn Bälle spenden oder die ersten 100 € spenden“, und das motiviert dann eben auch andere, mitzumachen. Ein Tipp ist, dass ihr diese Botschafterinnen und Botschafter schon sehr früh ins Boot holt. Das heißt, die erfahren nicht erst von eurer Kampagne, wenn es losgeht, wenn ihr das nach außen kommuniziert, sondern die wissen das schon vorher und helfen euch, das weiterzutragen. Das ist oft auch ein Fehler, der passieren kann: Ich denke mir eine großartige Fundraising-Aktion aus, alles ist organisiert, ich habe tolle Stories, aber ich habe meine Multiplikatoren nicht rechtzeitig ins Boot geholt oder gar nicht. Und dann wundere ich mich, warum das nicht geteilt wird und keiner davon erzählt. Also: Nehmt sie schon gerne sehr früh mit rein – auch eure Ehrenamtlichen. Das sind die Ersten, die eurer Kampagne zum Erfolg verhelfen. Und das letzte Erfolgsprinzip: Danke sagen, Danke sagen, Danke sagen. Das heißt: Wenn Menschen gespendet haben, dankt ihnen schnell, dankt ihnen möglichst persönlich. Wir haben heute tolle Möglichkeiten, einfach eine kleine Grußbotschaft mit dem Handy aufzunehmen oder eine schöne E-Mail vorzubereiten, anzurufen. Denn ein spätes – oder, und das ist gar nicht immer böse gemeint; mir ist es selber oft passiert –, dass ich mich über Spenden gefreut habe und mir auf eine Liste geschrieben habe, dass ich mich unbedingt noch bedanken muss, und im Alltagstrubel geht das dann verloren. Vielleicht habe ich ein Dankes-Team oder eine Ehrenamtliche, einen Ehrenamtlichen, der sich nur um die Bedankung kümmert. Aber das Danke-Sagen ist ganz wichtig, und das gehört eben auch zum Säen und zum Pflegen dazu, damit gute Beziehungen wachsen können.
Ein Prinzip, das mir persönlich sehr am Herzen liegt, weil ich auch erfahren habe, dass auf einem Event ein ganz tolles Projekt vorgestellt wurde, ganz tolle Menschen da waren, die spenden wollten, aber es gab Barrieren oder Schwierigkeiten, darauf zu reagieren: nämlich dass das WLAN und auch das mobile Netz nicht funktionierten und keiner vor Ort, obwohl er berührt war, spenden konnte. Es gab auch keine Spendenmöglichkeit, bar etwas zu geben. Das heißt, die Menschen waren berührt, bewegt, sind nach Hause gefahren und haben es vergessen. Deswegen ein Prinzip bei eurer Fundraising-Aktion: Macht das Spenden kinderleicht. Schaut wirklich: Wo sind denn auf eurer Webseite, in eurer Kommunikation Barrieren? Kinderleicht bedeutet: Menschen brauchen nur einen QR-Code-Scan. Wenn sie von euch eine E-Mail bekommen oder wenn sie einen Social-Media-Post sehen, ist die Spende nur einen Klick oder einen Scan entfernt. Es gibt auch die Möglichkeit für die, die sich nicht so wohlfühlen mit dem Handy, mit der Technik: die Möglichkeit, bar zu spenden oder etwas auszufüllen, z. B. ein Lastschriftauftragsformular. Arbeitet wirklich auch an euren Aktionstexten, dass sie kurz sind, gutes Storytelling haben, einen guten Spendenaufruf formulieren. Was passieren kann: Stellt euch vor, Leute kriegen von eurer Aktion mit, gehen auf eure Webseite und wühlen sich dann durch ellenlange Texte und über ganz viele verschiedene Seiten. Wenn ihr eine Kampagne startet, dann finde ich sie auf der Startseite – oder ihr richtet eine kleine Landingpage ein. Da zeige ich euch gleich noch eine gute Möglichkeit, wie ihr das mit einer Spendenplattform schön lösen könnt. Aber checkt wirklich: Ist es kinderleicht zu spenden oder ist es noch kompliziert? Nehmt euch die Zeit, mögliche Barrieren aus dem Weg zu räumen.
Also noch mal die Kampagnenkiller, die Erfolgskiller: Zu abstrakte und allgemeine Projekte berühren die Menschen nicht. Zu lange Kampagnen – dann geht einem der Sprit aus, im wahrsten Sinne des Wortes. Keine konkreten Spendensummen zu nennen, schwächt auch den Erfolg. Also überlegt auch, wenn ihr ein Projekt habt, vielleicht über 10.000 €. Wir kommen noch mal auf dieses Chorkonzert, auf dieses Begegnungskonzert, wo vielleicht ganz viele unterschiedliche Kulturen und Stile zusammenkommen. Dafür braucht ihr Noten, dafür braucht ihr Technik. Vielleicht ladet ihr Chöre aus anderen Ländern ein. Dafür braucht ihr Transportkosten. Macht euch vorher eine Liste von Dingen, die ihr braucht, und dann könnt ihr Menschen einladen zu sagen: „Ey, mach dieses Chor-Event für den Chor möglich. Spende oder statte den Chor mit Notenblättern aus.“ Also diese Beispiele – und auch ein konkretes Spendenziel für das Projekt –, das ist ganz, ganz wichtig. Zu wenig Kommunikation ist ein Klassiker. Das heißt, ihr seid in den ersten drei Tagen gut, kommuniziert dann nicht weiter. Also: Macht euch einen Kommunikationsplan mit verschiedenen Stufen und einen Mediaplan, wann ihr was versendet. Das kann auch schnell passieren: Ihr seid vielleicht die ehrenamtliche Fundraiserin, der ehrenamtliche Fundraiser, und seid ganz allein damit. Wenn sich niemand verantwortlich fühlt oder es nur auf deinen Schultern lastet, dann kann das auch zum Erfolgskiller werden. Deswegen ein ganz wichtiges Prinzip – nicht nur für eine Fundraising-Aktion, sondern fürs Fundraising allgemein: Fundraising ist Teamsport. Wenn ihr Fundraising in eurer Organisation aufbauen wollt, wenn ihr vielleicht den Ehrentag nutzen wollt, um dann eine gute Aktion zu starten, auch Ehrenamtliche einzuladen, euch kennenzulernen, stellt euch ein schlagkräftiges Team zusammen. Wir haben bei Herzkasper auch ein ehrenamtliches Fundraising-Team mit ganz vielen engagierten jungen Leuten. Das könnt ihr so machen, dass ihr überlegt, was wir eigentlich für eine Kampagne brauchen. Genau: Ihr schreibt euch auf, was ihr dafür braucht. Welche Fähigkeiten und Persönlichkeiten helfen euch, so eine gute Kampagne, eine Aktion, umzusetzen? Z. B. gute Netzwerkerinnen und Netzwerker; Menschen, die vielleicht mit Unternehmen, mit der Politik vernetzt sind; jemand, der kreativ gut texten und schreiben kann; vielleicht Menschen, die total fit im Bereich Social Media sind; Menschen, die ganz praktisch veranlagt sind, die – wenn ihr ein Event macht – mit aufbauen, die Gäste begrüßen. Also schaut mal, was ihr braucht, und guckt dann, mit welchen Personen in eurem Verein, in eurem Umfeld das matcht. Dann könnt ihr euch für diese Aktion ein gutes ehrenamtliches Team aufbauen.
Sechs ganz einfache Schritte zu eurer Minikampagne: Das Erste ist, ihr legt ein Ziel fest: Wie viel Geld braucht ihr und wofür? Ihr sammelt die Geschichten, ihr legt den Zeitraum fest, kommuniziert nach innen und auch nach außen. Ihr aktiviert zuerst eure innere Community und macht die richtig heiß, dass es bald losgeht. Ihr macht eure Kampagne sichtbar – über Social Media, über Spendenplattformen. Ihr kommuniziert über euren Newsletter. Über WhatsApp-Gruppen lassen sich sehr gut Spendenaktionen mit einem Link teilen. Vielleicht könnt ihr Plakate im Ort verteilen oder in euren Räumlichkeiten. Und was immer gut ist – auch am Ehrenamtstag – ist ein Event, wo Menschen zusammenkommen. Virtuell geht das auch, aber am schönsten ist es, wenn man sich wirklich von Angesicht zu Angesicht trifft. Da entsteht noch mal eine ganz andere Verbindung. Das sind sechs Dinge: Wenn ihr euch die überlegt, habt ihr schon ein Konzept für eine Kampagne stehen.
Und bei allem, was ihr tut: Sammelt und pflegt Adressen. Adressen sind wirklich einer der größten Schätze für eure Organisation. Wenn Menschen spenden, habt ihr die Chance, sie einzuladen, euren Newsletter zu abonnieren. Wenn ihr ein Event habt, überlegt euch: Könnt ihr eine kleine Aktion machen, vielleicht ein Gewinnspiel, wo Menschen ihre Adresse auf einer Karte mitteilen? Überlegt euch immer auch: Wenn ihr mit Menschen in Kontakt kommt, wie könnt ihr sie einladen, damit sie weiter mit euch in Verbindung bleiben? Das Adressen-Sammeln ist genauso wichtig wie das Adressen-Pflegen, denn jede Adresse ist wirklich Gold wert. Wenn ihr eine Adresse habt, könnt ihr dieser Person auch einen Brief schicken, ihr könnt sie zu einer Veranstaltung einladen. E-Mailings sind mittlerweile richtig erfolgreiche Fundraising-Instrumente. Das heißt, ihr stellt in der E-Mail ein Spendenprojekt mit einer schönen Geschichte vor, ihr könnt dort ein Video, Bilder einfügen und ihr könnt vor allem einen direkten Spendenlink setzen. Deswegen immer auch bei einer Kampagne: Sammelt und pflegt Adressen.
So, ich werfe noch mal den Kamerabutton an, wenn er das will.
So, es gibt zwei, drei Zielgruppen – gerade für lokale Fundraising-Kampagnen –, die ein großes Potenzial haben, für euch zu geben, und wo ihr auch eine Chance habt, Gelder für eure Aktionen zu bekommen. Die erste Gruppe sind Unternehmen aus eurer Region. Es gibt eine Umfrage von der Bertelsmann Stiftung: Die haben 100.000 Unternehmen gefragt, ob sie sich sozial engagieren und wie sie sich engagieren. Die schöne Nachricht ist, dass zwei von drei Unternehmen in Deutschland sich sozial engagieren. Ich habe euch mal ein paar Bilder mitgebracht: diese schönen Weihnachtsaktionen mit Päckchenpacken, ein Spendencheck übergeben. Unternehmen engagieren sich gerne vor der Haustür. Die zeigen auch gerne, dass sie sich engagieren, sie involvieren auch gerne ihre Mitarbeitenden, und 80 % der Unternehmen engagieren sich gerne mit klassischen Geldspenden. 70 % engagieren sich mit Sachspenden. Das heißt, das ist auch noch mal ein ganz spannender Aspekt: Braucht ihr für euren Ehrentag Dinge wie Lebensmittel? Braucht ihr gestalterische, grafische Dinge? Es gibt Unternehmen, die pro bono für euch etwas tun, die für euch kreativ werden. Es gibt vielleicht Dinge, die ihr ganz praktisch brauchen könnt, wie Verpflegung. Im Kinder- und Jugendprojektbereich gibt’s oft Bedarf: vielleicht Malstifte, Lernmaterialien, eine Küche ausstatten. Das machen Unternehmen erfahrungsgemäß total gerne. Dafür haben sie ein Budget, dafür haben sie Waren auf Lager. Und was immer beliebter wird: Unternehmen stellen ihre Mitarbeitenden frei. Das sind auch so ungefähr die Hälfte. Das heißt, Mitarbeitende dürfen sich im Rahmen eurer Aktion engagieren, mitarbeiten. Das unterstützen die Unternehmen, indem sie zeitlich freistellen. Ich habe oft erlebt, dass Mitarbeitende, wenn man eine schöne Aktion hat, dann auch einen Check von ihrem Unternehmen mitbringen. Das ist dann auch noch mal eine schöne Geschichte. Spendenmöglichkeiten von Unternehmen – da gibt’s viele. Ich habe mal ein paar eingekreist, die ich sehr spannend finde: Die Geldspende für ein ganz gezieltes Projekt ist am beliebtesten, und das ist oft das, womit Unternehmen anfangen. Das heißt, sie wollen wirklich konkret etwas unterstützen. Wir haben eben über Beispiele gesprochen: Unternehmen wissen gerne, was ihr Geld möglich macht – dass sie mit Betrag X 100 Bälle finanzieren oder zehn Buddy-Programme ermöglichen. Also macht Unternehmen da gerne konkrete Vorschläge. Wir lieben es natürlich auch, allgemeine Spenden zu bekommen, die wir frei einsetzen können, aber die Beziehung fängt oft damit an, dass Unternehmen begeistert sind von dem Projekt, von der Aktion, und dafür dann konkret starten. Manche Unternehmen fühlen sich inspiriert und sagen dann: „Wir starten eine eigene Aktion mit unseren Mitarbeitenden. Wir backen Waffeln, oder auf unserem Firmenjubiläum oder auf unserer Weihnachtsfeier stellen wir euch vor.“ Das Thema Sponsoring kann total spannend sein, wenn ihr am Ehrentag ein Event plant, wenn ihr Ehrenamtliche einladet, wenn ihr einen Tag der offenen Tür macht – was auch immer. Sobald ihr die Türen aufmacht, sobald ihr ein emotionales Erlebnis habt, sobald ihr kulturell etwas macht, sobald ihr viele Menschen ansprecht, kann es für Unternehmen auch spannend sein, nicht zu spenden, sondern euch mit Sponsoring zu unterstützen. Ich sag da gleich noch zwei, drei Sätze zu. Was Unternehmen lieben – nicht nur zu Weihnachten – ist „Spenden statt Schenken“. Das heißt, sie nutzen selber gerne Anlässe wie Weihnachten, wie z. B. Karneval oder irgendetwas hier im Rheinland. Es können auch Anlässe im Unternehmen sein, wo sie sagen: „Mensch, wir kaufen jetzt keine teuren Geschenke, wir machen keine teure Party, sondern wir unterstützen damit tolle Vereine und Initiativen vor Ort.“ Was Unternehmen auch lieben, ist, das Engagement ihrer Mitarbeitenden zu unterstützen, indem sie eine Spende verdoppeln. Das heißt: Für jeden Euro, den ein Mitarbeitender spendet, legen sie noch mal einen drauf. Oder – und das machen auch z. B. die Sparkassen gerne – wenn ihr eine Fundraising-Aktion auf einer Spendenplattform startet, dann verdoppeln sie eure Spenden, die ihr bekommt, bis zu einer bestimmten Höhe. Das ist immer ein total motivierender Aspekt, weil Menschen sagen: „Okay, wenn ich 10 € spende, dann sind es schon 20.“ Das ist ein ganz, ganz schöner Mechanismus. Oder die Mitarbeitenden packen an – das hatten wir eben schon –, werden kreativ, helfen euch ganz praktisch. Ganz kurz noch zur Option des Sponsorings: Es kann total gut sein, wenn ihr ein Event veranstaltet. Voraussetzungen sind, dass ihr eine gute Schnittmenge, eine gute Verbindung zu einem Unternehmen habt; dass ihr z. B. ähnliche Zielgruppen wie Familien ansprecht – im Sportverein oder so; dass ihr gemeinsame Werte teilt. Da zu gucken: Welche Unternehmen passen eigentlich zu euch – von euren Wertevorstellungen, von eurem Thema her –, sodass ihr eine gute gemeinsame Geschichte erzählen könnt? Warum engagiert sich Unternehmen XY für die Region, für ein Gesundheitsprojekt, für Kinder? Besprecht, wie ihr das erzählen könnt. Beim Sponsoring – und Sponsoring ist eine Marketingleistung, eine werbliche Leistung, die ihr bringt – gebt ihr dem Unternehmen eine Plattform: Logo auf der Webseite, auf dem Flyer; bei dem Event ein Banner; ein Interview auf der Bühne; einen schönen Social-Media-Post. Da kann man kreativ werden. Voraussetzung ist auch, dass ihr eine Reichweite und eine Plattform für Unternehmen bieten könnt. Was ihr bedenken müsst: Die Unternehmen bekommen keine Spendenbescheinigung, sondern ihr stellt eine Rechnung aus, weil ihr eine Marketingleistung erbringt, und ihr formuliert, welche Leistung ihr für das Unternehmen erbringt. Das läuft wahrscheinlich nur über einen Aktionszeitraum: Welche Leistung erbringt ihr, wo kommt das Logo hin – und natürlich legt ihr den finanziellen Rahmen fest. Das ist bei euch dann wirtschaftlicher Geschäftsbetrieb. Da könnt ihr bis 50.000 € steuerfrei Einnahmen erzielen. Es ist oft umsatzsteuerpflichtig – das ist einfach noch mal wichtig zu beachten. Ein Tipp ist zu gucken, wo z. B. Unternehmen bei den Sportvereinen mit ihrer Bandenwerbung sind. Das sind schon mal Unternehmen, die sich in der Region engagieren. Da kann man sich inspirieren lassen. Die spannende Frage ist jetzt: Wie erreicht ihr Unternehmen mit eurer Aktion? Wie baut ihr Beziehung auf? Zwei Felder habe ich mal ein bisschen durchgestrichen: Kaltakquise – oder einfach mit der Gießkanne an alle Unternehmen eine E-Mail schicken oder einen Brief. Da klappt es mal, dass man einen Glückstreffer hat oder ein, zwei Unternehmen, die dann spenden, aber das ist oft nicht so durchschlagend. Oft muss man auch noch mal anrufen. Das Thema auszulagern an eine externe Agentur: Da bleibt die Beziehung und die Verbindung oft nicht bei euch. Das ist dann so eine einmalige Spende, und auch meine Erfahrung: Wenn nicht ihr es seid – mit eurem Gesicht, mit eurem Verein, mit euren Werten –, dann ist es auch schwer, dass eine externe Agentur das rüberbringt. Wie ihr Beziehung aufbauen könnt zu Unternehmen: wenn Unternehmen euch kennenlernen über eine gute Berichterstattung in der Presse, über Social Media, vielleicht über LinkedIn; wenn sie sich auf eurer Webseite wiederfinden, in eurem Newsletter, im Blog. Und Unternehmen trefft ihr auf Veranstaltungen, auf dem Empfang der IHK. Ich habe gleich für euch auch noch eine Gruppe, die total spannend ist: das sind die Service Clubs. Das heißt, ihr überlegt euch: Wo treffen wir eigentlich hier Unternehmen auf welchen Veranstaltungen? Oder wo sind auch Unternehmerpersönlichkeiten in eurem Umfeld, die total gut vernetzt sind? Wenn ihr die ins Boot holt für eure Aktionen, können die ihr Netzwerk ansprechen. Das heißt: persönliche Türöffner gewinnen, die eure Aktion weitertragen, die Kontakte herstellen zu anderen Unternehmen und Netzwerken – das ist total wertvoll. Also: Trefft sie auf Veranstaltungen, guckt, wo sind Unternehmerpersönlichkeiten, gut vernetzte Persönlichkeiten, die euch Türen öffnen können. Die Service Clubs sind eine Gruppe, die auch total passend ist. Ich habe mal ein paar gesammelt: die Rotary Clubs, Kiwanis, die Lions, die Leos – das sind die jungen Engagierten –, die Round Tables, Soroptimist. Das sind Unternehmerinnen und Unternehmer, die engagiert sind. Es ist die DNA dieser Service Clubs, dass sie sich sozial engagieren, dass sie Verantwortung für die Menschen in ihrer Region übernehmen. Das heißt, sie engagieren sich vor der Haustür. Erfahrungsgemäß sind das oft auch Clubs, wo die Mitglieder gerne mit anpacken. Das heißt, die fragen euch auch schon mal: „Sollen wir für euch die Würstchen grillen? Wir bringen alles mit, und die Erlöse gehen an euch.“ Also: Das kann ein Club auch schon mal anbieten. Die sind dann gerne dabei, die netzwerken gerne. In diesen Clubs sind viele Verantwortungsträgerinnen und -träger, Unternehmerpersönlichkeiten. Sie haben Spendentöpfe, Spendenbudgets, haben Spendenaktionen zu Weihnachten, oft, wo sie lokale Projekte unterstützen. Wenn ihr eine schöne Aktion plant, dann meldet euch bei den Clubpräsidentinnen und -präsidenten und fragt, ob ihr die Aktion vorstellen könnt. Die treffen sich oft alle zwei Wochen und haben immer Zeitslots, wo sich lokale Initiativen vorstellen können. Also: Die Service Clubs – wenn ihr eine Kampagne startet – stellt sie ihnen auf jeden Fall vor.
Regionale Akteure, die erfahrungsgemäß sehr offen sind, sind oft die Energieversorger vor Ort – die haben auch oft Stiftungen. Sie wollen gesehen werden. Es sind Versicherungen – von Allianz und Co. Das heißt, die wollen regional immer eine gute Werbung, eine gute Sichtbarkeit haben. Da kann man thematisch oft eine gute Brücke bauen. Krankenkassen, die lokalen Banken – Volksbanken, Sparkassen, Spardas –, die üblichen Verdächtigen, haben sowohl Stiftungen als auch Spendentöpfe; Einzelhändler, die sich lokal zeigen; Gastronomie. Und ich habe es eben schon gesagt: Schaut doch einfach mal bei den Sportvereinen auf der Webseite, auf dem Platz – beim Handball, beim Fußball –, welche Unternehmen da sich zeigen. Das sind oft die, die sowohl Sponsoring als auch Spenden regelmäßig geben. Das sind einfach gute Gruppen, gute Branchen, die ihr ansprechen könnt.
Lokale Stiftungen kann man ansprechen. 75 % aller Stiftungen in Deutschland – und wir haben über 26.000 Stiftungen in Deutschland – fördern ausschließlich lokal oder regional. Also: Auch wenn ihr eine Aktion startet und ihr schon die 500 € von der DSEE habt, kann man vielleicht auch noch gucken, oder für die Zukunft gucken: Wo gibt’s denn sonst noch regionale Stiftungen – Bürgerstiftungen, Unternehmensstiftungen –, die unterstützen? 80 % der Stiftungen fördern wirklich Projekte Dritter, also auch potenziell eure. Viele packen selber mit an, entwickeln auch Projekte und fördern. Also: 80 % der Stiftungen sind fördernd aktiv. Wenn ihr vielleicht auch eine Potenzialliste macht mit Unternehmen, dann guckt doch: Welche Stiftungen sind da? Wenn ihr z. B. eine Sparkassenstiftung ansprecht: Die haben oft auch Themenschwerpunkte, z. B. Kinder- und Jugendarbeit, oder sind im kulturellen Bereich sehr aktiv. Da sind die Antragsmodalitäten oft auch recht niederschwellig, und ihr wartet nicht sechs Monate, bis ihr Bescheid kriegt, sondern das ist oft mit einem einfachen Online-Formular getan.
So, ich versuche noch mal, die Kamera anzusteuern, liebe Claudia, und dann habe ich ein paar kreative Beispiele, damit wir nicht nur theoretisch bleiben.
Alle anderen dürfen noch mal Getränke auffüllen oder das Fenster aufmachen.
Wir haben auch im Chat schon geschrieben: Wir hören auch sehr gerne zu, obwohl wir dich natürlich auch gerne sehen. Ja, aber wir haben dich auch schon gesehen. Ja, genau. Ich bin einfach weg gewesen. So, ich habe auch Freigabe gestartet. Vielleicht mache ich einfach weiter. Ja, genau so. Ich habe euch zwei Aktionen mitgebracht, bei denen ich selber mitgemacht habe, bei denen ich selber geschwitzt habe oder aktiv geworden bin. Das eine ist eine Aktion gewesen: „Jump for Kids“. Das ist ein gutes Beispiel dafür, dass eine Fundraising-Aktion sehr, sehr einfach sein kann. Und zwar hieß die Organisation, für die ich gearbeitet habe, „Jumpers – Jugend mit Perspektive“. Wir haben gesagt: Da steckt ja schon das Wort „Jump“ drin – also springen. Lass uns doch eine Aktion machen, wo man Seil springen kann. Das ist eine coole Social-Media-Aktion. Seilspringen kann jede und jeder, und mit diesem Seilspringen können wir auch kleine Events machen in Unternehmen. Ihr seht ein Bild in einem Kaufhaus: Da haben wir gesagt, wir werden hier den ganzen Tag eine Fläche haben, wo wir Seilchen springen, und wir wollen 100.000 Hoffnungssprünge gegen Kinderarmut machen. Dann kamen die Wohnungsbaugesellschaft, das Fitnessstudio vorbei, sind mitgesprungen. Die Politikerinnen und Politiker sind gekommen; ihr seht unten ein paar Kinder, die gesprungen sind. Das war eine richtig schöne Aktion. Wir haben auch Kirchen und Unternehmen, die wir kannten, die Aktion vorgestellt, und alles, was wir getan haben, ist, dass wir Springseile in einem Karton verschickt haben und einen One-Pager, wie die Aktion funktioniert. Das andere, ganz klassisch, ist ein Spendenlauf. Ihr seht mich dort noch ein bisschen jünger. Ich bin nicht so der Läufer, das heißt, ich musste hart trainieren. Ich habe auch schon sehr früh angefangen, meinen Freundinnen und Freunden zu erzählen, wie hart ich leide, um ein paar ordentliche Kilometer zu laufen. Das Interessante ist ja: Wenn Personen, die bei so einer Aktion mitmachen, für sich persönlich eine Kampagne für ihr Umfeld starten, dann kann jede und jeder einzelne Summen sammeln, die man sich vorher gar nicht vorgestellt hat. Ich hätte mir nicht vorgestellt, dass meine Freundinnen und Freunde insgesamt 1.500 € spenden. Wenn das ganz viele machen – oder auch nur zehn Leute, die es wirklich ernst meinen und sagen: „Ey, ich trommle so richtig, ich mache das zu einer persönlichen Kampagne, was ihr hier vorhabt“ –, dann kommen da richtig schöne Summen zusammen. Warum solche Aktionen so gut funktionieren, ist, weil Menschen gerne für Menschen geben. Das heißt: Wenn die Claudia jetzt anfängt zu laufen, ist meine Spende der Applaus für die Claudia – dass sie sich quält, dass sie das macht, dass sie das schafft. Das ist einfach ein supergutes Prinzip. Menschen geben für Menschen. Menschen geben gerne mit Menschen. Das heißt: Ich sitze nicht alleine im stillen Kämmerlein, sondern ich komme unter Menschen. Wir machen das gemeinsam, wir lachen dabei, wir haben Gemeinschaft dabei. Das ist auch eine gute Zutat für eine Fundraising-Aktion, weil Menschen Spaß haben und gleichzeitig etwas Gutes tun. Das ist immer eine sehr, sehr gute Kombination für eine Fundraising-Aktion.
Als ich für UNICEF gearbeitet habe – das war zu Zeiten der Flüchtlingskrise, auch gerade in Syrien –, gab es die Aktion „Kochen für Freunde“. Das heißt: UNICEF-Freunde laden Freunde nach Hause zum Kochen ein und bitten sie, statt eines Gastgeschenks – Blumen oder Schokolade – für syrische Kinder zu spenden. Da haben wir wieder diese Zutat: Wir bringen Menschen zusammen; wir haben eine ganz einfache Aktion, die jede und jeder tun kann – nämlich kochen. Wir haben damals Tüten an Freundinnen, Freunde und Ehrenamtliche verschickt: Da waren Rezeptideen für syrische Gerichte drin, ein QR-Code mit einem Film, den man zeigen kann, eine Vorlage für Einladungen, die man an seine Freunde verschicken kann. Das war auch eine ganz, ganz schöne Aktion. Da auch immer überlegen: Was könnt ihr euren Ehrenamtlichen einfach in die Hand geben? Was können sie ganz einfach umsetzen? Kleines Package, eine Aktion, die in drei, vier Schritten erklärt ist – auch ein sehr schönes und erfolgreiches Beispiel. Der CVJM ist ja sehr stark im Sport unterwegs, in der Kinder- und Jugendarbeit. Die hatten ein überregionales Leitertreffen und haben ein Schere-Stein-Papier-Charity-Turnier gemacht. Das heißt, die haben sich eine Stunde Zeit genommen und ein Turnier ausgespielt. Für jede Runde, die man weiterkommt – wenn es, glaube ich, 2:1 steht –, spenden Freunde; und die haben natürlich ihren Freunden vorher schon Bescheid gegeben. Es gab einen Spendenlink – das geht ganz einfach per WhatsApp. Auch eine Aktion, für die man eigentlich gar kein Material braucht: einfach eine einfache Idee. Diesen Schlüssel zu finden und als Team kreativ zu werden: Was könnte denn so eine Aktion sein? – ist total spannend. Eine Idee: Ich bin in der Kirche engagiert, und wir hatten diesen hässlichen Raum. Keiner wusste: Was ist das für ein Raum? Es war der Flur. Es wurden Jacken in die Ecke geschmissen. Hier stand eine Kaffeemaschine, ein Kühlschrank, ein paar Stühle. Wir haben gesagt: Es kann eigentlich nicht sein, dass wir als Kirche so einen hässlichen Raum haben und die Leute so empfangen. Wir haben gesagt: Mensch, es wäre doch schön, wenn daraus ein schönes Café entsteht. Aber wenn man den Leuten einfach nur sagt: „Wir wollen einen Raum renovieren“, und ihnen kein Bild zeigt oder keine Idee, was in diesem Raum stattfinden kann, dann funktioniert das nicht. Deswegen haben wir – genau das, was ihr plant – eine kleine Fundraising-Aktion draus gemacht. Wir haben gesagt: Wir wollen eine Willkommenslounge in unserer Kirche bauen, möchten einfach ein Zuhause geben, unsere Räume öffnen – auch für die Nachbarschaft. Da sollen Nachbarschaftscafés stattfinden, da sollen Konzerte stattfinden. Wir wollen da auch irgendwie den Glauben feiern. Wir haben eine Aktion auf einer Spendenplattform – betterplace – angelegt, kommen ich gleich noch zu. Wir haben in den Gottesdiensten erzählt, die Kinder haben Aktionen gestartet, die Handwerker haben mitgemacht und gespendet. Wir haben den Leuten natürlich immer auch gezeigt: „Mensch, jetzt sind die Böden raus. Jetzt werden die Möbel geliefert.“ Da ist dieses Prinzip: Sammelt wirklich gute Storys. Die Handwerkerstory haben wir erzählt. Wir haben dann insgesamt online 15.000 € gesammelt, bar noch einiges gesammelt, und heute sieht der Raum so aus. Wenn die Menschen das erleben, wenn man die dann mal da reinführt, die da ihren ersten Kaffee trinken – das wäre auch ein Prinzip: dass man z. B. alle Spenderinnen und Spender einlädt, dort den ersten Kaffee zu trinken. Das haben wir auch gemacht. Also: Nehmt die Leute wirklich mit auf diese Reise und zeigt ihnen, was sie möglich gemacht haben. Das waren ein paar Beispiele. Claudia hat schon angekündigt: Es wird die nächsten Tage auch um Crowdfunding gehen. Eine Fundraising-Aktion heißt auch immer, dass möglichst viele Menschen gemeinsam eine Idee – euer konkretes Projekt – möglich machen. Wenn ihr eine Fundraising-Aktion startet, ist es ganz wichtig, dass Menschen kinderleicht und nach Möglichkeit online spenden können und dass ihr euer Projekt so darstellt, dass Menschen das ganz einfach erfassen können; dass ihr Bilder zeigt, dass ihr Videos zeigen könnt. Es gibt ein paar Plattformen in Deutschland: betterplace.org gehört zu den weitverbreitetsten. Geht einfach mal auf betterplace.org, wenn ihr es noch nicht kennt – viele kennen es schon erfahrungsgemäß. Guckt euch an, wie dort die Projekte dargestellt sind. betterplace stellt euch schon die richtigen Fragen, die ihr beantworten müsst, um eure Aktion, euer Projekt, gut darzustellen. In zwei Sätzen müsst ihr erklären, was ihr bewegen wollt, warum es das Projekt gibt. Ihr müsst Spendenbeispiele anlegen. Das Schöne ist: Ihr könnt euer Projekt dort darstellen, ihr könnt das gut verbreiten – es gibt dort einen Teilen-Button. Ihr könnt das über WhatsApp, über E-Mail, über Facebook teilen. Ihr könnt einen Link in E-Mails einpflegen. Ihr habt erst mal für diese Spendenfunktion keine monatlichen Fixkosten. Es gibt 2,8 % Transaktionsgebühr bei betterplace – die können aber auch die Spender übernehmen. Es gibt so ein kleines Häkchen: „Wir beteiligen uns an den Transaktionskosten.“ Alle gängigen Zahlungsmittel sind da: PayPal, Kreditkarte, Lastschrifteinzug usw. Das Charmante ist: Wenn jetzt eure Buchhaltung – die vielleicht auch ehrenamtlich jemand macht – schimpft und sagt: „Diese ganzen kleinen Spenden, die ihr jetzt bekommt – die zu verbuchen, das lohnt sich gar nicht“, dann passiert das automatisch bei betterplace. Ihr könnt eine große Spendensumme abrufen. Die Spenderinnen und Spender kriegen automatisch eine Spendenbescheinigung. Das entlastet auch. Was ich immer dazu sage, aus Fundraising-Sicht und wenn ihr es langfristig angeht: Plattformen wie betterplace oder GoFundMe – Sparkassen und Volksbanken haben auch Engagementplattformen („Viele schaffen mehr“ z. B. bei den Volksbanken) – sind gut für die Reichweite, für die Kommunikation, aber weniger gut für die Spenderbindung. Euch gehören erst mal nicht die Adressen; das müssen die Leute sich extra freischalten lassen. Das heißt: Eine Kombination, dass die Aktion genauso über eure Social-Media-Kanäle stattfindet, auf eurer Webseite, über euren E-Mail-Verteiler, ist wichtig – die Aktion auf dem Event nutzen, um E-Mail-Adressen oder Adressen zu sammeln. Behaltet im Blick, dass ihr auch Spenderadressen habt, damit ihr sie später noch mal erreichen könnt. Es gibt eine relativ neue Plattform, die heißt „Because“: Da können Leute mit ein paar Klicks eine Art Stiftungsform – wie so einen Spendentopf – gründen und andere Menschen einladen, in diesen Topf zu spenden; dann verteilen sie das Geld an Themen und Projekte auf der Plattform. Wenn Leute z. B. sagen: „Hey, ich möchte mich da engagieren. Ich möchte aber auch andere einladen, mitzuspenden“, dann kann das spannend sein, sich das mal anzuschauen. Damit kommen wir auf die Zielgerade. Kleine Spenden können der Beginn einer langen Freundschaft sein. Das heißt: Wertschätzt wirklich die kleinen Spenden. Ja, wir wünschen uns alle große Spenden – und die wünsche ich euch von Herzen. Aber wir können und dürfen die Kleinspenden wertschätzen, weil das oft der Anfang ist, dass Leute spenden; dass sie uns testen; dass sie sagen: „Ich bin Fan von euch, ich möchte weiter von euch hören.“ – „Ja, Claudia, du sprichst, aber bist gemutet.“ – „Nee, nee, alles gut, alles gut.“ – „Okay. Ja.“ Und das Schöne ist: Es gibt so eine Entwicklung, dass wir immer mehr gewohnt sind, kleine Abomodelle und Mikrospenden online auszulösen. Fast jede und jeder hat irgendwie Spotify oder hört Musik über eine Plattform; Netflix, Prime, YouTube, Twitch. Das heißt, auch junge Menschen machen kleine Mikrospenden. Bei einem Gamer, den sie feiern, spenden sie kleinste Beträge. Viele Organisationen fangen auch damit an, dass sie ein kleines Spendenabo mit 1 € anbieten: „Mit 1 € veränderst du schon was.“ Überlegt auch da: Monatliche Kleinbeträge – das sind regelmäßige Spenden, das sind Menschen, die länger mit euch unterwegs sein sollen, 2 bis 10 €. Überlegt mal: Das sind vielleicht jetzt noch Studierende, aber später Menschen, die in Unternehmen arbeiten, die dann wieder an euch denken. Eine Spende ist ja auch immer Beziehung – und deswegen sind kleine Spenden auch wichtig. Das kann auch im jungen Alter schon total gut starten. Ich habe euch ein kleines Canvas versprochen – das möchte ich euch noch mitgeben. Ich arbeite in meinen Workshops gerne damit, dass wir diese sechs, sieben Felder, die ihr hier seht, an die Wand packen, auf ein großes Plakat, uns mit Post-its ausstatten und es dann sieben Felder gibt, die wir mit Leben füllen. Das sind sieben Felder für eine gelungene Fundraising-Kampagne. Das heißt: Ihr tragt euer Projekt oder Vorhaben ein, vielleicht eine bestimmte Zielgruppe – z. B. regionale Unternehmen – und ein Spendenziel – z. B. wünscht ihr euch von den regionalen Unternehmen 10.000 € für ein Buddy-Programm für Auszubildende. Im Feld „Kommunikation“ sammelt ihr alle Kanäle und Touchpoints. Ihr stellt euch die Frage: Über welche Wege erreichen wir eigentlich die regionalen Unternehmen? Welche Medien sind es? Ist es LinkedIn? Ist es Facebook? Auf welchen Events treffen wir sie? Da sammelt ihr alle Kommunikationspunkte, alle Chancen, wo ihr sie virtuell oder im echten Leben trefft. Ihr überlegt euch: Wie können wir die Beziehung zu den Unternehmen gestalten? Das heißt: Wie könnt ihr sie motivieren, nachhaltig für euch zu geben? Wir haben eben schon über Storytelling gesprochen: Erzählt ihnen, was ihre Spende möglich gemacht hat. Ladet sie zum nächsten Tag der offenen Tür ein. Solche Dinge sammelt ihr dort. Ihr könnt sammeln, wie ihr euch bedankt – mit einer kreativen Idee, z. B. handgeschriebene Postkarten. All das sammelt ihr dort, sortiert, diskutiert: Was ist es wirklich? Was können wir auch schaffen? Ihr überlegt euch im Feld rechts oben: Welches Versprechen geben wir den Unternehmen? Was verändern sie mit ihrer Spende? Was bewirken wir hier für junge Menschen in der Region? Überlegt: Was ist das Herzensanliegen der Unternehmen? – das sammelt ihr in dem Feld. Dann sammelt ihr: Was müssen wir dafür tun? – Wir haben ja die Kampagnenschritte gesammelt. Wir müssen eine Spendenplattform anlegen, wir müssen gute Texte schreiben, wir brauchen eine Potenzialliste, wir müssen das Event organisieren. Welche Ressourcen braucht ihr – materiell, personell? Was müsst ihr investieren? Und die spannende Frage: Wer kann Partner für eure Fundraising-Aktion sein, euch unterstützen? Wer kann euch Aufmerksamkeit und Reichweite geben? Z. B. gute Schirmherrinnen und Schirmherren, Botschafterinnen und Botschafter, eure Ehrenamtlichen – all diese Gruppen, die euch helfen, sammelt ihr dort. Dann skizziert ihr unten noch mal die Spendenaktion: Welche Art der Spende, welche Aktion – und so könnt ihr das für euch mal ganz gut sortieren.