Super, vielen Dank, Katharina. Und noch mal hallo an alle, die jetzt hier sind. Ich freue mich, dass wir heute über Redaktionsplanung sprechen. Falls ihr mitmachen möchtet – also bitte nicht parallel auf erzaehlvon.de stöbern – dürft ihr euch gerne zwei Blatt Papier schnappen. Vielleicht habt ihr die eh schon in Griffweite liegen, rund um euren Bildschirm, wo ihr gerade seid. Dann können wir heute auch dieses Webinar zusammen ein bisschen interaktiv machen.
Worüber sprechen wir heute? Wir gucken uns heute an, was überhaupt ein Redaktionsplan ist und warum viele Redaktionspläne scheitern. Weil ich mir relativ sicher bin, dass es bestimmt hier unter den 250 Leuten, die gerade live dabei sind, welche gibt, die schon mal versucht haben, mit einem Redaktionsplan zu arbeiten und bei denen es nicht geklappt hat. Und dann zeige ich euch, wie wir es besser machen. Und wie gesagt, das machen wir gerne dann nachher gemeinsam.
Okay, was ist denn jetzt erstmal ein Redaktionsplan? Grundsätzlich ist ein Redaktionsplan ein Plan, in den man reinschreibt, wann, was, wo veröffentlicht wird. Für eure digitale Öffentlichkeitsarbeit als Verein oder soziale Organisation habt ihr bestimmt verschiedene Kanäle, auf denen ihr Dinge publiziert. Vielleicht habt ihr einen Social-Media-Account, einen E-Mail-Newsletter, einen Blog oder sogar einen Podcast oder einen YouTube-Account, wo ihr Dinge hochladet. Ein Redaktionsplan sammelt eben, wo was veröffentlicht wird, welche Deadlines es gibt, welche Inhalte, vielleicht auch, wer dafür zuständig ist, wenn ihr ein Team für die Öffentlichkeitsarbeit habt und das nicht alleine macht, den Status – also ist das schon fertig oder muss da noch mal jemand drauf gucken?
Vielleicht kann man den Redaktionsplan sogar auch verwenden, um Dinge zu tracken, zum Beispiel, wie viele Aufrufe dieses Video bekommen hat oder irgendwelche anderen Kennzahlen. Je nachdem, wie man ihn macht, hat man dann vielleicht auch noch smarte Funktionen, dass man irgendwie erinnert wird: „Hey, du wolltest dann und dann einen Instagram-Post absetzen. Mach das mal.“ Aber grundsätzlich lässt sich ein Redaktionsplan in diversen Tools umsetzen.
Ich möchte gerne von euch einmal kurz wissen: Wie steht es denn um euren Redaktionsplan? Wenn ihr wollt, schreibt mir noch einmal den jeweiligen Buchstaben in den Chat.
A: Wir hatten noch nie einen Redaktionsplan. Wir sind unbeschriebene Blätter. Wir fangen damit erst an.
B: Wenn ihr es schon mal probiert habt und es irgendwie nicht geklappt hat und sagt: „Ach nee, das will ich jetzt mal richtig machen.“
Oder C: Wenn ihr sagt, wir haben schon einen, aber wir haben das Gefühl, da geht vielleicht noch mehr, wir können den vielleicht noch ein bisschen besser aufsetzen.
Okay, ich sehe eine wilde Mischung und erstaunlich viele As. Ehrlich gesagt habe ich damit gerechnet, dass wir heute wahrscheinlich viele Bs und Cs haben, aber auch richtig viele As. Das ist ja super, dass ihr es dann gleich heute mit mir zusammen aufsetzt. Ich sehe aber auch Bs und Cs. Sehr cool. Okay, danke schön, dass ihr mir den Einblick gegeben habt.
Dann starten wir mal direkt damit, darüber zu sprechen, was denn vielleicht bisher nicht funktioniert hat oder woran ein Redaktionsplan denn vielleicht bisher gescheitert ist. Und wenn ihr mich kennt, dann wisst ihr, ich liebe das, wenn wir daraus ein Bingo machen. Ich habe euch ein kleines Bingo-Set vorbereitet und wir gucken mal, ob wir ein Bingo – also eine Reihe – vollkriegen: horizontal, vertikal, diagonal. Und damit möchte ich einmal kurz die verschiedenen Punkte durchsprechen, woran ein Redaktionsplan bisher oft scheitert.
Punkt 1: Man weiß einfach nicht, was man reinschreiben soll. Man hat dann irgendwie so eine leere Excel-Tabelle oder so und sagt: „Was schreiben wir denn jetzt da rein?“ Und dann schreibt man vielleicht einfach gar nichts rein.
Oder man fühlt sich vielleicht von dem Redaktionsplan ein bisschen eingeschränkt und sagt: „Ach nee, das fühlt sich blöd an, jetzt so im Voraus zu planen, was wir wo posten. Wir wollen lieber spontan kreativ sein, wir brauchen keinen Plan.“
Oder der Plan ist einfach nicht intuitiv. Und das passt dann auch gleich zum nächsten Punkt: Man hat vielleicht ein kompliziertes Tool ausgewählt, um den Redaktionsplan abzubilden, oder man hat irgendwie so eine Excel-Vorlage aus dem Internet heruntergeladen mit ganz vielen Feldern, bei denen man dann selber gar nicht weiß, wie man die jetzt am besten benutzt.
Apropos Team und Benutzen: Auch das ist etwas, was ich häufig mitbekomme, dass ein, zwei Leute einen Redaktionsplan anlegen, dann gerne wollen, dass die anderen aus dem Öffentlichkeitsarbeits-Team oder aus dem Verein da mitmachen, und die machen das dann einfach nicht, weil sie nicht wissen, wie es geht oder weil sie den Sinn dahinter nicht sehen. Und wenn der dann nur halb benutzt wird, bringt er natürlich auch nichts.
Ein weiteres Problem, was ich häufig sehe, ist, dass man zwar plant, dass dann aber von außen irgendwelche Faktoren kommen, die dazu führen, dass man den Plan dauernd umschmeißen soll [räuspern] oder dass andere aus dem Verein um die Ecke kommen und sagen: „Ah, kannst du mal schnell noch was posten? Das ist ganz dringend.“ Und dann hat man das Gefühl, dass das Planen vielleicht nichts bringt.
Es kann dann auch sein, dass der Redaktionsplan eher zu so einer Art Logbuch wird, wo man dann irgendwelche Dinge macht und sie erst im Nachhinein einträgt statt im Vorhinein, dass man einfach vergisst, ihn zu benutzen, und dass man am Ende eher das Gefühl hat, das hat irgendwie mehr Arbeit gemacht, als dass es uns Arbeit erspart hätte. Wir lassen das mit dem Redaktionsplan lieber sein.
Vor allem die, die eben B und C gewählt haben, bei denen es vielleicht noch nicht so 100 % rundläuft mit dem Redaktionsplan: Da würde ich mal total gerne wissen, hat jemand von euch ein Bingo? Hat jemand von euch sich in ein paar von diesen Gründen wiedergefunden und sagt: „Ja, das ist für uns das, was uns daran gehindert hat, bisher mit einem guten Redaktionsplan zu arbeiten?“
Okay, ich sehe schon Bingo, sogar zweimal Bingo. Mhm. Ja, okay, super. Dann habe ich ja ins Schwarze getroffen mit diesen Gründen. Das sind, wie gesagt, Dinge, die ich früher selber erlebt habe und natürlich auch Dinge, die ich häufig in Workshops und Beratungen und Co. höre. Und ich glaube, das können wir ändern, können wir besser machen.
Okay, ich sehe ganz viel Bingo und Doppel-Bingo. Gut, diese Probleme, die ich da höre, die höre ich auch in einem anderen Kontext. Und jetzt bin ich gespannt, ob meine Metapher, die ich euch mitgebracht habe, mit euch resoniert oder nicht. Und zwar: Kennt ihr das, wenn man erwachsen wird, dann landet man in so einer Sisyphus-Situation, wo es immer Wäsche zu waschen gibt und wo man sich immer fragt: „Hm, was essen wir denn heute?“ Vielleicht wollt ihr einkaufen gehen und euer Partner, eure Partnerin sagt: „Hey, was essen wir denn heute? Wenn wir einkaufen gehen, lass uns doch gleich mal in den Kühlschrank gucken und gleich mal überlegen, was wir zu essen haben.“
Okay, ich sehe Lachsmileys, das scheint also mit euch zu resonieren. Das finde ich schon mal super. Ich persönlich kenne das auf jeden Fall mit meinem Freund, dass wir da immer dasitzen und denken: „Mist, jetzt müssen wir uns erstmal überlegen, was wir eigentlich essen sollen, damit wir erstmal in Ruhe einkaufen gehen können und nicht dann morgen noch mal losmüssen.“
So, und diese Situation, so ähnlich ist das häufig mit Redaktionsplänen: dass man eben keinen langfristigen Plan hat und dass man immer nur so kurzfristig denkt: „Was posten wir denn heute? Was posten wir denn diese Woche? Was posten wir in diesem Monat?“ Aber man muss sich quasi immer wieder hinsetzen und dann immer wieder neu überlegen, neu planen. Dann guckt man in den Kühlschrank und sagt: „Ach, wir haben noch Pilze, bevor die schlecht werden. Lass uns doch irgendwas kochen, wo wir die Pilze verwenden können.“ So ähnlich ist es dann bei der Redaktionsplanung auch, dass man sagt: „Hm, ach, wir hätten da noch das eine Thema und demnächst steht das und das an und jetzt ist Sommer, lass uns einen Post zum Sommer machen.“ Und man plant immer nur so sehr kurzfristig.
Ich sehe im Chat: „Ich mache einen Plan für die Woche, den ich mindestens dreimal umwerfe.“ Ja, genauso. Gilt sowohl für Essen als auch für Redaktionspläne, glaube ich.
Lasst uns jetzt mal Folgendes überlegen. Wir bleiben jetzt erstmal noch bei unserer Essensmetapher. Eure Lachsmileys haben mir gesagt, dass das mit euch resoniert. Wir bleiben bei dieser Essensmetapher. Lasst uns mal überlegen: Wenn wir jetzt einen Essensplan machen wollen würden, was könnte es denn für Faktoren geben, für Rahmenbedingungen, die uns dabei helfen oder die uns vielleicht so ein bisschen Einschränkungen geben, wenn wir jetzt so einen Essensplan machen wollen? Lasst uns mal im Chat gerne brainstormen. Welche Rahmenbedingungen müssen wir denn beachten, wenn wir jetzt einen Essensplan machen wollen würden, damit wir eben nicht jedes Mal sagen: „Oh, Mist, was essen wir denn heute? Ich wollte kurz zum Supermarkt gehen. Was brauchen wir denn noch?“
Warm oder kalt, die eigene Zeit, saisonale Zutaten – ah, das ist eine gute Idee. Was haben wir vielleicht noch an Grundnahrungsmitteln da? Ist es gesund? Was haben wir da? Was muss verbraucht werden? Was wünschen sich die Kinder? Sehr gut. Gesundheitliche Einschränkungen, die Haltbarkeit. Haben wir noch Reste? Haben wir was, was wir noch verwerten können? Was geht schnell? Haben wir überhaupt Zeit zu kochen? Muss es was sein, was ganz schnell geht, oder haben wir vielleicht Zeit an dem Abend und können irgendwas Aufwendiges kochen? Kann man die Reste einfrieren? Wollen wir vielleicht etwas vorbereiten, was wir am nächsten Tag weiteressen oder wo man irgendwie Meal-Prep macht oder so, damit man zum Beispiel den Rest mit zur Arbeit nehmen kann? Unterschiedliche Vorlieben. Das funktioniert schon super. Sehr, sehr super.
Diese Vorgehensweise, die machen wir dann gleich auch für den Redaktionsplan. Aber wir bleiben jetzt erstmal noch mal bei diesem Essensbeispiel. Ich habe auch ein paar Sachen mitgebracht, aber ihr habt auch ganz schlaue Sachen in den Chat geschrieben. Und zwar habe ich zum Beispiel die folgenden Faktoren mitgebracht: Wann wollen wir überhaupt kochen? Gibt es vielleicht Tage, an denen wir viel Zeit haben zum Kochen oder wenig Zeit haben zum Kochen? Wann haben wir Lust zu kochen? Wann macht es uns vielleicht Spaß? Wann haben wir vielleicht Unterstützung beim Kochen oder müssen wir es alleine machen? Kann die Familie mithelfen? Kann der Partner mithelfen? Kann die Partnerin mithelfen? Wann gehen wir denn einkaufen? Haben wir frische Zutaten oder müssen wir etwas verwenden, was wir in der Vorratskammer haben? Wollen wir vorkochen? All solche Faktoren können jetzt eine Rolle spielen, um diesen Essensplan [räuspern] zu machen.
Und wir können nur proaktiv planen, wenn wir diese Rahmenbedingungen kennen. Wir können jetzt nicht einfach so uns einen tollen Plan machen und plötzlich merken wir, dass dieser Plan an der Realität total scheitert; dass wir uns da vorgenommen haben, dass wir da irgendwie was kochen, was wir am nächsten Tag mit zur Arbeit nehmen, und auf einmal merken wir: „Ah nee, am nächsten Tag gehen wir immer in die Kantine, da brauchen wir gar nichts zu essen mitnehmen.“ Oder das mögen die Kinder gar nicht, die sagen dann: „Nee, Mama, das will ich gar nicht essen“, und dann müssen wir doch wieder was Neues kochen. Wir brauchen diese Rahmenbedingungen, damit wir diesen Plan machen können.
Und so ein Plan könnte dann zum Beispiel so aussehen. Vielleicht merkt man: „Ach, montags sind wir immer so müde von der Arbeit, da wollen wir irgendwas kochen, was ganz schnell geht.“ Bei mir, ich weiß nicht, wie es bei euch ist, bei mir ist das zum Beispiel eine Pizza belegen oder einen Flammkuchen belegen, das mache ich auch, wenn ich müde bin. Und es ist besser, als so eine Tiefkühlpizza in den Ofen zu tun. Vielleicht ist dienstags der Tag, an dem ich mehr Zeit habe. Da gehe ich dann einkaufen und da kann ich Sachen vorkochen für die nächsten Tage. Vielleicht mache ich dann so was wie ein Chili oder ein Curry oder so etwas, was ich dann gut in den Kühlschrank packen oder einfrieren kann für später. Donnerstags weiß ich vielleicht, da gehe ich immer in die Kantine, da habe ich abends nicht viel Hunger, da reicht es mir, wenn ich dann noch eine Scheibe Brot esse, also Abendbrot. Und freitags, da haben wir immer Zeit, da treffen wir uns oft mit Freundinnen und Freunden und dann kann man ja was Aufwendiges kochen, vielleicht so was wie ein Risotto oder vielleicht fällt euch auch noch was ein, irgendwas, was so eine Weile schmoren muss oder so etwas, wo man sagt: „Ach, freitags haben wir Zeit und Lust und da kochen wir mal was Aufwendiges oder da probieren wir ein neues Rezept aus.“ Montags muss es halt schnell gehen.
Seht ihr das Prinzip, was ich hier gerade mit euch gemacht habe? Wir gucken, was die Rahmenbedingungen sind, und dann machen wir uns einen ganz groben Plan. Das heißt nicht, dass es jeden Montag Flammkuchen und jeden Dienstag Chili gibt, sondern es geht darum, dass wir so ein bisschen Guidelines haben, und dann können wir ja immer noch davon abweichen. Oder wenn wir sagen: „Ach, am Donnerstag steht im Essensplan der Kantine, dass es da irgendwas gibt, was ich nicht mag“, dann koche ich da doch lieber selber was an dem Abend. Ja, wir können dann immer noch davon abweichen.
So, habe ich euch überzeugt von meiner Essensplan-Metapher und von dem Prinzip, was wir hier machen? Ich sehe schon, Prinzip ist klar, ich sehe Daumen hoch. Okay, super, dann habe ich euch überzeugt.
Und so ähnlich wollen wir es jetzt quasi auch für unseren Redaktionsplan machen, und dafür machen wir etwas, das nenne ich den prototypischen Redaktionsplan. Wir starten nicht direkt mit unserem richtigen Redaktionsplan, sondern wir erstellen erstmal einen prototypischen Redaktionsplan. Und jetzt kommt der Moment, wo ihr gerne mitmachen könnt, wenn ihr wollt. Ihr könnt euch gerne ein Blatt Papier schnappen. Und ich möchte, dass wir uns jetzt über vier verschiedene Dinge kurz Gedanken machen, die uns helfen, diesen prototypischen Redaktionsplan zu machen.
Und zwar das Erste ist: Was sind eigentlich eure Kanäle, auf denen ihr posten wollt? Vielleicht habt ihr einen Instagram-Account oder einen Facebook-Account. Vielleicht schreibt ihr einmal im Monat einen Newsletter oder einen Blog-Post oder vielleicht gibt es noch andere Publikationen. Vielleicht ist das für euch nur ein einziger Kanal, dass ihr zum Beispiel sagt, wir haben eine Facebook-Seite für unseren Verein. Vielleicht sind das auch eine ganze Handvoll von verschiedenen Kanälen, für die ihr hier posten wollt. Das könnt ihr euch einmal auf dem Blatt Papier für euch aufschreiben, wenn ihr wollt. Wenn ihr Zeit habt, könnt ihr es auch in den Chat schreiben, aber mir ist es wichtiger, dass ihr das für euch aufschreibt. Was sind die Kanäle, für die wir unseren Redaktionsplan eigentlich brauchen?
Das Zweite ist die Herangehensweise. Und da habe ich so eine These, ich habe da letztes Jahr auch mal hier bei der DSEE ein Webinar gemacht. Das könnt ihr euch auf YouTube angucken. Und zwar ist meine These, dass wir nicht so lauwarm posten sollten, sondern dass wir uns entscheiden sollten, ob wir sagen, das ist ein Kanal, in den wir viel Arbeit reinstecken, wo wir aber auch Wachstum erwarten, wovon wir wirklich Ergebnisse für unseren Verein bekommen. Dass wir zum Beispiel wissen, darüber kriegen wir neue Mitglieder oder darüber finden Menschen zu unseren Veranstaltungen. Oder ob wir sagen, na ja, wir wollen schon da sein, aber wir haben jetzt nicht die Kapazitäten oder wir haben andere Gründe, warum wir da jetzt nicht so wahnsinnig viel Arbeit reinstecken. Dann ist es eher so ein Visitenkarten-Account, wo man ab und zu mal postet, um zu zeigen, uns gibt es noch, wir sind noch aktiv, aber vielleicht findet eure Hauptkommunikation auf einem anderen Kanal statt, auf einem anderen Weg. Dass man sich da überlegt: Was ist eigentlich unsere Herangehensweise an diese Kanäle? Wollen wir da viel posten? Wollen wir da sehr präsent sein oder wollen wir da nur ab und zu mal zeigen, dass wir noch da sind, aber haben da jetzt auch keine großen Erwartungen an Wachstum?
Das Dritte ist: Was ist eigentlich gerade euer Ziel oder eure Ziele? Habt ihr gerade eine bestimmte Sache, die für euch total wichtig ist? Habt ihr vielleicht ein bestimmtes Projekt, für das ihr gerade Fundraising machen wollt? Sucht ihr gerade nach neuen Mitgliedern? Wir haben eben schon gesehen, Nachwuchsgewinnung war für 51 % von euch hier ein Thema in der Umfrage zu Beginn. Wahrscheinlich wird jetzt die Hälfte von euch sagen: „Jawohl, wir suchen neue Leute.“ Oder habt ihr irgendwie vielleicht eine bestimmte Veranstaltung, die ihr bewerben wollt oder so etwas?
Und das könnt ihr euch auch noch mal überlegen. Gibt es im Moment für die nächsten Wochen, für die nächsten Monate oder vielleicht für dieses Jahr noch bestimmte Projekte, die ihr bewerben wollt, oder Veranstaltungen? Vielleicht sagt ihr, wir haben ein neues Mitmachprojekt und das kennen ganz viele Leute aus unserer Stadt noch nicht und da möchten wir regelmäßig drauf hinweisen. Oder vielleicht habt ihr irgendetwas anderes Bestimmtes, was für euch gerade wichtig ist.
Gerne einmal kurz Notizen machen: Was sind eure Kanäle? Was ist eure Herangehensweise? Was sind eure übergeordneten Ziele? Und fallen euch gerade konkrete Sachen ein, die ihr dann auch in eurem Redaktionsplan bewerben möchtet?
Wenn ihr das habt [Gelächter] – wir machen das jetzt schnell, einfach nur, damit ihr das Prinzip seht. Ihr dürft das natürlich später gerne noch mal in Ruhe machen. Wenn ihr das habt, dann dürft ihr jetzt gerne das zweite Blatt Papier nehmen. Und was wir jetzt machen wollen, ist, wir wollen uns so eine Art Monatsplan machen. Wir haben ja gerade beim Essensplan auf so einer Wochenbasis geguckt, was wir montags machen, was wir dienstags machen. Wenn ich Redaktionsplanung und prototypische Redaktionsplanung mache, dann mache ich das am liebsten auf Monatsbasis. Ich persönlich, ich habe mir sogar, schaut mal hier, ich habe mir sogar so was mal drucken lassen in meinem Look. Das muss jetzt bei euch nicht so fancy aussehen. Ihr könnt auch einfach ein Blatt Papier nehmen und könnt euch da einfach so grob einen Monatsplan aufmalen, also oben Montag, Dienstag und so weiter und dann theoretisch vier Zeilen für vier Wochen oder fünf. Ein Monat hat ja, ich glaube, 4,2 Wochen. Einfach, dass wir grob so einen Monat skizzieren können. Oder falls ihr das lieber nicht analog macht, sondern digital, dann könntet ihr vielleicht einfach euer Kalendertool mal aufmachen und da in diese Monatsansicht reingehen und könntet das da mit reinpacken.
Es reicht, wenn ihr euch das ganz grob skizziert. Ich habe das jetzt hier mal so skizziert, einfach so eine Tabelle gemacht: Montag, Dienstag, Mittwoch und so weiter, damit wir grob auf diesen Monat drauf gucken können.
So, wenn ihr bereit seid, dann können wir uns jetzt anschauen, wie wir aus diesem leeren Monatsplan unseren prototypischen Redaktionsplan machen. Ich sehe Daumen hoch. Wunderbar.
Der erste Schritt in diesem Prozess ist jetzt, dass wir uns angucken oder dass wir uns überlegen, wie häufig wir eigentlich etwas publizieren möchten. Und das klingt jetzt vielleicht kontraintuitiv, weil viele Leute als Erstes überlegen: „Was ist denn unser Ziel?“ oder „Was wollen wir denn posten?“ Und ich starte immer erst mal mit der Frage: Wie häufig wollen wir von uns hören lassen auf diesen jeweiligen verschiedenen Accounts? Ich habe ja vorhin schon gesagt, vielleicht habt ihr zum Beispiel einen Newsletter, bei dem ihr sagt, einmal im Monat schicken wir eine Newsletter-E-Mail. Und bei Instagram, da wollt ihr wahrscheinlich häufiger als einmal im Monat von euch hören lassen. Vielleicht wollt ihr da einmal pro Woche oder zweimal pro Woche von euch hören lassen.
Als Beispiele: Wir haben jetzt einmal den leeren Monat und ich markiere mir jetzt hier in meinem Monatsplan, wie häufig ich posten möchte. Das könnte also zum Beispiel sein: Ich möchte zweimal pro Woche posten, immer dienstags und donnerstags. Das wäre jetzt zum Beispiel für Instagram, für meinen Social-Media-Account. Und dann hätte ich zum Beispiel noch den Blog: Einmal im Monat möchte ich außerdem einen Blog-Post veröffentlichen, zum Beispiel immer am Ende des Monats. Oder vielleicht wollt ihr auch mehr posten, vielleicht habt ihr die heiße Herangehensweise. Ich habe ja gesagt, heiß oder kalt, ne, nicht lauwarm. Vielleicht sagt ihr, wir posten sogar dreimal pro Woche, und zwar immer montags, mittwochs und freitags. Oder vielleicht sagt ihr, wir posten immer montags und mittwochs bei Instagram und immer freitags bei TikTok oder so was. Das könnte natürlich auch eine Variante sein.
Und wenn ihr jetzt euren groben Monatsplan habt, vielleicht wollt ihr euch das einmal markieren. Vielleicht wollt ihr euch da irgendwie mit Textmarker so einen Rahmen drumherum machen oder euch irgendwie ein kleines X in die Ecke setzen oder so etwas und eben für euch markieren, welche von diesen Tagen ihr befüllen wollt. Vielleicht ist es sogar nur einmal pro Woche, wenn ihr sagt: „Puh, wir haben echt wenig Kapazität für Öffentlichkeitsarbeit.“ Vielleicht ist es nur einmal pro Woche. Vielleicht sucht ihr euch dann einfach einen Wochentag aus, der für euch gut passt, für euch und eure Zielgruppe, und wo ihr sagt: „Einmal pro Woche, das reicht. Wenn wir mehr Kapazität haben, dann ist auch gut, dann machen wir mehr.“ Aber das reicht uns erstmal, einmal pro Woche. Euer Job ist jetzt: Überlegt euch, wie häufig ihr posten möchtet – einmal pro Woche, zweimal pro Woche, dreimal pro Woche – und markiert das in eurem prototypischen Monatsplan, damit wir wissen, welche von diesen Tagen wir jetzt füllen müssen.
Ich sehe eine Frage, nämlich: Macht es wirklich Sinn, immer an den gleichen Tagen zu posten? Ja, grundsätzlich ja. Das ist für den Algorithmus in Social Media nicht mehr so wichtig wie früher. Aber ich persönlich finde, dass es für euch einfacher ist, wenn ihr euch wirklich einen festen Tag überlegt. Denn wenn ihr sagt, wir wollen einmal pro Woche posten, aber der Tag ist egal, dann passiert es schnell, dass es Donnerstag ist und ihr sagt: „Oh, Mist.“ Und dann ist Freitag. Und dann sagt ihr: „Oh, Mist.“ Und dann sagt ihr: „Ah, jetzt ist Wochenende, jetzt sind eh die Leute irgendwie im Feierabendmodus und haben keine Lust mehr, und dann posten wir nächste Woche.“ Und dann ist wieder eine Woche lang nichts passiert. Deswegen wäre tatsächlich mein Tipp, alleine damit ihr besser planen könnt, würde ich euch empfehlen, dass ihr feste Tage für euch festlegt. Aber das ist nur mein Rat. Ihr könnt meinen Rat natürlich ignorieren.
So, wenn ihr euch jetzt also entschieden habt, was eure Veröffentlichungsfrequenz ist, dann können wir zum nächsten Schritt weitergehen. Und der nächste Schritt ist: Wir planen Werbeposts ein. [Gelächter] Sagt ihr vielleicht: „Hä, Werbeposts? Wir machen doch keine Werbung.“ Doch, ihr macht Werbung, und zwar Werbung für euch selber. Ich meine nicht, dass ihr jetzt irgendwie Sponsoring-Plätze für eure Social-Media-Accounts verkauft, sondern ich meine damit, dass ihr jetzt Posts macht, die ganz explizit für euch und eure Angebote werben.
Und das kann so was sein wie eine konkrete Veranstaltungsankündigung, ne? Deswegen habe ich euch ja eben gebeten, dass ihr schon mal überlegt, ob ihr vielleicht gerade eine Veranstaltung habt, die für euch wichtig ist, oder etwas Fortlaufendes. Das kann aber auch so was sein wie generelle Werbung, Mitglieder bei euch zu werben, Werbung dafür, bei euch zu spenden, Werbung, von euch zu erzählen, zum Beispiel, oder zu schauen, wie man euch unterstützen kann. Und wir wollen da ungefähr 20 % von unseren Posts dafür einplanen. Das heißt, ich habe mich jetzt mal als Beispiel hier für den Plan mit zwei Posts pro Woche entschieden, und da würde ich jetzt also von diesen insgesamt acht Posts, die ich machen möchte, zwei davon als Werbung machen. Das sind 25 %, nicht 20 %. Wir sind jetzt hier großzügig. Das heißt, ihr könnt mal Pi mal Daumen gucken: 20 % der Posts, die ihr euch offen gelassen habt, werden jetzt mit Werbung gefüllt. Ich habe hier zum Beispiel mal entschieden, ich möchte einmal Werbung dafür machen, für uns zu spenden, und einmal möchte ich Werbung dafür machen, Mitglied in unserem Verein oder in unserer Gruppe zu werden. Das heißt, ihr könnt jetzt für euch entscheiden, wollt ihr einfach nur „Werbung“ da reinschreiben oder wollt ihr vielleicht direkt schon festlegen, für was genau ihr dann werben möchtet?
Falls ihr meine Arbeit von erzaehlvon.de schon kennt – ich gehe davon aus, dass wahrscheinlich ein paar dabei sind, die mich schon mal irgendwie in einem Webinar oder so gehört haben – ich spreche immer über die sogenannte Berichtefalle und über Veranstaltungsankündigungs-Posts und dass man die wirklich sparsam benutzen sollte. Und das ist jetzt hier genau der Fall. Ich würde euch nicht empfehlen, dass eure Social-Media-Accounts ausschließlich aus Werbung für eure Veranstaltungen bestehen. Da hat keiner Lust, euch zu folgen. Sondern wir wollen wirklich gezielt zwischendurch überlegen, wann wir ganz gezielt Werbung für etwas machen, und die anderen Posts [räuspern] wollen wir eher mit Mehrwert füllen. Da sprechen wir dann auch gleich drüber. Aber hier an dieser Stelle dürft ihr wirklich ganz egoistisch gucken, was euch wichtig ist, was ihr gerne mit eurer digitalen Öffentlichkeitsarbeit erreichen möchtet. Und wenn das zum Beispiel so was ist wie: Wir möchten, dass Menschen unsere Spendenkampagne unterstützen oder dass Menschen zu unseren Angeboten kommen oder dass Menschen von uns erzählen oder dass Menschen eine Patenschaft für ein Tier im Tierheim abschließen – das dürft ihr jetzt für euch entscheiden, was da für euch das Wichtigste ist.
So, ich hoffe, ihr habt euch, während ich geredet habe, entschieden, welche von den Kästchen ihr jetzt als Werbung markiert, und dann können wir uns dem nächsten Schritt widmen. Und zwar ist der nächste Schritt, dass wir gucken, ob wir feste Formate haben, und dass wir diese festen Formate in unserem Redaktionsplan ergänzen. Mit „festes Format“ meine ich, dass wir wiederkehrende Inhalte machen. Wiederkehrende Sachen, wie einmal im Monat zum Beispiel, würde man sagen, das ist unser „XY des Monats“, also unser Mitglied des Monats, unser Medientipp des Monats, unsere Methode des Monats, unser „Whatever des Monats“. Es ist ein bisschen langweilig, wenn ihr es „XY des Monats“ nennt, aber ihr wisst, worauf ich hinausmöchte.
Und was ich euch auch total ans Herz legen würde, gerade wenn ihr irgendeine Art von Angebot habt: Angenommen, ihr seid zum Beispiel ein Theater, habe ich vorhin schon gesehen. Angenommen, ihr seid ein Theater und ihr habt mehrere Aufführungen in einem Monat, dass ihr dann zum Beispiel so einen Übersichts-Post macht, einmal Anfang des Monats, und sagt: „Hey, das sind unsere Theateraufführungen, die diesen Monat bei uns stattfinden.“ Oder: „Das sind unsere Veranstaltungen, das sind unsere Aktionen, wie ihr diesen Monat mit uns zusammen kreativ werden könnt oder wie ihr mit uns zusammen was Neues über Thema XY lernen könnt.“ Das wären zum Beispiel so feste Formate, die ihr machen könntet.
Ich habe jetzt hier in meinem prototypischen Redaktionsplan mal Folgendes ergänzt: Ich habe jetzt so einen Event-Kalender als ersten Post des Monats festgemacht. Da würde ich dann eben genau so was machen: Das steht bei uns an, das machen wir diesen Monat. So kannst du mitmachen, so kannst du teilnehmen. Und ich habe einen Monatsrückblick vermerkt, und das wäre dann auch gleichzeitig mein Blog-Post, sodass ich nicht für jede einzelne Aktion danach dann wieder so einen Berichts-Post mache, weil das, wie gesagt, würde ich meistens nicht so empfehlen. Stattdessen würde ich zum Beispiel so einen Monatsrückblicks-Post machen und da dann eben erzählen, was wir alles gemacht haben, was es Neues bei uns gibt, vielleicht auch, was wir gelernt haben oder wie man uns aktuell unterstützen kann. Und das wäre dann eben auch mein Blog-Post, den ich veröffentlichen würde. Und dann habe ich eben noch ein weiteres für die dritte Woche markiert, also ein „Whatever des Monats“, ein Medientipp des Monats oder so.
Diese festen Formate haben mehrere Vorteile. Sie haben den Vorteil, dass ihr selber das besser planen könnt. Sie haben den Vorteil, dass die Leute sich daran erinnern, wenn sie den Post sehen und der vielleicht auch so ähnlich aussieht wie sonst. Die scrollen dann bei Facebook oder bei Instagram oder bei TikTok oder sonst wo und sehen dann vielleicht so auf den ersten Blick: „Ah, das ist wieder die Art von Post, wo der und der Verein über das und das Thema spricht.“ Das hilft wirklich, dass die Leute auf Social Media dranbleiben und sich eure Beiträge angucken. Und im besten Fall ist es etwas, was ihr vorproduzieren könnt, damit ihr eben nicht erst in der Woche dasitzt und sagt: „Hm, was machen wir denn mal als Medientipp des Monats?“, sondern dass ihr euch einmal für einen Nachmittag hinsetzen könnt und einfach mehrere Postings von dieser Art produzieren könnt. Dann legt ihr die einfach in ein Archiv, in einen Cloud-Ordner oder irgendwohin und wisst dann: Einmal im Monat holen wir diese Art von Post daraus. Das funktioniert natürlich nicht, wenn ihr irgendwie auf aktuelle Ereignisse reagieren möchtet oder so was, aber ich sage euch jetzt auch noch mal eine Essens-Metapher. Es tut mir leid, falls jemand von euch jetzt schon Hunger hat.
Wenn ihr mal an so eine Frauenzeitschrift denkt, da sind ja auch immer Rezepte drin zu saisonalen Produkten, zu saisonalem Obst und Gemüse und so weiter. In so einer Frauenzeitschrift, da findet ihr jeden April ein Spargelrezept. Ja, das ist so sicher wie das Amen in der Kirche. Dieses Spargelrezept, das denken die sich nicht erst aus, wenn die Spargelsaison beginnt und wenn die ersten Stände am Straßenrand sind, wo man frischen Spargel kaufen kann, sondern das wissen die schon vorher. Das haben die sich mit Sicherheit einige Monate vorher schon überlegt, dass im April wieder ein Spargelrezept drankommt. Und was dann? Dann kommt im Juni ein Erdbeerrezept. Ja, im Sommer kommt irgendwie ein erfrischender Salat oder so was. Im Herbst gibt es dann was mit Kürbissen – groundbreaking, das wissen die schon vorher.
Und so ähnlich könnt ihr auch mal für euch überlegen: Was wisst ihr denn schon vorher, was je nach Monat, je nach Saison für euch und eure Zielgruppe relevant ist? Wenn ihr wisst: „Oh, demnächst sind die Sommerferien“, da brauchen viele Leute zum Beispiel Ausflugstipps, was sie mit ihren Kindern machen können. Dann könntet ihr ja jetzt schon überlegen, was denn Ausflugstipps sind, die wir im Sommer geben können, wo man irgendwie Dinge draußen macht, wo man vielleicht schwimmen geht. Und was wären dann zum Beispiel Ausflugstipps, die eher für den Herbst oder den Winter geeignet sind? Versteht ihr, wie ich meine? Dass ihr jetzt schon überlegt, was wir vorproduzieren können, und es muss dann nicht erst Sommer sein, damit ihr einen Post macht mit: „Das sind die drei Seen in unserer Umgebung, die wir als Mutter-Kind-Verein empfehlen“ oder so was.
Ich sehe die Frage: Was ist ein Medientipp? Das könnte jetzt so was sein wie: „Hey, hier ist ein Buchtipp zu diesem Thema“ oder so. Das ist nur ein Beispiel für so ein monatliches Format. Das passt vielleicht nicht zu allen von euch, je nachdem, was für ein Thema ihr mit eurem Verein habt. Vielleicht macht es da Sinn, Mitglieder vorzustellen, vielleicht macht es da Sinn, Aufklärungsarbeit zu machen, Vorurteile zu eurem Thema aufzuklären oder noch mal ganz was anderes. Das ist euch überlassen, was das dann wird.
Aber ihr seht, wir haben jetzt schon fast unseren prototypischen Redaktionsplan voll. Wir haben also jetzt schon mit diesen festen Formaten einige wichtige Dinge abgedeckt, und damit kommen wir zum letzten Schritt: Wir wollen die letzten leeren Felder in unserem prototypischen Redaktionsplan jetzt noch mit Posts für unsere Ziele füllen. Jetzt können wir noch mal überlegen: Was ist denn für uns besonders wichtig? Was ist denn etwas, was unserem Verein hilft? Und hier als Beispiel habe ich jetzt zum Beispiel gesagt, wir wollen noch mal über unsere Werte sprechen oder über unsere Vereinsgeschichte. Und das ist vielleicht etwas, was hilft, um immer mal wieder darüber zu sprechen, was eigentlich unsere Vision ist, was eigentlich unsere Haltung als Verein ist, damit Menschen verstehen, wie wir ticken, und Lust haben, uns zu unterstützen oder Mitglied zu werden.
Oder vielleicht sagen wir, dass Mitgliedergewinnung und Nachwuchsgewinnung für uns ein ganz großes Thema ist. Dann macht es vielleicht Sinn, noch irgendwie einzuplanen, dass man einen Einblick hinter die Kulissen gibt, wie es denn eigentlich ist, bei uns mitzumachen, damit mehr Menschen sich etwas darunter vorstellen können. Und man kann dann eben ganz einfach so einen Call-to-Action dranhängen mit: „Hey, wenn du dir vorstellen kannst, bei uns auch mitzumachen, dann melde dich bei uns.“ Oder: „Hey, wenn du Lust hast, hier auch im Vorstand aktiv zu werden, jetzt, wo du gesehen hast, was da so die Aufgaben sind, dann melde dich bei uns.“
Je nachdem, was für euch gerade wichtig ist, können wir jetzt noch verschiedene Ideen aufschreiben. Wir wollen damit jetzt noch nicht so megakonkret werden. Wir wollen jetzt nicht sagen: „Ein Blick hinter die Kulissen: So macht der Schatzmeister den Jahresabschluss“ oder so was, sondern wir dürfen hier jetzt noch relativ offen bleiben. Aber zumindest sollten wir eine Idee haben, was für eine Art von Post unsere Ziele unterstützt.
Und was dabei wichtig ist: Es muss immer einen Mehrwert haben. Mit Mehrwert ist gemeint, die Leute haben was davon. Die Leute sehen nicht einfach nur Werbung, die sehen nicht einfach nur: „Hey, jetzt spenden!“, sondern die Leute haben etwas davon, die lernen was Neues. Die werden unterhalten, die werden zum Schmunzeln gebracht, die fühlen sich irgendwie berührt, die fühlen sich vielleicht, die haben vielleicht so ein Community-Gefühl, dass sie sich verstanden fühlen. All das wäre eine Art von Mehrwert, und da können wir dann ja trotzdem unser Ziel mit verknüpfen. Wir können zum Beispiel über unsere Werte sprechen, und Leute, die diese Werte teilen, die fühlen sich dann gesehen, die sagen: „Oh, das ist aber toll, dass die sich dafür einsetzen.“ Und dann kann man das zum Beispiel verknüpfen mit: „Hey, wenn du diese Werte teilst, so kannst du uns unterstützen oder so kannst du Teil unserer Community werden.“
Ich sehe dann die Frage: Kann man „X des Monats“ auch die Community mit einbeziehen, zum Beispiel „Bilderrätsel des Monats“? Ja, klar, natürlich. Wenn ihr Ideen für interaktive Formate habt, auch das ist eine gute Idee, wenn es zu euren Zielen passt. Sehr schön.
Okay, das ist jetzt quasi unser prototypischer Redaktionsplan. Der ist jetzt quasi schon fertig. Und wie gesagt, den prototypischen Redaktionsplan halten wir relativ vage, damit wir ihn dann auf den konkreten Monat anpassen können. Diesen Prozess des prototypischen Redaktionsplans machen wir quasi einmal, und dann machen wir den richtigen Redaktionsplan Monat für Monat. Und dafür gucken wir uns an: Was brauchen wir denn jetzt diesen Monat? Wenn ich jetzt zum Beispiel sage, wir sind gerade im Juni und ich will jetzt meinen Juli-Redaktionsplan machen, dann könnte ich überlegen: Was steht denn im Juli an? Ist da vielleicht eine besondere, ist da unser Sommerfest? Ist da ein besonderer Workshop, den ich promoten möchte? Und dann kann man eben die Werbeposts genau darauf anpassen.
Gibt es vielleicht irgendwelche Aktionstage oder irgendwelche Feiertage, die zu uns passen? Wir von erzaehlvon.de machen ja jedes Jahr auch so eine Sammlung, vielleicht kennt ihr die, mit Aktionstagen. Dann würde ich vielleicht da einmal stöbern und gucken, ob es da irgendeinen Feiertag gibt, der zu uns passt, und dann würde ich den eben in meinem Juli-Redaktionsplan mit reinpacken.
Und wir können auch noch mal so ein bisschen grob überlegen, in was für einer Saison wir gerade sind, was gerade für unsere Zielgruppe relevant ist. Wenn ihr mit Studierenden arbeitet, dann ist es für die sehr, sehr wichtig, ob sie gerade noch mitten im Semester sind, ob sie gerade in der Klausurenphase sind und mit Sicherheit gar keinen Kopf für Engagement haben, weil sie gerade büffeln und Hausarbeiten schreiben, oder ob vielleicht gerade für sie die Semesterferien schon angefangen haben, die vorlesungsfreie Zeit, in der sie vielleicht jetzt wieder mehr Zeit und Lust für ein Engagement haben. Dass wir noch mal überlegen: Was ist das jetzt gerade für eine Saison für unsere Zielgruppe? Was ist gerade für die relevant? Was haben die gerade im Kopf? Und können wir vielleicht dazu passend einen Post machen? So.
Das bedeutet, pro Monat gucken wir auf diesen prototypischen Redaktionsplan und gucken, ob wir da Sachen switchen müssen, damit es besser zu unseren Zielen passt, ob wir vielleicht Blöcke verschieben. Wir haben ja jetzt hier einen Aktionstag in die dritte Woche reingepackt, aber wenn zum Beispiel in der zweiten Woche ein Aktionstag im Juli ist, dann würden wir da vielleicht einfach was switchen und sagen: „Okay, dann können wir den Einblicke-Post und den Aktionstag-Post vom Timing her miteinander tauschen.“ Und wir packen eben konkrete Themen rein. Wir sagen jetzt nicht einfach nur „Medientipp des Monats“, sondern „Podcast-Folge des Monats“. Wir sagen nicht „Mitglied des Monats“, sondern wir sagen „Engagement-Porträt von Doris im Juli“, versteht ihr? Wir machen aus diesem groben Plan jetzt etwas Konkretes. So wie wir beim Essensplan vielleicht hätten, wir machen dienstags so was wie ein Curry oder eine Suppe, was wir leicht vorkochen können. Und ganz konkret würde ich dann sagen: „Ah, ich mache ein Kichererbsen-Kokos-Curry mit Tofu“ oder so was. Das ist dann meine konkrete Sache, die ich in diesen Essensplan reinpacke.
Hier noch mal quasi als Überblick: Wir haben den prototypischen Redaktionsplan, den wir einmalig erstellen. Wir haben jetzt heute zusammen schon die Grundlage gelegt. Megacool, dass ihr mitgemacht habt. Und der dient uns so ein bisschen als Blueprint für den konkreten Redaktionsplan. Den könnt ihr in einem Medium eurer Wahl machen. Den könnt ihr auf Papier machen, den könnt ihr mit Post-its machen, den könnt ihr euch an die Wand malen, wie auch immer. Den brauchen wir ja quasi nur einmal.
Und den richtigen Redaktionsplan machen wir dann für einen Monat oder, wenn ihr kleinteiliger planen wollt, für eine Woche oder vielleicht sogar für ein ganzes Quartal, je nachdem, wie es für euch Sinn macht. Und den machen wir dann eben konkret und im besten Fall in einem digitalen Tool, auf das dann auch das ganze Team zugreifen kann und wo auch alle Lust haben, mitzuarbeiten. Liebe Grüße an alle, die gerne Excel verwenden. Ich tue es nicht. Damit wirklich dieses Ding mit „nicht alle benutzen“ und so, damit wir quasi diese Stolpersteine wieder aus dem Weg räumen können.
Vielleicht macht es für euch auch Sinn, ein Redaktionsmeeting einzuberufen, wo ihr euch trefft, vielleicht einmal im Monat oder einmal im Quartal, und wo ihr sagt: „So, das ist unser prototypischer Redaktionsplan, und wir gucken jetzt, was im kommenden Monat ansteht und wie wir den quasi so anpassen können, dass daraus ein richtiger Redaktionsplan entsteht.“
Und wir machen das eben, damit wir proaktiv kommunizieren, damit wir nicht nur hinterherlaufen. „Oh, das und das passiert, wir berichten jetzt darüber.“ „Oh, das und das ruft uns jemand zu.“ Jemand aus dem anderen Team sagt: „Hey, könnt ihr noch schnell Werbung für unser Event machen?“ Sondern gute Kommunikation ist proaktive Kommunikation, wo ihr selber euch überlegt: Was ist für uns wann wichtig? Was wollen wir wann kommunizieren? Was müssen wir vielleicht nur einmal posten? Was ist vielleicht etwas, wofür wir mehrere Posts brauchen? Und auch zu überlegen, was Dinge sind, die ihr kommunizieren möchtet, die vielleicht nicht unbedingt immer nur Veranstaltungen sind. Zum Beispiel über so was wie eure Vereinswerte, über eure Satzung, über eure Gründungsgeschichte, über eine Zukunftsvision zu sprechen. Das macht man häufig im Alltag einfach nicht, weil man im Alltag dann nur über die Veranstaltungen postet, die anstehen.
Aber gerade eben so was wie: Wer sind wir eigentlich? Warum machen wir das eigentlich? Wie sieht eigentlich der Alltag bei uns aus? Das sind wahrscheinlich die Posts, die für die Leute interessant sind, die überlegen, ob sie Mitglied werden, oder die überlegen, ob sie euch unterstützen können und wollen. Das sind die Posts, die für diese Menschen interessant sind. Und deswegen ist mein Appell, dass ihr proaktiv kommuniziert, dass ihr nicht nur irgendwie den Redaktionsplan da so als Logbuch führt und dass ihr euch eben wirklich überlegt, was zu unseren Zielen passt und was wir dann dementsprechend posten müssen.
So, das war mein Appell. Und ich sehe auch schon direkt die Tool-Frage im Chat. Genau. Ich sehe, wer Excel hasst, so wie ich. Ich persönlich hasse Excel, deswegen gucke ich immer, ob die Leute Excel lieben oder Excel hassen. Ich habe das Gefühl, da gibt es auch nur das eine oder das andere. Ich sehe Daumen hoch. Sehr gut, bin ich nicht die Einzige.
Ihr könnt Excel benutzen, ihr könnt eine Art von Projektmanagement-Tool verwenden, ihr könnt, wenn ihr eine One-Woman-Show seid, auch den normalen Redaktionsplan auf Papier machen. Wenn ihr jemanden habt, der mit drauf gucken kann, dann könnt ihr das auch in Papier machen und euch an die Wand kleben, damit ihr immer drauf gucken könnt. Ich sehe auch schon Teams, Trello und so weiter. Ich sehe schon Empfehlungen im Chat. Super, könnt ihr gerne reinschreiben, was ihr verwendet. Da kommen dann so Sachen rein wie: Wann genau ist die Deadline? Wie ist der Status? Vielleicht wollt ihr euch ein paar Tage vorher noch mal erinnern lassen. Das könnt ihr dann mit diesen digitalen Tools abbilden. Theoretisch könnt ihr ja einfach aus dem prototypischen Redaktionsplan und aus dem Kalender für den tatsächlichen Monat schon abbilden, wann dann die Deadlines sind, also wann quasi was veröffentlicht werden muss.
Und ich würde euch, wie gesagt, empfehlen, dass da zumindest ein paar Sachen dabei sind, die ihr wirklich vorplanen könnt. Dass ihr euch also wirklich nicht einfach nur einmal hinsetzt und sagt: „Hm, was poste ich diese Woche?“, sondern dass ihr wirklich guckt: Die und die Sachen kann ich vorbereiten, die und die Sachen kann ich nicht vorbereiten. Da muss erst unser Sommerfest passieren, damit ich zum Beispiel danach vom Sommerfest berichten kann, oder da muss ich erst jemanden interviewen, damit ich danach das Interview mit einer Person veröffentlichen kann.
Okay, wie gesagt, zum Tool: Da gibt es Tools, manche benutzen die, manche benutzen das. Ihr müsst ein Tool finden, was für euch funktioniert. Deswegen möchte ich euch jetzt nicht einfach nur ein Tool vorgeben. Ich möchte nicht sagen, ihr müsst alle Tool XY verwenden, weil vielleicht findet ihr das Tool dann total blöd und sagt, ihr hättet mal lieber Excel verwendet. Sondern probiert da vielleicht mehrere Tools aus, wenn ihr noch nicht sicher seid. Hauptsache, ihr könnt da mit eurem Team gut drin arbeiten.