Ja, also auch noch mal von unserer Seite: Hallo und herzlich willkommen zu der Veranstaltung "Die Bewegung mitgestalten statt konsumieren". Wir freuen uns sehr, hier zu sein. Ihr habt jetzt schon gehört, dass wir von der Stiftung Bürgermut sind, und wir wollen heute mit euch darauf schauen, wie wir Veranstaltungen so gestalten können, dass Menschen bzw. die Leute, die zu diesen Veranstaltungen kommen, nicht nur zuhören, sondern sich wirklich auch als Teil des Geschehens erleben können. Hier noch mal ein paar Infos zu uns auf der Folie. Wir, das seht ihr jetzt hier im Spotlight, wir sind, das sind Rike und Hanna. Armin hat schon gesagt, ich bin Programmmanagerin bei Open Transfer Zusammenhalt. Wir machen in diesem Programm Angebote für die Stärkung der ostdeutschen Zivilgesellschaft und ich bin außerdem jetzt ganz neu, das konnte Armin noch nicht wissen, auch für das Aktionsprogramm Starkes Mandat, das Bürgermeisterinnen und Vertreter in kommunaler Politik in Kommunen in Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt unterstützt, verantwortlich. Und wer bist du, Rike? Genau, ich wurde ja auch schon vorgestellt. Genau. Zusammen mit Hanna habe ich schon jede Menge tolle Veranstaltungen organisiert hier bei der Stiftung Bürgermut. Und deswegen sage ich zu uns beiden jetzt gar nicht mehr viel, sondern noch mal kurz zur Stiftung Bürgermut. Wir haben nämlich neben unserem Programm Open Transfer Zusammenhalt und dem Aktionsprogramm Starkes Mandat noch verschiedene andere Projekte und Zielgruppen, mit denen wir arbeiten. Aber es geht uns dabei immer darum, Vernetzung und Qualifizierungsangebote bereitzustellen und auch mit tollen neuen Formaten so echte Begegnung, echten Austausch zu ermöglichen, um Wirkung und auch gutes Wachstum von Wirksamkeit unserer Projekte zu gewährleisten. Und unser Lieblingsformat als Stiftung ist das Barcamp. Armin, du hast das gerade schon erzählt.
Davon haben wir mittlerweile schon fast 50 Stück unter dem Namen Open Transfer Camps veranstaltet und auch noch mal weitere mit Partnern, und das heißt, wir sind so überzeugt von den ganzen Elementen, die da drinstecken, dass wir davon heute auf jeden Fall noch ein bisschen mehr erzählen werden, aber auch noch so ein paar andere Sachen. Genau. Thema von heute: Also viele von euch, Initiativen, ihr im Raum hier wahrscheinlich auch kennt, dass man plant mit ganz viel Einsatz eine Veranstaltung. Man lädt vielleicht externe Expertise ein, ihr stellt ein gutes Programm zusammen und trotzdem bleibt dann am Ende manchmal das Gefühl, dass es informativ war, aber nicht wirklich verbindend. Es gab vielleicht gute Inhalte, aber wenig Austausch, oder die Inhalte waren stark, aber die Menschen haben sich selbst nicht wirklich darin wiedergefunden. Genau dieser Ausgangspunkt steht auch in den vielen Fragen, die ihr vorab mit der Anmeldung erreicht habt. Ja, auch an dieser Stelle noch mal vielen Dank dafür. Genau. Und was ihr darin vor allen Dingen mit uns geteilt habt, ist: Unsere Teilnehmenden machen nicht so richtig mit, oder ich kriege es nicht hin, dass der Funke überspringt. Ich selbst habe mir ganz viel gedacht, aber irgendwie macht niemand so richtig mit. Und genau, bevor wir da tiefer einsteigen, wollen wir den Spieß noch mal umdrehen und uns von uns selber gucken, denn wir selbst veranstalten ja nicht nur Veranstaltungen, sondern sind auch zu Gast bei anderen Veranstaltungen. Und ich weiß nicht, ihr kennt das vielleicht auch. Ich kenne das ganz gut, dass ich bei einer Veranstaltung ankomme und denke: Warum bin ich eigentlich hier und was ist eigentlich heute hier meine Aufgabe? Und dann wird's ganz schnell schwierig. Und deswegen möchten wir euch heute gar nicht so sehr nur konkrete Tipps und Formate an die Hand geben, sondern auch den Perspektivwechsel machen.
Und da stellen wir uns nämlich die Frage: Was bieten wir Teilnehmenden eigentlich an? In der Programmorganisation sind wir sehr häufig sehr dort, aber eigentlich geht's gar nicht darum, was wir anbieten wollen, sondern wie wir Räume schaffen, wo die Menschen selbst etwas beitragen, erleben oder gemeinsam in Verbindung kommen können. Und das möchten wir uns heute eben genauer angucken. Hanna, was genau haben wir vor? Ja, also wir haben im Prinzip vier Dinge vor. Wir schauen einmal auf die Haltung hinter beteiligenden... Ja, okay. Das erste ist das Intro, das haben wir schon geschafft. Check. Das ist ja auch ganz gut, einmal so einen Überblick zu haben und auch zu wissen, was man schon gemacht hat. Ja, dann schauen wir uns als Nächstes die Haltung hinter beteiligenden Formaten und Veranstaltungen an. Dann stellen wir ein paar Formate vor, von niedrigschwellig bis eher komplex, und gehen da vor allem drauf ein, was man auch in andere Kontexte gut übersetzen kann. Dann machen wir ein kleines Methodenfeuerwerk. Also wir sammeln da aktivierende Elemente und Methoden, die, würden wir sagen, fast überall funktionieren. Und am Ende kommen wir noch mal zu konkreten Mikrotipps für die Praxis, die ihr direkt mitnehmen könnt. Was wir, kleiner Disclaimer, nur am Rande anreißen werden, ist, wie ihr all diese Punkte dann durch gute Veranstaltungsplanung unterstützen oder vor- und nachbereiten könnt. Denn das habt ihr vielleicht auch schon gesehen, morgen Abend können wir uns, sehen wir uns hier gerne wieder, und da gehen wir dann tiefer auf diese Fragen ein, also auf gute Veranstaltungsplanung. Genau. Und bevor wir hier tiefer einsteigen und das Intro komplett abhaken können, würden wir gerne auch von euch gerne per kurzen Nachrichten, gerne in Stichworten, weil wir sehr viele sind, hören: Wenn ihr selbst bei einer Veranstaltung dabei seid als Teilnehmerin, was lässt euch am Ende unzufrieden nach Hause gehen? Da freuen wir uns, wenn ihr ein paar Gedanken mit uns teilt. Und genau, während ihr überlegt und schreibt, ich sehe schon im Chat, wird das Getippe los. Genau. Wie ist denn das bei dir, Hanna? Was ist bei dir so ein Moment, wo du inhaltlich aussteigst? Bei mir ist das auch der Moment, und deswegen haben wir auch den Titel dieser Veranstaltung so gewählt, der Moment, in dem klar wird: Ich bin hier eigentlich nur zum Konsumieren da.
Also, ich komme rein, ich habe jetzt eine Präsenzveranstaltung im Kopf, da nimmt mich niemand so richtig in Empfang. Es gibt da irgendwie wenig Orientierung, dann geht's direkt los mit einem langen Input oder einer Diskussion, wo aber nur die üblichen Verdächtigen sich wichtig machen oder nur die Leute vorne auf einem Podium reden, und am Ende gehen dann alle wieder auseinander nach Hause, und es ist nichts zwischen den Leuten entstanden. Also vielleicht frontiert. Es gibt so Veranstaltungen, da denkt man ja: Okay, ganz nett war, war gut, aber es hätte auch ein Podcast oder eine E-Mail sein können. Also es war nicht wichtig, dass ich dort vor Ort war. Ja, das kenne ich auch. Und wenn ich jetzt in den Chat gucke, da sehe ich auch, dass das anderen auch so geht. Zu viele Vorträge, zu lange, habe ich da schon gesehen. Ich habe auch manchmal das Gefühl, dass Veranstaltungen so komplett an dem vorbeigehen, was Leute eigentlich suchen. Die Absicht ist gut und das Thema ist gut, aber es trifft nicht so ganz das, was man sich erhofft hat, weil eigentlich im Raum total viel Wissen darüber ist, was man eigentlich genau braucht, aber niemand hat danach gefragt. Und ich glaube, dazu haben wir hoffentlich später noch ein paar Gedanken, wie man das gut einsammeln kann. Ich habe jetzt im Chat schon so ein paar Dinge gesehen, eben zu viele Vorträge, zu wenig Pausen, all diese Dinge. Das geht total in Resonanz damit, dass wir auch ganz viel darüber sprechen werden, wie man die Menschen, die da sind, eigentlich ins Gespräch bringt. Weiß nicht, was dir noch aufgefallen ist, Hanna. Genau.
Also, ich kann jetzt das Gefühl gar nicht so schnell lesen, wie ihr schreibt. Genau. Was ich auf jeden Fall auch immer noch, also zu viel Input habe ich ja schon gesagt. Ja, zu wenig Austausch, dann Praxisbezug, der fehlt. So lesen und reden gleichzeitig geht gar nicht so gut. Ja, wenn Inhalt und Ankündigung nicht zusammenpassen und die Zielgruppen nicht klar sind, das auf jeden Fall auch ein wichtiger Punkt. Ja, hier sind auch ein paar Themen dabei, die gehen vielleicht eher Richtung Veranstaltungsplanung. Da können wir morgen noch mal drauf eingehen. Sowas wie zu kleine Räume, das hat jetzt nichts mit dem Format an sich zu tun. Ist aber klar, dass das natürlich auch eine Veranstaltung dann nicht so toll macht. Ja, nur Vorträge. Ja, ein Echo vom Publikum eingefordert. Genau, das wollen wir hier ja verändern. Ist dir noch was aufgefallen, was ich gerade hier überscrollt habe? Nein, aber ich glaube tatsächlich, von den Stichworten, die ich gesehen habe, können wir über ein paar Dinge sprechen, ein paar Dinge morgen, und wir haben ja später auch noch Zeit in der Diskussion, also die Fragen, die ihr über den Chat stellen könnt, vielleicht auch noch weitere Themen aufzumachen, die jetzt bei uns vielleicht keinen Platz finden. Und bevor wir jetzt eben in den Inhalt einsteigen, vielleicht auch noch ein kleiner Hinweis. Wir haben eine Linkliste vorbereitet, weil wir uns auf verschiedene Methodensammlungen beziehen werden, die wir gut finden, oder auf Projekte, wo man sich was abgucken kann oder die man zu sich einladen kann für Veranstaltungen und Formate, damit ihr nicht die Not habt, nebenbei zu googeln oder auf anderen Websites euch zu verlieren, während wir hier sprechen.
Teilen wir hinterher alle Links direkt hier mit euch im Chat, und die werden auch von der DSE im Nachgang noch mal verschickt. Und damit, glaube ich, können wir so richtig loslegen. Mhm. Ja. Wir hatten ja gesagt, wir schauen zuerst auf die Haltung, die hinter solchen beteiligenden Veranstaltungen steckt oder stecken sollte. Wir machen das ganz bewusst, denn man kann super viele Methoden einbauen, Kartenabfragen, Chatfragen für Online-Formate, andere Tools, Abstimmungen, aber trotzdem kann es sein, dass eine Veranstaltung innerlich ein Frontalformat bleibt. Das heißt, die eigentliche Frage ist: Welche Rolle wir unseren Teilnehmenden geben und daran angeknüpft, was traue ich einer Gruppe zu? Ja, und da ist der erste Gedanke, den wir einfach teilen möchten, noch mal: Welche Rolle gebe ich da eigentlich den Teilnehmenden und was traue ich der Gruppe zu? Und wir glauben nämlich, dass sehr viel in den Gruppen schon steckt, das haben wir schon gesagt. Und das muss eben gar nicht das große Fachwissen sein. Wir kennen das ganz auch, wenn wir Kleingruppen machen und eine Frage stellen, dass erstmal alle denken, der Experte, die Expertin da vorne muss sprechen. Aber wenn wir die richtigen Fragen stellen, kommt total viel, worüber man viel passgenauer anknüpfen kann. Und deswegen glauben wir, dass man gucken muss, wo man gute Tipps erntet, Kontakte herstellt oder auch erprobte Lösungen zeigt oder auch einfach teilt, was in der Praxis nicht funktioniert hat, um das beim nächsten Mal besser anzupassen.
Genau. Ja, gerade im Vereins- und Engagementkontext, in dem ihr ja auch alle oder wir unterwegs sind, ist das total wertvoll, weil wir da ja ganz häufig mit ähnlichen Herausforderungen sitzen oder Menschen, die Dinge vor Ort auch schon ausprobiert haben, das teilen können, wissen, was funktioniert, obwohl es vielleicht auch noch gar nicht in irgendeinem Leitfaden steht. Und genau deswegen leiten wir daraus das erste Haltungsprinzip ab, nämlich, dass die Gruppe nicht nur Publikum ist, sondern auch Ressource. Das heißt jetzt nicht, dass es gar keine Inputs mehr geben soll oder keine Expertinnen mehr braucht, sondern das heißt, wir planen nicht nur für Menschen, sondern möglichst auch mit dem, was sie mitbringen. Genau. Und das heißt, huch, jetzt ist hier gesprungen. Das heißt im Alltag eben, wo Erfahrungen abgefragt werden. Wir werden morgen auch noch drüber sprechen. Das kann man auch im Vorfeld machen, aber vor allen Dingen auch während der Veranstaltung selbst, und eben diese Momente zu schaffen, wo klar wird: Es ist hier nicht nur der Sendemoment, oder es ist egal, dass ich hier jetzt sitze, oder ob ich mir das später zu Hause anhöre oder einfach gar nicht dabei bin. Es geht also drum, dass ich als Teilnehmerin das Gefühl habe, das ist aus meiner Perspektive geplant, und diese Nutzerzentrierung, genau das ist auch Teil der Methoden, die wir uns gleich angucken. Genau. Also quasi meine Perspektive ist nicht geduldet, sondern wirklich auch erwünscht. Das verändert total was, und das habe ich jetzt auch hier aus dem Chat schon gelesen, aus dem, was ihr da so berichtet habt. So. Das Nächste, Rike, hatte schon eingeblendet, ist die Frage, wie man Beteiligung erreicht. Und da ist uns total wichtig, dass Beteiligung kein Extra ist, sondern ein Gestaltungsprinzip.
Und das muss auch gar nicht kompliziert sein, sondern da helfen oft schon ganz kleine Veränderungen, nämlich wie man eine Einladung schreibt zu einer Veranstaltung, ob man da wirklich schon zur Beteiligung einlädt und auch schon einen Denkanstoß, einen Impuls mit in die Einladung reinnimmt, dann kürzeren Input und mehr Raum für Diskussion zu lassen, aktivierende Einstiegsfragen zu nutzen, wo alle gleich merken: So, ich muss mich jetzt nicht so hier nach hinten lehnen, sondern ich soll direkt dabei sein. Eine sichtbare Begrüßung auch total wichtig, dann zwischendurch Austausch zu zweit oder in anderen kleinen Gruppen einzubauen. Wenn ihr Infostände habt, dass die ein Beteiligungsangebot sind und man nicht nur den Leuten Flyer in die Hand drückt. Und was auch immer geht, ist eine Transferfrage am Ende einzubauen, statt bloß danke zu sagen, auch wenn es total wichtig ist, auch danke zu sagen. Ja, genau. Also von diesem Thema Beteiligung nicht als Extra zu denken, sondern ein Gestaltungsprinzip draus zu machen, gehen wir aus, denn was wir immer wieder merken in Feedbackumfragen oder auch wenn wir selbst, wir haben vorher drüber gesprochen, uns an Veranstaltungen erinnern, wir erinnern uns auch viel stärker an die Veranstaltungen, wo wir selber was eingebracht haben und wo vor allen Dingen echte Kontakte entstanden sind. Und deswegen ist unser drittes Prinzip, dass Menschen Selbstwirksamkeitserfahrungen bei der Veranstaltung machen müssen, und das genau durch Methoden gefördert, die man einbinden kann und die es helfen, dass die Inhalte auch viel besser ankommen oder man einfach mehr Spaß hat und sich dran erinnert und gerne wiederkommt.
Also zugespitzt, vielleicht: Konsumierende Veranstaltungen fragen vor allem, was möchte ich oder was möchten wir als Veranstalterinnen vermitteln, und beteiligende Veranstaltungen fragen zusätzlich auch noch, was können die Menschen einbringen, erleben und miteinander entwickeln, damit alle motiviert hinausgehen und etwas mitnehmen. Bevor wir jetzt in konkrete Formate gehen, Rike, eine kurze Frage an dich. Woran merkst du denn persönlich, dass eine Veranstaltung genau diesen Sprung schafft? Also weg von reinem Input hin zu einer echten Beteiligung. Ja, das ist immer diese große Zitterpartie, auch wenn wir selber Veranstaltungen organisieren, ob das funktioniert. Und das ist immer dieser Moment, da kippt die Energie irgendwie bzw. also sie verbessert sich, weil nicht mehr die Leute suchend im Raum stehen und hoffen, dass es gleich losgeht, damit sie sich irgendwie verstecken können im Publikum, sondern wenn sie irgendwie wissen: Ah, das ist mein Ort, ich kann den gestalten und ich kann hier ins Gespräch gehen, ich kann mitmachen, und das ist irgendwie spürbar im Raum. Genau. Und ja, diese andere Qualität, die wollen wir gemeinsam erzeugen. Also lass uns loslegen, oder? Genau, darum geht's. Wie schaffen wir diese Momente nicht nur zufällig, sondern wie kreieren wir die ganz bewusst?
Also Veranstaltungsformate von niedrigschwellig bis komplexer. Wir schauen jetzt auf einige Formate, die Beteiligung auf unterschiedliche Weise ermöglichen. Wichtig ist für uns vor allem dabei, es gibt jetzt nicht das eine richtige Format für alle Anlässe, also nicht ein Format, das ihr immer nutzen könnt, sondern wichtig ist, dass ihr überlegt: Wer ist da, also wer sind die Leute, die kommen? Wie offen kann oder soll das Format sein, was ist das Ziel eurer Veranstaltung und wie viel Orientierung brauchen eure Teilnehmenden dafür? Und wir wollen auch bei jedem Format mitdenken, wenn wir da jetzt durchgehen, wie könnte das in einem Verein oder einer Initiative, also gerade in der kleinen ehrenamtlichen Struktur, auch konkret aussehen. So, und wir starten mit unserem schon angekündigten Barcamp. Genau, das habe ich am Anfang jetzt schon mehrfach erwähnt. Wir sind große Fans von diesem Barcamp-Format, und das Barcamp ist sowas Ähnliches wie ein Open Space. Das ist ein anderer Begriff, der eine ähnliche Methode beschreibt. Und mich würde interessieren, vielleicht könnt ihr im Chat kurz mal schreiben, ob ihr schon mal von, also wisst ihr, was ein Barcamp ist, oder vielleicht schon mal bei einem dabei wart, so ein einfaches Ja oder Nein, dass wir so ein Gefühl dafür bekommen, wie gut ihr mit dem Format schon vertraut seid.
Da sehe ich eher viele Neins, aber mal gucken, wie es weitergeht. Genau. Also, ein Barcamp ist eine sogenannte Unkonferenz. Das heißt, die Idee eines Barcamps ist, dass wir vorher als Veranstalterinnen, also ich tue jetzt mal so, in diesem Fall wir als Stiftung Bürgermut würden ein Barcamp organisieren, gar nicht wissen, was inhaltlich an diesem Tag genau passieren wird. Wir geben eine Leitfrage oder eine Überschrift vor und laden die Teilnehmenden ein, die Themen zu füllen mit eigenen Fragestellungen, die sie diskutieren möchten mit anderen, mit Erfahrungen, die sie gemacht haben, oder mit konkreten Praxisbeispielen, die sie einfach teilen möchten. Und das lässt total gut zu, eben dieses ganze Wissen, das in Gruppen steckt, zu ernten, dass neue Themen und Ansätze wichtig werden, weil ganz oft erlebe ich das auch bei Veranstaltungen, dass vor einem Jahr sich Workshops ausgedacht wurden, die gut und praktisch ins Programm passen, die aber zum Zeitpunkt der Veranstaltung aufgrund aktueller Ereignisse total überholt sind. Also z. B. wie bei uns im Bereich passiert gerade viel bei Förderungen in Demokratieprojekten, und da gibt's immer wieder neue Gesprächsanlässe und Wünsche, Gruppen zu bilden, und das lässt so ein Format natürlich total gut zu. Und das betrifft auch viele Beispiele in kommunalen Kontexten, wo man das gut einarbeiten kann. Und das Barcamp, das macht eben zur Chance, dass man Offenheit gewährleisten kann, aber in einem guten Rahmen, den man schafft, denn das ist dabei total wichtig, und es gibt dann Raum für Austausch. Man kann gemeinsam finden, woran man weiterarbeiten möchte, und wird nicht in feste Schienen gepresst.
Genau. Mal anknüpfen. Das Wichtige ist quasi, dass man, oder was die Barcamps so spannend macht und wieso wir sie so gerne mögen, ist nicht nur die Offenheit, sondern auch die Haltung dahinter, nämlich, dass wir der Gruppe, also den Leuten, die da kommen, zutrauen, dass sie die Relevanz selbst erzeugen. Also, wir sagen nicht vorher: Wir wissen jetzt, wir wissen schon genau, was für euch wichtig ist. Und deswegen haben wir euch hier diese Themen vorbereitet, sondern wir schaffen einen Rahmen, in dem ihr sichtbar macht, was für euch gerade wichtig ist. Und was bei dem Format total gut gelingt, wenn man den richtigen Rahmen schafft, ist, dass man Menschen die Angst nimmt, sich selber als Expertin für etwas hinzustellen, denn die meisten denken ja immer erst: Ich habe hier nichts beizutragen. Und deswegen möchten wir uns jetzt gleich angucken, wie man eigentlich den guten Rahmen dafür setzt, dass Menschen nicht auf die Perfektion warten oder auf den Doktortitel in dem Fachbereich, zu dem sie gerade sprechen, sondern einfach dabei sein können. Und unsere Annahme ist nämlich, dass das deutlich leichter wird, wenn man in kleinen Gruppen miteinander über Themen erstmal sprechen kann, anstatt dass das in der großen Gruppe besprochen wird. Das werden wir später auch noch vertiefen, aber gerade beim Barcamp können die Menschen die Themen für sich auch so zusammenstellen, wie es für sie gerade passt. Und genau wie man den Rahmen dafür schafft, damit das auch gelingt, das gucken wir uns jetzt an.
Ja, danke. Das, ihr könnt euch das später natürlich noch mal detailliert anschauen. Das ist jetzt einfach ein Screenshot von unserem letzten Barcamp. Und ich würde gerne drei kleine Sachen kurz hervorheben. Und zwar die Details zur Einleitung, das ist da links unten. Da haben wir quasi nicht nur geschrieben: „Hallo Barcamp, hier findet das statt, bitte kommt alle her", sondern wir haben genau geschrieben: „Du bist hier richtig, wenn", und verschiedene Akteure und auch schon die Expertise, die sie mitbringen, aufgelistet, sodass man sich da gut wiederfinden kann. Und auch weiß: Hey, ich bin hier richtig. Und aber auch wissen, welchen anderen Leuten begegne ich dort vielleicht? Dann haben wir einen Bereich, das ist da auf der rechten Seite, wo man Sessions einreichen kann bzw. wo bereits eingereichte Sessions auch schon sind. Und da ist auch wichtig, nicht nur aufzurufen: Ihr könnt euch beteiligen am Programm, sondern zu erklären, wie das geht, Beispiele zu zeigen, was das sein kann. Ihr könnt Inputs dazu einreichen. Ihr könnt eure aktuelle Arbeit vorstellen. Ihr könnt eine Frage mitbringen, die ihr diskutieren wollt. Ihr könnt eine Herausforderung mitbringen, zu der ihr Beratung von anderen wollt. Das schreiben wir schon alles immer mit in die Einladung, und dann können die anderen auch auf der Website die bereits eingereichten Sessions sehen. Das heißt sehen, was andere Leute vorhaben, und sich davon inspirieren lassen. Also die Idee, das so niedrigschwellig wie möglich zu machen mit Beispielen und mit Anregungen. Genau. Und jetzt habe ich im Chat schon das passende Stichwort gesehen. Wie lange dauert so ein Barcamp und ist das nicht ein ganz schön hoher Aufwand? Genau, das Barcamp ist schon was Größeres. Wir sagen immer, so unter 50 oder 60 Personen funktioniert das nicht gut, und wir nehmen uns dafür tatsächlich einen ganzen Tag Zeit. Und keine Angst, wir werden nämlich gleich noch ableiten, was kann man denn aus diesen Barcamp-Elementen lernen, um das für sich auch runterzubrechen und in kleinere Kontexte zu übertragen. Denn natürlich macht nicht jeder von Ihnen und euch so eine große Veranstaltung im Alltag mal so eben nebenbei, sondern kann einfach davon gucken, wie kriege ich die Leute aktiviert. Genau. Was wir nämlich uns, wenn wir auf Barcamps gucken, abgucken können, ist das vor allen Dingen, dass wir Teilnehmende vorab schon einladen, Themen zu teilen. Also bei uns kann man die Sessions vorher schon einreichen, damit man sich das schon überlegen kann, aber vor allen Dingen auch am Veranstaltungstag das selbst noch tun.
Also, das heißt, einzelne Slots im Programm offen zu lassen, wo die Gelegenheit ist, aktuelle Themen aufzugreifen, auch wenn man die Veranstaltung von langer Hand geplant hat. Was wir auch machen, ist, diese Barcamp-Sessions an einer großen Wand zu planen, wo man die ganzen Themen sehen kann, und auch da wird ja noch mal sichtbar, welche Personen zu welchen Themen gerade sprechen wollen. Also diese Idee, dass man die Wände hat, an denen Menschen sagen können: Dieses Thema interessiert mich, das kennt ihr vielleicht auch von einigen Veranstaltungen, das taugt an der Stelle auch total gut. Und was vor allen Dingen beim Barcamp mich auch sehr begeistert, ist, es gibt da ein paar Regeln, die man mit den Teilnehmenden teilt, ist das sogenannte Law of Feet, also das Gesetz der zwei Füße. Und das besagt nämlich, dass man auch zwischen Veranstaltungsräumen wechseln darf, wenn man das Gefühl hat, man hat an der Stelle schon alles gehört und möchte noch woanders reinschauen und das Thema trifft nicht so ganz, denn es gibt ja nichts Schlimmeres, als in einem Workshop zu sitzen, zu merken: Ich bin hier falsch, aber es sich dann wie ein Affront anfühlt, wenn man rausgeht. Und deswegen gilt auch beim Barcamp immer wieder, wie bei allen anderen Veranstaltungen, einen guten Rahmen zu setzen, wo erklärt ist, dass es auch völlig in Ordnung ist, sich die Themen rauszusuchen, die man gerade brauchen kann. Jetzt ist hier ein kleiner Hinweis noch auf das Thema: Die Agenda und die Teilnehmenden, die von den Teilnehmenden priorisieren zu lassen, weil beim Barcamp kann es sein, dass deutlich mehr Sessions eingereicht werden, als man eigentlich Platz im Programm hat, denn es gibt beim Barcamp in der Regel nacheinander zwei oder drei Runden, in denen parallel ein paar Sessions stattfinden. Je nachdem, wie groß das Barcamp ist, können das drei oder vier oder fünf parallele Veranstaltungen sein, und das eben in mehreren Runden. Und wenn der Plan voll ist, dann muss man gemeinsam mit dem Publikum abstimmen, welche Sessions können wir vielleicht zusammenlegen oder welches Thema ist uns besonders wichtig. Und das kann man natürlich auch bei gemischten großen Treffen machen, wo verschiedene Themen zu diskutieren sind. Und dazu passt gut die Lean Coffee Methode, die wir auch im Nachgang noch mal rumschicken, die eine ganz einfache Anleitung bietet, wie man das schaffen kann, schnell und einfach in Gruppenprozessen zu moderieren, wie man Themen auf der Agenda nach oben oder nach unten schiebt und wie lange man sich dafür Zeit nehmen möchte. Und diese Lean Coffee Methode, also so ein schlanker Kaffee heißt es, glaube ich, übersetzt, das passt ganz gut auch zum Barcamp, weil alles aus dieser agilen Arbeitswelt kommt, die eben sehr guckt: Was ist gerade dran, was ist gerade wichtig, Rahmenbedingungen verändern sich schnell? Wie bleiben wir am Puls der Zeit?
Runtergebrochen für die Praxis, was kann ich quasi mitnehmen, z. B. für meinen Verein vom Barcamp. Also angenommen, ihr macht sowas wie einen Fachtag oder eine andere Veranstaltung, und ihr plant da die meisten Programmpunkte fest vor und verschickt eine Agenda mit Inhalten und Beitragenden. Dann könnt ihr euch dafür entscheiden, dass ihr nicht das komplette Programm feststehend verschickt, sondern nach dem Mittagessen vielleicht zwei oder drei offene Runden mit Fragen einbaut. Die Fragen könnten sein: Welche Themenfragen oder Erfahrungen brauchen heute noch Raum? Was fehlt im Programm? Welche Fragen treiben euch gerade in eurer Arbeit um? Und dann könnten sich da Gesprächsrunden zu bilden. Das ist dann kein volles Barcamp, aber diese Logik der Mitgestaltung, des Selbst-Themen-Mitbringens hättet ihr dann schon umgesetzt. Und wenn sich dann hier Menschen melden, könnte man sie ermuntern, eine dieser offenen Themenrunden selbst zu gestalten. Genau. Und ich werde jetzt nicht auf alle Dinge, die schon im Chat stehen, jetzt eingehen. Das, hoffe ich, machen wir hinterher, aber ich habe da trotzdem gerade ein Stichwort gesehen. Es ist nämlich auch das, worauf wir noch mal eingehen wollten. Es ist natürlich nicht in jedem Kontext so einfach, dass Leute sich trauen, eine Session einzureichen, sich nach vorne zu stellen und zu sagen: Darüber möchte ich sprechen. Aber gerade da kann man natürlich im Vorfeld schon Leute ermutigen und den Rahmen möglichst niedrigschwellig setzen, das wirklich auch klein und vertraulich zu halten.
Und was wir auch schon gemacht haben, ist anzubieten, dass jemand aus unserem Team inhaltlich hilft, diese Session zu moderieren, zu leiten. Also, dass wir da Ehrenamtliche aus unserem Umfeld haben oder auch natürlich bei uns ist auch Hauptamt im Spiel, und wenn Menschen sagen: Ich habe da ein Thema, ich möchte darüber sprechen, aber sich nicht trauen, eine Session anzubieten, zu sagen: Komm, wir schaffen dir den Rahmen, aber du kannst da noch mal dein Wissen, deine Erfahrung teilen, damit du das nicht alles selbst organisieren musst, denn das ist natürlich eine Hürde, die man abbauen kann. Ja, und jetzt habe ich gesehen, dass viele nach kleineren Formaten gefragt haben. Das ist dein Stichwort, Hanna, denn das ist der nächste Punkt. Dann haben wir als Nächstes so über Thema World Café oder Kleingruppengespräche an z. B. Tischen. Also ein zweites Format, wir haben jetzt das Barcamp gesehen, sehr groß. Aber auch ein etwas strukturierteres Format ist das World Café. Das kennen wahrscheinlich ganz viele von euch. World Café, aber auch andere von so Kleingruppenformaten benutzt ihr wahrscheinlich auch alle schon oder führt ihr schon durch. Und wir wollen aber noch mal genauer hinschauen, wo da die Knackpunkte, aber auch die Möglichkeiten liegen. Aber grundsätzlich noch mal, damit wir alle auf dem gleichen Stand sind, bei solchen Formaten geht es darum, zu einer oder mehreren Fragen in kleinen Gruppen ins Gespräch zu kommen. Es sind dann häufig Tische oder Stationen. Beim World Café gibt es noch Wechsel zwischen diesen verschiedenen Stationen. Und man arbeitet an den Ergebnissen der anderen weiter. Genau. Und ich weiß nicht, wie es euch geht. Ich habe schon bei einigen World Cafés teilgenommen, und das war manchmal ganz schön wuselig und ganz schön chaotisch, weil der Rahmen nicht klargesetzt worden ist.
Und da gehen wir noch mal zurück, und auch auf das Thema, was wir morgen besprechen werden, da zählt ja, welchen guten Rahmen können wir da eigentlich setzen. Und wir werden euch im Nachgang noch den Link teilen zu einer Anleitung, wie man World Cafés, also so wechselnde Kleingruppentischarbeit, gut organisieren kann, von JoDDiD. Das ist die John-Dewey-Forschungsstelle für die Didaktik der Demokratie, denn die haben sich das noch mal neu angeguckt und so ganz viele tolle kleine Kulturtipps, Hinweise gegeben, wie man den Raum so gestaltet, dass auch Leute, die es nicht gut geübt sind, gut moderieren können, wie man mit kleinen Aufmerksamkeiten den Raum ruhiger gestaltet und insgesamt das Ganze noch viel gewinnbringender veranstalten kann, denn genau, es gibt einfach sehr viele Sachen an Formaten, die ihr vielleicht schon mal ausprobiert habt. Ich habe das ja auch gesehen, auch bei Barcamps, die man einfach noch mal eine Ecke weiterdrehen kann, damit der Rahmen wieder stimmt und die Teilnehmenden sich wirklich trauen mitzumachen und auch bis zum Schluss dabei bleiben. Also genau, so können wir da noch mal tiefer reingehen.
Wieso mögen wir Kleingruppenformate oder was ist daran besonders schön? Es eignet sich, wenn ihr Perspektiven von vielen Leuten sammeln wollt. Und wenn ihr viele Leute aktiv beteiligen möchtet, es eignet sich außerdem, wenn ihr einen Austausch ermöglichen wollt, der nicht unbedingt völlig offen ist. Also, wenn ihr ein Thema oder eine Leitfrage schon setzen wollt, es ist auch möglich, pro Kleingruppe eine Moderation dazuzusetzen. Ist aber natürlich auch eine Frage der Ressourcen, ob ihr da genug Leute für habt. Und es ist auch sehr geeignet, wenn ihr schon wisst, dass im Plenum sich sonst nur die gleichen drei, fünf Leute melden würden und ihr aber wollt, dass da mehr Leute mitsprechen. So, also der Vorteil ist, die Leute kommen leichter ins Sprechen. Die Hürde ist natürlich kleiner, in der kleinen Gruppe zu sprechen. Zu dritt z. B. ist es deutlich... Genau. Genau. Die Hürde ist kleiner, es ist leichter zu sprechen mit den Leuten, aber es ist auch so, dass, wenn ich zu dritt mit Leuten an einem Tisch sitze, ist es deutlich unangenehmer, nicht zu sprechen. Das heißt, quasi die, ja, ist auch wahrscheinlicher, dass die Leute dann ins Sprechen kommen. Wir haben das dann häufig gemacht, wenn wir gemerkt haben, es gibt Themen, die total viele Leute besprechen, aber die Beiträge im Plenum dann auch häufig ein bisschen unkonkret oder zu kurz bleiben. Ein konkretes Beispiel für die Praxis wäre, wenn sich ein Verein oder ein Netzwerk fragen würde: Wie schaffen wir es, dass sich neue Engagierte bei uns willkommen fühlen?
Vielleicht gibt's eine Mitgliederversammlung mit 20 Personen, und da würde es sich dann anbieten, anstatt mit den 20 Personen im Plenum zu diskutieren und nur oder nur Tipps von vorne zu geben, dass ihr Tische mit fünf bis acht Plätzen bereitstellt und da Leitfragen hinlegt. Die könnten in dem Fall z. B. sein: Was hilft beim Ankommen? Was schreckt eher ab beim Ankommen oder an der Kultur in diesem Verein oder Netzwerk, und welche guten Erfahrungen haben wir schon gemacht? Das wäre jetzt so die Standardversion für Kleingruppengespräche, aber auch da merkt man schon total, wie viel Wissen und Ideen und Erfahrungen da schon im Raum stecken. Aber auch hier kann es natürlich passieren, dass sich Leute zurücklehnen oder dass eine lautere Person oder eine Person, die eher gerne und viel redet, viel Raum nimmt und die Kleingruppe dominiert. Was kann man denn dann tun? Genau. Jetzt kommen wir auf so kleine Methoden, die man in fast allen Formaten irgendwie unterbringen kann oder die gut passen könnten. Das ist unser kleines angekündigtes Feuerwerk, und die Lieblingsmethode oder der Lieblingsbaukasten, den ich hier ans Herz legen möchte, sind die Liberating Structures. Das heißt sowas wie befreiende Strukturen, weil es einen im Grunde davon entbindet, in dem Moment aktiv zu intervenieren, zu moderieren, sich zu überlegen, wie man weitermacht, sondern sich auf die Inhalte konzentrieren kann, um wirklich an den Themen zu arbeiten. Und diese ganzen Methoden, davon gibt's in der Ursprungsvariante 33, mittlerweile wurden aber auch noch weitere gegründet oder erfunden und benannt. Die kann man alle auf einer Website sich angucken mit ganz kleinen kurzen Steckbriefen.
Also das sind Formate, die sind in der Regel so runtergebrochen, dass Menschen, die nicht sehr viel Moderationserfahrung haben, einfach mit einer Anleitung die Gruppe anführen können und vor allen Dingen auch selbst gar nicht so stark moderieren müssen, weil die Regeln selbst schon vorgeben, wie die Gruppe sich selbst moderieren kann. Und da gucken wir uns jetzt mal auf die Schnelle einfach drei von diesen 33 ein bisschen genauer an. Vielleicht habt ihr die eine oder andere auch schon im Alltag erlebt, aber nicht gewusst, dass sie zu diesem Baukasten gehört. Genau. Das erste Beispiel, das habe ich schon ein paar Mal gemacht und finde das eine total schöne Methode, heißt das Conversation Café. Ich schiebe da noch ein, dass die Begründerinnen dieser Strukturen mittlerweile auch an deutschen Titeln und deutschen Grafiken arbeiten, denn die Beschreibungen sind schon alle auf Deutsch verfügbar. Dieses Conversation Café, das macht man in Gruppen von vier bis sieben Personen, und das haben wir auch schon in größeren Veranstaltungen gemacht, indem wir viele kleine Runden geschaffen haben. Da geht's darum, in komplexen Situationen bei einem größeren Problem oder vielleicht auch in Streitfällen oder genau, kontroversen Themen ein ruhiges Gespräch zu ermöglichen, an dem alle sich beteiligen können. Und die Grundidee dabei ist, dass man sprechen kann und zuhören kann nach klaren Regeln, die für alle irgendwie nachvollziehbar und gleich sind, in mehreren Runden. Und das Ganze funktioniert in einem Kreis.
Erst sagen alle was, dann dürfen alle noch mal reagieren, und dann geht's in eine kleine offene Diskussion. Kein großes Hexenwerk, aber dadurch, dass man sich auf gemeinsame Regeln geeinigt hat, funktioniert das tatsächlich sehr gut, um eben Ungleichgewichte im Redeverhalten auch auszugleichen und die Stillen zu beteiligen. Eine zweite Methode, die ich auch total super finde, heißt TRIZ, und das ist eine sogenannte Kopfstandmethode, weil wir oft sehr verkopft darin sind, darüber nachzudenken, wie man Dinge gestalten könnte oder was gerade nicht so gut läuft. Und das sind z. B. so Fragen wie: Wir haben Nachwuchsprobleme im Verein, woran liegt's denn? Und bei TRIZ stellt man sich am Anfang die Methode: Wie machen wir es denn so, dass wirklich niemand mehr bei uns mitmachen möchte? Und in diesen Runden, in mehreren Runden auch ähnlich gut strukturiert wie die Methode, darüber macht man sich dann darüber Gedanken auf eine ganz lustige, absurde Weise, was alles sein könnte, damit Leute nicht mitmachen. Macht sich dann mit jedem Schritt ein bisschen ehrlicher, wo da vielleicht auch ein Fünkchen Wahrheit drinsteckt, was man vielleicht auch doch schon ein bisschen im Alltag leider tut, um sich selbst zu sabotieren, und kommt so schrittweise zu einer Lösung, die aber mit ein bisschen Humor genau behaftet ist und das deswegen leichter macht, darüber zu sprechen. Und ein Teil der Methode ist eine weitere Mikromethode, die wir bei unseren Veranstaltungen tatsächlich sehr oft einsetzen, und die heißt 1-2-4-alle.
Vielleicht seid ihr schon mal da reingekommen. Die geht davon aus, dass bei großen Fragen, die sich Menschen stellen, alle erstmal kurz Zeit haben, sich alleine Gedanken darüber zu machen, sich ein paar Notizen zu machen, denn das geht ja manchmal auch verloren, dass man in Veranstaltungen Zeit dazu hat, mal kurz selbst innezuhalten und sich zu fragen: Was ist eigentlich mein Gedanke dazu? Und dann im nächsten Schritt, moderiert immer mit Uhr und Wecker oder etwas, was klingelt, bewaffnet, in ein Zweiergespräch zu gehen, sich eine Person zu suchen und darüber zu sprechen, was man aufgeschrieben hat, Gemeinsamkeiten festzustellen und Unterschiede zu finden. Und dann treffen sich diese Paare mit einem weiteren Paar und sprechen noch mal darüber und gleichen ab, wo die großen Gemeinsamkeiten sind und wo die größten Unterschiede sind. Und so hat man innerhalb kürzester Zeit einfach sehr viel Wissen zusammengefügt, anstatt dass jeder zum hundertsten Mal das Gleiche gesagt hat. Und deswegen ist das immer sehr leicht und schnell einzubinden. Und was man für diese Methoden in der Regel braucht, wie ich schon sagte, ist einfach eine Stoppuhr. Am besten eine, die direkt klingelt, da gibt's auch tolle Apps für. Oder man hat einfach einen Gong und ein Handy mit einer Zeituhr. Und das war's in der Regel schon. Die Anleitung kann man eben für sich selbst als Moderation ausdrucken oder auch tatsächlich für die Teilnehmenden selbst, denn wenn man ein bisschen geübt ist, kann man sich damit auch einfach direkt selbst moderieren.
Dann habe ich noch hier einen zweiten Baukasten, und der kommt aus dem Bereich des Design Thinking. Das ist also ein, genau, also Design Thinking kann man sogar studieren in Potsdam und auch anderswo. So tief können wir jetzt leider nicht reingehen, aber das ist eine Methode, die sehr stark darauf guckt, und das haben wir schon öfter gesagt, wie man eigentlich nutzerinnenzentriert ein Produkt entwickeln kann oder also eine Veranstaltung entwickeln kann oder vielleicht Dorfentwicklung, Stadtentwicklung so machen kann, dass es auch zu den Leuten passt, die es nutzen sollen, oder eben auch die Vereinsarbeit attraktiver zu gestalten für Menschen, die dazukommen sollen, die vielleicht noch gar nicht wissen, wo sie andocken können. Und das Ganze passiert immer in einem komplexen Prozess von verschiedenen Phasen. Und für jede dieser Phasen gibt's auch einen ganz tollen Methodenkoffer. Auch dazu haben wir einen Link für hinterher parat, wo man da tiefer drin stöbern kann, denn es geht immer drum zu verstehen, was eigentlich das Problem ist, dann auch zu beobachten oder auch Interviews zu führen, ob das wirklich das Problem ist, dass man da identifiziert hat, zu gucken, wer guckt da eigentlich auf das Problem, wie könnten erste Lösungen aussehen, und dann auch tatsächlich kleine Beispiele zu basteln und mal zu testen oder sich anzugucken, wie würde denn unsere Lösung eigentlich aussehen, wenn wir sie mal abbilden. Und ein Teil daraus, vielleicht auch schon mal untergekommen, sind die Persona-Methoden, die in den Fokus stellen: Mit wem arbeiten wir eigentlich, für wen arbeiten wir eigentlich? Und da würde ich ein Beispiel mitgeben aus einem Verein.
Ich habe mal mit einem Landfrauenverein gearbeitet, die eben das Problem hatten, dass ihre Mitgliedsstruktur zu überaltern drohte und sich gefragt haben, wo der Nachwuchs herkommt. Und die Diskussionen und Punkte, die wir dazu gesammelt haben, die sind immer sehr allgemein und oberflächlich geblieben. Es hieß immer: Ne, wir sind doch offen für alle, und wir können uns an alles anpassen. Und dann haben wir als Organisatorinnen mit der Persona-Methode gearbeitet. Das heißt, wir haben ein paar junge Frauen, es ging da darum, Landfrauen möchten auch jüngere Frauen haben, die dabei mitmachen, so als Personen an die Wand zu hängen mit dem echten Foto und mit ein paar Beschreibungen, wer das so ist. Das war die junge urbane Kräuterhexe oder die junge Mutter, die zwar aus dem Dorf kommt, aber mit den zwei kleinen Kindern am Abend gar keine Zeit hat, wenn die meisten Veranstaltungen stattfinden. Und dann ging es darum: Was bieten wir der Person eigentlich an oder was macht das eigentlich mit uns, wenn diese Person in unserer Runde sitzt? Und das hat einen riesengroßen Unterschied darin gemacht, wie ehrlich man darüber sprechen konnte, wie man eigentlich mit seinem Verein weitermachen möchte oder was man vielleicht auch verändern müsste, wenn man sich öffnen möchte für neue Zielgruppen. Und das heißt, solche Beispiele kann man da gut nachvollziehen in diesen Methodenkoffern, die wir gerne mit euch teilen möchten. Und das kann man nämlich zum einen nutzen, um wirklich in Veranstaltungen mit Menschen zu arbeiten. Aber auch in der Planung von Veranstaltungen machen wir das sehr gerne, ne, Hanna, dass wir uns in eine Veranstaltung angucken und überlegen: Okay, wenn ich da jetzt hinkomme, hm, ich stell mir jetzt mal vor, ich bin Ehrenamtliche und bin morgens um 5 Uhr losgefahren, habe ich dann überhaupt um 12 Uhr noch Zeit und Lust, mich mit dem Thema zu beschäftigen?
Und so ähnlich kann man ja sowohl Veranstaltungsplanung denken als sich auch den Problemen und Diskussionen innerhalb von Vereinsveranstaltungen widmen. Ja, ich glaube, das waren jetzt erstmal ein paar kleine Einsätze. Ja, es gibt natürlich noch jede Menge weiterer moderierter Gesprächsformate, und da würden wir gerne noch mal den Hinweis geben, dass es auch einige gibt, die rumreisen, die ihr zu euch einladen könnt oder die tolle Weiterbildungen machen. Das heißt, ihr müsst auch nicht immer alles selber machen. Da, das tun wir euch auch auf die Linkliste. Ich sag schon mal das Format „Sprechen und Zuhören". Oder DemoS.am z. B. Und es gibt natürlich auch Menschen und Organisationen, die helfen dabei, konfliktgeladenere Veranstaltungen gut zu planen und auch zu moderieren. Da ist z. B. der vom Kooperationsverbund Demokratische Konfliktbearbeitung, die machen da ein paar ganz coole Sachen. Da ist z. B. Aktion Zivilcourage dabei und das Kompetenznetzwerk Kommunale Konfliktberatung. Vielleicht habt ihr von denen schon mal gehört. Und genau, obwohl da jetzt auch der Hinweis ist, wegen der aktuellen politischen Entscheidungen bei Demokratie leben, wissen wir da nicht genau, wie es weitergeht.
Genau. Damit noch mal zusammengefasst zu unseren Kleingruppenformaten. Die Frage ist ja auch immer: Was ist eine Kleingruppe? Das Wichtigste für uns ist immer einfach so zu machen, dass Menschen das Gefühl haben, sie trauen sich zu sprechen, und manchmal aber auch wirklich, sie müssen sprechen. Wir machen z. B. sehr gerne so kleine Murmelrunden bei unseren Veranstaltungen zwischendrin, wo sich Menschen mit ihrem Sitznachbarn kennenlernen oder in der Kleingruppe darüber austauschen: Was macht dir eigentlich Mut gerade oder was gibt dir Zuversicht, um überhaupt Menschen ins Gespräch zu bringen? Und da haben wir mittlerweile gemerkt, dass da die Dreiergruppe das Beste ist, weil manchmal ist eine Person ja auch gerade schlecht drauf oder sehr schüchtern oder sehr dominant, und dann ist man in der Dreiergruppe in der besseren Situation, damit umzugehen. Das vielleicht noch als ein Gedanke zu Kleingruppen, und damit können wir vielleicht zum Erzählcafé übergehen. Hanna? Ja, bzw. also will ich das sogar ein bisschen weiter fassen.
Also Erzählcafé oder so Formate, wo man Thema plus Aktionen hat oder Thema plus gemeinsames Tun, haben wir es hier auf der Folie genannt. Und da geht's grundsätzlich darum, dass man meistens Gespräche mit Aktionen verbindet, oder das ist besonders stark dann, wenn es um Gemeinschaft geht, wenn es darum geht, Erfahrungswissen zu teilen oder auch generationsübergreifenden Austausch zu stiften. Und das stärkt auch meistens eine bestimmte Kompetenz und ein Bedürfnis, dass wir alle in uns tragen, nämlich ausreden lassen, zuhören, wirklich verstehen, was die andere Person da gerade erzählt, statt direkt affektiv darauf zu reagieren. Und die Erfahrung, die jetzt nicht nur wir gemacht haben, sondern viele andere auch, ist, dass Leute häufig leichter miteinander ins Gespräch kommen, wenn das Gespräch, der Anlass, an irgendetwas Konkretes gebunden ist. Das kann ein Gegenstand sein, ne? Das können Erinnerungen sein. Da werden wir in dem Bereich Erzählcafé, aber eben auch über gemeinsames Kochen oder andere kleine Kreativaktionen. Es gibt total tolle Anleitungen, wie man Erzählcafés umsetzt. Auch das findet ihr in der Linkliste später. Und das Wichtigste dabei ist, dass die Leute kommen, die dieses Thema, das ihr da setzt, anspricht und die mehr darüber erfahren wollen. Das heißt, es geht da irgendwie auch um so intuitives Wissen, und wir als Veranstalterinnen können dadurch zuhören, aber natürlich auch trotzdem Anknüpfungspunkte hören, auch hören, was Wünsche sind, was vielleicht auch verloren gegangen ist, und welche Themen die Menschen interessieren. Und das heißt auch was, was wir dafür für unsere weitere Arbeit oder unser weiteres Engagement mitnehmen können. Und natürlich für alle, die da sind, entsteht eine neue Verbundenheit. Genau.
Und wir haben dann noch ein paar Beispiele von Projekten, wo man sich vielleicht was abgucken kann oder die man auch zu sich einladen kann oder genau, gemeinsame Veranstaltungen durchführen kann. Ein Projekt, was ich total toll fand, das ist im Moment aber gerade auf Pause, ist das sogenannte Tauschhausmobil. Wir haben das Haus vergessen, sehe ich gerade. Das ist nämlich die Idee von einer Art Erzählcafé, aber auf rollenden Rädern, also ein Format, was gerade im ländlichen Raum auch total gut funktioniert, wo die Menschen vielleicht nicht einen langen Weg auf sich nehmen, um zu einem Erzählcafé zu gehen. Dieses Tauschhausmobil, das hat eine Art Trödeltauschstand als Bäckerwagen, und also wie so ein Bäckerwagen, der über die Dörfer fährt, umgebaut, und teilweise sind auch Menschen, die da etwas aus ihrem eigenen Haushalt reingelegt haben, altes Geschirr oder eine schöne Vase von ihrer Oma, mitgefahren und haben über diese Gegenstände gesprochen, denn das ist ja auch was sehr Biografisches und auch teilweise was, gerade in der älteren Generation sehr stark anknüpft. Das hatte meine Oma auch, oder ach Mensch, damit hat mein Sohn gespielt, und darüber Gespräche und Begegnungen entstehen, die erst möglich machen, auch andere politische Themen zu behandeln oder gesellschaftliche Fragen. Und genau dieses aufsuchende Format macht's ja auch noch mal leichter, an neue Menschen ranzukommen, die vielleicht beim nächsten Mal, wenn sie einen kennen, dann auch bereit sind, zu einer echten Veranstaltung zu kommen.
Genau, das ist das Thema mit Sachen. Dann zum Thema mit Essen haben wir zwei Projekte rausgesucht, und zwar Humustopia und Über den Tellerrand kochen. Vielleicht kennen es einige von euch auch. Bei Humustopia geht's um Hummus, Essen und konstruktive Diskussionen zu politisch-gesellschaftlichen Fragen zu führen. Bei Über den Tellerrand kocht man gemeinsam. Und generell würden wir sagen, dass alles mit Essen, egal wen wir da fragen, gleich immer mindestens doppelt so attraktiv ist, dahinzukommen. Und gemeinsam kochen oder auch Essen mitbringen für eine Veranstaltung ist aber auch eine Form der Beteiligung. Das ist total wichtig, weil das fällt manchen Menschen leichter als jetzt selber große Reden zu schwingen oder sich sprechend einzubringen. Dann kommen sie trotzdem dabei, tragen trotzdem was zur Veranstaltung bei, und genau deswegen das an der Stelle nicht nur als Aufhänger für ein Gespräch, sondern auch als Möglichkeit, Menschen mit reinzuholen. Und dann haben wir noch das ganze Thema, Menschen genau zur Diskussion auch in Dorf- oder Stadtentwicklung irgendwie mit einzubeziehen, und da gab es ein ganz tolles Format in Mecklenburg-Vorpommern, die Landinventur. Da hat man gemeinsam mit anderen Menschen im Ort mal Statistik gemacht: Wie viele öffentliche Bänke haben wir eigentlich hier im Ort, wie viele Läden haben eigentlich noch am Samstag offen? Wo kann ich eigentlich Menschen treffen, wenn es nicht bei jemandem privat ist? Um darüber auch ganz neue Gespräche zu ermöglichen, weil man gemeinsam durchs Dorf gegangen ist und auch informelle Treffpunkte vielleicht sichtbar geworden sind, die gar nicht so richtig auftauchen, wenn man sich gemeinsam erzählt, was vor Ort eigentlich noch los ist.
Und das sind immer die Formate, die ermöglichen, dass Menschen im nächsten Schritt zu einem kommen, genauso wie spielerische Aktionen, bei denen auch Themen ganz anders verhandelt werden können. Ein Lieblingsbeispiel dazu ist der Workshop „Sich einmischen, seinen Senf dazugeben". Da macht man gemeinsam Senf und spricht dabei über große Fragen, die das eigene Lebensumfeld betreffen. Und die Lektion dabei ist nicht nur, dass man gemeinsam was Tolles herstellt, was Neues lernt, mit anderen Menschen in Interaktion ist und über Themen spricht, sondern dass das Produkt selbst am Ende auch mit nach Hause genommen werden kann und noch ein bisschen reifen muss. Genau wie das mit guten Ideen und Gesprächen ja auch ist, dass Dinge einfach manchmal Zeit brauchen und man das da auch noch mal auf einer ganz anderen Spur mitbekommt. Und genau, eine Methodensammlung, die haben wir auch nicht mit draufgeschrieben, die zu diesen ganzen Themen komplex, so Dorf, das Dorf miteinander oder die Kleinstadt miteinander ins Gespräch zu bringen, super ist, ist ein Leitfaden, der heißt Dorfgespräche von der Stiftung Mitarbeit, den gibt's schon ein paar Jahre, der sich Methoden aus dem Community Organizing angeguckt hat, wie man die als Paket im Dorf umsetzen kann, um Menschen zum einen zusammenzubringen, aber auch über Themen sprechen zu lassen, und arbeitet auch mit ganz vielen nichtsprachlichen oder zumindest nicht im ersten Anfang sprachlichen Methoden, sondern z. B. mit Aufstellungen, wie nah man sich eigentlich dem Machtzentrum, dem Rathaus in der Mitte, verortet fühlt. Hat man das Gefühl, man hat Einfluss, oder stellt man sich an den Rand, und wer fehlt eigentlich in dieser Runde? Und erst durch diese Aufstellung, wo man wirklich physisch merkt, wie Menschen sich eigentlich als Teil der Gesellschaft wahrnehmen, wird es dann möglich, weitere Themen zu besprechen. Ja, es gibt da einfach noch ganz, ganz viel mehr. Ein paar Links haben wir euch schon versprochen, auch was ihr noch mit uns teilen möchtet, das können wir dann noch ergänzen. Und ich sehe gerade, es war Stiftung Mitarbeit, Dorfgespräche. Genau. Ja. So.
Wir müssen zwar zeitlich ein bisschen auf die Tube drücken, aber Rike, wir machen trotzdem eine kurze kleine Zwischenaktivierung, und zwar spielen wir mal ganz schnell, das dauert wenig Zeit, das A-oder-B-oder-Weder-Spiel. Rike, ich stell dir ein paar Fragen, z. B. Tee oder Kaffee, und dann entscheidest du dich ganz schnell in dem Falle. Was würdest du sagen? Tee oder Kaffee? Kaffee. Okay. Wir nutzen diese Methode z. B. gern, wenn wir am Anfang unserer Webinare die Referentinnen vorstellen, weil das nämlich, ihr zwar jetzt, ihr hier als Zuhörende gerade nicht selber was posten müsst oder was schreiben müsst, aber ihr mitdenken könnt, und das, ja, Mitdenken ja auch aktiviert. So, und ihr könnt, bin gespannt, was ihr so denkt. So Rike, los geht's. Barcamp oder World Café? Immer Barcamp. Speeddating oder Kleingruppengespräch? Speeddating. Fishbowl oder moderierte Podiumsrunde? Ich nehme die Fishbowl. Offene Fragerunde oder Fragen erst sammeln und dann gebündelt stellen? Immer kontextabhängig, aber ich sag Fragen gebündelt stellen. Okay. Erzählcafé oder Thema plus Mitmachaktion? Ich nehme die Mitmachaktionen. Ja, ich glaube, du willst nicht Senf machen. Dann Mitmachstationen oder ein gemeinsames Plenum? Mitmachstationen. Einzelreflexion oder kurzer Austausch zu zweit? Kurzer Austausch zu zweit. Abstimmung per Handzeichen oder Positionierung im Raum? Ich liebe Positionierung im Raum. Feste Moderation oder selbstorganisierte Diskussion? Beides darf ich ja nicht sagen. Dann nehme ich die selbstorganisierte Diskussion.
Kurzer Input mit anschließender Diskussion oder direkt mit einer Frage einsteigen? Kurzer Input. Okay. Praxisbeispiele oder eine gemeinsame Fallberatung? Gemeinsame Fallberatung. Und dann zum Abschluss: Feedback-Fragebogen oder Feedback im Plenum? Schriftliches Feedback. Eine Spezifizierung. Ja, danke dir fürs Mitmachen. Ja, danke dir. Ich finde, das macht immer total viel Spaß, auch wenn man da gerade noch ein paar leichte Fragen mit einbaut, die oder ein bisschen spielerische Gedanken, die auch ein bisschen die Persönlichkeit zeigen, sowas wie verschiedene Tiere oder was auch immer. Und wir mögen das eben genau deswegen, weil man aktiver zuhört und auch sich ein bisschen damit abgleichen kann und Resonanz erzeugt. Also, weil Menschen dann denken: Ah Mensch, das hätte ich auch gesagt, oder hä nee, das sehe ich ganz anders. Und das auch Gesprächsanlässe bietet hinterher, um ins Gespräch zu kommen, die nicht so steif sind und sich erstmal annähern müssen, worüber man vielleicht sprechen könnte. So, jetzt kommen wir langsam zum Ende. Und wir wollen die Haltung, die wir, oder die ganzen Sachen, die wir jetzt erzählt haben, noch mal ganz praktisch runterbrechen. Also, was hilft ganz konkret, wenn man Veranstaltungen gestalten will, in denen es mehr Mitwirkung geben soll oder in denen ihr Mitwirkung ermöglichen wollt? Wir haben jetzt dafür zehn Mikrotipps oder vielleicht habe ich mich auch verzählt und es sind... Wir werden es gleich sehen. So ganz kurz und knapp. Genau. Beteiligung beginnt in der Einladung. Fühle ich mich gemeint oder geht's gar nicht um mich? Das ist nicht nur die E-Mail, die ich verschicke. Aber genau das gucken wir uns morgen weiter an. Cliffhanger.
Ja. Zweitens: Sagt nicht nur, dass Beteiligung erwünscht ist, sondern zeigt, wie sie möglich ist. Das haben wir ja vorhin bei dem Barcamp-Beispiel schon angeschaut. Also nicht nur sagen: Ihr könnt mitmachen, ihr könnt Sessions einreichen, sondern erklären, wie das geht, was dazugehört, und damit die Hürden senken. Oder ihr könnt auch schon vorab Menschen angesprochen haben, die für euch das Eis brechen und die erste Frage stellen, und dann manchmal, wenn die erste Person schon eine Frage gestellt hat, ist es ja auch leichter, die zweite zu stellen. Drittens: Lieber viele kurz aktivieren als wenige lange sprechen lassen. Das habt ihr im Chat auch schon gespiegelt, und da kann man auch mit kurzen Interventionen arbeiten, wie eben den Murmelrunden zwischendurch oder so einer kleinen Liberating Structure, um das Ganze aufzulockern. Ja, viertens: Stellt Fragen, an die Menschen andocken können. Da noch mal ein, würde ich jetzt noch mal mein Lieblingsprojekt droppen, und zwar gibt es das Projekt Metropolis aus Leipzig, die in Straßenbahnen Menschen zu großen Themen befragen. Da stellen sie alltagsnahe Fragen und moderieren dann dieses Gespräch auch, und da kann man sich ganz viel von abschauen. Also eine kleine Empfehlung. Ja, dann: Plant weniger Input, als euch spontan einfällt. Vielleicht kennt ihr das, dass man nebenbei so ein Flipchart stehen hat bei Veranstaltungen, wo man sammeln kann, welche Themen noch aufgekommen sind, aber für die ist dann meistens gar keine Zeit. Also am liebsten von Anfang an diese Zeit großzügig einplanen. Ja, dann ganz wichtig, Rike hat es schon gesagt: Nicht jede Beteiligung muss sprachlich sein. Also es heißt nicht, dass immer jemand was sagen muss, sondern denkt auf jeden Fall auch Methoden mit, die nebenbei mit Wandabfragen arbeiten oder dass ihr so Aufstellungen im Raum macht oder abstimmen lasst über bestimmte Sachen. Also kennt ihr das, ne?
Man stellt sich so in der Skala im Raum auf, oder man kann es auch geografisch machen, sagen: Okay, alle Leute, die, stellt euch vor, der Raum ist die Bundesrepublik Deutschland, und jetzt stellt euch mal auf, wo ihr herkommt, oder so. Oder eben alle heben die Hand, die hm hm hm. Das führt auch meistens schon dazu, dass man ein ganz tolles Gefühl für den Raum bekommt und die anderen auch kennenlernt. Dann siebtens: Macht Beiträge sichtbar und Moderation manchmal unsichtbar. Damit ist zum einen gemeint, auch hervorzuheben, wo sich Menschen bei der Veranstaltung beteiligt haben, die vielleicht gar nichts in dem Moment sagen, weil wir fragen auch gerne vor Veranstaltungen Menschen: Welche Themen findest du wichtig, worüber wollen wir sprechen, und das auch bei der Veranstaltung sichtbar zu machen, dass sich da schon Menschen eingebracht haben, und gleichzeitig die Moderation auch nicht immer so frontal von vorne alles durchtanzen zu lassen. Eine gute Moderation ist wichtig, aber mit den Methoden, die wir euch gezeigt haben, funktioniert das manchmal auch, ohne dass sich alle nach der Person, die vorne mit dem Mikro steht, ausrichten, sondern auf sich selbst schauen. Ja, dann auch noch wichtig: Wir haben jetzt hier ganz viel über offene Formate und so gesprochen, aber es ist total wichtig, da erstmal Sicherheit zu schaffen, bevor wir Offenheit erwarten können. Also Negativbeispiel: „Ohne, ich schon wieder was mit Post-its" ist ein Satz, den wir auf jeden Fall schon öfter gehört haben. Und das liegt dann häufig daran, dass selbst nachdem der Workshop schon vorbei ist, ein bisschen unklar ist, warum man eigentlich bestimmte Sachen gemacht hat und warum bestimmte Methoden da zur Anwendung gekommen sind.
Also da gut erklären. Dann neuntens: Denkt Beteiligung nicht nur im Hauptprogramm. Es gibt ja ganz viele Möglichkeiten, wie man Menschen dazu bringen kann, zur Veranstaltung dazuzukommen, ohne dass sie einen Vortrag halten müssen oder sich mitdiskutieren müssen, aber trotzdem ihre Perspektive vertreten sein sollte. Und das kann dadurch sein, dass man Menschen auch zur Mithilfe einlädt oder sie im Vorfeld eben befragt und ihre Impulse einbringt. Und da gibt's ganz viele Möglichkeiten, um kreativ zu werden und das auch sichtbar zu machen. Ja, dann hier zum Abschluss dieser Liste haben wir schon gesagt: Endet am besten mit einer Transferfrage statt nur mit Dankesagen. Denn das, weil was zuletzt am Ende gesagt wird, das bleibt natürlich auch hängen, aber auch um einzuladen, weiter darüber nachzudenken oder auch von der Veranstaltung weiter zu erzählen, in die eigenen Kontexte mitzunehmen. Genau, das waren jetzt unsere zehn Tipps, und ein elfter ist uns tatsächlich, Hanna, du hattest dich erinnert, noch eingefallen zum Schluss, und da ist uns nämlich immer wieder selber bei unseren Veranstaltungen ganz wichtig, dass wir versuchen, eine sympathische Fehlerkultur zu leben. Da können wir morgen auch noch mal tiefer reingucken, aber sich selbst da auch gar nicht zu ernst zu nehmen, wenn Dinge schiefgehen, und das auch offen zu zeigen, drüber zu sprechen und zu lachen, statt rot zu werden oder das wegzureden, denn das lädt auch die anderen ein, einfach mutig zu sein und mitzumachen, auch wenn nicht alles perfekt ist. Ja, also noch mal zusammengefasst, diese zehn Tipps: Ihr müsst gar nicht alles neu machen. Aber an entscheidenden Stellen was ein bisschen anders zu machen, wirkt schon Wunder. Oder anders gesagt, wenn ich es noch mal verdichten würde, die ganze letzte Stunde hier: Beteiligende Veranstaltungen brauchen nicht unbedingt mehr Budget oder mehr Perfektion, sondern eine Gestaltung, die die Menschen, die kommen, als Mitwirkende ernst nimmt. Genau.
Und da hoffen wir, dass ihr davon ein paar Gedanken mitgenommen habt, eben von längerem Impuls zum kürzeren Impuls zu gehen, mehr Austausch zu ermöglichen und weniger frontal zu planen und vor allen Dingen auf die Resonanz zu setzen, denn manchmal ist die Dichte der Information gar nicht so entscheidend, sondern dass die Menschen sich daran erinnern, dass sie Teil von etwas waren, und damit eben die Haltung zu ändern von „für Menschen geplant" zu „mit den Menschen gestaltet". Ja, und dann haben wir jetzt auch hier gleich eine Transferfrage mitgebracht als Beispiel. Wo kann in meiner nächsten oder in eurer nächsten Veranstaltung ein echter Moment von Beteiligung entstehen? Das würden wir euch gerne als Frage mitgeben.