Herzlichen Dank, lieber Franz. Also, ein wunderbares Intro, und ich freue mich, dass aus allen Teilen Deutschlands so viele heute zusammengekommen sind, um ein bisschen was zu hören zu KI. Ich hoffe auch, dass das alles so in eurem Sinne kommt. Also erst mal schon ein herzliches Willkommen. Schön, dass ihr da seid. Heute schauen wir gemeinsam darauf, wie KI im Vereinsalltag ganz praktisch unterstützen kann, ohne technische Überlagerung. Denn viele Vereine nutzen KI bereits, manchmal ganz unbewusst, ohne es wirklich zu wissen und wie sie es eigentlich machen. Das birgt Chancen, aber auch Risiken. Wir erklären heute: Was ist erlaubt, was sind typische Fehler und welche einfachen Regeln helfen sofort für einen sicheren und strukturierten Einsatz? Sie bekommen heute konkrete Beispiele, kleine Prompts, ich erkläre auch noch, was das ist, und praxisnahe Leitplanken, alles sofort anwendbar. Werfen wir zuerst einen Blick auf die Agenda. Ich habe Ihnen eine kompakte Agenda mitgebracht, die bewusst praxisnah aufgebaut ist. Wir starten mit der Frage, warum KI für Vereine jetzt so relevant ist. Bevor wir uns Risiken und Verantwortung anschauen, gehen wir direkt in die Anwendung. Wie gesagt, die Mini-Prompts warten, klare Checklisten und rechtliche Grundlagen. Verständlich, ich hoffe auch unaufgeregt und sofort einsatzbereit. Sie sollen am Ende wissen: Was dürfen wir? Was sollten wir lieber lassen im Umgang mit KI? Und wie setzen wir KI sicher und sinnvoll ein? Starten wir mit der zentralen Frage: Warum ist KI im Verein überhaupt wichtig?
KI ist längst im Vereinsalltag angekommen, oft unbewusst, im Mailentwurf zum Beispiel. Das ist hilfreich, aber ohne klare Regeln entsteht schnell Unsicherheit. Der Vorstand trägt hier Verantwortung. Inhalte müssen stimmen. Datenschutz muss gewahrt sein und bleiben, und die Gemeinnützigkeit darf nicht gefährdet werden. Wenn Nutzen und Sicherheit gut zusammengebracht werden, wird KI zu einem echten Entlastungsfaktor, und deswegen denke ich, sind auch viele von Ihnen heute genau da, gerade für kleine Teams. Also schauen wir uns an, wo KI heute im Verein schon konkret eingesetzt wird.
Was Vereine heute schon tun, müsste die nächste Folie sein.
Ah, genau. Ob Newsletter, Protokolle, Social-Media-Posts oder Bilder: KI wird überall genutzt. Sogar Satzungsanalysen und Förderanträge laufen inzwischen häufig KI-gestützt. Das spart Zeit, aber Achtung: Alle Ergebnisse bleiben Entwürfe. Das ist eines der wichtigsten Dinge, die heute von Ihnen in meinen Augen mitgenommen werden sollten: dass es einfach immer nur Entwürfe sind und alle Ergebnisse noch mal eines Faktenchecks als Mensch überprüft werden müssen. Sonst fällt die Richtigkeit in KI-Hände, und die sind im Zweifel falsch. Wenn wir wissen, was KI schon leistet, schauen wir als Nächstes auf die Chancen.
Die Chancen sind groß. KI ermöglicht professionelle Inhalte in Minuten statt Stunden, und das ohne spezielles Fachwissen. Für ehrenamtliche Strukturen kann das eine enorme Unterstützung sein. Sie hilft auch bei barrierearmer Kommunikation – ein schwieriges Wort – und schafft Zugang zu Fähigkeiten, die früher teuer waren: Design, Texte, Recherche, Strukturierung. Wir alle wissen, Agenturen zu beauftragen kann unglaublich teuer sein, aber auch Juristen oder andere Berater. Insofern ist es wichtig, auch noch mal am Schluss zu gucken, aber es spart in erster Linie am Anfang erst mal Zeit und Geld. Wichtig ist nur: Wir entscheiden und nicht die KI. Also, der Mensch entscheidet am Schluss. Ich höre immer den Begriff „Kollege KI“, und so, finde ich, muss man KI einschätzen. Es ist nur ein Hilfsmittel bzw. jemand, den wir vielleicht wie einen Azubi oder eine Azubine anlernen, der aber noch ganz viele Sachen gar nicht weiß. Und nur weil er ganz konkret antwortet, heißt das noch lange nicht, dass alles richtig ist. Und trotzdem ist es eine riesige Chance. Da, wo Licht ist, ist aber, wie gesagt, auch Schatten. Wir kommen zu den Risiken. Die größten Risiken entstehen nicht durch Technik, sondern durch fehlende Regeln. KI kann falsch liegen, Inhalte erfinden oder unzulässige Formulierungen erzeugen. Der eine oder andere hat bestimmt schon mal das Wort „halluzinieren“ gehört, und das stimmt. KI halluziniert, wenn sie nicht weiter weiß. Das ist vielen gar nicht bewusst, weil es so überzeugend, so praktisch, so wunderbar klingt. Datenschutz und Urheberrecht gelten unverändert. Auch hier passieren die größten Fehler. Auch diskriminierende Muster sind möglich, weil KI nämlich aus einer Vielzahl von Quellen speist – auch aus Quellen, die wir gar nicht wollen, die vielleicht einfach nicht das sind, was unser eigenes Wertesystem wiedergibt. Auch da muss jeder für sich aufpassen, ob es das eigene Wertesystem wiedergibt. KI ist nämlich nur ein starkes Werkzeug, aber kein Selbstläufer. Wer trägt Verantwortung? Natürlich der Vorstand. Der Vorstand muss organisatorische Sorgfalt sicherstellen, auch beim Einsatz von KI. Das bedeutet nicht, alles selbst zu machen, aber den Rahmen verbindlich zu setzen, das ist wichtig. Bei fehlenden Regeln kann Organisationsverschulden vorliegen. Die gute Nachricht: Viele Baustellen kennen Sie bereits – Datenschutz, Freigaben, Dokumentationen. KI wird nur in bestehende Strukturen integriert. Das heißt aber, das Dokumentationsprozedere, das Sie sowieso kennen, müssen Sie leider auch bei der KI einhalten. Was gehört zu diesen Pflichten, die Sie einhalten müssen? Ganz konkret:
Die Pflichten sind überschaubar: Überblick über die ganzen Tools, die hier aufgeschichtet sind, und schauen Sie sie sich genau an. Klare Freigaben, Einweisung Ehrenamtlicher und Dokumentation. Datenschutz muss geprüft werden, besonders bei personenbezogenen Daten. Und bei riskanten Fällen – Spenden, Satzungsinhalten, Finanzthemen – ist eine menschliche Prüfung zwingend. Kurz: bekannte Strukturen, erweitert für KI, also Kollege, Kollegin KI. All das lässt sich auf vier einfache Leitfragen runterbrechen.
Wenn Sie sich im Alltag unsicher sind, helfen diese vier Fragen: Welche KI nutzen wir? Welche Daten laden wir hoch? Welche Risiken sind damit verbunden? Und wer prüft und trägt Verantwortung? Wenn Sie diese Fragen beantworten können, sind Sie bereits auf dem sicheren Weg, haben schon ein erstes Gefühl dafür, bewegen Sie sich auf sicherem Terrain. Um diese Fragen einordnen zu können, schauen wir kurz: Was ist KI überhaupt?
Für viele ist KI noch etwas ganz Fremdes, was man irgendwo in den Nachrichten hört. Letztlich ist KI nur eine Technik, die Muster und Wahrscheinlichkeiten berechnet. Sie versteht nicht, was sie sagt. Texte klingen zwar plausibel, sind aber nicht immer richtig – was ich schon gesagt habe mit dem Halluzinieren. Wir unterscheiden grob – bisher jedenfalls – in sogenannte LLMs, also für Texte, generative KI für Inhalte wie Bilder und Videos, und KI-Agenten, die selbständig Aufgaben folgend planen. KI-Agenten sind das Neueste. Das ist mehr oder weniger ein eigener kleiner Azubi oder eine Azubine, die einen bestimmten Bereich bearbeitet, also zum Beispiel für das Marketing oder das Finanzwesen und so weiter. Das ist aber noch in der Entwicklung begriffen. Erst jetzt fangen die großen Unternehmen an, KI-Agenten zu implementieren in ihren Bereichen, und für uns ist es noch relativ am Anfang. Darüber gibt es dann oft auch noch KI-Agenten, die alle anderen KI-Agenten orchestrieren, aber das ist gerade im Finden begriffen. Womit wir uns jetzt eigentlich hauptsächlich beschäftigen, ist LLMs und generative KI – also ChatGPT, Perplexity, alle, die Sie vielleicht auch schon so kennen. Jeden Tag entstehen neue; man kommt gar nicht hinterher, weil die Entwicklung so unglaublich schnell wird. Das Wissen darüber hilft aber, Erwartungen realistisch zu gestalten. Wie unterscheidet sich KI eigentlich von Google? Die einen oder anderen denken: Na ja, googeln – wo ist denn jetzt der Unterschied zur KI? Der wichtige Unterschied: Google zeigt Quellen, KI liefert Antworten. KI fehlt also die automatische Verlinkung. Deshalb braucht es immer einen Faktencheck. Was das bedeutet: Ich google etwas und bekomme ganz viele verschiedene Links, ganz viele verschiedene Webseiten und musste mich mühsam dadurchklicken, was mir tatsächlich am besten gefällt für die Fragestellung, die ich hatte. KI gibt die Antwort schon automatisch vor. Ich muss also nicht selbst recherchieren. Merksatz aus der Praxis: KI hilft, aber Sie entscheiden. Genau dieser Rollenwechsel macht die Prüfung so wichtig. KI ist nur ein Hilfswerkzeug. Dafür brauchen wir Prompts, um auch tatsächlich mit der KI als Werkzeug umgehen zu können.
Also: Prompt statt googeln. Was ist denn überhaupt ein Prompt? Ein Prompt ist eine Arbeitsanweisung an eine KI. Wir müssen ihr ganz genau sagen, was sie zu tun hat. Je klarer Ziel, Ton, Fakten, Grenzen und Format, desto besser das Ergebnis und desto weniger Nacharbeit. Gute Prompts, also gute Arbeitsanweisungen, sorgen für Konsistenz und sparen Zeit, gerade auch im Ehrenamt. Also kurzum: einfach mal ausprobieren und Fragestellung reinsetzen.
Hier ein Beispiel erst mal für einen guten Prompt.
So sieht ein guter Prompt aus: Er ist klar, strukturiert und vollständig. Er enthält ein Ziel, also die Zielgruppe, Fakten, Grenzen und das Ausgabeformat. So bleibt das Ergebnis prüfbar und passt zu Ihrem Stil. Das heißt, Sie müssen sich im Vorfeld überlegen, was genau Sie am Schluss herausbekommen möchten, um eine gute Antwort zu bekommen. Und leider ist das manchmal mühsamer, als man denkt, weil man gar nicht weiß, was man eigentlich wirklich will. Aber an der Antwort der KI merkt man oft: Jetzt kommt da was ganz anderes raus, was ich gar nicht wissen wollte. Darum ist es so unglaublich wichtig, sich im Vorfeld über diese entscheidenden Punkte Gedanken zu machen: Wen will ich überhaupt erreichen? Wo will ich hin? Mit wem und in welchem Format? Wie viele Wörter? Soll es ein riesiger Aufsatz werden oder nur eine kurze Informations-E-Mail? Und so sieht ein musterhaftes Ergebnis aus, was dann am Schluss dabei herauskommt. Wenn man diese Sachen alle eingegeben hat, dann kommt im besten Fall hier – mit der neuen Jugendgruppe startet im April – alles das, worüber Sie normalerweise vielleicht viel länger nachdenken müssten, um dieses Ergebnis zu erhalten.
Beim Ergebnis prüfen wir immer noch mal Fakten, Ton und Format. Aber wir schauen uns jetzt auch mal schlechte Prompts zu guten Prompts an. Ein schlechter Prompt im Vergleich dazu: „Mache einen Newsletter“, „Fasse die Sitzung zusammen“. Da weiß eine KI überhaupt nicht, was Sie meinen. Sie wissen es ganz klar, Sie haben ja auch Erfahrung. Das ist Ihr Verein, das ist Ihr Herzblut, was da drin steckt. Für die KI ist das eine vage Angabe. Deswegen ist es so wichtig, ganz klar das Format zu bestimmen und Datum, Ton, Grenzen – und noch mal schnell zu überprüfen am Schluss, was Sie bei der Ausgabe heraushaben möchten.
Damit sind Prüfer und Einsatz klar. Starten wir also noch mal mit den Social-Media-Beispielen, um Ihnen ganz konkrete Beispiele zur Verfügung zu stellen.
Social Media liebt klare Vorgaben: also auch hier Zeichenlimit, Ton, Hashtags – und vor allem keine personenbezogenen Daten. Bitte immer darauf achten: keine personenbezogenen Daten. So bleiben Prompts konsistent und rechtssicher, auch wenn mehrere Ehrenamtliche mitarbeiten. Das heißt, Sie haben dann auch immer die Möglichkeit, in einem bestimmten Rahmen zu bleiben, also Ihre eigene Marke, Ihren eigenen Vereinsstil dabei zu behalten. Wenn Mitglieder daran gewöhnt sind, so und so viele Zeichen immer in Ihrem Post zu sehen oder eine bestimmte Übersichtlichkeit zu haben, so können Sie auch dafür sorgen, dass, wenn KI mitarbeitet, bestimmte Muster für Ihren Verein eingehalten werden. Weiter mit Bildideen und Hinweisen zur Barrierefreiheit und Lizenz.
KI kann natürlich auch Bildideen erzeugen. Hier kann man der KI ganz konkret sagen: Bitte erstelle mir Bildideen für, in meinem Fall, den ich jetzt als Beispiel herangezogen habe, „650 Jahre Dorf“. Auch hier ist wichtig: Wie soll das aussehen? Aber bei Bildern gilt: Rechte prüfen vor Veröffentlichung. Denken Sie an barrierearme Gestaltung, Kontrast, klare Formen, und vermeiden Sie – ich weiß, ich sage es oft, aber da passieren mit die meisten Fehler – Personenbezug. Das reduziert datenschutzrechtliche Risiken.
Terminankündigungen und Veranstaltungen: genau das Gleiche. Auch hier ist die KI eine sehr gute Unterstützung und bietet gute Grundlagen für Veranstaltungen und Terminankündigungen.
Warum müssen wir jedes KI-Ergebnis prüfen? KI kann plausibel klingen und trotzdem falsch sein. Ich kann es nur immer wieder sagen, weil es so überzeugend rüberkommt, wenn die KI antwortet. Es gibt keinen Anspruch auf Richtigkeit, wenn die KI tätig wird. Quellen können fehlen oder ungenau sein, oder sie können sich diese wirklich ausdenken. Es gibt einen Fall, zum Beispiel bei einem Gericht: Da hatte ein Anwalt eine Rechtsprechungsanalyse abgegeben und hat sich bezogen auf ein Urteil, das es gar nicht gab. Und solche Sachen passieren auch den besten Rechtskundigen. Aber darum mein Appell an Sie: Seien Sie besser und kontrollieren Sie. Besonders bei juristischen und steuerlichen Inhalten wäre es wirklich schlau, die entsprechenden Fachleute noch mal drüberschauen zu lassen. Damit aber nun auch mal zu den rechtlichen Grundlagen, weil die müssen wir heute leider auch ganz kurz beleuchten, damit Sie ein Gefühl bekommen, in welchem Rechtsrahmen Sie sich überhaupt mit KI bewegen. Darum zum EU AI Act. Das haben Sie vielleicht schon gehört. Das ist im vollen Gange und wirklich für Sie auch umfassend. Reguliert werden ab August 2026. Es geht sukzessive, eins nach dem anderen, weil die KI-Verordnung kein einziges Gesetz ist, sondern ein Eingriffsgesetz, das in ganz viele verschiedene Gesetze eingreift – ob Datenschutzrecht, Urheberrecht, Wettbewerbsrecht. Es greift mehr oder weniger in bestehende Strukturen ein, verändert diese und schaut: Wo sind bestimmte Risikogebiete, die einer besonderen Sorgfalt bei der Bearbeitung bedürfen? Gute Nachricht: Für Vereine ist der AI Act relativ einfach umzusetzen. Vereine sind in der Regel Nutzer und nicht Anbieter. Wichtig sind Prüfung und Transparenz, also menschliche Kontrolle und eine kurze Kennzeichnung, wo KI mitgewirkt hat. Welche Risikokategorien sind für Vereine relevant? Noch mal ein kurzer Überblick: unzulässig, Hochrisiko – also Scoring oder biometrische Daten. Scoring ist typisch Schufa als Beispiel. Begrenztes Risiko bei KI-Chatbots und geringes Risiko bei einfachen Tools, bei Textvorschlägen. Das sind diese Social Media oder Termine. Das ist alles noch relativ einfach zu überblicken. Wichtig ist nur: Auch ab August 2026, wenn KI eingesetzt wird, muss ein entsprechender Prüfvermerk im Dokument vermerkt werden. Der könnte zum Beispiel so lauten: „KI-gestützt geprüft, Name“. Weiter zum Datenschutz, weil der Datenschutz ist mit das, was uns am meisten bei der Arbeit umtreibt. Und das heißt wie immer – ich kann es nur sagen: keine personenbezogenen oder sensiblen Daten in offene KI-Tools. Wir wissen alle, es gibt im Zweifel Speicherplatten, die in Amerika sitzen oder wo auch immer, weltweit, und wir wissen nicht, wo die Daten tatsächlich landen. Und wenn dann plötzlich ein Hinweis kommt, die sind irgendwo gelandet, das wollen Sie nicht, und das ist auch ein klarer Datenschutzverstoß. Deswegen müssen Sie schauen, wo sensible Daten tatsächlich hinterlegt werden. Ist es ein EU-Server zum Beispiel? Und ganz wichtig: Wenn Daten verarbeitet werden sollen, braucht es einen sogenannten AV-Vertrag, also einen Auftragsverarbeitungsvertrag. Den gibt es mittlerweile; Sie sind eigentlich jetzt schon verpflichtet, aber beim Einsatz von KI bisher noch nicht. Das aber dann schon. Wenn ein externer Dienstleister also Ihre Daten verarbeitet, müssen Sie auch festhalten, welche Schutzmaßnahmen er bzw. Sie dabei einhalten müssen. Dazu gehört auch eine DSGVO-konforme Umgebung, wie gesagt, also ein EU-Server, und klare Zugriffsrechte im Team. Im Zweifel erkläre ich später noch mal genau, was ich mit EU-Server und auch mit Datensouveränität meine. Wichtig sind hier auch klare Zugriffsrechte im Team. Also: Wer darf überhaupt KI im Team nutzen? Wollen Sie, dass es alle nutzen? Also jeder, der einen Computer hat, kann zugreifen – darf er das dann einfach übernehmen? Was fällt konkret auch unter personenbezogene Daten? Das müssen wir vorher noch mal ganz kurz beleuchten.
Personenbezogene Daten, die unzulässig sind, die ich nicht in die KI eingeben darf, sind Daten, die eine Person direkt oder indirekt erkennbar machen. Also gehören nicht in offene KI: Mitgliederdaten, E-Mail-Adressen, Gesundheitsdaten – die sind sogar sensibel –, Protokolle mit Personenbezug. Das kann sofort einen Datenschutzbeauftragten, der dann auch zum Teil für KI zuständig ist, auf den Plan rufen, und dann haben Sie plötzlich ohne Not einen Bußgeldbescheid im Briefkasten. Lieber einmal mehr anonymisieren als einmal zu wenig. Und was dürfen wir entspannt nutzen? Also, was man ganz entspannt nutzen darf und wofür die KI bisher wirklich richtig gut ist: für alle Formen der Entwürfe. Also Entwürfe, anonymisierte Texte, oder ich kann auch öffentlich zugängliche Informationen – Satzung oder Vereinsordnung – selbst heranziehen. Formulare ohne Bezug zu Personen, Öffentlichkeitsarbeit ohne Personenbezug. Wichtig ist nur, dass man das, was die KI erstellt, als Entwurf ansieht und nicht als endgültigen Text, der zur Veröffentlichung bestimmt ist. Als Mensch hat man die Pflicht, selbst noch mal die KI zu überprüfen. Aus der Nummer kommt man leider auch nicht raus. Gut nutzbar sind, wie gesagt, diese Texte. Aber wie verhält es sich jetzt eigentlich mit Bildern? Was tun, wenn KI Bilder oder Texte erstellt? Gerade hier ist die Rechteprüfung erforderlich. Gerade bei Personenfotos – und das wissen Sie wahrscheinlich alle schon – können diese nur veröffentlicht werden mit einer Einwilligung. Das ändert sich auch nicht, wenn eine KI zum Beispiel eine Person in ein Bild einsetzt und der Hintergrund erfunden ist, eine Fantasiewelt. Auch da muss eine Einwilligung eingeholt werden. Auch Stockfotos aus professionellen Bilddatenbanken oder CC, also Creative-Commons-Lizenzen, mit denen Urheber festlegen, wie andere das Werk nutzen dürfen: Bitte, bitte immer die Lizenzbedingungen beachten. Man neigt dazu, wenn man das Bild sieht, denkt man: Boah, das ist ja toll gemacht und das gab’s ja wahrscheinlich noch nie. Und vielleicht sagt die KI dann auch noch: „Ja, es ist alles wunderbar, es ist alles urheberrechtsfrei, und Sie können es ganz entspannt verwenden.“ Vorsicht, gerade bei Bildern – und im Zweifel lieber den Herkunftsnachweis angeben, woher Sie mit der KI dieses Bild generiert haben, mit Prompt und Datum.
Was bedeutet der Einsatz von KI denn nun für die Gemeinnützigkeit? In der Gemeinnützigkeit gibt es keine Fehlertoleranz. Das wissen Sie wahrscheinlich alle, und auch mit der KI nicht. Das heißt: Politische Parolen, falsche Zahlen oder KI-veränderte Spendenquittungen sind klare No-Gos. Das geht nicht. Auch wenn die noch so schön aussehen und noch so wunderbar klingen: Bei den Spendenquittungen sind Sie gezwungen, an die Mustervorlagen vom Bundesfinanzministerium gebunden zu bleiben. Sie sind gebunden – gerade bei der Satzung, da komme ich morgen noch mal dazu – an die Mustersatzung in Anlage 1 zu § 60 der Abgabenordnung. Und wenn Sie mehrfach Verstöße auch mit KI machen – es ist egal, ob Sie es selber machen oder ob Sie den Verstoß mit der KI machen –, es wird nicht besser. Sie haben die Herausforderung: Wenn da was falsch läuft, ist die Gemeinnützigkeit weg. Und auch die Finanzämter schauen jetzt sehr viel stärker auf Social-Media-Posts, Social-Media-Werbung, und besteuern das unter Umständen, wenn das nicht den entsprechenden Vorgaben an die Abgrenzung von Spenden und Sponsoring genügt. Jetzt haben wir es fast geschafft. Zum Abschluss kommt noch der Faktencheck. Ganz wichtig für den Alltag, bitte darum noch mal acht Punkte: Check. Das ist so ein bisschen der Schutzschirm – oder soll für Sie so ein Schutzschirm im Alltag sein. Worauf muss ich eigentlich achten? Was kann ich abhaken, wenn ich mit KI etwas erstellt habe und bevor ich es veröffentlichen möchte? Vier-Augen-Prinzip – ganz wichtig. Es sollte eine Person, wenn sie mit KI etwas erstellt hat, mit frischem Blick ein zweites Mal draufgucken. Am besten natürlich fachkundig, umso besser, weil leider ist es so, dass die KI ein präzises Vorwissen erwartet, um schon einen ordentlichen Prompt zu erstellen. Aber noch schwieriger ist es, wenn jemand draufguckt, der gar keine Ahnung hat, weil der wird die Fehler der KI gar nicht sehen. Und das ist für uns Menschen nicht immer ganz einfach, gerade wenn jemand ganz überzeugend, mit der Inbrunst der Richtigkeit – in dem Fall die KI – sagt: So ist es. Deswegen: Sind Zahlen, Termine, Orte richtig? Sind Quellen vorhanden und nachvollziehbar? Amtliche Muster konsequent verwenden und nicht verändern. All diese Punkte sind wichtig, um Sicherheit zu bekommen: Habe ich denn alles erst mal richtig gemacht, damit ich sicherer mit der KI umgehen kann? Darum auch noch mal wichtig für die Zukunft: Ab August 2026 „KI-gestützt, redaktionell geprüft“, Monat und Jahr. Das schafft Transparenz und auch Rechtssicherheit in Ihren Abläufen.
Ja, und das war’s schon. Jetzt geben die Quellen noch Orientierung. Also, danke an Sie alle für Ihre Aufmerksamkeit. Ich hoffe, es war hilfreich, und Sie können sich ein bisschen daran orientieren, was bei KI wichtig ist und was Sie hoffentlich gut nutzen können.