Ja, danke, Katharina, für die kleine Einleitung und hallo zusammen in die Runde. Ich hoffe, man hört mich gut. Ansonsten immer gerne in den Chat. Ganz allgemein vorneweg: Wenn ich zu schnell werde, wenn ich zu langsam, zu leise, zu laut, bitte einfach kurz im Chat quasi uns eine Nachricht schicken, dann wird mir das mitgeteilt. Genauso, wenn ich irgendwie mal ins Englische verfalle. Wir haben ein paar englische Begriffe, die wir uns heute auch anschauen, da ja viel in den digitalen Raum aus dem Englischen auch kommt. Und ihr dann auch, wenn ihr euch auf den Weg macht im Thema digitale Barrierefreiheit, auch mit ein paar englischen Begriffen, dann findet ihr es besser, dann kann man es auch besser verstehen. Ich erkläre aber heute auch alles, aber auch da gerne. Und ganz wichtig: Wenn irgendwie was nicht gut zu erkennen ist auf den Folien oder ihr einfach eine visuelle Umsetzung braucht und ich einfach erklären soll, was auf den Folien zu sehen ist, dann sehr gerne. Übrigens sind die PDFs, die ihr bekommt, möglichst barrierearm. Und was das heißt, das gucken wir uns in den zwei Veranstaltungen an.
Ich freue mich, dass ihr alle da seid. Es sind jetzt über 100 Menschen, also inklusive uns sind wir dann 107. Das ist jetzt natürlich etwas vortragslastig. Ich habe trotzdem vor, euch ein-, zweimal zu fragen oder auch mal so ein bisschen in die Reflexion zu schicken. Das heißt, wenn ihr irgendwie Stift und Papier dabei habt oder irgendwie digitales OneNote daneben habt, dann ist das schön, weil dann könnt ihr gerne ein bisschen mitdenken. Und ansonsten genau, wir schauen uns das Thema digitale Barrierefreiheit an, und zwar heute und morgen. Und die Idee ist davon, dass wir uns heute einfach mal anschauen, was ist das denn eigentlich, dass wir einfach das Warum verstehen und was das alles beinhaltet. Jetzt ist auch das Thema digitale Teilhabe, das noch mal so ein bisschen darüber. Wenn da im Anschluss mal noch eine Frage ist, was heißt eigentlich digitale Teilhabe, kann ich das auch gerne erklären. Aber heute fokussieren wir uns mal auf das Thema digitale Barrierefreiheit und schauen uns auch, wo Barrieren entstehen beziehungsweise für wen.
Das ist der zweite Teil heute, dass wir einfach mal den Spotlight auf die Menschen werfen, um die es eigentlich geht. Wir konzentrieren uns heute auf Menschen mit einer sogenannten Beeinträchtigung. Ihr werdet aber sehen, vor allem auch, wenn ihr morgen dabei seid, dass digitale Barrierefreiheit ein bisschen darüber hinausgeht und zwar für alle Menschen eigentlich Vorteile bringt, weil die Angebote meistens zugänglicher sind. Und morgen, wenn ihr dabei seid, ansonsten Einladung, dann sich die Aufzeichnung anzuschauen, werden wir anschauen, was gibt's denn für Lösungsansätze, wo kann ich mich orientieren? Thema auch Social Media für Webseite oder andere Punkte, wann muss ich an was denken und natürlich auch das Thema KI. Ich werde heute ein, zwei Sätze auch dazu sagen, aber auch morgen dann noch mal ein bisschen genauer darauf eingehen. Ist natürlich immer das Thema, mit dem man sich heutzutage beschäftigen kann. Wird viel versprochen. Manche Chancen stecken da auch drin im Thema digitale Barrierefreiheit, aber auch ein paar Probleme entstehen dadurch, aber da gehen wir morgen darauf ein. Und ganz wichtig für mich: Kommt ins Ausprobieren danach. Ich möchte heute quasi euch und morgen anstupsen, das Thema als Prozess zu verstehen und einfach weiterzumachen, dass, wenn man sich einmal auf den Weg gemacht hat mit digitaler Barrierefreiheit, dann sollte das nicht aufhören, weil sonst bleibt es dieser hohe Berg, der manchmal einfach auf dem Schreibtisch landet.
Genau. Also für heute: Mein Lernziel für euch ist zu verstehen, warum macht es Sinn, sich damit zu beschäftigen? Was steckt eigentlich dahinter hinter diesem Begriff und für wen machen wir das eigentlich und wie stoßen diese Menschen im digitalen Raum auf Barrieren, die wir für digitale Barrierefreiheit eigentlich genau als Lösung brauchen?
Wir fangen auch direkt an mit einem kleinen englischen Begriff. Katharina hat es ja gerade erzählt. Meine Agentur heißt Erdmännchen und Bär, und wir sitzen in Heidelberg und wir beschäftigen uns eigentlich mit dem Thema digitaler Teilhabe. Das beinhaltet zum Beispiel auch die inklusive Medienarbeit. Das heißt, wir beschäftigen uns damit, wie geht Medienpädagogik? Einfacher, leichter Sprache auch für Zielgruppen, Menschen in prekären Lebenssituationen, wo vielleicht Medienpädagogik noch nicht hinkommt. Und genauso bei der digitalen Barrierefreiheit haben wir ein sehr, sehr großes Feld. Ich habe eure Fragen und Themen schon im Voraus bekommen. Da waren auch schon viele, die sich auf den Weg gemacht haben, auch schon mal Gedanken gemacht haben. Und die, die vielleicht schon angefangen haben, sehen ja auch schon: „Wow, das ist ganz viel.“ Und deswegen ganz am Anfang, weil so habe ich auch diese Präsentation aufgebaut, einfach mal so als Gedankengang, wie man an solche komplexen Formen herangeht, weil es gibt, das kann ich euch jetzt schon gleich sagen, es gibt nicht die eine Lösung. Es gibt Orientierung, es gibt ein paar Standards, aber die Lösung sieht für euch alle, je nachdem, ob ihr jetzt Social Media macht, Webseite, immer ein bisschen anders aus.
Und das heißt, was Design Thinking eigentlich heißt, und es kommt aus dem Englischen, heißt im Prinzip: Wir denken wie ein Gestalter. Und Gestalter legen sich nicht fest: „Wir schließen uns jetzt ein, machen das jetzt mal kurz in der Mitte und wir konzipieren und konzipieren und so machen wir digitale Barrierefreiheit und dann setzen wir um und dann kommt es vielleicht gar nicht bei den Menschen an, weil wir haben gar nicht mit den Menschen geredet.“ Und das heißt, Design Thinking setzt es ein bisschen auf den Kopf und sagt: Als allererstes schauen wir uns eigentlich mal an, um was geht's? Warum sollten wir das tun? Für wen ist das? Das ist dann die zweite Frage. Und was brauchen diese Menschen? Was wollen die Menschen von uns, für die wir das tun? Und dann machen wir einen kleinen Fall, überlegen uns einen Punkt, zum Beispiel: Ich mache einen Post barrierefrei und holen uns dann Feedback. Also Prototyp und Usertest ist hier noch auf der Folie, und wir holen uns ein bisschen Feedback ab. Ist das richtig, geht das? Und dann kommen wir in den Prozess, anstatt dass wir sehr lange denken. Und so habe ich das Ganze aufgebaut. Es geht heute nicht um Design Thinking, keine Angst, nur damit man so ein bisschen versteht, woher wir kommen, weil digitale Barrierefreiheit auch oft daran scheitert, dass es einfach so viel ist. Und so wird es eher kleiner, weil es ist auch okay, wenn man mal erstmal kleine Schritte angeht. Hauptsache, wir gehen los.
Das heißt, wenn keine Fragen erstmal sind, würde ich sagen, wir steigen erstmal direkt ein in die Herausforderung oder in die digitale Barrierefreiheit. Und damit wir uns einmal dafür sensibilisieren, um was es eigentlich geht, habe ich uns diese kleine, ja, dieses kleine Schaubild mitgebracht. Und zwar eigentlich geht es um Inklusion im digitalen Raum. Was heißt Inklusion? Die Aufzeichnung wird auch zur Verfügung gestellt. Ich sollte mal den Chat wegmachen, sonst antworte ich euch immer direkt, und Katharina wird mich erinnern. Was heißt Inklusion im digitalen Raum? Alle Menschen können gleichwertig mitmachen. Und wir sehen hier links das Thema Exklusion. Das bedeutet, dass wir in der Mitte eine graue Masse haben. Die grauen Punkte sind irgendwie alle gleich, und wir haben ganz viele bunte Punkte, die sind so ein bisschen besonders, aber irgendwie sind die außen vor, die können nicht wirklich mitmachen. Wir haben auch sogar eine Trennlinie, das heißt, die sind eigentlich nicht Teil unserer Gesellschaft. Dann haben wir in der Mitte das Thema Integration. Und Integration heißt, wir machen ein spezielles Angebot für diese Menschen. Das heißt, sie sind Teil der Gesellschaft, aber sie sind im Kuchen. Ja, wir haben mal etwas für Menschen mit Beeinträchtigung gemacht oder für Menschen mit einem anderen Hintergrund oder für Menschen, die vielleicht eine andere Sprache sprechen.
Und Inklusion meint wirklich, dass alle Menschen überall mitmachen können und ein gleichwertiges Angebot finden. Das heißt nicht, dass alles gleich ist, weil das wäre unmöglich, weil wenn ich jetzt blind bin, ist meine Wahrnehmung natürlich eine andere wie jemand, der sehen kann. Genauso, wenn ich nicht riechen kann, zum Beispiel, dann ist natürlich meine Weltwahrnehmung auch anders. Aber ich mache mir darüber Gedanken, dass wenn ich ins Museum komme, wenn ich zu euch in die Vereine komme oder auf eure Webseite, dass ich ein Angebot finde, mit dem ich etwas anfangen kann, mit dem ich einen gleichwertigen Zugang ermögliche, und das ist eigentlich das Ziel. Deutschland hat sich irgendwann mal dafür verpflichtet, eine inklusive Gesellschaft zu werden. Da sind wir noch nicht. Aber das ist eigentlich der Kerngedanke. Wir wollen die Angebote auch im digitalen Raum so gestalten, dass alle Menschen gleichwertig Informationen finden, gleichwertig teilhaben. Und jetzt mache ich dann doch noch mal den Chat auf. Was sehen wir hier? Was steht da? Und ihr gleich mal, ja, wird getippt. Gelb auf gelb. Finde ich sehr gut. Kann es jemand erkennen? Digitale Barrierefreiheit. Genau. Ist aber sehr, sehr schwer zu lesen, nicht wahr? Also, ich fand gelb auf gelb sehr, sehr gut. Manuela, genau, schlecht zu lesen. Wie findet ihr das? Etwas besser. Finde ich gut. In der Sonne, und das hier ist deutlich besser, würde ich sagen. Genau. Perfekt.
Genau. Also, damit fängt es schon an. Und zwar geht es nicht darum, dass Farben jetzt plötzlich nicht mehr gehen, sondern dass man sich Gedanken macht um Kontraste, nicht wahr? Für Menschen mit einer Sehbeeinträchtigung zum Beispiel ist es ganz, ganz entscheidend. Aber auch für Menschen, die jetzt keine sogenannte Sehbeeinträchtigung haben, kann das schon einen sehr großen Vorteil bringen. Genauso hier ganz links ist der Text sehr, sehr klein. In der Mitte ist er lesbar, und rechts ist er schwer. Skalierbarkeit ist auch ein Punkt, wenn ich ranzoome. Kommen wir auch noch mal dazu. Ich mache wieder den Chat zu. Ich finde es aber super, schreibt gerne und diskutiert weiter. Und das ist auch schon digitale Barrierefreiheit. Es geht schon los bei der Schriftenerkennung. Welche Schrift nehme ich? Nehme ich eine sehr schwere Schrift, die Serifenschrift, oder nehme ich eine serifenfreie Schrift wie in der Mitte, die einfacher zu lesen ist? Es kann aber durchaus sein, dass wir aus Gestaltungsprinzipien oder für unsere Webseite gerne so eine Schrift verwenden würden. Das heißt nicht, dass ihr das nicht dürft, sondern dann sollte die Information auch gut lesbar daneben stehen. Dann haben wir genau das reicht. Es ist ein gleichwertiger Zugang. Ganz, ganz komplex. Gucken wir uns gleich im nächsten Punkt an. Aber für mich ist entscheidend, dass ihr hier mitnehmt: Aha, das sind ganz, ganz viele Themen, die wir uns anschauen können. Und warum heißt das jetzt digitale Barrierefreiheit? Jetzt haben wir hier viele Themen, und zwar digitale Barrierefreiheit, Barrierefreiheit als Prozess und digitale Armut. Da jetzt schon sehr schön, genau, können Screenreader lesen, daher serifenlose Schrift wählen. Finde ich einen sehr, sehr guten Beitrag. Gehen wir auch gleich ein. Für die, die jetzt noch nicht wissen, was ein Screenreader ist, kommt es im nächsten Kapitel. Aber da ihr schon im Chat so aktiv wart, vielleicht mal die Begriffe digitale Barrierefreiheit und digitale Barrierearmut: Wie versteht ihr die? Ein, zwei Stimmen gerne.
Auch jeder so für sich erstmal kurz überlegen. Da über die serifenlose Schrift und Screenreader können wir gleich noch mal besprechen. Genau. Selbstbestimmte Teilhabe Schlagwort.
Mhm. Super. Genau. Digitale Barrierefreiheit ist quasi so der Begriff, den wir benutzen, wenn wir in Deutschland darüber sprechen, dass wir wollen, dass die Barrieren abgebaut werden, dass quasi alle digitalen Angebote, wie ich es gerade schon beschrieben habe, gleichwertig nutzbar sind. Digitale Barrierearmut kann man jetzt sagen, ist noch mit Barrieren behaftet. Wir benutzen oft das Thema Barrierearmut, weil es auch, ohne jetzt dieses hohe Ziel der Barrierefreiheit abzumildern – und das ist auch der gängige Begriff –, aber mir geht es um etwas anderes, ihr werdet es gleich merken, so ein bisschen das Verständnis habt, dass es immer mögliche Barrieren geben wird. Es gibt auch im digitalen Raum einfach Barrieren, die sind für andere, und die bauen wir für eine Zielgruppe ab, und dadurch bauen wir eine Barriere für eine andere Zielgruppe wieder auf. Also es ist sehr, sehr komplex. Wir haben zum Beispiel in der Stadt, kennt jeder das Beispiel, den Gehweg, und der Gehweg ist ein Beispiel, wo wir genau diesen Fall haben. Der ist ja hoch an einer bestimmten Stelle, und an einer bestimmten Stelle geht er wieder runter. Für Menschen, die mit dem Kinderwagen unterwegs sind oder mit dem Rolli, wäre es schöner, wenn er flacher wäre, nicht wahr? Könnte ich an verschiedenen Stellen hochgehen. Für Menschen, die mit dem Blindenstock unterwegs sind, blinde Menschen, ist es ein ganz, ganz wichtiges Leitsystem. Und genau das Gleiche finden wir auch im digitalen Raum wieder.
Zum Beispiel Thema Leichte Sprache, gehen wir morgen noch mal ein bisschen darauf ein. Das ist im Prinzip eine dezidierte und zertifizierte Form der deutschen Sprache, die sehr einfach ist, und ist ein Angebot für Menschen mit einer kognitiven Einschränkung. Da gibt es den Mediopunkt, nicht wahr? Hat man vielleicht schon mal gesehen, das ist ein Punkt, oder man benutzt auch einen Bindestrich zwischen verschiedenen Worten. Man würde dann schreiben: Barriere-Strich oder Punkt-Freiheit. Dadurch wird es besser lesbar. Für viele Screenreader wird dann aber vorgelesen: Barriere mal Freiheit oder Barriere-Strich. Einfach um so ein Beispiel zu nennen, dass es gar nicht so einfach ist, wirklich frei von Barrieren zu werden, sondern dass man eher sich darauf einlässt, dass das heißt, wir machen uns auf den Prozess, wir wollen Stück für Stück weiter die Barrieren abbauen, und es geht eigentlich um Zugänge. Beispiel von vorhin mit den Schriften: Es ist okay, dass vielleicht manche Angebote auf der Webseite nicht für alle gleich funktionieren, aber dann sollte ich gucken, dass eine Alternative zur Verfügung steht, dass ich trotzdem die Information mitbekomme. Und da gefällt mir eigentlich immer ganz gut, wenn wir jetzt einmal über den Tellerrand nach Amerika schauen. Auch wenn dort quasi das Thema jetzt gerade eher verliert, aber die waren da schon sehr, sehr viel weiter. Das ist aufgrund der Bürgerrechtsbewegung in den 60er-Jahren, und die benutzen das Wort, und darunter findet ihr auch viele Dinge im amerikanischen oder englischen Raum: Accessibility. Und Accessibility heißt übersetzt Zugänglichkeit. Und wir haben in Deutschland aber das Wort Barrierefreiheit gewählt. Also es müssen Barrieren abgebaut werden. Ja, aber auf der anderen Seite, wenn man über die Zugänglichkeit hinausgeht, dann hat man ein anderes Verständnis, weil es geht darum, Zugänge zu ermöglichen zu meiner Information. Ich überlege mir, was sind verschiedene Möglichkeiten, die Sachen einfacher zu gestalten, zugänglich zu machen, wenn ich nicht das Ganze quasi anschauen kann, sondern mir anhöre durch den Screenreader, also die Sprachausgabe, und auch wenn ich nicht hören kann, wie wird das Ganze für mich zugänglich? Ist einfach nur so ein Dreh. Aber ich finde, das ist noch mal ein gutes Verständnis. Vor allem, wenn ihr dann an Einzelfallentscheidungen seid, wo ihr sagt: „Oh gut, das kriegen wir jetzt für diese Zielgruppe nicht barrierefrei aus den und den Gründen.“ Ist immer eine Einzelfallentscheidung, dann kann es auch eine gute Entscheidung sein, zu sagen: „Aber dafür bilden wir dann einen alternativen Zugang zu dieser Information ab.“
Beispiel: Ich wurde mal gefragt von einem Veranstaltungshaus, die 120 Veranstaltungen haben – auch eine Organisation im 100malDigital-Kosmos – und die sagten: „Wir können jetzt nicht alle 120 Veranstaltungen in Leichte Sprache übersetzen. Das ist viel zu viel Arbeit, das kriegen wir einfach nicht hin.“ Und dann habe ich gesagt: „Ja, das geht aber auch ein bisschen an der Zielgruppe Leichte Sprache vorbei, weil da ist die Auffassungsgabe aufgrund einer kognitiven Einschränkung vielleicht das Problem. Versucht doch, eure Veranstaltung einfach zu beschreiben, dass man es versteht, dass wir hier eine erhöhte Zugänglichkeit schaffen, und bietet auf eurer Seite in Leichter Sprache mal eine Übersicht an: Was habt ihr denn für Veranstaltungen und wie kann ich mitmachen? Gibt es ein Ticketangebot?“ Und findet so vielleicht einen besseren Zugang, der mehr zu der Zielgruppe passt, für die das Angebot eigentlich ist.
Es hat aber auch in Deutschland natürlich eine rechtliche Grundlage. Ich gehe jetzt davon aus, da wir heute, wie Katharina das schon so schön beschrieben hat, das gute Wetter besiegt haben, dass ihr alle auch wollt. Und das habe ich auch aus euren Wortmeldungen im Vorfeld gehört: Wir wollen uns da auf den Weg machen. Und diesen Weg zur inklusiven Gesellschaft haben wir damals beschlossen, als wir die UN-Behindertenkonvention ratifiziert haben. Das wurde dann auch mit dem Behindertengleichstellungsgesetz in deutsches Recht geformt, dass niemand aufgrund seiner Beeinträchtigung an der Teilhabe in der Gesellschaft verhindert werden kann. Und das geht im Schulbereich. Digital ist da leider noch nicht mitgedacht worden. Das ist ein großes Thema in der digitalen Teilhabe. Und das Thema digitale Barrierefreiheit hat zwei Gesetze. Und zwar die Barrierefreie-Informationstechnik-Verordnung (BITV), die gilt zum Beispiel für die DSEE schon seit 2019, aber auch für andere Träger öffentlichen Rechts, Universitäten, Museen. Das ist quasi das Gesetz, das sagt, alle digitalen Angebote müssen möglichst barrierefrei sein. Und seit letztem Jahr gibt es das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz, das für den öffentlichen Raum regelt und auch vor allem für die Privatwirtschaft. Ich gehe da jetzt nur ganz kurz darauf ein, weil ich selbst kein guter Jurist bin, aber im Prinzip fußt es auf einem europäischen Gesetz. Und ganz wichtig: Es orientiert sich an den sogenannten WCAG, den Web Content Accessibility Guidelines. Ein englisches Wort, schauen wir uns morgen an, was es genau heißt für euch, aber das sind die gängigen Richtlinien im Internet, auf die man sich berufen kann, wenn man barrierefreie, barrierearme Angebote machen möchte.
Etwas kompliziert. Ich habe euch nachher auch ein paar Links mitgebracht, wo man da auch eine bessere Zusammenfassung findet als bei den Machern der WCAG, weil die sich auch an Entwickler, an Designer, an Autorinnen, an viele Menschen richtet und etwas kompliziert ist. Wie gesagt, gibt es eine gute Zusammenfassung von der Aktion Mensch. Findet ihr dann auch in den Links hier in den PDFs. Morgen gehen wir noch ein bisschen mehr darauf ein, weil wir da ja dann überlegen, wenn wir uns auf den Weg machen, wo können wir uns orientieren? Daran könnt ihr euch orientieren, weil daran orientieren sich auch die Gesetze. Das Ziel dieses Gesetzes, des Barrierefreiheitsstärkungsgesetzes, ist es, den Zugang zu digitalen technischen Angeboten für alle Menschen zu sichern. Und jetzt fragen sich immer viele, wie gesagt, ich gehe davon aus, dass viele von euch wollen: Gilt das für mich? Ganz wichtig, toller Tipp: Die DSEE bietet ein kurzes E-Learning oder einen kurzen Onlinekurs an, wo das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz noch mal für Vereine und Organisationen aufgeschlüsselt wird. Ist auch hier verlinkt, können wir sicherlich auch gleich noch im Chat rumschicken. Aber so ganz kurz: Es zielt vor allem auf die Wirtschaft ab. Also, man muss mindestens 2 Millionen Euro Jahresumsatz erzielen. Man braucht mindestens 10 Mitarbeitende, und man muss Angebote im B2C, das heißt direkten Kontakt mit dem Kunden, anbieten, sprich so etwas wie Amazon oder MediaMarkt. Das sind so typische Anwendungsfälle für das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz. Falls ihr eine Organisation habt, wo ihr Spendenaufrufe macht, könnte das auch darunterfallen. Das ist aber dann wirklich der Fall, wo man mal im Lernportal reinschauen sollte oder dann auch mit einem Rechtsanwalt sprechen muss, wenn man sagt, ich möchte darauf eingehen, was man machen muss, damit man damit konform geht. Das schauen wir uns wie gesagt morgen an, aber Web Content Accessibility Guidelines, diese Richtlinien und ein paar mehr Angebote, kommt morgen alles. Dann seid ihr auch mit dem Barrierefreiheitsstärkungsgesetz konform.
Super. Bevor wir in die Phase gehen, wo wir uns einmal noch mal anschauen, für wen machen wir das alles und wie entstehen Barrieren für bestimmte Online-Gameshops, ist auch ein Thema. Das wäre auch Thema für das digitale Barrierefreiheitsgesetz. Kommt dann immer auf die Größe an. Genau. Würde ich euch bitten, jetzt einmal kurz eine Minute Pause zu machen und vielleicht in den eigenen Notizen noch mal durchzugehen. Wir haben darüber gesprochen: gleichwertige Zugänge. Wir haben darüber gesprochen, dass es ein Prozess ist. Wir sind da noch mal einen Schritt zurückgegangen und haben gesagt, es geht eigentlich um Inklusion. Ich würde euch einmal bitten, euch eine Minute zu geben und einfach noch mal ein paar Fragen aufzuschreiben. Erstmal in euren Notizen und nicht im Chat, die jetzt bei euch noch so im Kopf schwirren, bevor wir uns dann einmal um die Menschen kümmern, um die es eigentlich bei der Geschichte geht. Genau. Einfach mal jeder für sich. Ich trinke mal kurz ein Wasser.
So, ich würde einfach sagen, ihr habt jetzt mal so ein paar Fragen aufgeschrieben, schreibt vielleicht auch noch ein bisschen. Wer jetzt schon mal noch dringende Fragen im Chat reingeben möchte zu BFSG und so weiter, sehr gerne. Ich bin wie gesagt jetzt nicht die Rechtsberatung. Das heißt, ich kann jetzt auch ein paar Punkte dazu sagen. Die Frage von Elena: „Gibt es eine Erklärung, warum das Gesetz so stark wirtschaftlich ausgerichtet ist?“ Da müssen wir den Gesetzgeber fragen. Ist aber schon mal ein guter Anfang, sage ich jetzt mal. Genau. Barrierefreiheit muss bereits bei den Ärzten umgesetzt werden. Ich gehe da völlig mit. Wie gesagt, beim Bundesteilhabegesetz ist auch zum Beispiel die digitale Teilhabe nicht mitgedacht und so weiter. Das sind alles Themen. Aber wir haben jetzt das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz, und das ist ein möglicher Anfang. Es ist übrigens auch nicht unumstritten, wenn ich jetzt da noch kurz reingehen kann, weil wie so oft beim Thema Barrierefreiheit gibt es keinen Strafenkatalog. Es gibt keine, der Gesetzgeber hat keine wirklichen Maßnahmen quasi mitgegeben, die die Länder dann durchsetzen können, also Bußgelder und so weiter. Das sieht das Gesetz alles nicht vor. Das heißt, was jetzt gerade passiert: Man kriegt eine Prüfung, dann erläutert man Besserung und sagt: „Ja, ja, wir gehen das an.“ Und dann passiert meistens auch nichts mehr, so wie wir das bis jetzt gehört haben. Meiner Ansicht nach sind das Hauptamtliche, aber auch das wäre eine Frage, die sicherlich in dem Lernportal noch mal genauer gestellt wird.
Sehr gut, Rabia, da würden wir, da gehen wir später noch darauf ein. Genau. Und genau, also noch kurz: Das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz ist jetzt etwas umstritten, weil es kaum Maßnahmen gibt, das durchzusetzen. Und vielleicht auch, soweit mein letzter Wissensstand ist, dass bis jetzt eigentlich nur das Land Sachsen wirklich eine Stelle benannt hat und ich glaube eine Stelle benannt hat, die wirklich auf das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz überprüft, und dass das so langsam in den Ländern noch gar nicht angekommen ist. Also zum Beispiel in Bayern hängt es im Landtag fest. Also, das kommt erst sehr langsam in die Gänge, weil das dann wieder in der Umsetzung bei den Ländern hängt. Genau. Aber ich gebe vollkommen recht. Barrierefreiheit fängt eigentlich auch schon beim Arzt an und geht darüber hinaus.
Aber schauen wir uns einmal an mit euren Fragen im Kopf, um wen es eigentlich geht und wie Barrieren entstehen. Also konzentrieren wir uns einmal auf Menschen mit sogenannten Beeinträchtigungen. Ihr seht hier ein paar Beispiele von Gruppen. Wie gesagt, Menschen sind sehr vielfältig. Es gibt auch Überschneidungen. Es gibt auch Menschen, die keine sogenannte Beeinträchtigung haben, die von digitaler Barrierefreiheit profitieren können. Wenn ich eine Webseite vergrößern kann, dann funktioniert es auch, wenn ich mal was entdecke, was etwas kleiner ist. Und ich möchte das größer machen, dann kann ich es größer machen. Davon kann ich profitieren. Aber wir konzentrieren uns jetzt mal auf Menschen mit sogenannten Beeinträchtigungen, wodurch, was ganz wichtig ist, Barriere ist nicht gleich Barriere. Man wird oft gefragt in dem Feld: „Können wir nicht irgendwie den Mindeststandard machen, womit alle zufrieden sind?“ Wir haben gerade eben schon in dem Punkt Herausforderung darüber gesprochen, so einfach ist es nicht, weil die Menschen unterschiedliche Bedürfnisse, unterschiedliche Voraussetzungen haben, und deswegen sind auch die Barrieren unterschiedlich, und sie widersprechen sich mitunter.
Schauen wir uns jetzt einmal ganz schnell an, was sind so typische Themen? Wir haben Menschen mit einer körperlichen Einschränkung. Da geht es oft bei Webseiten darum, dass ich das unabhängig von Maus und Tastatur bedienen kann. Oder auch nur mit der Tastatur, damit ich das auch mit unterschiedlichen anderen Geräten wie einen Joystick oder so weiter bedienen kann. Wenn ihr irgendwie, weil das manchmal ja auch Thema ist, digitale Objekte im Raum habt als Organisation, da geht es auch ums Thema Erreichbarkeit von Objekten. Ja, kann ich mir das runterziehen, wenn es ein Bildschirm ist? Leicht, dass ich das auch im Rolli, im Rollstuhl quasi mir anschauen kann. Bei Barrieren für Menschen mit Sehbeeinträchtigung, da haben wir heute schon einen Begriff gehört, auch wieder ein englischer Begriff. Das ist der Screenreader, das ist die Sprachausgabe. Als nicht sehender Mensch kann ich jetzt nicht quasi einfach sehen und scrollen auf einer Webseite, aber es gibt eine ganz tolle Erfindung, und die ist auch recht schon alt, die aber durch das, ich zeige euch das, wenn ihr mein Bild seht, durch dieses kleine Gerät, durchs Handy noch mal katapultiert worden ist. Also wirklich der Spielwechsler, Gamechanger – mir fällt gerade kein anderes besseres Wort ein – war nämlich, weil dort die Sprachausgabe einfach fest installiert ist auf dem iPhone, nämlich mit VoiceOver. Ist dieser Screenreader dafür da, dass alle Inhalte vorgelesen werden können, wenn sie richtig programmiert worden sind. Und ich kann mir nicht nur vorlesen, was steht hier auf der Folie, sondern wenn sie richtig gemacht worden ist, kann ich mir auch vorlesen, was ist eine Überschrift, was ist ein Button, was ist ein Link. Der liest mir quasi auch dann vor, ich komme zu einem Bild, und wenn dahinter ein Alternativtext – morgen ein bisschen mehr dazu, das ist einfach eine textliche Beschreibung des Bildes, das man hinter Bilder hinterlegen kann – hinterlegt ist, dann liest er mir das auch vor. Das heißt, ich kann mir quasi die digitale Welt über das Hören erschließen, und ich kann sie auch steuern. Menschen, die einen Screenreader benutzen, hilft auch das, wenn eine Webseite durch eine Tastatursteuerung bedienbar ist.
Dann haben wir aber noch das große Feld, mit dem wir eingestiegen sind heute: Menschen mit einer Seheinschränkung. Ein Riesenfeld, die oft mit den blinden Menschen, sage ich mal in Anführungszeichen, bitte nicht falsch verstanden, in einen Topf geworfen sind, aber ganz andere Bedürfnisse haben. Gerade im digitalen Raum, da geht es um das Thema Vergrößerung. Haben wir gerade auch schon im Chat gelesen. Das heißt, ich kann groß ranzoomen, wenn ich das brauche, wenn ich sehr große Vergrößerung habe. Manche Webseiten lassen sich nicht so anpassen, dann verliere ich den Kontext und kann nicht mehr erlesen. Oder auch gewisse Farbblindheiten oder Seheschwächen. Da geht es dann um das Thema Kontraste, was wir uns angeschaut haben, dass die Kontraste hoch genug sind, dass ich das erkennen kann, was darauf geschrieben wird oder in den Bildern ist. Dann haben wir nicht hörende Menschen. Deutsche Gebärdensprache hatten vielleicht ein oder zwei von euch schon mal oder vielleicht auch mehr Kontakt. Deutsche Gebärdensprache und nicht hörende Menschen ist auch ein komplexes Feld. Da geht es dann darum, dass ich halt eben wiederum, wenn etwas auditiv dargestellt wird, wie zum Beispiel in Videos, das Ganze auch über den Untertitel wahrnehmen kann oder die Information irgendwo textlich festgehalten ist, weil ich diese auditive, also die Audioinformation ja nicht wahrnehmen kann. Und darüber hinaus auch das Thema Gebärdensprache ist auf dem Großfeld, gehen wir morgen auch noch mal ein bisschen genauer darauf ein, aber so viel: Deutsche Gebärdensprache ist eine andere Sprache mit einer anderen Grammatik. Das heißt, nicht die Schriftsprache, die wir benutzen, wenn wir hören können als hörende Menschen, dann ist auch eine Fremdsprache, muss auch gelernt werden. Deswegen bietet man auch, und deswegen fordert es auch das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz und auch die BITV, ein Angebot in deutscher Gebärdensprache an, weil erstens kann das ein guter Wegweiser sein für euer Angebot. Ich kann mir erstmal in meiner Sprache anschauen, was hier angeboten wird. Und auch deutsche Gebärdensprache hat eine recht lange systematische Diskriminierungserfahrung in Deutschland, und zwar wurde sie erst ungefähr 2004 als Sprache anerkannt in Deutschland. Und deswegen ist es auch ein, im Sinne der Inklusion, ein willkommenes Zeichen, wenn man ein gutes Angebot in deutscher Gebärdensprache auf seiner Webseite abbildet. Dazu morgen mehr. Man muss da deswegen nicht alles in deutsche Gebärdensprache machen, sondern kann da wirklich sagen, wir machen ein dezidiertes und zielgruppengerechtes Angebot, um auch Menschen, die jetzt gebärden, bei uns willkommen zu heißen.
Dann gibt es die Menschen mit einer kognitiven Sinnesbeeinträchtigung. Da geht es um das Thema Leichte Sprache, einfache Strukturen und Visualisierung und darüber hinaus. Wir haben Menschen aus dem Autismus-Spektrum, wir haben Menschen mit Mehrfachbeeinträchtigung, und wir haben Menschen mit chronischen Krankheiten, die jetzt eventuell genau unterschiedliche Bedürfnisse mitbringen. Aber wenn wir über digitale Barrierefreiheit sprechen, sprechen wir oft über die Sinnesbeeinträchtigung. Das heißt, wir können verschiedene Tools benutzen oder Werkzeuge benutzen, um quasi teilzuhaben und um euch jetzt einfach mal noch mal aufzuwecken. Einfach ihr seht ein paar Bilder.
Danke, Sandra. Gute Accessibility, gute Usability. Da gehe ich morgen auch noch mal ein bisschen darauf ein. Wir sehen ein paar Bilder. Ich mache sie auch mal kurz größer, und ihr dürft gerne in den Chat einwerfen, was ihr erkennen könnt. Genau so. Einen Moment.
Wir haben links eine Tastatur mit Punkten. Dann haben wir ein iPad mit ganz vielen Einstellungsmöglichkeiten. Dann haben wir ein iPad mit so Bildern drauf. Dann haben wir unten, ja, so ein Gerät, was so ein bisschen aussieht wie ein Joystick, und dann haben wir so einen weißen Bobbel, auf den man draufdrückt, sage ich jetzt mal. Genau. Eins haben wir schon richtig erkannt, nämlich die Braillezeile oder auch die Brailletastatur. Das ist eine Tastatur, die quasi die Screenreader-Ausgabe oder das, was erkannt wird, durch den Screenreader uns auch noch in Braille übersetzen kann. Und ich kann auch über Braille, je nach Tastatur, Eingaben machen. Wird mitunter aber auch nicht mehr benutzt, wenn ich zum Beispiel das Handy benutze und da den Screenreader benutze. Was erkennt ihr noch?Mhm.
Quest. Du meinst das rechte Symbol, also das mit den Icons, mit den bunten Bildern. Das ist ein iPad, wo ein Werkzeug der unterstützten Kommunikation, heißt das Ganze, aufgezeigt wird. Das ist ein Tool oder ein Werkzeug für Menschen, die nicht sprechen können, die quasi über Bilder gesteuert dann auch Sätze oder Aussagen treffen können. Das ist ein Beispiel, das jetzt gar nicht dafür da ist, den digitalen Raum wahrzunehmen, sondern eher über digitale Möglichkeiten quasi auch mich zu äußern, auch darüber zu sprechen. Wer wen das interessiert, da ist das Stichwort unterstützte Kommunikation auch ein riesen, riesen Feld. Genau. In der Mitte haben wir die barrierearmen Einstellungen beim Apple Gerät. Wenn ihr Apple-Nutzerin seid, aber auch bei Android-Handys gibt's das auch. Diese Geräte bringen schon mittlerweile ganz, ganz viele sogenannte Bedienungshilfen mit. Ich habe, wie gesagt, den VoiceOver gerade schon erzählt. Das ist der Screenreader vom Handy, also die Sprachausgabe und auch die Sprachsteuerung. Ich habe einen Zoom, den kann ich mir einstellen. Ich kann die Textgröße anpassen. Ich kann auch schon Invertierung anpassen. Ich kann anpassen, dass ich auslöse in Apps, statt zu tippen, dass ich lange draufhalte, wenn ich jetzt zum Beispiel eine motorische Einschränkung habe. Das heißt, ich kann da sehr viel einstellen. Danke. Linux und Ubuntu haben auch gute Einstellungsmöglichkeiten. Super. Auch Windows bringt ein paar Einstellungsmöglichkeiten mit. Soll jetzt keine Apple-Werbung sein, nur im Prinzip die Aufforderung, gerne auch bei Michael nachzufragen. Wenn jemand Linux-User ist, kommt nicht so oft vor tatsächlich jetzt bei uns. Deswegen fände ich auch ganz interessant, da mal in Austausch zu gehen. Und unten wurde es auch ganz wichtig gut erkannt. Rechts haben wir tatsächlich einen Controller von der Playstation, der quasi anpassbar ist. Da kann man zum Beispiel diese ganzen weißen Knöpfe abnehmen und andere Peripheriegeräte anschließen und dann auch als Mensch mit einer Querschnittslähmung spielen. Und links haben wir einen Taster, den man ans iPad oder an den Tablet anschließen kann oder an seinen Computer. Davon gibt's ganz viele verschiedene Adaptionsmöglichkeiten, mit denen man dann quasi statt der Tastatur. Ah, super, Michael. Ja, cool. Dann können wir mal morgen vielleicht online bleiben. Können weiterschalten, kann und so quasi auch die digitale Welt steuern.
Das heißt, es soll euch hier zeigen, es gibt ganz, ganz viele assistive Systeme, sagt man, so heißen die, assistive Software, also digitale Werkzeuge, die Menschen mit einer sogenannten Beeinträchtigung helfen oder unterstützen dabei, die digitale Welt wahrzunehmen. Ihr müsst nicht alle kennen, wenn ihr euch auf den Weg macht, aber das Lernziel von mir heute ist: Es gibt da ganz viel. Es lohnt sich auch, das mal auszuprobieren. Man kann das auch dann mal einfach ausprobieren, wenn man seine Webseite mal mit dem VoiceOver ausprobieren möchte. Funktioniert das überhaupt für die Sprachausgabe? Aber unser Ziel muss es sein, wenn wir uns auf den Weg machen mit der digitalen Barrierefreiheit, dass wir die Sprache sprechen, auf die die setzen, und das sind diese Web Content Accessibility Guidelines, die wir uns morgen im Detail noch mal ein bisschen anschauen, wo dann quasi die Standards definiert worden sind, damit ich das Ganze mit einer Braille-Tastatur beziehungsweise mit der Sprachausgabe bedienen kann und dass, wenn ich mit meinem iPad oder Linux-Computer komme und dort die Vergrößerung auf 200 % eingestellt habe, weil ich die brauche, dass eure Webseite das auch umsetzen kann, dass es dann trotzdem funktioniert.
Ich habe euch auch ein Video verlinkt, schicke ich nachher auch noch im Chat. Das ist vom Kompetenzzentrum der digitalen Barrierefreiheit an von der Hochschule der Medien. Da habe ich mal meinen Bachelor gemacht. Damals gab es noch nicht, aber die haben mittlerweile ein ganz tolles Kompetenzzentrum auch mit vielen Tipps. Ist auch verlinkt in den Links, und ich finde dieses Video ganz gut, weil hier ein Screenreader-Nutzer noch mal genau zeigt: „Okay, wie liest ein Screenreader eigentlich vor?“ Und es hilft einfach noch mal wirklich fürs Verständnis zu sagen: „Ah, ja, okay, ich verstehe.“ Und deswegen setze ich die Webseite auch dann dementsprechend um. Könnt ihr euch gerne danach anschauen. Da gibt es ganz, ganz viele. Auch durch KI entstehen ganz tolle neue Möglichkeiten an der Stelle. Es gibt zum Beispiel die App Be My Eyes, die früher mit Ehrenamtlichen gearbeitet hat, hat es jetzt eine KI-Anwendung, die quasi, da kann man ein Foto machen oder man kann die Kamera halten, und die übersetzt quasi das, was das Handy dann sieht, in Text, den ich mir dann ausgeben kann, zum Beispiel als nicht sehende Person. Also, da gibt's auch viele, viele Entwicklungen. Schauen wir morgen auch noch mal ein bisschen genauer rein in die KI, aber Untertitelung ist auch ein assistives System, was heute mitunter, sprich YouTube, aber auch andere Videoplattformen, auch automatisiert sehr gute Ergebnisse liefern kann. Nicht immer richtig, man muss schon immer überprüfen, aber da gibt's einfach heutzutage sehr gute Möglichkeiten, die man einfach mitdenken kann.
Aber wie gesagt, ihr müsst nicht alle kennen, ihr müsst die Sprache kennen, die diese Tools, diese Werkzeuge benutzen. Und dann ist es ganz wichtig, einfach auch mal auf die Menschen zuzugehen, Menschen einzuladen, es testen zu lassen, einfach in den Austausch zu gehen, je nachdem. Wir können jetzt natürlich nicht, das sind jetzt einfach Bilder aus unserer Arbeit, immer direkt Menschen einladen, die eine Beeinträchtigung haben, die keine Beeinträchtigung haben, aber es soll euch einfach dafür sensibilisieren, offen sein für Feedback und das nicht quasi immer abblocken, sondern sagen: „Hey, in der Barrierefreiheitserklärung zum Beispiel, schreibt uns bitte, wenn ihr auf Barrieren auf unsere Webseite stoßt. Wir wollen, wir brauchen Feedback.“ Und man kann auch einfach noch mal schauen, wen habe ich denn eigentlich bei mir im Netzwerk, bei mir im Ort, bei mir in der Stadt, bei mir im Land. Da gibt es ganz, ganz viele verschiedene Ansprechpartnerinnen, die auch Meinungen bündeln. Und zwar zum Beispiel lokale Vereine, die man vielleicht ansprechen kann mal mit einer Frage. Es gibt verschiedene Träger, die Menschen unterstützen. Es gibt auch dann die Behindertenbeauftragten, aber die quasi auch bündeln. Welche Communities gibt's bei uns im Raum? Das geht auch so dann ins Thema, wenn wir wirklich gezielt Menschen mit sogenannten Beeinträchtigungen ansprechen wollen. Aber was auch ganz wichtig ist, sind Organisationen der Selbsthilfe und auch Expertenzentren für digitale Barrierefreiheit, wie zum Beispiel das Kompetenzzentrum für digitale Barrierefreiheit in Stuttgart, die einfach die Stimmen der Menschen, um die es geht, bündeln. Ich habe gesehen, der Blinden- und Sehbehindertenverband ist auch heute dabei. Die haben auch zum Beispiel immer Stellungnahmen, wo einfach auch Detailfragen besprochen werden, weil manchmal zum Beispiel Thema Gendern, wie ist denn das eigentlich für Menschen mit einer Sehbeeinträchtigung? Und dann wird viel quasi sind viele digitale Barrierefreiheitsexperten unterwegs, die das und das raten. Aber dann kann man auch noch mal schauen, was hat denn eigentlich der Blindenverband dazu? Und dann kommt man schnell auf eine gute Antwort, zum Beispiel bei Detailfragen. Also immer schauen, okay, ich bin jetzt an der Stelle, da helfen mir jetzt die Richtlinien nicht weiter. Ich gucke mal, was sagen eigentlich die Menschen, um die es geht. Wenn wir die Menschen nicht direkt immer ansprechen wollen, dann sollten wir ihnen zuhören und folgen. Und das geht auch im digitalen Raum ganz gut. Es gibt zum Beispiel von der Pennicparade aus München einen ganz tollen Podcast, der heißt Barriere los digital. Den kann ich empfehlen. Da werden verschiedene Themen einfach auch besprochen, dass man auch so ein bisschen bleibt. Es gibt verschiedene Influencerinnen, Expertinnen in eigener Sache, denen man aus sozialen Medien folgen kann, mit denen man in Austausch auch gehen kann mitunter. Und wie gesagt, die Interessensverbände. Und dann gibt es auch Fachmagazine wie die neue Norm, neue Norm von Raul Krauthausen mitgegründet. Kennt der eine oder die andere vielleicht. Und aber auch das andererseits, das ein inklusives Kollektiv, die verschiedene Themen nicht nur Thema digitale Barrierefreiheit, sondern Thema der inklusiven Gesellschaft aufgreifen, damit man einfach ein Verständnis dafür findet für diese Welt, weil das hilft uns einfach dann, das als Prozess zu sehen und wirklich nah bei der Zielgruppe zu sein, um die es geht und einfach anzufangen.
Wenn ihr jetzt einfach anfangen wollt und sagt: „Hey, ich weiß gar nicht, wo ich eigentlich stehe.“ Ja, ich weiß gar nicht, wie kann ich eigentlich das überprüfen, wie kann ich anfangen? Und darum soll es ja heute gehen. Wie kann ich meine Herausforderungen definieren? Ganz wichtig, man kann einfach auch mal Menschen einladen, man kann mit Menschen sprechen, man kann vielleicht sich lokal vernetzen, mit Experten in eigener Sache sprechen. Die können auch nein sagen, die müssen sich ja nicht immer ehrenamtlich engagieren wollen, und das ist auch völlig in Ordnung. Aber der Austausch, dafür möchte ich einfach motivieren, ist auf Augenhöhe immer sehr gewinnbringend. Man kann digitale Angebote technisch überprüfen auf digitaler Barrierefreiheit. Das sagt uns aber immer noch nichts über die Nutzung. Gucken wir uns morgen auch noch mal ein bisschen an. Und man kann natürlich Sachen auch einfach mal selbst ausprobieren. Wie gesagt, einfach mal die Bedienungshilfen ausprobieren, sich da mal ein bisschen mit beschäftigen und die eigenen Angebote darüber anschauen. Für die technischen Überprüfung gibt es ein paar tolle Open-Source-Tools, die man einsetzen kann. Ein sehr komplexes Tool ist Wave. Ich würde sagen, wenn wir in der Fragenrunde sind, kann ich gerne auch mal ein, zwei Beispiele zeigen mit diesen Tools. Der Webkontrastchecker, den möchte ich euch auch empfehlen. Der ist dafür da, um die Kontraste zu überprüfen. Bin ich da in einem guten Rahmen? Da gibt's auch ein ganz tolles Angebot von Adobe, das kostenfrei ist. Nichts ist kostenfrei. Wir machen darüber natürlich Werbung, aber ich finde es ein bisschen einfacher zu benutzen wie den Webkontrastchecker, aber der Webkontrastchecker ist sehr gut als Open-Source-Tool. Und dann gibt es noch die Headings Map, die einem die Überschriftenstruktur mal anzeigen kann, und das würde ich gerne einfach mal zeigen zum Abschluss, und dann gehen wir in die Fragenrunde, und dann kann ich gerne, wenn wir in der Fragenrunde sind, auch die anderen Tools einmal kurz zeigen. Ich hoffe, ihr seht jetzt den Tab. Seht ihr jetzt die Deutsche Stiftung für Engagement und Ehrenamt? Katharina?
Nein, leider nicht. Okay, dann einen Moment, kriegen wir hin. Machen wir so herum. Jetzt seht ihr es, oder?
Jawohl, jetzt ist sehr gut. Genau, genau, genau, genau. Ich habe auch schon die Tools offen, aber das ist, finde ich, immer ein ganz gutes, ganz gutes Werkzeug, um einfach da reinzukommen und auch mal dann, wenn es später darum geht, über die Programmierung hinaus auch seine Inhalte gut zu pflegen. Und zwar ist es eine Erweiterung für den Browser, gibt's für Mozilla und für Google Chrome. Und die zeigt uns einfach mal an, wie sind denn die Überschriften quasi strukturiert? Hat man vielleicht auch schon mal gesehen. Und das ist jetzt ganz wichtig, nämlich für blinde Menschen mit dem Screenreader, weil als sehende Person kann ich als Felix jetzt scrollen und sehe: „Aha, hier Kontakt, ja, das ist eine Überschrift, das interessiert mich.“ Ich mache weiter. Als blinder Mensch mit einem Screenreader muss ich mir alles von oben links nach unten vorlesen lassen. Aber wenn es eine Überschriftenstruktur ist, die logisch ist, kann ich auch springen. Das heißt, ich kann sagen: „Okay, ich bin auf der 100malDigital-Seite, das ist die Ebene 1.“ Im Internet gibt es die Regel: Jede Seite hat nur eine Überschrift der Ebene 1. Und darunter kommt dann eine logische Struktur: Zwei Informationen zum Förderprogramm, zwei „Wo austauschen, Zukunft gestalten“ – die ist vielleicht ein bisschen lang – und zwei Kontakt. Und dann sage ich: „Ah ja, Information zum Förderprogramm, das interessiert mich, der Rest am Anfang gar nicht.“ Ich kann dem Screenreader sagen: „Bitte spring mir da direkt hin. Dann lies mir mal vor, was da drunter ist: Was wir fördern, wen wir fördern, wo wir fördern.“ Ah ja, das interessiert mich. „Lies mir bitte nur, wo wir fördern, nach.“ Und wie wir hier sehen, das ist eigentlich eine ganz gut barrierearm organisierte Struktur, die sinnvoll an der Stelle funktioniert. Und das kann man eigentlich relativ schnell überprüfen und auch immer mal wieder reinschauen. Genauso, was ich auch ein schönes Beispiel finde, was ein bisschen eine komplexere Seite mal zeigt, ist die Berliner Verkehrsgesellschaft, die auch eine Webseite hat, die recht barrierearm umgesetzt ist. Und da sehen wir auch hier oben eine logische Überschriftenstruktur.