Heute geht es um das Thema Fördermittel, ziemlich gut orientiert in der Förderlandschaft. Was werden wir also jetzt in der nächsten Dreiviertelstunde machen? Wir werden uns tatsächlich zunächst die Struktur der Förderlandschaft anschauen und die jeweiligen Recherchemöglichkeiten. Also sprechen wir genauer über das Thema öffentliche Förderung, Stiftungen, Lotterien und Preise. Im zweiten Aspekt schauen wir uns die Förderauswahl an. Hier gucken wir, was wichtig ist, welche Voraussetzungen es braucht, damit ich Förderungen beantragen kann. Sprich, was sind die Förderkriterien? Dann kommen wir noch einmal ins Gespräch über den Aufbau einer eigenen Fördersammlung.
Starten wir. Ich habe den Versuch unternommen, die Struktur der Förderlandschaft darzustellen. Wenn man sich das genauer anschaut, haben wir zunächst einmal die Gesetzestexte. Hier haben wir insbesondere die Sozialgesetzbücher, z.B. das Sozialgesetzbuch oder auch im Bereich der Integration die Sozialleistungen, das Asylbewerberleistungsgesetz. Hier werden Qualitätsstandards festgelegt, die bestimmten Einzelpersonen oder Institutionen zur Verfügung stehen müssen, damit die Gesellschaft funktioniert.
Entschuldige, liebe Frederike. Im Chat wird geschrieben, dass der Ton nicht so gut ist bei dir, dass es zu leise ist und rauscht. Können wir da noch einmal irgendwie gucken? Hört man mich jetzt besser? Ja, also schreibt mal bitte in den Chat rein. Ich höre sie jetzt. Der Ton ist gut. Ja, jetzt ist es besser. Vielen Dank. Jetzt ist gut.
Gut. Ich wiederhole, ich beginne noch einmal. Wir schauen uns die Struktur der Förderlandschaft an, oder ich habe den Versuch dafür unternommen. Was hat man als Erstes? Man hat zunächst die Gesetzestexte. Wir haben Sozialleistungsgesetze, z.B. in denen Grundleistungen festgeschrieben sind, die bestimmten Einzelpersonen oder Institutionen zur Verfügung stehen müssen, damit der soziale Bereich oder auch die Wirtschaft funktionieren kann. Alles, was über diesen Grundbedarf hinausgeht, wird dann über die öffentliche Hand oder über die private Förderung finanziert.
Wichtig ist, die öffentliche Förderung kann man noch einmal unterteilen in die EU-Förderung. Da geht es tatsächlich darum, dass man die Interessen der EU auch im weitesten Sinne berücksichtigt. Was möchte die EU? Sie hat Ziele, und zwar grundsätzlich ist es eine Wirtschaftsunion. Sie möchte Frieden innerhalb der EU und wettbewerbsfähig sein. Das heißt, dass man wettbewerbsfähig ist außerhalb der EU. Man möchte sich sozial angleichen. Die Staaten, die EU-Staaten, sollen sich sozial angleichen, und man möchte auch die Nachhaltigkeit und den Umweltschutz fördern.
Dementsprechend werden langfristige Pläne erstellt, und auf Basis dieser Pläne werden unterschiedliche Fördermittelprogramme mit sehr vielen Unterprogrammen aufgesetzt, die im Grunde diesen globalen Zielen der EU zugutekommen. Daneben hat Deutschland eigene Bundesprogramme, um den entsprechenden Bedarfen, die man hier in Deutschland sieht, gerecht zu werden. Jedes Bundesland hat zudem eigene Landesprogramme, die aufgelegt werden und bei denen Antragstellungen möglich sind.
Der Bund und die einzelnen Länder halten auch noch Bundes- und Landesstiftungen. Die DSE ist z.B. eine Bundesstiftung. Heute werden wir auch noch über die Lotterien sprechen, die ich euch kurz vorstellen werde. Die private Förderung ist ebenfalls ein großer und wichtiger Teil, um an finanzielle Mittel zu kommen. Das sind insbesondere die privaten Stiftungen. Es sind aber auch die Medienfonds, andere private Fonds und viele Finanzinstitute, die einzelne Stiftungen halten.
Wenn wir jetzt weiter reingehen und uns genauer anschauen, wie man Fördermittel beantragen kann, handelt es sich in der Regel um eine Projektförderung. Zunächst müssen wir also definieren, was ein Projekt ist. Ein Projekt ist eine einmalige Sache, mit der ich ein ganz konkretes Ziel verfolge. Um dieses konkrete Ziel zu verfolgen, habe ich einen gewissen festgelegten Zeitraum. Ich habe einen konkreten Startpunkt und ein konkretes Ende, bis das Ziel erreicht ist.
Hierfür muss ich bestimmte Ressourcen in das Projekt einbringen. Das können Personalposten sein, das können Betriebsmittel oder Sachkosten sein, je nachdem, wie das Projekt gestaltet ist. Wie ist der Aufbau der öffentlichen Förderung ganz allgemein? Der Aufbau der öffentlichen Förderung ist sehr ähnlich oder gleich dem administrativen Aufbau von Deutschland insgesamt.
Das heißt, wenn ihr ein Projekt habt, das deutschlandweit läuft, z.B. eine deutschlandweite Studie oder Programme, bei denen deutschlandweit Maßnahmen umgesetzt werden, ist der Bund zumindest in der Theorie der Ansprechpartner für Förderungen. Wenn ihr landesweite Projekte habt oder Projekte, die eine landesweite Strahlkraft haben, sind die Länder zuständig, und das geht dann herunter bis in die Gemeinden oder auch auf Kitsebene, wo Antragstellungen möglich sind.
Die öffentliche Hand ist noch immer, ihr habt es wahrscheinlich schon festgestellt, der größte Förderer. Es gibt viele Herausforderungen, aber nichtsdestotrotz ist die öffentliche Hand immer noch der größte Förderer. Wichtig ist, dass momentan nicht der Fall ist, aber 10% ihrer Haushalte können die einzelnen Förderinstitutionen für freiwillige Zuwendungen weitergeben.
Ein zentrales Prinzip, das zu berücksichtigen ist, ist das sogenannte Subsidiaritätsprinzip. Das besagt, dass ihr erst, wenn ihr ein Projekt umsetzen wollt, eure eigenen Mittel in das Projekt einbringen müsst, und dann im nächsten Schritt der Förderer die fehlenden Mittel zur Verfügung stellt. Wir haben also im klassischen Sinne eine Art von Bedarfsfinanzierung. Eine wichtige andere Voraussetzung ist, dass mit dem Projekt noch nicht gestartet worden sein darf.
Wenn ihr in die Recherche nach Fördermöglichkeiten geht, insbesondere nach öffentlichen Förderungen, lasst euch bitte viel Zeit und sagt eurem Arbeitgeber, dass das nicht in fünf Minuten erledigt ist. Die Fördermittelrecherche ist komplex und langwierig und in Teilen auch sehr zäh. Warum ist das so? Wir haben heterogene Verwaltungsstrukturen.
Ich habe es euch schon gerade eben gezeigt. Wir haben die kommunale Ebene, die Kitsebene, die Bundesebene und eine internationale Ebene. Die Strukturen sind sehr unterschiedlich. So wie der Aufbau in Bayern ist, muss er nicht in Brandenburg sein. Hinzu kommt, und das möchte ich euch ans Herz legen, dass es zwei Herangehensweisen bei der Fördermittelsuche gibt.
Die eine ist, dass ihr eine Projektidee habt und nach der passenden Förderung sucht. Das kann man gerne machen, muss aber offen für Anpassungen sein. Das ist ein guter Schritt, den zu gehen. Man sollte nur tatsächlich offen für Anpassungen sein. Das können formelle Anpassungen sein, z.B. hinsichtlich des Projektstatus oder der Projektlaufzeit. Es können aber auch inhaltliche Anpassungen notwendig werden, sprich, dass man eine bestimmte Zielgruppe genauer berücksichtigen muss oder eine bestimmte Maßnahme inhaltlich anpassen muss.
Eine andere Herangehensweise, die häufig von mittelgroßen bis größeren Trägern übernommen wird, ist, gezielt nach Ausschreibungen oder Förderern zu suchen, die zur eigenen Organisation passen, und dann entsprechend die jeweiligen Richtlinien für Projektideen zu entwickeln und den Antrag gemäß diesen Richtlinien zu verfassen. Das kommt relativ häufig vor, wenn man weiß, dass bestimmte Förderinstitutionen oder Bundesprogramme in bestimmten Rhythmen, z.B. einmal pro Jahr, veröffentlicht werden.
Ein typisches Programm ist das Bundesprogramm „Zusammenhalt vor Ort“. Da wissen Träger, die im Bereich der Integration tätig sind oder das Engagement vor Ort stärken wollen, dass es jährlich eine Ausschreibung gibt, auf die gewartet wird. Dann werden die Richtlinien und Bekanntmachungen gelesen und darauf basierend die Projektideen entwickelt.
Wenn ihr in die Recherche reingeht, gibt es tolle Tools. Im Bereich der öffentlichen Förderung gibt es als Erstes die Förderdatenbank des Bundes, die vom Bundesministerium für Wirtschaft zur Verfügung gestellt wird. Wenn ihr hier auf die Seite geht, müsst ihr zunächst einen Suchbegriff eingeben. Bevor ihr mit der Recherche startet, solltet ihr für eure Projektidee oder Organisation überlegen, welche Schlagwörter dafür stehen.
Ihr solltet mehrere Schlagwörter haben und könnt dann in die Schlagwortsuche gehen. Im nächsten Moment habt ihr eine schöne Filterfunktion auf der linken Seite, mit der ihr genau einkrenzen könnt, was ihr für eine Rechtsform habt. Seid ihr z.B. Existenzgründer oder ein Verein? Damit habt ihr schon eine wichtige Filterfunktion erfüllt. Außerdem könnt ihr angeben, in welchen Themenbereichen ihr tätig sein wollt.
Wenn ihr über diese Förderdatenbank in die Recherche geht, habt ihr die Möglichkeit, euch eine Kurzinformation durchzulesen und später auch die Rechtsgrundlage. Tatsächlich ist die Rechtsgrundlage nicht so wichtig zu lesen, weil sich Förderungen und Richtlinien immer wieder anpassen. Wenn ihr euch aber die Kurzbeschreibung durchgelesen habt und sagt, es könnte für euch interessant sein, findet ihr auf der Seite auch schon direkt den richtigen Link, um euch genauer über das Förderprogramm zu informieren.
Die Förderdatenbank des Bundes ist also der erste Ansprechpartner für die öffentliche Förderung. Jedes Bundesland hat zudem eine eigene Fördersuchmaschine für Landesmittel. Ich habe hier einmal die für Brandenburg dargestellt, das ist der Fördernavigator. Ihr könnt für euer Bundesland nach „Fördernavigator“, „Förderfinder“ oder „Förderfibel“ suchen und findet häufig solche Suchmaschinen, die öffentliche Förderungen für eure Projekte oder Organisationen zur Verfügung stellen können.
Hier kann man in den meisten Fällen auch ganz genau herausfiltern, wer überhaupt antragsberechtigt ist. Sehr empfehlenswert kann es auch sein, zu schauen, welche Fördermöglichkeiten die eigenen Landesbanken anbieten. Hier ein Beispiel aus Berlin: Landesbanken verwalten häufig Fördermittel für Existenzgründer und auch im Bereich Wirtschaft insgesamt. Viele gemeinnützige Organisationen können sich vor allem auch bauliche Maßnahmen durch die jeweilige Landesbank fördern lassen.
Wir haben also für die öffentliche Förderung schon drei Möglichkeiten zur Recherche herausgesucht: die Förderdatenbank des Bundes als zentrale Anlaufstelle, die Förderdatenbank für das eigene Bundesland und die Möglichkeiten der Landesbanken. Auch wenn es bereits tolle Suchmaschinen gibt, ist die Problematik, dass diese Suchmaschinen häufig nur so gut sind wie die Informationen, die ihnen zugespielt werden.
Ganz ehrlich gesagt passiert das bei manchen Bundesländern besser und bei anderen weniger gut. Wenn die öffentliche Förderung für euch interessant ist, kommt ihr nicht drumherum, gezielt in den einzelnen Landesministerien oder anderen Institutionen zu recherchieren, welche Fördermöglichkeiten es gibt. Neben den Ministerien gibt es auch Bundesämter und Landesämter, die Mittel vergeben. Seid ihr im Bereich der Arbeitsmarktvermittlung tätig, könnten auch die Arbeitsagenturen oder andere Stellen relevant sein.
Es gibt auch einige Seiten von Fonds, wie dem ESF (Europäischer Sozialfonds) oder dem Fonds für regionale Entwicklung, die zentrale Informationen zur Verfügung stellen. Gerade diese beiden EU-Programme können für viele interessant sein, weil hier sehr viele soziale Projekte gefördert werden.
Ich möchte als Nächstes zu den Stiftungen sprechen. Stiftungen haben den Vorteil, dass sie gerade dann, wenn man noch nicht so viel Erfahrung mit Fördermitteln hat, einen einfachen Einstieg ermöglichen. Zunächst möchte ich mit euch definieren, was eine Stiftung ist, welche Vorteile sie bietet, wenn man in die Fördermittel einsteigen möchte, und dann schauen wir uns die Struktur an und die Recherchemöglichkeiten.
Was ist eine Stiftung? Eine Stiftung ist eine Einrichtung, die von einer Person oder einem Unternehmen gegründet wird, die im Verlauf ihres Lebens oder ihrer Existenz Kapital angesammelt hat. Dieses Kapital wird für einen bestimmten Zweck verwendet, und die Erträge sollen einem bestimmten Zweck zugutekommen. Das kann z.B. sein, dass ich eine ältere Dame bin und möchte, dass die Bildung meiner Enkel gesichert wird, dann gründe ich eine Familienstiftung. Das ist eine privatnützige Stiftung.
Es kann aber auch sein, dass ich ein Unternehmen bin und als Unternehmen möchte ich, dass es meiner Belegschaft gut geht. Auch dann gründe ich eine privatnützige Stiftung. Familienstiftungen und Unternehmensstiftungen können privatwirtschaftlich sein, während die meisten Stiftungen gemeinnützig sind. Das heißt, deren Zwecke oder deren Erträge sollen einem gemeinnützigen Zweck dienen.
Hier muss man noch einmal zwischen operativen Stiftungen und Förderstiftungen unterscheiden. Operative Stiftungen nutzen die Erträge aus ihrem Kapital und setzen selbst Projekte um, während Förderstiftungen jene sind, bei denen ihr einen Antrag stellen könnt. Diese sind für euch in erster Linie interessant. Wenn ihr später in die Recherche geht und auch operative Stiftungen findet, könnten diese in der Zukunft interessant für euch werden, weil man mit operativen Stiftungen Kooperationen aufbauen kann.
Zunächst einmal kann man sich kennenlernen, Wissen austauschen und ins Gespräch kommen. Wenn ihr gemeinsam Projekte umsetzt, hat die Stiftung schon einmal Geld mit in das Projekt eingebracht. Stiftungen sind zudem sehr gut miteinander vernetzt. Wenn die Zusammenarbeit gut funktioniert, hat man vielleicht einen Partner für die Zukunft, und andere Förderinstitutionen schenken einem mehr Vertrauen.
In erster Linie sind für euch die Förderstiftungen interessant. Wenn man noch nicht viel Erfahrung im Schreiben von Anträgen hat, können sie einen dankbaren Einstieg bieten, weil man hier viele Vorteile hat. Diese Folie muss man mit Vorsicht genießen, weil diese Aussagen nicht unbedingt für jede Stiftung zutreffen, aber man hat häufig eine einfachere Antragsstellung.
Warum hat man eine einfachere Antragsstellung? Weil die Anträge oft nicht so umfangreich sind. Die Richtlinien sind nicht so streng und nicht so umfangreich. Das bedeutet, dass man während des Projektverlaufs weniger bürokratische Hürden zu berücksichtigen hat. Außerdem sind viele Stiftungen aktiv, was bedeutet, dass die Kommunikation einfacher ist. Wenn während des Projektverlaufs Schwierigkeiten auftreten, ist die Kommunikation in der Regel leichter.
Das haben vielleicht einige von euch schon gemerkt, die z.B. mit der Deutschen Stiftung für Engagement und Ehrenamt zusammengearbeitet haben. Die Kommunikation ist anders als bei einem größeren Bundesprogramm. Es ist wichtig zu beachten, dass die Zuschüsse von Stiftungen als Spenden gelten können und in Teilen auch als Eigenmittel anerkannt werden, wenn die öffentliche Hand der primäre Förderer ist. Viele holen sich also Stiftungen als Trittmittel in Förderprojekten.
Wenn wir uns jetzt die Struktur der Stiftungslandschaft genauer anschauen, sehen wir einen interessanten Verlauf der Stiftungserrichtungen. Von 2000 bis 2008 gab es einen kontinuierlichen Anstieg der Stiftungserrichtungen. Ab 2008 gab es einen Rückgang der Stiftungserrichtungen, und von 2012 bis 2019 ein gleichbleibend niedriges Niveau. Warum ist das der Fall? Wir hatten 2008 die Finanzkrise, und infolge dieser war es für viele potenzielle Stiftungserrichter nicht mehr attraktiv, eine Stiftung zu gründen, oder sie waren schlichtweg nicht in der Lage, eine Stiftung zu errichten.
Hinzu kam die Nullzinspolitik. Stiftungen können nur dann gegründet werden, wenn Kapital vorhanden ist, und das lohnt sich nur, wenn das Kapital auch Erträge erwirtschaftet. Die wirtschaftliche Politik war in dieser Zeit nicht die beste für die Errichtung von Stiftungen.
Infolge von Corona, also in den Jahren 2020 und 2021, gab es wieder einen starken Anstieg an Stiftungserrichtungen. Das hatte zwei Gründe. Der eine Grund war die Coronapandemie. Psychologische Aspekte spielen häufig eine zentrale Rolle bei Entscheidungen. Die Menschen haben erkannt, was im Leben bedeutsam ist, und wollten etwas für die Gesellschaft tun.
Ein Kollege sagte 2020, dass jetzt das goldene Zeitalter des Fundraisings anbricht. Warum? Man kann das nicht auf das Jahr 2020 datieren, aber in diesem Jahr wurde die Generation der Babyboomer älter. Diese Generation hat in der Regel ein angenehmes Leben geführt. Natürlich gibt es auch Altersarmut, aber ein Teil der Bevölkerung hat keinen Krieg erleben müssen und konnte von der Wirtschaft profitieren.
Diese Generation hat den Wunsch entwickelt, über ihre Lebenszeit hinaus wirken zu können. Leider haben wir 2022 und 2023 das Problem des Krieges in der Ukraine, was zu Inflation und politischer sowie wirtschaftlicher Instabilität führt. Wir haben momentan die größte Anzahl an Insolvenzen seit langem.
Was man an dieser Grafik erkennen kann, ist, dass sowohl die politische als auch die wirtschaftliche Lage enorme Auswirkungen auf den sozialen Sektor und die Struktur der Stiftungslandschaft hat. Der Bestand der Stiftungen steigt jedoch kontinuierlich an.
Eine interessante Information ist, dass es Stiftungen schon sehr lange gibt. Man kann das bis in die Antike zurückverfolgen. In Deutschland gibt es z.B. die bekannteste Stiftung, die heute noch aktiv ist: die Hospitalstiftung Wending in Bayern, die 1917 gegründet wurde. Man sieht also, dass Stiftungen auf Dauer angelegt sind, und das erklärt den kontinuierlichen Anstieg der Stiftungserrichtungen.
Wesentlich wichtiger ist die Frage, in welchen Bereichen Stiftungen tätig sind. Die privatnützigen Stiftungen, also Familienstiftungen und Unternehmensstiftungen, machen gerade einmal 8,8% aller Stiftungen aus. Die meisten Stiftungen sind im gemeinnützigen Bereich tätig, insbesondere in den sozialen Diensten, Bildung sowie Kunst und Kultur.
Ganz wichtig ist auch zu sehen, wie die Stiftungslandschaft vor Ort aussieht. Eine wichtige Folie vom Bundesverband Deutscher Stiftungen zeigt, wie hoch der Bestand der Stiftungen in den einzelnen Bundesländern ist. Hier gibt es große Unterschiede. Die alten Bundesländer haben recht viele Stiftungen. Berlin liegt in der Mitte, während die neuen Bundesländer, wie das Saarland, am unteren Ende stehen.
Warum ist das so? Stiftungen haben eine lange Tradition in Deutschland, aber mit der Gründung der DDR wurden viele Stiftungen, die ihren Sitz in den neuen Bundesländern hatten, entweder aufgelöst oder gingen in Sammelstiftungen über. Erst mit der Wiedervereinigung hat man in Teilen versucht, ehemalige Stiftungen aus den neuen Bundesländern wieder zu reaktivieren, was nur in Teilen gelungen ist.
Ein Beispiel ist die Fränkische Stiftung in Halle, die 1698 gegründet wurde, während der DDR-Zeit aufgelöst und 1992 wieder reaktiviert wurde. Das ist ein Grund, warum der Bestand von Stiftungen in den verschiedenen Bundesländern so unterschiedlich aussieht.
Hinzu kommt, dass Kapital nur dort entstehen kann, wo es bereits vorhanden ist. Bis heute hinken die neuen Bundesländer wirtschaftlich hinterher. Dennoch gibt es auch hier einen kontinuierlichen Anstieg.
Jetzt ist die Frage, warum das für uns interessant ist. Bei den meisten Stiftungen sind diese regional tätig. 42,5% sind örtlich tätig, 31,3% regional, 17,2% deutschlandweit, 7,8% sowohl im Inland als auch im Ausland und nur 0,7% fördern ausschließlich Projekte im Ausland.
Nichtsdestotrotz lohnt sich die Stiftungsrecherche auch für diejenigen, die ihren Sitz in Brandenburg oder Thüringen haben. Erstens seid ihr schneller durch, und zweitens sind die Stiftungen, die deutschlandweit fördern, meist wohlhabender.
Wenn ihr in die Recherche geht, gibt es auch hier schöne Möglichkeiten. Zunächst die Stiftungssuche des Bundesverbands Deutscher Stiftungen. Es gibt die Möglichkeit der Basissuche und der Suche Plus. Ich sage euch gleich, dass die Basissuche in der Regel ausreicht, es sei denn, ihr wollt wirklich tief in die Recherche einsteigen.
Die Basissuche reicht in der Regel vollkommen aus. Auch hier gibt es wieder eine Filterfunktion, in der ihr Schlagwörter eingeben könnt, um die entsprechenden Stiftungen zu finden, die für euch interessant sein könnten.
Eine zentrale Sache bei der Recherche ist, dass ihr immer überprüfen müsst, ob ihr überhaupt antragsberechtigt seid. Bei Stiftungen müsst ihr als Erstes herausfinden, ob es sich um eine fördernde oder operative Stiftung handelt. Ihr geht auf die Homepage und schaut, ob es Möglichkeiten gibt, einen Antrag zu stellen.
Außerdem solltet ihr die Projektbeispiele betrachten. Werden diese Projekte von der Stiftung selbst umgesetzt oder von anderen Organisationen? Was steht in deren Satzung? Sind sie fördernd oder operativ tätig?
Ein weiteres wichtiges Tool ist das Stiftungsverzeichnis des jeweiligen Bundeslands. Jedes Bundesland ist verpflichtet, ein solches Verzeichnis zu veröffentlichen. Ihr könnt genau in die Recherche gehen und wisst, dass 75% der Stiftungen regional tätig sind, was die Nutzung dieser Tools sehr dankbar macht.
Die Stiftungsrecherche gestaltet sich in jedem Bundesland unterschiedlich. In Berlin gibt es ein sehr benutzerfreundliches Stiftungsverzeichnis. Für alle Berliner und Brandenburger, die in die Stiftungsrecherche einsteigen möchten, empfehle ich, das PDF herunterzuladen.
In anderen Bundesländern, wie Nordrhein-Westfalen, gestaltet sich die Stiftungsrecherche über das jeweilige Verzeichnis etwas schwieriger. Dort müsst ihr euch mehr Zeit nehmen.
Ein weiteres Tool ist die Stiftungsdatenbank der Deutschen Stiftung für Engagement und Ehrenamt. Hier werden nicht nur öffentliche Förderungen dargestellt, sondern auch Stiftungen. Es wird nicht zwischen öffentlicher und privater Förderung unterschieden, sondern alles, was im Bereich Engagement und Ehrenamt reinpasst, wird hier veröffentlicht.
Wenn ihr weiter nach unten scrollt, findet ihr einen Antragskalender oder Fördermittelkalender, wo aktuelle Ausschreibungen veröffentlicht werden. Die Suchfunktion ist niederschwellig und einfach, sodass ihr eingeben könnt, in welchem Bundesgebiet ihr sucht, welche Themen euch interessieren und welche Art von Kosten euer Projekt beinhaltet.
Zusätzlich könnt ihr schauen, welche Möglichkeiten es über die jeweilige Bürgerstiftung gibt, die bei euch vor Ort ihren Sitz hat. Ist das eine operative oder fördernde Stiftung? Regionale Projekte werden häufig von Sparkassenstiftungen, den Stiftungen der PSD-Banken oder der Raiffeisenbanken gefördert.
Wichtig ist, dass Institutionen wie Banken in der Wirtschaft Konkurrenten sind und im ideellen Bereich nicht dasselbe Projekt fördern. Ihr könnt also nicht ein und dasselbe Projekt sowohl von der Sparkassenstiftung als auch von der Volks- und Raiffeisenbankstiftung fördern lassen. Wohl aber könnt ihr Projekt A von der Sparkassenstiftung und Projekt B von der Volks- und Raiffeisenbankstiftung fördern lassen.
Nun möchte ich euch kurz die Lotterien vorstellen. Es gibt zum einen das Deutsche Hilfswerk, Aktion Mensch, die Glücksspirale, die Deutsche Postlotterie und die Lotterie Klimaklick sowie regionale Lotto-Stiftungen. Zu den regionalen Lotterien: Jedes Bundesland verwaltet diese sehr unterschiedlich. In Berlin gehen alle Lottoeinnahmen in die Stiftung über und werden dann weitergegeben.
In Brandenburg ist das z.B. ganz anders. Da gehen die gesamten Lottoeinnahmen in das Sozialministerium Brandenburgs ein und werden dort weitergegeben. In Nordrhein-Westfalen werden die Einnahmen aus dem Lottospiel an sieben verschiedene Institutionen weitergegeben und dort in Teilen an potenzielle Träger verteilt. Auch hier wird viel Umweltschutz gefördert.
Wenn wir uns die etablierten Lotterien anschauen, möchte ich zunächst die Aktion Mensch vorstellen. Diese hat momentan leider einen Antragstopp eingelegt, weil es zu viele Bewerbungen gibt. Das hängt wahrscheinlich mit den Haushaltsproblemen zusammen, aber auch mit der Nutzung von KI für die Fördermittelrecherche. Nichtsdestotrotz werden diese Einschränkungen irgendwann nicht mehr bestehen.
Die Aktion Mensch ist die größte Lotterie in Deutschland und wurde 1962 gegründet. Sie entstand infolge der Kontaktschäden, um Menschen zu helfen, die durch kontaminierte Medikamente Behinderungen erlitten haben. Die Zielgruppe sind vorrangig Menschen mit Behinderungen, aber später wurden auch Menschen mit besonderen Schwierigkeiten einbezogen. Die Förderschwerpunkte liegen in den Bereichen Arbeit, Freizeit, Bildung, Persönlichkeitsstärkung, Wohnbarrierefreiheit und Weiterbildung.
Ein Vorteil bei der Aktion Mensch ist, dass es keine Antragsfristen gibt. Man muss sich zunächst registrieren, was auch bei der nächsten Lotterie der Fall sein wird, die ich euch vorstellen werde, und zwar beim Deutschen Hilfswerk.
Das Deutsche Hilfswerk ist eine sehr bekannte und beliebte Förderlotterie im Bereich der Inklusion. Es fördert ein breites Spektrum an sozialen Projekten, auch Bauvorhaben. Die Stiftung Deutsches Hilfswerk ist im Quartiersmanagement tätig, fördert soziale Projekte, hat aber keinen Schwerpunkt auf Inklusion, denn dafür ist die Aktion Mensch zuständig.
Des Weiteren gibt es die Glücksspirale, die Förderschwerpunkte in Wohlfahrt, Denkmalschutz und Sportförderung hat. Hier kann man nur einen Antrag stellen, wenn man Mitglied bei einem Wohlfahrtsverband ist.
Sehr spannend ist auch die Deutsche Postcode-Lotterie. Diese hat seit wenigen Tagen einen Antragstopp, aber wir lassen uns davon nicht demotivieren. Sie ist eine sehr interessante Lotterie, bei der man recht niederschwellig an Fördermöglichkeiten herankommt.
Die Deutsche Postcode-Lotterie fördert Projekte von gemeinnützigen Organisationen in Deutschland aus den Bereichen Chancengleichheit, Natur- und Umweltschutz sowie sozialer Zusammenhalt. Interessant ist, dass sie ihre Unterteilung nicht nach Themen, sondern nach Förderhöhe in 30.000 €, 100.000 € und 250.000 € eingeteilt hat.
Im ersten Moment, wenn man noch nie einen Antrag bei der Deutschen Postcode-Lotterie gestellt hat, kann man nur einen Antrag in Höhe von 30.000 € stellen. Es ist wichtig zu beachten, dass die Förderung in einigen Bundesländern nur maximal 30.000 € möglich ist.
Die Lotterie Klimaklick hat den Schwerpunkt auf Umwelt- und Ressourcenschutz, Bildung und Forschung sowie Natur und Landschaft. Sie ist relativ neu und existiert erst seit 3-4 Jahren. Für alle, die in diesem Bereich tätig sind, könnte sie interessant sein.
Als Nächstes möchte ich tatsächlich noch kurz die Preise besprechen. Es könnte sich lohnen, in die Preissuche reinzugehen, und zwar aus folgenden Gründen: Wenn der Preis mit einer bestimmten Summe dotiert ist, hat das den Vorteil, dass das Geld, das ihr erhaltet, nicht gebunden ist, weil man einen Preis für ein erfolgreiches Projekt oder eine Organisation für das, was sie in der Vergangenheit geleistet hat, bekommt.
Das bedeutet, ihr könnt mit dem verfügbaren Geld, das ihr erhaltet, das für eure Organisation so nutzen, wie es für euch am besten ist. Ihr könnt neue Anschaffungen tätigen oder das als Eigenmittelbasis für eure Projektidee nutzen. Zugleich habt ihr durch den Preis einen absoluten Imagegewinn. Ihr könnt ihn auf der Homepage präsentieren, was eine große Strahlkraft auf zukünftige Unterstützer hat.
Geht also gerne in die Recherche nach Preisen. Auch hier gibt es zwei schöne Seiten zur Recherche: einmal die Seite der Deutschen Stiftung für Engagement und Ehrenamt, die den Deutschen Ehrenamtspreis vergibt. Auch hier habt ihr die Möglichkeit, mit Schlagwörtern nach der passenden Förderung oder dem passenden Preis zu suchen.
Eine weitere dankbare Seite ist wegweiserbürgerschaft.de, wo aktuelle Preise veröffentlicht werden. Nutzt gerne, wenn ihr in die Recherche geht, eure Netzwerke und vernetzt euch.
Ihr habt am Anfang gehört, dass es tolle Formate über das DSE gibt, viele Veranstaltungen. Über diese Veranstaltungen könnt ihr euch vernetzen und Informationen teilen. Abonniert Newsletter, um aktuell über Ausschreibungen und Neuerungen informiert zu sein.
Wenn ihr in die Recherche geht, solltet ihr überprüfen, ob ihr antragsberechtigt seid. Das ist der allerwichtigste Aspekt. Die Antragsfristen, die Dauer der Projektförderung und was gefördert wird, sind zentral.
Wenn ihr eine Projektidee habt, die besonders personalintensiv ist, bringt es nichts, wenn nur Sachkosten gefördert werden. Was wird also nicht gefördert? Das ist wichtig zu wissen, und wie die Antragsstellung stattfindet, solltet ihr auch berücksichtigen.
Inhaltlich solltet ihr die Ziele des Förderers, der Ausschreibung oder des thematischen Schwerpunkts herausarbeiten. Passen die Projektbeispiele zu eurer Projektidee? Passen die Zwecke der Satzung bei den Stiftungen oder den Richtlinien zu dem, was ihr umsetzen möchtet? Gibt es Besonderheiten, die ihr berücksichtigen müsst?
Ich empfehle euch, eine kleine eigene Fördermittelsammlung aufzubauen. Das hilft, wenn man sich gegenseitig auf neue Ausschreibungen aufmerksam macht. Einige Experten sprechen sich gegen solche Sammlungen aus, weil die Förderlandschaft sehr umfangreich und schnelllebig ist.
Es werden neue Programme aufgesetzt, andere beendet, und es ändern sich interne Schwerpunktsetzungen oder Personalstellen. Viele sagen: „Das veraltet schnell, wenn man sich so eine Sammlung aufbaut.“ Nichtsdestotrotz finde ich es vorteilhaft, eine solche Sammlung aufzubauen.
Der erste Vorteil ist, dass ihr in die Recherche geht und ein tolles Programm entdeckt, aber die Frist gerade abgelaufen ist oder ihr es nicht pünktlich schafft, den Antrag zu stellen. Es ist jedoch immer wieder möglich, einen Antrag einzureichen. Wenn ihr euch diese Datenbank aufbaut, habt ihr einen Antragskalender und wisst, wann eine Ausschreibung ist.
Der zweite Vorteil: Ihr habt einen Überblick darüber, welche Möglichkeiten für eure Organisation oder Projektidee existieren. Ihr entdeckt spannende Förderer, und es kann passieren, dass ihr eine Veranstaltung organisieren wollt und dann eine Förderung findet, bei der Publikationen gefördert werden.
Das kann zu neuen Ideen führen. Ein letzter Punkt: Ihr wisst, welche Projektideen zu welchen Förderern passen. Wenn ihr ein Projekt umsetzen wollt und einen Hauptförderer habt, z.B. öffentliche Förderung, und dann noch Trittmittel durch Stiftungen reinbekommen wollt, könnt ihr bei anderen Stiftungen nach zusätzlichen Mitteln suchen.
Soweit von meiner Seite. Ich hoffe, der Input war für euch hilfreich, und ich freue mich, dabei gewesen zu sein.