Zuerst möchte ich kurz UPJ vorstellen, bevor wir uns dann dem Begriff Corporate Volunteering vornehmen und schauen, welche Rolle Corporate Volunteering im Unternehmenskontext spielt und welchen Mehrwert es auch für alle Beteiligten bedeuten kann.
Dann möchte ich auf den aktuellen Stand, aber auch aktuelle Entwicklungen bei Corporate Volunteering eingehen und das einmal sowohl für die Seite der Unternehmen als auch für die Nonprofit-Seite. Und dann werfen wir gemeinsam einen Blick auf die verschiedenen Corporate Volunteering-Formate. Amin hat es auch schon angekündigt und auch auf einige Beispiele aus der Praxis. Last but not least soll es natürlich auch darum gehen, wie man Corporate Volunteering am besten aufsetzt und welche Wege es gibt, mit Corporate Volunteering zu beginnen.
UPJ, vorweg gesagt, ist eine bundesweite Nonprofit-Organisation, die sich für verantwortliche Unternehmensführung, gesellschaftliches Engagement und sektorenverbindende Kooperationen einsetzt. Wir verbinden Menschen und Organisationen, die aktiv Verantwortung für einen gerechten Wandel in Wirtschaft und Gesellschaft übernehmen möchten. Teil von UPJ ist ein bundesweites Netzwerk von engagierten Unternehmen, von klein bis groß, mit unterschiedlichen Branchen und ein Netzwerk von Mittlerorganisationen.
Uns gibt es schon seit über 25 Jahren. Wir sitzen in Berlin und wirken aber bundesweit in vier verschiedenen Themenfeldern. Das sind zum einen Klima und Umwelt, nachhaltige Lieferketten, lokales Engagement und Pro Bono-Engagement.
Wie angekündigt möchte ich kurz auf den Begriff Corporate Volunteering näher eingehen, weil ich glaube, es lohnt sich, an dieser Stelle noch einmal ein gemeinsames Verständnis von Corporate Volunteering zu haben, um genau zu wissen, was wir meinen, wenn wir von Corporate Volunteering sprechen. Definitorisch, aber auch ganz praktisch ist Corporate Volunteering das gesellschaftliche Engagement eines Unternehmens mit Zeit, Arbeitskraft, Know-how, Erfahrung und den Netzwerken seiner Mitarbeitenden. Diese werden freiwillig innerhalb, aber auch außerhalb der Arbeitszeit in gemeinnützigen Organisationen aktiv und erhalten dabei signifikante Unterstützung durch ihr Unternehmen, sei es in Form von Zeit, Geld, Infrastruktur und so weiter. Ich werde oft gefragt, ob Volunteering auch Corporate Volunteering ist, wenn es außerhalb der Arbeitszeit stattfindet. Diese Frage kann ich getrost mit „Ja“ beantworten, wenn das Unternehmen die Aktivitäten der Mitarbeitenden durch einen signifikanten Beitrag unterstützt, sei es durch Engagementangebote, eine Versicherung zur Verfügung stellt oder auch mögliche finanzielle Unterstützungen, Schulungen und so weiter.
Kurz zur Einordnung, wo Corporate Volunteering sich im Unternehmen befindet: Im Feld wird Corporate Volunteering als Bestandteil einer strategischen Ausrichtung gesellschaftlicher Verantwortung von Unternehmen verstanden. Das habe ich hier mal übertitelt mit ESG. Früher stand da noch Corporate Citizenship. ESG meint die soziale, ökologische und ökonomische Verantwortung von Unternehmen in allen Bereichen der Unternehmertätigkeit, also angefangen von der eigentlichen Wertschöpfungskette bis hin zu Austauschbeziehungen mit Beschäftigten, Zulieferern, Kunden und dem Gemeinwesen. In der aktuellen Unternehmenspraxis werden die Verantwortungsbereiche in drei zentrale Handlungsfelder betrachtet: Environment, also Umwelt, Social, also Soziales, und Governance, also gute Unternehmensführung. Die Ausrichtung unternehmerischer Praxis an den ESG-Kriterien wird von den Unternehmen als Beitrag für eine nachhaltige Entwicklung verstanden, die gleichzeitig den langfristigen Erfolg des Unternehmens sichert. Bezogen auf Corporate Volunteering bedeutet das, dass Unternehmen und ihr gesellschaftliches Engagement an den Belangen und dem Wohlergehen ihres engeren, aber auch weiteren Umfelds ausgerichtet ist.
Es verfolgt in der Regel einen klaren Business Case, der im Einklang mit dem Social Case stehen muss. Corporate Volunteering hat sich in diesem Kontext sehr gut etabliert und dynamisch entwickelt. Es gibt viele Unternehmen, vor allem größere, wo das Engagement gleichbleibend ist oder auch leicht ansteigt. Bei den kleineren und mittelständischen Unternehmen ist das aktuell rückläufig. Das hängt auch sehr stark mit den aktuellen wirtschaftlichen Entwicklungen zusammen. Nichtsdestotrotz bleibt Volunteering weiterhin sehr populär.
Warum ist das so? Man kann sich fragen und ich habe hier verschiedene Nutzendimensionen aufgefächert, wenn alle Beteiligten Akteure gleichermaßen an Volunteering beteiligt sind und ihre Erwartungen an Volunteering-Projekte richtig formulieren und diese umgesetzt werden, spricht man auch von Triple Win.
Ich fange mal aus der Perspektive der Unternehmen an, was da der Mehrwert durch Corporate Volunteering bedeutet. Wenn wir also auf das Unternehmen insgesamt schauen, wird mit Corporate Volunteering auch immer eine stärkende Wirkung auf die Bindung der Mitarbeitenden ans Unternehmen gesehen. Die Mitarbeitenden sind stolz auf ihr Unternehmen, das sich engagiert. Corporate Volunteering stärkt hier die Intimität mit dem Arbeitgeber und die Mitarbeitenden gehen motivierter an ihre Arbeit. Das ist auch ein Kriterium, das am häufigsten von Unternehmen genannt wird, wenn es darum geht, warum Corporate Volunteering durchgeführt wird. Gleichermaßen wird das Unternehmen auch als engagierter Akteur in der Region wahrgenommen, also als verantwortungsvoller Arbeitgeber, was gerade bei Nachwuchskräften und High Potentials von hoher Relevanz ist und mittlerweile auch ein Entscheidungskriterium für das ein oder andere Unternehmen darstellt.
Darüber hinaus kann Corporate Volunteering die Werte des Unternehmens gut transportieren. Wenn Corporate Volunteering in Teamaktionen stattfindet, findet auch hierarchie- und sektorenübergreifende Zusammenarbeit statt und stärkt damit auch die Unternehmenskultur und das Gemeinschaftsgefühl.
Wenn wir mal auf die rechte Seite gucken, ja, ich weiß nicht, ob es wirklich gut zu erkennen ist, es ist etwas klein, aber ich spreche ja auch dazu. Für die Mitarbeitenden bietet Volunteering auch verschiedene Ebenen oder Mehrwerte. Zum einen bietet Volunteering wirklich eine sinnstiftende und herausfordernde Abwechslung zu ihrem Arbeitsalltag. Aber auch hier zahlt Corporate Volunteering auf die Erwartungen der nachwachsenden Generationen ein, die sich wirklich Sinnhaftigkeit auch im Job wünschen und das auch erfahren möchten.
Corporate Volunteering bietet einen berühmten Blick über den Tellerrand und gleichzeitig werden soziale und personale Kompetenzen gefördert. Das kann man vielfach beobachten, bei Volunteering findet oft Austausch statt. Wenn man Volunteering-Projekte auch entsprechend reflektiert, kann man feststellen, dass es durchaus einen Einfluss auf Handlungskompetenzen und soziale Fertigkeiten der Mitarbeitenden gibt. Das heißt, die Flexibilität wird gefördert, aber auch Kommunikationsfähigkeiten, Kreativität, Problemlösekompetenzen, Führungskompetenzen und so weiter. Nicht selten ist auch Corporate Volunteering für Mitarbeitende der erste Berührungspunkt für Engagement und trägt zu weiteren Aktivitäten bei. Diesen Punkt finde ich total spannend. Das heißt, Corporate Volunteering hat eine fördernde Wirkung auf die Engagementkultur oder kann es haben. Das konnte auch schon mit verschiedenen Studien belegt werden.
In mehrfacher Hinsicht stellt Corporate Volunteering einen Vertriebsweg für bürgerschaftliches Engagement dar. Mit diesem Punkt kann ich auch gut auf den Nutzen für die Gesellschaft überleiten, der hier unten dargestellt ist, und auch für die gemeinnützigen Organisationen und ihre Adressatinnen. Denn als gemeinnützige Organisation können durch Corporate Volunteering-Maßnahmen nicht nur neue Ressourcen und Kompetenzen erschlossen werden, sondern auch neue Ehrenamtliche, mit deren Hilfe sie konkrete Ziele und Aufgaben realisieren können. Mit Corporate Volunteering kann zum einen die Sichtbarkeit für eure Themen, aber auch Herausforderungen erhöht werden. Das heißt, mit der Gruppe der Unternehmensmitarbeitenden hat man einen ganz anderen Zugang zu Menschen, zu denen man sonst keinen Zugang hätte, also die man sonst vielleicht nicht erreichen würde. Man kann darüber hinaus seinen Bekanntheitsgrad steigern und auch Fürsprecherinnen für die eigene Sache gewinnen, für die eigene Organisation. Man kann natürlich auch über Volunteering die Professionalisierung der eigenen Organisation verbessern und neue Angebote für die eigenen Adressaten generieren.
Was auch immer wieder berichtet wird, ist, dass Zielgruppen über Corporate Volunteering mehr Zuwendung erhalten. Das heißt, durch Corporate Volunteering werden persönliche Begegnungen möglich. Ihr Klientel erfährt mehr Aufmerksamkeit, was letztlich auch eine höhere Lebensqualität bedeutet. Darüber hinaus wird von Nonprofit-Organisationen auch oft genannt, dass ihre Beschäftigten und Ehrenamtlichen mehr Wertschätzung über solche Aktionen erfahren. Das finde ich einen nicht unerheblichen Punkt, weil die Unternehmensmitarbeiterinnen oft direkt als Feedback wiedergeben. Und nicht zuletzt, das finde ich auch einen wichtigen Punkt, eröffnet Corporate Volunteering Lernmöglichkeiten, sowohl für die Mitarbeitenden des Unternehmens als auch für die eigene Organisation. Denn dadurch, dass sich eure Organisation öffnet, können Mitarbeitende neue Sichtweisen auf interne Abläufe, aber auch Prozesse erhalten.
Wie sieht nun der aktuelle Stand und die Entwicklung bei Corporate Volunteering aus? Ich werfe zunächst einen Blick aus Sicht der Unternehmen. Hier ist zu beobachten, und das zeigen verschiedene Untersuchungen, dass Unternehmen strategischer vorgehen und Corporate Volunteering auch eine Nähe zum Kerngeschäft hat. Das heißt, Unternehmen integrieren Corporate Volunteering in ihre Unternehmens- und Nachhaltigkeitsstrategien und fokussieren ihre Engagement-Aktivitäten auf weniger Handlungsfelder bzw. Themen, also maximal zwei bis drei Themen, die sie dort verfolgen und unterstützen.
Wenn Unternehmen sich für die Gesellschaft engagieren, formulieren sie oft klar, welche internen Ziele sie mit Corporate Volunteering verfolgen. Und auf Platz 1, ich hatte es schon erwähnt, liegt die Motivation von Mitarbeitenden, gefolgt vom Imagegewinn zur Bindung und Gewinnung von Mitarbeitenden, also Stichwort Steigerung der Arbeitgeberattraktivität. Als Drittes wird die Unterstützung der Nachhaltigkeitsstrategie sowie der Wertevermittlung genannt.
Als wirksamster Hebel für gesellschaftliche Veränderung wird von vielen Unternehmen das Skills-based Volunteering gesehen, weshalb viele, und gerade auch große Unternehmen, einen Fokus darauf setzen. Aber auch mit Blick auf Diversität und Inklusion gibt es eine andere Bestrebung. Viele Unternehmen wollen sicherstellen, dass ihre freiwilligen Programme eine Vielzahl von Engagementformaten abdecken.
Was interessant zu beobachten ist, ist, dass Mitarbeitende, genauso wie andere Engagierte, sich vielfältig interessieren und nicht nur ihre beruflichen Kompetenzen weitergeben möchten, sondern auch aktiv werden wollen und sich nicht oft langfristig engagieren möchten, sondern eher in kurzfristigen Engagementformaten aktiv werden wollen.
Partnerschaften mit NGOs stehen hier als vierter Punkt. Unternehmen identifizieren klar, wo sie einen Mehrwert für die Gesellschaft und auch für das Unternehmen erzielen und suchen gezielt nach langfristigen Partnerschaften mit Profit-Organisationen, um nachhaltige Auswirkungen zu erzielen und auch die Effizienz ihrer freiwilligen Programme zu verbessern. Stichwort auch hier Skalierbarkeit. Größere Unternehmen suchen hier besonders Organisationen, mit denen sie gute Volunteering-Projekte für viele Mitarbeitende umsetzen können. Aber die Skalierbarkeit geht nicht nur in die quantitative Richtung. Unternehmen schauen auch, wie sie anders skalieren können, z.B. wie sie anderweitig auch noch unterstützen können, welche anderen Engagementformate oder Themen sie mit der Organisation weiterbewegen können.
Als fünften Punkt ist hier ins Feld geführt: feste Freistellungsregelungen, die für die Förderung des Engagements aus meiner Sicht nicht unerheblich sind. 67 % der Unternehmen, das besagt der Monitor Unternehmensengagement von 2022, stellen ihre Mitarbeitenden für Corporate Volunteering frei.
Aktuell wird, das habe ich vorhin auch schon mit Amin besprochen, die Vorstellung der aktuellen Befragungsrunde. Es gibt einen neuen Monitor für Unternehmensengagement, also für diejenigen von euch, die es interessiert. Das gibt es bestimmt auch bald nachzulesen. Leider wurde hier nicht abgefragt, in welchem Umfang freigestellt wird in der aktuellen Befragung.
Ich kann nur von einer Befragung von UPJ berichten und auch von einer internen Befragung in unserem Unternehmensnetzwerk, wo wir ermittelt haben, wie die Freistellungen aussehen und in welchem Umfang Mitarbeitende für Corporate Volunteering-Aktivitäten freigestellt werden. Da haben wir erfahren, dass im Mittel den Mitarbeitenden ca. 1,9 Tage für Corporate Volunteering zur Verfügung stehen. Der niedrigste Wert liegt bei mehr als einem halben Tag pro Jahr und die umfangreichste Freistellungsregelung liegt bei 6 Tagen pro Jahr. Das ist meist daran gekoppelt, dass diese Unternehmen, die länger freistellen, auch z.B. Mentoringprojekte im Engagementangebot haben, wo ein größerer Zeitinvest der Mitarbeitenden erforderlich ist.
Was außerdem stark in der Entwicklung ist, ist der Punkt Wirkungsmessung. Das Thema Wirkungsmessung, das wissen Sie alle, ist sehr komplex, wird aber immer wichtiger. Sie ist auch der Lackmustest, was Unternehmen wirklich für die Gesellschaft erreichen. Nur das führt zu der Glaubwürdigkeit, ohne die keine der eben genannten Ziele erreicht werden können. Das ist auch nicht unerheblich, wenn es um den Budgetkampf innerhalb des Unternehmens geht. Bei der Wirkungsmessung sind Unternehmen wirklich auf die Expertise und die Zusammenarbeit mit der Nonprofit-Organisation angewiesen.
Wie ist der aktuelle Stand und wie sind die Entwicklungen bei Corporate Volunteering? Das, was ich jetzt hier notiert habe und was ich gleich erzählen werde, beruht auf keinen Untersuchungen, die es dazu gibt, weil die mir in dieser Art nicht bekannt sind, aber ich möchte viele Beobachtungen aus dem eigenen Feld und aus der eigenen Praxistätigkeit hier mitbringen, sowohl von UPJ als auch vom Mittlernetzwerk von UPJ.
Das erste, was hier zu beobachten ist, ist, dass Nonprofit-Organisationen aktuell mit sehr viel mehr Anfragen zu Corporate Volunteering als bisher konfrontiert sind. Das ist die eine Sache. Ein zweiter Punkt ist, dass gemeinnützige Organisationen immer mehr den Mehrwert von Corporate Volunteering erkennen, um ihre Ziele besser zu erreichen und um auch ihre Themen besser zu transportieren.
Das erkennen wir daran, dass z.B. Pro Bono zunehmend mehr wahrgenommen bzw. nachgefragt wird und sich Nonprofit-Organisationen auch stärker mit dem Thema befassen und offen sind, mit Unternehmen im Sinne von Corporate Volunteering zusammenzuarbeiten. Und ja, das sieht man auch daran, dass sie heute hier alle dabei sind.
Ein dritter Punkt, den wir beobachten, ist Corporate Volunteering in längerfristigen Partnerschaften. Hier beobachten wir, dass Profit-Organisationen eine eigene Agenda haben und auch konkrete Corporate Volunteering-Angebote entwickeln, wo Unternehmen andocken können, aber auch viel gemeinsam mit Unternehmen entwickeln. Was hier auch noch anzufügen ist: Nicht immer muss es das große, komplexe Corporate Volunteering-Programm sein, von dem ich hier spreche. Auch bei Eintagesprojekten ist eine längerfristige Zusammenarbeit zu beobachten.
Der vierte Punkt, das liebe Geld, habe ich hier übertitelt. Corporate Volunteering kann oft nur in Verbindung mit finanzieller Unterstützung umgesetzt werden, gerade bei aufwendigeren Projekten oder eigenen Unternehmensprogrammen. Um eine bestimmte Qualität bei der Durchführung, aber auch Begleitung zu gewährleisten, die von den Unternehmen gefordert wird, ist Geld vonnöten. Es gibt auch niedrigschwellige Corporate Volunteering-Projekte, aber auch das sollte man immer bei der Umsetzung von Corporate Volunteering mit betrachten.
Die fünfte Entwicklung, die wir beobachten, ist ein höherer Professionalisierungsgrad, den ich so übertitelt habe. Das heißt, Profit-Organisationen entwickeln viel mehr ein verändertes Rollenverständnis, sind Partner für Engagement von Unternehmen, sind viel mehr Orte des Austausches und des Lernens und nicht mehr nur die Bitstelle. Sie sind auch professioneller Partner, wenn es um die Wirkungsmessung geht. Gerade größere Träger, wie ich auch gesehen habe, und ich weiß es auch speziell in Berlin, wie z.B. Union im Hilfswerk, aber auch Caritas Berlin-Brandenburg und die Tafel, entwickeln wirklich ihre Bereiche im Volunteering weiter, stellen zusätzliches Personal ein, um entsprechende Angebote den Unternehmen bereitstellen zu können.
Der sechste Punkt ist: Unternehmen als zusätzlicher Vertriebskanal für Engagement. Ich hatte es vorhin schon ein bisschen angeteasert, gerade bei sogenannten Mittlerorganisationen, aber auch zentralen Stellen für Engagement. Bei Wohlfahrtsverbänden sieht man, dass in Unternehmen für das Thema Ehrenamt geworben werden kann. An verschiedenen Stellen können Mitarbeitende für das Engagement sensibilisiert werden, z.B. beim Onboarding, aber auch beim Übergang vom Berufsleben in die Rente. Es gibt verschiedene Formate, die sich mittlerweile etabliert haben, wie z.B. eine interne Engagementberatung im Unternehmen oder auch Workshops für Mitarbeitende, wo Nonprofit-Organisationen oder Mittelorganisationen darauf aufmerksam machen, was wie es weitergeht mit dem Erwerbsleben und dass Engagement da auch eine gute Option wäre.
Schauen wir als Nächstes, welche Corporate Volunteering-Formate es gibt. In der Praxis haben sich drei nach ihren Zielsetzungen unterscheidbare Formen von Mitarbeiterengagement herausgebildet.
Da haben wir auf der linken Seite zum einen die Aktivprojekte oder auch Hands-on-Projekte, die darauf abzielen, dass Mitarbeitende gemeinnützige Organisationen vor allem mit ihrer Zeit und Manpower unterstützen. Besondere fachliche Kompetenzen sind hier nicht erforderlich und es geht vor allen Dingen um tatkräftige Unterstützung. Angesichts knapper Budgets, aber auch Personalkapazitäten in vielen gemeinnützigen Organisationen ist das dringend erforderlich, um wichtige Aufgaben zu erledigen, die ansonsten nicht oder nicht so schnell erledigt werden können. Das kann die Instandsetzung eines Spielplatzes sein, die Ernte auf einer Streuwiese, die Veranstaltung einer Jugendfeuerwehr, eine Spendensammlung oder die Unterstützung bei der Essensausgabe in einer Flüchtlingsunterkunft.
Dann gibt es noch den Teil der Begegnungsprojekte. Diese haben das Potenzial, dass gemeinnützige Organisationen bei der Leistungserbringung für ihre Adressatin unterstützt werden. Unternehmen erbringen hier Dinge, die die Nonprofit-Organisation selbst nicht leisten kann, im Sinne einer Angebotserweiterung. Im Mittelpunkt von Begegnungsprojekten steht der direkte Kontakt einzelner Mitarbeiterinnen mit den Adressaten einer gemeinnützigen Organisation. Oft reicht es schon, dass die Mitarbeiterinnen einfach Zeit mitbringen, die den hauptamtlichen Fachkräften der Nonprofit-Organisation oft nicht zur Verfügung steht. Sei es z.B. bei einem Ausflug mit Bewohnern einer Senioreneinrichtung oder dass Lernenden im Förderunterricht vorgelesen wird oder dass benachteiligte junge Menschen bei der Berufsorientierung geholfen wird.
Und dann noch ein ganz großer Bereich auf der rechten Seite, die Kompetenzspenden oder auch Skills-based Volunteering. Hier geht es um die fachlichen Kompetenzen der Mitarbeitenden, die gemeinnützige Organisationen vor allem bei ihrer Organisationsentwicklung unterstützen. Das heißt, Wissen und Know-how sind auch hier wichtige Ressourcen, um etwa Organisationsstrukturen zu verbessern, das Management zu professionalisieren und den Wirkungsradius zu erweitern. Die wohl bekannteste Kompetenzspende ist die Pro Bono-Leistung, die ich hier mal kurz herausgreife. Ein Unternehmen unterstützt hier z.B. eine Nonprofit-Organisation kostenfrei mit den Leistungen, die sie sonst dem eigentlichen Geschäftszweck bzw. der eigentlichen Tätigkeit der Mitarbeitenden ausmacht. Pro Bono-Leistungen werden hier vor allem bei Bedarfen kurzfristiger, temporärer Art oder ganz spezieller Unterstützung eingesetzt und die Mitarbeitenden treten dabei hauptsächlich als Dienstleister auf.
Beispiele dafür sind, dass z.B. ein Fachpersonal eines Logistikunternehmens ein effektives Flughafenmanagement in internationalen Katastrophenfällen ermöglicht, dass eine Werbeagentur kostenfrei eine Kampagne entwirft oder dass z.B. eine IT-Spezialistin eine Frauenberatungsstelle mit einer Onlineplattform ausstattet, damit sie sich mit ihren Klientinnen austauschen kann und so weiter.
Um das vielleicht noch einmal ein bisschen plastischer zu machen, habe ich noch ein paar andere Beispiele aus der Praxis mitgebracht. Das ist auch wieder sehr klein. Wer jetzt hier nicht mitlesen kann, ich erzähle natürlich auch dazu. Einfach um den Horizont noch einmal ein bisschen zu erweitern, wie Corporate Volunteering im Rahmen von Kooperationen gestaltet werden kann, sind hier fünf Beispiele. Davon sind drei Beispiele auch aktuell ausgezeichnet worden mit dem deutschen Engagementpreis und dem Sonderpreis Corporate Volunteering. Wer sich da vielleicht auch noch einmal informieren möchte, kann das auf der UPJ-Homepage nachlesen.
Zum einen habe ich hier das Beispiel von Credit Plus mitgebracht, die mit verschiedenen Trägern und Schulen zusammenarbeiten und Finanzworkshops für junge Menschen organisieren, um ihre Finanzkompetenz zu verbessern, Überschuldung zu vermeiden und frühzeitig die Grundlage für einen verantwortungsvollen Umgang mit Finanzen näher zu bringen. Das Unternehmen hat davon auch etwas. Wir hatten ja gelernt, es gibt nicht nur den Social Case, sondern auch den Business Case. Das Unternehmen fördert damit das Engagement seiner Mitarbeitenden und kann so auch die Kernkompetenzen des Unternehmens vermitteln und zeigen, dass es Verantwortung übernimmt und damit auch bestimmte Werte vermittelt.
Freshelds habe ich auch mitgebracht. Es ist ein ganz starkes Pro Bono-Beispiel. Eine große Wirtschaftskanzlei, die besonders kompetenzorientiert wirkt und an diesem Beispiel auch deutlich macht, wie man auch systemisch ansetzen kann. Die Kanzlei leistet mit ihrer Unterstützung, mit ihrem Corporate Volunteering, Rechtsbeistand für junge Menschen in komplexen Strafsachen. Sie bietet hier Pro Bono-Beratung an und das Projekt wirkt der Marginalisierung und dem Abrutschen in kriminelle Strukturen bei den Jugendlichen entgegen. Sie werden strafrechtlich durch engagierte Juristinnen vertreten und umfassend begleitet. Die jungen Menschen und die Fachkräfte erhalten präventive Schulungen sowie Adokberatung im Umgang mit Polizei und Justiz. Für die Anwälte bedeutet das die Übernahme von Pro Bono-Mandaten und bietet somit auch eine Art Lernfeld und die Möglichkeit, Selbstwirksamkeit in einem sinnvollen Tätigkeitsfeld zu erfahren.
Die Schufer engagiert sich stark mit Corporate Volunteering bei den Special Olympics. Das wäre das nächste Beispiel, das ich kurz vorstellen möchte. Das Corporate Volunteering liegt hier verstärkt bei der Unterstützung von Events, was Inklusion natürlich fördert und auch den Sport und das Event überhaupt ermöglicht. Für das Unternehmen bedeutet das, dass der Punkt Inklusion, das Schwerpunkt des Unternehmens ist, hier auch für die Mitarbeitenden durch Corporate Volunteering erlebbar gemacht wird.
Dann habe ich noch zwei weitere Beispiele: SAP und KPMG, auch zwei große Unternehmen, die sich im Skills-based Volunteering-Bereich sehr stark machen. Sie bieten ihren Mitarbeitenden an, sich zu engagieren und dabei gleichzeitig ihre beruflichen und persönlichen Kompetenzen weiterzuentwickeln. SAP bietet das Programm Social Sabbatical an. Es sind vierwöchige Secondments, wo Mitarbeitende in gemischten Teams verschiedene Herausforderungen von Nonprofit-Organisationen weltweit bearbeiten, in den Bereichen Strategie, Organisationsentwicklung und entwickeln dort z.B. Finanzierungs- und Marketingkonzepte.
Bei KPMG ist es anders. Sie haben ein sehr starkes Skills-based Volunteering-Konzept und setzen das mit den Joblingen um, wo die Mitarbeitenden in Mentoringpartnerschaften unterwegs sind und Jugendliche beim Übergang von Schule in den Arbeitsmarkt unterstützen. KPMG hat als Ziel, bis 2030 weltweit 10 Millionen benachteiligte junge Menschen durch Bildung, Beschäftigung und Unternehmertum zu stärken. Es ist das Ziel, durch globale Partnerschaften und Engagementprogramme auf lebenslanges Lernen hinzuwirken.
Ich hatte versprochen, wir schauen auch noch ganz kurz auf die Praxis, wie man Corporate Volunteering umsetzt. Unternehmen setzen im Hinblick auf ihre Ziele oft eigene Programme auf und kooperieren dort sehr stark mit Nonprofit-Organisationen. Sie als Nonprofit-Organisation können natürlich auch aktiv dasselbe tun, wenn Sie Unternehmen in Ihre Arbeit aktiv einbinden möchten.
Wie die vorangegangenen Beispiele zeigen, sollte man sich wirklich gut überlegen, warum man Unternehmen in dieser Form einbinden möchte und mit ihnen kooperieren möchte. Dabei ist es hilfreich, sich verschiedene Fragen zu stellen, die ich hier mal aufgelistet habe. Zum einen die Zielfrage: Warum macht es Sinn, Unternehmen einzubinden? Mit welchem Ziel möchte ich Unternehmen einbinden? Klingt erstmal profan, aber ich glaube, hier erhält man schon viele Antworten, warum es sich lohnt oder vielleicht auch nicht lohnt.
Ein weiterer Blick gilt auf die Formate. Welche Formate sind am besten geeignet, um die Ziele zu erreichen? Ist es vielleicht eher ein Einzelengagement, das ich einbinden möchte, oder ist es das Teamengagement? Dann die Frage, wie plane ich eine Corporate Volunteering-Maßnahme im Detail? Wer ist da auch einzubinden innerhalb der Organisation? Wer ist zu informieren?
Da gibt es sicherlich viele Parallelen zum freiwilligen Management generell. Dann die Frage, wie finden Sie gezielt Unternehmen, die zu Ihnen passen und auch ihren Zielen entsprechen? Welche Wege gibt es, um sich und die eigenen Angebote aufmerksam zu machen? Und ja, wie bereiten Sie auch die Unternehmensmitarbeiterinnen auf Corporate Volunteering-Einsätze vor? Wie begleiten Sie solche Einsätze?
Auf welche Rahmenbedingungen ist zu achten? Gibt es da bestimmte Formalitäten? Gibt es Möglichkeiten, wie man die Corporate Volunteering-Maßnahmen erfolgreich messen kann? Und letztlich auch die Frage, wie werden oder wie können Sie Corporate Volunteering-Maßnahmen gut kommunizieren? Die Frage, Kontakt aufzunehmen und Partner zu finden, ist in der Praxis auch eine wichtige.
Es ist wahrscheinlich auch eine Frage, die vielen unter den Nägeln brennt, neben der Frage: Wie fange ich an? Es gibt, wie vieles im Leben, keinen Königsweg. Es gibt aber viele Möglichkeiten und ich glaube, da kann man sich bestimmt eine von denen, die ich mitgebracht habe, rauspicken. Vielleicht gibt es ja für Sie die eine oder andere Anknüpfungsmöglichkeit für den Anfang.
Gerade bei einzelnen Projektvorhaben kann man überlegen, sich bei lokalen Aktionstagen anzudocken, die es mittlerweile in vielen größeren Städten gibt. Die lokalen Aktionstage werden in der Regel von Kommunen, aber auch anderen Akteuren der Engagementförderung durchgeführt. In einem klar definierten Zeitraum, an einem Tag oder auch innerhalb einer Woche, werden hier verschiedene Engagementprojekte durchgeführt. Viele Unternehmen mit vielen Teams in verschiedenen Nonprofit-Organisationen nehmen daran teil.
Es geht hier also um planbare Engagements mit einer Projektbörse, meist im Vorfeld. Versicherungsschutz ist gleich gewährleistet, mediale Begleitung gibt es und auch eine zentrale Ansprache von Unternehmen durch die Veranstalter.
Andere Aktionstage, bei denen man vielleicht auch andocken kann als Nonprofit-Organisation, sind Aktionstage, die Unternehmen auch in Eigenregie durchführen. Hier könnte man vielleicht schauen, ich habe hier mal ein paar Beispiele mitgebracht, an welchen Standorten solche Aktionstage durchgeführt werden, wo sie sich als soziale Partner anbieten können. Große Unternehmen wie z.B. Salesforce haben den Community Day, DHL hat den Global Volunteer Day, Amazon hat den Global Month of Volunteering. Da gibt es vielleicht auch für Sie Möglichkeiten, um mit einem Projekt hier vertreten zu sein.
Eine andere Möglichkeit sind stadtteilbezogene Kooperationsprojekte. Hier kann man auch für sich in der Region schauen: Gibt es das bei mir? Gibt es Netzwerke, die bemüht sind, verschiedene Akteure an einen Tisch zu bringen, um Unternehmen einzubinden, um die Bedingungen der Menschen vor Ort zu verbessern? Das meist unter dem Bezug verschiedener Akteure und in diesem Rahmen finden oft Aktion oder Projekte mit Volunteering-Charakter statt. Ich habe hier auch als Beispiel das Stadtheilpartnerprojekt in Wiesbaden mitgebracht, wenn man da noch einmal nachlesen möchte, wo Unternehmen und gemeinnützige Akteure im Stadtteil, unter anderem auch das Quartiersmanagement, zusammenwirken und verschiedene Volunteering-Projekte umsetzen. Aber auch das Quartierskonzept Bilderstöckchen in Köln ist fokussiert auf Umweltaktivitäten und holt verschiedene Akteure an einen Tisch, um gemeinsame Aktionen zu planen, um das Klima und das soziale Klima im Quartier zu verbessern.
Ein klassischer Weg, den ich hier nicht unterschlagen möchte, ist, sich an Mittler für Unternehmenskooperationen zu wenden. Mittler für Unternehmenskooperationen gibt es lokal, das sind vor allem Freiwilligenagenturen, Bürgerstiftungen und kommunale Stellen, die als Ergänzung zu ihrer sonstigen gemeinwesenbezogenen Arbeit praktische Vermittlertätigkeiten übernehmen und Ansprechpersonen für Unternehmen sind, die passende Partner für ihr Engagement im Gemeinwesen, also an ihren Standorten, suchen. Die können entsprechend vermitteln und sind dankbar für jeden Hinweis, wo sich Unternehmen engagieren können. Ähnlich funktionieren digitale Engagement-Plattformen, die in der Regel bundesweit Engagement vermitteln. Bekannte Plattformen sind hierzulande Benevity und Altru. Vielleicht hat der eine oder andere schon etwas von diesen Plattformen gehört. Sie waren in letzter Zeit auch viel mit Akquise beschäftigt. Wostel ist sicherlich auch ein Begriff oder auch LZ.
Eine andere Möglichkeit, um vielleicht auch noch einmal Werbung für die eigene Sache zu machen: Wer von Ihnen Pro Bono-Unterstützung einwerben möchte, dem lohnt es sich auf jeden Fall, einen Blick auf die neue Seite der Pro Bono-Allianz zu werfen. Die Pro Bono-Allianz Deutschland hilft Ihnen, die passende Unterstützung für Ihre Aufgaben zu finden, und das in vielen Bereichen, wo Pro Bono-Kompetenz vermittelt werden kann, z.B. im Recht, aber auch in digitaler Kommunikation, Marketing, Finanzierung und so weiter.
Das waren jetzt alles Beispiele für Ressourcen, die man sich erschließen möchte. Wer Corporate Volunteering strategisch und längerfristig angehen möchte, muss solche Wege auch einschlagen, die es generell bei Unternehmenskooperationen zu beachten gilt.
In der Regel sollten Corporate Volunteering-Angebote, sofern sie bereits vorhanden sind, auf der Webseite klar kommuniziert werden. Aber das reicht nicht allein. Man muss in die Akquise gehen. Mein Kollege ist gestern schon auf viele Punkte eingegangen, was bei der Akquise zu beachten ist. Sein Tipp und auch mein Tipp ist, Kaltakquise möglichst zu vermeiden, sondern erst einmal im eigenen Umfeld zu schauen, vom Bestehenden auszugehen und zu schauen, welche Kontakte oder Berührungspunkte zu Unternehmen es schon gibt. Gibt es bestimmte Lieferanten, für die Volunteering-Aktivitäten interessant sein könnten? Gibt es benachbarte Unternehmen, aber auch Mitglieder im eigenen Verein, die Interesse an Corporate Volunteering haben? Da sollte man auch wirklich noch einmal intern schauen und die Köpfe zusammenstecken: Wer kennt wen, der jemanden kennt?
Außerdem lohnt es sich, lokal zu denken, denn 90 % des Engagements sind wirklich standortgebunden. Also lokale Unternehmen in den Blick nehmen, nicht nur auf die großen DAX-Unternehmen schauen. Es sei denn, Sie haben wirklich etwas Größeres vor, auch mit überregionaler Relevanz.
Das haben auch die Beispiele, die ich mitgebracht habe, gezeigt. Wenn es um ein größeres Vorhaben geht, lohnt es sich, auch auf große Unternehmen zuzugehen. Ansonsten vielleicht auch kleinere und mittlere Unternehmen ansprechen. Deswegen wirklich schauen, wer gibt es vor Ort und wer macht schon was. Und da kann ich auch gleich überleiten zum nächsten Punkt. Mein Kollege hat das Topf und Deckel genannt. Das finde ich sehr treffend, denn das passende Unternehmen als Partner für Corporate Volunteering zu gewinnen, da gibt es auch Zeit aufzuwenden und wirklich auch mal in die Desktop-Recherche zu gehen.
Im ersten Schritt auf die Webseite des Unternehmens schauen: Gibt es da gemeinsame Interessen, auch Schnittmengen? Nachhaltigkeitsberichte lesen: Wo engagiert sich das Unternehmen, welche Ziele hat es, welche Aktivitäten unternimmt das Unternehmen schon? Einfach mal nach möglichen Schnittmengen schauen. Relevant ist auch, was brauche ich eigentlich? Kann das Unternehmen das auch wirklich leisten? Passen wir auch von der Größe zusammen?
Bei Corporate Volunteering ist es wichtig, die richtigen Ansprechpartner ausfindig zu machen. Volunteering ist vor allem in der CSR- bzw. Nachhaltigkeitsabteilung angesiedelt. Wenn das Corporate Volunteering aber mit eher mitarbeiterrelevanten Zielen verbunden ist, ist es durchaus auch in der HR-Abteilung angesiedelt. Wo das Volunteering auch angedockt sein kann, ist im Bereich der Unternehmenskommunikation. Das wäre zu recherchieren, damit Ihr Angebot oder Ihre Anfrage bei der richtigen Person landet.
Keine Antragslyrik ist auch ein heißer Tipp. Wenn Sie Ihr Anliegen und Ihre Herausforderungen beschreiben, dann wirklich verständlich und auch kurz und überschaubar. Keine Fachdiskurse, nicht so viele Fachtermini verwenden, da wirklich verzichten. Das macht es einfacher, in der Akquise und auch mit Unternehmen ins Gespräch zu kommen.
Dann der Stichpunkt Fundraising. Der Tipp ist, in den Beziehungsaufbau zu investieren. Fundraising kommt von Fundraising. Beziehung aufbauen, in Kontakt sein, Nähe suchen, das alles sind Punkte, auch wenn Sie im Moment vielleicht noch nichts wollen. Sich jedoch unter Freunden zu verabreden, fällt leichter als mit Fremden. Nähe suchen kann ich nur empfehlen, z.B. bei Veranstaltungen von Kammern, aber auch Innungen, Netzwerken suchen, verschiedene Service-Clubs wie die Rotarier. Dort kann man sich vorstellen, über die Arbeit berichten und Punkte zeigen, wo man vielleicht gemeinsam etwas bewegen kann, wo Sie auch Unterstützung von Unternehmen brauchen.
Ja, und zum Schluss noch einen Tipp, den wir bei allen Dingen geben: klein anfangen, aber wirklich anfangen, Testläufe machen, Erfahrungen sammeln, auch Skeptiker überzeugen und nicht sofort das große Rad drehen wollen, sondern mit einer Kooperation, mit Corporate Volunteering starten.