Dann sprechen wir noch kurz darüber, wie man die Recherche dokumentieren kann, also welche Form von Datenbank wir uns anlegen können, um damit weiterzuarbeiten. Am Ende geht es um weitere Schritte und einen kurzen Ausblick, wie es dann weitergehen kann und wie diese Fördermittelrecherche in die Strategie als Ganzes passt.
Genau mit dieser Folie steige ich immer ein: der Förderkreislauf. Ganz häufig, wenn ich mit kleinen Organisationen spreche und in die Beratung einsteige, herrscht so ein bisschen das Verständnis, dass Fördermittel eigentlich bedeutet, Anträge zu schreiben und nicht viel mehr. Es sind aber viel mehr Schritte dabei, die ebenso wichtig sind und die zum Erfolg beitragen. Diese Schritte müssen gemacht werden, damit das Ganze erfolgreich funktioniert.
Für mich steht im Mittelpunkt dieses Kreislaufs immer ein Projektplan. Man beginnt damit, ein Projekt zu entwickeln, zu beschreiben und sich schon selbst einen Plan zu machen, und läuft nicht mit einer Idee los, sondern hat im Idealfall einen echten Plan. Natürlich weiß ich, dass das in der Realität nicht immer ganz so läuft und dass es nicht immer die Zeit gibt, Dinge komplett auszuformulieren, bevor man auf die Suche geht und vielleicht Mittel beantragen möchte. Aber im Idealfall ist es wirklich so, dass man einen Projektplan hat, in dem man selbst bestimmt hat, was eigentlich gemacht werden soll. Mit diesem Plan kann man sich dann nämlich auf die Suche nach guten Fördermittelgebern machen.
Wenn Organisationen oder Projekte mich ansprechen und sagen: "Kannst du uns nicht helfen? Kannst du nicht eine Recherche für uns machen?", dann sind die Informationen, die ich für die Recherche bekomme, oft schwammig. Ich bekomme zwar einen Bereich, ja wir machen irgendwie etwas im Thema Bildung, wir arbeiten mit Schulen und Lehrern, aber das ist je nachdem, was wir finden, nicht sehr konkret. Das ist ein Weg, der nicht so gut funktioniert. Je mehr am Anfang schon definiert ist, was gebraucht wird und was ganz genau das Projekt sein soll, desto besser kann man diese Recherche durchführen. Desto mehr Details findet man und desto besser kann man das Matching mit einem potenziellen Partner durchführen.
Die Recherche ist unglaublich wichtig, um jemanden zu finden, der überhaupt Interesse hat. Dieses Interesse muss über ein oberflächliches hinausgehen. In der Recherche müssen wir Förderpartner finden, die wirklich eine große Überlappung mit unseren Zielen haben, mit dem, was wir erreichen möchten und wie wir es erreichen möchten. Je besser wir die Recherche machen, desto besser können wir die nächsten Schritte auch tun.
Nach der Recherche geht es aber meistens immer noch nicht sofort zum Antrag, sondern immer noch über diese zweite Kante: das Netzwerken. Netzwerkarbeit ist im Fördermittelmanagement oder in der Fördermittelakquise unglaublich wichtig, fast noch wichtiger als die Antragsstellung, würde ich manchmal sagen. Denn dieser Anruf, das Sprechen mit potenziellen Förderern, sich kennenzulernen, eröffnet noch einmal ganz neue Perspektiven und gibt auch weitere Informationen, die zur Recherche hinzugefügt werden können.
So können wir den potenziellen Fördermittelgeber, dem wir etwas schicken möchten, viel besser kennenlernen und dann genau wissen, was wir in den Antrag schreiben müssen. Wenn wir nämlich eine intensive Recherche gemacht haben, genetzwerkt haben und mit denen gesprochen haben, wissen wir, was sie sehen möchten. Wenn wir einen tollen Projektplan haben, dann ist der Antrag am Ende im Prinzip nur noch das Zusammenbringen all dieser Informationen, und die Chance auf Erfolg ist viel höher.
Diese Schritte hängen für mich sehr eng zusammen. Recherche ist ein unglaublich wichtiger Schritt, damit wir wissen, mit wem wir hier überhaupt sprechen wollen. Aber der Rest muss folgen, und das Ganze ist für mich angeordnet, um den Projektantrag in der Mitte zu platzieren.
Was ist das Ziel unserer Recherche eigentlich? Natürlich, einen Förderer zu finden, eine Organisation, die uns das Geld gibt. Aber wenn wir das ein bisschen weiterdenken, geht es ja nicht nur um das Geld, sondern wir suchen ja einen Partner, der mit uns gemeinsam unsere Ziele erreichen möchte. Mit dieser Herangehensweise sollte man das Ganze auch betrachten. Es geht nicht nur um das Geld, sondern im gemeinnützigen Bereich, wenn wir jemanden finden, der uns unterstützen möchte, dann haben wir ja die gleichen Ziele, möchten in die gleiche Richtung gemeinsam gehen.
Eine Stiftung oder auch ein öffentliches Programm kann ja so viel mehr geben als nur Geld. Es gibt Kontakte, viel Know-how, das in den Verein oder in das Projekt mitgegeben werden kann. Allein das Netzwerk, das sich uns eröffnen kann, wenn wir positiv in diese Zusammenarbeit gehen, ist unglaublich. Andersrum genauso: Eine Stiftung, die etwas Bestimmtes erreichen möchte, kann das ja nicht alleine, sondern nur mit der Hilfe der Vereine, die dann die Projekte durchführen, die gefördert werden. Es ist also eine Zusammenarbeit, eine Partnerschaft.
Wir suchen nicht nur jemanden, der Geld geben möchte, sondern auch jemanden, der ein guter Partner ist, idealerweise langfristig und gemeinsam mit uns unsere Mission erreichen möchte. Das heißt, wir müssen auf ein paar mehr Faktoren schauen als nur darauf, passt das, kriegen wir das Geld von denen, sondern eben auch: Passen wir zusammen? Können wir eine Partnerschaft etablieren? Ist das ein Partner, mit dem wir zusammen etwas machen möchten?
Wenn man ein bisschen die Schubladen öffnet und in der Recherche weiterschaut, ergeben sich oft viele Dinge, die dann langfristig weiterhelfen. Was bedeutet Fördermittelrecherche? Jetzt ist noch einmal die Definition: Das ist der systematische Prozess der Suche, Identifikation und Analyse von Förderprogrammen, Zuschüssen oder finanziellen Unterstützungsmaßnahmen, die einerseits von öffentlichen Institutionen, aber auch von privaten Stiftungen oder anderen Organisationen bereitgestellt werden.
Wichtig ist hier, glaube ich, dieses Wort "systematischer Prozess". Denn wenn man keinem systematischen Prozess folgt, wird das Ganze oft chaotisch. Man verbringt sehr viel Zeit damit, und es ist eben ein Zufallstreffer, der dann vielleicht dazu führt, dass man Förderung bekommt, und nicht das Plan- und Wiederholbare, was wir ja eigentlich haben wollen. Das Ziel ist hier in der Definition die finanzielle Unterstützung, wie gesagt, ich würde das erweitern durch eine Partnerschaft mit dem Förderer, denn das ist das, was uns langfristig weiterbringt. Die Recherche umfasst sowohl die Prüfung von Förderkriterien, Fristen und Verfahren sowie die Bewertung der Erfolgschancen. All das schauen wir uns heute an und schauen, wie wir die idealen Partner finden können.
Als ersten Schritt finde ich immer wichtig, sich noch einmal klarzumachen, dass man ein Projekt aus ganz vielen unterschiedlichen Perspektiven betrachten kann. Wenn wir in die Recherche einsteigen, haben Fördermittelgeber ja ihr eigenes Profil, ihre eigene Mission, möchten bestimmte Dinge unterstützen, haben eine Zielgruppe, mit der sie zusammenarbeiten möchten, und möchten bestimmte Themen unterstützen und nach vorne bringen.
Ein Projekt hat ja meistens nicht nur ein Thema, und es gibt nicht nur eine Betrachtungsweise, unter der Sie Ihr Projekt anschauen können. Wenn Sie mit Kindern arbeiten und ein Projekt aus dem Bereich der Demokratieförderung umsetzen, können Sie sich sowohl an Förderer wenden, die Kinder- und Jugendprojekte fördern, als auch an Förderer, die Demokratieprojekte fördern. Das sind ganz unterschiedliche potenzielle Partner in zwei komplett unterschiedlichen Bereichen, aber Ihr Projekt würde in beides fallen.
Im Idealfall finden Sie natürlich jemanden, der explizit genau diese Zielgruppe in diesem Themenbereich fördern möchte. Aber theoretisch können Sie sich eben auch bei diesen unterschiedlichen potenziellen Fördermittelgebern bewerben. Deswegen ist es mir immer sehr wichtig, dass man am Anfang einen Projektplan hat, in dem Sie genau aufschreiben, was Sie machen möchten, wer Ihre Zielgruppe ist, welche Aktivitäten Sie durchführen möchten und was die Wirkung ist, die Sie anstreben. Malina hat ja gestern auch viel über Wirkung gesprochen und wie wichtig das im Projektantrag ist. Das Gleiche gilt natürlich für einen Projektplan, den Sie vorher schreiben. Auch hier ist es wichtig, die Wirkung zu formulieren, denn das ist das, was die Förderer sich später anschauen und unterstützen möchten.
Das ist ein zweiter Punkt, der mir immer sehr wichtig ist, den ich am Anfang auch noch einmal betone: Das ist der Hinweis darauf, "Mission Creep" zu vermeiden. Ich habe da kein passendes deutsches Wort für gefunden. Das bedeutet mehr oder weniger die Gefahr für gemeinnützige Organisationen, sich nicht auf das zu konzentrieren, was sie selbst eigentlich machen möchten, sondern ihre Anträge und damit ihre Projekte nur danach zu richten, was Geber möchten und vorgeben. Das kann manchmal dazu führen, dass die Projekte, die dann durchgeführt werden, gar nicht mehr 100 % den Bedürfnissen der Zielgruppe entsprechen, weil sie eben nicht mehr von der NGO, von der Organisation, vom Verein selbst bestimmt worden sind, sondern von einem Geber, der häufig etwas weiter entfernt ist.
Das passiert häufig, wenn wir nicht mit einem Projektplan starten und nicht ganz sicher sind, was wir eigentlich machen möchten, sondern erst anfangen, einen Geber, einen potenziellen Unterstützer zu suchen, eine Organisation, Stiftung, öffentlichen Geber, und uns anschauen, was die denn eigentlich fördern wollen, und dann unser Projekt entsprechend entwickeln. Dann kommt es manchmal dazu, dass man an der Zielgruppe vorbeientwickelt, weil man sich genau dem anpassen möchte, was der Geber machen möchte. Wie gesagt, das sind Punkte, die in einer perfekten Welt immer so umsetzbar sind. Ich weiß natürlich auch, dass die Realität manchmal anders aussieht, und es spricht natürlich auch nichts dagegen, gewisse Anpassungen zu machen, wenn Sie in den Förderbedingungen bestimmte Vorgaben vorfinden, denen Sie dann folgen möchten.
Aber grundsätzlich ist es natürlich der Idealfall, wenn Sie bei Ihrem Projekt, bei Ihrer Organisation starten können und dann damit in die Recherche gehen und sich nicht von außen bestimmen lassen durch Vorgaben eines Fördermittelgebers, der vielleicht gar nicht das gesamte Detailwissen hat, das Sie ja mitbringen als Verein, nah an der Zielgruppe und nah an dem Projekt, das Sie durchführen möchten. Deswegen empfehle ich immer, sich darüber Gedanken zu machen, dieses "Mission Creep" zu vermeiden. Also nicht außerhalb dessen zu arbeiten, was man eigentlich gut kann und möchte und von dem man weiß, dass es notwendig ist, sondern ganz bei sich zu bleiben, bei dem Projekt, von dem Sie wissen, dass es für Ihre Zielgruppe das passende ist und das Richtige ist, und hier dann eben weiter zu suchen. Wenn sich vielleicht erstmal kein Förderer findet, der explizit das fördern möchte, oder in den Dialog zu gehen und einem potenziellen Förderer zu erklären, warum Ihr Ansatz denn viel sinnvoller ist in diesem Kontext.
Wie kann man also bei der Recherche vorgehen? Die Recherche braucht eine Strategie, weil man sonst schnell sehr viel Zeit verliert und sich selbst auch ein bisschen verliert. Ich bin auch so ein Kandidat oder eine Kandidatin, ich kann sehr lange recherchieren, das macht mir sehr viel Spaß. Wenn ich mir vorher nicht ein Limit setze und sage, ich höre jetzt an irgendeinem Punkt auf, dann mache ich immer weiter, weil das etwas ist, was mir sehr viel Spaß macht. Sie brauchen also eine Strategie, der Sie folgen können, mit Zeitbegrenzung. Wo man sagt: "Okay, ich mache jetzt zwei Tage Recherche und dann höre ich aber auch auf und fange mit dem Netzwerken an und gehe meine nächsten Schritte."
Im Idealfall eben auch mit einer Dokumentation. Wir suchen das perfekte Puzzlestück für unser Projekt. Es ist fast sinnvoller, ganz lange zu suchen, bis man dieses eine perfekte Stück findet und dann den Antrag zu stellen, als bei zehn 70 % passenden Förderern einfach einen Antrag rauszuschicken. Denn das klappt dann häufig nicht. Wenn die Förderer nicht 100 % passen, hat man häufig das Problem, dass man rausfällt. Es muss nicht immer 100 % sein, aber es sollte auch nicht nur 50 % sein. Wie man da einen Weg findet, damit umzugehen, sprechen wir dann am Ende noch einmal darüber. Es sollte schon zum Großteil zusammenpassen. Recherche benötigt auch Ruhe und Zeit, ohne sich permanent ablenken zu lassen. Denn vor allem, wenn man mit Datenbanken arbeitet und dann mit den verschiedenen Keywords und Rubriken arbeitet, passiert es schnell, dass, wenn dann noch eine E-Mail reinkommt oder ein Anruf, man wieder von vorne anfangen muss.
Also wirklich ein Zeitfenster freischaufeln, damit die Recherche in Ruhe möglich ist. Und dann auch dokumentieren, was Sie machen, damit Sie nicht alles dreimal machen. Auch da kann ich aus eigener Erfahrung nur sagen: Man denkt immer, wenn man recherchiert, und was mir z.B. immer wieder passiert, dass ich eine Stiftung finde, von der ich zuerst denke: "Oh, die sind super." Aber nach drei Klicks merke ich: "Nee, die passen doch nicht." Dann denke ich immer: "Ach, das merke ich mir, die gucke ich nicht noch einmal nach." Und dann, sechs Monate später, gucke ich mir das Gleiche wieder an, im gleichen Gedankenprozess. Deswegen habe ich mir angewöhnt, wirklich alles zu dokumentieren, alles aufzuschreiben, was ich tue, und auch aufzuschreiben, wenn man mal eine Stiftung identifiziert hat, die erst okay erscheint und dann doch nicht passt, damit man das nicht alles einfach doppelt und dreifach macht.
Jetzt kommen wir also zu den wichtigsten Techniken, die ich auch nutze oder die man nutzen kann, um erste Namen zu finden, also diese Grobrecherche zu machen, um Ideen zu bekommen, wer könnte denn ein potenzieller Förderer, eine potenzielle Förderorganisation sein für unser Projekt. Das einfachste und erste und am meisten vernachlässigte, was es gibt, sind die eigenen Ressourcen. Wir haben häufig in unserer Organisation so unglaublich viel Wissen und so viele Kenntnisse, die wir aber gar nicht nutzen. Das einfach mal auf den Tisch zu bringen und intern im Team, entweder mit Ihren Mitarbeitenden oder eben mit Mitgliedern in der Mitgliederversammlung im Vorstand, welche Strukturen Sie auch immer haben, zu schauen: "Wer weiß denn schon etwas?"
Der allererste Schritt ist eigentlich immer zu schauen, wer waren die bisherigen Unterstützer und Geber. Denn wenn euch schon mal eine Stiftung unterstützt hat, hat die ja großes Interesse daran, dass ihr euer Projekt auch weiterführen könnt. Selbst wenn diese Stiftung vielleicht keine Folgefinanzierung bieten kann, haben die häufig trotzdem noch Ideen, wo ihr euch melden könntet. Denn die haben ja einmal schon gezeigt, dass sie euer Projekt toll finden, dass sie euch unterstützen möchten, und werden dann natürlich auch noch weitere Schritte tun, damit das weitergeht. Das bestehende Förderernetzwerk würde ich immer als allererstes fragen, ob es nicht noch Ideen gibt, vielleicht eine Referenz, eine Empfehlung, damit ihr da einfach schon viel weiter im Netzwerkprozess einsteigt, als einen Kaltkontakt machen zu müssen.
Dann aber eben auch Mitarbeitende, Unterstützer, Ehrenamtliche, den Vorstand, Partner, also andere Vereine, mit denen ihr zusammenarbeitet. All diese Menschen haben häufig unglaublich viele Ideen und Wissen darüber, wer potenzielle Fördermittelgeber sein könnten. Eine Empfehlung, die ich immer gebe, egal wie groß oder klein die Organisation ist: Ich habe auch schon für UNICEF gearbeitet und habe da das Gleiche empfohlen. Bei jedem Teammeeting, sei es jetzt, ihr habt Mitarbeitende und habt ein monatliches Teammeeting oder eine Vorstandssitzung, würde ich das Thema Fördermittel immer auf die Agenda setzen, selbst wenn nichts ansteht, selbst wenn es keinen aktuellen Antrag gibt. Aber dass dieses Thema einfach immer präsent ist, dass alle wissen: "Okay, wir haben alle eine Rolle zu spielen. Wenn wir etwas hören, wenn ich auf LinkedIn lese: 'Ach, da gibt es eine Ausschreibung', wenn ich in der Zeitung etwas lese, dann merke ich mir das und gebe es weiter." Damit ist dieses Thema einfach immer auf der Prioritätenliste ganz weit oben. Da gibt es einen unglaublichen Fundus an Wissen und Erfahrung, den ihr intern wahrscheinlich mitbringt und der selten gut genutzt wird.
Ein weiterer Bereich, der auch häufig sehr gute Resultate liefert und noch gar nicht so aufwendig ist, ist es, sich einfach andere Organisationen anzuschauen, die im gleichen Bereich arbeiten wie ihr. Das heißt nicht, dass ihr den anderen die Förderer klaut oder so, sondern einfach mal zu schauen: "Wie finanzieren sich denn andere Organisationen, die ganz ähnlich aufgebaut sind?" Der Vorteil daran ist auch, dass, wenn wir uns gleich noch mal Datenbanken anschauen, das ein sehr guter Weg ist, auch Namen zu bekommen. Häufig bekommt man da aber Stiftungen ausgespuckt, die vielleicht gar nicht mehr aktiv sind, die vielleicht nur noch operativ etwas machen oder bestimmte Projekte ausgewählt haben und die nicht mehr extern fördern. Wenn man aber Förderer findet, die vielleicht im Nachbardorf oder im Nachbarort letztes Jahr noch ein ganz ähnliches Projekt gefördert haben, dann weiß man auch: "Okay, die sind aktiv, die sind ansprechbar, mit denen können wir ins Gespräch gehen." Das ist ja schon mal ein großer Vorteil. So einfach zu schauen: "Wer macht denn ähnliche Arbeit wie ihr?" Vielleicht nicht genau in eurem Ort, sondern vielleicht im Nachbarort, in einem benachbarten Bundesland. Das könnte dann natürlich schon wieder sein, dass ein Förderer da nicht fördert, aber einfach zu schauen: "Wer macht ähnliche Arbeit und wo bekommen die ihr Geld her?" Das findet man häufig auf den Webseiten, entweder sogar unten im Footer, dass da Logos abgebildet sind von den Programmen, die etwas fördern, oder es gibt eine ganze Sektion auf der Website, wo steht: "Unsere Unterstützer", auf die man klicken kann und dann einen Überblick bekommt. Das ist schon mal immer ein guter Weg zu schauen: "Wer macht da was?" Und da findet man eben auch ganz spannende Stiftungen, von denen ich teilweise dann auch gar nicht wusste, auch international, dass die im Bereich fördern. Man hat einen Einstiegspunkt. Oft findet man diese Informationen auch in den Jahresberichten. Wenn man sich die Jahresberichte von Organisationen anschaut, die ähnliche Arbeit machen, sieht man am Ende einen Überblick darüber, wer sie unterstützt hat und woher das Geld kommt. Das heißt dann natürlich nicht zwangsläufig, dass die euch auch unterstützen wollen, aber es ist eben ein Anfang für die Recherche.
Eine Informationsquelle, die unglaublich wichtig ist, sind Presseartikel. Wenn ihr eine Lokalzeitung oder eine Regionalzeitung abonniert habt, schaut einfach mal, was steht denn da drin? Denn jeder Verein, der bei euch aktiv ist, wenn da Gelder fließen, steht das eigentlich fast immer in der Lokalpresse. Dann gibt es immer irgendwie eine Scheckübergabe oder wenn etwas eröffnet wird, steht da, von wem das unterstützt wurde. Da lassen sich also immer Informationen finden, und das ist häufig in der Lokalpresse. Ich kenne viele Kollegen und Kolleginnen, die sich wirklich große Ordner im Regal stehen haben mit gesammelten Artikeln. Man muss sich die nicht ausschneiden, aber jedes Mal, wenn da ein Förderer genannt ist, der bei euch in der Lokalität in der Region fördert, sich den Namen aufzuschreiben in die Fördermitteltabelle, die wir uns gleich anschauen, ist sehr sinnvoll. Denn auch das sind aktive Förderer. Wenn man das mal so zwei bis drei Jahre macht, hat man schon einen ganz guten Überblick, wer denn eigentlich aktiv ist. Denn es gibt auch viele Stiftungen, vor allem, die überhaupt keine Website haben, die über andere Wege nicht findbar sind, die aber über diese Presseartikel dann doch auffindbar sind. Dann das ganz simple Google und das Internet habe ich das mal genannt. Auch da findet man natürlich viel, aber das ist auch eine gute Möglichkeit, sich schnell zu verlieren. Denn da kann man ewig suchen. Ich habe bestimmte Keywords, die ich nutze, wenn ich z.B. im Bereich Entwicklungszusammenarbeit Förderer suche, weil ich viele Organisationen in der Beratung habe, die in dem Bereich unterwegs sind. Dann sind das bei mir sowas wie "Call for applications" und dann das Land und die Art von Projekt oder "terms of reference". Das sind die Richtlinien solcher Dinge, dass ich da relativ viel finde. Ein relativ einfacher Weg, um ganz viel in die eigene Inbox zu bekommen, ist das Abonnieren von Newslettern. Da gibt es ganz viele tolle Newsletter, die viele Informationen schon zusammenfassen, entweder von externen Services oder aber auch von den Förderorganisationen selbst.
Es gibt sehr, sehr viele Datenbanken. Ich habe hier mal zwei Beispiele: Das ist einmal die Förderdatenbank des Bundes, da findet man unglaublich viel, oder eben auch die Fördermitteldatenbank der DSEE. Auch da findet man sehr, sehr viele potenzielle Fördermittelgeber. Unter stiftungssuche.org, das ist, glaube ich, der deutsche Stifterverband, gibt es auch eine gute Datenbank, in der man die Deutsche Stiftung finden kann. Es gibt das Ganze bei Devex für amerikanische und internationale Stiftungen. Da gibt es sehr, sehr viele unterschiedliche Datenbanken, die sehr viel Arbeit sparen können. Aber es kommt natürlich auch immer darauf an, wie aktuell diese Datenbanken gehalten sind, ob da jede Information drin ist, ob das tagesaktuell ist und wie sinnvoll sie sind. Hier muss man sich das Passende aussuchen. Es gibt auch bezahlte Angebote. Es gibt Datenbanken, die kosten sogar relativ viel Geld, haben aber dann dafür unglaublich viele Informationen. Und was ich da manchmal mache: Wenn ich weiß, ich habe jetzt ein Projekt und ich muss da tief in die Recherche einsteigen, dann kaufe ich mir sozusagen den Zugang zu dieser Datenbank nur für einen Monat und nutze diesen Monat dann sehr intensiv für die Recherche und stelle das Ganze dann wieder ab. Man muss ja nicht immer ein Jahresabo haben. Manchmal reicht es auch, einfach so reinzuschnuppern und zu schauen. Diese Datenbanken sollte man also gezielt nutzen und immer ein bisschen darauf schauen, dass es natürlich auch sein kann, dass die Informationen nicht alle perfekt dargestellt sind, weil es manchmal Übertragungsfehler gibt. Es ist aber auch sehr schwer, so eine Datenbank aktuell zu halten. Aber auch hier bekommt man eben sehr, sehr gute Einstiegsmöglichkeiten und Ideen, wer denn potenzielle Förderer sind, die es überhaupt gibt und mit denen zusammengearbeitet werden kann. Jede Datenbank hat natürlich verschiedene Kategorien, die man anklicken kann. Man kann meistens aussuchen, wo man sucht, in welchem Land man sucht, manchmal auch in welchem Bundesland. Man kann aussuchen, in welchem Bereich man sucht, also ob man im Gesundheitsbereich arbeitet, im Bereich Klimaschutz, Umweltschutz etc. Dann fängt es aber an, sehr unterschiedlich zu werden, wie detailliert man die Suchanfrage noch runterschrauben kann. Das ist eben sehr individuell für die ganzen Datenbanken. Da muss man sich jede einzeln anschauen und auch entscheiden, womit man selbst am besten klar kommt.
Das sind die klassischen Tools, die ich nutze oder die wir nutzen, um mit einer Liste von potenziellen Fördermittelgebern zu enden, sodass wir eine Idee haben, welche Organisationen es draußen gibt, die unser Projekt eventuell fördern könnten. Natürlich stellt sich die Frage, kann KI uns nicht bei der Recherche helfen? Das wäre ja super, und ich bin mir sehr sicher, dass das in den kommenden Jahren, vielleicht sogar schon in Monaten, dahin kommt und dass das weitergeht. Ich persönlich bin im Moment immer noch ein bisschen ernüchtert mit dem, was diese Tools, die so offen zur Verfügung stehen, also z.B. Perplexity oder auch ChatGPT oder Gemini, bieten können. Das kann auch ein guter Ansatz sein, wenn man sagt: "Mein Projekt ist, ich habe ein Projekt in Berlin, arbeite mit Kindern, was gibt es denn da?" Das kann ein guter Ansatz sein, aber man merkt eben bei diesen öffentlich zugänglichen Tools, die nicht darauf spezialisiert sind, Fördermittelrecherche zu machen, dass das Verständnis der KI fehlt, was denn jetzt z.B. ein kleiner Verein speziell braucht. Ich habe das häufig in der Entwicklungszusammenarbeit schon genutzt, und ich bekomme dann immer so Geber wie, wenn ich sage: "Ich möchte gerne ein kleines Projekt in Nepal machen, wer würde das unterstützen?", dann sagt die KI mir meistens zwei oder drei ganz gute Stiftungen, die passen, und dann sowas wie die Weltbank oder die FAO, die natürlich Projekte dort haben und unterstützen, aber jetzt keine Grassroots-NGO, die um einen Jahresumsatz von 1.000 € hat. Also dieses Verständnis fehlt da teilweise noch bei der KI. Es gibt aber auch schon Systeme, die genau in dem Bereich spezialisiert sind, und da wird sich unglaublich viel tun. Ich glaube, dass es in den nächsten, wenn nicht Monaten, spätestens Jahren auf jeden Fall viele sehr gute Möglichkeiten geben wird, auch KI bei der Recherche einzusetzen. Einfach nur ChatGPT ist manchmal schwierig, vor allem wenn man sehr speziell arbeitet in speziellen Bereichen. Wenn ChatGPT nicht genug findet, dann erfindet es ja etwas dazu. Dann gibt es dann Stiftungen, die es überhaupt nicht gibt, die nicht existieren, wo es ein bisschen aussieht, als wäre es zu schön, um wahr zu sein. Meistens ist es dann leider auch so, und diese Förderer sind einfach frei erfunden und halluziniert. Ich denke, da kommt noch viel Potenzial, da muss man tagesaktuell schauen. Aktuell von ChatGPT und Co. würde ich noch nicht allzu viel erwarten.
So, wir haben jetzt eine Liste mit Namen von potenziellen Förderern und müssen jetzt von der Grobrecherche zur Feinauswahl gehen. Wir wissen ungefähr, was die machen, das passt für uns. Sind sie jetzt auch der perfekte Partner? Wollen wir jetzt da wirklich einen Antrag stellen oder sind sie das vielleicht nicht? Da gibt es ein paar Schritte, ein paar Fragen, die wir uns stellen müssen. Wenn ihr diese Fragen nicht alle mit einem eindeutigen "Ja" beantworten könnt, dann ist es wahrscheinlich nicht so sinnvoll, einen Antrag zu stellen, oder es muss nachgefragt werden. Das kann natürlich auch häufig sein, dass etwas unklar ist und das ein guter Einstieg ist in das Gespräch mit einem Fördermittelgeber. Zu fragen: "Macht ihr das? Macht ihr das nicht? Da bin ich mir nicht sicher." Aber wenn ihr auf diese Fragen, die wir jetzt besprechen, keine Antwort findet oder ein "Nein", dann ist die Wahrscheinlichkeit, dass ein Antrag nicht funktionieren würde, relativ hoch.
Die erste Frage, die natürlich logisch ist und die ihr auch schon wahrscheinlich beantwortet habt, um eure Grobrecherche zu machen, ist: Passt überhaupt das Thema und die Zielgruppe? Unterstützt die potenzielle Förderorganisation überhaupt euer Förderthema? Fallen die Zielgruppen, mit denen der Fördergeber arbeitet, mit euren Zielgruppen zusammen? Das ist ja noch mal eine andere Ebene. Wenn ein Fördermittelgeber im Bereich Bildung arbeitet, heißt das ja noch nicht zwangsläufig, dass er z.B. auch Lehrer unterstützen würde oder Lehrerinnen, die ihr ausbilden wollt, sondern vielleicht nur mit den Kindern arbeitet. Also passen auch die Zielgruppen? Das ist noch eine weitere Frage, die geklärt sein muss. Vielleicht kann das Projekt ja auch aus einem anderen Winkel betrachtet werden, eben diesen Diamant, den man aus den verschiedenen Winkeln anschauen kann, um zu gucken, ob das Ganze zusammenpasst. Das ist die erste Frage, die natürlich ein ganz eindeutiges "Ja" bekommen muss. Wenn es hier, wenn alles passt und die Zielgruppe vielleicht nicht so ganz passt, dann ist das eine gute Frage, um ins Netzwerken einzusteigen und vielleicht die Stiftung anzurufen und zu sagen: "Hier, ich habe das gelesen und ich habe das Gefühl, wir passen total gut zusammen, aber in euren Förderbedingungen steht das und das und das passt bei uns nicht 100 %." Das ist eine gute, sinnvolle Frage. Stiftungen berichten immer wieder, dass ihnen das gut gefällt, wenn dieser Anruf kommt vor dem Antrag. Denn eine Stiftung möchte natürlich auch keinen Antrag bekommen, der sofort in den Mülleimer wandert, weil etwas nicht passt.
Es gibt nicht so viele Daten dazu, aber wir haben Schätzungen, die wir aus unserer Erfahrung mitbringen, dass auch in Deutschland teilweise 30 % der Anträge scheitern, weil so formale Kriterien, wie das richtige Bundesland oder so, nicht eingehalten sind. Ich habe eine persönliche Erfahrung, wo ich mit einem Kollegen, das war ein internationales Projekt, für einen großen Geber, mit dem wir uns die Anträge angeschaut haben, und da stand eben ganz groß in den Bedingungen drin: "Es können sich Projekte aus allen asiatischen Ländern bewerben oder Südostasien, aber nicht aus Indien." Wir hatten am Ende wirklich 50 % Bewerbungen aus Indien, weil Menschen manchmal denken: "Das passt schon, ich, es geht nicht so ganz, aber eigentlich müsste das doch." Dann versucht man, aber das ist eben vergebene Liebesmühe. Das ist Zeit, die ihr verschwendet und die ihr eigentlich nicht habt, und auch Zeit des Gebers, des potenziellen Fördermittelgebers, die verschwendet wird. Das kommt nicht gut an. Deswegen sollten diese Fragen immer ein eindeutiges "Ja" sein.
Ja, der Ort. Da hatte ich gerade schon das Beispiel: Wo findet euer Projekt statt? Wo ist eure Organisation registriert? Das ist doch häufig auch sehr wichtig, dass z.B. Lotterien, die auf Bundeslandebene fördern, auch nur fördern können, wenn ihr auch da registriert seid. Das muss vorher geklärt werden. Welche Skala hat euer Projekt? Ist das lokal, regional, national, international? Und ist das das, was der Fördermittelgeber unterstützen möchte? Gibt es vielleicht eine Partnerorganisation in dem anderen Land, wenn ihr international arbeitet, die dann wieder passt? Also passt der Ort, so simpel wie das klingt? Jedes Mal, wenn ich Schulungen mache, auch wenn ich Classroom-Training habe und die Leute sitzen vor mir, dann sehe ich immer in den Augen, dass die Leute denken: "Oh, das ist doch so simpel, natürlich gucke ich da zuerst drauf." Aber wie gesagt, wenn man mal am anderen Ende ist und sich die ganzen Anträge anschaut, die eingehen, merkt man, dass da doch einiges schiefgeht. Deswegen ist das eine dieser Fragen, die auf jeden Fall auf eine Checkliste mit "Ja" beantwortet werden muss, bevor es zum nächsten Stadium geht und man den Antrag stellt. Ach, jetzt war ich zu schnell. Passt die Organisationsform? Auch das ist unglaublich wichtig. Denn viele Fördermittelgeber haben eben Bedingungen, dass z.B. nur e.V.s, also allgemein erstmal nur gemeinnützig, das ist ja sehr häufig. Es gibt aber natürlich auch Fördermittelgeber, die auch Initiativen unterstützen oder auch Unternehmen unterstützen oder Einzelpersonen, sogar in Einzelfallhilfe. Aber andere tun das eben nicht. Passt eure Organisationsform dazu? Auch da muss es ein "Ja" heißen. Denn wenn das nicht der Fall ist, ist das ein formales Kriterium, und man fällt sofort raus. Wenn ihr registriert seid als e.V., dann ist man meistens im Topf. Eine gGmbH kann schon manchmal anders aussehen. Wie gesagt, wenn es Einzelpersonen sind oder sogar Unternehmen, das fördern natürlich nicht alle, und da muss vorher abgeklärt werden, ob das funktionieren kann. Auch welche Unterlagen werden benötigt? Der Freistellungsbescheid, der Klassiker. Wenn der aber nicht aktuell ist und nicht beigebracht werden kann, dann kann das zu Problemen führen.
Wie muss der Vorstand aussehen? Auch da gibt es bestimmte Regelungen, dass einige Organisationen nur unterstützen, wenn z.B. die Geschäftsführung eindeutig vom Vorstand getrennt ist und sich da nichts vermischt, einfach um die Kompetenzen klar zu klären und auch sicherzustellen, dass es ein unabhängiges Kontrollgremium gibt. Das sind diese formalen Kriterien der Organisationsform, die passen müssen. Denn die werden sonst hart ausgeschlossen. Hier eben nachzufragen, sich genau zu vergewissern: Passt das denn eigentlich, was wir hier zu bieten haben, bevor man überhaupt die Arbeit investiert, einen Antrag zu stellen, ist unglaublich wichtig. Das finde ich auch ein Bereich, über den man sich Gedanken machen sollte. Passen die Werte und die Mission zusammen? Mission sowieso, weil man muss ja zusammengehen, aber eben auch passen eure Werte zu den Werten dieser Organisation, die eventuell das Geld gibt? Denn es geht ja nicht nur um das Geld, es geht um eine Partnerschaft. Mit einer Stiftung, einem Geber, seid ihr verbunden. Das ist etwas, was dann in eurer Biografie steht als Verein sozusagen. Und ist das etwas, was ihr wollt oder nicht? Meistens wird das der Fall sein. Die meisten Stiftungen, denke ich, haben ja jetzt oder die meisten Fördermittelgeber, da gibt es keine Werte, die da nicht zusammenpassen. Aber z.B. kann man sich überlegen und ich weiß, dass es da viele Organisationen auch Regelungen haben: Würde man z.B. Geld annehmen wollen von einer Stiftung, die vielleicht aus dem Energiebereich finanziert wird, wenn man im Umweltschutz arbeitet? Oder würde man vielleicht Geld annehmen wollen von einer Sozialstiftung, wenn man im Suchtbereich arbeitet? Denn eine Sozialstiftung, Entschuldigung, eine Soziallotterie, weil das eben Lotteriegelder sind, und wenn man im Suchtbereich arbeitet, dann ist das etwas, was sich vielleicht beißt. Also solche Regelungen für sich selbst zu haben, ist wichtig. Dann eben auch hier zu schauen: Passt das zusammen? Ist das ein Förderer, der zu uns passt, auch von den Werten? Und das auch nur dann weiterzuführen, wenn es das tut. Ich habe selber schon ein paar Mal Partnerschaften verfolgt, als Verein Geld angenommen und hatte von Anfang an nicht so ein gutes Gefühl. Das ist auch selten gut geendet. Man sollte dem auch durchaus trauen. Natürlich fühlt sich das manchmal so an, als wäre man als Verein nicht in dieser Position, diese Ansprüche stellen zu können, weil man möchte ja Geld. Aber gleichzeitig geht es ja auch um ein partnerschaftliches Verhältnis. Wenn man das Gefühl hat, das passt nicht, dann hat das meistens ja auch einen Grund.
Passen die Aktivitäten und Strategien? Auch das muss abgeklärt werden. Das bedeutet z.B. ich weiß nicht, ob irgendjemand von euch schon mal versucht hat, ein Bauprojekt zu finanzieren und dann ganz schnell gemerkt hat, dass es viel schwerer ist als viele andere Projekte. Das ist der Klassiker: Laufende Kosten, Verwaltungskosten. Viele Fördermittelgeber schließen das aus. Wenn ihr genau dafür Geld sucht, dann sind die eben kein guter Partner für euch. Die Realität sieht natürlich so aus, dass viele das nicht tun, aber dann muss man eben vielleicht einfach weitersuchen, bis man einen findet, der genau das fördert, was ihr braucht und nicht daran vorbeifördert. Denn wenn ihr etwas bauen wollt, dann braucht ihr ja nur mal Geld dafür. Dann hilft euch das nicht, wenn ihr großartig mit einem potenziellen Geber netzwerkt, der schon von Anfang an im Prinzip gesagt hat: "Na ja, aber euren Bau finanziere ich nicht. Ich würde da ein Projekt in eurem Bau finanzieren, aber mehr auch nicht." Das gilt natürlich für die Aktivitäten, aber auch für die Strategien, also die Art und Weise, wie ihr diese Aktivitäten ausführen wollt. Passt das zusammen?
Der Betrag: Kann dieser Geber euch den Betrag geben, den ihr braucht, oder einen sinnvollen Betrag, mit dem ihr weiterkommen könnt? Irgendwie ein Stückwerk oder so. Aber auch andersrum: Wenn ihr 1.000 € sucht und der Geber sagt, aber er möchte gerne 100.000 € geben, passt das auch nicht zusammen. Denn wenn ein Geber schon auf der Homepage oder wo auch immer schreibt: "Wir geben gerne 100.000 € pro Projekt", dann lassen die sich nicht darauf ein, nur 10.000 € zu geben. Denn sie haben aus gutem Grund diesen Betrag ausgewählt, und diese Verwaltungsarbeit machen sie wahrscheinlich dann nicht oder nicht können, oder wie auch immer. Also der Betrag muss passen. Die Kostenarten müssen passen. Wenn ihr viel Personal habt, z.B. einige schließen das aus, das muss zusammenpassen. Und der Eigenanteil muss passen. Wenn ein Fördermittelgeber einen sehr hohen Eigenanteil verlangt, dann müsst ihr den eben beibringen und dann müsst ihr euch vorher überlegen: "Wie können wir das und passt das?" Manchmal schließen sich dann eben bestimmte Geber wieder aus. Und die Zeitplanung natürlich auch: Wie lange geht euer Projekt? Fördert der Förderer so lange? Wann soll das anfangen? Ich habe jetzt noch mal in der Recherche z.B. Organisationen gefunden, da hätte man sich im letzten Dezember für Projekte bewerben müssen, die Ende 2026 anfangen. Das ist natürlich ein unglaublicher Vorlauf, und das können viele Projekte so nicht machen. Diese Förderer fallen dann schon wieder raus. Das Enddatum natürlich auch. Manchmal muss das Ganze im Haushaltsjahr abgeschlossen werden, vor allem bei öffentlichen Förderern, die mit dem Haushalt dann auch zu tun haben. Auch das muss passen. Das muss der perfekte Fit sein. Ich habe euch dafür so eine Checkliste zusammengestellt, genau mit diesen Fragen, und da sollte auch wirklich ein "Ja" für jede Frage herauskommen. Wenn es vielleicht ein "Nein" ist, dann ist das der Ansatzpunkt, nachzufragen. Ihr solltet aber auf jeden Fall klären, ob all diese Kriterien erfüllt sind, damit es ein guter Partner für euch sein kann, bevor ihr euch an den Antrag setzt und diese Arbeit investiert. Wenn die Informationen nicht zu finden sind, unklar sind oder wenn ihr das Gefühl habt, da könnte doch etwas gehen, dann ist das eine gute Möglichkeit, ein Gespräch zu führen. Aber sich drüber hinwegzusetzen, funktioniert so gut wie nie. Das sollten wir eben auch nicht machen. Wo finden wir diese Informationen? Auf der Website, z.B. in Datenbanken. Auch das funktioniert häufig, dass das dann da schon steht in den Ausschreibungsunterlagen, die man sich genau durchlesen kann. Kann Veröffentlichung in Gesprächen und nachfragen, und das ist eigentlich die wertvollste Quelle. Diese persönlichen Gespräche, denn vor allem im persönlichen Gespräch, auch jemand, der bei einer Stiftung arbeitet, gibt häufig noch mal den persönlichen Tipp und den persönlichen Hinweis darauf, was dann noch so besondere Tipps sind und was noch besondere Hinweise sind, damit der Antrag gut wird. Das wird häufig ja nicht schriftlich gemacht, sondern dann aber eben am Telefon. Da bekommt man die ganz besonderen Informationen, die hilfreich sind und die den Antrag dann auch später perfekt machen. Die Recherche ist eben nicht nur das Recherchieren von Namen, sondern auch das Recherchieren von all diesen weiteren Hintergrundinformationen. Denn wenn ihr das alles recherchiert und genau verstanden habt, was der Förderer fördern möchte und wie ihr da reinpasst, dann gibt euch das ja schon unglaublich viel Information dazu, wie ihr später auch den Antrag schreiben könnt. Denn um diese ganzen Fragen richtig beantworten zu können, müsst ihr ein tiefes Verständnis davon erlangen, wie dieser Geber funktioniert, wie sie gerne ihre Wirkung entfalten möchten, und könnt auch dann das natürlich gut bedienen. All das liefert Information. Ich finde das englische Wort da sehr schön: Man kann natürlich sagen "You do research", aber man kann auch sagen "You collect intelligence". Und das ist es, finde ich, für mich in all diesen Gesprächen, in all diesem Nachhaken, in dieser Recherche sammelt man ja weitere Insider-Informationen über den Geber, über die Organisation, die man dann später umsetzen kann in dieses ganz besondere im Antrag.
Wie kann man die Recherche organisieren? Da gibt's ganz viele verschiedene Möglichkeiten. Aber ganz ehrlich, auch für die großen Organisationen, wie gesagt, auch noch für UNICEF und andere UN-Organisationen, mit denen ich zusammengearbeitet habe, haben wir mit einer Excel-Liste am Ende gearbeitet, wenigstens für den ersten Schritt. Wenn ihr ein CMS-System habt, das kann eine Lösung sein, hier Stiftungen sozusagen als Kontakte anzulegen. Aber die meisten Organisationen, die nicht so groß sind, haben das natürlich nicht. Dann kann auch eine Excel-Liste einfach mit den Rechercheergebnissen ein sehr guter Start sein. In meinen Excel-Listen, die ich selber nutze für die Vereine, mit denen ich arbeite und auch in denen ich selber aktiv bin, die kann man ja selber ergänzen, wie man möchte. Da starte ich mit dem Namen, schreibe die Webseite dazu, den Programmnamen und eine Kurzbeschreibung. Das ist meistens so die Grobrecherche. Im nächsten Schritt, wenn ich in die Feinauswahl gehe, gehe ich eben diese ganzen Fragen durch, die wir vorhin besprochen haben. Fülle ich die örtliche Eingrenzung aus? Finde ich heraus, idealerweise, wie das Finanzvolumen ist, wie gefördert wird? Das schreibe ich auf, schreibe ich mit in die Tabelle, die Förderkriterien, was genau man befolgen muss, um überhaupt eine Bewerbung schreiben zu können, die Antragsinformationen kommen in eine Zeile. Fristen kommen in eine Zeile, sodass man weiß: "Okay, wann muss ich denn hier was tun? Wann muss ich aktiv werden?" Weitere Anmerkungen, das sind all diese Zusatzinformationen, die man eben im Prozess sammelt, wenn man z.B. telefoniert hat. Was haben die mir gesagt? Was ist besonders wichtig? Worauf soll ich achten? Und auch die Erfolgsaussichten. Wenn man dann das Gefühl hat: "Okay, ich glaube, diese Stiftung passt wirklich perfekt zu uns", dann wäre das ja genau die Stiftung, bei der wir den ersten Antrag stellen sollten. Ich habe so ein System mit grün, gelb und rot, also wirklich ein Ampelsystem, wo ich jede Stiftung, die ich finde, die auf den ersten Blick so wirkt, als könnte sie ein guter Partner sein, in meine Tabelle eintrage. Und in der Feinauswahl finde ich dann heraus: "Sind die super fit?" Dann markiere ich mir das grün. Sind die "na ja, so geht so", dann gelb. Und wenn sie kein Fit sind, also nicht passend sind, dann markiere ich mir das rot. Aber ich lösche sie eben auch nicht raus, damit ich nicht, wenn ich die Tabelle aktualisiere, in sechs Monaten die gleiche Recherche noch einmal mache. Denn das passiert sonst. Man findet sehr schnell, man kann sich einfach nicht alles merken, vor allem, wenn man das so häufig durchgeht. Diese Tabelle könnt ihr euch alle anlegen oder in welcher Form auch immer und eben mit den Feldern ergänzen, die für euch notwendig sind und von denen ihr merkt, dass sie sinnvoll sind. Das ist dann eine Form der eigenen Fördermitteldatenbank, die man sich anlegen kann, wo man aber eben auch notieren kann, was für eine Art von Kontakt man hatte. Hat man eine E-Mail geschrieben? Hat man einen Antrag gestellt? War der erfolgreich? Ja oder nein? Um das Ganze festzuhalten und für die nächste Recherche auch weiter nutzen zu können.
Damit komme ich auch zum Ende. Was sind dann die nächsten Schritte? Man hat so eine Tabelle angelegt, ihr habt ein paar gute Förderer gefunden. Dann sollte natürlich auch bei diesen zwei bis drei perfekten Förderern, die man hoffentlich identifiziert hat, ein Antrag gestellt werden. Man geht weiter und geht weiter durch den Prozess, stellt den Antrag. Mit den ganzen Tipps, die Malena euch gestern gegeben hat, im Idealfall, weil der Förderer schon so perfekt zu euch passt, ist der Antrag dann auch erfolgreich. Gleichzeitig habt ihr aber auch eine Liste mit weiteren potenziellen Förderern. Das heißt, wenn der Antrag abgelehnt wird, könnt ihr zurückgehen zu eurer Liste und sagen: "Okay, dann versuche ich bei Nummer zwei oder drei." Es ist natürlich am besten, nicht immer nur einen potenziellen Förderer gleichzeitig anzuschreiben, sondern vielleicht eben zwei oder drei. So hat man mehrere Chancen. Aber grundsätzlich gilt es, diese Liste ein bisschen abzuarbeiten und zu schauen: "Okay, ich fange bei demjenigen an, der am besten passt, und dann arbeite ich mich runter." Oder bei demjenigen, der die nächste Frist hat, wenn ihr mehrere grün markierte habt, um zu schauen, wie man das abarbeiten kann.
Insgesamt gilt es natürlich, auf dem neuesten Stand zu bleiben, die Recherche regelmäßig zu aktualisieren, alle sechs Monate, jedes Jahr, in wie viel Zeit ihr auch investieren könnt, wie viel Zeit ihr in eurer Stelle oder in eurem Ehrenamt dafür einsetzen könnt oder wie viele Projekte ihr durchführen möchtet, wie die Notwendigkeit ist. Nutzt die Ergebnisse eben für die nächsten Schritte. Auch wenn ihr anfangt zu netzwerken, versucht zu nutzen, was ihr schon herausgefunden habt, und die Tabelle zu ergänzen. Ergänzt die Tabelle laufend mit allem, was ihr weiter im Prozess herausfindet, bevor ihr dann am Ende zum Antrag kommt und den stellen könnt.