Ich möchte Sie auch von meiner Seite her ganz herzlich begrüßen und freue mich, heute Ihnen das Thema Kultur in Thüringen auch ein Stück näher zu bringen.
Was haben wir heute vor? Wir werden wirklich eine kurze, aber dafür sehr intensive Einführung in das Thema Corporate Volunteering vornehmen. Dazu möchte ich Ihnen zeigen, ja, was Corporate Volunteering im Kontext von Unternehmensführung und Unternehmensengagement bedeutet. Wir werden uns die Nutzungsdimensionen von Corporate Volunteering anschauen. Dann werden wir uns anschauen, welche Corporate Volunteering Formate es gibt, wie man Corporate Volunteering Projekte gut managt, welche formalen Rahmenbedingungen dafür erforderlich sind und ganz am Ende auch noch auf ein paar Punkte eingehen, die zu beachten sind, um wirklich erfolgreiche Corporate Volunteering Projekte umzusetzen, egal ob im kleinen oder auch im größeren Rahmen.
Bevor ich in das Thema einsteige, möchte ich noch kurz etwas zu UPJ sagen, nämlich wer wir sind und was wir auch machen. UPJ ist ein bundesweites Netzwerk zur Förderung des Engagements von Unternehmen im Gemeinwesen und verantwortlicher Unternehmensführung. Wir sind seit 1996 aktiv in diesem Feld und unser Ziel ist es, Verbindungen zwischen Unternehmen mit Non-Profit-Organisationen und Verwaltungen, also sprich großsektorale Kooperationen, anzuregen, weil wir davon überzeugt sind, dass nur in der Zusammenarbeit die Lösung gesellschaftlicher Herausforderungen gemeistert werden können.
Und im Netzwerk wirken zum einen große und mittelständische Unternehmen mit, die zum einen ihre eigene Praxis verbessern wollen, die aber auch ein Interesse daran haben, die Entwicklungen in diesem Feld insgesamt voranzubringen. Aber auch regionale gemeinnützige Mittlerorganisationen, das sind eigenständige Organisationen wie zum Beispiel Freiwilligenagenturen, Bürgerstiftungen, aber auch kommunale Stellen, die als Ergänzung zu ihrer sonstigen gemeinwesenbezogenen Arbeit auch praktische Vermittlungsarbeit machen und Ansprechpartner sind für Unternehmen, die passende Partner für ihr Engagement an ihren Standorten suchen oder auch eigene Formate zur Förderung von Unternehmenskooperationen durchführen, wie zum Beispiel die Marktplätze für gute Geschäfte, lokale Aktionstage und so weiter.
Das Wissen aus unserer Vernetzungsarbeit stellen wir vor allen Dingen über unsere Website zur Verfügung. Wir haben aber auch Leitfäden für die Praxis und dafür auch Fachveranstaltungen durchzuführen zu verschiedenen Themen: Unternehmenskooperationen, Corporate Volunteering und so weiter. Ein weiterer Schwerpunkt unserer Arbeit ist es, auch Beratung durchzuführen, aber auch eigene Projekte mitentwickeln und erproben.
Und bevor ich jetzt weiter in das Thema einsteige, möchte ich kurz auf den Begriff Corporate Volunteering eingehen. Manche von Ihnen werden den Begriff vielleicht schon einmal gehört haben. Einige von Ihnen haben vielleicht auch schon Corporate Volunteering Projekte durchgeführt und umgesetzt. Dennoch lohnt sich aus meiner Sicht an dieser Stelle noch einmal gemeinsam auf den Begriff zu schauen, um genau zu wissen, was wir meinen, wenn wir von Corporate Volunteering sprechen.
Corporate Volunteering wird in der Literatur überwiegend mit betrieblichen Freiwilligenprogrammen oder der Förderung des Mitarbeiterengagements übersetzt und bezeichnet ganz konkret das gesellschaftliche Engagement von Mitarbeiterinnen, deren freiwilliger Einsatz – das betone ich hier ganz speziell – während oder außerhalb der Arbeitszeit vom Unternehmen gefördert beziehungsweise unterstützt wird. Oft synonym verwendet wird auch der Begriff Employee Volunteering, falls Sie den schon mal gehört haben. Das Konzept des Corporate Volunteering hat seine Wurzeln in den USA und verbreitete sich Ende des 20. Jahrhunderts auch in Westeuropa.
Und wenn wir auf Unternehmensengagement im Corporate Volunteering, insbesondere in Deutschland, schauen, dann stellen wir fest, dass sich die Rolle von Unternehmen in den letzten Jahren hier ganz stark verändert. Die Nachhaltigkeitsbemühungen von Unternehmen, aber auch für andere Sprung um ein Wesen, sind viel strategischer und auch ambitionierter geworden. Basis für das zu beobachtende gesteigerte Engagement ist die Überzeugung, dass Unternehmen nur in einem funktionierenden Gemeinwesen noch langfristig gute Geschäfte machen können und dass die Gestaltung der Bedingungen im Umfeld, wie zum Beispiel Bildung, sozialer Zusammenhalt, aber auch die demografische Entwicklung, soziale und kulturelle Infrastruktur, wie auch eine intakte Umwelt, Klima, eine wichtige Rolle für die Unternehmensentwicklung spielt.
Und Unternehmen können wirklich ganz gezielt auf diese beispielhaft genannten Themen mit gesellschaftlichem Engagement Einfluss nehmen und in diesem Kontext ist Corporate Volunteering auch als Instrument einem Corporate Citizenship Baukasten zu verstehen, umgesetzt gesamtgesellschaftliche Aufgaben und Herausforderungen zu bearbeiten. Zum anderen ist Corporate Volunteering aber auch ein Bestandteil eines sehr viel breiteren Managementkonzepts gesellschaftlicher Verantwortung, das auf den Beitrag von Unternehmen zu einer nachhaltigen Entwicklung abzielt. Und die folgende Abbildung, die ich Ihnen zeige, macht das vielleicht auch noch mal ganz gut deutlich.
Fällt wird Corporate Volunteering als Bestandteil einer strategischen Ausrichtung gesellschaftlicher Verantwortung von Unternehmen verstanden, auch übertitelt mit Corporate Social Responsibility. Ein Wort, was nicht ganz leicht über die Lippen geht, deswegen auch kurz abgekürzt wird CSR und meint hier die soziale, ökologische, aber auch ökonomische Verantwortung von Unternehmen in allen Bereichen der Unternehmenstätigkeit, also angefangen bei der eigentlichen Wertschöpfung bis hin zu den Austauschbeziehungen mit Beschäftigten, aber auch mit Kunden und auch dem Gemeinwesen.
In der Praxis wird CSR ja in vier zentralen Handlungsfeldern bearbeitet und gestaltet: hier der Markt, die Umwelt, der Arbeitsplatz und das Gemeinwesen. Und wenn wir in unserem speziellen Fall auf das Gemeinwesen schauen, handelt ein Unternehmen gegenüber dem Gemeinwesen verantwortlich, wenn es zum Beispiel das freiwillige Engagement seiner Beschäftigten fördert, sprich Corporate Volunteering, aber auch Aufträge an soziale Organisationen vergibt oder gemeinnützige Organisationen auch mit einer Spende unterstützt. Und in diesem Sinne wird CSR auch als Beitrag von Unternehmen für eine nachhaltige Entwicklung verstanden, der gleichzeitig auch den langfristigen Erfolg des Unternehmens sichert.
Bezogen auf Corporate Volunteering bedeutet das, dass Unternehmen und ihr gesellschaftliches Engagement an den Belangen ihrer Stakeholder, aber auch weiteren Umfeldes ausgerichtet ist, aber auch in der Regel wirklich einen klaren Business Case verfolgt, der die Unternehmensentwicklung als Ganzes befördert, also sei es zum Beispiel im Bereich der Personalarbeit, der Unternehmenskultur oder des Reputationsmanagements. Dieser sogenannte Business Case, den man eben auch oft in der Literatur findet, ist durchaus legitim und auch wünschenswert, solange er im Gleichgewicht auch eng mit den anderen Zielen bleibt, nämlich eine gesellschaftliche Herausforderung zu bearbeiten, dem sogenannten Social Case.
Corporate Volunteering hat sich in diesem Kontext ja gut etabliert und entwickelt sich weiter dynamisch. Ich hatte schon erwähnt, viele verschiedene Untersuchungen haben ergeben, dass die quantitative Entwicklung von Corporate Volunteering Unternehmen zugenommen hat und auch zukünftig ist anzunehmen, dass die Beteiligung der Mitarbeitenden Unternehmen an Corporate Volunteering Aktivitäten gesteigert wird.
Warum ist Corporate Volunteering so populär? Kann man sich fragen, warum ist mit einer Zunahme von Engagement zu erwarten? Und die Frage ist aus meiner Sicht leicht zu beantworten, denn man ja mal die verschiedenen Nutzungsdimensionen von Corporate Volunteering anschaut. Alle beteiligten Akteure, nämlich das Unternehmen, die Beschäftigten, aber auch die Gesellschaft und die gemeinnützige Organisation, insgesamt ziehen einen Vorteil aus dieser Form der Zusammenarbeit. Man spricht ja auch oft von einem Triple Win.
Und wenn wir auf das Unternehmen insgesamt schauen, wird mit Corporate Volunteering auch immer eine stärkere Wirkung auf die Bindung der Mitarbeiterinnen ans Unternehmen gesehen. Die Mitarbeiterinnen sind stolz auf ihr Unternehmen, das sich engagiert und das stärkt zum einen die Identität der Mitarbeiterinnen mit dem Arbeitgeber, aber auch gehen die Mitarbeiter viel motivierter an ihrer Arbeit. Gleichsam wird das Unternehmen auch als engagierte Akteurin in der Region wahrgenommen, als verantwortungsvoller Arbeitgeber und ja, das wird gerade bei Nachwuchskräften und den sogenannten High Potentials immer wichtiger oder spielt eine höhere Relevanz, gerade wenn es darum geht, sich ja für einen Arbeitgeber, für ein Unternehmen entscheiden zu müssen.
Darüber hinaus kann über Corporate Volunteering auch die Werte des Unternehmens transportiert werden. Das finde ich auch ein schöner Punkt, da zumeist Corporate Volunteering auch bei Teamaktionen auf Hierarchie- und Abteilungsübergreifend sich engagiert wird, steckt es in sehr gut die Unternehmenskultur und vor allen Dingen auch das Gemeinschaftsgefühl.
Für die Mitarbeiterinnen bietet Corporate Volunteering vor allen Dingen eine sinnstiftende und herausfordernde Abwechslung zu ihrem Arbeitsalltag. Auch hier zahlt Corporate Volunteering auf die Erwartungen der nachwachsenden Generation ein, wirklich auch eine Sinnhaftigkeit im Job zu erfahren. Außerdem bietet Corporate Volunteering auch den berühmten Blick über den Tellerrand und gleichzeitig eine Förderung der sozialen, aber auch personalen Kompetenzen von Unternehmensmitarbeiterinnen. Man kann hier vielfach beobachten, dass Corporate Volunteering einen Kompass stattfinden Einfluss hat im Hinblick auf verschiedene Handlungskompetenzen, aber auch Fertigkeiten der Mitarbeiterinnen.
Die Flexibilität wird gefördert, verschiedene Kommunikationsfähigkeiten, die Kreativität, aber auch Problemlösungskompetenzen. Gleiches kann man ja auch beim Engagement feststellen und nicht selten ist Corporate Volunteering für Mitarbeiter auch der erste Berührungspunkt mit Engagement und regt zu weiteren Aktivitäten an. Das finde ich total interessant. Corporate Volunteering hat also eine fördernde Wirkung der Engagementkultur und das konnte auch mit einer Studie belegt werden. Hier wurde in mehrfacher Hinsicht festgestellt, dass Corporate Volunteering durchaus ein Vertriebsweg für bürgerschaftliches Engagement darstellt.
Und mit diesem Punkt kann ich eigentlich auch ganz gut jetzt auf die Nutzungsdimension für die Gesellschaft und die gemeinnützige Organisation überleiten, weil sie quasi durch Corporate Volunteering Maßnahmen nicht nur neue Ressourcen und Kompetenzen und auch neue Ehrenamtliche gewinnen, mit deren Hilfe sich eben auch konkrete Ziele und Aufgaben realisieren können. Mit Corporate Volunteering können Sie auch die Sichtbarkeit für ihre Themen und Herausforderungen erhöhen. Ich denke, dass mit der Gruppe der Unternehmensmitarbeiterinnen Sie einfach nur einen ganz anderen Zugang zu einer Zielgruppe haben an Menschen, die Sie ohne dem vielleicht gar nicht erreichen können. Sie können ihren Bekanntheitsgrad steigern und auch für Sprecherinnen gewinnen.
Und darüber hinaus kann Corporate Volunteering auch die Professionalisierung ihrer Organisation verbessern. Sie können neue Angebote für Adressaten generieren. Darauf werde ich dann noch an anderer Stelle ausführlich eingehen, wenn es um die Formate geht. Ihre Zielgruppe erhält über Corporate Volunteering mehr Zuwendung. Das ist, glaube ich, auch total plausibel, denn durchgeführt wurden werden persönliche Begegnungen möglich und ihr Klientel erfährt viel mehr Aufmerksamkeit, was letztlich auch eine höhere Lebensqualität für sie bedeutet.
Darüber hinaus wird immer wieder von Non-Profit-Organisationen genannt, dass ihre Beschäftigten, aber auch ihre Ehrenamtlichen über solche Aktionen sehr viel Wertschätzung für ihre Arbeit erfahren, weil das durch das Feedback der Unternehmensmitarbeiterin direkt an sie weitergegeben wird. Und nicht zuletzt eröffnet Corporate Volunteering auch ganz viele Lernmöglichkeiten für ihre Organisation, denn indem sie sich als Organisation öffnen, können Mitarbeiterinnen neue Sichtweisen auf interne Prozesse und Abläufe geben und das ist, glaube ich, sehr, sehr wertvoll auch für die Organisation.
Neben der Frage, warum sich Unternehmen mit ihren Mitarbeitern engagieren, werden wir oft von gemeinnützigen Organisationen gefragt, wie das mit dem Engagement in Unternehmen eigentlich implementiert ist. Und darauf antworten wir, dass es in vielen Fällen so ist, dass Unternehmen das Engagement der Mitarbeiter in der Freizeit fördern. Hier gibt das Unternehmen in der Regel auch Geld für die Projekte, für die sich die Mitarbeiter engagieren. Oft führen Unternehmen Engagementwettbewerbe durch, bei denen sich Mitarbeiterinnen mit ihren Projekten, in denen sie sich engagieren, bewerben und wenn die Projekte dann auch bestimmte Kriterien erfüllen, dann erhalten sie von Unternehmen einen gewissen Förderbeitrag.
Ergänzend dazu haben Unternehmen aber auch eigene Corporate Volunteering Programme und Projekte, in der Regel auch zu ganz bestimmten Themen, in denen sich Mitarbeitende unterjährig engagieren könnten. So genannter Klassiker bei den Engagementangeboten sind die Social Days. Vielleicht hat der eine oder andere von Ihnen schon davon gehört. Bei den Social Days können sich Mitarbeitende in Teams einen Tag lang in gemeinnützigen Organisationen engagieren. Aber auch gängig sind solche Formate wie die Entsendung von Mitarbeiterinnen, zum Beispiel in Form von sozialen Praktika, Secondments oder Social Sabbaticals. Gerade in größeren Unternehmen bieten das die Freiwilligenkoordinatoren dort für Mitarbeitende an und das ist auch mit einer besonderen Auszeichnung verbunden für die Mitarbeiterin.
Unternehmen nehmen oft auch an Formaten teil, die von Dritten, also in der Regel von regionalen Mittlern für Unternehmenskooperationen, initiiert werden, teil, wie zum Beispiel an den Marktplätzen, die ich schon genannt habe, auch an lokalen Aktionstagen oder regionalen Freiwilligentagen. Und darüber hinaus haben zahlreiche Unternehmen aber auch sogenannte Disaster Response Programme, bei denen speziell geschulte und vorbereitete Mitarbeiterinnen in Katastrophengebiete entsandt werden, um dort humanitäre, logistische oder auch technische Hilfe zu leisten.
In der Verbindung mit der Frage, wie das Engagement organisiert ist, steht oft auch die Frage, ob die Mitarbeiterinnen freigestellt werden oder wie das Ganze überhaupt funktioniert. Und UPJ hat 2018 eine Studie durchgeführt und da 60 mittelständische und größere Unternehmen zu ihrer CV-Praxis gefragt und auch die Frage gestellt, wann das Engagement der Mitarbeitenden stattfindet. Und interessant war dabei, dass wirklich bei mehr als drei Viertel der befragten Unternehmen Corporate Volunteering sowohl in der vergüteten Arbeitszeit als auch in der Freizeit der Mitarbeitenden stattfindet.
Wenn man sich mal die orangefarbenen Prozentangaben und Tortenstücke anschaut, wird deutlich, dass die Anzahl der Unternehmen, bei denen Corporate Volunteering ausschließlich oder überwiegend in der Arbeitszeit erfolgt, ja hier überwiegt. Lediglich bei einem Unternehmen findet Corporate Volunteering ausschließlich in der Freizeit statt. In der Mischung aus Engagement in der Arbeitszeit und der Unterstützung von Engagement in der Freizeit ist ja ein Trend zu erkennen, der sich nach der bisherigen Erfahrung so vor einigen Jahren noch nicht abgezeichnet hat. Und bei vielen der Unternehmen, bei denen Corporate Volunteering teilweise oder ausschließlich in der Arbeitszeit stattfindet, gibt es für das Engagement der Mitarbeitenden auch jetzt eine formalisierte Freistellungsregelung. Und die legt fest, in welchem Umfang sich die Mitarbeitenden an CV-Aktivitäten während ihrer Arbeitszeit teilnehmen können. Im Mittel stehen den Mitarbeitenden hochgerechnet 1,9 Tage zur Verfügung. Die niedrigste Angabe oder der niedrigste Wert liegt hier bei etwas mehr als einem halben Tag und die umfangreichste Freistellungsregelung liegt bei etwa sechs Tagen pro Jahr. Das ist schon richtig viel, wie ich finde.
Interessant ist auch, gerade wenn man überlegt, an wen man sich wendet, wenn man Corporate Volunteering mit einem Unternehmen durchführen möchte, wo das Corporate Volunteering auch verankert ist. In den meisten Fällen ist es Corporate Volunteering in der CSR- oder Nachhaltigkeitsabteilung angesiedelt. Und wenn die Ziele für Corporate Volunteering eher mitarbeiterrelevant sind, kann es auch sein, dass Corporate Volunteering in der Personalabteilung angesiedelt ist. Und in einigen Unternehmen ist auch zu beobachten, dass Corporate Volunteering in der Unternehmenskommunikation verankert ist. Genau, wenn CV strategisch im Unternehmen richtig aufgesetzt wird, bedeutet das auch oder ist es wichtig, dass alle diese genannten Bereiche des Unternehmens bei der Zielsetzung, aber auch Maßnahmenplanung von Corporate Volunteering mit einbezogen werden.
So, jetzt haben Sie ansatzweise erfahren, ja, wie Corporate Volunteering bei Unternehmen implementiert ist. Nun wollen wir uns noch anschauen, welche Formate des Corporate Volunteering es gibt und dabei richten wir unseren Fokus bewusst auf die Perspektive der gemeinnützigen Organisation, denn der Ausgangspunkt des Mitarbeiterengagements sollen immer auch die Ziele der gemeinnützigen Organisation und der Mehrwert auch für die Gesellschaft bilden, sprich also dem Social Case.
In der Praxis herausgebildet haben sich drei nach ihren Zielsetzungen unterschiedliche Formen von Mitarbeiterengagement. Zum einen die Aktivprojekte oder hier Hands-on-Projekte. Die zielen darauf ab, dass Mitarbeitende gemeinnützige Organisationen vor allem mit ihrer Zeit, aber auch mit Man- und Womenpower unterstützen. Besondere fachliche Kompetenzen sind ja gar nicht erforderlich. Es geht hier vor allem darum, tatkräftig zu unterstützen. Und angesichts knapper Budgets und auch Personalkapazitäten ist es in vielen Organisationen erforderlich, hier wichtige Aufgaben zu erledigen, die ansonsten nicht oder vielleicht nicht so schnell oder nicht auf diese Weise erledigt werden können.
Das kann zum Beispiel die Instandsetzung eines Spielplatzes sein, die Ernte auf einer Streuobstwiese, eine Veranstaltung von der Jugendfeuerwehr, eine Spendensammlung für die Welthungerhilfe oder die Unterstützung bei der Essensausgabe in einer Flüchtlingsunterkunft. Bei den Aufgaben handelt es sich wirklich um sehr klar umrissene Aufgaben, die mehrere Stunden, ein oder zwei Tage dauern können oder auch ja in sehr kleinere Zeitkontingente unterteilt werden können. Somit können engagierte Unternehmen und Organisationen kleinere oder auch größere Gruppen ins Rennen schicken, ohne dass eben wirklich auch betriebliche Abläufe unterbrochen werden. Hands-on-Projekte sind in der Regel relativ einfach vorzubereiten und das sind Projekte, die eigentlich jedes Unternehmen machen kann und gerade auch in Zeiten von Corona mit genügend Abstand auch zu bewerkstelligen sind.
Dann gibt es noch die sogenannten Begegnungsprojekte, hier Begegnungen übertitelt. Die haben das Potenzial, dass gemeinnützige Organisationen bei der Leistungserbringung für ihre Adressaten unterstützt werden und Unternehmen einfach Dinge einbringen, die die Non-Profit-Organisationen selbst nicht leicht. Man kann also im Sinne einer Angebotserweiterung, sprich mehr Kontakt, neue Freizeitangebote, neues Wissen. Im Mittelpunkt von Begegnungsprojekten steht der direkte Kontakt einzelner Mitarbeiterinnen mit den Adressaten einer gemeinnützigen Organisation. Und oft reicht es schon, dass die Mitarbeiterinnen einfach Zeit mitbringen, die den hauptamtlichen Fachkräften der Organisation so nicht zur Verfügung stehen, sei es um beispielsweise einen Ausflug von Bewohnerinnen einer Behinderten- oder Pflegeeinrichtung zu begleiten oder auch Lernförderung, Förderunterricht vorzulesen, benachteiligten Jugendlichen bei der Berufsorientierung zu helfen oder auch um geflüchteten Menschen ihre neue Umgebung zu zeigen.
Der Umfang solcher Projekte reicht von einzelnen Engagements seiner Mitarbeiterinnen über ein Teamprojekt oder ein bis zweiwöchige Seitenwechsel bis hin zu wirklich regelmäßig stundenweisem Engagement im Rahmen einer Patenschaft. Projekte, die einmalig oder an einem Tag in einfachen Settings durchgeführt werden, lassen sich daher gut vorbereiten und bei längerfristigen Projekten ist ja meist eine Einführung oder auch Qualifizierung sowie eine gute Begleitung der engagierten Mitarbeiterinnen erforderlich. Das sind dann wirklich die ganz klassischen Mentoring-Projekte, die über einen längeren Zeitraum, meist über ein halbes Jahr, laufen.
Dann gibt es noch einen großen Bereich, die Kompetenzspenden oder auch Skills Volunteering genannt. Hier geht es vor allem um die fachlichen Kompetenzen der Mitarbeiterinnen beziehungsweise des Unternehmens, die die gemeinnützigen Organisationen bei ihrer Organisationsentwicklung unterstützen. Auch wenn Sie als gemeinnützige Organisationen nicht nach Profit streben, müssen Sie doch dennoch effektiv arbeiten und das nicht nur wegen knapper Budgets. Wissen und Know-how sind auch für Sie wichtige Ressourcen, um ihre Organisationsstrukturen zu verbessern, aber auch um ihr Management zu professionalisieren und auch ihren Wirkungsradius zu erweitern. Und da kann die Pro-Bono-Leistung eine sehr gute Variante sein, einer solchen Kompetenzspende. Hier unterstützt ein Unternehmen eine Non-Profit-Organisation kostenfrei mit den Leistungen, die sie sonst eigentlich als Geschäftszweck beziehungsweise eigentliche Tätigkeit der Mitarbeiterinnen erbringt. Pro-Bono-Leistungen werden hier vor allem bei Bedarf an kurzfristiger, temporärer und ganz spezieller Unterstützung eingesetzt.
Die Mitarbeiterinnen werden hier hauptsächlich als Dienstleisterin tätig und die Lerneffekte bei der Non-Profit-Organisation sind eher nachgeordnet. Ganz klassische Beispiele dafür sind, dass zum Beispiel Anwältinnen internationaler Kanzleien Non-Profit-Organisationen im Rahmen ihrer Pro-Bono-Rechtsberatung bei ihren Rechtsfragen unterstützen. Das kann aber auch das Fachpersonal eines Logistikunternehmens sein, das ein effektives Flughafenmanagement in internationalen Katastrophenfällen ermöglicht. Ein kleinerer Fall wäre, wenn eine Werbeagentur einer Organisation hilft, eine Kampagne zu entwerfen oder ein IT-Spezialist für eine Frauenberatungsstelle eine sichere Online-Plattform zum Austausch mit ihren Klientinnen installiert.
Dann gibt es noch den Know-how-Transfer, der aufgeführt ist. Und da geht es darum, dass immer wieder erforderliches Wissen und benötigte Kompetenzen einer gemeinnützigen Organisation immer bereitstehen sollte, statt sie immer wieder einkaufen zu müssen. Und diesen Kompetenzerwerb können Unternehmen durch den Transfer ihres Fachwissens explizit unterstützen. Dies kann die Kernkompetenz eines Unternehmens sein, sprich ein Unternehmen schult Mitarbeiterinnen einer Non-Profit-Organisation für deren IT oder eine Steuerberaterin lernt dem Kassenwart einer Initiative in der Buchhaltung an. Dies kann aber auch Wissen sein, das ein Unternehmen oder eine Organisation selbst intern vorhält. Das heißt, der IT-Mitarbeiter eines Bauunternehmens aus der Nachbarschaft schult eine Mitarbeiterin einer gemeinnützigen Position in der Netzwerkadministration oder die Geschäftsführung eines Unternehmens berät den Vorstand einer gemeinnützigen Organisation bei der Wahrnehmung seiner Aufgaben etc. Also die Möglichkeiten sind da sehr vielfältig und die Beispiele auch, kann ja gar nicht alle aufzählen.
Die engagierten Mitarbeiterinnen agieren bei dieser Form des Engagements eher als Coaches und der Transfer und die Verankerung neuen Wissens in der Non-Profit-Organisation stehen hier im Vordergrund. Auch bei der Entwicklung eines neuen Angebotes, einer internen organisationsbezogenen Innovation, können Kompetenzspenden sehr wertvoll sein. So können zum Beispiel Mitarbeiterinnen eines Versicherungsunternehmens gemeinsam mit einer internationalen Hilfsorganisation ein übertragbares Tool zum Risikomanagement entwickeln. Und ja, da gibt es auch wieder viele verschiedene Beispiele, dies für Innovation zu nennen geht, was allerdings auch nicht ganz so häufig ist wie die anderen genannten Engagementformen und Beispiele.
Was ist noch zu erwähnen bleibt, wenn wir uns die im rechten Teil der Übersicht anschauen, also insbesondere das Skills-based Volunteering hat in der jüngsten Vergangenheit größere Aufmerksamkeit erlangt und wird auch in Zukunft einfach noch mehr an Bedeutung gewinnen. Gerade auch in Zeiten von Social Distancing kommt diese Form des Engagements zu neuer Blüte. Derzeit gibt es ja viele Online-Workshops für gemeinnützige Organisationen, bei denen Experten auch ihr Wissen und Know-how Pro Bono zur Verfügung stellen. Das hier ist zum Beispiel auch schon ein Beispiel oder dieses Webinar ist ein Beispiel dafür, aber auch Formate wie Social Academy oder Coaching-Formate, zum Beispiel von Social, sind die Möglichkeiten, wo Pro-Bono-Engagement von Unternehmensmitarbeiterin wirksam wird.
Wie die vergangenen Beispiele zeigen, wenn Sie Corporate Volunteering aktiv und ernsthaft betreiben möchten, sollten auch Sie sich überlegen, warum Sie mit Unternehmen in dieser Kooperation kooperieren möchten, zusammenarbeiten möchten. Und dabei ist es hilfreich, sich folgende Fragen zu beantworten, nämlich welches Ziel möchten Sie für ihre Organisation und ihre Gesellschaft und für die Gesellschaft erreichen und wie kann auch das Unternehmen ganz explizit dazu beitragen? Welche Formate sind dafür bestens geeignet, um diese Ziele zu erreichen? Wie planen Sie auch eine Corporate Volunteering Maßnahme im Detail und wer genau ist da auch einzubinden, zu informieren? Da sind durchaus Parallelen auch zum Freiwilligenmanagement ziehen, das Ihnen bestimmt ganz bekannt ist.
Außerdem zu fragen sind, wie finden Sie gezielt Unternehmen, die zu Ihnen passen, zu ihren Zielen, zu den Aktivitäten, die Sie planen? Welche Wege gibt es auch, auf ihre Angebote aufmerksam zu machen? Wie bereiten Sie die Mitarbeiterinnen auf Corporate Volunteering Einsätze vor und wie begleiten Sie auf solche Einsätze dann? Auf welche Rahmenbedingungen ist zu achten? Da gibt es durchaus einige Formalien zu beachten, auf die ich gleich auch im Anschluss noch eingehen werde, sprich Versicherungen, Haftung und so weiter. Und woran lässt sich auch erkennen, ob eine Corporate Volunteering Maßnahme erfolgreich verlaufen ist? Also das heißt, anhand welcher Indikatoren können Sie die Wirkung von Corporate Volunteering Maßnahmen messen? Und schließlich und letztendlich, wie lassen sich auch Corporate Volunteering Maßnahmen angemessen intern wie auch extern kommunizieren?
In der Praxis hat sich gezeigt, dass bestimmte Projektkriterien auch berücksichtigt werden sollten, damit das Corporate Volunteering Projekt ein gutes Projekt wird. Ich habe hier mal einige Punkte, die aus meiner Sicht wichtig sind, aufgeführt. Richtig wichtig ist, dass die Projekte einen echten Bedarf decken und einen Mehrwert einfach aufbieten. Das heißt, die Bedürftigkeit, sage ich jetzt mal, muss für die Mitarbeiterinnen erkennbar sein. In der Regel wird es in der Projektbeschreibung schon sehr deutlich gemacht, warum das Engagement wichtig ist und ja, es bekommt auch noch einmal Raum zu Beginn eines jeden Corporate Volunteering Einsatzes, wo den Mitarbeiterinnen des Unternehmens noch einmal von der Organisation deutlich erklärt wird, warum genau diese Unterstützung notwendig ist.
Außerdem müssen die Volunteers auch erleben, dass sie eine sinnhafte Tätigkeit ausüben. Das heißt, Mitarbeiterinnen merken sehr schnell, wenn das Projekt einfach nur aufgesetzt ist und keinen Mehrwert erzeugt. Also das heißt, Corporate Volunteering darf nicht zu einem Event werden und wichtig ist, dass es ein konkret verabredetes Ziel gibt, das auch erreicht wird und eine geplante Aufgabe auch wirklich dann erledigt wird. Wenn das nicht passiert, ist das für beide Seiten, glaube ich, sehr frustrierend. Deshalb ist bei der Planung auch wichtig zu schauen, dass die Anzahl der Mitarbeiterinnen auch zur Aufgabe passt. Das heißt, es dürfen nicht zu viel sein, aber auch nicht zu wenig. Gegebenenfalls plant man noch oder hat man noch zusätzliche Aufgaben in petto. Und bei Begegnungsprojekten sollte man noch wirklich darauf achten, dass es ein ausgeglichenes Verhältnis zwischen engagierten Mitarbeiterinnen und auch Adressaten der Einrichtung gibt.
Frustrierend können Projekte auch dann werden, wenn der Aufwand, sprich also das Management für Corporate Volunteering Projekte, nicht im Verhältnis zum Nutzen des Einsatzes steht. Deshalb sollten Sie auch am Anfang darauf achten, die Aufgaben genau abzuklären und auch die Erwartungen von beiden Seiten genau zu klären. Wichtig ist auch, genügend Zeit einzuplanen für die Vorbereitung einer Aktion, denn ein gutes Projekt braucht auf Seiten der Organisation Vorlaufzeit, aber auf Seiten des Unternehmens, gerade wenn es darum geht, intern auch Mitarbeiterinnen für die Aktion zu gewinnen. Und ein letzter Punkt, der jetzt hier nicht explizit steht, aber auf den ich gern noch aufmerksam machen möchte, ist, dass die Aufgaben im Projekt und das Engagement auch wirklich Spaß machen sollen. Es geht ja also nicht nur darum, einfach eine Arbeit zu leisten, sondern auch schöne Momente und Begegnungen zu schaffen, gemeinsames Lernen zu befördern und auch einfach ja eine wertschätzende Umgebung zu schaffen.
Kolleginnen haben mir einmal berichtet von einem Projekt, bei dem die Mitarbeiterinnen am Morgen einfach Pinsel und Farbe in die Hand gedrückt bekommen haben und sich die Mitarbeiterin der Organisation dann den ganzen Tag nicht mehr blicken lassen haben. Jetzt mal übertrieben dargestellt, so sollte es nicht sein, dann kommt kein Unternehmen wieder. Und ich empfehle in dem Fall immer mal die Perspektive zu wechseln und auch zu überlegen, was würde ich von einem solchen Tag erwarten? Und dann sollte es ja gut klappen. Ein Mikrofon ist gerade aus. Da scheint die Linke ein bisschen praktisch zu sein. Okay, jetzt ist die Anordnung einer kleinen Sache. Kontakt. Okay.
Ich hatte angekündigt, dass wir noch einen kurzen Exkurs zu den formalen Rahmenbedingungen von Corporate Volunteering machen. Das kann ich auch wirklich nur kurz machen. Wir können da gar nicht so tief in das Thema einsteigen, denn dafür könnte man wahrscheinlich noch ein eigenes Webinar füllen. Eine der häufigsten Fragen betrifft sicherlich die Versicherung. Bei der Unterstützung des privaten Engagements von Mitarbeiterinnen sind die Mitarbeiter für ihren formalen Rahmen ihres Engagements selbst verantwortlich. Das heißt, das Unternehmen sollte aber zumindest die Mitarbeiterinnen darauf hinweisen, dass diese Punkte geklärt werden sollten mit der Organisation.
Gemeinnützige Organisationen, wenn sie schon Erfahrungen im Umgang mit Ehrenamtlichen haben, wissen auch genau, was zu tun ist. Gibt es in der Regel eine Vereinbarung, die sie mit den Ehrenamtlichen abschließen, wohin genau solche Fragen geklärt werden, wie Versicherungsschutz, aber auch Haftungsfragen, genauso wie Verschwiegenheitspflichten und so weiter. Und wenn dieses Engagement ja in der Freizeit vom Unternehmen im Rahmen des CV-Programms unterstützt wird, zum Beispiel durch eine ergänzende Spende, wäre von der gemeinnützigen Organisation natürlich noch eine Zuwendungsbestätigung auszustellen.
Bei dem Engagement von Mitarbeiterinnen in der Arbeitszeit ist das für Sie als gemeinnützige Organisation auch so. Nur beim Unternehmen gilt: Corporate Volunteering findet in der Arbeitszeit statt und ist damit eine betrieblich veranlasste Veranstaltung. Und während dieser Zeit sind die Mitarbeiterinnen genau wie bei einer Fortbildung zum Beispiel auch über das Unternehmen versichert, also sowohl bei der Unfall- als auch bei der Haftpflichtversicherung.
Neben den Versicherungsfragen betrifft ja eine der wichtigsten Praxisfragen auch die Haftung. Wer ist verantwortlich für Schäden, die bei beziehungsweise nach einem Volunteering-Einsatz entstehen? Da gehe ich auch noch ganz kurz darauf ein. Ja, ich möchte es vielleicht kurz an einem Beispiel deutlich machen. Mitarbeiterinnen der Muster AG errichten beim CV-Einsatz im Rahmen ihrer regulären Arbeitszeit erfolgreich eine Kinderschaukel in einem Kindergarten. Zwei Monate später fällt die Schaukel in sich zusammen, beschädigt dabei ein weiteres Spielgerät und ein Kind erleidet zudem einen Armbruch. Das ist zum Glück noch nie vorgekommen, also ich habe noch nie davon gehört, dass das passiert ist, aber es kann passieren, man muss davon ausgehen. Und mit einem Haftungsausschluss wird geregelt, dass das Unternehmen und seine Mitarbeiterin keine Verantwortung für das Ergebnis, sprich die Schaukel oder auch einen Anstrich, übernehmen und auch von einer Gewährleistung freigestellt sind.
Ich hatte schon erwähnt, gerade bei solchen Baumaßnahmen, da kommt ja jetzt kein Unternehmen mit besonderen, speziellen fachlichen Fähigkeiten und Fertigkeiten. Und deswegen regelt das Unternehmen an, nimmt eine solche Haftung, einen solchen Haftungsausschluss auch abzuschließen. Eine Haftung kann zwar nie zu 100 Prozent erfolgen, sondern nur bis zu einem bestimmten Punkt, nämlich Vorsatz, grobe Fahrlässigkeit, Anstand sind hier ausgeschlossen. Aber wir finden es wichtig, dies vorab zu klären und empfehlen dies auch den Unternehmen, mit denen wir zusammenarbeiten, wirklich als Vorsichtsmaßnahme. Und Sie als gemeinnützige Organisation, da möchte ich einfach noch mal bewusst machen, müssen sicherstellen, dass die vorgesehenen Arbeiten vielleicht dann auch fachlich begleitet werden, zum Beispiel durch die Anleitung oder Begleitung einer Fachkraft. Viele ziehen auch den Hausmeister heran oder auch einen speziellen Handwerker, der die Arbeiten begleitet, wenn es ganz besondere Anliegen sozusagen sind.
Bei Begegnungsprojekten sollte es immer zum Beispiel auch eine besondere Einführung geben. Gerade wenn man an Ausflugsprojekte mit Rollstuhl denkt, sollte ein Sozialarbeiter, eine Sozialarbeiterin erklären, wie die Rollstühle richtig zu handhaben sind und auf gewisse Gefahrensituationen auf die Mitarbeiterin vorbereiten. Wichtig ist, dass Sie wissen, dass es Ihr Projekt ist. Sie sind Veranstalterin, was zum Beispiel auch für die Aufsichtspflicht gilt.
Was es noch zu beachten gilt, habe ich Ihnen hier noch kurz aufgeführt. Das unterscheidet sich vielleicht auch nicht viel von anderen ehrenamtlichen Projekten. Foto- und Filmerlaubnis: Fragen Sie da bitte im Vorfeld alle Beteiligten ab. Möchten Sie fotografiert werden? Klären Sie die Rechte am Bild ab und klären Sie auch, wo die Bilder veröffentlicht werden beziehungsweise wer die Bilder verwendet, Sie als Organisation allein oder auch das Unternehmen.
Dann für bestimmte bauliche Maßnahmen braucht es gegebenenfalls Genehmigungen. Ich habe schon von der fachlichen Anleitung gesprochen, vielleicht braucht es auch eine TÜV-Abnahme. Schauen Sie genau hin bei der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen. Also in vielen Paten-, aber auch Mentoring-Projekten ist ein polizeiliches Führungszeugnis auch verpflichtend. Das wissen Sie wahrscheinlich viel besser als ich. Darauf sollten Sie das Unternehmen in jedem Fall hinweisen und erläutern, wie das geregelt werden kann. Und darüber hinaus legen viele Unternehmen großen Wert auf die Einhaltung von Maßnahmen, zum Beispiel zur Arbeitssicherheit, aber auch in letzter Zeit ganz konkret zum Infektionsschutz.
Viele Unternehmen haben geschaut in letzter Zeit, hat die Organisation, mit der wir zusammenarbeiten, ein Hygienekonzept? Werden hier gehende Bestimmungen umgesetzt? Und auf der anderen Seite müssen Sie als Organisation natürlich auch klarkommen und kommunizieren und darauf achten, welche Voraussetzungen die Volunteers mitbringen müssen, um in ihrer Organisation und auch mit ihren Adressaten gemeinsam im Projekt aktiv zu werden. Ja, und wenn zusätzlich auch Spendengelder fließen, dann sollten Sie darauf achten, dass Sie auch eine Zuwendungsbestätigung ausstellen. Es ist durchaus nicht unüblich, dass Unternehmen auch einen bestimmten Betrag mitbringen im Kopf von Projekten, mit denen die Aufwendungen beglichen werden, die in Verbindung mit den Projekten entstehen. Zum Beispiel kann davon Material gekauft werden, werden Eintrittskarten gekauft oder die Fahrgelder für einen Ausflug beglichen oder Verpflegung dafür besorgt. Genau, das ist, wie gesagt, ganz, ganz üblich.
Abschließend wollen wir noch ganz kurz ja anschauen, wie ein Corporate Volunteering Projekt auch gut gelingt. Eine wirksame Unterstützung und auch eine gute Zusammenarbeit mit Unternehmen benötigt natürlich auch Ihre Mitwirkung. Ausgangslage oder wichtige Basis ist, nenne es Institutionen-Readiness. Das heißt, Sie haben ein Bewusstsein für die eigene Organisation, ihre Rolle, Aufgaben, Leistungen, aber auch Ergebnisse und bringen auch eine gewisse Offenheit mit und eine klare Haltung gegenüber Unternehmen.
Nicht selten gibt es in Organisationen Widerstände, aber auch Bedenken und Vorurteile gegenüber Unternehmen. Die sollten im günstigsten Fall im Vorfeld ausgeräumt sein, bevor Sie mit Corporate Volunteering beginnen. Und dazu gehört zum Beispiel auch zu überlegen, mit welchem Unternehmen Sie zusammenarbeiten wollen und mit welchen auch nicht. Da könnten Sie genau überlegen, welche Kriterien Sie hier anlegen. Holen Sie sich auf jeden Fall auch die Zustimmung durch Ihren Vorstand oder Ihre Geschäftsführung. Und wichtig finde ich auch, dass das Team wirklich auch so eine Aktion mitträgt, weil das oder das sind die Personen, die dann auch das Corporate Volunteering Projekt umsetzen und idealerweise haben Sie auch in ihrer Organisation eine Ansprechperson, vielleicht die Freiwilligenkoordinatorin oder eine Person, die speziell für Anfragen zum Engagement sich eignet, die dann wirklich die Projekte auch gut begleiten kann.
In der Vorbereitung sollten Sie gut abklären, welche Erwartungen Sie und Ihre Organisation an diese Kooperation haben und welche Ziele Sie auch verfolgen. Stellen Sie vorab fest, welche Art Hilfe Sie benötigen und ob das Engagement einmalig sein soll oder über einen längeren Zeitraum. Definieren Sie genau, welche Anforderungen und Voraussetzungen für das Unternehmen und seine Freiwilligen gelten, um das Projekt dann auch gut umsetzen zu können. Und klären Sie auch unbedingt ab, welche Beweggründe Ihre Unternehmenspartner mit dem Corporate Volunteering Projekt haben. Ja, da können Sie sich manches frustrierende Erlebnis sicherlich sparen, wenn Sie genau herausfinden, was das Unternehmen erwartet.
Ich habe schon erlebt, dass ja viele Unternehmen Corporate Volunteering als reine Teambespaßung betrachten. Da wirklich hellhörig werden, wenn von Teamevent gesprochen wird. Schauen Sie wirklich, hören Sie hinaus, ob das Unternehmen ein originäres Interesse hat, auch wirklich eine sinnvolle Unterstützung zu leisten. Also wollen Sie nicht nur zwei, drei Stunden irgendwo einreiten und etwas tun. Da sollten Sie wirklich genau hinhören. Genau, und was ich auch empfehlen kann: Verbiegen Sie sich nicht, wenn eine Anfrage zum Beispiel sehr kurzfristig kommt. Das ist auch nicht selten der Fall, dass Unternehmen sagen, wir brauchen ganz schnell, am besten nächste Woche, eine Corporate Volunteering Aktion, können Sie uns da nicht helfen? Wenn das für Sie nicht leicht, wenn Sie das auch vor große personelle Herausforderungen stellt, dann lehnen Sie das ruhig ab. Entwickeln Sie da auch eine spezielle Haltung. Das finde ich wichtig, dass Sie sich da nicht überstürzt in irgendwas hineinbegeben.
Last but not least: Integrieren Sie und begleiten Sie die Freiwilligen gemeinsam auch mit den Corporate Volunteering Verantwortlichen des Unternehmens in der Vorbereitung. Es ist sehr vertrauenswürdig oder Vertrauensbeziehung aufbauen, wenn Sie die Corporate Volunteering Verantwortlichen im Vorfeld vielleicht schon mal an die Organisation einladen, Ihnen auch ihre Abläufe und alles zeigen. Dann das ist meistens schon die halbe Miete. Und wenn Sie dann auch noch gemeinsam abstimmen, wie Sie zum Beispiel gewisse Erfolgsstorys kommunizieren, intern wie extern, ist das nur von Vorteil.