Mich, bevor ich einsteige, immer ein ganz spannendes Thema, wie für jeden von Ihnen sicherlich auch, jeden oder jede. Aber ein Thema mit ganz viel Potenzial und ganz vielen Möglichkeiten. Deshalb freue ich mich heute auch besonders, über dieses Thema sprechen zu dürfen und hoffe sehr, Sie zu motivieren und mitzunehmen, um zu sagen: "Ja, Anschlussfinanzierung, das ist auf jeden Fall was für uns. Da können wir uns darauf konzentrieren, wenn ich in Anführungsstrichen keine Angst davor habe, sondern da finden wir am Ende immer eine gute Möglichkeit."
So, das mache ich zu schnell.
Ja, die Ausgangssituation habe ich hier genannt. Die kennen wir ja alle, die schon mal Fördermittel beantragt haben: Das Projekt ist zu Ende und nun? Auch die Förderung ist zu Ende. Projekt zu Ende, Förderung zu Ende – und was nun? Alles vorbei, was wir uns aufgebaut haben über das, ja, manchmal gibt es ja auch Fördermöglichkeiten über mehrere Jahre. Also egal, ob es jetzt um Themen geht, um Zielgruppen, um Institutionen, um Wirkung, um Nachhaltigkeit – alles vorbei oder neu durchstarten? Ich möchte Sie dazu motivieren, die zweite dicke, fettgedruckte Aussage hier für sich ins Herz zu schreiben: Neu durchstarten, bitte!
Das bedeutet Anschlussfinanzierung. Damit habe ich mich jetzt zuerst einmal beschäftigt. Im ersten Sinne wissen wir alle natürlich, dass das Projekt möglichst weitergehen soll oder das, was wir an Ideen hineingebracht haben oder das, was wir wollen, auch zukünftig wollen, dass das weiter passiert und weiter bei dem ankommt, was wir unterstützen wollen und was uns wichtig ist. Im zweiten Sinne ist Anschlussfinanzierung noch ganz viel mehr. Ich habe ja einige Fragen dazu mal aufgeschrieben.
Die erste: Welchen Mehrwert hat mein Projekt? Mehrwert in dem Sinne gemeint: natürlich für mich als Organisation, für die Zielgruppen, die dieses Angebot, dieses Projekt brauchen, aber auch eben für unsere Zivilgesellschaft, für unser Ehrenamt, überhaupt für unser Engagement hier, überhaupt in allem, wofür wir uns einsetzen und wofür wir uns engagieren.
Wird mein Projekt nachhaltig? Jetzt ist immer die Definition: Was ist nachhaltig? Es gibt natürlich nicht eine standardisierte Definition für Nachhaltigkeit, aber wichtig ist auch, dass Sie in Ihrer Organisation für sich festlegen, was bedeutet für uns Nachhaltigkeit im Projekt? Was bewirkt mein Projekt nachhaltig auf ganz verschiedenen Gebieten? Welche Wirkung streut mein Projekt in die Zivilgesellschaft aus? Wirkung ist und kommt immer mehr, ich nenne es mal, groß in Mode. Es ist sehr wichtig, wenn es darum geht, wenn Förderer fördern, dass sie auch sehen wollen, wie wirkt ein Projekt weiter, wie wird die Wirkung überhaupt gemessen und welches Potenzial bietet mein Projekt auch? Immer ganz wichtig in Richtung Anschlussfinanzierung: Was ist noch möglich? Was möchte ich noch weiterentwickeln? Möchten wir mit der Organisation, mit diesem Projektcharakter, mit dieser Idee hin? Und diese eine Transferoption: Es gibt viele Förderer, die möchten gerne Projekte fördern, die als Transferobjekt genutzt werden können für andere Organisationen, um zu schauen, wie wird ein Projekt umgesetzt, wo wirkt es und wie wird es finanziert? Da gibt es, wie gesagt, etliche Stiftungen, die sehr gerne Richtung Transferoption auch schauen.
Wie plane ich eine Anschlussfinanzierung? Ganz häufig erfahre ich in meinen Beratungen, dass die Anschlussfinanzierung nicht von Anfang an praktisch mitgedacht wird. Ganz so häufig, also als das Projekt gut gelaufen, man ist ganz motiviert, man ist fasziniert, und dann merkt man, es ist nicht mehr lange und die Förderung ist zu Ende. Und wie soll es denn jetzt quasi weitergehen? Und dann steht man häufig auch davor, schnell zu reagieren, reagieren zu müssen oder schnell Möglichkeiten zu finden. Deshalb sage ich immer, ist meine Empfehlung an Sie: Das Zauberwort strategische Planung gehört auch zu einer Anschlussfinanzierung. Sollte oder müsste strategisch geplant werden.
Wie plane ich eine Anschlussfinanzierung und wen brauche ich dazu? Ich brauche Mitstreiter in meinem Projekt. Wenn ich jetzt in den verschiedenen Projektphasen unterschiedliche Mitstreiter, Engagierte gewonnen habe, ganz egal, ob es jetzt in Richtung Wirtschaft ist oder auch in Wohlfahrtsverbänden oder wie auch immer, dass man diese Leute fest bindet in seinem Projekt.
Wen ich brauche, sind auch die Zielgruppen. Natürlich Zielgruppen, die ich jetzt quasi bediene, aber vielleicht auch oder sicherlich häufig in vielen Projekten merke ich im Rahmen der Projektdurchführung, dass ich eigentlich auch noch andere Zielgruppen hiermit initiieren könnte, mit bedienen könnte, um ein Projekt dadurch weiteren und größeren Raum zu geben.
Ich brauche Kooperationspartner. Ich werde häufig gefragt, wie ist das mit Kooperationspartnern? Sollte man Kooperationsvereinbarungen abschließen oder reicht das, wenn man quasi anschlägt? So schön in dieser Form. Ich empfehle immer, doch ruhig Kooperationsvereinbarungen zu gehen. Die müssen nicht 20 Seiten sein, das kann auch gerne ein ein- zwei-Seiten-Exemplar sein, in dem man wirklich das als Präambel festhält und dann wirklich, was die Kooperation ausmacht von beiden Seiten. Das ist immer irgendwie ein gutes Unterstützungswerk, wenn ich weiter in Richtung Anschlussfinanzierung plane.
Politik: Ganz wichtiges Pflaster im Rahmen von Anschlussfinanzierung. Da werde ich nachher in puncto Lobbyarbeit noch näher darauf eingehen. Referenzpartner stehen immer gut zur Seite bei Projekten, wenn man weitergehen will in der Anschlussfinanzierung, um eben zu zeigen, zu präsentieren: Das Projekt funktioniert, wir sind in verschiedenen Aktionen schon aktiv gewesen und können diese oder andere Referenzen dafür aufweisen. Und nicht zu unterschätzen: Testimonials. Wenn man praktisch Menschen hat, die für das Projekt stehen und auch einen gewissen Wirkungsraum haben. Ich will jetzt nicht sagen, dass es unbedingt immer die Influencer sein müssen, die Millionen Follower haben. Das muss man wirklich von Projekt zu Projekt sehen. Ich habe mal ein Projekt gestaltet im Rahmen einer Anschlussfinanzierung. Auch da hatten wir mit einem regionalen Bezug einen Schulleiter, der über viele Jahre, über 20 Jahre, erfolgreicher Schulleiter dort in der Region war und so gut bekannt und beliebt bei den Menschen, dass der in dem Moment auch als Testimonial funktioniert hat oder fungiert hat. Deshalb wirklich ein Testimonial, wo es nicht immer eine breite, große, öffentlichkeitswirksame Funktion haben muss, sondern das Testimonial muss passen zum Projekt.
Wie plane ich eine Anschlussfinanzierung? Was brauche ich? Ganz wichtig: Während der ersten Förderung des Projektes, also Startförderung, Sie haben eine Förderung erhalten für Ihr Projekt, dann sollten Sie regelmäßig überprüfen, wie funktioniert Ihr Projekt? Evaluieren Sie starke Fakten. Starke Fakten, die Sie selber sich zu Beginn der Förderung auch festlegen: Kriterien, Fakten, Erfolgsindikatoren, wie man es hier auch immer nennen mag. Aber wichtige oder eben starke Fakten, die eben dazu beitragen, um zu schauen, was bedienen wir bisher? Wie zum Beispiel die erste Frage ist hier als Beispiel: Welche Zielgruppe wurde bisher nur wenig oder gar nicht beteiligt? Sie haben in Ihrem Projekt jetzt zum Beispiel Kinder und Jugendliche, sage ich mal als Beispiel, als Zielgruppe und merken aber in dem Projektprozess, dass sich da etwas Neues herauskristallisiert, zum Beispiel Kinder und Jugendliche zusammen mit Senioren oder Kinder und Jugendliche mit und ohne Behinderung. Also, dass eine Zielgruppe dazu kommt, die sich wirklich im Rahmen des Projektes rausstellt, dass der Bedarf da ist, dass die Zielgruppe damit arbeiten will, dass Sie so etwas evaluieren. Oder eben Handlungsfelder: Sie haben in Ihrem Projekt sicher Handlungsfelder gegeben, wo wollen Sie aktiv werden, wo wollen Sie etwas gestalten, wie sind die Maßnahmen dazu? Aber Sie merken vielleicht, okay, wir sind jetzt in den Maßnahmen der Zielstellung gut unterwegs, aber es stellt sich jetzt so am Rand, was immer mehr ein bisschen reinschleicht, ein neues Handlungsfeld und das müssen wir zukünftig mit bedenken, um weitere Ziele im Projekt zu erreichen. Das sind zum Beispiel starke Fakten, die evaluiert werden sollen und müssen, um in eine Anschlussfinanzierung gehen zu können.
Schluss zu dem, wie plane ich eine Anschlussfinanzierung, habe ich noch mal zusammengefasst. Also, in den drei Folien, die ich vor so ein bisschen präsentiert habe: Aus starken Fakten können neue Ideen entstehen. Das ist es also in meiner Erfahrung immer so, gerade aus den Macken, die man so ermittelt hat, dass man denken kann, das wäre noch eine Idee und hier könnten wir noch arbeiten. Und daraus entwickeln sich neue Maßnahmen, die man praktisch diese Ideen umsetzt und die Ziele erreicht. Und daraus ergeben sich dann neue Fördermöglichkeiten.
Ganz wichtig: Wann plane ich eine Anschlussfinanzierung? Denken und planen Sie von Beginn an mit, wie Sie Ihr Projekt nach der ersten Förderung weiter finanzieren. Das habe ich hier noch mal ganz dick geschrieben, weil das ist wirklich ein ganz wichtiger Fakt, der schon praktisch in der Projektplanung mit berücksichtigt werden sollte oder soll. Ich sage jetzt mal: soll. Und das werden Sie, wenn Sie jetzt den Förderantrag schreiben, quasi jetzt, da haben Sie ja Ihren Projektzeitraum, und da werden Sie schon perspektivisch natürlich auch einschreiben müssen, je nachdem, wie die Fördermittelgeber, bei denen Sie die Anträge stellen, das ganz gerne möchten, dass Sie perspektivisch planen, in dem und dem Feld weiter zu arbeiten. So, aber die richtige Anschlussplanung, Finanzierung, die läuft praktisch in einer Schiene nebenher, neben dem Projekt, das Sie gerade durchführen, von Anfang an. Und wenn Sie Ihren Projektplan machen und Sie haben jetzt einen Jahreszeitraum, sagen jetzt vom 1.1. bis 31.12. ist jetzt quasi das Projekt, und in diesem Projektzeitplan planen Sie bitte von Anfang an Phasen ein, in dem Sie die Anschlussfinanzierung sich anschauen, in dem Sie evaluieren und überlegen, wie könnte die Anschlussfinanzierung aussehen, wie könnte sie einsetzen und welche Anschlussfinanzierung passt?
Möglichkeiten der Anschlussfinanzierung habe ich Ihnen hier mal drei aufgeführt:
Regelfinanzierung: Das ist quasi der schönste Fall, der günstigste Fall ist das, dass Sie mit Ihrem Projekt in einem Haushalt auftauchen, ob das jetzt im Landkreis ist, in der Kommune, in der Stadt oder auch im Land oder Bund. Wir haben allerbeste Arbeit, ich gehe jetzt mal von der kleineren Ebene aus, und dass es praktisch über den Haushalt dann bestätigt wird, dass Sie praktisch Ihre Finanzierung erhalten. Ich werde nachher noch ein paar Beispiele für Regelfinanzierung geben, die ich selber in einige Projekte von der neuen Projektförderung auch in die Regelfinanzierung gebracht habe, dass Sie sich da auch mal ein Bild machen können, wie das funktionieren kann.
Die neue Projektförderung: Quasi das, wenn Sie jetzt das Projekt vom 1.1. bis 31.12. quasi abgelaufen und Sie wollen ab 1.1. einen neuen Antrag stellen, wie man dann praktisch den neuen Antrag aufstellt, um die Idee nicht zu verlieren, sondern die Idee auszuweiten und mit weiteren Maßnahmen die Projektidee doch weiterzuführen.
Die laufende Projektförderung: Das ist das, was wir uns alle immer wünschen, was sehr schwierig ist. Ich habe danach ja auch noch eine Idee quasi mitgebracht. Ich werde auf alle drei Punkte, die hier benannt sind, auch noch mal detaillierter eingehen.
Tipps, die uns eine Regelfinanzierung näher bringen: Ich habe diese drei Positionen mal aufgeführt: die Lobbyarbeit, den Modellprojektcharakter und natürlich die Öffentlichkeitsarbeit. Zur Lobbyarbeit und zum Modellprojektcharakter werde ich jetzt noch ein bisschen detaillierter eingehen, damit Sie da auch eine Vorstellung davon haben, was ich darunter verstehe und wie ich das quasi auch schon umgesetzt habe.
Öffentlichkeitsarbeit ist natürlich ein Faktum, was uns immer begleitet in jeder Projektförderung, aber bitte nicht zu vernachlässigen und vor allen Dingen auch immer an den Stellen die Öffentlichkeitsarbeit setzen, dass es gut gesehen wird bei denjenigen, die wir für unsere Anschlussfinanzierung brauchen. Also auch wichtig, wenn wir unseren Projektzeitplan haben, die Öffentlichkeitsarbeit da einzubauen und auch, wie wir die Öffentlichkeitsarbeit umsetzen wollen.
Lobbyarbeit: Lobbyarbeit wird ja viel damit in Verbindung gebracht auf politischen Ebenen, und gerade wenn es um Projekte geht, ist diese Lobbyarbeit sehr wichtig. Ich sage immer, es ist ja eigentlich so: Wir sind die Vereine, die Organisationen, die die Arbeit machen, die die Politik quasi an uns aufgibt, weil diese Arbeit, die Sie alle tun, ob es jetzt im Bereich Kinder und Jugendliche, Senioren, Menschen mit Beeinträchtigungen, Menschen mit Behinderung, Menschen mit Fluchterfahrung, das sind ja alles öffentliche Arbeiten, die aber praktisch von der Öffentlichkeit, vom Landkreis, vom Bund, vom Land, von der Stadt, aber an Sie auch als Träger abgegeben werden. Und Sie erfüllen ja quasi dadurch die Arbeit sozusagen gemeinsam, um das umzusetzen, um diesen verschiedenen Zielgruppen, also um die zu unterstützen und sie denn praktisch auch das auszuführen, was es eigentlich zu tun gibt an dieser Stelle. Und deshalb ist es immer wichtig zu sehen, welchen Stellenwert hat mein Projekt auf den verschiedenen politischen Ebenen, um einfach auch zu gucken, welche Schwerpunkte setzt sich denn die politische Ebene in diesem Jahr, in zwei Jahren, drei Jahren, vier Jahren? Denn es gibt ja immer Zielstellungen und verschiedene Prämissen, wo gesagt wird, da müssen wir in den nächsten zwei Jahren mehr daran arbeiten. Wir müssen quasi, wenn es jetzt auch um Kinder geht, da muss in nächster Zeit mehr gearbeitet oder mehr agiert werden in unserer Gesellschaft. Oder wir müssen gerade, was Menschen mit Fluchterfahrung betrifft, da mehr Unterstützung. Oder wenn es darum geht, wenn die Tafeln jetzt mehr Unterstützung brauchen, weil eben viele Menschen immer mehr zur Tafel gehen müssen. Also, das sind verschiedene Schwerpunkte, die die Politik auf verschiedenen Ebenen immer wieder oder auf jeden Fall festlegt. Und da müssen wir halt immer ein Ohr darauf haben, zu gucken, wo wird jetzt praktisch gerade der Schwerpunkt gesetzt.
Welche Gremien und Personen brauche ich? Ich habe häufig die Erfahrung gemacht, dass Engagierte mich gefragt haben und sie haben gesagt: "Ja, es war jetzt gerade mal und wir hatten jetzt auch einen höheren Politiker bei uns und wir haben uns da einfach mehr versprochen. Der oder diejenige war dort und hat sich unsere Arbeit angeschaut, hat gesagt, dass sie begeistert ist, er oder sie von unserer Arbeit, und wir haben nie wieder etwas davon gehört und irgendwie ist gar nichts passiert." Und dann herrscht auch viel Enttäuschung häufig auch vor. Ich kann Ihnen da gerne so den Tipp mit an die Hand geben, den ich selber auch schon ein paar Mal probiert habe. Und zwar muss man einfach auch wissen, wie die Politik arbeitet. Und zwar ist es häufig so: Hinter diesen größeren Politikern stehen ja auch Arbeitskreise und Arbeitsgruppen, und die entwickeln quasi die Themen und die geben auch die Vorschläge dann vor und die dann ja auch in den Haushalt kommen oder in den Haushalt quasi nicht kommen. Also, man muss wirklich gucken, wer, also wer kann uns jetzt praktisch, oder ist es sie oder ich sage jetzt einfach mal uns, weil, wie gesagt, ich auch immer noch ehrenamtlich engagiert im Verein arbeite, wer kann uns wirklich weiterhelfen und wo müssen wir ansetzen, um dann wirklich auch eine Chance zu haben, zum Beispiel in einen Haushalt zu kommen? Wo müssen wir uns noch präsentieren? Wer kann unser Türöffner sein, um eben zu zeigen, was wir tun und wie wichtig das ist, was wir tun? Und dass wir dafür Sprecher bekommen, die sich unser Thema, unser spezielles Thema, auch auf die Fahne schreiben. Welcher Ausschuss passt auch zu meinem Thema, um dann wirklich auch die Lobbyarbeit gezielt und gut einsetzen zu können? Und dann als Drittes habe ich hier aufgeführt: Wie erreiche ich die Personen und Entscheider? Hier noch mal Einzelpersonen oder auch Arbeitskreise. Das ist auch, das ist auch für Recherche, muss ich dazu sagen, um wirklich auch zu gucken, wer ist die Person, die ich brauche, wer ist der oder die Entscheiderin und welche Schwerpunkte hat der oder die? Wo sind die gut unterwegs? Sind die bei Wirtschaftsstammtischen oder sind bei besonderen Jugendfestivals oder irgendwie so? Und da wirklich auch mal zu schauen, wo finde ich die Leute, die mich dabei unterstützen können, dass ich eine Anschlussfinanzierung für mein tolles Projekt bekomme?
Hier noch einmal: Wo und wie setze ich meine Botschaft? Das knüpft noch mal an die Fragestellung der Folie davor quasi an, weil es, ich nenne es jetzt mal so ganz einfach: Wenn ich natürlich in einem Naturausschuss bin oder ich habe jemand quasi da, der ist im Naturausschuss durch irgendeinen Zufall in der Organisation auf irgendeinem Jahresfest oder irgendeiner anderen Veranstaltung. So, dann ist der oder diejenige natürlich, wenn es jetzt zum Beispiel um die Tafel geht oder Kinder- und Jugendarbeit, natürlich nicht der oder die richtige Ansprechpartner oder Ansprechpartnerin. Aber da ist dann praktisch die Zielsetzung, den Kontakt vielleicht über diesen Naturschutzverantwortlichen oder wie auch immer in einem Arbeitskreis zu bekommen, um zu sagen: "Ich brauche halt und ich möchte mein Projekt hier vorstellen. Das ist das USP und so wirken wir und wir brauchen mehr. Die Gesellschaft braucht davon mehr." Um einfach zu gucken, wie kann derjenige, der eigentlich gar nicht mit seinem Ausschuss in mein Thema passt, mir aber weiterhelfen? Und ich eine Verknüpfung darstelle, damit die Botschaft so bei demjenigen oder derjenigen ankommt, um zu sagen: "Klar, das geht, ich helfe auf jeden Fall weiter." Also, das ist wichtig, und da mache ich Ihnen die Tür auf, dass Sie in den oder in den Arbeitskreis bekommen.
Und welche Akteure brauche ich noch für eine erfolgreiche Lobbyarbeit? Es ist natürlich auch immer wieder die Wirtschaft. Das muss man ganz klar sagen, denn auch hier der Auftrag in der Wirtschaft ist immer mehr, dass sie soziale Projekte unterstützen, ist auch sozial ausrichten. Also, es gibt ja auch immer mehr, wir haben ja Fachkräftemangel, und junge Leute kommen von den Studienabschlüssen und sie schauen schon ganz genau heutzutage nach, und das ist auch gut so, wo sie anfangen zu arbeiten und wie sich das Unternehmen quasi aufstellt. Ist es sozial engagiert? In welchen Bereichen unterstützt es verschiedene Projekte und wie unterstützt es verschiedene Projekte? Deshalb ist Wirtschaft auch eine wichtige Lobby, gerne auch die regionale. Also, es muss auch nicht immer die große sein. Nutzen Sie solche Veranstaltungen wie Wirtschaftsstammtische oder so, die gibt es gerade im regionalen Bereich viel, wo sich Wirtschaftsempfänge, Wirtschaftsstammtische, und da als der oder diejenigen, die das organisieren, einfach mal ansprechen und sagen: "Wir möchten unser Projekt mal bei Ihnen vorstellen, weil es ist wirklich gut und toll an dieser Stelle." Und toll ist ja auch so, also Sie wissen, denke ich mal, wie Sie Ihr Projekt gut beschreiben können, denn Sie sind mit dem Herzen dabei, Sie wissen, was Sie erreichen wollen, was Sie tun. Und suchen Sie sich eine Bühne dafür, wie gesagt, gerne auch auf einem Wirtschaftsempfang oder eben Wirtschaftsstammtisch, wie auch immer. Und hier habe ich extra noch mal geschrieben: Auch Lobbyarbeit, strategische Planung. Auch diese Lobbyarbeit muss in diesen Projektplan mit rein, denn auch da werden Sie sehen, wenn Sie damit arbeiten, und vielleicht gibt es zum Anfang ein paar Berührungsängste bei dem einen oder anderen, aber trauen Sie sich, es ist wichtig. Denn die Leute, ob jetzt Politik oder Wirtschaft, wissen gar nicht, was Sie Gutes tun und wie sehr Sie sich quasi einsetzen. Und wenn es Menschen sind, die unheimlich viel Zeit und Kraft und Herz investieren, dann ist es immer eine gute Chance, dort jemanden zu finden. Und wichtig ist, dass Sie wirklich hinter Ihrem Projekt stehen, dass Sie sich überlegen, wenn Sie bei diesen Wirtschaftsstammtischen oder Wirtschaftsempfängen sind, wie präsentieren Sie denn auch Ihr Projekt? Ja, also, das ist einfach nur eine PowerPoint, da würde ich von abraten, sondern berichten Sie über Ihr Projekt, also über Ihr Leben im Projekt. Ja, und ob Sie einen kleinen Film drehen von den Kindern und Jugendlichen, was da passiert, dass Sie sagen, was Sie machen und was es bringt, oder egal, also wirklich mit ganz viel Aktivität, dass Sie praktisch eine gute Lobbyarbeit haben.
Dann habe ich hier noch mal Modell- und Pilotprojekte aufgeführt. Das sind Projekte, die wir hier praktisch auch beschrieben haben: Landes-, Kreis-, Stadt- oder Gemeindeebene, die praktisch durch diese, ich nenne es jetzt mal, vier Ebenen auch bestimmt werden oder gesagt: "Wir brauchen so etwas mal, weil der Bedarf wird im Landkreis, Stadt oder Gemeinde festgestellt." Und dann wird geschaut: "Wir machen ein Modellprojekt, um zu sehen, ob das wirklich funktioniert." Und das ist ein guter Einstand, um später auch in eine Regelfinanzierung zu kommen. Ich habe dazu nachher auch noch mal ein Beispiel für Sie, um Ihnen das auch noch mal ein bisschen näher zu bringen, wie ich ein Projekt aus einem Modell-Pilotprojekt in eine Regelfinanzierung begleitet habe.
Da geht es schon los. Also, das erste Beispiel der Regelfinanzierung habe ich Ihnen einmal mitgebracht. Das war der Aufbau einer Kontakt- und Begegnungsstätte für Menschen mit psychischen Erkrankungen. Damals haben wir eine Starthilfe bekommen von Aktion Mensch. Und da geht es, das ist jetzt schon ein paar Jahre her, aber es gibt das ja immer noch bei der Aktion Mensch. Und zwar ging es quasi darum, dass es diese eine Kontakt- und Begegnungsstätte für Menschen mit psychischen Erkrankungen in dem Landkreis überhaupt noch nicht gab, aber doch ein immer größerer Bedarf festgestellt wurde. Und es für die Aktion Mensch dort das Förderprogramm Starthilfe gab. Dort konnte man eine Förderung über drei Jahre erhalten, und wo es speziell um eine sehr hohe Summe für Personalkosten, und auch Verwaltungspauschale und Sachkosten ging. Gerade wenn man quasi startet mit einem Projekt, sind ja gerade so diese Sachen wie Miete, Nebenkosten, Personalkosten oder Verwaltungspauschalen auch ganz wichtig, um erstmal auch gewisses Personal gewinnen zu können oder eben auch Räume an der Stelle. Und wir haben quasi in den drei Jahren diese Kontakt- und Begegnungsstätte dort aufgebaut, initiiert, implementiert und haben durch diese Arbeit, die wir dort geleistet haben, die ja dann auch in den Landkreis kam, in der Öffentlichkeit viel kam, auch in den verschiedenen Städten und Gemeinden, weil die Klienten, die dort betreut wurden, es gab viele Rückmeldungen dazu, ob von den Klienten selber, aber auch von den Familienangehörigen, Bekannten, von Selbsthilfegruppen, dass das ein ganz klarer Bedarf war. Ja, dann auch durch den Landkreis festgestellt wurde. Wir konnten nachweisen, dass es gut funktioniert und vor allen Dingen den Menschen mit psychischen Erkrankungen eine wichtige Tagesstruktur bringt und wie sie dadurch auch wieder gut in unsere Gesellschaft integriert werden konnten. So, daraufhin hat der Landkreis dann wirklich eine Ausschreibung dazu gemacht nach drei Jahren, eine Leistungsausschreibung, und der damalige Träger dieser Kontakt- und Begegnungsstätte hat dann diese Ausschreibung eben auch gewonnen. Und dadurch, dass es eben eine offizielle Ausschreibung war und auch ein Leistungskriterium, was durch den Landkreis festgelegt wurde, ist das eine Haushaltsgröße praktisch gewesen, die dann auch im Haushalt in jedem Jahr auch bis heute noch fest integriert ist. Also, das ist zum Beispiel ein Beispiel für die Regelfinanzierung.
Ja, ich habe ja Beispiele für die Regelfinanzierung: Modellprojekt Landkreis hatte ich vorhin schon mal genannt. Hier geht es um das Eltern-Kind-Zentrum. Und zwar hat sich im Rahmen von Kindertagesstätten und auch Jugendzentren herausgestellt, dass einfach dieses Leben oder Zusammenwirken in der Familie nicht mehr so gut funktioniert. Muss man sich halt so vorstellen, das ist halt darum geht es, wo nicht mehr so viel zu Hause gekocht, es wird nicht mehr so viel zu Hause gelesen oder, ja, zum Beispiel, wenn jetzt die Mütter mit ihren Babys die ersten Breie kochen und so, keiner weiß mehr richtig, wie das quasi so geht. Oder ob es auch Tonnen, Kabel, Tron oder Puzzletone, also ganz verschiedene Sachen, die in einer Kita selber nicht abgedeckt werden können. Zum Beispiel auch, dass man im Rahmen eines Eltern-Kind-Zentrums eine Erziehungs- und Familienberatung, so ein Café anbietet, um Fragen zu stellen. Solche Sachen. Also, die Probleme wurden festgehalten, evaluiert, dass es Angebote dafür nicht gibt, um in den Familien praktisch mit den Kindern zusammen eine gute Struktur zu finden, um Kinder zu fördern für das, was fürs Leben halt so brauchen, wenn ich jetzt mal so. Und daraufhin hat der Landkreis ins Leben gerufen: "Wir wollen so ein Zentrum praktisch als Modellprojekt gestalten und alle diese Angebote dort einmal reinbringen." Es gibt eine Koordination in diesem Eltern-Kind-Zentrum, es gibt eine ganz enge Verbindung mit dem Landkreis, Steuerungsgruppe Jugend an Koordination, um wirklich zu gucken, ja, also, sind es jetzt auch Angebote, die angenommen werden? Wer nimmt die überhaupt an? Was sagen Eltern grundsätzlich dazu? Ja, wirkt das auch in die Familie? Dieses Eltern-Kind-Zentrum hat über drei Jahre als Modellprojekt zu laufen. Und natürlich wurde das in jedem Jahr evaluiert, und der Landkreis hat sich dann entschieden, weil es wirklich so gut funktioniert hat und der Bedarf auch dann wirklich durch Eltern signalisiert wurde. Also, es ging zum Beispiel auch darum, Workshops zu gestalten zur Sprachförderung, weil viele Kinder brauchen ja Förderung in der Sprache oder auch so Übergang von Kita zur Schule, wie funktioniert das gut? Ja, also, Angebote waren dort drin, also wurden in dem Eltern-Kind-Zentrum angeboten. Und es war dann für den Landkreis ganz klar: Das funktioniert gut, das brauchen wir weiter. Und somit wurde aus dem Modellprojekt, ich sage mal einfach, das Eltern-Kind-Zentrum, was von da an im Haushalt vom Landkreis mit verankert war.
Die Begegnungsstätte für Senioren, Personalkosten der Einrichtungsleitung. Das ist ja vielen oder brennt vielen so auf den Nägeln, wenn sie verschiedene Begegnungsstätten haben, die ehrenamtlich gefördert werden. Aber dass man quasi sagt, also, wir bräuchten jetzt eigentlich auch jemanden, der hier mal da ist und regelmäßig aufschließt und auch die Angebote strukturiert und strickt und einfach die Senioren ein bisschen begleitet. Das habe ich in dem Sinne begleitet. Also, diese Begegnungsstätte war rein ehrenamtlich getragen, eben auch die oder diejenigen, die das dort alles durchgeführt haben. Und wir haben quasi zusammen, es war auch im ländlichen, strukturschwachen Raum, gemerkt, dass es immer mehr ältere Menschen auch gibt, Senioren, die so etwas brauchen wie einen Mittagstisch, Kartenspiel oder andere kleine Dinge, um einfach zusammenzukommen, miteinander zu kommunizieren. Wir haben mit dem Seniorenbeirat vor Ort gearbeitet und haben Fakten gebracht im Rahmen der Kommune und haben jetzt praktisch eine Regelfinanzierung für diese Personalkosten erhalten, die regelmäßig, also jährlich, kommen, um diese Begegnungsstätte weiterzuführen.
Und das letzte Beispiel für die Regelfinanzierung, da habe ich Ihnen mal unsere Kinder Cottbus mitgebracht. Es war ein besonderes Projekt, das quasi Kinder wieder kochen lernen. So ein Doppelstockbus mit einem Koch mit Kochmütze, Kinder selber schnippeln. So, also einfach ein bisschen wieder heranführen an wirklich, was ist eine Ananas, was ist Zucchini, was, also einfach diese Basics. Und da konnten sich Kindertagesstätten für bewerben für einen Tag. Und das war in der Region, also es war nicht nur der Träger, der praktisch die Förderung beantragt hat dafür die Kindertagesstätten, sondern alle, die sich quasi in der Region praktisch daran teilnehmen wollten. Und es hat einen sehr großen öffentlichen Wirksamkeitskreis bezogen. Wir hatten ganz viele Sponsoren. Was ist so gut angekommen, dass die regionale Sparkasse gesagt hat, das ist ein Projekt, was wir uns jährlich auf die Fahne schreiben wollen. Wir wollen, dass Kinder und Jugendliche wieder lernen zu kochen, was Essen ist und kein Fast Food. Das ist jetzt unser Schwerpunkt an der Stelle. Und dadurch kam dann die regionale Sparkassenförderung.
Hier habe ich Ihnen noch ein paar Tipps für eine neue Projektförderung mit aufgeschrieben. Also, wenn es jetzt praktisch darum geht, dass das Projekt zu Ende ist und wir wollen jetzt neu beantragen für ein neues Projekt, aber inhaltlich identisch, möchte ich jetzt mal so sagen. Also, man möchte nicht so ganz von dem, was man hat, abweichen oder bisher getan hat. Dann sind es hier einmal, wie ich vorhin schon mal benannte, starke Fakten, die neuen Zielgruppen, die man mit einflechten kann, neue Handlungsfelder, aber auch eben die Wirkung des Projektes. Was ist die Wirkung dieses Projektes und was bezieht sich darauf neu, das, was man als neues Projekt angehen kann, nutzen kann? Kooperationspartner, mit denen man vielleicht zusammen ein neues Projekt auflegt, was dann einen anderen Charakter kriegt. Bildungsstrukturen, Bildungsangebote finde ich immer ganz wichtig, dass sich da raus aus dem Handlungsfeld, dem ersten Projekt, ein besonderes neues Bildungsangebot entwickelt. Und natürlich die Referenz.
So, laufende Projektförderung, geht das? Also, früher hat die Aktion Mensch, wie gesagt, mal so etwas, das gibt es jetzt leider nicht mehr, da gab es für drei Jahre eine Förderung wie bei der Starthilfe. Und dann konnte man noch mal zwei Jahre quasi hinterher beantragen, musste aber besondere Kriterien erfüllen. Das gibt es jetzt leider so auch nicht mehr bei Aktion Mensch. Ich habe mir eine Idee mitgebracht: Wir haben bei uns in meiner Region, in der Kommune, Förderrichtlinien, zum Beispiel für die Sportförderung, Kulturförderung oder Sozialförderung. Das ist natürlich auch, wenn Sie jetzt sagen, Sie haben das nicht bei sich, ein Stückchen Arbeit natürlich auch Richtung an die Kommunalpolitiker und Politikerinnen rangehen, an die Gemeindevertretung, um zu sagen: "Wir brauchen das, wir sind die Vereine, die stärken euren Ort, unsere Gemeinde. Hier bei uns pulsiert das Leben, wir machen hier die Arbeit mit Senioren, Kindern, Jugendlichen et cetera. Wir brauchen eine solide Basis, was praktisch die Kommunalpolitik solche Förderrichtlinien ins Leben ruft und auf die Beine bringt." Bei mir in der Kommune ist es zum Beispiel so, dass festgelegt ist, dass jeder Sportverein pro Mitglied eine gewisse Summe im Jahr bekommt. Auch Richtung Kulturförderung, auch Sozialförderung. Bei uns ist es auch so, dass wir Netzwerke haben, die eine Kooperationsvereinbarung haben mit der Kommune, um festzulegen, so und so viel Geld gibt es im Jahr für die Arbeit dieses Netzwerkes. Das war aber natürlich auch eine Vorarbeit. Das Netzwerk musste sich natürlich vorstellen, musste ganz klar sagen, warum es wichtig ist, dass das Netzwerk hier in der Region arbeiten kann und muss, welche Ziele, welche Zielgruppen. Und das ist nicht, also, das sind auch Sachen, die gehen nicht von heute auf morgen. Das ist ganz klar, das ist auf jeden Fall ein ganz wichtiges Ziel. Und es kann auch klappen, also deswegen möchte ich Sie dafür gerne erwärmen.
Und als meine letzte Folie, glaube ich, ist das: Hier noch mal ganz klar, die Anschlussfinanzierung gehört in jede strategische Projektplanung.