Ich möchte heute mit euch darüber sprechen, wie gute Zusammenarbeit gelingen kann und wie ihr eben eure Prozesse im digitalen Raum moderieren könnt. Dabei ist es ganz gleich, ob es darum geht, ob ihr ein Workshop-Format anbieten wollt, ein Bildungsformat, ob ihr eure Teamsitzung gestalten wollt oder ob ihr eben in kleinen Gruppen zusammen in den Austausch treten wollt. All diese unterschiedlichen Formate werden wir uns heute angucken und ganz viele der Methoden sind wirklich auch für mehrere Formate möglich.
Lasst uns mal loslegen. Ich wurde ja schon ganz großartig vorgestellt, das heißt, ich werde euch gar nicht so viel mehr noch dazu berichten. Vielleicht noch als kleinen Hinweis, aus welchem Hintergrund ich euch heute meine Erfahrungen teilen werde: Ihr habt ja schon mitbekommen, dass ich in einem gemeinnützigen Verein unterwegs bin, wo wir alle unsere Teamsitzungen schon seit jeher rein digital machen. Wir sind über die ganze Welt verteilt, das heißt, wir haben digitale Sitzungen und die müssen eben ansprechend und motivierend für unsere Ehrenamtlichen gestaltet werden, sodass sie eben auch nicht die Lust verlieren, sich weiterhin zu engagieren. Gleichzeitig ist es mein Job, meine Arbeit, mit gemeinnützigen Organisationen Weiterbildungsformate umzusetzen. Und das sind Formate, die ganz kurzweilig sein können, so wie wir das jetzt heute haben: ein kleiner Impuls, ein Input. Das können aber auch mehrstündige Workshop-Einheiten sein, wo 90 % der Zeit rein digital stattfinden. Und dann ist es natürlich wichtig, dass man in diesen Formaten einen guten Mix aus Methoden anbietet, um diese digitalen Formate nicht langweilig zu gestalten, sondern so, dass wirklich alle Leute Lust haben, mit dabei zu sein und mitzudenken. Und diese Tipps und Erfahrungen, die ich jetzt seit 2019 in den digitalen Formaten gesammelt habe, möchte ich euch auch gerne weitergeben.
Ihr habt ja vielleicht schon gesehen, dass wir auch einen Chat in der Veranstaltung haben. Das heißt, nutzt ganz gerne den Chat, auch wenn ihr weitere Tipps habt, die ihr gerne mit anderen teilen wollt. Ich bin mir ganz sicher, ihr saßt auch schon in ganz vielen digitalen Veranstaltungen drin, bestimmt auch in ganz schlechten und bestimmt auch in sehr guten. Teilt gerne dort auch, wenn euch Dinge einfallen, die euch besonders gut gefallen haben.
Diese Folie haben die Leute schon gesehen, die im ersten Teil dabei waren. Ich sage immer, dass die digitale Vereinsarbeit aus vier Bestandteilen besteht. Wir haben zum einen die Kommunikation, das ist das Thema, was wir gestern angesprochen haben, also wie wir uns digital aufstellen können, um gut miteinander zu kommunizieren. Dann haben wir die Kollaboration, also wie wir Projekte managen, Projekte umsetzen, gemeinsam kreativ werden. Und in der Mitte als Herzstück haben wir die Veranstaltungen. Veranstaltung habe ich als Begriff gewählt für alle Begegnungsräume, die ihr schafft. Das können eure Bildungsveranstaltungen sein, das können aber auch eure Teamsitzungen oder Mitgliederversammlungen sein, je nachdem, wo ihr euch mit euren Aktivitäten aufhaltet. Und da werden wir heute genau einsteigen mit unseren Methoden, also wie ihr digitale Veranstaltungen gut gestalten könnt. Und als Spitze haben wir das Teambuilding, weil alle diese drei unterschiedlichen Bausteine zahlen natürlich darauf ein, dass ihr euch als Team gemeinsam zusammenfügt, dass ihr als Verein oder als Organisation gemeinsam stark werdet und tolle Projekte umsetzen könnt. Und dafür möchte ich euch einfach ein paar Tipps und Tricks mit auf den Weg geben.
Also wie gesagt, heute gucken wir auf die Veranstaltungen und da können wir jetzt auch direkt mit loslegen.
Was ich mir heute überlegt habe, worüber ich mit euch sprechen möchte: Bei Moderation habt ihr vermutlich schon viel gehört. Vielleicht habt ihr auch schon in analogen Veranstaltungen gesessen und schon analoge Workshops vielleicht sogar gehalten und moderiert. Ich möchte aber ganz kurz speziell mit euch über das Online-Format reden. Also, was macht das eigentlich aus, dass wir sagen, man kann digital nicht das Gleiche machen wie analog? Warum müssen wir eigentlich Unterschiede machen und was ist das eigentlich, dass wir spüren, was unterschiedlich ist? Das möchte ich einmal mit euch beleuchten, wo wir da die Unterschiede finden. Dann gibt es ja häufig im digitalen Raum eine Konsumhaltung. Man lehnt sich so ein bisschen nach hinten zurück, weil wir vor dem Bildschirm sitzen. Es fühlt sich ein bisschen ähnlich an, wie wenn man vor dem Fernseher sitzt. Und da gibt es häufig den Wunsch danach: "Hey Jana, wie können wir das schaffen, dass wir mehr Partizipation und mehr Energie in unsere digitalen Räume reinbekommen?" Und da gibt es ein paar Tipps, ein paar Techniken und Methoden, die ich euch direkt hier an die Hand geben möchte, die wir auch gerne virtuell einmal ausprobieren können, um zu schauen, ob ich euch auch etwas energetischer hier in unsere Runde bekomme. Dann zeige ich euch noch den Methodenkoffer, also eine ganz kleine Auswahl an unterschiedlichen Methoden, die ich euch mitgebracht habe für unterschiedliche Phasen in der Moderation. Und dann haben wir heute noch ganz viel Zeit für eure Erfahrungen, für eure Fragen, die ihr dann über den Chat mit uns teilen könnt. Ich hoffe, das ist soweit für euch passend und dann würde ich gerne loslegen.
Bevor wir loslegen, möchte ich aber auch noch etwas über euch erfahren. Mich würde nämlich interessieren, in welchen Formaten du bereits Erfahrungen sammeln konntest: in Präsenzformaten, in digitalen Formaten oder in hybriden Formaten?
Die Umfrage wird gleich eingeblendet, aber es werden auch schon ein paar Sachen in den Chat geschrieben. Genau. Ich sehe schon, ganz viele haben A, Präsenz, schon ganz, ganz viele ausgewählt. Genau, ein paar B und C und schon auch einige, die auch C haben, also hybride Formate, alle Formate. Ihr habt wirklich schon ganz viel abgestimmt. So, jetzt, wenn ihr wollt, dann haben wir auch eine Statistik später. Ihr habt jetzt ein kleines Fenster, was sich geöffnet hat, da könnt ihr an der Umfrage teilnehmen. Da habt ihr die Option A, B und C, also A für Präsenz, B für Digital oder C für Hybrid. Klickt gerne an, was ihr da habt. Und ihr wart alle ganz schnell, die Umfrageergebnisse sind auch schon da. Also 97 % haben A ausgewählt, also fast alle hier im Raum haben schon mal ein Präsenzformat moderiert. Dann bin ich jetzt ganz gespannt, was ihr gleich zu berichten habt, was so der Unterschied ist zu digitalen Formaten. Ganz viele von euch haben auch schon rein digitale Formate moderiert, das heißt 91 %, und C, hybride Formate, haben 63 %. Hier kam die berechtigte Frage, was ist eigentlich der Unterschied zwischen einem digitalen und einem hybriden Format? Da ganz kurz dazu: Ein hybrides Format bedeutet, dass man sowohl Präsenz-, also ein paar Teilnehmerinnen in Präsenz dabei hat, und ein paar Teilnehmerinnen digital dabei hat. Dass man parallel die gleiche Veranstaltung gemeinsam macht, wohingegen eine Gruppe sich präsent zusammentut, aber auch Teilnehmerinnen digital dazugeschaltet sind. In der Moderation sagt man immer, das ist die hohe Kunst der Moderation, weil man im Grunde ja zwei Veranstaltungen komplett planen muss, einmal die analoge und einmal die digitale, und dann gleichzeitig auch noch gucken sollte, wie die toll ineinandergreifen können, um da auch das beste Erlebnis für alle Teilnehmer rauszuholen.
Das als kleiner Hinweis zum Unterschied von Präsenz, Digital und Hybrid. Ich würde sagen, Hybrid ist die Königskrone oder die Königinnenkrone für die Moderation. Und ich denke, da ihr viel Präsenzerfahrung habt, ist das etwas, worauf ihr gut aufbauen könnt, wenn es darum geht, digitale Veranstaltungen zu moderieren.
Ich möchte jetzt als Einstieg darüber sprechen: Was ist eigentlich das gelungene Online-Format? Was ist anders in der Online-Zusammenarbeit, als wir das jetzt in der analogen Zusammenarbeit kennen?
Das Besondere aus der Perspektive eurer Teamleitung, also vielleicht euch als Workshopleitung oder auch als Moderatorin, ist, dass ihr zuallererst die Skills erlernen müsst. Ihr habt vermutlich gelernt, wie ihr in Gruppen auftretet oder wie ihr Gruppen moderiert, schon im Schulalltag, vielleicht auch schon in der Berufsschule, in der Ausbildung, im Studium. Da lernt ihr schon, in Gruppen zu agieren und eben auch Prozesse zu unterstützen. Und das habt ihr analog gelernt. Und diese Skills, wie ihr eben diese Prozesse und Gespräche im Rahmen des Digitalen moderieren könnt, sind einfach Skills, die jetzt neu dazukommen und die ihr neu erlernen müsst. Da könnt ihr auf das aufbauen, was ihr im Analogen gelernt habt, aber natürlich gibt es da einfach Unterschiede für euch in der Art und Weise, wie ihr auftretet, wie ihr euch mitteilen könnt und wie ihr Gespräche lenken könnt, wenn man das digital macht. Deswegen seid ihr auch heute hier.
Das Format muss sehr viel proaktiver gestaltet werden, als ihr das aus analogen Räumen kennt. Sowohl von der Teilnehmerinnenseite als auch von euch müsst ihr viel proaktiver Dinge benennen, die im Raum stehen. Denn dieses Raumgefühl, was man im Analogen hat – es wurde eben auch schon in den Kanälen im Chat genannt –, also man hat das Gefühl, den anderen besser einschätzen zu können, das fehlt einem ganz klar. Man hat es schwieriger, das zu spüren, was eigentlich die anderen einem mitteilen wollen. Und deswegen muss man wesentlich proaktiver Dinge nachfragen, Dinge nachhorchen, um eben zu verstehen, wie die Raumatmosphäre ist, wie euer Gegenüber oder eure Gruppe überhaupt da ist.
Zusätzlich passieren Einheiten, die euch als Team oder als Gruppe zusammenbringen, in Workshops im analogen Format meistens ganz automatisch. Ihr habt leckere Getränke da, ihr habt einen guten Kuchen da und ihr habt irgendwie Gruppentische und direkt definiert sich eben die Gruppe auch als eine Gruppe, wenn sie zusammensitzen. Im digitalen Raum geschieht das nicht ganz so automatisch. Ihr müsst ganz aktiv Blöcke einplanen, die dafür sorgen, dass die Leute in den Austausch kommen: Kennenlernrunden, kleine Gruppen, also die Breakout-Sessions, die ihr vermutlich schon häufiger gesehen habt, wo eben Leute zusammenkommen und sich direkt austauschen können. Und das ist eben dieses Teambuilding. Dieser Austausch wird ganz explizit zu eurer Aufgabe und müsst ihr in euer Konzept einplanen.
Ihr habt die Herausforderung, dass ihr nur ganz wenig Kontrolle über die Umwelt von euren Teilnehmerinnen habt. Ihr könnt nicht gewährleisten, dass jeder ein Arbeitszimmer hat, dass jeder vielleicht ohne Kinder oder Haustiere an eurem Workshop teilnehmen kann. Das bedeutet, ihr habt Leute da vielleicht sitzen, denen der Hund um die Beine rumschwirrt, die vielleicht in der Küche mit der Familie zusammensitzen, weil man sich nicht immer für einen Workshop zurückziehen kann. Mein Tipp dabei ist wirklich immer, die Umwelt dann einfach mit einzubeziehen und nicht dagegen zu arbeiten, weil eure Teilnehmerinnen vermutlich schon gestresst sind. Wenn sie sich nicht so zurückziehen können, um an eurem Workshop oder in eurer Sitzung teilzunehmen, dann versucht, ihnen nicht noch ein schlechtes Gewissen zu machen, sondern versucht, ganz positiv und proaktiv damit umzugehen. Manchmal können auch Kinder ganz toll in den Workshop mit eingezogen werden, indem sie einfach auch mal nach ihrer Meinung gefragt werden und eine tolle neue Perspektive mit reinbringen.
Dann hat Corona, vor allem zu Pandemiezeiten, dazu geführt, dass viele Leute in den digitalen Austausch gedrängt wurden. Ich selber bin ja viel im Digitalisierungsbereich tätig und bin ein großer Fan davon. Nichtsdestotrotz kann ich das auch verstehen und es ist absolut valide zu sagen: "Für mich sind digitale Workshops nichts und ich finde das Analoge einfach wesentlich besser." Und ich finde es wichtig, dass ihr euch als Verein oder Organisation gut Gedanken macht, in welchen Formaten ihr digitale und in welchen analoge oder vielleicht auch hybride Sachen anbieten wollt. Und das ist vollkommen in Ordnung, wenn ihr als Organisation sagt, wir wollen analog bleiben, wenn das für euch als Organisation passt und eure Veranstaltung den größten Mehrwert aus der Präsenz schöpft. Ich möchte euch natürlich nicht dazu zwingen, diese zu digitalisieren. Hier sollte es einfach darum gehen, wie ihr digitale Formate anbieten könnt, auf die ihr Lust habt und auf die auch eure Teammitglieder Lust haben.
Und natürlich habt ihr die Herausforderung, das habe ich eingangs schon gesagt, der Konsumhaltung, die wir vor dem Bildschirm haben.
Häufig, wenn Leute sich einschalten, vielleicht ist es ja auch gerade ähnlich bei euch so, ihr wisst nicht genau oder ihr wisst, dass ich euch nicht sehen kann. Ich kann es nicht einschätzen, ob ihr gerade in euren Nachrichten seid, ob ihr E-Mails checkt nebenher, ob ihr euer Abendessen vielleicht schon vor dem Computer stehen habt – an dieser Stelle guten Appetit an alle, bei denen es so weit ist – oder wo ihr gerade unterwegs seid. Vor dem Bildschirm sind wir schnell in so einer Konsumhaltung und man lehnt sich schnell zurück. Und gerade wenn ihr ein Thema habt, wo ihr viel Partizipation wollt, wo ihr wollt, dass die Leute aktiv mitarbeiten, aktiv mitdenken, solltet ihr einfach innerhalb der ersten 10 Minuten eine aktive Methode mit einsetzen, sodass ihr die Leute von Anfang an in dieser Stellung habt und nicht hier hinten in ihren Sesseln. Also, ihr wollt sie vorne mit dabei am Mitdenken haben. Und da ist es einfach wichtig, dass ihr sie direkt von vornherein mit abholt und in den ersten zehn Minuten eine aktive Methode wählt, um eben auch zu zeigen: "Hey, das wird hier gerade ein aktiver Workshop."
Dann, wie ist es denn für eure Teilnehmerinnen, wenn sie in euren Workshops oder euren Teamsitzungen sitzen?
Zum einen kennt ihr, glaube ich, dieses Gefühl: Es ist einfach gerade heute anstrengend. Ich weiß nicht warum, aber ein vierstündiger Workshop im digitalen Raum fühlt sich einfach viel länger an als ein vierstündiger Workshop im analogen Raum. Und das hat auch einen ganz körperlichen Grund. Es liegt einfach daran, dass euer Körper viel angestrengter ist im digitalen Raum. Denn wenn ihr in einen Raum mit anderen Menschen geht, spürt euer Körper, dass er nicht alleine ist. Ja, ihr seid im Raum, ihr seid in der Gruppenstunde, im Workshop und merkt: "Hey, wir arbeiten hier zusammen." Und ihr seid direkt in der aufrechten Position, ihr seid direkt aktiv mit dabei. Wenn ihr vor der Kamera sitzt und an einem Workshop im digitalen Raum teilnehmt, fühlt sich euer Körper tatsächlich etwas veräppelt, weil er dann merkt: "Hey, ich bin doch eigentlich alleine hier im Raum, in eurer Küche, in einem Wohnzimmer oder im Büro, wo ich gerade sitze." Und ihr müsst dem Körper ganz bewusst signalisieren: "Hey, du bist gerade nicht alleine. Ich bin hier gerade zwar virtuell, aber gefühlt mit zehn anderen – oder heute sind wir hier mit über 100 Leuten – zusammen in einem Raum." Und das ist anstrengend für den Körper, immer und immer wieder diese Signale empfangen zu müssen und sich dann ganz klar daran zu erinnern: "Hey, wir sind hier, wir müssen präsent bleiben."
Eine weitere Herausforderung für eure Teilnehmerinnen ist es, mit dieser fehlenden oder mit der übergroßen Aufmerksamkeit umzugehen. Vielleicht, für die, die ja schon sehr viel Erfahrung in der Moderation im analogen Raum haben: Ihr kennt bestimmt alle die Teilnehmerinnen, die, bevor sie ihre erste Wortmeldung machen, ziemlich intensiv Augenkontakt mit der Moderation aufbauen, also signalisieren wollen: "Ich möchte gerne was sagen", einfach durch die Körperhaltung, durch den Augenkontakt. Und man so mit der Moderation schon die erste Verknüpfung schafft und sich dann traut, etwas zu sagen, oder man als Moderation aktiv auf die Person zugehen kann. Und das fehlt euch natürlich im digitalen Raum. Es kann keiner direkten Augenkontakt mit euch aufbauen. Und man kann vielleicht in der Gestik und in der Haltung etwas erahnen, wenn jemand was sagen möchte, ja, wenn er die Augen aufzieht oder plötzlich die Stirn runzelt, lohnt es sich häufig nachzufragen, woher die Reaktion kommt. Aber es ist wesentlich schwieriger für Teilnehmerinnen, sich euch mitzuteilen, dass sie etwas sagen wollen, außer sie machen es explizit und schalten ihr Mikrofon an oder nutzen die Handhebe-Funktion.
Und das ist gerade für schüchterne und zurückhaltende Menschen schwierig, da ihren Weg reinzufinden.
Auch wenn ihr eine schlechte technische Verbindung habt oder die Leute für einen Moment etwas unaufmerksam waren, ist es für die Leute schwieriger, wieder reinzufinden, weil man nicht einfach kurz den Nachbarn fragen kann oder bei technischen Herausforderungen nicht so schnell wieder reinkommt. Das sind einfach Dinge, die anstrengend sind für eure Teilnehmerinnen, wo man einfach gucken muss, wie man gut unterstützen kann.
Natürlich, für die Nachbarschaftsgespräche könnt ihr auf den Chat aufmerksam machen. Das ersetzt es dann eben so ein bisschen, dass die Leute eben auch gut noch miteinander ins Gespräch kommen können. Was auch hilft, sind Kleingruppen immer und immer wieder regelmäßig anzubieten, weil da schafft ihr es auch, dass alle Teilnehmerinnen, die im Raum sind, sich auf das gleiche Niveau wieder bringen können und sich gegenseitig unterstützen. Es hat auch etwas anderes, wenn ich als Moderation Dinge erkläre oder Dinge mitgebe, oder wenn man sich als Teilnehmergruppe austauscht und so auf denselben Stand bringt.
Lasst uns loslegen mit einer ganz klaren Struktur, wie Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung eines Online-Meetings auszusehen hat. Also: Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung. Ich glaube, wir können uns darauf einigen, das ist Bestandteil einer jeden digitalen Veranstaltung, egal ob Workshop, egal ob Teamsitzung, egal ob Mitgliederversammlung. Ihr habt immer diese drei Bausteine. Mich würde mal kurz interessieren, was denkt ihr, Hand aufs Herz, in welchen Baustein steckt ihr die meiste Energie, wenn ihr ein digitales Format durchführt?
Schreibt es mal kurz in den Chat, wo seid ihr am meisten aktiv.
Einige: Vorbereitung. Die meisten haben jetzt Vorbereitung gesagt. Man darf auch Widerspruch haben. Einige: Nachbereitung. Durchführung haben jetzt auch ein paar. Ja, es ist sehr spannend.
Tatsächlich habt ihr bei digitalen Formaten zeitlich gesehen natürlich unterschiedliche Abschnitte. Ihr habt eine geringere Aufmerksamkeitsspanne von euren Teilnehmerinnen. Ihr kennt das ja vielleicht, bei einer analogen Veranstaltung ist es natürlich nicht schön, wenn man nicht pünktlich kommt, aber wenn man 10, 15 Minuten zu spät ist, dann ist es meistens noch nicht so dramatisch. Kommt mal in eine digitale Veranstaltung 15 Minuten zu spät. Wenn ihr Pech habt und ihr die Moderation seid, dann ist der Laden leer. Dann habt ihr da niemanden.
Das heißt, die Zeit, die ihr zusammen verbringt, ist einfach aufgrund der Aufmerksamkeitsspanne, aufgrund dieser stark durchgetakteten Art, wie digitale Veranstaltungen sind, einfach viel stärker komprimiert. Das heißt, ihr müsst in die Vorbereitung sehr, sehr viel Zeit und Energie stecken. Die ist aber meistens etwas gestreckt und nicht ganz so ermüdend. Dann habt ihr die Durchführungszeit, die nimmt nicht so viel Zeit in Anspruch im Vergleich zur Vorbereitung und Nachbereitung, aber sehr, sehr viel Energie, weil ihr einfach mit 120 % diese Durchführung der digitalen Veranstaltung macht. Und eine gute und sorgsame Nachbereitung sorgt einfach dafür, dass ihr eure Ergebnisse gut aufbereitet und gut mitgeben könnt. Also, es ist eine kleine Fangfrage, es sind alle drei Teile gleich wichtig. Dabei ist die Durchführung der energetischste Teil, also wo ihr wirklich energievoll dabei sein müsst, aber am wenigsten Zeit einnimmt. Und Vorbereitung und Nachbereitung, die nehmen mehr Zeit in Anspruch, vor allem als die Durchführung, aber dafür könnt ihr da eure Energieressourcen ein bisschen besser einteilen.
Gut. In einem gelungenen Online-Meeting, egal ob Workshop oder Teamsitzung, gibt es ein paar Dinge, die ich euch mit an die Hand geben möchte, ein paar Methoden und Tipps.
Vor dem Meeting, und damit meine ich weit vor dem Meeting, je nachdem wie viel Routine ihr habt, eine Woche vorher, vielleicht aber auch einen Monat vorher, mal zu gucken: einmal eine technische Probe oder ein Training anbieten. Besonders wichtig, wenn ihr das Gefühl habt, es sind nicht alle Leute fit mit den digitalen Tools, die ihr verwendet. Ihr nutzt ein neues digitales Tool? Bietet gerne eine technische Probe an. Ihr habt vielleicht auch Referentinnen dabei, die vielleicht noch neu auf der Plattform sind. Holt sie da einfach mal rein für die technische Probe. Und ihr habt vermutlich schon einige DSGVO-Seminare besucht und ihr wisst ja auch, wie viele Webinare es hier schon gab. Und ich kann euch sagen, wir machen vor jedem Webinar auch noch eine technische Probe. Auch wir waren gestern schon miteinander verbunden, wir sind heute wieder verbunden und vor beiden Webinaren gab es eine technische Probe, weil es kann sein, dass es plötzlich ein Update auf dem Computer gab und die ein oder andere Sache plötzlich nicht mehr so funktioniert, wie sie gestern funktioniert hat. Also, die technische Probe gehört einfach zu einer guten Vorbereitung dazu. Und wenn alles gut läuft, nutzt die Zeit, um euch einen Kaffee aufzufüllen.
Schickt gerne noch mal eine Erinnerung mit dem aktuellen Einwahllink für eure Veranstaltung, dass alle den Einwahllink zur Verfügung haben, alle auch den richtigen Einwahllink haben. Gerne auch in der Kalendereinladung anhängen, dass alle das auch haben und wirklich dann dabei sind. Das Schöne ist, wenn ihr den Einwahllink noch mal am selben Tag zuschickt, dann haben alle den oben in ihrem Postfach drin und finden ihn ganz schnell und sind dann auch da. Und wir kommen gleich auch noch dazu, wie man eben mit anderen Materialien digitale Veranstaltungen etwas aufregender gestalten kann. Wenn ihr das plant, also wenn ihr versucht, mit Blättern, Zetteln und Stiften zu arbeiten, weist die Leute darauf hin, dass sie die benötigten Materialien mitbringen. Also vielleicht braucht ihr Post-its, vielleicht sollen Leute Fotos mitbringen oder irgendetwas Witziges anziehen. All diese Dinge, die ihr vielleicht nutzen wollt, bunte Karten, listet das auf, fragt es nach. Oder in manchen Veranstaltungen werden auch kleine Päckchen vorher verschickt, wo Dinge drin sind, die sie nutzen sollen. Es kommt ein bisschen darauf an, wie groß eure Veranstaltung ist und natürlich auch, was für ein Budget ihr zur Verfügung stehen habt.
Ganz direkt vor dem Start, also mindestens 15 Minuten, sollte man vor jeder guten Veranstaltung da sein. Das gilt übrigens auch für Teamsitzungen. Selbst wenn ihr regelmäßige Teamsitzungen habt, solltet ihr euch 15 Minuten vorher schon einwählen. Das führt einfach dazu, dass ihr die Chance habt, langsam reinzukommen und ihr auch Zeit für Tür-und-Angel-Gespräche habt. Also das schöne Ankommen in den Raum, was ja auch viele in den digitalen Veranstaltungen vermissen. Das könnt ihr nachholen, indem ihr eben anbietet, dass ihr ab 15 Minuten vorher den Raum aufmacht und ihr für Gespräche zur Verfügung steht. Weil dann habt ihr ja die Zeit, um mal zu fragen: "Hey, wie bist du eigentlich heute hier angekommen?" und "Wie geht's dir eigentlich?".
Es hilft dann auch, wenn die Leute ihren Namen anpassen. Dann habt ihr auch die digitalen Namensschilder, so wie ich das jetzt heute hier habe. Leute können nicht nur Schreibutensilien zur Verfügung stellen. Und dann macht ihr euch einen Kaffee oder einen Tee oder holt euch euer Lieblingsgetränk, weil es hilft einfach, wenn du dich wohlfühlst, wenn du angekommen bist. Und spring nicht direkt von deinen E-Mails in deine Online-Veranstaltung, denn wir können schneller klicken, als unser Kopf mitwandern kann zwischen den verschiedenen Programmen. Und gerade wenn ihr moderiert, wollt ihr ja auch 100 % da sein.
Genau. Während des Meetings ist es total wichtig, wenn ihr in der Moderation euren Gesichtsausdruck nutzt. Ich habe von einer tollen Moderationskollegin einmal den Tipp gehört, dass wenn ihr 100 % von euren Teilnehmerinnen an Energie erwartet, ihr 120 % geben müsst. Also, ihr müsst immer ein bisschen mehr, ein bisschen mehr reinsetzen als die anderen. Und dafür könnt ihr einfach eure Gestik und Mimik nutzen. Achtet darauf, dass euer Bildausschnitt auch so ein bisschen eures Oberkörpers mit abdeckt und man merkt, wie ihr euch bewegt, wie euer Gesichtsausdruck sich verändert, weil das macht es einfach spannender, euch zuzuhören und eben auch spannender, energetisch in einem Workshop mitzumachen.
Achtet auf den festen Zeitraum. Leute sind wirklich ganz, ganz streng, was so digitale Formate angeht. Alles, was ihr überzieht, die Leute sind einfach weg. Länger als fünf Minuten wird meistens wirklich nicht geduldet. Die meisten Leute loggen sich sogar schon ein paar Minuten vorher aus. Also achtet darauf, dass ihr wirklich in dem Zeitraum bleibt.
Klärt auch ab, wofür ihr die Chatnutzung nutzen wollt. Also, wofür ist der Chat da? Dürfen wir hier Abfragen reinmachen? Dürfen wir Nachfragen machen? Dürft ihr hier eure Erfahrungen tippen? Also, wie ich euch am Anfang einmal kurz erklärt habe, dass ich mir wünschen würde, dass ihr euch im Chat auch weiter austauscht und im Chat weitere Erfahrungen zu meinen ergänzt. So kann es natürlich auch die Regel sein, dass man den Chat bitte nur nutzt, um Abstimmungen zu machen oder nur, um bestimmte Nachfragen zu machen. Je nachdem, ihr als Moderation habt die Hoheit zu entscheiden, wie ihr den Chat gerne nutzen wollt. Ihr müsst es nur am Anfang einmal kommunizieren, was ihr euch da vorgestellt habt.
Wenn ihr ein Format habt, was länger als 60 Minuten dauert, solltet ihr definitiv eine Pause einplanen.
Dort eine Pause einplanen, sodass die Leute einmal nachdenken können, ein bisschen Abstand gewinnen können, einen Schluck Wasser trinken können und dann könnt ihr da wieder weitermachen.
Apropos Wasser trinken.
Das Besondere an den Pausen ist, dass ihr das so nutzen könnt, dass ihr nach den Pausen die Leute wieder frisch dabei habt. Oder ihr könnt sie auch mit einem Gedankenspiel in die Pause schicken, sodass sie wieder frischer zurückkommen. Das ist eigentlich ganz schön.
Wenn ihr Tools nutzen wollt, ist das cool, das ist erfrischend. Es gibt auch ganz viele Spielereien, die man einbauen kann. Aber wenn ihr keinen Tool-Workshop plant, dann achtet darauf, dass ihr nur wenige Tools nutzt und die Leute nicht damit überfrachtet. Das lenkt sonst nur von euren Inhalten ab. Ein bis maximal zwei Tools reichen in den meisten Fällen. Und dann schaut einfach, welche tollen Methoden ihr mit diesen Tools umsetzen könnt.
Wenn ihr angeregte Gespräche plant, das klappt am besten mit drei bis vier Personen. Je nachdem, wie viele Leute ihre Kamera anhaben, wie viele Leute aktiv sind, schickt sie in eine Kleingruppe und dann werdet ihr sehen, wie animiert und motiviert die Leute aus den Kleingruppen wieder zurückkommen.
Genau. Ein kleiner Tipp noch, weil das immer wieder als Frage kommt: Wie kann man mit ausgeschalteten Kameras umgehen? Also, ich habe einen Workshop und die Leute wollen einfach nicht ihre Kameras einschalten. Und da habe ich drei Tipps. Das eine ist, in den ersten zehn Minuten direkt Interaktion einzuplanen. Das führt dazu, dass die Leute gar nicht erst die Kameras ausschalten, sondern dann direkt dabei sind. Und die Leute auch gerne am Anfang mit Namen ansprechen und ins Gespräch kommen, wenn die Leute langsam reinkommen. Dann sind Kleingruppen zum Einstieg eine wunderbare Möglichkeit, weil wenn man sich vielleicht vor der großen Gruppe nicht traut, den Bildschirm anzumachen, so sind doch viele Leute ganz angetan davon, in der kleinen Gruppe die Kamera anzuschalten. Wenn man zurückkommt, dann bleibt die Kamera auch meistens an. Und kleine Spieleinheiten mit der Kamera, also zum Beispiel spiele ich ganz gerne das Spiel "Farbe bekennen". Das heißt, dass ich die Leute bitte, ihre Kamera mit dem Finger abzudecken, also so, und alle, die auf eine bestimmte Aussage zutreffen, ihr Gesicht zu zeigen. Das Spiel kann man nur mitspielen, wenn man die Kamera anhat. Und das ist dann eben auch ein guter Grund, dass die Leute dann ihre Kamera anmachen. Wenn ihr einen längeren Workshop plant, legt gerne auch Zeiten fest, wo es möglich ist, die Kamera auszumachen. Denn gerade wenn ihr über zwei Stunden zusammensetzt, dann ist es auch anstrengend, konstant vor der Kamera zu sein. Und ich finde, wenn ich gerade einen Input gebe, etwas erkläre, ist es auch in Ordnung, wenn die Teilnehmerinnen mal die Kamera ausmachen und mal kurz verschnaufen, wenn sie dann nicht mehr vor der Kamera sitzen müssen.
Nach dem Meeting ist es eure Aufgabe in der Moderation, die Materialien zu versenden, also die Präsentation. Vielleicht sind auch noch Sachen entstanden, Ergebnisse, die gesichert wurden. Also all das zusammenzutragen und das euren Teilnehmerinnen zur Verfügung zu stellen.
Bei Teamsitzungen vielleicht dann auch das Protokoll, den nächsten Termin gegebenenfalls bekannt zu geben und helfende Tipps und Tricks aus dem Chat weiterzuleiten. Also, der Chat ist eine tolle Ressource, wo viele Leute auch wichtige Sachen reinteilen. Geht den gerne danach einmal durch und guckt, was ihr aus der Moderation noch ergänzend für die Teilnehmerinnen mitgeben wollt. Eine kleine Aufgabe, die gerne vergessen wird.
Dann möchte ich euch jetzt noch drei Formate und ihre Besonderheiten vorstellen, weil ich denke, es gibt so drei klassische Formate, wo ihr als Moderatorinnen unterwegs seid.
Was denkt ihr, in welchen Formaten plant ihr zu moderieren? Da als kleine Umfrage: Sind das eher A) Gruppen-Workshops, B) Teamsitzungen oder C) Dialoge/Beratungsgespräche?
Genau, da kommt jetzt auch gleich noch eine Umfrage, bevor ihr alle in den Chat abstimmt. Genau, jetzt habt ihr auch wieder die Umfrage, klickt gerne mal drauf.
Stimmt gerne mal ab.
Ich habe eben gesehen, es wurde sich auch ein Tür-und-Angel-Gespräch für unser Webinar heute gewünscht. Ihr seid ganz herzlich eingeladen, mir eine E-Mail zu schreiben. Ich freue mich einfach auch davon zu hören, wenn ihr noch Fragen habt dazu.
Viele von euch planen Gruppen-Workshops, ein paar Teamsitzungen und ganz wenige Dialoge oder Beratungen. Wir haben jetzt für alle drei Sachen ein Beispiel mitgebracht.
Worauf ihr achten müsst, ein paar Grundregeln der Planung für einen Gruppen-Workshop: Achtet darauf, dass ihr ausreichend Pausen macht und Interaktion in kleinen Gruppen einplant. Tatsächlich ist die Rückmeldung: Je mehr Interaktion in Kleingruppen ich einplane, desto zufriedener sind meine Teilnehmerinnen. Verrückt, aber es ist tatsächlich so. Die Leute lieben es, in kleinen Gruppen zusammenzuarbeiten, und das ist wirklich der Weg, wie man die Leute aktiv dabei behält.
Dabei wechsle ich immer zwischen Input und Aktivitäten. Euer Input sollte nie länger als maximal 15 Minuten sein, 10 Minuten ist immer so die goldene Regel. Also 10 bis 15 Minuten und danach eine Aktivität einplanen, womit die Leute das Wissen anwenden können, womit sie loslegen können. Und dazwischen überlegt euch, wie ihr die Ergebnisse sichern wollt. Für die Aktivitäten, im besten Fall sind die Leute in einer Kleingruppe, vielleicht gibt es ein geteiltes Dokument, vielleicht gibt es einen, der mitschreibt oder und dann präsentiert. Also, wie wollt ihr die Ergebnisse sichern? Ich versuche eigentlich, die Leute im Plenum nicht immer alles wiederholen zu lassen, was in den Kleingruppen gemacht wurde, sondern versuche das eher im digitalen Raum zu nutzen, dass man das dann ausstellen kann oder dass man sammeln kann oder ergänzen lassen kann. Und stehe eigentlich nicht so sehr darauf, dass jede einzelne Person das einzeln noch mal vorträgt, was gemacht wurde.
Ihr könnt mit Energizern – das zeige ich euch gleich, was das ist – für die richtige Atmosphäre sorgen, dass es die richtige Gruppenatmosphäre gibt. Also entweder die Leute runterholen, wenn es zu aktiv ist oder zu quirlig, oder wenn die Leute nicht aus dem Quark kommen und ein bisschen ruhiger sind, dann auch was Aktivierendes machen. Bleibt ganz flexibel mit eurer Struktur. Habt einen Plan im Kopf, aber plant auch gerne Slots ein, die ihr euch etwas offener haltet, oder Alternativen, je nachdem, wie eure Gruppe sich entwickelt, wo ihr Bedürfnisse merkt. Denn wenn eure Gruppe merkt, dass ihr euch auf Bedürfnisse einlassen könnt, desto besser wird natürlich eure Moderation. Und da man im digitalen Raum sehr wenig Zeit hat, hilft es, wenn ihr kleinere Slots habt, wo ihr A- und B-Möglichkeiten methodisch habt und dann entscheiden könnt, je nachdem, wie die Gruppe sich entwickelt. Oder vielleicht auch einen freien Slot habt, den ihr gemeinsam mit der Gruppe gestalten könnt. Es hilft einfach, dass die Leute da sind.
Als Moderation gilt im digitalen Raum bei Gruppen immer: zwei Personen. So wie wir auch heute hier zu zweit sind, bin ich für die inhaltliche Moderation da und Rebecca unterstützt mich auf technischer Seite. Und tatsächlich sind wir heute sogar zu dritt, weil wir die Rosa hier noch haben, die euch mit den Transkriptionen hilft. Das heißt, zwei sind wirklich euer Minimum: jemand, der sich um die Technik kümmert, und eine Person, die sich um den Inhalt kümmert.
Ich arbeite immer mit Workshop-Plänen. Hier habt ihr das mal gesehen. Ich will auch ganz kurz mal meinen Bildschirm zeigen, dass ihr das auch noch mal hier von mir sehen könnt.
Ich arbeite ganz gerne mit einer Software, die heißt SessionLab. Ihr könnt es aber auch ganz einfach in Excel machen oder in jeder möglichen Software. Das ist jetzt so ein grobes Gerüst, wie ein Workshop aussehen kann. Ich kann dann hier die Zeiten einplanen, wie lange eine Methode braucht, einen Titel geben, die Inhalte, was ihr geplant habt und so weiter, könnt dann so technische Hinweise hinsetzen. Also, es ist eine schöne Möglichkeit, um einen Workshop zu planen. Dieses Tool ist in einem gewissen Umfang kostenfrei. Ihr könnt euch das aber auch ganz normal in einer eigenen Tabelle selber aufschreiben, wie ihr euren Plan gestalten wollt.
Das nutze ich immer bei Gruppen.
Genau, das Programm heißt SessionLab. Ich schicke euch das am Ende auch noch gerne noch mal in den Chat.
Wenn ihr eine Beratung oder einen Dialog plant, dann achtet darauf, dass sich euer Gegenüber sicher fühlt in dem digitalen Raum, den ihr nutzt. Egal, welches Tool ihr nutzt, einfach etwas, wo ihr euch beide sicher drin fühlt, wo ihr das Gefühl habt, ihr könnt euch da gut aufgehoben fühlen. Wenn es um ein sensibles Thema geht, ist es ganz wichtig, dass ihr euren Hintergrund sichtbar macht. Jetzt heute bin ich im offiziellen Modus, ihr könnt nicht sehen, was hinter mir ist. Aber stellt euch mal vor, meine ganze Familie sitzt hinter mir – das könnt ihr gerade gar nicht sehen – und ich frage euch, dass ihr mir vielleicht von euren Fluchterfahrungen oder von eurer Familiensituation erzählt, und ich kann noch nicht mal erkennen, wo ihr gerade sitzt. Das ist gerade für Beratung und Dialoge eine schwierige Konstellation. Also, wenn ihr Vertrauen schaffen wollt, müsst ihr Vertrauen entgegenbringen, und das bedeutet, euren Hintergrund sichtbar zu machen.
Man kann auch in beratenden oder in dialogischen Momenten den Bildschirm teilen. Achtet nur darauf, oder spielt vielleicht auch damit, dass wenn ihr den Bildschirm teilt, der Fokus auf die Inhalte geht. Also so, wie ihr euch jetzt gerade die Präsentation anguckt, seid ihr sehr stark bei der Präsentation und sehr wenig bei mir. Und wenn ihr das Bildschirmteilen aufhört, dann komme ich meistens wieder in den Vordergrund und damit auch die andere Person. Also immer, wenn es um Gruppen geht oder um das Gemeinschaftsgefühl, hilft es, die Bildschirmteilung zu stoppen und noch mal gemeinsam im virtuellen Raum zu sein, ohne dass man eine Präsentation dazwischen hat.
Wenn ihr Absprachen macht, sichert die Ergebnisse gerne mit Tools oder tragt sie im Chat zusammen, damit ihr das gemeinsam betrachten könnt.
Wenn es um eine Teamsitzung geht, ist es wichtig, dass ihr eine Agenda habt und Ziele festlegt, dass ihr die richtigen Menschen einladet. Es gibt nichts Schlimmeres als Meetings, wo Leute sich fehl am Platz fühlen. Dass ihr ganz klares Timeboxing betreibt, also ganz klar sagt, wer was wann macht und wie viel Zeit das einnehmen kann. Sonst kann man sich auch tot diskutieren und die Leute verlieren die Lust daran.
Und werdet gerne in euren digitalen Formaten aktiv. Reine Reportings könnt ihr eigentlich auch in schriftlicher Form vorverlagern, sodass ihr eure wichtige Teamzeit, die ihr gemeinsam habt, wo ihr euch zusammenschaltet, nutzen könnt, um tolle neue Sachen zu denken, kreative Prozesse anzustoßen, Feedback abzuholen oder an eurem digitalen Wir-Gefühl zu arbeiten.
Nutzt die Zeit für euer Team und ihr solltet den Raum für den Austausch nutzen.
Genau.
Dann kommen wir zur Partizipation und Energie. Keine Sorge, die anderen zwei Sachen sind noch etwas kürzer, weil wir sind auch schon fast durch mit der Zeit heute. Viel, viel vor. Moderation in 45 Minuten ist eine Herausforderung.
Ihr könnt, um das Energielevel zu heben, kleine spielerische Einheiten einbauen. Das kann Geschichtenerzählen sein, Geschichten schreiben, Montagsmaler, Pantomime, Rollenspiele oder auch Filmelemente. Das sind alles Dinge, die im digitalen Raum wunderbar gut passen. Auch zusammen kochen, basteln oder musizieren sind Dinge, die ihr gut in eure digitalen Workshops mit einplanen könnt, gerade wenn das länger geht. Das ist etwas, was euch ein tolles Gruppengefühl gibt und auch gut im digitalen Raum geht.
Ein toller Energizer, den ich euch zeigen möchte – so ein Energizer ist eine kleine Spieleinheit, die ihr nutzen könnt, um eure Batterien wieder aufzuladen in dem Raum und die richtige Workshop-Atmosphäre herzustellen –, den möchte ich euch jetzt gerne mal zeigen. Wir können es nicht so richtig zusammenspielen, das ist das Problem, weil ich euch nicht sehen kann, aber mit Kamera funktioniert das wunderbar. Im Grunde werft ihr zwei Bilder auf die Folie und die Leute müssen mit ihrem Arm zeigen, wofür sie abstimmen. Also: "Mögt ihr lieber Hunde oder Katzen?" Und dann können die Leute alle den einen Arm hochhalten für das, was sie gerade besser finden, oder vielleicht auch beide. Und man bewegt sich direkt. Könnte man natürlich auch mit Vokabeln, mit unterschiedlichen Gemüsesorten machen. Ich habe hier noch Pasta oder Pizza. Zack, können die Leute sich schnell bewegen. Man bewegt sich, man lernt sich besser kennen und man lacht wahrscheinlich auch ein bisschen über dieses Spiel.
Genau, hier haben wir noch Bücher oder Kino, aber ich glaube, das Prinzip ist klar geworden.
Ihr könnt eure Energizer angepasst an Zielgruppe, Vertrauensbasis und Gruppengröße auswählen. Und ich habe in der letzten Folie noch einen Artikel verlinkt, wo ich euch 16 Energizer vorstelle, die ihr im digitalen Raum nutzen könnt. Das "Dies oder das"-Spiel ist einer davon.
Genau.
Das überspringe ich jetzt auch aus Zeitgründen. Wenn ihr einen sehr, sehr langen Workshop plant, hilft es, dass ihr eine bildschirmfreie Zeit einplant. Ihr müsst ja bei langen Workshops auch nicht alle vor dem Bildschirm sitzen. Es können Audiospaziergänge geplant sein, es kann eine Selbstreflexion alleine mit einem Arbeitsblatt weg vom Bildschirm mit dabei sein. Nur weil euer Workshop digital ist, bedeutet das ja nicht, dass ihr die ganze Zeit vor dem Computer sitzen müsst.
Genau. Der Methodenkoffer, den ich euch noch mitgebracht habe, soll euch als Moderatorin helfen, die Moderation gut zu übernehmen. Und das ist im Grunde eine kleine Zusammenstellung, die ich euch einfach mitgeben werde für die unterschiedlichen Phasen der Moderation.
Und die unterschiedlichen Phasen der Moderation helfen euch als Moderatorin, genau das zu machen, was eure Hauptaufgabe ist. Und das ist eben, das Gespräch zu lenken und über die Kommunikation zu vermitteln, sodass ihr eben gemeinsam als Gruppe ein bestimmtes Ziel erreichen könnt.
Und dabei gibt es – das ist tatsächlich kein Hexenwerk, sondern das sind einfach ganz klare Phasen, die eine Moderation durchläuft. Das ist zum einen am Anfang die Check-in-Phase, wo man ankommt. Das, was ich euch vorhin gezeigt habe mit "direkt vor dem Meeting", das Ankommen, die Tür-und-Angel-Gespräche, das technische Know-how. Dann die Transparenzphase, da geht es dann darum, dass ihr zeigt, welche Regeln hier in unserem Raum gelten, was wir eigentlich gemeinsam in diesem Workshop klären wollen, worum es hier eigentlich geht, wer ich bin, wer ihr seid und was wir hier eigentlich zusammen machen. Danach gibt es die Hinführung zum Thema, wo ihr das Thema aufmacht, die erste Berührung der Teilnehmer mit dem Thema begleitet. Danach die gemeinsame Bearbeitung des Themas, die Ergebnissicherung und danach die Reflexion über den Workshop an sich.
Diese Phasen spiegeln sich eigentlich in all diesen Workshops und Sitzungen immer und immer wieder. Und hier sind sie auch noch mal erklärt, wie ich das gerade für euch gemacht habe.
Und da gibt es ganz, ganz viele Methoden, die ihr machen könnt. Und hier könnt ihr die am besten sehen, wenn ihr auf den Vollbildmodus geht oder wenn ihr dann die PDF zu Hause habt. Da habt ihr unterschiedliche Methoden und Tool-Vorschläge, was ihr nutzen könnt, um die unterschiedlichen Phasen zu unterstützen. Und ihr habt vielleicht auch selber noch welche. Schreibt sie ganz, ganz gerne in den Chat und schaut mal rein, wie ihr euch da unterstützen könnt.