Zusammenarbeit und Kommunikation mit den Eltern der Spieler und Spielerinnen oder Sportler und Sportlerinnen aufzubauen, damit bestmögliche Voraussetzungen geboten werden können – um die es in diesem ganzen Setting geht, nämlich um die Kinder und die Jugendlichen.Und in diesem Rahmen halte ich Vorträge, gebe Impulsreferate – wie jetzt hier online –, gebe sie auch offline, halte Workshops. Ich habe einen Blog und einen Podcast. In beiden schreibe und spreche ich über das Thema. Und ich bin so ein bisschen über unseren Sohn dorthin gekommen. Der hat mehr als 13 Jahre Fußball gespielt, und ich war eine Mutter, die mit dem Sport ganz wenig anfangen konnte. Ich habe quasi alles mühsam erarbeitet und mein Erfahrungswissen aus den 13 Jahren mit meinem Fachwissen – ich bin systemischer Coach und Mediatorin – gebündelt, um dem Thema Elternarbeit und Elternkommunikation mehr Aufmerksamkeit und mehr Raum zu geben. Denn ihr werdet gleich sehen: Oftmals reichen schon kleine Stellschrauben aus, damit sich etwas bewegt und sich auch schnell etwas bewegen kann.
So weit erstmal zu mir. Ich würde sagen, ich erzähle euch mal, was euch heute erwartet. Dazu gehe ich jetzt in die Präsentation. Wir schauen uns heute an, wie Eltern sich im Sport oder im Hobby ihres Kindes verhalten. Mein Schwerpunkt ist der Fußball bzw. der Amateursport, also alle Mannschaftssportarten, die ich mittlerweile betreue. Ich arbeite aber auch mit Erzieherinnen von Ganztagsschulen und Kindergärten zusammen, weil überall dort, wo es um Kinder, die Eltern und – ich sage mal ganz allgemein – eine dritte Instanz geht, ähnliche Strukturen vorherrschen. Ob es nun Fußball, Handball, Volleyball, Schwimmen oder die Musikgruppe, die Theatergruppe oder die Fahrtfinder ist: Wir haben oft ähnliche Strukturen, über die wir heute sprechen werden. Ich werde euch ein paar Impulse mitgeben. Wenn ich von Verein oder Organisation spreche, binde ich alle ein, die heute hier in diesem Raum sind und sich in einer Organisationsstruktur befinden. Dann schauen wir uns an, welche Herausforderungen sich im Miteinander zwischen den beiden – ich sage mal – Parteien, den Eltern auf der einen Seite und auf der anderen Seite dem Verein oder der Organisation stellen. Wir schauen uns an, wie eine wertvolle und wertschätzende Kommunikation gelingen kann. Und ich habe ein paar Handlungsempfehlungen und konkrete Tools für den Vereinsalltag mitgebracht.
Und wie Nina schon sagte, gibt es am Ende die Möglichkeit, mir Fragen zu stellen. Was ihr wissen wollt, schreibt es gerne in den Chat, und Jana sammelt das alles. Dann kann ich es am Ende beantworten. Ich hoffe, ihr habt es euch jetzt gemütlich gemacht, dass ihr gut für euch sorgt und jetzt entspannt vor euren Rechnern, Handys oder iPads sitzt. Wir steigen gleich ins Thema ein. Ich habe eine Frage vorbereitet, die Jana gleich einblendet. Und zwar würde ich gerne wissen, aus welchen Bereichen ihr kommt. In welchem Bereich ist euer Verein oder eure Organisation aktiv? Im Sport? In Jugendorganisationen wie Feuerwehr, THW oder Fahrtfinder? Oder im künstlerischen Bereich wie Musik, Theater oder weitere Freizeitvereine? Lasst uns das wissen. Da werden die Umfrageergebnisse veröffentlicht: Viele sind im Sport unterwegs – 39 %, 29 % in Jugendorganisationen und 32 % in Musik, Theater und weiteren Freizeitvereinen. Wunderbar, vielen Dank dafür.
Dann kommen wir zur zweiten Frage. Da geht es mir um die Elternkommunikation: Wie würdet ihr sie beschreiben? Würdet ihr sagen, bei uns läuft es total klasse, super? Oder: Es geht so, wir haben noch Luft nach oben? Oder: Komplett ausbaufähig, da braucht es noch einiges, bis wir von einer Zusammenarbeit oder Kommunikation auf Augenhöhe sprechen können? Die Umfrageergebnisse werden veröffentlicht: Die meisten sagen, es geht so. Keiner sagt super, und 37 % sagen ausbaufähig. Prima. Dann schauen wir mal, was ihr heute mitnehmen könnt, damit sich das eine oder andere bei euch verändern kann. Ich würde euch jetzt gerne mitnehmen in mein Museum für Elternkommunikation. Dafür würde ich euch bitten, mich ins Vollbild zu nehmen. Das bedeutet: Wenn ihr mich seht, gibt es oben in meinem Bildchen ein kleines Kästchen mit vier Pfeilen. Wenn ihr diese Pfeile anklickt, seht ihr mich auf eurem Gerät im Vollbild und könnt mich besser sehen.
Jana hat es auch nochmal in den Chat geschrieben, wie es am besten funktioniert. Das Museum für Elternkommunikation: Ich habe ein paar Exponate mitgebracht, die ich euch jetzt gerne vorstellen möchte. Das ist meine Wanderausstellung, mit der ich immer unterwegs bin. Das erste und wirklich sehr wertvolle Exponat ist der Teddybär. Das ist der Teddybär meiner Tochter von 1994. Den hat sie bei uns zu Hause gelassen, als sie vor 12 Jahren ausgezogen ist. Wir hegen und pflegen ihn. Aber ihr seht: Er hat ein Pflaster auf der Stirn und ein verbundenes Bein. Der Teddy steht stellvertretend dafür, was viele Eltern bewegt, wenn sie ihr Kind in einen Sport oder ein Hobby entlassen: Sie möchten das Beste für ihr Kind, dass es ihm gut geht und dass es sich wohlfühlt. Dieses „Beste für mein Kind“ ist individuell und hat oft mit den eigenen Bedürfnissen zu tun – also dem, was Eltern sich für ihr Kind vorstellen. Es gibt auch Eltern, die symbiotisch mit ihren Kindern verbunden sind: Geht es dem Kind gut, geht es auch ihnen gut. Der Umkehrschluss bedeutet: Geht es dem Kind nicht gut – wenn es beispielsweise beim Sport nicht spielt, auf der Bank sitzt oder zu früh ausgewechselt wird –, dann ist das für manche Eltern schwer aushaltbar.
Das ist im Grunde das, was viele Eltern umtreibt und sie nach Lösungsmodellen suchen lässt, die wieder Wohlbefinden herstellen. Diese Lösungsansätze werden auf Basis dessen gesucht, was sie wissen und was sie in dem Moment für richtig halten. In den meisten Fällen geht das aber nicht mit der anderen Seite – also dem Sportverein, der Fahrtfinderleitung oder der Theaterleitung – konform. Das ist das erste Exponat. Das zweite Exponat ist ein Helikopter. Er steht stellvertretend für die verschiedenen Elterntypen, die wir oft in unserem Miteinander kennenlernen. Es gibt Eltern, die sehr aktiv in der Kommunikation mit dem Trainerteam oder der Jugendleitung sind – die sogenannten Helikoptereltern. Sie sind sehr bedacht darauf, dass es ihrem Kind gut geht, und werden schnell aktiv, sei es durch Gespräche oder andere Maßnahmen. Die Helikoptereltern sind nur eine Gruppe von Elterntypen. Es gibt viele weitere, die ihr wahrscheinlich alle aus eurer Arbeit kennt. Mittlerweile gibt es auch die Rasenmähereltern, die versuchen, alle Hindernisse aus dem Weg zu räumen, damit ihr Kind gar nicht erst mit schwierigen Situationen konfrontiert wird. Das dritte Exponat ist ein Fußball oder eine Schwimmbrille, die stellvertretend für die verschiedenen Sportarten oder Themenbereiche stehen, in denen ihr unterwegs seid. Viele Eltern haben wenig Ahnung vom Hobby ihres Kindes. Aus dem Fußballbereich kann ich sagen: So ging es mir auch. Ich wusste viele Dinge nicht, und es gibt einen großen Bedarf, Eltern informativ und transparent abzuholen und ihnen das Basiswissen zum Hobby zu vermitteln, damit sie gut folgen können.
Dann habe ich euch zwei Personen mitgebracht: Agent Mulder und Agent Scully aus der Serie „Akte X“. Die Serie war 1993 sehr angesagt und ging um Außerirdische – nicht mein Thema, aber mein Mann hat sie geliebt. Spannend war, dass die beiden Charaktere völlig unterschiedlich waren und anfangs überhaupt nicht miteinander zurechtkamen. Doch mit der Zeit haben sie gelernt, sich wertzuschätzen und sind zu einem Team geworden. Ein Team zu sein ist wichtig, um gut zusammenzuarbeiten und das, was jeder leistet, wertzuschätzen. Und damit komme ich direkt zur Wertschätzung. Ich habe hier eine Milka-Schokolade mit „Danke schön“. Wertschätzung ist etwas, das in den Bereichen, in denen ihr unterwegs seid, oft zu kurz kommt. Wir alle möchten Wertschätzung erfahren, besonders im Ehrenamt. Es wird zwar immer wieder betont, wie wichtig sie ist, aber sie wird selten gelebt. Ich kann nur etwas wertschätzen, wenn ich es kenne. Das bringt mich zurück zum Beispiel mit dem Ball: Wenn ich nicht weiß, was im Sport oder in der Fahrtfinder-Gruppe von Eltern erwartet oder gewünscht wird, fällt es mir schwer, bestimmte Dinge wertzuschätzen. Wertschätzung ist ein wichtiges Thema, das man sich anschauen sollte, wenn es um die Zusammenarbeit mit Eltern geht.
Das waren die wichtigsten Herausforderungen, die wir im Miteinander haben. Ich habe aber auch Gelingensfaktoren mitgebracht, denn ich möchte nicht nur zeigen, was schwierig ist, sondern auch, wie wir es verändern können. Ein wichtiger Faktor ist die Kommunikation. Dafür habe ich ein altes Motorola-Handy mitgebracht – aus der Serie „24“ mit Jack Bauer, gespielt von Kiefer Sutherland. Er hat in 24 Stunden die Welt gerettet, und das nur mit diesem Handy. Er hat kommuniziert, Fragen gestellt und Anweisungen gegeben. Das Handy war nie leer und immer voll. Das ist etwas, was in der Zusammenarbeit mit Eltern wichtig ist: mit ihnen zu reden, sie in die Kommunikation einzubinden und Kommunikationsregeln aufzustellen, damit es ein Miteinander wird und ihr nicht überrannt werdet. Als Letztes habe ich noch etwas mitgebracht: Für viele Eltern ist der Fußball wie eine Reise in ein fremdes Land. Das gilt nicht nur für den Fußball, sondern auch für andere Bereiche. Wenn das Kind plötzlich in die freiwillige Feuerwehr geht, haben viele Eltern das Gefühl, sie kennen sich nicht aus. Wir gehen oft davon aus, dass das Gegenüber viel weiß, besonders bei Themen, die in der Gesellschaft bekannt sind. Aber wir sollten uns vorstellen, dass es für viele Eltern wie eine Reise in ein fremdes Land ist: Sie kennen die Sprache nicht, die Kultur nicht, und sie wünschen sich Leitplanken, damit sie wissen, wie sie sich verhalten sollen. Ich würde euch gerne einen Denkimpuls mitgeben: Wie würdet ihr euch fühlen, wenn ihr mit eurem Kind neu in euren Verein kommt? Fühlt ihr euch willkommen und abgeholt?
Das ist etwas, das ich euch mitgeben möchte. Ich habe gesagt, dass Kommunikation ein wichtiger Faktor ist. Die Sprache ist uns gegeben, um uns mit unserem Gegenüber auseinanderzusetzen, Informationen auszutauschen und uns zu beschäftigen. Ich habe heute das Eisbergmodell mitgebracht. Viele von euch kennen es vielleicht aus anderen Situationen. Es beruht auf der Persönlichkeitstheorie von Sigmund Freud. Wichtig finde ich, dass es zeigt, wie wichtig Informationen sind. Der unbewusste Teil des Eisbergs – der unter Wasser liegt – enthält Dinge wie Erfahrungen, Ängste, Werte und Bedürfnisse. Wenn es um das eigene Kind geht, spielen die eigene Entwicklung und ähnliche Situationen eine große Rolle. Wenn wir beim Sport bleiben und das Thema „Mein Kind spielt zu wenig“ betrachten, haben Eltern oft ähnliche Empfindungen, weil sie sich in die Rolle hineinversetzen können. Das bringt eigene Emotionen an die Oberfläche. Der sichtbare Teil des Eisbergs – das Bewusste – umfasst Worte, Körpersprache, Fakten und Zahlen. Der unbewusste Teil macht 80–90 % aus, der bewusste Teil nur 10–20 %. Das zeigt, wie wichtig es ist, dass Informationen transparent, klar und niedrigschwellig sind. Wenn ich mich in einer Fachwelt befinde, sollte ich so kommunizieren, dass jeder es verstehen kann. Bei allem, was ihr an Eltern herantragt, ist es wichtig, das „Warum“ zu erklären. Wir sind alle erwachsene Menschen und möchten keine Vorgaben ohne Erklärung. Eltern wollen verstehen, warum bestimmte Dinge wichtig sind. Das „Warum“ und der Mehrwert sind entscheidend. Eltern wollen wissen, was sie davon haben, wenn sie etwas tun. Wenn ich beispielsweise sicherstelle, dass mein Kind für das Fahrtfinder-Wochenende gut ausgestattet ist, habe ich ein gutes Gefühl, und mein Kind hat Spaß.
Das schließt den Kreis: Viele Eltern wollen, dass es ihrem Kind gut geht. Wir finden diese Situation auch in Mannschaftssportarten. Eltern denken oft im Individuum – also mehr auf ihr eigenes Kind –, während Trainer oder Leitungen mehr aufs Kollektiv schauen. Das „Warum“ und der Mehrwert helfen, Eltern abzuholen. Ich würde euch gerne eine Hausaufgabe mitgeben: Denkt an das letzte Gespräch mit einem Elternteil. Wie ist es verlaufen? Habt ihr das Anliegen gut erklärt? Habt ihr den Mehrwert benannt? Oder gab es nur Vorgaben? Reflektiert das und überlegt, wie ihr beim nächsten Mal anders in das Gespräch gehen könnt. Jetzt schauen wir uns an, dass wir in der Elternschaft ein großes Potenzial haben – besonders, wenn es um Kinder bis zu einem Alter von 10–12 Jahren geht. Hier ist oft noch viel Unterstützung durch die Eltern nötig. Das Potenzial der Eltern ist vorhanden, es muss nur genutzt werden. Ich habe ein Beispiel aus dem Kinder- und Jugendfußball gewählt. Bevor ich dazu mehr sage, habe ich eine Statistik mitgebracht: In welchen Vereinen sind Kinder und Jugendliche Mitglied? Laut dem Deutschen Olympischen Sportbund sind etwa 50 % aller Kinder und Jugendlichen in Sportvereinen aktiv – das sind ca. 7,6 Millionen Menschen unter 19 Jahren. Jedes zweite Kind ist in einem Sportverein, besonders in den Sportarten Fußball, Turnen, Schwimmen, Tennis und Handball. Danach folgen Musikvereine und andere Jugendorganisationen.
Wenn wir uns ein Zahlenbeispiel aus dem Kinder- und Jugendfußball anschauen: Beim DFB sind etwa 2,3 Millionen Spielerinnen und Spieler in Vereinen gelistet. Wenn wir annehmen, dass jedes zweite Kind von einem Elternteil unterstützt wird, sind das etwa eine Million Eltern, die allein im Kinder- und Jugendfußball aktiv sind. Eltern sind wie ein Rohdiamant: Sie sind wertvoll, brauchen aber Fürsorge. Wenn ich sie anspreche und die Bereitschaft habe, sie einzubinden, kann daraus etwas Tolles entstehen. Wir neigen oft dazu, von Annahmen auszugehen. Beim Fußball denken viele, dass Eltern genauso viel wissen wie sie selbst. Doch oft wissen Eltern nicht, dass wir ehrenamtlich arbeiten oder was wir alles machen. Wenn Eltern nicht wissen, was von ihnen erwartet wird, kann das zu Konflikten führen. Beispiele sind Zuverlässigkeit und Pünktlichkeit beim Training oder Spiel. Eltern wissen oft nicht, wie viel Vorbereitungszeit Trainer investieren. Ein weiterer Konfliktpunkt ist die Dienstleistungsmentalität: Viele Eltern wissen nicht, was ein Verein leistet, und denken, dass der Mitgliedsbeitrag alles abdeckt. Doch die Beiträge sind oft so gering, dass sie kaum etwas abdecken. Wenn dann Hilfe gebraucht wird, ist es schwer, Eltern zu mobilisieren, oder es melden sich immer dieselben. Ich würde gerne wissen: Wo finden Eltern in eurem Verein eine Anlaufstelle, wenn sie Fragen haben oder etwas auf der Seele haben?
Antworten aus dem Chat:
Beim Trainer
Renaim Kurleiter
Geschäftsstelle
WhatsApp-Gruppen
Jugendleiterin beim Vorstand
Kontaktdaten der Vorstandschaft auf der Website
Ausbilder und Vereinsvorsitzende
Theoretisch beim Kind, praktisch bei den Trainern
Direkt vor Ort bei den Leitungen
Ich komme aus einem Jugendverband und finde es erschreckend, wie wenig Eltern mitdenken. Gruppenleitungen sind oft noch sehr jung, und es gibt wenig Kommunikation auf Augenhöhe. Eltern bringen ihre Kinder nur und verschwinden dann wieder.
Das ist die von mir angesprochene Dienstleistungsmentalität. Vielen Dank für die Antworten. Dann gehen wir jetzt ins Konkrete. Ich habe gesagt, ich habe auch ein paar Handlungsideen mitgebracht, wie Eltern gut informiert werden können, damit sie mehr mitdenken und in die Kommunikation und Zusammenarbeit gehen können. Was ich immer empfehle: Die erste Anlaufstelle vieler Eltern ist das Internet. Studien zeigen, dass Eltern dort nach Informationen suchen, besonders wenn es um ihr Kind geht. Wenn es um Sport, Musikgruppen oder Fahrtfinder geht, schauen sie im Internet nach. Was ich aus vielen Bereichen sehe: Es gibt wenig direkte Ansprache an die Eltern. Ich meine eine klassische Elternseite. Auf den meisten Vereinshomepages gibt es eine Sponsorenseite, aber selten eine Seite für Eltern. Eltern sind genauso wichtig und sollten bedacht werden.
Eine Seite für Eltern einzurichten, auf der sie direkt angesprochen werden und Informationen finden, die für sie wichtig sind, macht mehrere Dinge: Sie bekommen Sichtbarkeit und werden Teil des Hobbys, des Sports oder der Chorgruppe. Ich gehe gleich näher auf die Elternseite ein, denn ich habe ein Beispiel mitgebracht, wie sie aussehen kann. Das Handout ist ein Einseiter, auf dem alle wichtigen Informationen kurz und knackig zusammengefasst sind. Ich habe euch auf der rechten Seite ein Beispiel mitgebracht – ein Handout, das ich für Trainerinnen erstellt habe, mit Tipps, wie sie Gespräche mit Eltern gut vorbereiten können. In dem Handout habe ich einen roten Faden skizziert: Wie wichtig es ist, sich Gedanken über die Ansprache zu machen, über den Inhalt, was vermittelt werden soll, und was im Handout stehen soll. Das „Warum“ und der Gewinn spielen dabei eine wichtige Rolle.
Wenn ihr ein Handout erstellt, z. B. zum Thema „Warum ist der Elternabend wichtig und verpflichtend?“, dann ist es wichtig zu erklären, warum der Elternabend wichtig ist: Nämlich, dass dort Dinge besprochen werden, die für die Spieler oder Kinder und Jugendlichen wichtig sind, und dass Eltern sie bestmöglich unterstützen können. Überlegt euch: Was ist das „Warum“? Was ist der Gewinn? Wer ist Ansprechpartner? Ich empfehle, das Handout kurz und knackig zu halten. Ich habe auch von der Elternseite gesprochen. Ich habe euch ein Beispiel mitgebracht, das ein Verein mit meiner Unterstützung erstellt hat. Sie haben sich für einen Fließtext entschieden und die wichtigsten Informationen auf der Seite zusammengefasst, mit Verlinkungen zu anderen Unterseiten. Eine solche Seite gibt Eltern Sichtbarkeit und zeigt, dass sie Teil des Fußballs, des Vereinswesens oder der Organisation sind. Gleichzeitig werden sie angesprochen, und es wird klar: Wir brauchen euch, und ihr seid wichtig für uns. Für Eltern ist das eine gute Möglichkeit, mehr zu wissen und zu verstehen. Je mehr sie wissen, desto besser können sie Entscheidungen akzeptieren und Vertrauen entwickeln. Das reduziert Missverständnisse und Enttäuschungen. Eine solche Sichtbarkeit stärkt die Zusammenarbeit. Nur wenige Vereine oder Organisationen haben so etwas, und damit ist es ein Alleinstellungsmerkmal Am Beispiel des Berliner Fußballvereins Berlina Strahlau: Als sie vor drei Jahren ihre Elternseite online gestellt haben, haben sie viele Anfragen bekommen und mussten eine Warteliste erstellen, weil die Transparenz für viele Eltern wichtig war.
Ich habe euch noch drei Beispiele für Elternseiten mitgebracht, wie man sie strukturieren oder aufbauen kann. Ich würde sagen, wir sind langsam am Ende. Ich fasse nochmal die wichtigsten Dinge zusammen: Wir haben oft die Situation, dass Eltern wenig über das Hobby ihres Kindes, über Vereinsstrukturen oder Organisationsstrukturen wissen. Viele Eltern sind emotional sehr mit ihrem Kind verbunden und auf der Beziehungsebene unterwegs, während die andere Seite mehr auf der Sachebene ist. Das sind die beiden wichtigsten Punkte, die das Miteinander erschweren können. Was dabei hilft, ist die Bereitschaft, Eltern einbinden zu wollen. Mit transparenten Informationen zum Hobby und zu den Vereinsstrukturen können Eltern besser verstehen, wie sie unterstützen können. Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Unterstützung: Wo können Eltern uns unterstützen? Viele Vereine sagen, dass Eltern nicht unterstützen wollen, aber oft ist nicht klar formuliert, wo Unterstützung gebraucht wird. Es gibt viele Aufgaben, für die kein Fachwissen nötig ist. Eltern können organisatorisch unterstützen, auch wenn sie nicht wissen, wie man Schach spielt. Es ist wichtig, diese Analyse zu starten und transparent zu machen, was an Eltern abgegeben werden kann. Ich finde es wichtig, dass beide Seiten Experten sind: die Vereine und Organisationen, aber auch die Eltern. Sie sind Experten für ihr Kind. Warum nicht das Wissen bündeln und in einen Topf werfen? Letztendlich wollen wir alle dasselbe: dass die Kinder und Jugendlichen eine tolle Zeit haben, Spaß haben und sich weiterentwickeln. Zusammengefasst: Informationen und Regeln, die mit einem „Warum“ und dem Mehrwert erklärt sind, geben Eltern Klarheit und Struktur. Das spart Zeit und Nerven und definiert das Miteinander klar.