Schönen Abend kann man schon fast sagen. Schönen späten Nachmittag. Schön, dass ihr alle dabei seid. Ich sehe schon an den Namen, ganz viele von euch waren auch im ersten Teil, also gestern schon dabei. Gestern ging es vor allem um, sage ich mal, den körperlichen Aspekt der Moderation, um das Thema Raumhalten im digitalen Raum. Wie kann man den Körper als Instrument nutzen? Was bedeutet eigentlich digitale Moderation? Und heute gehen wir ein bisschen konkreter in das Thema Tools und Übungen.
Ich werde mich manchmal beziehen müssen, weil es einfach nicht so ganz voneinander trennbar ist, die beiden Themen, auf das, was wir gestern gemacht haben. Wenn ihr gestern nicht dabei wart, ist das aber gar kein Problem aus zweierlei Gründen. Zum einen könnt ihr euch ja, wie wir gerade gehört haben, den Vortrag auch noch mal anhören von gestern. Zum anderen werde ich aber auch alles Wichtige noch mal ganz kurz zusammenfassen, was wir für heute brauchen. Es soll keine Doppelung werden, auf gar keinen Fall, aber es gibt so zwei, drei Punkte, wo ich denke, das müssten wir vielleicht noch mal erwähnen, wenn wir die Tools und Übungen auch wirklich gut umsetzen wollen.
Schön, dass ihr aus ganz Deutschland dabei seid, also so ziemlich aus ganz Deutschland, auch wenn viel Berlin- und Hannover-lastig ist, wie ich auch gesehen habe. Ich bin aus Brüssel dabei, das heißt, ein bisschen europäischer. Und da sind wir auch direkt schon beim ganz positiven Aspekt von digitalen Veranstaltungen, denn es ist uns wirklich heute Abend hier so schön zu treffen, obwohl wir alle so weit auseinandersitzen und vermutlich alle bis gerade eben gearbeitet haben oder sonst irgendwas gemacht haben. Jetzt sitzen wir hier alle zusammen, und das freut mich. Ich freue mich, dass ich heute die kommende Stunde hier mit euch verbringen darf.
Nutzt den Chat. Ich schaue die ganze Zeit rein. Wie gesagt, wir werden am Ende von Annalena dann die Fragen gestellt, die ihr stellt, aber ich freue mich auch, wenn ihr generell reagiert, mir so ein bisschen Feedback gebt, weil wir reden hier von Interaktion. Heute sitze ich vor meinem eigenen Video und schaue mich die ganze Zeit selber an, was ja durchaus merkwürdig ist. Das heißt, wenn ihr mir in den Chat schreibt, dann sehe ich, dass ihr noch da seid. Ihr dürft mich kritisieren, ihr dürft mir Fragen stellen, ihr dürft ergänzen. Wenn ihr schöne Ideen habt, teilt das. Da haben wir alle was davon. Ich bin nicht allwissend, und ich freue mich, wenn wir miteinander, voneinander gemeinsam heute hier lernen.
Ich habe ein bisschen was vorbereitet und würde sagen, ich starte jetzt einfach mal. Aber bevor ich das tue, schreibt mir noch mal ganz kurz in den Chat: Was würdet ihr denn sagen, ist für euch in so einem digitalen Raum, wenn ihr moderiert, die größte Herausforderung?
Was ist so? Versucht euch wirklich auf einen Punkt zu konzentrieren. Was ist das allerschwierigste für euch, wenn ihr sagt, ich moderiere für meinen Verein, für meine Organisation, eine Veranstaltung digital? Gerne auch im Vergleich tatsächlich zu Präsenzveranstaltungen. Oh, es fängt an. Wunderbar. Resonanz, fehlende Nähe, den Chat mit dem Blick zu behalten, lebendige Diskussion gestalten, Multitasking, keine direkte Reaktion, keine direkte Resonanz, die Teilnahme aller Beteiligten, den Raum zu lesen, Austausch gestalten, Zeitmanagement. Ist das schwieriger als in Präsenz? Ich habe immer das Gefühl, das ist leichter, wenn man besser auf die Uhr gucken kann, ohne dass jemand das sieht. Auf der Bühne muss man, ne? Das ist ein bisschen schwieriger.
Gespür für die Stimmung der Teilnehmenden bekommen, die Leute aktivieren, Aufmerksamkeit aller, fehlende Resonanz, Aufmerksamkeit. Ja, das lässt sich, glaube ich, sehr gut zusammenfassen hier. Den Raum fühlen, ne? Menschen aktivieren, mit Menschen in Kontakt zu kommen.
Widersprüche. Veronika, wenn du magst, erklär mir doch noch mal Widersprüche. Ich habe gesagt, ein Wort, und jetzt stelle ich doch die Frage, ob du es noch mal ein bisschen verlängert darstellen kannst. Ich glaube, wir schauen uns an, wie wir es vielleicht schaffen, ein bisschen mehr Resonanz hinzubekommen. Wir schauen uns an, wie wir möglichst viele Menschen aktivieren und mitnehmen.
Da möchte ich gleich vielleicht vorweg schon mal die Frage stellen: Wollen wir alle? Ist das immer das Ziel, oder ist es nicht vielleicht auch inklusiv zu sagen, es muss niemand, ne? Also, wer nur zuhören will, ist auch okay. Was ich mit euch vorhabe, ist, dass wir uns erstmal anschauen, was bedeutet eigentlich Inklusion im digitalen Raum, also was sind da die Grundlagen.
Ich habe ein bisschen was vorbereitet zum Thema Unterbrechung im digitalen Raum. Ich weiß, dass da gestern ein paar Fragen zu kamen, und ich glaube, das ist durchaus eine Herausforderung, die es öfter im Digitalen gibt. Und dann schauen wir uns an, wie wir möglichst mit wenig Technik ein bisschen brauchen. Hier steht ohne Technik, ist vielleicht ein bisschen weit ausgeholt. Natürlich brauchen wir Technik, wir reden vom digitalen Raum, aber möglichst wenig extra Technik.
Was es da für Methoden gibt, um Menschen mitzunehmen, und dann auch mit Hilfe von weiteren Tools, was wir da gut machen können. Ich schaue gerade noch mal in den Chat. Andere geteilte Meinungsbilder bei Desinteresse. Okay, das meinst du mit Widersprüchen, also ja, auch ein bisschen, die ganze Gruppe irgendwie zusammenbringen, kleinster gemeinsamer Nenner in Kontakt bringen. Ich würde behaupten, aus Sicht einer Moderatorin sind Widersprüche manchmal ganz schön, denn dann reden die Menschen wenigstens und tauschen sich aus. Aber wie fängt man das auf? Wie bringt man das zusammen? Wie bündelt man das, und wie macht man daraus am Ende eine gute Veranstaltung? Das ist die Frage.
Schauen wir uns mal an. Unterbrecht mich über den Chat gerne jederzeit. Stellt mir eure Fragen. Wir schauen jetzt erstmal in die Grundlagen. Was heißt eigentlich inklusive Moderation? Aus meiner Perspektive, ich mache das seit über 10 Jahren, ich bin seit 13 Jahren Moderatorin. Ich war eine Weile beim Fernsehen bei Rhein-Main-TV in Frankfurt, mache das seit 2018 selbstständig.
Ich habe ganz viele verschiedene Formate gemacht. Vielleicht kennen mich einige aus dem Skala Campus, für die habe ich vier Jahre lang Kaffeepause bzw. Campusführung gemacht. Ich habe viele verschiedene Kontexte und viel in den letzten 5 Jahren natürlich auch digital. Und was ich immer wieder gesehen habe: Moderation, die Rolle der Moderation ist es, Nähe zu schaffen, ist es, das Zwischenmenschliche zu schaffen. Klar, wir reden davon, wir müssen die Zeit im Blick haben, wir müssen die Themen durchackern, aber faktisch bräuchte es dafür eigentlich keinen Menschen, ne? Da könnte man noch einen Timer einstellen und eine Agenda irgendwo hin klatschen. Warum braucht es eine Moderation, um Nähe zu schaffen, um Brücken zu schlagen, um Menschen zusammenzubringen?
Darum geht's, es geht um Menschlichkeit, es geht um ein Miteinandersein. Und das schaffen wir am besten, indem wir erstmal uns selbst das bewusst machen, dass wir Menschen sind, dass wir Menschen sein dürfen, dass wir auf Menschen zugehen sollten. Und das hat ganz viel mit unserer eigenen Selbstwahrnehmung zu tun. Es hat damit zu tun, wie wir mit unserer Aufregung umgehen. Schaut dazu gerne in den ersten Teil des Seminars. Aufregung ist nicht unbedingt etwas Schlechtes. Das können wir auch annehmen, und wir können uns auch darüber freuen.
Wir können an unserer Präsenz und Stimme arbeiten, und all das ist quasi im Teil 1. Aber ich würde sagen, es ist ein wichtiger Aspekt, wenn es darum geht, Menschlichkeit und damit auch Inklusion in digitale Räume zu bringen, dass wir uns selber auch unserer Menschlichkeit bewusst sind, sie annehmen. Wir sind keine Maschinen, und wir sind an manchen Tagen fitter als an anderen, und manche Menschen mögen uns lieber als andere. So ist das. Wir sind nicht komplett neutral, auch wenn eine Moderation natürlich den Anspruch haben sollte, neutral zu sein.
Der zweite Schritt ist es, die Menschen da abzuholen, wo sie sich gerade aufhalten. Und das ist sehr viel herausfordernder im Digitalen als im Präsenz. Wir kennen das alle: Präsenzveranstaltungen fangen um 17 Uhr an. Leute tauchen so ab 16:40 Uhr auf, vielleicht hängen sie ihre Jacke auf, rauchen vielleicht noch eine Zigarette oder holen sich einen Kaffee oder einen Saft oder was auch immer, kommen in Kontakt, bis es um 17 Uhr dann sind vielleicht alle im Raum. Um 17:10 Uhr geht's dann los, bis dann haben aber alle schon mal kurz mit irgendwem geschnackt und sich ausgetauscht und sind im gleichen Boot, weil sie schon eine halbe Stunde Vorlauf hatten. Das haben wir im Digitalen natürlich null.
Die Leute schalten sich zu. Ihr seid jetzt gerade alle reingestolpert, und ich habe keine Ahnung, wie euer Tag war. Irgendjemand von euch hat wahrscheinlich gerade noch den Kaffee über die Tastatur gekippt. Jemand anderes hat vielleicht gerade ein weinendes Kind auf dem Arm. Noch jemand hat heute super Ärger bei der Arbeit gehabt, und jemand anders hat sich gestern verlobt. So, und das bringt ihr alles in eurem Kopf jetzt irgendwo mit hin. Und jetzt sitze ich hier und erzähle euch irgendwas eine Stunde lang, und ihr sollt mir bitte zuhören. Das ist natürlich auch... und Hunger habt ihr auch. Ja, das kann ich auch verstehen. Ich auch.
Also, das muss ich mitdenken, dass ich das erstmal nicht weiß, dass ich, dass ich erstmal davon ausgehen muss, dass ihr alle vielleicht nicht ganz so konzentriert beim Thema seid, wie ich es gerade bin. Ich wünsche mir natürlich anders, aber vermutlich ist das nicht so. Ihr guckt wahrscheinlich auch nebenher an eure E-Mails. Legt mal ruhig das Handy weg jetzt.
Das heißt, ich muss mir das irgendwo bewusst machen, und es dürft ihr. Ihr seid Menschen. Es ist vollkommen okay. Ich will euch ja auch keinen Vortrag dazu halten, aber es geht darum, dass ich das weiß und dass ich euch die Chance gebe, trotzdem noch einzusteigen in meinen Dialog, den ich hier gestartet habe, dass ich euch die Chance gebe, jederzeit einzusteigen. Das heißt, darauf muss ich mich einstellen. Ich kann es ansprechen, wie ich es jetzt gerade gemacht habe. Auch Katrin hat jetzt ihr Handy weggelegt, und sie ist noch mit eingestiegen, was mich freut.
Also genau das sind so die Gedankenspiele, die man sich vorher machen sollte, und das heißt natürlich auch, dass ich mich darauf vorbereiten muss, technisch und methodisch. Wir haben im ersten Teil der Veranstaltung darüber gesprochen, wie wir uns vorher Gedanken zur Zielgruppe machen. Das gehört da ganz klar zu. Was sind das für Menschen? Wann findet die Veranstaltung statt? Wie müde sind die? Und so weiter und so fort, um das gut gestalten zu können.
Das sind die ganzen Schritte. Wenn ihr gestern nicht dabei wart, schaut euch das an. Das ist wichtig, um Nähe im digitalen Raum zu schaffen. Und das heißt auch, ihr dürft auch müde sein, ihr dürft auch stottern, ihr dürft auch keine Ahnung, verschwitzt sein, weil es draußen heiß ist oder so. All das ist Teil eurer Menschlichkeit, und versucht das auch nicht zu verstecken. Ihr müsst nicht ablesen, ihr müsst nicht überkorrekt davor sitzen, dann verliert ihr die Leute. Sucht lieber eure Worte. Stottert mal, sagt mal: "Oh, Moment, ich muss mal kurz die richtige Folie finden." Damit gebt ihr Leuten Zeit anzukommen, euch als Mensch zu verstehen und wahrzunehmen.
Das heißt, man kann sich da auch so ein bisschen den Druck rausnehmen, indem wir einfach Nähe und Inklusion bedeutet auch, ich darf sein, wie ich bin, und ihr dürft sein, wie ihr seid, und irgendwo werden wir uns da schon finden. Und kurz auch noch mal ein Reminder von gestern: Ich überlege mir vorher immer, welche Emotionen brauche ich denn, um diese Menschen an Bord zu kriegen? In den meisten Fällen ist das sowas wie Inspiration, Motivation, gestalterisch wirksam werden, sowas in die Richtung. Und mit dieser Emotion gehe ich selber in die Veranstaltung. Ich muss sie ausstrahlen, damit ihr sie fühlen könnt.
Das heißt, ich muss 150 % diese Emotion reinbringen. Wenn ich euch inspirieren möchte heute, dann muss ich selber irgendwo inspiriert wirken, sonst wird diese Emotion nicht ankommen. Und genau, ich habe gestern gesagt, ich höre mir gerne vorher eine Playlist an mit passender Musik, die mich in diese Emotion bringt. Jakob hat gerade gefragt, welche Playlist es heute war. Wenn ihr Lust habt auf meine Playlist, ich kann euch gerne ein paar Playlists teilen, aber ich weiß nicht, ob wir den gleichen Musikgeschmack teilen. Aber vielleicht funktionieren sie für euch genauso wie für mich.
Also, erstmal so viel zum Thema. Kurzer Recap von gestern und vor allem dieser Punkt: Es geht um Nähe, es geht um Menschlichkeit. Ja, also Druck rausnehmen und Mensch sein, und dann können die anderen Menschen auch Menschen sein. Wie kann das gelebt werden, ne? Inklusion.
Und das allererste, was ich immer wieder sehe, gerade bei großen Zielgruppen oder bei sehr heterogenen Zielgruppen: Lass uns mal die Technik vergessen. Ja, lass es uns so einfach wie möglich machen. Mittlerweile kann der Großteil der Gesellschaft über Zoom, über Big Blue Button, Teams, Webex teilnehmen. Das ist wunderbar. Und dann würde ich sagen, wenn wir unsicher sind, wie viel wir der Zielgruppe zutrauen können, dann lass es uns genau dabei belassen. Ja, möglichst wenig technische Barrieren. Und wenn wir das Gefühl haben, selbst das ist noch schwierig, dann bieten wir vorher das an.
Also, wir schreiben vorher eine E-Mail und sagen, das Treffen findet statt über Zoom. Am besten ist es, ihr nutzt dafür einen Desktop-PC oder einen Laptop, kein Handy. So, also genau so eine Anleitung vorher. Nehmt die Menschen an die Hand und sagt den Menschen: "Wenn ihr Fragen habt, meldet euch." Wenn es irgendwie eine wichtige Vereinssitzung ist, irgendwas, wo ihr sagt, das ist aber wichtig, dass alle teilnehmen, auch die vielleicht ältere Generation, die bei uns teilnehmen, dann bietet an, dass ihr die dabei unterstützt, dass ihr eine Probe macht, dass die vielleicht ins Vereinshaus kommen.
Macht euch einfach explizit über die Zielgruppe Gedanken, dass sie auch wirklich teilnehmen können. Und manchmal bedeutet das einfach noch mal so drei Feedback-Runden länger daran zu hängen. Das heißt, digitale Teilhabe: Alle sollen sich willkommen, gesehen und gehört fühlen und in ihrer Art und Weise teilnehmen können an der Veranstaltung. Und genau das ist für mich in diesem Kontext das Thema Inklusion.
Ja, also es geht nicht darum, dass wir möglichst viel Technik nutzen und es dann irgendwie cool und funky ist, sondern es geht vor allem darum, möglichst viele Menschen gut mitzunehmen, am besten alle Menschen auf ihre Art und Weise mitzunehmen. Das heißt immer Beziehungsorientierung und kein Technikfokus. Ich weiß, dass... und ich muss mir da auch selber an die Nase packen.
2021 habe ich sehr, sehr viele Workshops gegeben zum Thema Verwendung von digitalen Tools, gerade im dritten Sektor, im sozialen Sektor, und ich habe auch so Tool-Safaris angeboten und gezeigt, wie funktioniert Mentimeter, Miro, Mural, Conceptboard. Ihr kennt sie wahrscheinlich alle, zumindest vom Hören, diese ganze Liste von verschiedenen Dingen, die man tun kann. Und es gibt so viele tolle Dinge, man kann sich daran verlieren in technischen Tools, aber in den meisten Fällen verliert man sich tatsächlich darin, und wir sollten lieber auf Beziehung gucken und auf Inhalt.
Wenn man mal ein schönes Tool dazu verwendet und die Leute das benutzen können, super, total schön, aber es sollte nicht der erste Gedankenschritt sein. Und das heißt auch, eine psychologische Sicherheit zu schaffen, also in eine Atmosphäre, in der man sich trauen darf, die Meinung zu sagen und auch mal nicht perfekt zu sein. Und das ist vor allem im Digitalen so wichtig, weil es durchaus für uns alle eine Herausforderung ist, immer noch die Kamera anzustellen und in so ein Mikro zu sprechen oder was auch immer ihr verwendet.
Ich merke das ja selber. Wenn ich euch jetzt in einem Raum irgendwo in irgendeinem Vereinshaus bei der DSE in Neustralsund begrüßt hätte, hätte ich vorher wahrscheinlich nicht mehr in den Spiegel geguckt. Aber hier macht man die Kamera an und macht dann erstmal so: "Oh, wie sehe ich denn aus? Oh Gott, was hast du denn hier?" Man sieht sich selber, und das ist total ungewohnt und das ist auch nicht immer angenehm, ne? Man stellt sich ja irgendwo auch anders vor, als man ist.
Das heißt, es ist eine höhere Hemmschwelle im digitalen Raum, mitzureden für viele Menschen. Und das bedeutet in manchen Fällen, z.B. was kann man da tun, dass man den Menschen mehr Zeit gibt. Und wenn man eine Frage stellt, so: "Ich habe jetzt hier was vorgestellt. Hat noch jemand Fragen?" "Nee, gut, dann bis morgen." Das funktioniert im digitalen Raum nicht.
Das heißt, ganz häufig ist es auch ein Still-aushalten. Ja, auch immer sagen: "Hat noch jemand Fragen?" und dann mal 10 Sekunden durchatmen und warten und noch mal warten, und dann kommen irgendwann die Fragen und dann kommen ganz viele Fragen. Aber die Leute müssen erstmal ihr Mikro anstellen, den Chat öffnen, was auch immer, um sich zu trauen, da reinzukommen. Das heißt, es ist ein anderes Menschen mitziehen. Es braucht sehr, sehr viel mehr Ruhe und gleichzeitig mehr Energie, was ein Tauziehen an sich schon ist, um diese psychologische Sicherheit zu schaffen.
Wir gehen da noch ein bisschen tiefer rein, wie wir das faktisch machen können. Wir müssen uns bewusst darüber sein, dass gerade... und ihr habt alle auch heute einen unterschiedlichen Kontext aus eurer Ehrenamtsarbeit, aber im Endeffekt haben wir häufig mit Gruppen zu tun, die sehr, sehr unterschiedliche Bedürfnisse haben. Die einen schalten sich zu und wollen berieselt werden, die anderen wollen gerne sich austauschen. Dann gibt's wieder die, die eigentlich nur rumspielen wollen und gerne Mentimeter und Chat wollen. Und dann gibt's die, die komplett überfordert und panisch davor sitzen und froh sind, dass sie Zoom anbekommen haben oder was auch immer ihr verwendet.
Das heißt, wir müssen uns dessen bewusst sein, und wir müssen dafür die Zugänge berücksichtigen. Es kann bedeuten, je nach Zielgruppe, und manchmal merkt man das auch erst während der Veranstaltung, dass man langsamer sprechen muss, dass man mehr Pausen einbauen muss, dass man mehr Ruhe generell reinbringen muss, mehr Rückfragen: "Ist alles okay? Kommt ihr alle? Seid ihr alle noch dabei? Ist das für euch verständlich?" Manchmal ist das ja auch einfach, jemand hat wackeliges WLAN, ne? Und dass man dann noch mal schauen muss, was kann ich tun, um diese Person mitzunehmen?
Häufig brauchen wir im Digitalen eine sehr viel klarere Gliederung, um die Menschen nicht zu verlieren, und immer wieder dieser Hinweis: "Jetzt sind wir bei Punkt 4 und da geht's weiter." Und je nach Zielgruppe gibt es für alle Programme die Möglichkeiten, Untertitel, Mitschriften, mittlerweile jetzt mit KI sehr, sehr einfach zu gestalten. Also, da geht's dann auch um Menschen, die vielleicht schlechter hören, schlechter sehen, was auch immer. Man muss das mitdenken, und in vielen Fällen hilft es auch, das vorher mal abzufragen. Also, braucht ihr irgendwas? Barrierefreiheit, was können wir tun, damit du teilnehmen kannst?
Langsame Internetverbindung, Unsicherheiten im Umgang mit Technik, da kann man schöne Proben machen. Bildschirmübelkeit haben wir alle und geringe Lesekompetenz. Was machen wir mit Bildschirmübelkeit? Ich glaube, es ist ein bisschen besser geworden, weil wir nicht mal ganz so viel digital machen, aber ich glaube, wir haben sie trotzdem alle. Manchmal brauchen wir vielleicht den Bildschirm noch gar nicht, ne? Vielleicht kann man auch manchmal sagen: "Okay, wir müssen jetzt über Thema X nachdenken. Lass uns doch alle mal kurz die Kamera ausstellen, uns kurz hinstellen, zum nächsten Fenster gehen, rausgucken, 5 Minuten nachdenken und dann treffen wir uns wieder." Einfach um manchmal diese Pausen da reinzubekommen. Und nicht die ganze Zeit bekloppt auf dem Rechner zu starren, denn dann sind wir meist nicht am kreativsten.
Und dann gibt's noch das ganze Thema sichtbare und unsichtbare Unterschiede. Wenn man jetzt über 80 da sitzen hat, eine Gruppe von Menschen über 80, dann ist einem wahrscheinlich relativ schnell schon bewusst, dass es vielleicht technische Schwierigkeiten gibt oder ähnliches oder Menschen aus ganz anderen Kontexten oder ähnliches, aber es gibt auch viele Dinge, die wir nicht sehen können und die uns vielleicht auch nicht gleich gesagt werden. Das heißt, für mich bedeutet das auch in vielen Fällen, von vorher eine menschliche Beziehung aufzubauen. Vorher abfragen: "Brauchst du irgendwas?" In der Anmoderation darauf eingehen. Ihr könnt mich anschreiben im Chat, auch privat, ne? Also, schreibt mir, ihr müsst das nicht im öffentlichen Chat, schreibt's privat, meldet euch zwischendurch, wenn irgendwas nicht okay ist. Das ist meine Rolle als Moderation. Ich bin dafür da, möglichst viele Menschen mitzunehmen.
Also, meldet euch und sagt mir, was ich besser machen kann, weil ich weiß es vielleicht auch nicht für alle Personen. Ich bin ja auch nicht allwissend, und ich weiß nicht, was du brauchst. Vielleicht brauchst du irgendwas Bestimmtes, sag's mir, und ich werde es versuchen umzusetzen. Das heißt, Empathie ist das Leitprinzip, und ich glaube, das ist es, was Moderationen eigentlich machen: Empathisch Menschen zusammenbringen, Brücken schlagen, und auch das ist genauso im digitalen Raum nur eigentlich noch wichtiger. Man muss noch mehr Menschlichkeit da reinbringen.
Und das heißt für mich, und da kommen wir wieder an dieses Thema: nicht zu viel Technik, niedrigschwellige Beteiligung. Das heißt Einladung statt Überforderung. Alles, was ich immer mache, ich biete es an, aber ich würde niemals jemanden zwingen, es zu tun. Ne? Also z.B. was ich super gerne mache, sind so kleine Check-ins, jeder mal ein Wort. Ich habe es jetzt mit euch schriftlich gemacht. Kann man wunderbar mündlich machen. Oder sowas: "Wie ist das Wetter bei euch heute im Kopf oder echt?" Kann man sich dann vielleicht auch ausdenken.
Wir machen eine kleine Runde, jeder sagt ein Wort, jeder schreibt was in den Chat, und wenn ich dann merke, jemand sagt aber nichts, dann ist das auch okay. Oder ich lade die Menschen ein, die Kamera anzumachen. Darüber reden wir gleich noch ein bisschen genauer. Und wenn sie es nicht tun, dann werden sie ihre Gründe haben. Ja, also ich würde niemals jemanden zwingen, irgendwas zu tun, weil wer weiß, was da los ist.
Ich selber habe, das habe ich gleich glaube ich auch schon erzählt, aber es hat mich geprägt. Ich habe selber mein zweites Kind im Oktober 2020 bekommen und habe weitergearbeitet. Als Selbständige ist das ja so. Und habe sehr, sehr oft meine Tochter in Meetings gestillt. Das war einfach so. Und dann habe ich entweder die Kamera höher gestellt, sodass man quasi nichts mehr gesehen hat, oder ich habe einfach die Kamera ausgemacht, und ich musste es... ich wüsste nicht, warum ich mich rechtfertigen müsste. Ich war dabei, ich habe gearbeitet, aber ich war froh, wenn ich die Kamera einfach mal ausstellen konnte, und es gibt tausend Gründe, dass Menschen ihre Kamera vielleicht gerade mal ausstellen wollen, und das ist auch okay.
Das heißt, wer nicht sprechen will, kann schreiben, wer nicht schreiben will, kann vielleicht abstimmen, und wer nicht will, der muss nicht als Grundprinzip, ne? Dann ganz, ganz klar Regeln und Rollenverteilung bei all dem. Also, wenn ich Breakout-Rooms mache, dann kann das für Menschen wahnsinnig unangenehm sein, die sehr introvertiert sind und plötzlich sich mit zwei oder drei anderen Personen in so einer kleinen Gruppe aufhalten und mit denen irgendwas besprechen müssen.
Zwei Fragen, die ich dem mitgebe oder so. Das heißt, wenn ich weiß, dass das problematisch sein könnte für die Zielgruppe, die das nicht gewohnt sind, dann stecke ich einen Moderator mit rein. Also irgendeine Kollegin, ein Kollege aus dem Verein, was auch immer, die das Gespräch zum Laufen bringen und gegebenenfalls auch dafür sorgen, dass Menschen nicht reden müssen, wenn sie nicht wollen, ne? Also z.B. so, da kann man immer gut mitdenken. Das heißt, sprachlich ist das immer: "Sie können, wenn sie möchten," statt "Jetzt bitte alle."
Wenn man langfristig mit Menschen zusammenarbeitet, dann ist es natürlich auch schön, wenn man Rituale schafft. Dann ist es nicht mehr überraschend, und dann werden sich auch schüchterne Menschen trauen mitzumachen. Also, wenn man immer eine Begrüßungsrunde macht mit einem Wort, dann werden sich auch irgendwann Menschen trauen, die vielleicht sonst das Mikro nicht anmachen. Einfach ganz klassische Rituale und Traditionen einbauen bei dem Ganzen.
Jetzt kommt gerade die Frage: Was tun, wenn im Webinar nur stumme Teilnehmer ohne Video sitzen? Das ist eine gute Frage. Ich habe selber verschiedene Lehraufträge an Universitäten gehabt, und während Corona, da war das so. Da muss man sich dann irgendwie die Frage stellen: Warum ist denn das so? Ich kann jetzt natürlich die Studis alle zwingen: "Stellt die Kamera an!" Ist das mein Ziel, dass die dann sitzen und mich angucken? Die Frage ist doch eher: Warum interessiert die das denn nicht, was ich erzähle? Weil ich gehe davon aus, die waren nicht da. Also, die waren sich eingeloggt und haben dann andere Sachen gemacht, und dann ist die Frage eigentlich eine ganz andere, die ich mir stellen muss.
Warum ist das so? Warum ist das nicht interessant für die? Da kommt die Relevanzfrage, und vielleicht muss ich daran arbeiten und gucken: "Okay, was muss ich denn tun, damit die wissen, es ist relevant für die?" Nicht nur, dass es prüfungsrelevant ist, sondern tatsächlich: "Was kann ich denn ändern, dass es für die Person spannend ist?" Denn aus irgendwelchen Gründen will ich sie ja dabei haben an dem Tag. Aus irgendwelchen Gründen haben sie sich ja eingeloggt, ne?
Und ja, ich glaube, wenn das alle machen oder alle waren noch im Schlafanzug, ja, dann ist vielleicht die Uhrzeit aber auch die falsche, ne? Also manchmal stecken da ganz andere Fragen hinter, bestimmt nicht immer. Und es kommt ein bisschen auf die Gruppe an und auf die Größe, ne? Das ist immer diese klassische "It Depends"-Antwort. Aber ganz häufig sehe ich, dass in Veranstaltungen, wo die Menschen das freiwillig und gerne machen, habe ich das Problem nicht. Ich habe auch Veranstaltungen, wo niemand im Chat schreibt. Ihr schreibt die ganze Zeit, weil ihr seid hier freiwillig. Ihr habt Lust auf das Thema.
Ich muss euch nicht zwingen, ich muss euch nicht auffordern, mitzureden. Und dann ist, glaube ich, eher da die Stellschraube, an der man reden muss. Oder? Aber ich sage mir: Vielleicht ist es so, vielleicht ist das ein Thema, das monologartig funktioniert. Weiß ich jetzt nicht. Ich weiß nicht, in welchem Bereich du arbeitest, aber vielleicht mache ich dann vielleicht auch eher einen Podcast daraus. Vielleicht nehme ich mich auf, und das muss gar kein Call sein. Spart uns allen vielleicht Zeit und Nerven, ne?
Aber nichtsdestotrotz gibt es ja Möglichkeiten, vielleicht die Menschen ein bisschen mehr zu motivieren, die da ohne Kamera sitzen. Und da würde ich sagen, schauen wir mal ein bisschen genauer rein. Also, Methoden für Mehrbeteiligung ohne Technik über das Videoprogramm, das wir verwenden, hinaus. Ja, was haben wir da? Also, ich komme so aus der journalistischen Moderation, das heißt, ich arbeite sowieso ganz, ganz viel mit Fragetechniken. Ich mache ganz viel Interviews und Paneldiskussionen, aber auch im digitalen Raum, auch bei Meetings und so weiter sind Fragen natürlich wahnsinnig wichtig und wie wir Fragen stellen.
Und gerade wenn es darum geht, möglichst vielen Menschen die Möglichkeit zu geben, zu antworten, versuche ich manchmal, Fragen dann besonders breit zu stellen oder möglichst viele Möglichkeiten der Antwort zu geben. Das heißt z.B. Doppelfragen zu stellen. Das heißt, zwei gezielte kontrastierende Fragen nacheinander zu stellen, sodass die Person entweder beide beantwortet oder nur die, die sie präferiert.
Das kann sowas sein wie: "Was war heute dein schönster Moment im Ehrenamt, und was war richtig herausfordernd?" Ja, das gibt den Menschen Möglichkeiten, da kann eigentlich jeder irgendwas zu sagen. Oder: "Was würdest du gern öfter erleben, und was auf jeden Fall nie wieder?" Also, das sind diese Öffnerfragen, und der Punkt ist, wenn eine Person einmal ins Mikro gesprochen hat und die Kamera anhatte, ist die Wahrscheinlichkeit statistisch gesehen so viel höher, dass die Person es im Laufe der Veranstaltung wieder macht.
Das heißt, gerade die Anfangsfrequenz und auch das ist im ersten Teil dieses Seminars. Wir reden über den Check-in, ist wahnsinnig wichtig, dieses Aufwärmen. Die Menschen müssen sich im Raum wohlfühlen, und wenn ihr es schafft, dass die Menschen am Anfang zumindestens mal kurz Kamera und Mikro anhaben, habt ihr schon wahnsinnig viel gewonnen.
Also sowas wie am Anfang: "Wie schön, dass ihr alle da seid. Habt ihr einen Kaffee? Zeigt mir eure Kaffeetasse." Kann wahnsinnig viel schon mal auswirken und verändern, ne?
Was ich auch mal gerne mache, sind so laut-leise-Runden. Das heißt, eine Mischung aus laut und leise, ne? Wer mag, sagt oder schreibt spontan einen Gedanken. Also, es kann sowas sein wie eine Assoziation zu einem Begriff: "Was verbindet ihr mit Inklusion? Schreibt ein Wort in den Chat." Oder: "Was verbindet ihr mit Inklusion? Wir machen eine Runde, weil wir sind nur irgendwie acht Leute, ne? Und jeder sagt mal ein Wort." Und dann gebe ich den Menschen die Möglichkeit, sich noch mal leise, das heißt, ein paar Minuten hinzusetzen und vertieft darüber Gedanken zu machen oder in Kleingruppen.
Aber diese Mischung aus für sich arbeiten und trotzdem immer wieder motivieren: "Schreibt in den Chat, nutzt das Mikro, guckt mich an mit der Kamera." Auch immer hilfreich sind so schnelle Runden, begrenzte Sprechzeit. Also jeder hat eine Minute Zeit: "Was nehmt ihr heute mit?" Eine Minute, und dann kann man so einen Timer einblenden oder man kann tatsächlich auch einfach eine Uhr, ne? Sowas. Man muss es nicht technisch machen, wir haben ja das Video.
Also, ihr könnt auch tatsächlich eine Uhr hochhalten oder eine Sanduhr, so etwas Schönes, und sagen: "Ey, eine Minute, jetzt bist du dran. Was hat dir heute gefallen?" "Ah, Zeit ist um. Lisa, jetzt bist du dran." Und so weiter und so fort. Das Blitzlicht, Blitzlicht-Runden, Check-ins, aber alles immer auch sagen: "Wenn es nicht funktioniert, dann könnt ihr es auch im Chat schreiben, ist auch okay, ne?" Und Chat ist eigentlich was, was eigentlich immer ganz gut klappt. Ich sehe, es kommen ganz viele Fragen. Ich antworte jetzt nicht auf alle, sondern Annalena darf die nachher sortieren und mir stellen.
Sonst komme ich wieder nicht durch. Gestern habe ich auch überzogen. Was können wir denn tun? Also an klassischen... ich habe ein paar Ideen mitgebracht, aber teilt gerne im Chat auch weitere. Was können wir denn für schöne Spielchen einbauen in dieser Check-in-Phase oder auch zwischendurch immer mal, wenn wir merken: "Uh, die Leute schlafen ein."
Es gibt so ein paar schöne Spiele, wo man Menschen echt motivieren kann, die Kamera anzumachen, zumindest für den Moment, was ja schon hilfreich ist. Z.B. Touch Blue ist so ein Klassiker, wo man sagt: "Wir alle halten jetzt mal was Braunes in die Kamera," und dann müssen alle ganz schnell irgendwo was finden, und die Person, die als Letztes dran ist, ist als Nächste dran. "So, jetzt halten wir was Gelbes in die Kamera. Alle halten was Gelbes in die Kamera." Und so weiter.
So ein Spiel, wo man einfach die Kamera einbezieht, ohne dass wir irgendwas Technisches haben. Es hilft auch, weil man einfach zwischendurch mal kurz nicht auf die Kamera guckt, weil man sich mal wieder im Raum erdet, um sich rum guckt, mal wieder da ist, wo man eigentlich sitzt, Dinge anfasst. Es tut uns gut und tut unserem Gehirn gut, man kommt runter.
Also eine schöne Übung, die man sehr leicht einbauen kann. Gleich genau Urlaubssouvenirs, Dekogegenstände holen, Kamera zeigen. In Vorstellungsrunden kann man das wunderbar. Ne? "Zeigt irgendwas, was über euch aussagt." Keine Ahnung. Ich sehe hier vor allen Dingen, dass ich hier viel Unordnung habe. Blumensamen habe ich hier liegen. Ich könnte jetzt was über meinen Garten erzählen oder so, ne?
Also das immer wunderschön. Sowas kann man immer total schön machen. Dann auch ganz, ganz einfach: Man bittet alle mal die Kamera zuzuhalten und sagt: "Alle, die schon ihren Urlaub gebucht haben, machen mal die Kamera auf."
Alle, die... keine Ahnung, heute schon einen Keks gegessen haben, machen die Kamera auf. So, und dann verbindet man sich, und man sieht: "Ach krass, ja, du auch. Lustig, ich habe auch schon einen Keks gegessen."
Also, man macht ein bisschen was Menschliches, was man einbauen kann, und gleichzeitig ist die Kamera eingebunden, und dann wird's vielleicht Menschen geben, die trotzdem nicht mitmachen, und dann ist es auch okay. Und die schreiben vielleicht im Chat: "Ich habe einen Keks gegessen." Dann hat man sie trotzdem irgendwo bekommen, ne?
Genau. Schreibtisch zeigen tue ich jetzt nicht, aber oder im Chat: "Was siehst du, wenn du aus dem Fenster schaust?" Kann man mündlich machen? Kann man schriftlich? Ist vielleicht noch ein bisschen niedrigschwelliger, weil es nicht unbedingt eine Kamera einbezieht, aber manchmal will man ja die Menschen motivieren, die Kamera anzumachen.
Eine Frage, die ich immer vorstelle: "Was muss passieren, dass das Event heute ein Erfolg für dich wird?" Einfach so ein bisschen Erwartungsabfrage habe ich von euch schon durch eine Umfrage vorher bekommen. Das hat mir sehr geholfen. Aber trotzdem, sowas kann man immer gut machen.
Und was auch schön ist: Ich bin jetzt kein Big Blue Button Pro. Ich glaube, ich kann, kann ich ja Emojis machen, bestimmt, ne? Reaktionsleiste, das sieht doch gut aus. Genau, ich kann irgendwie ein Emoji zeigen. Hier gibt's leider nur so wenig Auswahl. Ähm, z.B. jetzt hier den, jetzt macht ihr alle. Jetzt sehe ich nicht mehr, weil mein...
Aber ich könnte jetzt z.B. den traurigen machen, und dann müssen alle den nachmachen über die Kamera oder den lachenden oder... ne? Also bei Zoom kann man ganz, ganz viele machen, auch Hasen oder so. Spiele einbauen, je nach Zielgruppe würde ich auch nicht mit jeder Zielgruppe machen, aber mit manchen funktioniert das wunderbar.
Checken mit Fragen muss ich, glaube ich, nicht viel sagen, aber auch checken mit Emojis, ne? Oder stellt in den Chat: "Wie geht's euch heute?" Aber nutzt nur Emojis. Oder stellt in den Chat: "Wie geht's euch heute, aber nutzt das Wetter, ne?" Also, keine Ahnung. Bei mir ist heute grau, diesig und schwül, weil ich bin müde. Bei jemand anderem ist vielleicht gerade Donnerwetter, und bei irgendwem ist gerade eine sanfte Brise und Frühlingswetter.
So, ne? Also so bildlich nach dem Befinden fragen, kann man auch über den Chat ganz wunderbar oder auch mündlich, je nachdem, wie sich das anfühlt oder auch beides. Wer mag, meldet sich und kriegt's mündlich, und wer mag, kann einfach in den Chat schreiben und dort auch darüber das teilen.
Wie kann man Befindlichkeiten in hybriden Kontexten abfragen? Würde ich genauso machen. Geht alles, kann man alles super hybrid auch machen. Das ist nicht unbedingt Thema der heutigen Veranstaltung, aber ganz kurz: Wenn hybrid, würde ich Hybrid immer so machen, dass alle sich sehen können. Das ist leider nicht immer der Fall, aber dass man auf jeden Fall die Möglichkeit hat, dass die Menschen, die sich zuschalten, alle Kameras offen haben. Also die, die das wollen, ne?
Aber dass man das irgendwo auf dem Beamer einmal alle Kameras zeigt, alle Bilder, und dass die gleichzeitig aber auch eine Kamera haben, die auf den ganzen Raum gerichtet ist und nicht nur auf die Person vorne links oder so, dass man das einmal so einstellt, dass sich möglichst alle gegenseitig sehen können, halbwegs gut. Und dann kann man auch, keine Ahnung, Karten hochhalten, man kann sich melden. Ne? Wer hat schon für Urlaub gebucht? Ihr meldet euch. Also, man kann das häufig so, gerade so simple Sachen sehr, sehr gut anpassen.
Natürlich auch technische Sachen mit Mentimeter und Co., aber die simplen Sachen, solange man sich sehen kann, und das ist ja das Schöne an diesem Programm, dass man sich sehen kann. Ja, das kann man eigentlich ganz gut integrieren. Einfach mal ausprobieren, ne? Auch hier Menschlichkeit, was nicht klappt, gut, machen wir nicht wieder oder machen wir anders. War lustig, ne? Hat nicht geklappt, war trotzdem lustig. Also den Druck da auch irgendwo herauszunehmen.
Nehmt mal einen Schluck Wasser. Gestern war auch... und das habe ich extra noch mal mitgebracht. Da gehe ich auch gleich noch ein bisschen vertieft noch mal für besonders schwierige Fälle drauf ein. Aber hier schon mal, sage ich mal, die gängigeren Fälle. Redeanteile moderieren. Das heißt, es geht darum, alle Menschen möglichst mitzunehmen, Raum zu geben für verschiedene Charaktere und gleichzeitig aber auch die, die zu viel Raum einnehmen, sanft zu bremsen.
Ja, das heißt, was ich ganz oft mache, ist: Ich arbeite meist mit zwei Bildschirmen, wenn ich moderiere. Das heißt, ich schiebe mir auf einem Bildschirm die Videos aller Menschen, mit denen ich rede, und auf dem anderen Bildschirm, was ich so ein Arbeitszeug brauche, vielleicht Folien, vielleicht mein Word-Dokument, was auch immer. Ich habe jetzt hier auch gerade ein paar Dokumente offen, an denen ich mich orientiere. Aber wichtig ist, ich habe immer alle Videos offen.
Bei manchen Programmen kann man nicht alle auf einem Bildschirm haben, dann klicke ich mich zwischendurch immer mal wieder durch, und ich gucke immer wieder die Zuschauer an. Ich habe auch, wenn ich so Panels moderiert habe oder so, trotzdem immer wieder die Zuschauenden angeguckt. Auch die Panelisten natürlich, das war dann auf dem anderen Bildschirm, aber die Zuschauenden. Und manchmal bedeutet das auch, dass ich dann sage: "Oh, ich sehe jetzt gerade, ihr guckt alle so kritisch. Willst du dich mal dazu äußern? Willst du, Lisa, du guckst gerade so kritisch, willst du dich mal dazu äußern?" Falls jetzt eine Lisa im Raum ist, die hat sich erschrocken, ich meine nicht dich, das war ein Beispiel.
Also immer und immer wieder Menschen angucken, Menschen abholen. Wenn man das Gefühl hat: "Okay, die Person will ich jetzt nicht vom Hocker hauen, die ist vielleicht schüchtern," aber einfach: "Ich habe gesehen, einige von euch haben kritisch geguckt, wollt ihr dazu was sagen?" Also dieses direkt und wertschätzend einladen, immer wieder nach der Meinung zu fragen.
Genau. Oder darauf eingehen, wird Cat Content in einer Kachel zu sehen ist oder irgendwas, ne, Lustiges oder irgendjemand lacht. Ja, und dann sage ich: "Ach, Lisa, das scheint ja lustig für dich zu sein, ne?" So, und dabei ganz oft, was ich immer gerne mache, ist mit Namen arbeiten, und ich gebe wieder ein bisschen mehr von mir Preis. Ich bin nicht gut, was Namen angeht. Ich vergesse Namen sehr schnell, und ich liebe den digitalen Raum, weil dort die Namen meistens gut stehen.
Ich lade also auch am Anfang immer dazu ein, den echten Namen einzutragen, damit ich die Menschen ansprechen kann, und Menschen mögen es, mit dem Namen angesprochen zu werden. Das heißt, nennt Namen, besonders bei zurückhaltenden. Die müssen ja gar nicht antworten, die können auch im Chat schreiben, aber man kann auch einfach nur sagen: "Elisa, das hat dich zum Lachen gebracht. Wenn du magst, schreib doch meinen Chat, warum." Oder keine Ahnung, vielleicht brauche ich auch gar keine Reaktion, aber in dem Moment, wenn ihr Lisa anspricht, wird Lisa wach sein und zuhören, auf jeden Fall.
Und dann das Thema Stille aushalten hatten wir eben. Ich glaube, da kam auch eine Frage zu, wie man das macht, ne? Wenn ihr das... ich will jetzt hier nicht ganz wieder hochscrollen, aber... Ah ja, gibt es eine Strategie, wie man mit dieser super unangenehmen Stille umgehen kann?
Erstmal ist ja die Frage, warum ist Stille unangenehm, ne? Das ist, glaube ich, auch so eine Sozialisierungsgeschichte. Ich glaube, wir müssen nicht dauernd quaseln, damit es angenehm ist. Die schönsten Momente sind eigentlich mit Menschen in der Stille, oder? Wenn wir entspannt mit Menschen sind, sind wir häufig still. Das heißt, vielleicht ist das auch was so ein bisschen Mindset. Das klingt schon wieder wie so ein Instagram-Coach, aber ne, es warum ist Stille unangenehm? Und warum kann Stille nicht auf was Gutes sein?
Aber wenn ihr das so empfindet, müsst ihr es nicht für euch zwingend aushalten. Man kann, glaube ich, durchaus mal sagen: "Ich zähle jetzt in meinem Kopf von fünf runter," und das schon mal üben. Oder vielleicht fängt man, ich zähle von drei runter. So, und dann... das nächste Mal bis fünf von fünf runter.
Aber was ich mache, ist z.B.: "Ey, wenn ich sage, schreibt doch mal in den Chat, was verbindet ihr mit Inklusion," dann warte ich ja nicht 30 Sekunden, bis alle was geschrieben haben. Dann rede ich ja trotzdem, ne? Habt ihr ja auch gesehen. Dann sage ich: "Schreibt doch mal in den Chat, was verbindet ihr mit Inklusion? Ihr wisst, der Chat ist unten links, da ist der kleine Button. Geht doch mal drauf."
Ach, ihr beginnt zu schreiben. Ach, wie schön. Ach, jetzt sehe ich, Lisa hat schon was geschrieben, und Mustafa schreibt auch. Toll. Ja, genau. Und dann lese ich schon ein bisschen vor, was kommt. Man kann durchaus, wenn es zu schwierig ist, auch ein bisschen brabbeln, auch wenn man eine Frage stellt, ne? "Hat noch jemand Fragen? Wir haben jetzt ja noch 10 Minuten. Ich hätte total gerne noch drei bis vier Fragen. Nutzt auch gerne den Chat, aber nicht das Thema wechseln, sondern dabei bleiben. Ich warte auf eure Frage."
Und zwischendurch immer mal von drei runterzählen. Ein bisschen die Leute kitzeln, die Stille vielleicht auch unangenehm finden und dann gleichzeitig Menschen auch bremsen, die zu viel reden. Das heißt, das heißt Spielregeln formulieren. Auch das schaut euch gerne das Seminar von gestern an. Ich sage das vorher: "Ich bin die Moderation, und ich werde euch unterbrechen müssen. Ich habe die Zeit im Auge. Es ist unhöflich, aber ich lege den Fokus auf die Höflichkeit der Menge und nicht der Einzelperson. Das heißt, ich werde euch unterbrechen müssen, wenn ihr zu lange redet. Also tut mir den Gefallen. Ich möchte euch nicht unterbrechen. Versucht euch kurz zu fassen. Wir wollen hier keine Monologe, sondern konkrete Fragen."
So, genau sowas sage ich vorher schon. Und wenn die Person dann trotzdem weiterquasselt, dann gehe ich da rein und sage: "Herzlichen Dank für die Perspektive. Vielleicht können wir noch mal eine andere Stimme hören." Vielleicht können wir auch, ne, ein bisschen Scherz drüber machen. So: "Ach guck, jetzt haben wir da doch unseren langen Monolog." Oder sowas, ne? Oder wenn ich sage: "In drei Worten, was nimmst du heute mit?" Und die Person sagt 20 Sätze, dann sage ich: "Oh, soweit kann ich gar nicht zählen. Das sind garantiert mehr als drei Worte."
So, je nachdem, wie die Personen... am meisten sind Vielsprecher das ja auch gewohnt, und die darf man dann auch, glaube ich, humorvoll so ein bisschen sympathisch an die Hand nehmen. Hilft aber auch immer voll zu sagen: "Jeder hat eine Minute, hier ist meine Sanduhr."
Und dann gehen wir dazwischen. Aber generell, da kommen wir wieder ein bisschen in die Körperlichkeit. Ihr seid immer als Moderatorinnen aktiv dabei. Ihr haltet die Energie, auch wenn jemand 5 Minuten redet, auch wenn es einen Vortrag gibt von 20 Minuten. Ihr seid da, und in dem Moment, wenn ihr euch nach vorne lehnt, wenn ihr anfangt: "Mhm. Mhm. Ah" zu machen, dann wird die Person das merken. Die wird merken: "Oh, da grätscht mir jemand rein." Und manchmal ist es auch einfach nur sowas: "Mhm."
Und dann merken die: "Okay, die Person versucht dazwischen zu gehen." Und in den meisten Fällen reicht das tatsächlich schon, um eine Person zu unterbrechen. Ich höre gerade, ich erlebe Stille im digitalen Raum als unangenehm.
Wir gehen aber gleich auch noch auf genau auf das sehr ruhige Publikum ein, weil wir wollen natürlich nicht, dass wir uns alle unangenehm fühlen. Manchmal kann man damit spielen und kitzeln, aber es sollte nicht ausarten. Was ich gerne mache, ist, wenn ich z.B. mit dem Chat arbeite oder mit Umfragen. In manchen Tools ist das ja auch sehr niedrigschwellig. Dann mache ich das so, dass erstmal alle teilnehmen können, ne? Sagt mir mal A, B oder C. Also, keine Ahnung, wie geht's euch heute? Gut, mittelschlecht, A, B oder C?
Dann schreiben die Leute irgendwas rein, und dann picke ich mir eine Person raus, von der ich das Gefühl habe, dass die durchaus in der Lage ist zu reden und nicht zu schüchtern, und sage: "Hier, Mustafa, du hast B gesagt. Warum?" und zwinge die Person so ein bisschen. Das hat ganz viel mit Fingerspitzengefühl zu tun. Ich will niemanden zwingen, der es nicht muss. Aber zur Not nehme ich einen Kollegen oder eine Kollegin, von der ich weiß, sie kann das ab.
Ich kann es auch im Chat machen. Habe ich, glaube ich, vorhin auch. Da hat jemand was geschrieben, und ich habe gesagt: "Kannst du noch mal ergänzen?" Kann ich also erstmal niedrigschwellig einsteigen, ein Wort antworten abfragen und dann mit "Warum?" Warum geht immer "Warum?" ist eure Backup-Frage. Wenn ihr irgendwie Stille habt, fragt nach "Warum?" und die Leute fangen an zu reden.
Wenn ich das Gefühl habe, alle schlafen mir ein, gehe ich in Kleingruppen. Wie gesagt, wenn es sein muss, moderiere ich mit Kolleginnen von mir drin oder ähnliches, oder ich gehe selber rein. Manchmal sage ich auch tatsächlich: "Wir machen alle Kamera aus, wir machen Mikro aus, ihr nehmt euch einen Stift und Zettel, und ihr diskutiert erstmal mit euch selber, und dann gehen wir vielleicht in den Chat und ziehen das noch mal durch oder so."
Manchmal muss man dieses Digitale auch irgendwo aufbrechen und sagen: "Okay, ich habe das Gefühl, die Leute kommen gerade nicht rein, sind vielleicht alle müde, vielleicht ist es so, und vielleicht gehen wir jetzt auch mal machen wir eine kurze Pause und treffen uns in 20 Minuten wieder, wenn wir alle drüber nachgedacht haben." Und dann nehme ich euch aber auch dran, oder dann schreibt ihr auch eure Ergebnisse in den Chat, ne? Wenn jemand was sagt, heißt das nicht, dass alles gesagt wurde.
Und was ich immer gerne mache, ist: Wunschkonzert. Was wäre denn das beste Outcome für euch in irgendeiner Diskussion? Oder wenn jetzt eine Fee käme, eine Wunschfee, was wäre euer Wunsch, was das Thema angeht? Keine Ahnung, Jahresplanung oder Sommerfest wird geplant, und keiner gibt Ideen ab. So Kreativtechniken, ne? Einfach was: "Wenn jetzt kommt eine gute Fee und sagt: 'Ich erfülle dir einen Wunsch zum Sommerfest,' was wäre das?"
Und dann schreiben die Leute plötzlich in den Chat oder melden sich und sagen: "Ich will eine Eismaschine, ich will Pommes, ich will Konzert, was auch immer." Dann kommen die Ideen. Also, da sind wir auch wieder bei Fragetechniken und auch im digitalen Rahmen häufig das sehr viel Relevantere.
Genau. Das Redefreudige Publikum haben wir an dieser Stelle. Ich gehe mal ein bisschen, ich fasse mal ein bisschen zusammen hier. Umgang mit Unterbrechungen. Genau. Also, ich habe es gerade schon gesagt. Generell: Ihr seid immer aktiv dabei. Ihr habt eure Körpersprache, ihr habt Haltung, ihr seid die Moderatorin, ihr habt die Spannung, ihr habt die Zügel in der Hand. Das dürft ihr nicht vergessen.
Ihr guckt immer in die Kamera, ihr guckt die Leute an. Ihr sprecht leidenschaftlich, ihr habt euch vorher die Emotionen überlegt, und ihr bringt sie mit rein. Ihr seid gut strukturiert. Ihr kommt gut mit eurer Stimme klar. Guckt gerne in das Seminar von gestern, was das angeht. Ihr macht gezielt Pausen, ihr nutzt gezielt Pausen. Ihr nutzt euren Körper. Ihr wartet nicht darauf, dass die anderen euch bestätigen, sondern ihr geht voll rein und setzt Punkte am Ende eines jeden Satzes, und ihr werdet sehen, ihr werdet nicht unterbrochen werden, denn ein Satz geht am Ende runter.
Ja, das sind so winzige kleine Taktiken, aber ganz viele von uns reden falsch. Ich auch manchmal. Jetzt so gerade in dem Satz habe ich selber gemerkt: Ich mache es euch einfach mal vor. Wenn ich euch sage: "Hallo, mein Name ist Merc, Politikwissenschaftlerin, und ich moderiere, und ich wohne in Brüssel," das klingt ganz anders.
Ich kann die gleichen Sätze sagen: "Hallo, mein Name ist Mebecker, ich bin Politikwissenschaftlerin, und ich moderiere auch, und ich wohne in Brüssel, das ist schön." Ich mache Pausen, und ich setze einen Punkt am Ende jedes Satzes, und die Leute werden mich nicht unterbrechen.
Also, das sind so ein paar Dinge, damit ihr erstmal gar nicht unterbrochen werdet. Vorsorgen. Wenn ihr dann noch unterbrochen werdet in der Diskussion, wenn Leute da immer wieder dazwischen gehen, gerade im digitalen Raum ist das ja echt anstrengend, weil wer hat jetzt das Mikro an und so weiter. Bleibt ruhig, sprecht weiter, sprecht die Person an, sagt: "Lisa, ich muss jetzt hier übernehmen. Lisa, hör bitte auf, ich rede gerade," und sprecht die direkt an, und gebt nicht auf, gebt nicht klein bei.
Ihr seid die Moderation, ihr habt die Zügel in der Hand, und zur Not schaltet ihr die Person stumm, ne? Also, ihr dürft das. Das ist im Sinne der Höflichkeit für alle anderen Menschen.
Und jetzt, bevor ich gleich zum Ende komme, ich sehe nämlich die Zeit rennt schon wieder. Ich habe bereite mal ein bisschen viel für euch vor. Kommt gerne im Nachhinein auf mich zu mit allen weiteren Fragen, und dann beantworte ich euch die gerne noch.
Wir können natürlich trotzdem mehr Technik benutzen als Zoom oder als Big Blue Button oder was auch immer. Ich glaube, was immer gut ist, ist, den Chat zu verwenden. Der ist schnell, der ist niedrig. Ihr könnt Stimmungsbilder machen, Blitzlichter, anonyme Beiträge, was auch immer. Ihr könnt über die meisten Programme auch schöne Umfragen machen. Auch das ist meist niedrigschwellig.
Es braucht vor allen Dingen kein zweites Fenster, weil wenn wir sowas verwenden wie Whiteboards, also Miro, Mural, wie sie alle heißen, Conceptboard und so weiter, dann ist die große Herausforderung häufig, dass die Leute in dem Moment ja die Videos nicht mehr angucken, dass sie ein neues Fenster öffnen, und Big Blue Button, was ganz oft passiert, ist, dass Leute dann das Fenster schließen, weil es ja kein extra Programm ist, sondern im Browser, und die sind dann weg.
Die Leute wollen wir aber nicht verlieren. Das heißt, überlegt euch vorher ganz genau, ob das passt. Wenn ihr mit einem festen Team arbeitet und ihr kennt die Leute, dann könnt ihr Whiteboards verwenden oder eine junge Zielgruppe, Studierende, die das jeden Tag machen. Aber überlegt euch das genau, ob ihr das wirklich wollt.
Und auch Breakout-Rooms, ich habe es ein paar Mal erwähnt, ich nutze das super, super gerne, aber es gibt Dinge, die ihr dabei verwenden müsst, ne? Also, bedenken müsst, ist es wirklich, ist das nicht überfordernd für einige Teilnehmer? Kommen die zurück, finden die zurück, sind die übers Handy dabei? Manchmal gibt das Probleme.
Also überlegt euch das im Bezug auf die Zielgruppe. Ganz genau. Und ganz ehrlich, man kann richtig tolle, tolle digitale Formate machen, einfach nur mit Zoom und nichts weiter oder mit Big Blue Button oder Webex. Manchmal ist weniger tatsächlich mehr in dem Zusammenhang.
Also Prinzipien für Online-Tools: Ein Klick genügt. Versucht möglichst wenig externe Links oder Accounts zu verwenden. Versucht alles im Chat zu machen, was irgendwie geht für heterogene Zielgruppen, um es einfach zu machen, und gebt visuelle Orientierung. Das heißt, wenn ihr irgendwas Weiteres benutzt, erklärt es oder zeigt es über den geteilten Bildschirm, nehmt die Leute an die Hand und gebt den Raum, dass sie auch Fragen stellen können.
Das heißt, was ich gerne mache, wenn ich vorher Menschen einlade und ich bin unsicher, ob die dazu in der Lage sind, dann schreibe ich: "Ich möchte bit, also herzliche Einladung zur Mitgliederversammlung am 19. Februar um 20 Uhr. Wir werden uns über Zoom treffen, und wir würden nebenher gerne Miro verwenden."
So, und dann vielleicht ein Link zu einem Blogpost, wo genau steht, wie das funktioniert oder ähnliches, aber auch schreiben: "Gibt es damit, haben Sie das noch nie gemacht? Gibt's damit Probleme? Wir können gerne vorher sprechen." Also Menschen mitnehmen und gleichzeitig auch schreiben, aber sie müssen es auch nicht. Sie können sich auch einfach ohne Kamera zuschalten. Ich freue mich, wenn sie dabei sind, so wie sie sind. Es ist okay. Wir machen hier keinen Techniktest, ne?
Also da wirklich vorher schon die Menschen mitnehmen, stille Beteiligung zulassen und Struktur geben. Ich bin da, wir machen das Schritt für Schritt. Die, die es können, können schon mal losziehen und es machen, und ich bin für sie da. Ich begleite sie. Zur Not telefonieren wir auch noch mal, während die anderen im Breakout-Room sind oder ähnliches.
Also ganz, ganz menschlich das Ganze angehen, denn Moderation soll Nähe schaffen. Und damit sind wir wieder beim allerersten Punkt des heutigen Seminars. Moderation ist dafür da, menschliche Nähe zu schaffen. Wir wollen Menschen nicht abhängen und zeigen, wie toll wir damit sind, Tools zu verwenden, und wir wollen möglichst gut zusammenarbeiten, und das können wir auch mit Basics.
Wir brauchen nicht die große Startupblase mit allen möglichen coolen funky Tools. Nein, es reicht in vielen Fällen. Wir nutzen das Programm, das wir haben, und können damit schon ganz viel machen. Und auch noch mal zu euch als Moderatorinnen: Bringt euch als Menschen ein, wenn ihr einen Akzent habt, Dialekt, wenn ihr manchmal stottert, wenn ihr eure Stimme vielleicht euch manchmal verlässt, wenn ihr manchmal Worte sucht, das seid ihr alles.
So können sich die Menschen mit euch vernetzen und verbinden. Sie können euch wahrnehmen. Das heißt, wir brauchen meiner Meinung nach viel mehr Menschen, die sich trauen zu moderieren, die nicht perfekt moderieren, die nicht perfekt Public Speaker sind, sondern die Menschen sind und die Menschen zusammenbringen. Wir identifizieren uns mit Menschen, die wir sympathisch finden, und häufig finden wir die nicht perfekten Menschen sehr viel sympathischer.
Das heißt, hier noch mal der Mut von meiner Seite: Auch wenn ihr ein Tool benutzt und es klappt in dem Moment nicht, dann ist es so, und dann lacht ihr und sagt: "Okay, dann gehen wir zurück in den Chat." Kriegen wir auch hin, ne? Also seid wie ihr seid, inspiriert dadurch die anderen Menschen und verliert vor allem in all diesem Technischen, das uns so viel bringt, so viele Vorteile, aber verliert niemals das Zwischenmenschliche, das wir ja eigentlich dadurch erreichen wollen.