Ganz lieben Dank für das tolle Intro, ich möchte gerne das Bild, das du aufgezeigt hast – dass so schönes Wetter ist und dass wir gerne draußen sitzen wollen – aufgreifen und euch ganz herzlich einladen, dass wir uns jetzt gedanklich, aber nur gedanklich, in den Garten setzen, es uns bequem machen und in so einer Art Stammtisch im Garten über das Thema Mitgliedergewinnung sprechen. Und ich möchte euch mit diesem Vortrag, mit diesem kleinen Input heute unsere Erfahrungen mitgeben: wie wir Vereine und Verbände beraten haben, Erkenntnisse gewonnen haben, junge Mitglieder für Engagement und Ehrenamt – sowohl bürgerschaftlich als auch politisch – zu gewinnen. Das ist ein ganz wichtiges Thema, auch für uns hier oben in Schleswig-Holstein, weil die Generation Z – und darum wird es sich heute hauptsächlich drehen – ganz, ganz wichtig ist für die Zukunftssicherung und für die Stabilität, für die Resilienzfähigkeit von Vereinen und von Engagement und Ehrenamt.
Fangen wir an: ein kleines Intro, und ich will einmal klären, warum es wichtig ist, darüber zu sprechen, warum es wichtig ist, besonders die Generation Z in den Fokus zu nehmen. Ich habe nämlich in verschiedenen Veranstaltungen, Workshops und Projekten mitbekommen, dass es sehr viele Vorurteile, sehr viele Klischees gegenüber der Generation Z gibt. Und mir ist es ein Herzensanliegen, damit aufzuräumen: die Generation Z in den Fokus zu rücken, in den sie gehört, in welcher Verantwortung sie auch steht, und uns damit klarzumachen, wie wir auf diese jungen Menschen zugehen.
Warum müssen wir darüber reden? Natürlich ist es wichtig, über die Generation Z – das Z steht für Zukunftssicherung, so kann man das ganz gut überleiten – und für die Sicherung des Vereins- und Verbandswesens bei uns in Deutschland zu sprechen. Vereine sind auf kontinuierlichen Nachwuchs angewiesen, um langfristig bestehen zu bleiben. Und die Generation Z stellt dafür die größte Mitgliedergruppe in Deutschland dar. Es ist enormes Potenzial, enorme Ressourcen, die da zur Verfügung stehen, und wir müssen lernen – und dafür gebe ich euch im Laufe des Webinars heute ein paar Gedanken mit –, wie wir diese Generation emotional und inhaltlich erreichen. Denn wenn es uns nicht gelingt, diese Generation anzusprechen und sie anzubinden, anzugliedern an Vereinsstrukturen, dann drohen Überalterung, Mitgliederschwund und letztlich auch das Aussterben vieler Vereine.
Ich möchte darauf einmal hinweisen, dass es Vereine gibt, die Vereinszwecke verfolgen, eine Mission, eine Vision sozusagen verfolgen, die nicht mehr zeitgemäß ist. Das ist ein Argument, das mir dann ganz oft entgegengebracht wird: dass beispielsweise die Gilden – ihr werdet alle sicherlich welche kennen – vielleicht nicht mehr so genau in unsere Zeit passen und Intentionen und Inhalte haben, die vor 50, 60, 70 Jahren interessant waren. Dieses Argument möchte ich nicht zählen lassen, das möchte ich nicht anbringen, und dem widerspreche ich auch vehement, weil ich glaube – und ich auch gesehen habe –, dass Vereine, egal welches Ziel, welche Intention sie verfolgen, egal wann sie gegründet wurden, egal welches Logo und welche Aufmachung sie haben, immer Menschen finden, und auch junge Menschen, die sich in diesen Strukturen wiederfinden können, weil sie eben an dieses Vereinsziel glauben. Und das ist der große Weg, die große Brücke, die wir gehen müssen: wie wir diese beiden Seiten miteinander verbinden können.
Ich verweise da jetzt einmal ausschließlich auf das IPS-Setting, das ich gestern einmal kurz vorgestellt habe. Mit diesem Modell kann man diese beiden Seiten hervorragend, überschaubar und praktisch auch verbinden. Eine aktive Auseinandersetzung mit den Interessen und Bedürfnissen dieser jungen Menschen ist also essenziell – ein ganz wichtiges Moment für die Zukunftssicherung von Engagement, Ehrenamt und auch der Vereinsmeierei hier in Deutschland.
Zweiter Punkt: Die Generation Z unterscheidet sich deutlich von vorherigen Generationen, und sie wird sich auch unterscheiden von jenen Generationen, die da kommen, beispielsweise Generation Alpha. Die Generation Z ist komplett digital aufgewachsen und legt großen Wert auf Selbstverwirklichung, Nachhaltigkeit, Work-Life-Balance. Und wir als Engagierte, als Menschen, die bürgerschaftliches und politisches Engagement und Ehrenamt ausbauen, Zukunft mitgestalten wollen, müssen verstehen, wie diese Werte ihre Erwartungen an Prozesse und Strukturen von Engagement und Ehrenamt, an Gemeinschaft, an Freizeitgestaltung prägen. Wir müssen lernen, attraktive Angebote zu schaffen, um diese Lebenswelten aufzugreifen und in unsere Strukturen aufzunehmen.
Die Bilder, die ich euch hier zeige, sind alle mit KI generiert. Das ist ein stereotypisches Bild der Generation Z, die sich engagiert. Was sie in den Händen halten, wie sie miteinander reden – das spiegelt oder soll ihre Lebensmöglichkeit und ihr Miteinander abbilden.
Dritter Punkt, warum wir darüber reden müssen: Generation Z in den Fokus rücken. Wie ihr alle wisst, führen Vereine nicht nur das Vereinsziel per se durch, sondern haben eine ganz wichtige soziale Funktion. Sie fördern Integration, Gemeinschaft und ein Verantwortungsbewusstsein. Und ich würde sogar noch behaupten, dass sie essenziell sind für unser Demokratieverständnis in der heutigen Zeit. Und ich gehe noch einen Schritt weiter: Ich sage, ein guter Verein, eine gute Vereinsstruktur, ein gutes Miteinander im Verein spiegelt die Grundwerte und die Grundintentionen von Demokratie und Bürgerschaftlichkeit wider. Gerade in einer Zeit, in der junge Menschen sich zunehmend politisch und sozial engagieren, sollen doch Vereine genau dieses Bedürfnis widerspiegeln und sie einladen, sich da aktiv einzubringen, aktiv mitzugestalten. Ich rede hier nicht von parteipolitischem Engagement, sondern von politischem Engagement und sozialem, bürgerschaftlichem Engagement.
Damit sie dieses Potenzial nutzen können, müssen Vereine offen und ansprechbar sein. Und hier sehe ich die größte Herausforderung, vor der wir stehen: dass die unterschiedlichen Sprachen, dass die Selbst- und die Fremdwahrnehmung von Vereinen nicht mit denen gleichzusetzen sind, wie sie von der Generation Z beispielsweise empfunden werden und auf welche Punkte sie Wert legen.
Viertes Argument: Wir brauchen Innovation, wir brauchen neue Ideen, wir brauchen neue Gedanken in den Vereinen. Und die Generation Z bringt per se – durch ihre Zeit, in der sie aufgewachsen und sozialisiert ist – diese neuen Ideen, dieses Innovationspotenzial mit. Wir haben viele digitale Kompetenzen und frische Ideen. Und wenn wir es also schaffen, junge Menschen einzubinden, profitieren wir nicht nur von dem Engagement, sondern wir haben auch die Chance, dass sich Vereine innovativ weiterentwickeln können – in der Vereinsstruktur, aber auch in der Öffentlichkeitsarbeit und in der Angebotsgestaltung. Darauf werde ich gleich noch einmal zurückkommen: welche positiven Erfahrungen und Erkenntnisse wir da gewonnen haben.
Und dieser Satz „Wer jung denkt, bleibt lebendig.“ Den kann man sich am besten in jedes Vereinsheim, in jeden Vereinsraum mitschreiben. Jung zu denken hat nichts mit dem Alter zu tun, sondern mit der Einstellung, die man trägt und die man auch weiterträgt.
Wer ist diese Generation Z? Ihr habt davon alle schon gehört. Ich will das hier relativ kurz fassen: Das sind die Geburtsjahrgänge von 1995 bis 2010, also die erste Generation, die sich vollständig mit den Technologien beschäftigt hat und damit auch passiv und aktiv aufgewachsen ist. Sie haben dadurch eine hohe Affinität zu sozialen Medien; selbstverständlich gehen sie damit um und legen sehr viel Wert auf Werte wie Sinnstiftung, Flexibilität und Selbstwirksamkeit. All das steht im Zentrum ihrer Lebensgestaltung.
Ich habe hier mal einen kleinen Ablauf mitgebracht, wie eine Person aus der Generation Z ihren Tag verbringt. Die Quelle habe ich auch angegeben. Ich finde es ein ganz schönes Beispiel. Ich gehe jetzt nicht auf jede Uhrzeit ein, wie sich die Person verhält, wie sie ihren Tag gestaltet. Schaut euch das gerne im Nachhinein auch noch einmal an und denkt darüber nach. Die Generation Z steht morgens um 7 Uhr auf – sie heißt Lisa. Diese Person steht um 7 Uhr auf und ist dann gegen 20 Uhr am Abend zu Hause und sitzt auf dem Sofa. Schaut euch das gerne an – vor dem Hintergrund der Frage: Wann hat diese Person Zeit, sich mit Themen von Engagement, Ehrenamt, Verein zu beschäftigen? Das scheint auf den ersten Blick nicht möglich zu sein, weil der Tag hier relativ durchgetaktet ist. Wenn ihr aber zwischen den Zeilen lest – und ich werde noch einmal zurückkommen –, erkennen wir, dass es hier Möglichkeiten gibt, genau diese Lisa anzusprechen und ihre Zeit, ihre Lebenswirklichkeit so zu nutzen, dass sie sie auch für Engagement und Ehrenamt einbringen kann.
Hier noch einmal ein Überblick über die einzelnen Wertvorstellungen. Also, ich spreche heute die ganze Zeit über diese Generation Z, weil sie essenziell ist für die Zukunftsfähigkeit und Zukunftssicherung von Vereinen. Ihr seht also, welche Themen sie wichtig erachten: Freizeit, gutes Gehalt, mobiles Arbeiten, Sinnstiftung, sinnhafte Arbeit, sinnhaftes Engagement, Ehrenamt – also die Erkenntnis, dass das, was ich da in meiner Freizeit tue, Sinn ergibt, ist ganz essenziell, wenn ich den Angelhaken sozusagen auslege und sie damit einfange, dass das vorne mit dran ist und zugleich erkannt wird.
Hier sieht man noch einmal, welche historischen Ereignisse in diesem Zeitraum passiert sind: Einführung des Euro, die Terroranschläge von 9/11, die Jahrtausendwende. Und dann sieht man auch, dass die ersten sozialen Medien eingeführt wurden bzw. auf den Markt kamen. Wie ich jetzt gerade so sehe: Das ist gefühlt, als wäre es gestern gewesen, aber es ist schon relativ lange her. Man tut gut daran, sich das alles einmal bewusst zu machen – was die letzten Jahrzehnte passiert ist und welche rasanten Entwicklungen auf uns als Bürger, als Individuum, als Menschen, die sich engagieren möchten, zugekommen sind.
Gehen wir weiter: Welche Herausforderungen haben wir? Das ist eine grobe Übersicht, warum wir heute hier zusammensitzen, warum es wichtig ist, dass wir uns über Mitgliedergewinnung austauschen. Wir alle haben die Herausforderung, Nachwuchs zu gewinnen, zu erkennen, zu erreichen und junge Menschen zu langfristigen Mitgliedschaften zu begeistern. Ich glaube, das ist nach wie vor das Hauptziel. Es gibt Ansätze, die sagen, langfristige Mitgliedschaften können nicht das Ziel sein. Ich persönlich – und das sind meine tiefsten Überzeugungen, Erfahrungen, die wir hier gesammelt haben –: Das muss nach wie vor das Ziel sein. Es kann gut sein, dass wir durch projektbasiertes Engagement, durch Teilzeitengagement und welche Begriffe damit auch immer verwendet werden, kurzfristig Erfolge erzielen und Erkenntnisse gewinnen, aber für die Nachhaltigkeit und für die Stärkung der Vereinsmeierei sind langfristige Mitgliedschaften nach wie vor das A und O.
Die Vereinbarkeit von Engagement mit Schule, Ausbildung, Studium, Freizeit stellt immer noch eine zentrale Hürde dar. Allerdings sehe ich da viele positive Entwicklungen, die durch Digitalisierung, durch digitale Medien, durch einen Kenntnisgewinn eingesetzt haben – aber noch nicht in der Schnelligkeit und Wirksamkeit durchgeführt werden, in der es eigentlich passieren müsste, um das Lebenshauptamt mit dem Ehrenamt zu verbinden.
Und obwohl die Generation kurzfristige, projektbasierte Angebote bevorzugt – um relativ schnell zu springen, flexibel zu bleiben, sich nicht großartig binden zu müssen –, ist es reizvoll, bei diesen kurzfristigen, projektbasierten Angeboten die entsprechenden Triggerpunkte, die Anhaltspunkte, die Elemente, die mit Herzblut im Ehrenamt sichtbar werden, zu erkennen und dann in traditionelle, dauerhafte Verpflichtungen zu überführen. Denn die Generation Z ist geprägt von der Zeit, in der sie aufgewachsen ist. Ich vertrete aber die These, dass diese Elemente von Flexibilität, Spontanität, Kurzfristigkeit mit den Jahren auch abnehmen, nicht mehr dominant im Fokus der Lebenswirklichkeit stehen, sondern man dann nach wie vor auf traditionelle, kontinuierliche Verpflichtungen angewiesen ist und diese auch braucht.
„Engagier dich und poste darüber.“ Das ist ein Credo, das wir erkannt haben, weil wir es gesehen und beobachtet haben. Für die Generation Z ist die Sichtbarkeit ihres Engagements ein zentraler Motivationsfaktor. Dieses Bild – ja, das ist mit einem Schmunzeln zu betrachten – zeigt das hervorragend: Das sind Vertreter der Generation Z, die beispielsweise am Strand nach Müll oder Kippen suchen oder Flaschen etc. Wir haben das dann eingesammelt, in den Mülleimer getan, und es wird natürlich gleich fotografiert und darüber gepostet. Das ist so ein bisschen der klassische Leitsatz von früher: „Tu Gutes und rede darüber.“ Wir machen daraus: „Engagier dich und poste darüber.“ Dieser moderne Leitsatz wird für diese Generation ganz treffend umformuliert. Und ihr werdet sehen, dass dieses „Ich mache was und werde es sofort teilen“ schnell in eine Art Wettbewerbssituation mit Freunden, Kollegen, Schulkameraden, Kommilitonen führt – und man natürlich auch erzählt und berichtet, was man fernab des Hauptamtes in Schule, Ausbildung, Job etc. dann tut. Diese starke Onlinepräsenz ist unerlässlich, um junge Menschen zu erreichen und zu motivieren. Und Vereine sind darauf angewiesen, diese Plattformen bereitzustellen und anzubieten. Sie müssen die Möglichkeiten schaffen, sich auf den Verein zu beziehen, sich mit dem Verein in Verbindung zu bringen. Wenn das nicht funktioniert, dann haben wir die Beobachtung gemacht: Dann fehlt diese Brücke von „Ich habe was getan im Ehrenamt, ich habe jetzt ein Foto“, aber es fehlt die Tür oder das Fenster, das ich aufmachen kann, damit es in die Welt scheinen kann. Dafür sind wir verantwortlich, wenn wir Vereine so aufstellen möchten, dass dieses Fenster, diese Tür da ist.
Das sind alles Maßnahmen bzw. Entwicklungen, zu denen es relativ viele Weiterbildungsmöglichkeiten gibt – auch hier von der DSEE –, wie wir soziale Medien in das Vereinsleben integrieren können, um dieses Fenster, diese Tür für diese jungen Menschen zu zeigen. Aber nicht nur „Ich will rausbringen, was ich getan habe“, sondern: Ich kann auch reingucken. Ich kann in den Verein hineinsehen, ich weiß, wie er wirkt, welche Themen, welche Inhalte, welche Veranstaltungen er hat. Also sozusagen von beiden Seiten dieses Fenster-/Tür-Bild sehen. Vereine, die Erfolge und Aktivitäten auf beispielsweise Instagram oder TikTok teilen, erzielen eine höhere Reichweite bei dieser Zielgruppe, bei diesem Publikum der Generation Z, und können damit auch stärker ihre DNA im digitalen Raum platzieren. „Engagier dich und poste darüber.“ Das ist eine unbewusste Motivation, die die jungen Menschen haben. Und es wird höchste Zeit, dass die Vereine dieses Motiv auch selbstbewusst und ganz strategisch einsetzen, um hier die gleiche Sprache zu sprechen.
Die digitale Sichtbarkeit als Anreiz: Ich habe das kurz erwähnt, will es hier noch einmal etwas ausführlicher machen. Die Möglichkeit, das Engagement sichtbar zu machen, Erfolge in Echtzeit zu teilen – ein bisschen mit Vorsicht zu genießen; man muss nicht gleich nach fünf Sekunden teilen –, schafft zusätzliche Anreize für junge Menschen. Das gibt auch das Gefühl: „Ich habe was erreicht, ich habe was geschafft, ich bin motiviert, ich kann andere davon überzeugen, ich kann die Peers – also meine gleichaltrigen Freundinnen, Freunde und Kollegen etc. – ebenfalls dazu bringen, mitzumachen.“ Dann kann sich in dem Moment eine Art Trend, eine Entwicklung etablieren, die dadurch entsteht, dass man voneinander spricht und nicht übereinander. Ein wichtiges Beispiel: Liveberichte von Aktionen. Wenn ich Müll sammle – am Strand oder im Park –, dass man das einmal kurz mitschneidet; dass man die Verantwortung für einen Instagram-Kanal mal der Lisa beispielsweise gibt, die dann abends oder am Nachmittag – ihr erinnert euch an den Tagesablauf – etwas posten, teilen, sich beteiligen kann und sich einfach damit beschäftigt. So fängt es an, dass man auf einer relativ einfachen, oberflächlichen Art und Weise sich mit dem Thema des Vereins beschäftigt, was für einen selbst interessant ist, wofür man eine große Affinität hat, was man selbst erkennt – und auch die Möglichkeit hat, sich dadurch zu zeigen und das nach außen zu tragen.
Dafür – Stichwort Tür und Fenster – brauchen die Vereine eine digitale Infrastruktur. Eine benutzerfreundliche, moderne Website, eine aktive Nutzung der sozialen Medien sind grundlegende Voraussetzungen für die Ansprache der Generation Z. Hier gibt es viele Möglichkeiten, sich weiterzuentwickeln. Nutzt gerne Möglichkeiten wie KI. Es gibt viele Webinare dazu, was eine moderne Website ausmacht. Scheut euch nicht, das, was ihr habt, kritisch zu hinterfragen und vielleicht mal den neuen Schritt, den neuen Weg zu gehen, um komplett bei null anzufangen – das zu nutzen, was gut ist, und wegzulassen, was ihr nicht mehr braucht. Die digitale Welt ist nicht nur Information, sondern auch Interaktion – als Brücke von der digitalen zur realen Engagementwelt. Viele, die sich im realen Leben engagieren, die wirklich etwas Handwerkliches machen, müssen das ins Digitale übertragen. Aber auch die Brücke von „Ich habe etwas gepostet, ich habe etwas gezeigt, weil ich einmal am Strand oder im Park war, und habe gemerkt, was das für eine Resonanz bedeutet – ich werde darauf angesprochen“ führt natürlich dazu, dass ich im realen Engagement zusätzliche Motivation bekomme und das verstärken möchte.
Die Schaffung einer Rolle im Verein wie ein „Digital Officer“ kann helfen, diese digitale Kommunikation – dieses Fenster, diese Tür, die wir als Vereine brauchen – auszugestalten und zu öffnen. Das ist auch ein spannendes Thema, um junge Menschen gleich mit Verantwortung und mit einer gewissen Rolle im Verein einzusetzen und einzufordern, weil es diese Rolle ja per se gar nicht gibt im Verein. Das haben wir einmal gemacht: Das ist attraktiv, weil der junge Mensch – ich rede jetzt mal von Lisa – eine Art Wertschätzung erfährt, eine Aufgabe hat, die klar definiert ist, relativ wenig Einarbeitungszeit benötigt, weil sie sich in sozialen Medien sowieso gut auskennt und im Gegenteil noch Wissen und Erfahrungen an die Vereinsmitglieder mitgeben kann. Man hat so ein „Schild“, ist relativ unabhängig und kann die Brücke sein zwischen der digitalen und der realen Welt. Das ist ein ganz spannender Ansatz, den ich euch gerne mitgeben möchte: einfach so eine Rolle eines Digital Officers. Man kann das natürlich auch auf Deutsch sagen, aber unsere Erfahrung ist, dass das ein bisschen besser zieht. Anzubieten, einzurichten kostet überhaupt kein Geld und kann dazu führen, dass dieses Fenster geputzt ist und die Tür aufgeht.
Zweites Thema: Flexibilität im Engagement. Ich hatte es schon angedeutet: Der erste Schritt kann sein und ist auch sehr oft, projektbasierte und zeitlich begrenzte Möglichkeiten von Engagement anzubieten und dem Bedürfnis dieser Generation zu entsprechen, nämlich flexibel zu sein und sich abzuwechseln. Das können mal drei Monate das Thema Digital Officer sein oder sechs Monate. Dann kann es mal eine Woche die Vorbereitung für ein Event sein. Das sind ganz unterschiedliche Wirklichkeiten. Durch diese kurzfristigen Projekte oder durch diese Schnuppermitgliedschaften können junge Menschen ohne langfristige Bindung aktiv werden. Wenn ihr es schafft, dieses punktuelle Mitwirken im Verein zu intensivieren, habt ihr die Möglichkeit, auch etwas Langfristiges zu erreichen. Denn das ist das eigentliche Ziel; das ist ja nur sozusagen ein Auslegen ins Schaufenster. Und wenn dann der Kunde in der Konditorei ist und ein Stückchen probiert hat und ein zweites Stückchen, dann kauft er vielleicht auch die ganze Torte – oder möchte dann selber auch einmal so eine Torte backen.
Das können temporäre Hilfsaktionen sein, ein Event-Team, wenn ein Sommerfest ansteht oder Treffen – oder einfach projektbezogene Arbeitsgruppen, die einen klaren Anfang und ein klares Ende haben, wo man immer Erfolge sieht. Diese kurzfristigen Erfolge brauchen sie, um sie dann in das Digitale zu übertragen und zu posten. Sie haben sich engagiert und möchten darüber sprechen.
Ein weiteres wichtiges Thema ist die Vereinbarkeit der ganzen kleinen Abschnitte im Alltag. Wie kann ich diese Abwechslung, die mir der Alltag, die Schule, die Ausbildung bietet, mit einem roten Faden hinterlegen? Denn die Generation legt großen Wert auf Flexibilität und die Möglichkeit, sich in verschiedenen Projekten auszuprobieren. Und wir als Vereine und Verbände müssen uns mit Schule, Ausbildung und den Sportangeboten und allem, was es gibt, auseinandersetzen. Das ist keine Konkurrenz, kein Wettbewerb zwischen hauptamtlichen Lebensaufgaben – Schule, Ausbildung etc. – und „ein bisschen Freizeit für andere Themen“. Die Vereine müssen es schaffen, diese Strukturen aufzugreifen, aufzulösen und in sich widerzuspiegeln: also Angebote zu schaffen, die diese unterschiedlichen Lebensrealitäten berücksichtigen. Das kann z. B. sein: ein späterer oder ein früherer Beginn einer Sitzung, eine digitale Teilnahme. Das kann aber auch sein, dass bei gewissen Events Möglichkeiten der Kinderbetreuung angeboten werden, dass Kinder zugleich willkommen sind. Oder dass man im Bereich Instagram sich ein Hashtag überlegt, der ein bindendes Element der Akteure ist, die an dem Event teilnehmen. Da gibt es ganz unterschiedliche Möglichkeiten, mit der Generation Z ins Gespräch zu kommen.
Interaktive Formate und regelmäßige Mitmach-Events bieten jungen Menschen auch die Möglichkeit, ihre einzelnen Talente zu entfalten und ganz praktische Erfahrungen zu sammeln – beispielsweise Barcamps, Hackathons oder ein offener Vereinsabend mit Workshop-Charakter. Fußnotisch bietet sich das 7-PS-Setting auch ganz gut an: einfach mal ohne – ich sage das mit aller Vorsicht und in Anführungszeichen – stupide Vereinsarbeit durchzuführen, sondern regelmäßig im Monat einmal einladen, ein paar Getränke ausgeben, wenn möglich, und dann ganz offen darüber sprechen, was wir denn so tun können. Also alles an Strukturen mal kurz inaktiv setzen und einen offenen Abend machen: Was können wir outside the box den Mitmenschen in der Gemeinde, in der Stadt anbieten? Das sind Erlebnisse und Momente, in denen man als Generation Z zur Sprache kommt – Sprachen zur Sprache kommen darf, soll, muss –, um eine Idee zu platzieren und mit dieser Idee dann im Verein bzw. in diesem Projekt – so würde ich es erst einmal nennen – groß zu werden. Denn solche Erlebnisse fördern die Identifikation mit dem Verein und schaffen für alle Beteiligten, die dann da sind, einen Mehrwert.
Hier noch einmal die Zusammenfassung, dass die Digitalisierung wirklich eine Chance bietet für ein großes Miteinander zwischen den Generationen. Die Digitalisierung kann auch orts- und zeitunabhängiges Engagement fördern. Die Generation Z wird irgendwann ausfliegen, wenn ich an die Gemeinde denke – Schule, Ausbildung –, und dann sind sie einmal weg. Aber wenn wir hier schon ein kleines emotionales Stückchen gewonnen haben, eine Beziehung da ist, ein Kontakt da war, ein Erfolgserlebnis da ist, sind die Wahrscheinlichkeiten sehr hoch, dass durch einen Wegzug die Bindung zum Verein aktiv und attraktiv bleibt.
Es gibt unterschiedliche Plattformen: Mundraub z. B. Das sind gute Beispiele und gute Möglichkeiten, die zeigen, wie solche digitalen Plattformen mit einem geringen zeitlichen Aufwand existieren und große Flexibilität zeigen, sich zu engagieren. Ich weiß nicht, ob ihr Mundraub kennt. Das ist ganz spannend – da kann man schauen, wo man Obst und Gemüse nehmen kann, das für alle frei zugänglich ist. Man hat das ja oft, dass es Kirschbäume oder Apfelbäume gibt. Das ist auf dieser Karte platziert – eine ganz tolle Idee und lädt quasi zu Engagement ein, sich zu beteiligen. Oder die Kartierung von Barrierefreiheit – das macht wheelmap.org. Da kann man gut sehen, wo es barrierefreie Möglichkeiten gibt: Busstationen, Bahnstationen, Bankautomaten, barrierefreie Toiletten etc., um sich zurechtzufinden.
Wir haben jetzt viel über die Generation Z gesprochen, die ja nach wie vor ein zentrales Moment ist, um die Zukunftsfähigkeit und die Zukunftssicherheit von Vereinen zu gewährleisten. Aber wir müssen auch – und das ist der Punkt, den wir alle haben – schauen, dass die Vereine nicht veralten. Es gibt viele Möglichkeiten und Angebote, die unterschiedlichen Generationen miteinander ins Gespräch zu bringen. Dieser intergenerationelle Austausch zwischen den Generationen – Mentoringprogramme – ist eine effektive Variante, um junge Menschen zu gewinnen und zu binden. Warum ist das interessant? Weil beide Seiten – sowohl die Älteren als auch die Jüngeren – mit- und voneinander lernen können, Erfahrungen austauschen können und auch hier wieder der Verein, der Verband als Ort des Lernens, der Erfahrung, der Vernetzung, der Weiterbildung für alle Akteure fungieren kann. Das sollte ein Verein ganz proaktiv, selbstbewusst und strategisch kommunizieren – und dabei nicht scheuen, Themen anzubieten oder Rückschläge einzustecken. Das ist nämlich die Suche, die sich die Älteren wünschen, aber auch die jüngeren Vereinsmitglieder bzw. Interessenten: an die Hand genommen zu werden, etwas Neues zu lernen, Fremden zu begegnen, sich weiterzuentwickeln und selbst wirksam zu werden. Das trifft auch auf die Generationen zu, die nach der Generation Z kommen.
Was sind die Vorteile? Der Austausch zwischen Jung und Alt ist nicht nur Information und Wissen, sondern die Jüngeren erhalten auch Einblicke in das, was in den letzten Jahrzehnten an Erfahrungen gemacht wurde. Denn oft hat man als junger Mensch eine Idee, und dann bekommt man gesagt: „Das haben wir alles schon mal gemacht.“ Dann entsteht etwas Spannendes, weil die Erfahrungen aus der Vergangenheit mit der Innovation, mit den neuen Ideen der Jetztzeit konfrontiert werden. Für beide Seiten entstehen spannende Entwicklungs- und Lernmöglichkeiten. Das ist nicht nur für den Verein gut, sondern auch für die persönliche Entwicklung, die Persönlichkeitsentwicklung, aber auch für die Modernisierung und die Anpassungsfähigkeit der Vereine. Hier ist es wichtig, dass solche Mentoringprogramme gut begleitet und moderiert werden: dass man nicht komplett alles umstellt, sondern sich zwei, drei, vier Pärchen sucht, um den ersten Schritt gemeinsam zu gehen, einen Plan aufzustellen, Kontinuität und Regelmäßigkeit in diesen Austauschen zu gewährleisten – aber auch für beide Seiten klarzumachen, was eigentlich das Ziel ist, wenn wir miteinander über ein Projekt reden: wenn wir das Sommerfest anders gestalten wollen oder wenn wir in der Öffentlichkeitsarbeit, in der Hinwendung, in der Aufmerksamkeitserzeugung auf unsere Aktionen etwas anderes machen wollen – dass hier ein ganz klares Ziel steht, was dieser Generationsaustausch bewirken soll.
Ich hatte es schon erwähnt, dass Sinn und Sinnstiftung der zentrale Fokus für die Generation Z sind. Die jungen Leute suchen sinnstiftende Tätigkeiten, die ganz schnell zu erfüllen sind. Das ist die Herausforderung, der wir uns als Mitgliederbeauftragte, Vorstände, aber auch als einfache Mitglieder stellen müssen: Was kann ich an „Paketen“ ins Schaufenster stellen, damit sie auf den ersten Blick Sinn erkennen, einen Mehrwert für sich und die Gesellschaft? Sie denken gar nicht zunächst an den Verein, sondern eher daran: Was kann ich Gutes tun, und was kann es sein, damit in relativ kurzer Zeit ein Erfolgserlebnis passiert? Das kann der neue Instagram-Kanal sein oder die neue Homepage, die innerhalb von ein paar Wochen zu einer gewissen Reichweite führt, wo Klicks entstehen, wo Interaktionen im digitalen Raum entstehen. Das sind die ersten kleinen Erfolgserlebnisse, wenn man es auf das Digitale bezieht. Projekte brauchen sichtbare Ergebnisse.
Soziale Fokusthemen sind besonders attraktiv und locken jüngere Menschen in unsere Vereine an. Das können Charity-Events sein, Kooperationen zwischen Schule und Verein oder Ausbildungsbetrieb und Verein. Die Generation Z hat ihre Lebenswirklichkeit, und die wird in diesem Moment gekoppelt – noch nicht strukturell, aber emotional und inhaltlich – an die Sinn- und Zweckbestimmung des Vereins. Das sind neue Perspektiven, die für den Verein gut sind, bei denen aber auch der Kooperationspartner einen Mehrwert hat. Ich finde, dass der Ganztag ein hervorragendes Beispiel ist. Bei uns in Schleswig-Holstein ist es so, dass ab dem Jahr 2026 ein verpflichtender Ganztagsanspruch entsteht. Der Ganztag bietet Raum und Zeit für diese Kooperationsfähigkeit zwischen Vereinen und Schulen, indem man AGs definiert und anbietet, wo Vereine mitwirken, ihre Intentionen, ihren Mehrwert, ihre DNA, ihre Zweckbestimmung direkt in die junge Generation mitbringen – und so der Austausch zwischen Schule und Verein entsteht. Der Ganztag bietet viele Möglichkeiten, Sinnstiftung als zentralen Wert für die Generation Z, aber auch für den Verein, zu platzieren.
Wir reden viel über junge Menschen, aber wir reden nicht nur mit ihnen, sondern wir müssen sie auch direkt einplanen in diese Aktivitäten, Projekte, in den Generationsaustausch, in die Möglichkeiten, die der Verein bieten kann – ob im Ganztag oder fernab von Schule oder Ausbildung. Denn wenn sie Aufgaben haben – kleinere, größere, schaffbare, reizvolle Aufgaben, an denen man nicht gleich im ersten Schritt zerbricht, sondern an denen man wachsen kann –, führt das zu einem Verantwortungsgefühl, zur eigenen Verantwortung und fördert die Kreativität und die emotionale Bindung an den Verein. Denkt daran, die Angel auszulegen oder das Fenster transparent zu halten, um die jungen Menschen „in den Laden hineinkommen“ zu lassen und sich dort wohlzufühlen – und die Möglichkeiten zu erkennen, wie sie ihre Ideen einbringen und direkt Erfolg erleben können. Wenn ich diese Schritte gegangen bin, habe ich die Möglichkeit und habe Content, also Inhalte, Beispiele, Geschichten, Narrative, die ich meiner digitalen Community, meinen Freunden, Bekannten und Kollegen zeigen kann: „Engagier dich und poste darüber.“
Die digitale Transformation muss also eine strategische Aufgabe des Vereins sein, an der alle Mitglieder beteiligt sind. Es braucht eine gewisse Offenheit – ich verweise wieder auf das 7-PS-Setting – für neue Formate und auch Offenheit gegenüber neuen Zielgruppen. Erfolgreiche Vereine setzen auf partizipative Strukturen und eine kontinuierliche Modernisierung. Ein Beispiel dafür habe ich gestern schon erläutert.
Meine Handlungsempfehlungen: digitale und flexible Strukturen aufbauen. Zunächst schauen, was im Rahmen der Satzung möglich ist. Wenn das Gerüst und der Rahmen nicht mehr passen, dann daran gehen, diese Satzung zu verändern, zu ergänzen. Die aktive Einbindung von jungen Menschen und Verantwortung auch zu übertragen – im Rahmen der Möglichkeiten, im Rahmen eines Projektes –, um diesen intergenerationellen Austausch zu fördern, zu begleiten, zu betreuen und offen zu sein für Innovation.
Ich habe euch hier ein Beispiel mitgebracht – anonymisiert aus Schleswig-Holstein. Wir hatten hier einen gemeindlichen Verein, der nachhaltige Stadtprojekte gefördert hat. Wir hatten unterschiedliche Herausforderungen – anwendbar, nicht in voller Breite, aber ihr seht euch da sicherlich wieder. Die Mitgliederstruktur war überaltert, Durchschnittsalter 44 Jahre. Junge Menschen fühlten sich von den traditionellen Strukturen, den langen Sitzungen und den wenigen Mitmachmöglichkeiten abgeschreckt. Sie sind gar nicht gekommen; es war nicht reizvoll, sich da hinzusetzen, wenn dort die 54-Jährigen sitzen. Auch die Online-Präsenz war nicht so, dass man gesagt hätte: „Das ist ansprechend.“ Ich glaube, sie hatten nicht mal einen Instagram-Kanal oder eine Facebook-Seite. Sie waren ausschließlich per E-Mail erreichbar, und die Website war nicht kontinuierlich gepflegt und nicht aktuell. Die Projekte waren langfristig angelegt – nachhaltige Stadtprojekte eben – und wir hatten keine Chance, kurzfristige Erfolgserlebnisse darzustellen. Junge Menschen fanden die Vereinsarbeit als wenig sinnstiftend und nicht vereinbar mit Studium, Ausbildung und Freizeit. Das war das Ergebnis einer Umfrage – also alles das, was ich gerade als positiv und wichtig skizziert habe, fehlte bei diesem Verein. Das ist nichts Schlimmes – das erkennen wir vielerorts; es ist die Realität.
Was haben wir dann gemacht? Wir haben den Digital Officer eingeführt und ein junges Mitglied zunächst auf Zeit in diese Position ernannt. Das Mitglied hatte die Möglichkeit und die Erlaubnis, die digitale Zukunft mitzugestalten – etwas hochtrabend formuliert, aber: Die Website wurde modernisiert. Der Verein ist auf Instagram gegangen und hat über die Sitzungen gesprochen, was sie vorhaben etc., und der Digital Officer hat kleine Videoclips gedreht. Wenn sie wirklich aktiv etwas gemacht haben und aus ihrem Vereinsraum rausgekommen sind, wurde das gezeigt und gefilmt. Das ist viel wirkungsvoller und spannender als ein Artikel im Gemeindeblatt, im Stadtmagazin oder ein veralteter Artikel von vor über drei Jahren auf der Homepage.
Was haben sie noch gemacht? Sie haben Schnuppermitgliedschaften für drei Monate eingeführt. Die konnte man relativ unkompliziert beantragen – ein ganz einfaches Formular auf der Seite. Sie haben angefangen, kleine Veranstaltungsideen und Projekte aufzusetzen: einen Cleanup Day, der in den sozialen Medien angekündigt wurde: „Hey, mach doch mit – für einen sauberen Park oder Spielplatz!“ Sie haben Mitmenschen, die mit dem Verein nichts zu tun hatten, eingeladen: „Kommt dazu, wir machen in zwei Stunden eine gute Sache. Seid dabei und macht mit.“ Dazu kamen weitere kleinere Events, um vor allem die Generation Z anzusprechen.
Außerdem haben sie den Generationsaustausch verfolgt – nicht in der Dimension, die wir uns gewünscht hatten, aber: Der Digital Officer hat ein paar junge Leute aus seiner Peer Group mitgebracht, die sich mit den „alteingesessenen“ Mitgliedern ausgetauscht haben – z. B. wie man den Beitrag im Stadtmagazin verändern könnte oder wie man dazu beitragen kann, dass regelmäßig auf der Homepage Berichte oder kurze Blogeinträge erscheinen. Der Digital Officer hat auch kleine Umfragen bei den Mitgliedern umgesetzt – das geht relativ zügig in der Erstellung: „Was gefällt euch? Was wünscht ihr euch?“ – eine kleine Umfrage in der Mitgliedschaft, um nach Kritik zu fragen und auf neue Ideen zu kommen.
Fazit: Das Engagement der Generation Z ist digital, flexibel und sinnorientiert. Ich hoffe, dieser Dreiklang ist durch meine Worte deutlich geworden. Vereine und Organisationen, die sich diesen Anforderungen öffnen, bleiben attraktiv und zukunftsfähig. Das muss nicht alles zusammen und in voller Breite passieren, aber ein Zeichen setzen, eine Position bestimmen – fangt gerne mit diesem Digital Officer an –, das ist der richtige Weg und kann etwas ins Schaufenster stellen, was bislang noch nicht dort stand.