Ja, was sind die Ziele unseres heutigen Webinars? Ihr solltet danach hoffentlich wissen, wozu Wirkungsorientierung an sich dient, wie sich Wirkung an sich definiert, was ein Wirkungsmodell ist und wie ihr euer Wirkungsmodell entwickeln und dann eben auch nutzen könnt, um euch damit vielleicht auch als Organisation vorzustellen oder auch intern mehr Motivation zum Beispiel zu wecken. Genau.
Was bedeutet grundsätzlich erstmal Wirkungsorientierung? Wirkungsorientierung bedeutet, dass ein Projekt oder auch eine Organisation darauf ausgerichtet ist, erstmal Wirkung zu erzielen. Also, dass wirklich eben auch die Mitarbeitenden, die daran Beteiligten, eben wissen, wo wollen wir denn gemeinsam hin, was wollen wir gemeinsam erreichen und wie stellen wir insofern quasi alle Stellschrauben, die uns möglichst zur Verfügung stehen, auf dieses Ziel. Genau. Und ebenso entsprechend plant man es und setzt man dann auch das Projekt um. Das heißt, wir halten eben immer im Blick, wo wir eigentlich hinwollen. Man ist eben immer orientiert und weiß, was man gemeinsam erreichen möchte. Das ist so die Grunddefinition erstmal. Und ja, genau, so das Sinnbild dazu ist immer ein Leuchtturm, an dem man sich eben orientieren kann.
Wirkungsorientierung hat ganz viele gute Effekte und hat einfach einen guten Zweck. Es lohnt sich eben, die eigene Wirkung im Blick zu haben. Warum? Indem man eben Wirkungstransparenz schafft, nach innen wie nach außen, also sprich, dass eben nach innen wie nach außen klar ist, wo man hin will, welche Wirkung man erreichen will, erreicht man eben verschiedene Dinge.
Zum einen kann man Unterstützung finden, und zwar sowohl intern als auch extern, weil man eben, indem man über die eigene Wirkung berichtet, auch so ein bisschen legitimiert, was man tut. Weil man eben sagen kann: Schaut mal, das funktioniert, was wir uns hier vorgenommen haben, und so und so funktioniert das. Genau. Und das und das haben wir vielleicht schon erreicht. Und so kann man natürlich auch nach innen motivieren, aber eben auch außen Interesse dafür schaffen.
Und das Schöne und eigentlich, je mehr man sich damit beschäftigt, noch mal der viel stärkere Aspekt ist eigentlich, dass man sich als Organisation durch Wirkungsorientierung laufend verbessert und eben zu einer lernenden Organisation wird. Weil man nämlich dann anfängt, auf Basis seiner eigenen Wirkungsanalysen – also sprich, wo man so ein bisschen guckt: Okay, was läuft denn schon so, wie wir uns das vorstellen, und erreichen wir eben die Wirkung, die wir uns vornehmen oder auch nicht? Oder, hoppla, erreichen wir sogar noch was nebenher? Wollen wir uns das auch noch zum Ziel setzen, weil es anscheinend ein bisschen in der Natur unserer Organisation liegt, da auch zum Beispiel positive Effekte zu haben? Dann kann man da so ein bisschen nachsteuern und eben die Organisation entsprechend entwickeln oder eben auch mal gucken: Mensch, funktioniert der Ansatz vielleicht besser? Ah ja, guck mal, Ansatz B ist besser als Ansatz A. Wir entscheiden, ab diesem Jahr den Ansatz in diesem Detail so und so durchzuführen. Genau. Und so wird man eben zu einer Organisation, die intern auch immer mehr reflektiert und eben über die eigene Wirkung und die eigenen Ziele spricht. Und genau so entwickelt sich dann auch eure Qualität Stück für Stück weiter.
Das heißt, mit Wirkungstransparenz schaffen wir eine Nachvollziehbarkeit von eurem Ansatz und eurer Wirkung. Gerade für außen ist es natürlich besonders wichtig, aber tatsächlich auch für innen, gerade wenn man zum Beispiel neue Mitarbeiterinnen an Bord kriegt. Das ist ja super, wenn man genau sagen kann: Also, wir sind als Team davon überzeugt, dass dieser Ansatz aus dem und jenem Grund gut funktioniert und tatsächlich das erreicht, was es bei unseren Zielgruppen braucht. Und das heißt eben, wir stellen uns eben auch selbstreflexiv als Organisation Fragen und können die eben auch gut nach außen hin beantworten. Also zum Beispiel so was wie: Welche Wirkung wollen wir eben genau erreichen? Bei wem? Warum genau? Und wie genau? Und dann beschreiben wir sozusagen: Was sind die Bedarfe bei unseren Zielgruppen? Wer sind auch genau unsere Zielgruppen? Wie grenzen wir die ein? Welche Ziele haben wir für die? Was ist genau unser Ansatz? Wie setzen wir den um? Und eben: Was erreichen wir letztendlich?
Dafür geht es dann auch darum, eine Wirkungsanalyse zu machen und natürlich auch Resultate zu diskutieren. Wobei, genau, ich, ihr merkt vielleicht schon, oder das, also genau, gerade der vierte Workshop wird sich auch nochmal darum drehen, wie man Wirkung eben analysieren kann. Und ihr merkt schon, dass ich eher von Wirkungsanalyse als von Wirkungsmessung spreche, weil Messen so ein bisschen, könnte man argumentieren, suggeriert, dass man Wirkung natürlich ganz genau wie am Thermometer messen kann. Und ich kann euch schon mal den kleinen Spoiler-Alert geben, dass das natürlich so in den seltensten Fällen möglich ist. Aber wir können uns dem eben sehr gut annähern und genau mit diesem Hintergrundwissen eben auch unsere Resultate von einer Wirkungsanalyse ja, eben auch kritisch und sozusagen mit Vorsicht genießen und intern diskutieren.
Im Laufe dieser Webinare hangeln wir uns ein bisschen entlang an einem Fallbeispiel, und zwar nennen wir das den "Bildungsstürmer e.V.". Da haben wir zwei Personen: einmal den Herrn Sommer, der ist der hauptamtliche Vorstand des "Bildungsstürmer e.V.", und er trifft auf der Suche nach Fördermitteln Frau Hoffmann. Und Frau Hoffmann ist die hauptamtliche Mitarbeiterin der Wirkungsstiftung und sie sucht wiederum auf der Suche nach guten Projekten Herrn Sommer. Und genau das ist so ein bisschen unser Fallbeispiel, weil natürlich oftmals Organisationen, die sich mit Wirkungsorientierung zu beschäftigen beginnen, so ein bisschen dorthin gepusht wurden, weil sie merken: Achtung, Mensch, irgendwie beim Fundraising würde uns das total helfen, oder vielleicht unsere Förder:innen bitten uns darum, da präziser berichten zu können und präzisere Aussagen machen zu können. Und das heißt, man kommt eben oft auch über das Thema Fundraising erst auf dieses Thema Wirkungsorientierung. Und gleichzeitig ist es eben einfach ein total gutes Beispiel, um zu gucken, okay, wie kann ich eigentlich auch nach außen meine Organisation erklären? Denn dass man gut verstanden hat und schnell auf den Punkt bringen kann, damit überzeugt man natürlich auch.
Genau. Jetzt habe ich ja vorhin schon einmal gesagt, dass es total wichtig ist, eben Wirkungstransparenz zu haben, und dazu gehört auch eine Transparenz der Vision und der Mission. Also eben zu sagen, wo wollen wir genau hin und was ist unsere Mission, sprich: Was tun wir genau und welche Wirkung wollen wir denn erreichen? Da würde jetzt zum Beispiel Herr Sommer sagen: "Wir organisieren Ferienlager, in denen sozial benachteiligte Kinder ihre Talente und Begabungen gezielt entdecken können, denn unser großes Ziel ist eine Gesellschaft, in der alle Menschen ihre Fähigkeiten entwickeln können."
Und jetzt käme vielleicht im Gespräch schon die erste Gegenfrage von Frau Hoffmann, die so ein bisschen die Hintergrundfrage, warum es jetzt tatsächlich aber so wichtig und unterstützenswert ist – sprich die Frage nach der Relevanz – stellt. Die würde zum Beispiel sagen: "Aha, naja, das klingt ja erstmal irgendwie schön und gut und sinnvoll, aber wir haben halt doch auch schon so viele Projekte, die mir jetzt ehrlich gesagt auf Anhieb vielleicht wichtiger erscheinen." Und Herr Sommer denkt sich: "Aber das ist total wichtig!" Und genau das führt uns ein bisschen dorthin, zu unterstreichen, dass es total wichtig ist, sein Problem genau beschreiben zu können.
Also eben das Problem, auf das man hinwirkt, also oder das man beheben möchte. Und hier möchte ich euch einmal so ein bisschen einladen, quasi für euch mal zu überlegen, welche Problembeschreibung ihr Herrn Sommer empfehlen würdet.
Wir haben einmal die Problembeschreibung A: "Ja, wir müssen mehr für sozial benachteiligte Kinder tun. Die brauchen unsere Hilfe und Unterstützung. Gerade in den Ferien fehlt es ihnen an sinnvoller Freizeitgestaltung und guter Betreuung. Auch viele Eltern sagen uns immer wieder, wie wichtig die Ferienlager sind."
Oder er könnte sagen: "In Deutschland entscheidet immer noch der soziale Hintergrund über die Bildungslaufbahn. Jedes Jahr verlassen 56 % der Arbeiterkinder bereits nach der Sekundarstufe 1 das Bildungssystem, bei Akademikerkindern wiederum sind es nur 22 Prozent. Und laut einer aktuellen Studie setzt sich dieser Trend sogar in der Uni fort, und das ist ein riesiger Potenzialverlust."
Genau, ich gebe euch mal kurz drei Sekunden, um einmal zu gucken, wo ihr hin tendiert.
Genau. Ja, ich hoffe, ihr habt eine kleine innere Entscheidung getroffen. Wir würden euch also zu B raten, auch wenn natürlich A jetzt in dem Sinne nicht falsch ist. Also, weil das löst natürlich auch Emotionen aus und man muss eben ja auch beschreiben – also so bekommt man uns ja auch als Unterstützer:innen und Menschen, wenn man Empathie weckt und einfach versteht: Mensch, deshalb ist es schlimm. Und so sieht es vielleicht auch im Detail und in der Geschichte, in der Anekdote oder so was aus. Und gleichzeitig, damit wir Probleme gut einordnen können, gerade wenn ich vielleicht jetzt eine Stiftungsvertreterin bin, ist es halt total wichtig zu sehen, dass die Organisation ihr Problem sehr gut kennt und, B, auch zu sehen, dass es ein großes Problem ist. Also, warum ist es so wichtig, womit ihr euch beschäftigt? Und je besser ihr das für euch selber klar habt, desto besser könnt ihr eben auch andere Leute davon überzeugen.
Und hierbei hilft euch die Methode des Problembaums. Also, das ist auch einfach gut, das mit der eigenen Organisation noch mal zu machen. Ich zeige euch da gleich ein kleines Beispiel. Und die Idee ist hier einfach, sozusagen das Hauptproblem, das geht jetzt hier so ein bisschen rechts in der Grafik in die Mitte, zu schreiben und dann zu gucken: Okay, woher kommt das denn eigentlich? Was ist denn die Ursache davon? Und dann vielleicht da auch jeweils noch mal zu fragen: Okay, und was ist denn die Ursache dieser Ursache eigentlich? Und dann auch zu gucken, nach sozusagen nach oben in Richtung der Folgen des Problems, was ohnehin schon besteht. Also, was entstehen noch für Folgeprobleme aus dem großen Kernproblem sozusagen?
Genau, die Leitfragen dabei sind eben: Welches Kernproblem soll primär gelöst werden? Wie groß ist denn das Ausmaß? Was sind die Folgen? Was sind die Ursachen? Wer ist genau betroffen? Was sind deren Bedarfe, damit ich das Problem verringern kann? Und natürlich: Wer ist noch so daran beteiligt am Zustandekommen dieses Problems? Was sind vielleicht deren Bedarfe? Was kann man denen sozusagen tun oder wie kann man die befähigen, sich an der Lösung des Problems zu beteiligen?
Und dann ist eben so ein bisschen die Frage, wenn man sich das jetzt wirklich als Baum vorstellt, wie gesagt, wir schauen da gleich einmal rein, an welcher Wurzel wollt ihr jetzt ansetzen? Weil, wie wir alle wissen, sind meistens gesellschaftliche Probleme, haben quasi nicht irgendwie eine schöne Wurzel, die wir quasi wie so eine Karotte einfach ziehen können, sondern eben viele. Und als Einzelorganisation kann man sich jetzt auch in den seltensten Fällen irgendwie all dieser Wurzeln sozusagen annehmen, sondern man hat sich vielleicht entschlossen zu sagen: Mensch, das ist doch hier genau der Punkt, da können wir doch auf diese und jene Art besonders gut helfen, und deshalb entscheiden wir uns für diese Wurzel.
Und hier würde ich jetzt eben genau einmal kurz springen, und zwar in unser "Kursbuch Wirkung", das ihr sicher auch – also genau, das können wir euch gerne auch noch mal mitschicken, das ist aber auch immer online verfügbar – und genau, ist so ein bisschen ein quasi ein Einleitungsbuch oder Heft eigentlich eher zum Thema Wirkungsorientierung, wie ihr eure Organisation wirkungsorientiert aufstellen könnt.
Und hier haben wir jetzt eben mal so einen Beispiel-Problembaum. Zum Beispiel ist das Kernproblem: Die Jugendlichen bekommen keinen Ausbildungsplatz. Und am Ende hat man deshalb auf gesellschaftlicher Ebene das Problem, es gibt eine hohe Jugendarbeitslosigkeit im Stadtteil. Und ein bisschen gröber beschrieben sind dann eben die Folgen, Folgeprobleme: Wir haben also Jugendliche mit wenig Perspektive, dadurch auch mehr psychische Probleme, erhöhte Suchtgefahr, erhöhte Gewaltbereitschaft, vielleicht sogar vermehrt Drogenmissbrauch. Genau. Und gleichzeitig zum Beispiel haben sie eine finanziell prekäre Situation. Genau. Und entsprechend hat natürlich man auch als Staat oder jetzt auch als Kommune dann steigende Sozialausgaben.
Und wenn man jetzt in Richtung der Ursachen guckt, dann analysiert man und hat sich vielleicht dazu auch idealerweise Studien angeschaut und guckt, woran liegt es denn, dass die jetzt gerade da aktuell keinen Ausbildungsplatz bekommen? Und vielleicht, findet man heraus, fehlen ihnen die nötigen Sozialkompetenzen, weil es vielleicht den Eltern an Erziehungskompetenz mangelt. Oder aber sie bekommen eben keinen oder nur einen schlechten Schulabschluss, weil sie schlechte schulische Leistungen haben, weil es wiederum keine erschwinglichen Nachhilfeangebote zum Beispiel im Stadtteil gibt. Oder sie haben das vielleicht sogar, aber wenn sie es haben, wissen sie nicht wirklich, wie man sich bewirbt. Und das wissen sie nicht, weil es zum Beispiel auch keine Bewerbungstrainings dafür gibt. Und so kann man das sozusagen so ein bisschen runterschlüsseln.
Und ich springe einmal kurz mit euch dann in den Lösungsbaum. Das ist dann quasi, wenn ihr jeweils jedes Zettelchen quasi umdreht und einmal guckt: Okay, was wäre denn, wenn wir das jetzt gewuppt kriegen würden? Und in dem Fall, das, was ich gerade eben schon gesagt habe, mit man sucht sich dann eine Wurzel aus, ist hier so ein bisschen grün umrahmt. Da hat sich zum Beispiel jetzt diese Organisation überlegt: Okay, wir lösen eben oder fangen an, hier an der Lösung zu arbeiten, indem wir eben außerschulische Angebote anbieten für Jugendliche, um sich auf Bewerbungen eben vorzubereiten und eben auch Bewerbungstrainings anzubieten. Und wir bieten denen zudem erschwingliche Nachhilfeangebote im Stadtteil an. Und dadurch haben sie dann hoffentlich auch verbesserte Schulleistungen, eben dann einen Schulabschluss, wissen, wie man sich bewirbt. Und vielleicht, das muss man dann eben gucken, kommt sogar als Nebeneffekt noch raus, dass sie dann auch bessere Sozialkompetenzen haben, je nachdem, wie das Programm aufgebaut ist.
Genau, also das für euch so als Einstieg kurz in die Methode des Problembaums. Das ist eben super, wenn ihr euch dessen selber bewusst seid, aber eben auch, um nach außen zu kommunizieren, warum jetzt euer Ansatz vielleicht auch gut funktioniert.
Genau. Jetzt geht es einmal tatsächlich um den Kern: Was ist Wirkung? Denn wir brauchen ja eben auch eine Transparenz der Wirkung, also was erreicht ihr tatsächlich? Und da sagt eben vielleicht Frau Hoffmann: "Uns ist wirklich wichtig, dass unsere geförderten Projekte wirken." Und dann sagt Herr Sommer: "Naja, wir erreichen schon viel." Das ist eben die Frage, was kann er ihr erzählen?
Und hier wollen wir euch eben so ein bisschen sensibilisieren, dass es eben, also Wirkung, ja, immer dann, also gerade wenn man sich noch nicht so sehr damit auseinandergesetzt hat, noch ein sehr heutiger Begriff ist. Und in unserer Sprache gibt es eben auch viele verschiedene Begriffe, die da sehr nah dran liegen, sei es jetzt zum Beispiel Resultat oder was ist denn jetzt genau der Effekt von Ihrem Programm oder vielleicht auch so ein bisschen im Englischen, was ist denn jetzt hier Outcome, genau, oder Ihr Impact?
Und das Ding ist eben, das Wirken zu belegen – also das, was ich auch vorhin schon so ein bisschen angeschnitten habe – ist je nach Projekt total unterschiedlich leicht. Und da haben wir euch als kleine Eselsbrücke diesen kleinen Sketch oder diese kleine Karikatur sozusagen mitgebracht, wo hier gesagt wird: "For a fair selection, everybody has to take the same exam: please climb that tree." Genau. Also, alle hier werden jetzt fair beurteilt und getestet, und zwar ist eure Aufgabe, diesen Baum zu erklimmen. Und es ist wohl klar, dass das Äffchen daran einen leichten Vorteil haben wird und vielleicht gerade der Fisch sich besonders schwer tun wird. Genau.
Und das ist, also genauso unterschiedlich schwer oder leicht ist es eben für Organisationen, Wirkung zu belegen oder zu, ja, zu analysieren, auch teils, weil das eben ganz stark darauf ankommt, was der jeweilige Ansatz ist, wie tief man zum Beispiel Leute begleitet, also Menschen begleitet, oder was eben entsprechend dann auch hinten bei rauskommt. Also, wenn ich jetzt zum Beispiel sage, naja, wir betreuen irgendwie, weiß ich nicht, halt 30 Leute super lange, super eng und wir können Ihnen aber auch erst in zehn Jahren sagen, dass die Wirkung eingetreten ist, die wir vielleicht haben wollen, versus vielleicht eine andere Organisation, die vielleicht einfach zum Beispiel IT-Endgeräte verteilt und dadurch sozusagen Zugänglichkeit schafft für sozial benachteiligte Jugendliche für jetzt zum Beispiel in der Corona-Zeit den digitalen Unterricht. Dann ist es natürlich eine Wirkung, da hat sich die Lebenslage schnell geändert und die ist sofort quantitativ irgendwie belegbar quasi und aufweisbar, ganz anders bei der anderen Organisation.
Genau, also das ist nicht so leicht und es gibt eben da einige Herausforderungen, die damit verbunden sind. Wir haben eben, wie gesagt, noch keine gemeinsame Sprache, wobei sich da jetzt einiges tut, gerade auch mit Webinaren wie diesem hier. Es gibt jetzt in dem Sinne keine objektiv richtigen Wirkungsziele. Das werdet ihr immer wieder im Einzelfall auch kommunizieren müssen, warum ihr euch jetzt genau diese Ziele setzt, weil es auch ganz stark mit eurer Wirkungslogik zu tun hat, die ihr dahinter habt, warum euer Ansatz gut funktioniert. Und genau, entsprechend wie ich gerade schon beschrieben habe, braucht es eben auch je nach Kontext und euren Zielsetzungen unterschiedliche Erhebungs- und Analysemethoden.
Einen kleinen Moment. So, was ist jetzt aber tatsächlich Wirkung? Also, man muss ja am Ende trotzdem irgendwie darüber sprechen können, das Thema, wir haben eine gemeinsame Sprache dazu. Und Wirkungen sind eben einfach Veränderungen, und zwar in der Gesellschaft, aber auch vor allen Dingen bei den Zielgruppen und deren Lebensumfeld, und zwar infolge einer gezielten Intervention, also auch einem Programm, den Aktivitäten vielleicht eures Vereins oder eurer gGmbH, je nachdem, was und wer ihr seid. Also eben das Resultat dessen, was passiert, was ihr so anbietet oder was ihr so mit eurer Zielgruppe unternehmt. Und die Veränderungen passieren eben in den Fähigkeiten, in den Einstellungen, sprich im Kopf quasi der Zielgruppe, in deren Handeln, in deren Verhaltensweisen und hoffentlich auch in ihrer Lebenslage infolgedessen oder vielleicht schon durch das, was ihr jeweils anbietet.
Und das ist so eine Logik, die wir da unterstellen, die natürlich so oft nicht gegeben ist. Aber wir müssen ja, wir brauchen ein Grundmodell sozusagen, an dem wir uns orientieren und sagen jetzt mal grundsätzlich, ist Wirkung eben die Annahme, dass wir sagen, wir haben eine Ausgangssituation, eine Problematik, wir setzen da eine Intervention rein und da ergibt sich eine Veränderung. Und dieser Unterschied sozusagen, das, was sich da verändert hat, das ist die Wirkung. Und wir gehen insofern also von einer Ursache-Wirkungs-Beziehung eben aus. Genau. Also das, was wir eben sozusagen, denke ich, schon auch alle irgendwie so ein bisschen als Grundmodell im Kopf davon haben. Aber genau, was ich natürlich im Einzelnen, sind, wie gesagt, Probleme super komplex, aber das haben wir erstmal, um damit zu arbeiten und zu verstehen, wovon wir sprechen.
Genau, und es ist eben super wichtig, auch beschreiben zu können, was die eigene Wirkungslogik ist, also was eben der Ansatz ist, also wie erreicht ihr das, was ihr verändert, letztendlich? Da fragt euch dann zum Beispiel eben eine Stiftungsvertreterin wie Frau Hoffmann: "Wie funktioniert denn euer Ansatz genau?" Und dann könnt ihr sagen: "Das ist ganz logisch." Und da gebe ich euch ein anderes kleines Modell an die Hand, das ist die sogenannte IOOI-Wirkungskette, auch eine ganz simplifizierte Art, eben eine Wirkungslogik darzustellen. Heißt die deshalb, weil, also oder IOOI steht in dem Fall für, ihr seht hier schon, Inputs, Outputs, Outcomes und Impact.
Und was ist das jeweils? Input sind die Ressourcen, also Zeit, Geld, Personal, die ihr in eure Aktivitäten reinsteckt. Und die Outputs sind dann tatsächlich die Leistungen, die ihr erbringen könnt. Also, einfaches Beispiel ist eben zum Beispiel, wir entwickeln Konzepte und stecken Zeit und Geld darein, coole Webinare eben zu erstellen, und unser Output, unsere Leistung, ist dann erstmal ein Webinar, was wir anbieten können. Und die Outcomes sind dann die Veränderungen erstmal auf Ebene eben der Zielgruppe, wo ihr ziemlich genau hingucken könnt: Okay, jetzt zum Beispiel beim Beispiel Webinar, hat sich denn da hoffentlich im Nachhinein was im Bereich Wissen zum Beispiel getan oder vielleicht auch im Bereich Einstellung? Ja, ist da was rübergekommen und hat sich da was verändert? Und der Impact ist dann euer Beitrag zu der gesellschaftlichen Problematik auf der gesellschaftlichen Ebene, wobei wir eben immer davon ausgehen, dass man als Einzelorganisation selten gesellschaftliche Probleme ganz alleine ändern kann. Das heißt, das ist eben immer so, was dazu tragen wir, wir tragen zum Beispiel bei dazu, dass Chancenungerechtigkeit geringer wird. Genau.
Das heißt also so ein bisschen, Output ist das, was ihr tut, und Outcomes und Impact ist das, was ihr am Ende bewirken wollt. Genau. Und das führt dann zu einem etwas ausführlicheren Wirkungsmodell. Es sieht jetzt vielleicht auf den ersten Blick komplexer aus, ist es aber nicht. Genau, das betrachtet eben den gesamten Wirkungskreislauf und auch so ein bisschen den Kontext, und mit dem könnt ihr sowohl nach innen als auch nach extern quasi auch kommunizieren, was so die wichtigsten Eckpunkte sind von eurem Ansatz und eben was eure Wirkungslogik ist.
Man startet da eben ähnlich, eben auch wenn man sagt, okay, ich möchte eigentlich meine Organisation wirklich auch wirkungsorientiert aufsetzen, dann startet man auch eben damit, mit dem Problembaum, was ich vorhin beschrieben habe, erst noch mal zu gucken, was ist denn noch mal die gesellschaftliche Herausforderung, die wir genau angehen? Und vielleicht gestaltet die sich inzwischen auch schon anders als vielleicht vor zehn Jahren, als eure Organisation gegründet wurde. Oder vielleicht seid ihr eine richtig traditionelle Organisation, dann lohnt es sich umso mehr, noch mal zu gucken: Wir gehen immer noch davon aus, dass das und das die Bedarfe unserer Zielgruppe sind, ist das immer noch so? Und dann auch wirklich dazu zu evaluieren oder im Zweifel sich eher vielleicht auch auf Wissenschaftler:innen zu beziehen, die das für einen gemacht haben.
Genau, und dann beschreibt man eben, also das ist hier die Problematik, daraus ergeben sich folgende Bedürfnisse bei unseren Zielgruppen. Und wenn wir dann eben schön unseren Problembaum sozusagen umdrehen, sagen wir: Okay, entsprechend ist es unsere Vision, dass zum Beispiel eben Jugendliche nicht mehr arbeitslos sind, sondern dass eben die Jugendlichen vielleicht jetzt in unserer Kommune zum Beispiel mehr Arbeitsplätze finden. Und das wollen wir auf die folgende Art und Weise eben an unserer Wurzel oder hier an unseren drei Wurzeln sozusagen erreichen, weil wir davon überzeugt sind, wenn wir das machen, dann passiert das und dann wird sich das lösen, sozusagen. Und genau dieses "wenn wir das machen, dann passiert das" ist ja genau eben diese IOOI-Logik. Also eben, was, wie machen wir das genau, was stecken wir da rein, welche Leistungen kommen dabei raus? Und dann kommt das sozusagen bei den Zielgruppen an und entfaltet hoffentlich bei denen eben auch Wirkungen. Und dazu trägt man eben auch zur gesellschaftlichen Lösung bei.
Und das ist deshalb auch so ein bisschen zirkulär, weil es eben auch unterstreicht, dass man sich das natürlich immer wieder aufs Neue anschauen muss, weil sich eben gesellschaftliche Problemlagen ändern, hoffentlich auch durch unser aller gemeinsame Arbeit, ja, der Zivilgesellschaft, aber natürlich auch gemeinsam mit der Wirtschaft und dem öffentlichen Sektor. Genau, das ist also so ein bisschen das Grundmodell. Und wir haben tatsächlich nur noch das Umfeld so transparent daneben stehen, einfach um, oder drinstehen, um auch zu sagen, der Bereich, den man als NPO zum Beispiel jetzt im Griff oder so, also einigermaßen kontrollieren kann, quasi, ist eigentlich nur dieses, wie gehen wir das Ganze an und was stecken wir da rein und was können wir noch anbieten? Und ab dann befindet sich das Ganze natürlich auch in der realen Welt, wo natürlich wahnsinnig vieles wirkt und sich gegenseitig beeinflusst. Aber genau, wie gesagt, wir brauchen einfach Grundmodelle, mit denen wir arbeiten können. Aber wir wollen nicht unter den Tisch fallen lassen, dass man dann sagen kann, und dann ist das hier gut und dann, also genau, es ist jetzt nicht so einfach, wie es vielleicht auch erstmal wirkt.
Genau. Und hier habe ich euch ein Beispiel mitgebracht, tatsächlich von der Organisation, bei der ich davor eben auch gearbeitet habe, Quinoa Bildung nennt sich die. Und ich möchte euch hier mal kurz beispielhaft so ein bisschen sagen, wie man, also zum Beispiel Quinoa Bildung in diesem System sozusagen nach diesem Wirkungsmodell vorstellen könnte. Zum Beispiel könnte man sagen, das Grundproblem ist eben einfach Chancenungleichheit, die wird in Deutschland weiterhin vererbt und natürlich durch das soziale Umfeld, in dem man dann lebt. Und es gibt ja oft dann eben eine Gentrifizierung zum Beispiel, und dadurch werden diese Problematiken dann eben verstärkt, weil Leute an einem Ort leben, die sich da nicht gegenseitig helfen können. Genau. Und es äußert sich eben in vielen Facetten, zum Beispiel schlechteren Berufschancen und damit letztendlich auch in der Lebensgestaltung, die ich nicht mehr selber bestimmen kann, weil ich quasi schon vorher mit schlechten Chancen aufgewachsen bin.
Wer ist davon eben besonders betroffen? Das möglichst genau beschreiben. Es geht, also besonders betroffen sind eben Kinder und Jugendliche, die in Familien mit folgenden Risikofaktoren aufwachsen – das ist quasi von dir oben – wenn eben die Eltern gering qualifiziert sind, wenn vielleicht auch die Eltern erwerbslos sind oder das Familieneinkommen unter 60 Prozent des Durchschnitts in Deutschland liegt. Und Faktoren, die noch dazu beitragen, sind, wenn es eben alleinerziehende Eltern sind, wenn die Familie drei oder mehr Kinder hat, und ein Migrationshintergrund ist eben auch ein Faktor, der sich darauf statistisch auswirkt.
Und was macht jetzt, wo setzt Quinoa an? Quinoa Bildung entwickelt eben Schulen und ganz umfassende Schulkonzepte, die eben speziell auf die Bedürfnisse dieser benachteiligten Jugendlichen sich eben, ja, die darauf antworten, quasi. Zum Beispiel über Eins-zu-eins-Tutoring, über Beziehungsarbeit, über spezielle Sprachförderung, Digitalisierung und, ganz wichtig, eben Anschlussbegleitung. Die werden also nicht alleine gelassen, wenn sie mal die Schule verlassen haben.
Und warum ist der, darum glauben wir daran, dass dieser Ansatz funktioniert? Naja, weil Schulen eben eine tolle diese Rolle spielen können, weil man allein, wenn man das in der Schule ansetzt, einfach schon durch die Zeit, die Kinder und Jugendliche in der Schule verbringen, 5.000 oder mehr Stunden an quasi ganz gezielter Betreuung im kognitiven, sozialen, kulturellen, mentalen und natürlich im individuellen wie auch im familiären Bereich hat. Und eine Schule ist gleichzeitig eine Schnittstelle. Man kann, man hat eben, kann mit Eltern kommunizieren, man kann aber auch mit Unternehmen in Richtung Praktika und natürlich auch mit lokalen Einrichtungen zusammenarbeiten. Und Schulen sind eben auch genau an diesem Übergang von Schule und Beruf und können da einfach gut unterstützen. Genau. Und man kann eben dieses Schulkonzept dadurch auch tatsächlich direkt prüfen und es ist skalierbar, weil Quinoa Bildung eine erste Pilotschule in Berlin gegründet hat.
Welche Veränderungen, welche Wirkungen kommen dabei raus? Naja, erstmal werden enge Beziehungen geknüpft und die Jugendlichen haben eben bessere Sprachfähigkeiten, Zukunftsfähigkeiten, letztendlich vor allen Dingen mehr Abschlüsse und auch nachhaltige Anschlüsse ins Berufsleben. Und so wird letztendlich auf gesellschaftlicher Ebene, zu der wir nur beitragen können, aber ein Durchbrechen des Kreislaufs eben dieser vererbten Chancengleichheit schon mal lokal, ja, sozusagen gestärkt. Genau, das also als Beispiel, wie man so ein Wirkungsmodell, ja, jetzt am Beispiel Quinoa Bildung mal erklären kann.
Hier ist noch ein anderes Beispiel von "Balu und Du", das ist ein Mentoring-Programm. Ich kann mir vorstellen, dass es viele von euch auch kennen. Die haben das zum Beispiel 2019... Was passiert hier? In dem Programm werden die – also wie gesagt, das ist Eins-zu-eins-Mentoring – und die Kinder sozusagen, die betreut werden, heißen "Moglis" in dem Programm und die großen Studentinnen und Studenten werden "Balus" genannt. Und dann wird sozusagen hier so beschrieben, was passiert. Genau. Und was sind sozusagen die Wirkungen jetzt kurz-, mittel- und eben langfristig? Das könnt ihr euch gerne im Detail nachher noch mal angucken. Ich würde jetzt hier mit Blick auf die Zeit einmal weitergehen.
Genau. Und zwar wäre jetzt ein bisschen die Überlegung, also heute ist es ja ein reines Input-Webinar, bis wir zu den Fragen kommen, aber ihr könnt euch so ein bisschen als kleine Hausaufgabe vielleicht vornehmen, so ein bisschen, so wie ich euch das gerade erklärt habe, jetzt mit mehr Sätzen als in wenigen Sätzen tatsächlich für Quinoa Bildung: Was ist denn euer Projekt oder vielleicht eure Organisation? Was tut die genau? Welche Probleme löst sie in wenigen Sätzen? Genau.
Und ihr könntet euch einfach daran festhalten, sozusagen euch auf diese fünf Punkte erstmal zu beschränken und einen kleinen Pitch euch sozusagen zu bauen und eben zu überlegen: Was ist denn die gesellschaftliche Herausforderung? Was ist entsprechend umgekehrt der gesellschaftliche Idealzustand, den wir verfolgen? Wer ist ganz genau unsere Zielgruppe und welche Bedarfe hat diese Zielgruppe? Was ist entsprechend unsere Leistung, unser Angebot? Und was sind die Wirkungsziele, also sprich das, was wir verändern wollen? Wobei ich da eben dazu sagen möchte, dass wir uns ja morgen und nächste Woche, also morgen erstmal den Zielgruppen noch mal genauer widmen und nächster Woche auch den Wirkungszielen noch mal in der Definition. Also kein Problem, wenn ihr das jetzt noch nicht genau machen könnt. Ihr könnt es ja als kleine Übung gerne mitnehmen.