Ich will mich ganz kurz noch mal vorstellen, und zwar mit dem Fokus darauf, was ich zum Thema Resilienz sagen und erfahren habe und warum es vielleicht genau diese Erfahrungen gibt, die dazu geteilt werden können. Wie Claudia gerade schon sagte, habe ich viele, viele Jahre in Kontexten der gemeinnützigen Arbeit verbracht. Ich war erst viele lange Jahre in einem Vorstand einer lokalen Initiative. Wir waren komplett ehrenamtlich. Ich habe dann den Verein auch mitgegründet. Dann war ich in mehreren Vereinen als Projektleiterin unterwegs und bin jetzt seit einigen Jahren in der Organisationsberatung.
Was bedeutet das? Ich begleite ganz viele verschiedene Menschen, Teams, Organisationen und Initiativen. Das Thema Resilienz kann ich einerseits persönlich betrachten. Ich war auch viele Male an dem, was man die Grenze nennt. Ich habe Kolleginnen und Kollegen immer wieder gesehen, die auch am Rande dessen waren, was sie geben konnten. Ich habe mich dann gefragt: Das muss doch auch anders gehen! Wie können wir in diesem Feld, wo wir alle etwas verändern wollen, anders damit umgehen? Was steckt dahinter?
So, Claudia, ich höre dich noch ein bisschen. Super! Genau, das ist so ein bisschen mein Zugang zu dem Thema. Jetzt nehme ich euch mal mit in das, was ich heute hier zum Thema Resilienz mitgebracht habe. Ich würde einsteigen mit dieser Frage: Resilienz, was ist das denn überhaupt oder was ist es auch nicht? Ich werde ein Modell mitbringen oder ein Modell habe ich mitgebracht. Das ist das 7-Faktoren-Modell der Resilienz. Zusammen mit einer Kollegin haben wir dann noch einen weiteren Faktor herausentwickelt, vor allem nach der Corona-Pandemie.
Also hier heute das 7 + 1 Faktoren-Modell der Resilienz. Dann gibt es noch einmal einen Fokus auf das Thema Resilienz in Teams und welche Rolle die Besprechbarkeit dabei spielt. Am Ende, und das ist auch ein großer Teil, geht es in die Praxis, und ich bringe Tipps oder Erfahrungen mit, die meine Kolleginnen und Kollegen auch bei Sozius gesammelt haben. Wir begleiten halt viele Teams und haben zusammengetragen, was in der Praxis ganz hilfreich sein kann.
Genau, da geht es gleich in die allererste Umfrage. Also einmal die Frage zurück an euch: Wenn ihr jetzt hier seid und ich euch drei Antwortmöglichkeiten vorgebe zu der Frage: Was ist Resilienz eigentlich im Moment? Wie blickt ihr da drauf? Ist Resilienz A) stark sein und vieles bzw. sogar alles aushalten können? B) Resilienz ist sich den äußeren Umständen anpassen? Oder C) auf sich aufpassen, um dann auch irgendwie noch besser oder effektiver arbeiten zu können? Wie seht ihr das jetzt gerade in diesem Moment? Genau, unten rechts im Fenster findet ihr die Möglichkeit, A, B oder C zu drücken.
Und dann sehen wir gleich die Ergebnisse.
Und da sind sie auch schon: Resilienz ist für die wenigsten von uns gerade stark sein und vieles bzw. alles aushalten zu können. So, für um die 31 Prozent ist es, sich den äußeren Umständen anzupassen, und C) auf sich aufpassen, um effektiver oder besser zu arbeiten. Man kann unter Resilienz ganz vieles verstehen, und ich biete euch gleich im Folgenden meine Arbeitsdefinition an.
Moment, jetzt muss ich mir den Präsentationsmodus aktivieren. Danke, Rosa, die im Hintergrund unterwegs ist. Resilienz, erstmal zur Wortwurzel her: Was bedeutet das? Es kommt im Lateinischen vom Wort "resiliere" und bedeutet so etwas wie zurückspringen, abprallen, nicht anhaften.
Ihr seht hier dieses Bild von dieser Blume, die in einer sehr dürre Landschaft wächst. Sie entwickelt trotzdem eine Kraft, auch wenn die Situation herausfordernd ist. Die Arbeitsdefinition, die ich oder die wir gerade nutzen, besagt, dass es nicht darum geht, alles in Ordnung zu bringen. Es geht nicht darum, dass alles irgendwie okay gemacht wird. Es geht auch nicht unbedingt darum, besseren Output, bessere Ergebnisse oder besser zu funktionieren. Das kann ein Teil davon sein, ist aber nicht unbedingt das Ziel von Resilienz.
Es ist auch für die meisten von euch, die gesagt haben, nicht nur das. Manchmal geht es auch um stark sein, aber es geht nicht in allererster Linie darum, stark zu sein und alles, was mir entgegenkommt, auszuhalten. Ich würde euch einladen, das vielleicht eher so zu sehen, wie es hier weiter unten beschrieben ist: Resilienz bedeutet vor allem, in dem Moment und in der Situation, in der ich bin, präsent zu sein und Antworten darauf zu finden, was mir gegenübersteht, was mich gerade herausfordert.
Die Beziehung zu mir zu behalten und auch die Beziehung zu anderen zu behalten, bedeutet, dass ich meine Emotionen spüre, dass ich meinen Körper spüre, dass ich weiterhin berührt sein kann. Das ist manchmal etwas, was uns in vielen Situationen, die sehr stressig und herausfordernd sind, verloren gehen kann. Damit verlieren wir den Blick für bestimmte Informationen, bestimmte Dinge, bestimmte Sachlagen. Diese geben uns in vielen Fällen aber die Informationen, die wir auch brauchen könnten, um lösungsorientierter oder kreativer an bestimmte Sachen heranzugehen.
Ein dritter Punkt: Resilienz kann sein oder ist auch ressourcenreich zu sein, sich an seine eigenen Werte zu erinnern, sich an seine Fähigkeiten zu erinnern und sich daran zu erinnern, warum ich das überhaupt mache. Was treibt mich hier an? In diesem Sinne, gesellschaftliches Engagement, ob im Ehrenamt oder im Hauptamt, egal wo ich bin, wollte ich eigentlich beitragen. Bin ich noch auf diesem Weg? So, das war einfach mal ein Vorschlag, und ihr könnt mal schauen, ob und wie fern das für euch jetzt gerade passt oder auch eben am Ende des Vortrags gerne noch einmal zurückgehen.
Genau, und da sind wir schon im 7+1 Faktoren-Modell der Resilienz. Das ist ein Modell, das, glaube ich, diesen Begriff noch einmal ein bisschen mehr auffächert, wie man ihn auch verstehen kann. Es kommt aus der Psychologie und lässt sich nicht mehr auf genau einen Ursprung zurückführen. Es gibt so ein paar Versionen davon, und ich stelle euch jetzt mal diese sieben Faktoren vor.
Es gibt in diesem Modell drei Grundhaltungen. Die erste seht ihr hier: Das wäre Akzeptanz. Akzeptanz in dem Sinne, die Dinge so annehmen zu können, wie sie sind. Man sagt nicht zu hadern mit dem Zustand, wie die Welt ist. Das klingt natürlich wahnsinnig voraussetzungsvoll und richtig groß. Das bedeutet auch nicht unbedingt, alles hinzunehmen. Es bedeutet vor allem, aber auch nicht, dass man sich wahnsinnig aufregt oder ärgert, sondern sagt: Okay, ich nehme die Situation so an, wie sie ist. Ich nehme vielleicht sogar mich so an in der Situation, wie ich bin. Ich gehe damit um, wie es ist. Ich schaue nicht so sehr zurück, wie es hätte sein können oder sollen, sondern es ist, wie es ist, und da setze ich an.
Ihr werdet schon merken, wenn ich rede, diese Faktoren sind alle ganz schön eng miteinander verwoben. Der zweite Faktor wird im Modell mit Optimismus benannt. Optimismus ist hier nicht die rosarote Brille, dass alles ganz wunderbar sein könnte, sondern relativ pragmatischer, realistischer Optimismus. Was ist hier in der Situation möglich? Vor wem, vor welcher Herausforderung stehe ich, und was ist eine vielleicht nicht die beste, aber eine zweitbeste Lösung, die sich irgendwo zeigt?
Die dritte Grundhaltung heißt hier im Modell Lösungsorientierung. Im Unterschied dazu, zurückzuschauen oder zu schauen, was hier die Ursache ist, was das Problem ist, und zu versuchen zu verstehen, wo die Probleme liegen, geht es darum, eine Ausrichtung zu finden. Zu sagen: Okay, was kann ich machen? Welchen Schritt kann ich gehen? Was wäre eine zukunftsweisende Richtung, die ich hier einnehmen kann? Was wäre, ich habe es eben schon gesagt, eine zweitbeste Lösung, wenn es vielleicht auch nicht die beste gibt?
Das hat etwas sehr Konstruktives. Auch hier meint es nicht unbedingt, zu ignorieren, dass es Probleme gibt oder dass Dinge herausfordernd sind, sondern zu sagen: Und das Annehmen, das Akzeptieren und die Haltung 1, Akzeptanz – was kann ich tun, um weiter nach vorne zu schauen und weiter nach vorne zu gehen?
Das sind so die Grundhaltungen, die man sagt, wenn man die in sich kultiviert. Das ist alles lernbar und lehrbar. Das ist nichts, was man heute haben muss mit der Resilienz, sondern etwas, was man sich auch antrainieren kann.
Dann kommen wir zu den Fähigkeiten, den Vielfältigkeiten im ursprünglichen Modell. Eine davon ist die Selbstverantwortung. Das bedeutet, wenn ich auf mich schaue, dass ich Verantwortung für mein Handeln übernehme. Ich schaue nicht unbedingt zuallererst oder vor allem nicht kontinuierlich bei anderen, was die vielleicht mir oder der Situation tun sollten, sondern ich habe meinen Fokus dabei: Was kann ich hier tun? Was kann ich ausrichten?
Ich möchte vielleicht auch nicht wegrennen oder Situationen vermeiden, die unkomfortabel und herausfordernd sind, sondern ich stelle mich dem. Nicht auf so eine Art, wie ich muss immer stark sein und alles schwieriger machen, sondern auch zu erkennen, wo mich vielleicht eine Situation oder ein Gespräch hinführt, das ich sonst vermeiden würde. Wo kann ich das voranbringen?
Selbstwirksamkeit ist verwandt, aber nicht das Gleiche wie Selbstverantwortung. Selbstwirksamkeit meint, dass ich daran glaube, dass ich das, was vor mir liegt, bewältigen kann. Ich habe das gestern schon mal gesagt: Ich bin immer noch bei diesen Webinaren, auch wenn ich schon viele Jahre mit Gruppen oder mit Menschen arbeite, immer ein bisschen aufgeregt. Dann kommt so eine Stimme in mir, die sagt: „Julia, du kannst das eigentlich gar nicht!“ Und zugleich ist da die Selbstwirksamkeit, dieses Glauben an mich. Ich weiß, ich kann das, aber doch! Und dieses Glauben an uns, gerade wenn es im Außen oder manchmal auch in Schwierigkeiten, zu sagen: „Doch, ich habe viel in mir!“
Das gehört natürlich auch dazu, dass ich mir in der Situation, in der ich bin, Hilfe holen kann. Vieles oder alles muss man ja gar nicht alleine lösen.
Die sechste Fähigkeit ist die Zukunftsorientierung. Es ist, glaube ich, eng verwandt mit der Lösungsorientierung. Es ist ein Denken in Möglichkeiten: Was wäre möglich, und was soll hier mein, unser Beitrag in die Zukunft sein? Was möchte ich gestalten? Welche Werte will ich vielleicht unbedingt transportieren? Für was will ich stehen? Was will ich beitragen? Gerade im ehrenamtlichen Kontext oder im zivilgesellschaftlichen Kontext ist es wahnsinnig wichtig, Klarheit darüber zu haben, was mich antreibt und das auch in sich präsent und klar oder so klar, wie es in dem Moment geht, zu haben.
Der siebte Faktor des Modells ist die Netzwerkorientierung. Manchmal heißt es auch Bindung. Die Fähigkeit, mit Menschen unterschiedlichster Couleur in Kontakt zu bleiben, meint vor allem auch, Beziehungen langfristig zu pflegen. Also Familienbeziehungen, freundschaftliche Beziehungen. Es können auch Netzwerke sein, das können ehrenamtliche Strukturen sein. Einfach, weil wir dann anders abgesichert sind, weil wir dann anders nach Hilfe fragen können, weil wir auch dann anders Hilfe geben können.
Der Plus-1-Faktor kommt jetzt gleich. Den habe ich zusammen mit einer Kollegin von mir entwickelt, die eine Körpertherapeutin ist und über 30 Jahre Erfahrung hat in dem Bereich, mit Menschen zu arbeiten und jetzt auch immer mehr mit zivilgesellschaftlichen Organisationen. Es ist dieser Umgang mit dem Nichtwissen. Gerade hat uns Corona gezeigt: Manchmal gibt es keine Lösung. So sehr dieses Modell in vielen Fällen auch stimmt, manchmal haben wir Phasen, in denen wir auch Unsicherheit aushalten müssen, wo wir nicht wissen, wie es weitergeht. Das wäre sozusagen das Angebot, diesen Faktor 7 + 1 noch dazu zu denken, dass das auch etwas ausmacht oder uns mit ausmachen kann, wenn wir von Resilienz reden.
Wenn ihr so auf diese Blüte oder diese Blume schaut, dann ist es natürlich einerseits etwas, was man auf sich beziehen kann. Wie sind meine Fähigkeiten in diesen Bereichen? Wie bin ich da aufgestellt? Bin ich jemand, dem es ganz leichtfällt, in eine Lösungsorientierung zu kommen? Oder bin ich vielleicht jemand, der anderen gegenüber im Bereich Selbstwirksamkeit immer gerne sagt: „Hey, ja, du kannst es doch!“? Das ist eine Möglichkeit, auf mich zu schauen.
Der nächste Schritt wäre zu sagen: „Okay, wie ist das? Wie sind wir im Team aufgestellt?“ Ein Weg wäre, dieses Modell einfach mal mitzunehmen, vielleicht auch zu markieren, wo ihr euch zusammen sicher fühlt, wo ihr euch gut aufgestellt fühlt und ob es vielleicht auch Bereiche gibt, wo ihr sagt: „Ja, da können wir noch etwas weiterentwickeln.“ Dann können wir uns noch stärken.
Als Vorschlag kommt auch schon die zweite Umfrage. Ich würde nämlich gerne wissen, wo die Stärken in uns stecken, denn die sind auf jeden Fall da. Wenn ihr auf euch schaut, ist es so: A) Ich bin gut darin, andere aufzubauen und zu halten; oder B) Ich glaube an mich selbst und spreche mir selbst gut zu. Oder C) Ich bin gut darin, auszuhalten, dass ich und/oder andere manchmal nicht wissen, wie es weitergehen wird – Umgang mit dem Nichtwissen. Oder D) Ich bin gut darin, optimistisch und geerdet gelassen in die Zukunft zu blicken.
Da legt mal einen Moment für euch ein, wo ihr sagen würdet: „Steck deine Stärke!“ Oder vielleicht auch nur eine kleine Tendenz, so ein ganz kleines bisschen an dem, wo ihr sagt: „Ja, das kann ich ganz gut, und das kann ich vielleicht ein bisschen besser als die anderen Sachen.“
Ja, vielen Dank! Und da sehen wir schon, dass alle irgendwie da sind. Es fällt auf, dass „Ich bin ganz gut darin, an mich selbst zu glauben und mir selbst gut zuzusprechen“ nicht ganz so gut verbreitet ist. Das kann man auch lernen, das kann man auch für sich kultivieren. Es ist natürlich wahnsinnig herausfordernd. Vielleicht kann ein Einstieg darauf schon mal sein, einen guten Freund oder eine gute Freundin oder ein Mitglied zur Seite zu nehmen und uns gegenseitig den Rücken zu stärken.
Ich kann das auch selber von mir sagen: Das ist eine Fähigkeit, die nicht alle von uns mitgebracht haben in unserer Entwicklung. Und das ist etwas, was eben auch Teil von Resilienz ist und sein kann. Wir lernen und kultivieren das. Super, danke euch schon mal für diese Ergebnisse.
Wenn wir dann von Resilienz im Team sprechen, und es ist ja auch ein Fokus von heute, ist unsere Erfahrung, dass die Besprechbarkeit – also drüber reden und nicht nur darüber reden, sondern das wirklich zum Thema machen – in die Mitte von dem Meeting zu holen oder das auch wirklich zu einem Fokusthema zu machen für eine gewisse Zeit, das ist schon an sich eine Intervention. Das ist ein großer Teil der Entwicklungsarbeit.
Es stellt sich dann die Frage, wie unser Team oder unsere Initiative in der Art und Weise, wie sie funktioniert, manchmal zu Stress und Krankheit beiträgt. Was machen wir eigentlich, wo wir das vielleicht tatsächlich verschlimmern oder mither produzieren? Und wie können wir unser Team, unsere Initiative zu einem Ort machen, der eher unsere Gesundheit stärkt? Also der eher unsere Gesundheit fördert.
Könnt ihr da Ideen entwickeln? Was gibt es vielleicht schon an Maßnahmen oder an Ideen, die man umsetzen kann? Oder was gibt es vielleicht schon an kleinen Praktiken, die irgendwo schon am Rande passieren, aber noch nicht in der großen Breite oder in der gemeinsamen Runde besprochen sind?
Eine mögliche dritte Frage wäre: „Wie können wir als Team die Gesundheit und das Wohlbefinden aller Mitstreiterinnen bewusster in den Blick nehmen? Welche Ideen haben wir?“ Das sind so sehr grobe und grundsätzliche Fragen zum Thema Resilienz im Team. Wenn ihr anfangt, das in die Besprechbarkeit zu holen, eine Übung, die wir immer wieder und relativ gerne machen und die auch schon relativ viel aufchecken kann, ist die Energieübung.
Ich stelle euch die jetzt gleich mal in zwei Versionen vor. Da sind die Kernfragen: Was gibt uns Kraft und was nimmt uns Kraft? Auch hier wieder wirklich das Thema in den Raum holen und besprechbar machen. Hier seht ihr in der Mitte so ein Energie-Fast. Auf der einen Seite der Fall rein: Was gibt uns Kraft? Das könnte man jetzt die Begriffe einfach so aufschreiben. Das ist, glaube ich, diese Übung, die von einer Einzelperson gemacht wurde. Man könnte es aber auch zusammen im Team machen.
Zusammen klassisch dann auf Post-its schreiben oder eben man macht es einzeln und bespricht das dann. Auf der einen Seite: Das gibt uns Kraft. Was nimmt uns Kraft? Auf der anderen Seite der Fall oder der Fall wieder nach außen zeigt.
Das sind zwei Fragen, die sehr viel bewirken können, wenn sie im richtigen Rahmen besprochen werden. Das ist noch einmal eine zweite Version von der gleichen Frage: Was gibt uns Kraft? Was nimmt uns Kraft? Hier ist die noch ein ganz bisschen ausgefeilter. Hier seht ihr so ein Dreieck. Dieses Dreieck hat drei Ecken. Links ist dieses Herz, oben seht ihr so eine Gedankenwolke, falls das nicht erkennbar ist, das soll eine Gedankenwolke sein, und rechts die Hand.
Diese drei Elemente stehen für Pole, die man dabei betrachten kann. Was gibt uns Kraft, wenn wir unsere Emotionen, unsere Gefühle bei der Arbeit anschauen? Was nimmt uns Kraft, wenn wir unsere Emotionen und unsere Gefühle irgendwie in der Arbeit oder in unserem ehrenamtlichen Engagement und unserem Kontext anschauen?
Das Ziel wäre, an jedem dieser Pole beide Fragen zu beantworten: Links unten eben die Emotionen, Gefühle, die Gefühlswelten im weitesten Sinne. Beim Kopf oder bei dem Kopf, weil dieser Gedankenblase: Was gibt uns so gedanklich Kraft? Was nimmt uns gedanklich vielleicht auch strategisch inhaltlich? Was sind so die Konzepte, die Ideen, die Strategien, wo wir sagen: „Ja, wenn wir darüber nachdenken, das ist total toll!“ Aber was sind vielleicht auch die Sachen, wo wir sagen: „Boah, keine Ahnung, Digitalisierung oder irgendwas? Wir müssen irgendwas anderes machen!“ Was sind die Dinge, die Kraft nehmen?
Rechts unten an der Ecke, wo die Hand ist, da geht es um die Umsetzung: Was sind die Dinge, die in der Umsetzung, in der Praktikabilität, im Handeln, die einfach Kraft rauben oder Kraft geben? Das kann sehr viel aufwecken. Es wird sicherlich auch passieren, dass man nicht alles an genau eine Ecke packen kann, weil manchmal sind Dinge sowohl inhaltlich strategisch, also im Kopf und in der Gedankenblase, und gleichzeitig auch körperlich.
Hier die Ecken einfacher Weg, sich das zu merken, ist auch: Kopf ganz oben, Herz links unten und Hand rechts unten. Drei grundsätzliche Pole, über die man noch einmal nachdenken kann, auch bei diesen beiden Fragen.
Dann kommen jetzt noch einmal eine Reihe von Praxistipps, neben der Übung, die ihr machen könntet. Wenn Resilienz eben auch ist, präsent im Moment zu sein und wirklich da zu sein, ist ein großer Teil der Arbeit oder des Engagements, das uns wahrscheinlich trifft, sind irgendwelche Formen von Meetings oder von Gesprächen.
Manchmal sind wir da nicht ganz so präsent und kommen nicht sehr präsent rein. Um das zu stärken, sind Check-Ins und Check-Outs oder vielleicht heißt es auch Ankommen und Ausklang oder Einstieg und was auch immer. Ein Ende oder eine Endrunde sind wahnsinnig hilfreich, um gemeinsam anwesend zu werden. Ich weiß nicht, ob es vielen von euch auch so geht, aber manchmal hat man so viele Gespräche oder verschiedene Kontexte am Tag oder kommt aus einer Situation, hat gerade vielleicht mit den Kindern oder mit der Familie irgendwas im Kopf gehabt und ist gar nicht richtig da.
Dann geht's schon los in die Agenda rein. Ein Check-in oder so ein einziges Moment wäre da. Es braucht nicht lange sein. Das kann eine Minute sein, es können zehn Minuten sein. Es könnte sein, dass jede Stimme einmal kurz gehört wird. Es könnte sein, dass es ein Moment der Stille ist, um einfach alles andere hinter mir zu lassen.
Genauso ein kurzer Moment des Abschlusses. Es könnte sein, ein Wort zu sagen, wie man heute herausgeht oder wofür ich dankbar bin in diesem Meeting, das wir gerade hatten. Diese Verlangsamung unterstützt uns einfach dabei, flexibel von einem Meeting von einem Thema ins nächste zu gehen. Sie markiert auch noch einmal Veränderung, also Veränderung des Meetings: Fängt an, das Meeting ist vorbei.
Ein zweiter Praxistipp dazu wäre ein Wertegespräch. Das war ein Austausch im Team über persönliche Fragen, nämlich immer die Fragen: Warum machen wir das eigentlich? Warum machst du das? Warum sind wir in dieser Initiative oder in diesem Verein? Was treibt mich dabei an? Welche meiner Werte werden durch mein Engagement mindestens berührt?
Wenn ich das generiere, das voneinander zu wissen und das immer wieder ins Zentrum zu holen, ist ganz, ganz zentral für Resilienz, weil die Sinnhaftigkeit, die wir uns damit bewusster machen, stärkt. Wir wissen aus der Burnout-Forschung mittlerweile, dass Burnouts ganz viel damit zu tun haben, dass wir nicht mehr den Sinn sehen, warum wir Dinge tun.
Wir haben vergessen, dass wir so in den ganzen Deadlines und Fristen und in so einer Maschine liefern sind, dass wir gar nicht mehr wirklich klar haben und sehen können, wie wir beitragen. Das entweder als gesamtes Team zu tun oder auch mal zu zweit, zu dritt, am Rande oder in einer Pause von der Veranstaltung mal jemanden zu fragen, mit dem ihr vielleicht im Team arbeitet, kann ganz, ganz zentral sein, um Resilienz zu stärken.
Tipp Nummer drei: Dankbarkeit kultivieren. Auch das ist etwas, was die Forschung, vor allem die neurowissenschaftliche Forschung, mehr und mehr unterstützt und uns mit auf den Weg gibt. Diese Dankbarkeit zu kultivieren, sowohl für uns individuell als auch vielleicht im Team, kann unseren Blick auf die Welt verändern.
Das könnte sein, dass man in dem Meeting einsteigt oder damit endet: „Wofür bist du heute dankbar?“ Vielleicht ist es mal ungewohnt und manchmal ist es komisch, aber es macht in meiner Erfahrung ganz oft eine echt schöne Stimmung. Es öffnet noch mal etwas. Es macht uns bewusster, was wir eigentlich haben, auch wenn vielleicht ganz viel anderes an Herausforderungen noch da ist.
Wir sind relativ schnell als Menschen in so einem Mindset von: „Wir müssen noch! Wir sollten noch! Wir können noch! Wir wollen doch all das, was noch nicht da ist!“ All das, was wir an Veränderungen in die Welt bringen wollen, und gleichzeitig ist es so wichtig, auch noch einmal das in den Raum zu holen und das zu markieren, das zu benennen, wofür wir dankbar sind.
Feiern, warum ist Feiern wichtig für Resilienz? Auch hier markieren wir Veränderungen, und das ist etwas, was manchmal so untergehen kann, gerade wenn sehr viel zu erledigen ist. Feiern könnte sein, einen alten Vorstand zu feiern, einen neuen Vorstand zu feiern, einen Projektantrag zu feiern, einen Geburtstag zu feiern. Natürlich all diese Dinge, die vielleicht schwieriger geworden sind in der Corona-Zeit.
Jetzt sind wir so ein bisschen raus, und es gibt ganz viele Formate, glaube ich. Das muss nicht immer sein, das ist eine große, große Party irgendwo. Es könnte auch das Feiern im Signal oder im WhatsApp-Chat sein mit meinem Team: „Hey, ich habe den Antrag eingereicht!“ Und es gibt fünf Smileys oder sowas. Es kann eine Form davon sein, auf Zoom zu sein, wo man sich einfach einen kurzen Moment nimmt.
Das würde ich, was da ist, auch das markiert, was wir schon erreicht haben und das, was da ist. Und das klingt jetzt, es gibt so eine Stimme: „Ja, das wissen die doch alle!“ Ich glaube, ganz viele von diesen Dingen wissen wir alle, würden wir intuitiv tun. Gerade in diesen Situationen von Druck, von viel, sind das Dinge, die unter den Tisch fallen, wo wir immer mal so eine Erinnerung brauchen, um es wirklich zu tun.
Ganz eng verwoben mit Tipp Nummer vier ist Tipp Nummer fünf: Tanzen, bewegen und schütteln. Es ist ganz zentral, um in dieser Präsenz zu sein. Manchmal sagt man auch Achtsamkeit, aber um in diesem Moment zu sein, den Körper mitzunehmen. Unser Kopf, unser Geist ist richtig gut darin, irgendwie mal wegzurennen oder schon im Übermorgen zu sein oder in bestimmten Dingen zu denken, in To-Do-Listen oder sowas.
Alle Formen von Bewegung, und das kann auch ein Spaziergang sein, bringen uns mehr ins Hier und Jetzt. Ihr seht ja das Foto von so einem Hund, der sich vom Wasser schüttelt. Schütteln habe ich ganz explizit noch einmal aufgeschrieben. Es gibt ja auch manchmal Situationen, die sind einfach doof. Man hatte ein doofes Meeting oder eine Verstimmung im Team. Oder lass es, es muss gar nicht das Team sein, das kann ja auch etwas anderes sein. Irgendwas war einfach richtig doof und herausfordernd im Tag.
Es sitzt praktisch noch einfach drei Minuten lautes Lied an, Tür zu machen, durch die Gegend tanzen. Ja, das klingt jetzt vielleicht ganz komisch, ist aber sehr, sehr, sehr hilfreich, um aus dieser Energie, die dann in unserem Körper sitzt und die wir vielleicht im Nacken oder sonst wo spüren, noch einmal mitzubringen.
Wiederum zeigt die Forschung auch, dass Kinder, die in Kriegsgebieten aufwachsen, also in einem ganz anderen Kontext, in ganz furchtbaren Situationen ausgesetzt sind, dass die ganz viel, ganz viel und teilweise bewusst zittern. Diese Bewegung hilft unserem Körper, Dinge loszulassen. Und die hilft gerade, so krasse Situationen wie eine Kriegssituation zu bewältigen. Deswegen ist dieses Bewegen des Körpers wirklich mehr als eine Freude. Es ist auch physiologisch, dass wir aus diesem Stress etwas mehr rauskommen.
Das kann auch sehr schön sein, das im Team zu teilen. Das kann auch ungewöhnlich sein, das man im Team zu machen. Aber vielleicht könnt ihr ja auch mal als Check-in oder als Checkout von einem Meeting, geht auch digital, ein Lied anmachen und euch gemeinsam bewegen, mit oder ohne Kamera. Das funktioniert vielleicht gerade im Raum immer mit. Manchmal hilft auch, wenn man da den Finger tanzt. Das muss ich nicht jede Person bewegen, aber auch da, das vielleicht mehr und mehr gemeinsam zu kultivieren, kann helfen, weil dann können wir uns daran erinnern, dass genau das gute Sachen sind, wenn die eine oder andere Person im Stress mal vergisst oder vergessen hat.
Tipp Nummer sechs: Pausen, Urlaube und Regenerationen einladen, einladen und einplanen. Das ist auch wieder sowas Banales. Das wissen wir vermeintlich alle, dass wir eigentlich alle wissen, und ich bin mir sicher, dass das gar nicht so leicht ist, in der Praxis immer umzusetzen. Also mir fällt wahnsinnig schwer, Pausen zu machen oder die Pausen auch wirklich einzuhalten.
Ihr seht da dieses Sofa mit dieser Person, die da einfach nur sitzt und einfach eine Pause macht, eine richtige regenerative Pause und nicht am Handy ist und nicht vom Computer sitzt. Unser Körper braucht das, um zu regenerieren. Ich glaube, das nächste Modul, da gehen wir noch mal viel mehr auf das Thema Stress ein. Aber wenn wir unserem Körper nicht immer wieder Räume geben, wo das System in unserem Körper entspannen kann, kommen wir in so eine Spirale.
Das spiralisiert sich hoch, und die Richtung nach oben wird immer weiter, immer weiter an so eine Spirale von Stress, die ganz am Ende irgendwann auch zu Erschöpfungssyndromen führen kann. Ich habe auch das Gefühl, meine Kollegen, meine Freunde, die Leute, mit denen ich arbeite, fällt es gar nicht so leicht, weil wir so gewohnt sind, mittlerweile ein Leben zu führen, wo wir so erreichbar sind. Das muss gar nicht mal so ungewöhnlich sein oder wo es gar nicht so leicht ist, sich diese Pausen zu nehmen.
Dann gehe ich noch mal weiter zu der nächsten Umfrage, und mich würde jetzt schon mal interessieren, was ihr mitgenommen habt oder ein paar Ideen bekommen habt. Könnt ihr euch vorstellen, das in den nächsten sieben Tagen, also in der nächsten Woche bis nächsten Mittwoch, zu versuchen, um meine Resilienz oder die Resilienz in meinem Team zu fördern? A) Ich frage jemanden in meinem Team. B) Ich reflektiere, wofür ich dankbar bin. C) Ich mache bewusster Pausen. Oder D) Ich übe mich im Abschütteln, Bewegen oder Tanzen.
Genau, wenn ihr euch entscheiden müsstet, worauf ihr Lust hättet, was ihr versuchen könntet, wollt in den nächsten sieben Tagen, um eure Resilienz oder die Resilienz in eurem Team zu fördern, was würdet ihr machen?
Okay, wie spannend! Es gibt ein paar, die Vorhaben, ein paar Gespräche zu führen und rauszufinden, was die anderen antreibt. Reflektieren, wofür ich dankbar bin, 27 Prozent. 19 von uns machen bewusster Pausen. Super! 30 Leute, 42 Prozent. Und auch 20 mutige, die sich im Abschütteln, Bewegen oder Tanzen üben wollen. Ich habe auch gesehen, im Chat gibt es die eine Rückmeldung, zu schauen, ob die anderen sich darauf einlassen in eine Bewegung oder in einem Bewegungsmoment. Einfach mitkommen, die anderen im Team. Vielen Dank auch für diese Umfrage!
Dann vielleicht gehe ich noch mal weiter. Es ist eigentlich schon eine Zusammenfassung. Ich habe aber noch ein bisschen was, und ich habe noch ein bisschen Zeit. Dann kann ich euch das zeigen zum Thema Resilienz. Vielleicht als Abschluss, was dahinter steckt, ist, dass wir uns wiedersehen als lebende Systeme.
Das Paradigma, also der Blick auf die Welt, bedeutet sowas. Wir sind manchmal, gerade in unseren Kulturen, sehr gefangen davon, uns im Funktionieren zu erleben. Wir müssen Dinge tun, und wir vergessen dabei manchmal, dass wir Teil der Natur sind. In der Natur gibt es Kreisläufe, und an diese Kreisläufe sind im weitesten Sinne auch wir als Menschen irgendwo gebunden.
Ich will euch einmal kurz durch diese liegende Acht mitnehmen. Das kommt auch inspiriert durch die Biologie, hat aber auch mehr und mehr Eingang gefunden in die, was wir regeneratives Leadership, also Führung im Sinne von regenerativen Kulturen, nennen, wo Resilienz natürlich auch ein zentrales Element ist.
Dieser Kreislauf beschreibt eigentlich den natürlichen Zyklus, in dem alle Wesen, alle Menschen, alle Bäume, alle Natur irgendwie unterwegs sind. Oben links seht ihr die Phase der Erneuerung. Da sind so ein paar Samen. Man könnte sich auch vorstellen, das ist die Jahreszeit Frühling. Alles ist irgendwie latent irgendwo da, es ist in der Erde, sind die Samen, und sie sind noch nicht richtig ausgereift, aber sie sind da. Wir erkennen sie vielleicht noch nicht ganz, aber sie sind unter der Erde.
Ich überspringe mal diese Armutsfalle, die da steht. Das erste Projekt ist interessant, und dann geht es weiter in die Phase, die man Geburt oder auch in der Natur den Sommer nennt. Die Dinge kommen richtig hoch. Jetzt sind wir so in diesem Übergang dazwischen. Die Pflanzen fangen an, richtig zu blühen. Es geht was richtig auf, es zeigt sich, es kommt in die Welt.
Dann gibt es, wenn man die Schleife so weiter auf die rechte obere Seite, wo dieser Baum ist, die Reifephase oder den Herbst. Dinge werden reif, Früchte kann man ernten. Es gibt Ergebnisse im Sinne von: Es gibt wirklich eine Ernte aus dieser Reife, aus dem, was entstanden ist.
Die letzte Phase, ich überspringe wieder diese Falle, sage ich gleich noch was dazu, ist die Phase der kreativen Zerstörung. In der Natur könnte man auch sagen, das ist der Winter. Dinge gehen kaputt. Der Baum, die Blätter bleiben nicht am Baum, sie fallen auf die Erde und werden praktisch wieder im Übergang in etwas Neues. Sie werden erstmal zu Humus nach vielen, vielen Jahren.
Das ist ein Modell, was man auch legen könnte auf Projekte. Wenn ich es jetzt noch einmal durchgehe und sage: Manchmal gibt es einen Samen für eine Initiative oder für ein Projekt, sozusagen im Frühling. Ich bin wieder bei dem kleinen Samen, der da ist. Diese Armutsfalle, also dieser Übergang: Wird es etwas in die Welt bringen?
Wenn es dann geboren ist, klingt ein bisschen komisch, aber wenn dann ein Projekt oder eine Verein oder eine Initiative in der Welt ist, wie wird er oder sie oder es reifer? Wie wird es stabiler? Wie entwickeln sich bestimmte Strukturen oder auch bestimmte Kulturen? Das wäre so eine Reifephase an dem Projekt oder einem Verein.
Dann gibt es da diese Starrheitsfalle, die so besagt: Manchmal stecken wir fest in: „Das war ja schon immer so! Wir haben das schon immer so gemacht! Das ist unsere Logo-Farbe, und die können wir gar nicht verändern!“ Oder so blicken wir auf die Welt: „So macht man das bei uns!“ Das können so Elemente dieser Starrheitsfalle sein.
Dann gibt es vielleicht sowas wie eine kreative Zerstörung. Dass man sagt: „Nee, wir machen unser Logo doch in einer anderen Farbe!“ Alles Beispiele. Oder: „Wir probieren mal was anders aus!“ „Nee, wir denken jetzt mal drüber nach, was wir nicht machen!“ Das sind alles sehr ungewöhnliche Fragen, die sich in meiner Erfahrung leider viele von uns noch nicht stellen, weil es einfach kulturell sehr seltsam ist.
Ganz oft sind auch unsere Förderungen darauf optimiert zu sagen: „Okay, was sind die neuen Ideen, und wie kann man die stabilisieren?“ Und weniger: „Okay, was können wir jetzt weniger machen von dem, was wir eh schon tun?“ Oder was ist vielleicht auch einfach zu Ende?
Der Übergang wäre dann oder die Einladung in dieses Modell ist zu sagen: „Okay, was sind die Dinge, die wir loslassen können, die in so eine Form von kreativer Zerstörung gehen können?“ Auch das Paradigma der lebenden Systeme oder dieses adaptiven Kreislaufs ist ein Blick auf Resilienz, wenn wir eher auf unsere Organisationen, unsere Teams oder auch auf uns als Menschen schauen.
Genau, jetzt gehe ich noch mal eine, zwei Slides zurück. Da habt ihr schon was über das Backup gesehen. Ich gehe noch mal zu den großen Punkten, die wir heute hier gehört haben. Also Resilienz wäre zu sagen: Wie können wir das verstehen als Arbeitsdefinition? Zu sagen: präsent zu sein, in Beziehung mit mir und anderen zu sein, ressourcenreich und bewusst zu sein.
Die sieben und eins Resilienzfaktoren sind wir durchgegangen: Akzeptanz, Optimismus, Lösungsorientierung als Grundhaltungen und dann Selbstverantwortung, Selbstwirksamkeit, Zukunftsorientierung, Netzwerkorientierung als Fähigkeiten. Und dann die Einladung, auch den Umgang mit dem Nichtwissen, also mit dem, was man noch nicht weiß, dazu zu nehmen.
Wenn ihr Resilienz im Team denkt, immer die Besprechbarkeit mit im Blick haben: Worüber reden wir zusammen? Wie machen wir uns Dinge klar? Und vielleicht mal die Energieübung: Was gibt uns Kraft? Was nimmt uns Kraft? Auszuprobieren und die verschiedenen Tipps für die Praxis im Team zu besprechen: Check-in und Checkout, Gespräche über Werte, Gespräche über: Warum bin ich eigentlich hier? Wie berührt mich das? Was treibt mich an?
Dankbarkeit zu kultivieren, zu tanzen, zu bewegen, zu feiern und zu schütteln. Pausen, Urlaub und Regeneration einplanen. Das ist auch wichtig, und ich habe euch gerade noch gezeigt das Modell. Das ist natürlich auch in den Folien drin: Das Paradigma der lebenden Systeme. Also wie wir auch als Menschen und auch wenn wir in unseren Projekten, in unseren Vorhaben, in unseren Initiativen denken, Teil der Kultur sind, Teil der Natur sind.