Ja, danke für die Einführung und Einleitung. Auch noch mal ein Hallo von mir. Vielen Dank, dass ihr euch die Zeit nehmt. Ich sehe gerade schon über 160 Leute und ich weiß, dass Zeit ja ein sehr hohes Gut ist, deswegen vielen, vielen Dank für eure Zeit und natürlich auch vielen, vielen Dank für euer Engagement.
Jetzt ist hier schon ganz viel vorausgenommen worden. Meine erste Folie kann ich schon fast überspringen. Genau, aber einfach nur vorab, vielleicht für die Erwartungshaltung: Ich habe so die Tendenz, immer sehr viele Informationen euch mitgeben zu wollen. Deswegen vorab, bitte lehnt euch zurück. Ihr kriegt alles im Nachgang zugesendet. Ihr könnt euch auch unter anderem bei mir melden, auch im Nachgang noch.
Aber ja, mein Wunsch: Bitte fokussiert euch, weil ich ganz viel mitgebracht habe, weil ich euch so viel wie möglich heute auch mitgeben möchte. Denn ich will, dass ihr alle groß werdet. Ich will, dass ihr alle zum Wachsen kommt, weil wir müssen nur die Zeitung aufschlagen, um zu wissen, dass es gerade notwendig ist, dass die Vereine in Deutschland größer werden, mehr Wirkung auch entfachen. Und darum soll es heute auch ein bisschen gehen: noch mehr Menschen für eure sozialen Zwecke zu begeistern und anzusprechen und zu gewinnen.
Genau, da habe ich jetzt so, kann ich gleich drüber springen. Vielleicht noch ein, zwei Worte zu mir: Ich komme aus dem Basketball, auch sehr stark aus dem Sport. Wir haben bei Clubtalent aber auch andere Vereinsarten, Nachbarschaftshilfe oder auch einen Verein für sehbehinderte Kinder und Jugendliche, der sich dort einsetzt. Aber im Ziel ging es in meiner Arbeit bisher – ich bin zwölf Jahre lang schon Geschäftsführerin von zwei Start-ups gewesen oder bin noch Geschäftsführerin von Clubtalent natürlich – und es ging immer von mir aus immer darum, Vereine vor allem entweder mit Geld oder mit Zeit zu versorgen, damit sie größer werden, professioneller werden und eben auch sozusagen ja, ihre Wirkung verstärken können.
Das ist wirklich das Ziel und dafür brauchen wir, deswegen auch das Thema heute, viele, viele, viele, viele Menschen. Wir müssen die Menschen für uns begeistern und darum soll es heute auch ein bisschen gehen.
Zur Agenda: Ich möchte gleich mit der Frage rein, also dass ihr auch ein bisschen was zu tun habt. Aber wir wollen direkt einsteigen, auch warum sollten wir das eigentlich tun und auch kontinuierlich tun? Was kostet es uns, es nicht zu machen? Das ist immer ganz wichtig bei Investitionsentscheidungen.
Dann habe ich euch in unserer Arbeit – wir haben ja schon mit über 100 Vereinen gearbeitet in der Professionalisierung – meine Beobachtungen, warum es ganz häufig nicht passiert, dass Mitglieder gewonnen werden. Dann habe ich euch eine Schritt-für-Schritt-Anleitung mitgebracht, wie ihr neue und auch engagierte Mitglieder gewinnen könnt. Dann machen wir natürlich unsere Frage und Antworten und am Ende: Ich habe noch zwei kostenlose Vorlagen, die kriegt ihr auch im Nachgang zugesendet.
Seht ihr mich jetzt und hört ihr mich?
Wieder kurzer Tag. Ja, okay, perfekt. Keine Ahnung, was da gerade los war. Super. Und dann am Ende habe ich noch zwei Vorlagen euch mitgebracht, die ihr sozusagen direkt mitnehmen könnt und genau, um auch direkt ins Handeln zu kommen. Darum soll es ja auch gehen.
Genau, deswegen meine Frage an euch vorab: Erstmal gerne in den Chat schreiben, lasst mich nicht alleine, ihr dürft jetzt aktiv werden. Woran scheitert es gerade bei euch oder vielleicht seht ihr es auch in anderen Vereinen oder woran glaubt ihr, dass es normalerweise bei Vereinen scheitert, dass sie nicht genug Mitglieder für sich gewinnen können? Ich bin jetzt gespannt.
Da kommt: zu wenig Kapazitäten zur Akquise, keine Zeit, zu viele andere Aktivitäten, nicht dauerhaft binden, noch sehr jung und noch nicht wirklich bekannt, Kapazitätsakquise, Aufgabenpakete erscheint zu groß, Zeit, veraltete Strukturen, schlechte Ansprache, Kommunikationsprobleme, keine Strategie, nur regional woanders bekannt, große Auswahl an Freiwilligenangeboten. Ja, zu viele Aufgaben für zu wenig Mitwirkende. Oh wow, der Wolfgang kann später gleich erklären, wie er 67 neue Mitglieder gewonnen hat. Ja, oh, Beitrag, Mitgliedschaft, Beitrag, da können wir auch vielleicht mal später drüber sprechen. Genau, schlechte Ansprache, ja, viele Absagen mit Begründung aus Zeitgründen. Genau, also da können wir definitiv später auch in der Fragerunde eingehen.
Sehr schön, vielen, vielen, vielen Dank erstmal, dass ihr direkt mitgemacht habt. Also ist schon mal spannend. Genau, vielleicht noch vorab, weil viele auch dieses Thema Ehrenamt ansprechen: Vieles, was ich heute sage, gilt auch für die Gewinnung von Ehrenamtlichen. Wir fokussieren uns aber auf Mitglieder. Ich kann aber vor allem auch in der Fragerunde später noch sehr stark auch auf das Thema Ehrenamtliche dann eingehen. Genau, dass wir da – das ist natürlich sehr ähnlich. Am Ende des Tages geht's um Gewinnungs- und Überzeugungsprozesse und das ist eigentlich schon fast egal, ob das jetzt Ehrenamtliche sind, ob das Geldgebende sind, ob das Mitglieder sind. Es sind häufig dieselben Themen, die man angehen sollte.
Ich habe gesagt, direkt: Warum solltet ihr euch darum kümmern? Was kostet es euch aktuell eigentlich, es nicht zu tun? Und warum? Ich würde euch immer empfehlen, wenn es darum geht, wo soll ich meine Zeit investieren und wo soll ich mein Geld investieren, diese Frage zu stellen: Was kostet es mich, es nicht zu tun? Weil ihr dann auch berechnen könnt, manchmal auch mathematisch berechnen könnt, wie viel ihr investieren wollt in ein Thema hinein, in diesem Fall in das Thema Mitglieder-Gewinnung.
Ich habe drei Punkte mitgebracht. Der Punkt Nummer eins ist: Ihr verliert natürlich auch mögliche neue Ehrenamtliche, weil je größer euer Verein wird – ich komme jetzt natürlich sehr stark aus dem Sport – aber je größer euer Verein wird, desto mehr Menschen verbinden sich mit eurem Verein, lernen ihn kennen, bringen frische Ideen und Netzwerk mit. Wenn jetzt sagen wir, wir gewinnen 100 neue Mitglieder für unseren Verein und nur 5%, also da können 95% nein sagen und ich habe keine Zeit, und 5% sagen aber: "Hey Leute, ich bin mit drei Stunden pro Monat dabei", dann gewinnt ihr schon relativ schnell 15 dreistellige Stundenanzahl im Jahr und dann in zwei schon 360 Stunden. Das heißt, selbst wenn ihr jetzt 100 Stunden investieren würdet, neue Mitglieder zu gewinnen für euren Verein, würde es sich schon aus Stundensicht schon direkt lohnen nach relativ kurzer Zeit, weil die Stunden kommen wieder zurück in Form von neuen Leuten, die mithelfen.
Das erstmal das Thema Zeit. Das Thema Nummer zwei ist: Ihr verliert auch Geld, vor allen Dingen im Sportverein, auch wenn es Fördermitgliedschaften sind. Das sind natürlich dann auch Menschen, die einen Beitrag leisten und das kann auch sehr schnell in größere Größenordnung gehen, weil Mitglieder ja nicht nur selber einen Beitrag leisten, sondern – dann habe ich eben schon erwähnt – ein Netzwerk haben. Die arbeiten irgendwo, die haben vielleicht Freunde, Familie, die bei Spendenkampagnen unterstützen können. Und ich habe ja auch hier mal wieder eine Berechnung gemacht: Wenn die Leute Mitgliedsbeitrag bezahlen, wenn von 100 Mitgliedern nur zwei ein Unternehmen mit einem kleinen Sponsoring mitbringen und wenn von den 100 Mitgliedern bei einer Crowdfunding- oder Spendenkampagne 20% sagen: "Hey, ich bin mit einem Hunderter dabei", dann reden wir hier ganz schnell in dem Jahr von knapp 25.000 € beispielsweise, die ihr verlieren würdet, wenn ihr die Mitglieder nicht hättet. Das heißt, auch hier wieder, was kann ich jetzt einsetzen? Selbst wenn ihr Geld in die Hand nehmt und sagt, ich nehme jetzt 5.000 € in die Hand, um Mitglieder zu akquirieren, dann kann sich das trotzdem finanziell hinten raus sogar für euch lohnen.
Und der eigentlich schon wichtigste Punkt ist auch ein Grund, der für mich immer ganz wichtig ist, deswegen ist es für mich als Ehrenamtliche immer wichtig, dass eine Organisation auch wächst, weil meine eingesetzte Zeit im Verhältnis zur Wirkung einfach größer ist. Weil wenn ich eine Stunde Ehrenamt mache und der Verein hat 100 Mitglieder und ich mache eine Stunde Ehrenamt und der Verein hat 200 Mitglieder, dann habe ich natürlich mit dem gleichen Zeiteinsatz viel mehr bewirkt und das heißt, mein Return on Engagement Investment steigt sozusagen. Und das ist etwas, was auch für viele im Ehrenamt wichtig ist, dass wenn sie schon ihre Zeit einsetzen, dass es dann auch entsprechend eine Wirkung auf die Gesellschaft hat. Also das sind so die drei Punkte, wo man sagt, okay, es lohnt sich, mehr Menschen in euer ganzes Umfeld, mehr Netzwerk in euer Umfeld zu holen.
Ich habe euch ein Beispiel mitgebracht. Ihr habt das schon ein bisschen mitbekommen, dass wir auch an der Professionalisierung von Vereinen arbeiten und viele unserer Vereine verdoppeln manchmal ihre Mitgliederzahl. Und ich habe heute ACTK mitgebracht, die tatsächlich von 61 Mitgliedern auf 1.250 Mitglieder gewachsen sind. Das ist aber nicht alles. Sie haben zusätzlich ihren Haushalt fast verdreifacht. Die haben noch zusätzlich die Zahl der Ehrenamtlichen gleich mit verdoppelt. Das heißt, mit mehr Mitgliedern kam auch mehr finanzielle Kraft und kam auch mehr Hilfe durch Menschen. Und das einfach, weil sie investiert haben. Sie haben die Investition Arbeit getätigt und haben am Ende die Früchte sozusagen, die Lorbeeren dann pflücken können hinten raus. Aber ganz wichtig ist, wir müssen am Anfang investieren, damit am Ende etwas bei rauskommt.
Ich habe erstmal drei allgemeine Gründe mitgebracht, warum Vereine nicht genug Mitglieder gewinnen und dann noch mal Beobachtungen aus den Vereinen, mit denen wir arbeiten. Aber normalerweise gibt es – es sind, ich habe mal gesagt, drei Gründe, aber eigentlich sind es nur zwei. Das erste ist: Das Angebot ist nicht attraktiv genug. Selbst wenn die Leute dein Angebot kennen, kommen sie nicht zu euch. Und auch zum Thema Zeit und auch Geld kann ich immer sagen: Geld und Zeit wird immer ausgegeben. Wenn es nicht für euch ausgegeben wird, dann liegt es an der fehlenden Attraktivität des Angebots oder es gibt einfach ein Wettbewerbsangebot. Wir befinden uns ja in einem Wettbewerb. Ich sage auch immer zu meinem Verein, immer wenn die Leute sagen, ich habe keine Zeit, muss ich immer nur einen Graf auspacken, wie die Screentime von Netflix ist. Und ich weiß, die Leute haben Zeit, sie verbringen sie nur nicht bei euch. Und was können wir tun, um da attraktiver zu werden? Und da einfach zu wissen, wir befinden uns immer im Wettbewerb und wir müssen auch immer gucken im Verhältnis zum Wettbewerb, wie vermarkten wir uns, wie gestalten wir unser Angebot, um attraktiv zu bleiben, selbst auch wenn wir ein Goliath, wir ein kleiner David sind und wir ein Goliath sozusagen daneben haben.
Das zweite ist: Das Angebot ist attraktiv genug, aber die Leute kennen es nicht. Es wird also nicht genug vermarktet. Es gibt ganz viele aus eurer Sicht vielleicht sogar schlechtere Angebote da draußen, auch kommerzielle Angebote, die aber besser vermarktet werden und damit auch mehr Mitglieder, Kunden, wie auch immer, für sich gewinnen.
Und das dritte ist beides. Das ist natürlich der schlimmst anzunehmende Fall: Das Angebot ist nicht attraktiv genug und wird auch nicht gut genug vermarktet. Und was wir haben in Gewinnungs- und Überzeugungsprozessen – und hier wirklich, das gilt für Ehrenamt, Sponsoren, Spendende genauso wie für Mitglieder – gibt's eigentlich normalerweise drei Feinde, habe ich es jetzt mal genannt, ein bisschen hart vielleicht, aber das ist das Thema Angebot, das erste. Das zweite ist Unsichtbarkeit, das hatten wir gerade schon. Und das dritte, nicht zu unterschätzen, ist Misstrauen. Misstrauen, weil wir ein unprofessionelles Design haben, weil unser Preis zu niedrig ist. In Sportvereinen haben wir das ganz häufig, weil wir nicht bis wenig qualifiziertes Personal haben, weil vielleicht auch negative Bewertungen haben, etc. Also das führt dazu, dass Menschen sich nicht für euch, sondern für jemanden anderes entscheiden. Und da an diesen Punkten wollen wir sozusagen an diesen drei Punkten müssen wir ansetzen, wenn wir jetzt unsere Gewinnungs- und Überzeugungsmaßnahmen aufbauen und gestalten. Das müssen wir immer im Hintergrund haben.
Jetzt noch die Beobachtungen, die wir bei den Vereinen gemacht haben und auch so ein bisschen die Beispiele dazu. Genau, das Thema habe ich schon gesagt: Attraktivität des Angebots. Ich habe jetzt mal aus dem Sport viel mitgebracht und wir haben bei allen, fast allen unseren Vereinen, machen wir eine Mitgliederbefragung und fragen die Leute, wie zufrieden seid ihr eigentlich mit dem Angebot, das der Verein euch macht? Und wir haben ganz häufig immer die gleichen Antworten bekommen. Also oder man auch, wenn man jetzt, ich sag mal, Studien aufmacht, was wünschen sich eigentlich die Menschen da draußen, dann ist es viel mehr Flexibilität, größere Flexibilität, Trendsportarten, Reha-Sport auf die ältere Generation. Aber viele wünschen sich zum Beispiel aus dem Sport qualifiziertere Übungsleitende oder auch Aktivitäten außerhalb des Sportbetriebs. Wie kann jetzt, wie gesagt, nur aus dem Sport das jetzt nennen, weil wir da die Umfragen gemacht haben, bedeutet aber auf der anderen Seite, was häufig Vereine anbieten, sind die festen Zeiten, eher veraltete Sportarten. Häufig werden Jugendliche als Trainer:innen eingesetzt oder der Papa, der das halt dann eben mal eben schnell macht. Und es gibt wenige Aktivitäten außerhalb des klassischen ins Training und Spielbetriebes, was aber theoretisch manchmal den Unterschied machen würde zu einem kommerziellen Angebot. Das heißt, da geht's ganz häufig darum, mit den Leuten das zu gestalten.
Das zweite: Die werden nicht gut genug vermarktet. Wenn ich meine, nicht gut genug vermarktet, dann rede ich von häufig um das vier- bis fünffache. Es wird komplett unterschätzt, übrigens ganz häufig auch beim Ehrenamt, auch bei Sponsoren sehr häufig unterschätzt, wie viele Menschen wir ansprechen müssen und erreichen müssen, um eine Person zu gewinnen. Und da gibt's, also wenn man aus Marketing kommt, weiß man, dass die Erfolgsquoten manchmal unter 1%, 2% liegen. Das heißt, ich muss 100 Menschen erreichen, damit eine Person Mitglied wird, eine Person ehrenamtlich sich engagiert, wie auch immer. Und das merkt man auch ganz häufig, wenn wir dann – ich habe ja meinen Vergleich gezogen, was Vereine häufig in solche Gewinnungsprozesse investieren und was auf der anderen Seite die Wirtschaft macht. Wenn wir kommerzielle Anbieter – ich bin jetzt ja aus dem Sport – hat, glaube ich, ein Marketingbudget von 30% des, 30 bis 40% des kompletten Haushaltes fließt dort sozusagen in die Sichtbarkeit, in noch mehr Menschen sozusagen zu erreichen. Bei Vereinen ganz häufig 0 bis 3 bis 5%, wenn überhaupt, dass überhaupt Gewinnungsmaßnahmen umgesetzt werden.
Die Beobachtung Nummer drei: Es kümmert sich keine darauf spezialisierte Person drum. Das hatten wir, glaube ich, auch häufig gerade im Chat. Und mit keine Person meine ich auch eine Person, die keine Nebenbaustellen hat, also die wirklich nichts anderes macht, als Mitglieder zu gewinnen, Sichtbarkeitsmarketingmaßnahmen umzusetzen. Das heißt, häufig wird Mitglieder-Gewinnung nebenbei gemacht und mal eben schnell, weil natürlich auch häufig es niemanden gibt dafür, ist auch klar, da können wir später noch drauf eingehen. Aber wir haben sozusagen das Problem der Personalunion und immer wenn eine Person mehrere Dinge gleichzeitig auf ihrem Zettel hat, ist sie im Konflikt. Sie muss sich nämlich entscheiden: Stelle ich einen Förderantrag oder gewinne ich jetzt, mache ich Mitglieder-Gewinnungsmaßnahmen oder verschiebe ich den Spieltag oder verteile ich Flyer? Das heißt, diese Person ist andauernd im Konflikt zwischen diesen unterschiedlichen Themen und vor allem die Themen, die einen eigentlich langfristig weiterbringen würden, werden runterpriorisiert, weil etwas kurzfristig erledigt werden muss. Und das ist nicht alles. Dieses Hin- und Herspringen zwischen den Themen nennt man Kontext-Switching, also Kontextwechsel. Das Gehirn muss also zwischen unterschiedlichen Themen hin- und her springen. Das ist sehr anstrengend und da verlieren wir 40% ganz häufig der Produktivität.
Warum ist es auch so und was ist da, was uns ganz häufig fehlt, auch deswegen auch darauf spezialisierte Person? Wir haben eigentlich in Vereinen ganz häufig Klassiker-Probleme. Klassiker-Probleme sind: nicht genug Zeit, Ehrenamtliche, nicht genug Geld, nicht genug Mitglieder, nicht genug Infrastruktur, im Sport natürlich Sportstätten. Und wenn wir jetzt gucken, welche Kompetenzen bräuchten wir denn für alle diese Themen, dann handelt es sich häufig um Menschen, die in Gewinnungs- und Überzeugungsprozessen sind. Das sind normalerweise Menschen aus dem Marketing, aus dem Vertrieb. Und ich habe bei der Infrastruktur noch da auch Vertrieb, aber auch noch Leute, die gut verhandeln können, die überzeugen können. Das sind Menschen, die das auch hauptberuflich machen und die natürlich diese Kompetenz mitbringen. Wenn wir aber Vereinsvorstände sehen, dann gibt es immer eine Lücke in diesen Bereichen: Recruiting, Vertrieb, Marketing. Und da müssen wir auf jeden Fall ansetzen, wenn wir etwas verändern wollen.
Und die Beobachtung Nummer vier: Ganz häufig gibt es in Vereinen eigentlich keine klare Strategie, was will ich eigentlich und wem konkret helfe ich eigentlich? Ich habe das im Sport ganz häufig, da kommt dann: Wir bewegen Kinder. Welche Kinder? Wo sind die? Welcher Altersgruppe? Mit welcher Sportart? Mit welcher Zielsetzung? Also das ist sehr unkonkret ganz häufig und dadurch erlangen wir auch hohe Streuverluste. Wir erreichen eigentlich alle und niemanden. Und deswegen meine ich, sage dann auch immer zu den Vereinen, weil man sich natürlich schwer tut am Anfang, wenn man klein ist, erstmal auf eine ganz nischige Zielgruppe zu gehen, weil wir wollen natürlich allen Menschen helfen, ist auch klar. Nur wir können es nicht, außer wir sind ein großer Konzern mit Millionen Marketingbudget. Ansonsten, wenn wir kleiner sind, müssen wir uns fokussieren. Und ich sage dazu immer: Wenn du Probleme am Herzen hast und operiert werden willst, dann lässt du dich vom Herzspezialisten operieren oder vom Allgemeinarzt? Wahrscheinlich wirst du eher zum Herzspezialisten gehen. Und das haben wir hier eben auch, dass wir müssen in der Kommunikation zielgerichteter und konkreter werden, vor allen Dingen zu Beginn. Zu einem späteren Zeitpunkt könnt ihr ins Unendliche gehen, dann habt ihr die Kapazitäten, aber am Anfang müssen wir gezielter die Leute ansprechen. Da habe ich auf jeden Fall ein paar Beispiele mitgebracht.
Genau, also so viel erstmal zu dem, was wir so ein bisschen beobachten, woran die Vereine scheitern. Und ich erinnere mich an einen Verein, der hatte eine und hat eine Vision, ich glaube, da stand irgendwann 2014 und er hatte seit 2014 seine Vision nicht umgesetzt. Und es lag nicht daran, dass er fehlende Ideen hatte oder dass dieser Verein keine Vision hatte. Das lag daran, er ist an den alltäglichen Problemen gescheitert. Und deswegen gucken wir immer erst, wenn wir etwas erreichen wollen, woran können wir scheitern und alle diese Blöcke auf die, die Steine, die auf der Straße liegen, aus dem Weg zu räumen, weil manchmal müssen wir gar nicht unsere Vision erreichen, wir müssen nur an den Dingen arbeiten, die uns verhindern, daran hindern, dass wir überhaupt den nächsten Schritt machen können.
Genau, das jetzt sechs Schritte, wie ihr neue Mitglieder gewinnen könnt, die dann auch hoffentlich auch aktiv werden. Das werden nicht alle sein, kann ich gleich sagen, das ist einfach die Realität. Nicht jeder hat die Lebensbedingungen und die Rahmenbedingungen, um sich dann auch engagieren zu können. Genau, aber der Schritt Nummer eins ist: Wir müssen eine Entscheidung treffen. Wir müssen uns fokussieren. Wir müssen auch entscheiden, zu wem sagen wir Nein zu Beginn? Ich sage da auch immer das Beispiel von Amazon. Amazon hat am Anfang nur Bücher verkauft. Die haben nicht den Riesen-Onlineshop gehabt und haben alles angeboten. Die haben am Anfang Bücher verkauft, sind Marktführer bei Büchern geworden und sind dann die nächsten Schritte gegangen.
Was ist euer ideales Mitglied, das ihr für euren Verein gewinnen wollt und für welche Nische? Wir müssen, bevor wir nämlich ein Angebot kreieren und dieses Angebot vermarkten, erstmal wissen, wem wollen wir helfen? Und da kann man sozusagen, wir klauen wir uns etwas von den Japanern. Die Japaner, ich weiß nicht, vielleicht kennen es auch einige von euch, haben die Ikigai-Methode. Die Ikigai-Methode ist dafür angelegt, dass eine Privatperson, also jeder von euch hier, herausfindet, was ist eigentlich mein perfekter Beruf sozusagen. Weil und hier gibt's diese vier, diese vier Kreise: Du liebst es, die Welt braucht es, du wirst dafür bezahlt und du bist großartig darin. Wenn wir nicht alle vier dieser Blasen sozusagen haben, dann sind wir nicht im Ikigai. Wenn wir nur sagen, du liebst es und die Welt braucht es, dann bist du erfüllt, aber ohne Geld. Da befinden sich 80% des sozialen Sektors. Die sind erfüllt und die lieben, was sie tun, aber wir wissen auch, das mit dem Geld ist eher weniger.
Dann haben wir: Die Welt braucht es, du wirst dafür bezahlt, dann bist du wohlhabend, aber du gefühlst dich unsicher, weil du ja gar nicht das tust, wo du eigentlich richtig gut drin bist. Wenn du großartig darin bist und du wirst auch richtig gut dafür bezahlt, dann bist du komfortabel, aber du hast ein Gefühl der Leere. Das sind die 70% der Arbeitnehmenden in der Wirtschaft, die innerlich haben, aber sie wissen, ich bin gut darin und ich werde dafür bezahlt und deswegen befinden sie sich in diesen Bubbles. Oder wir haben: Du liebst es und du bist großartig darin, dann bist du zwar zufrieden mit dir selber, aber bist irgendwie nutzlos, weil die Welt braucht es eigentlich gar nicht, was du tust. Das heißt, die Verbindung aus diesen vier Kreisen ist das Ikigai und der perfekte Beruf. Und wir klauen uns diese Methode für unseren Verein und gucken uns an, auf was wollen wir uns spezialisieren?
Das heißt, was wir machen wollen auf der einen Seite, also wir als Vorstand, wo wollen wir hin? Welche Probleme wollen wir lösen? Was die Welt braucht, was ist es aktuell zum aktuellen Zeitpunkt, wofür die Welt wirklich auch eine Lösung benötigt? Das dritte ist, wofür werden wir bezahlt? Von Mitgliedern, von Sponsoren, von der öffentlichen Hand. Was ist die eine Sache oder die mehrere Dinge, die wir tun können, für die wir auch bezahlt werden, weil wir auch Geld brauchen, um unsere Projekte umzusetzen? Und das letzte: Wo sind wir so großartig darin, dass es niemand anderes macht? Also wo können wir sogar herausstechen vom Wettbewerb?
Und wie könnt ihr das jetzt auch wirklich tun? Gleich dazu gesagt, hier gibt's dann diese kostenlose Vorlage, da könnt ihr dann im Nachhinein das auch wirklich noch mal bei euch im Vorstand umsetzen. Ich gehe von Bubble zu Bubble durch einmal und starte, was wir machen wollen. Was wir normalerweise mit Vorständen machen, ist eine Problemanalyse. Jetzt denken alle, sollten wir nicht einen Visionsworkshop machen, sollten wir nicht gucken, wo wollen wir hin? Wir machen immer ganz häufig eher die Betrachtung gegenteilig. Warum? Weil der Mensch ganz häufig nicht so richtig weiß, was er will, aber er weiß ganz häufig, was er nicht will. Und alles, was wir als Problem deklarieren, ist im Inneren das Gegenteil davon, ist der Wunsch, den wir umsetzen wollen. Wenn wir sagen, ich möchte eigentlich – also ich nenne jetzt mein Beispiel, mein Verein, bin bei Türkiyemspor Berlin Basketball – wir haben uns spezialisiert auf Mädchenbasketball. Das lag daran, weil es gab für Mädchen kein Angebot. Das haben wir als Problem definiert und haben gesagt: "Hey, wir wollen, dass es für Mädchen ein Angebot ist." Andere können es gar nicht als Problem definieren, weil es ihnen nicht wichtig ist. Alles, was ihr als wichtig erachtet, werdet ihr als Problem definieren und könnt dann das Gegenteil davon nehmen. Das ist das, was ihr am Ende haben wollt.
Weil da, was die Welt braucht, da können wir uns die sogenannten SDGs anschauen. Das sind die UN-Nachhaltigkeitsziele. Das müssen wir nämlich gar nicht erarbeiten, das hat die UN schon erarbeitet. Das sind die Sustainable Development Goals und wir können uns die anschauen und können wissen dann, okay, von dem, was wir machen wollen, passt es gemeinsam zusammen zu einem dieser UN-Nachhaltigkeitsziele, die ja definiert wurden, um unsere Gesellschaft auf das nächste Level zu heben und um viele Probleme, gesellschaftliche Probleme, anzugehen.
Die dritte Bubble ist dann, wofür werden wir bezahlt? Hier wollen wir uns einfach den Markt anschauen und wollen gucken, was passiert im kommerziellen Bereich, was passiert in anderen Vereinen, wofür geben Menschen Geld aus? Da gibt's ganz viele Studien, Trends etc., wo wir wissen können, okay, das sind so Probleme, die sind so wichtig, dass die Menschen bereit sind, diese Probleme mit Geld zu lösen, weil Geld ist immer eine Problemlösungsmaschine. Wir nutzen Geld immer, um unsere Probleme zu lösen.
Und das letzte ist dann die Wettbewerbsanalyse: Wie heben wir uns ganz konkret von anderen Vereinen, von kommerziellen Angeboten, von Netflix und TikTok? Wie heben wir uns ab? Und das ist ganz wichtig, vor allem dann für die Kommunikation, weil wir müssen in der Kommunikation genau darauf auch angehen, dass wir sagen – ich nenne jetzt mal im Sportverein – ja, klar, kannst du flexibel trainieren, in unser Fitnessstudio gehst, aber da bist du halt auch einfach alleine, während du im Sportverein mit einem Team zusammen später die Bier nach dem Training. So ist es in meinem Verein zum Beispiel. Ja, da hast du andere Aspekte und da müssen wir in der Kommunikation dann auch darauf eingehen. Das heißt, Wettbewerbsanalyse kann sein auch an unterschiedlichen Themen. Es ist der Preis, es ist, wo wir, wo ihr liegt als Verein, es ist die Sympathie, es ist die Vereinsfamilie, was unterscheidet euch von anderen? Und hier können wir einfach uns angucken, was andere tun.
Genau, wie kann so ein Ergebnis jetzt auch aussehen als Satz, weil wir wollen ja jetzt auch was kommunizieren? Und ich habe euch schon gesagt, am Ende des Tages geht's immer darum, ein Problem zu lösen. Deswegen schauen wir im ersten Schritt, dass wir ein konkretes Problem in einem Satz benennen und auch eine konkrete Zielgruppe. Ich habe hier: Wir helfen Kindern und Jugendlichen zwischen 8 bis 14 Jahren, die in Buxtehude wohnen und übergewichtig sind, beispielsweise. Das heißt, wir sind wir sehr, sehr, sehr konkret. Ich habe gleich noch ein paar Beispiele gleich mitgebracht.
Im zweiten, im zweiten Schritt, wo wir einfach sehr konkret – geh noch mal zurück – sehr konkret ein Problem benennen, vielleicht auch durch eine Studie, durch Zahlen belegt. Zum Beispiel: 84% der Kinder und Jugendlichen in Deutschland bewegen sich unter einer Stunde am Tag. Das ist ein Problem, ein Gesundheitsproblem. Und dann diese Zielgruppe ganz klar auch benennen, für die man sich entscheidet.
Genau, dann ist noch wichtig: Wenn ihr dann wisst, okay, ich weiß, wen ich ansprechen möchte, arbeitet euch noch einen Kriterienkatalog aus. Und dieser Kriterienkatalog, kann ich schon gleich sagen, der wird sich noch erweitern, der lebt ja. Also wir packen bei uns noch heute in unseren Kriterienkatalog immer wieder neue, weil wir irgendwann merken, ah, okay, da ist was schiefgelaufen. Grüne Flaggen sind so was wie: gehört zu unserer Wunschzielgruppe, ist aktiv und engagiert, hat eine positive Energie zum Beispiel. Rote Flaggen: Das sind gehört nicht zu unserer Wunschzielgruppe, will sich eigentlich gar nicht aktiv einbringen, weder mit Geld noch mit Zeit. Das ist ein sogenanntes Verlustmitglied, nennen wir das. Die bringen nichts ein und Mitglieder sind normalerweise häufig Verlustgeschäft. Das heißt, die bringen eigentlich dem Verein überhaupt nicht oder sie haben auch keine Zeit, das Angebot zu nutzen, bringen sich gar nicht aktiv ein oder ja, sind dann eigentlich gar nicht so, wir können auch keine Wirkung entfachen mit diesen. Das ist jetzt nur ein Beispiel, ihr könnt es für euch ausarbeiten, aber ich kann sehr empfehlen, ganz klar zu sagen, welche Personen, welche Art Persönlichkeiten wünscht ihr euch bei euch und welche Menschen muss man auch einfach sagen, das passt einfach nicht. Und da auch wirklich zu sagen, okay, die müssen wir, wir müssen die mit den grünen Flaggen kommunikativ ansprechen. Ich sage auch mal, wie bei einer WG-Suche, wo man ja auch sagt, ich will mit jemandem zusammen wohnen, wie finde ich heraus, ob es passt?
Genau, jetzt haben wir unsere Wunschzielgruppe, wir haben uns entschieden, wir haben uns ganz klar auf ein Problem – nenne jetzt mal in meinem Verein Beispiel: Es gibt nicht genug Angebot für Mädchen im Basketball in Berlin Kreuzberg. Wir haben ein Problem, wir haben eine konkrete Zielgruppe. Wie kann jetzt ein attraktives Angebot aussehen für dieses ideale Mitglied? Und was müssen wir hier machen? Wir müssen natürlich idealerweise mit den Menschen sprechen, die dieses Angebot ja nehmen sollen. Übrigens auch im Ehrenamt, da müssen wir einfach gucken, wie kann ein attraktives Angebot aussehen? Und da müssen wir natürlich mit den Menschen sprechen, die das am Ende kaufen oder tun sollen oder investieren sollen. Wenn ihr bestehende Mitglieder habt, dann kann es eine ganz einfache Umfrage sein, kann in 20 Minuten erstellt werden in irgendeinem – es gibt so viele Formular-Tools und Software, die da, die da draußen existiert. Nutzt das Feedback: Wie bist du auf uns aufmerksam geworden? Warum hast du dich ausgerechnet für uns entschieden? Wenn du drei Dinge nennen könntest, die unser Verein maßgeblich verbessern, welche wären das? Was würde dich aktuell oder auch in Zukunft dazu veranlassen, den Verein zu verlassen oder zu wechseln? Ganz, ganz, ganz wichtig ist die letzte Frage, weil da natürlich Verlustgründe herausfinden, warum Menschen sich gegen uns und für jemanden anderes entscheiden.
Das Ganze können wir aber übrigens auch, jetzt da gehe ich da noch mal zurück, auch in Gesprächen tun. Nehmen wir mal an, wir sind frisch gegründet, ja, wir haben uns aber für eine Zielgruppe entschieden, dann bitte einfach zu den Leuten hingehen, anrufen, telefonieren und bitte auch nicht nur mit zehn Leuten, sondern idealerweise 20, 30, 40, 50 Leuten sprechen. Dieser Arbeit kann sich lohnen, weil wenn ihr kein attraktives Angebot habt, dann könnt ihr euch zu Tode vermarkten. Die Leute werden es nicht nehmen, auch wenn ihr in ganz Deutschland ein bekannter Verein seid, wenn euer Angebot nicht attraktiv ist, werdet ihr die Leute nicht überzeugen, bei euch mitzumachen. Deswegen ein attraktives Angebot ist wirklich die Basis dafür.
Dann auch hier Markt analysieren, einfach mal zu gucken, was funktioniert denn auch bei anderen? Wohin gehen aktuelle Trends in der Gesellschaft? Was tut meine Zielgruppe in ihrer Freizeit? Wofür gibt sie aktuell ihre Zeit aus? Was kauft meine Zielgruppe? Wofür gibt sie Geld aus? Was bewegt meine Zielgruppe? Was beschäftigt die? Wenn ich jetzt mal an unsere Zielgruppe Mädchen von 8 bis 14 denke, ja, was beschäftigt die? Woran denken sie? Wir haben eine hohe Depressionsrate. Warum? Was sind die Themen, die diese Mädchen so beschäftigt, dass sie dann ihre Zeit auf TikTok verbringen und und und dann gewisse Gedankenspiele haben? Das wollen wir, wir brauchen so viele Informationen wie möglich, um darauf basierend unser Angebot zu schärfen.
Jetzt habe ich euch einen Satz mitgebracht, weil wir wissen jetzt, wir haben ein Problem und wir haben eine Zielgruppe. Was ist jetzt unsere Maßnahme, um sozusagen das Problem zu beheben? Deswegen: Konkretes Problem in einem Satz benennen. Mit unserem Angebot helfen wir der konkreten Zielgruppe dabei, ein konkretes Ergebnis zu erzielen, ohne dass dabei – und da gibt's, jeder hat ja auch Ängste, diese würde ich hinzufügen, könnt ihr aber auch weglassen. Und idealerweise setzt ihr euch jetzt auch auf Basis der Daten ein Ziel.
Keine Angst, ich habe euch ein paar Beispiele mitgebracht, damit es so ein bisschen anschaulicher wird. Ich habe zum Beispiel mein Beispiel genommen: Nur 14% der Basketballerinnen in Berlin sind weiblich. In Berlin Kreuzberg gibt es für Mädchen gar kein Angebot. Mit unserem neugestarteten Basketballverein helfen Mädchen zwischen 7 und 14 Jahren in Berlin Kreuzberg dabei, durch Basketball in Kontakt mit regelmäßiger Bewegung zu kommen und ihr Selbstbewusstsein zu steigern, ohne dabei direkt andere Geschlechter auszuschließen. Unser Ziel: Bis 2030 möchten wir 500 Mädchen ein Basketball-Zuhause in Kreuzberg geben.
Oder: Rund 14.000 Kinder und Jugendliche in Deutschland sind sehbehindert. 80% davon haben durch ihre Behinderung kein starkes Selbstbewusstsein und können sich in der normalen, in Anführungsstrichen, Welt schwerer behaupten. An Schulen gibt es meist für diese keine spezialisierten Angebote, weil es dafür schlicht und einfach zu wenige sind. Mit unseren Workshops helfen wir Schulen, an Schulen helfen wir, diese Lücke zu schließen und diesen sehbehinderten Kindern und Jugendlichen die Lebensqualität zu steigern. Unser Ziel: Bis 2027 10% und damit 1.400 Kindern zu ihrem Leben eigenständiger zu gestalten. Also einfach nur, dass ihr seht, dass es dann sehr konkret wird und wir auch ganz konkret dafür dann werben können auf Mitgliederbasis. Übrigens, der zweite hat dann 50.000 € Förderung mit diesem geschärften Angebot bekommen. Mit einem ungeschärften Angebot gab es keine Fördergelder. Also je konkreter ihr seid, desto mehr könnt ihr die Menschen für euch begeistern.
Wir wissen jetzt also, wem wir helfen wollen und mit was wir der Person helfen wollen. Wir haben also ein Angebot und wir haben eine Zielgruppe. Jetzt muss ja unsere Zielgruppe eigentlich nur noch von unserem Angebot erfahren und es in Anspruch nehmen. Und das ist der Schritt Nummer drei: Wir wollen jetzt herausfinden, mit welchen Maßnahmen und über welche Kanäle wir diese Leute idealerweise mit am wenigsten Aufwand erreichen. Und was wir da machen können, sind ganz viele Experimente. Und diesen Ablauf, den ich euch hier benenne, könnt ihr eigentlich für so gut wie jedes Problem anwenden, das ihr habt. In unserem Fall wäre jetzt das Problem: Wir haben nicht genug Mitglieder, wir müssen Mitglieder gewinnen. Wie schaffen wir das? Das ist also ein Problem.
Jetzt könnt ihr brainstormen, entweder selber, und zwar Lösungen: Wie könnt ihr dieses Problem lösen? Wie könnt ihr die Mitglieder erreichen? Wo halten die sich auf? Ihr brainstormt 20 Lösungsansätze oder ihr eine künstliche Intelligenz. Was wir haben, dieses Problem, was könnten mögliche Lösungsansätze sein? Wir haben dann 20 Lösungsansätze und können diese Lösungsansätze gewichten. Gewichten idealerweise nach Aufwand und Wirkung. Bedeutet: Wie viel Aufwand ist es, diese Werbemaßnahme durchzuführen und was schätze ich, wie viel Wirkung, also wie viel Effekt erzeuge ich durch diese Maßnahme? Und wir entscheiden uns am Ende für die Lösungsansätze, die den geringsten Aufwand haben und die höchste Wirkung erzeugen.
Ich habe keine Angst, ich habe ein Beispiel mitgebracht. Ja, das heißt, im ersten Schritt analysieren wir erstmal, hey, okay, wir müssen irgendwie Mädchen erreichen in Berlin Kreuzberg. Wie können wir das tun? Wir können an Schulen gehen, wir können den Mädchen sagen, bringt eure Freundinnen mit. Wir können an Elternabende gehen in Schulen, wir können auf Instagram und TikTok gehen, wir können Flyer verteilen an die Eltern, wir können Pressearbeit machen in der lokalen Presse, wir können eine Suchmaschinenoptimierung machen, wir können Werbeanzeigen auf na schalten auf Instagram beispielsweise oder wir können auch auf Instagram einfach Direkt Messages, also Direktnachrichten verschicken. Also es gibt für ein Problem unfassbar viele Lösungen.
So, was können wir jetzt tun? Was glauben wir, bringt uns am meisten? Und dafür nutzen wir dann diese Matrix hier: Aufwand-Wirkung. Und ihr seht schon, ihr wollt natürlich die Maßnahmen umsetzen, die eine hohe Wirkung und einen niedrigen Aufwand haben. Warum ist es wichtig, dass wir diese Arbeit zuerst machen? Das zeige ich euch dann gleich. Aber hier würden wir sozusagen merken, okay, wir können jetzt diese, ich sag mal, diese Post-its, die wir jetzt hier links gehabt haben, die können wir jetzt einordnen in die unterschiedlichen Bereiche und uns dann entscheiden, welche Maßnahmen wir umsetzen und welche Maßnahmen wir nicht umsetzen. Nicht umsetzen heißt auch wirklich gar nicht machen, bitte, weil ihr seid alle viel zu klein und habt viel zu wenige Kapazitäten. Ihr müsst euch entscheiden für Maßnahmen und das bedeutet auch, dass andere Maßnahmen komplett liegen bleiben. Ihr müsst All-in gehen und diese Dinge, für die ihr euch entscheidet, da sagt ihr, da machen wir ein Experiment, weil wir haben es jetzt natürlich geschätzt, ob es funktioniert, aber ob es wirklich funktioniert, wissen wir nicht. Deswegen bitte als Experiment betiteln und immer nach drei, sechs Monaten bewerten, hat das eigentlich auch funktioniert?
Wir wissen jetzt also, welche Werbemaßnahmen oder Sichtbarkeitsmaßnahmen wir umsetzen wollen. Und auf Basis dieser Werbemaßnahmen brauchen wir jetzt Menschen, die diese Werbemaßnahmen umsetzen. Idealerweise sind das Spezialisten auf die Werbemaßnahme, auf die wir uns entschieden haben. Ich gehe noch mal einmal zurück. Wenn ihr jetzt hier rechts unten euch entschieden hättet für Presse, dann würdet ihr jemanden finden wollen, der Pressearbeit und Kommunikationsarbeit macht. Wenn ihr sagt, okay, ich bin eigentlich eher für das Thema Suchmaschinenoptimierung, dann braucht ihr eher eine Person, die ein SEO-Experte, also Search Engine Optimization Experte ist. Man muss dann also da gucken.
Genau, das heißt, in Schritt vier wollen wir diese Person finden, die auf diesen Kanal, für den wir uns entschieden haben, spezialisiert ist. Wenn wir die Person nicht finden, müssen wir es selber machen. Kann ich nicht immer empfehlen, immer versuchen, im ersten Schritt die Person zu finden. Das Gute ist, dadurch, dass wir so wirklich ganz konkret sagen, wir wollen so, so viele Leute erreichen mit diesem speziellen Kanal, können wir auch sehr speziell die Leute ansprechen. Je spezieller wir die Leute ansprechen, desto mehr Menschen können wir normalerweise begeistern. Wir verwenden hierfür normalerweise die – es gibt es eine Arzt-an-Bord-Methode. Das heißt, ihr nehmt einfach euer Handy, WhatsApp, ihr schreibt überall, wo ihr, sage ich mal, die Menschen nicht bei drei auf dem Baum sind, ja, schreibt ihr: Gibt es hier jemanden, der oder die Kompetenz einfügen, die Kommunikations- und Pressearbeit macht, die Suchmaschinenoptimierung macht? Wir brauchen einen Ratschlag für ein Projekt. Bitte noch nicht erklären, was ihr alles machen wollt, etc. Wir wollen erstmal die Leute ans Telefon bekommen. Am Telefon, im Kennenlerngespräch, können wir sie dann überzeugen. Aber idealerweise sucht ihr euch wirklich Spezialisten, die dann eure Werbemaßnahmen umsetzen können.
So, was machen wir jetzt? Diese Leute werden jetzt aktiv und holen jetzt die Leute ran. Ja, jetzt kommen die ersten Mädchen, jetzt kommen die ersten Leute, die sozusagen bei euch mit euch in Kontakt kommen oder vielleicht sogar mit euch schon den ersten, zum ersten Mal von euch hören. Und jetzt ist der nächste Schritt, eine sogenannte Wertleiter aufzubauen oder auch Werttreppe genannt. Warum? Ganz viele machen einen Fehler und das sehe ich auch im Ehrenamt und auch beim Sponsoring: Die gehen mit dem Heiratsantrag zum ersten Date. Das ist die E-Mail, wo das Sponsoring-Deck schon anhängt. Das ist die Ansprache an die potenzielle ehrenamtliche Person, die direkt mit dem Vorstandsposten konfrontiert wird. Das ist sozusagen genau oder der Heiratsantrag oder das Mitglied, das mehr oder weniger so sofort einen Antrag unterschreiben soll. Wir Menschen tendieren aber dazu, wir brauchen ein bisschen Zeit, um bereit zu werden für etwas. Und das machen wir über kleine Schritte. Und wenn wir mit den Menschen sozusagen arbeiten, dann wollen wir immer nur den nächsten Schritt, immer den nächsten Schritt mit den, die Leute für den nächsten Schritt überzeugen. Also nicht, wir überzeugen sie nicht, Mitglied zu werden, überzeugen sie erstmal, uns kennenzulernen und erstmal für ein Gespräch mit uns.
Ich habe das hier mal aufgezeigt, wie das an verschiedenen Beispielen aussehen kann, wie so eine Wertleiter aussehen kann. Ich habe es mal Beispiel Ehe: Ja, wir gehen zum ersten Date. Wenn wir mal länger miteinander daten, dann fahren wir zusammen in Urlaub, dann ziehen wir zusammen und irgendwann kommt die Hochzeit und dann die Kinder. Ja, ganz selten ist am Tag eins der Heiratsantrag und jeder sagt: "Dieb, ich bin dabei, wo kann ich unterschreiben?" Dasselbe haben wir hier. Ich habe ein Beispiel vom Autohaus: Es gibt ein Angebot, ein Schnäppchen, dann werden regelmäßige kleine Arbeiten gemacht, dann größere Aufträge, dann und dann wird der Neuwagen gekauft. Und dasselbe beim Verein: Erstmal kommen die zum Girls' Day, die Mädchen, dann machen die an dem Wochenendcamp mit, dann gibt's ein dreimonatiges Schnuppertraining und dann werden die zum Mitglied und verpflichten sich auch wirklich. Aber wir müssen diese, wir brauchen das Vertrauen und dieses Vertrauen schaffen wir sozusagen erst dadurch.
Wie können wir Vertrauen auch erreichen? Und da müssen wir, ich habe hier rechts ein Beispiel, da bitte einfach schaut euch an, wie kommerzielle Angebote das machen, weil die haben normalerweise Leute sitzen, die dafür bezahlt werden und die den ganzen Tag nichts anderes machen als Kundengewinnungsprozesse durchzuführen. Aber immer hilfreich: Bewertungen zum Beispiel bei Google, Testimonials, also Erfolgsgeschichten, Logoleiste von Partnern, Transparenzseiten, was mit eurem Geld passiert, Fördergeber leisten, Sponsoren leisten, auch ein einigermaßen professionelles Design. Wir arbeiten bereits mit X Mitgliedern erfolgreich zusammen. Wir sind bekannt aus Logo von Presse etc. Alles, was Vertrauen schafft. Lizenzen, A-Lizenztrainer, was die Leute beruflich machen, alles, was in irgendeiner Form Vertrauen schafft. Ihr müsst euch das vorstellen wie beim Bewerbungsgespräch und ihr habt hier einen Lebenslauf und der soll überzeugen. Und so ist es hier ähnlich.
Ich habe ein paar Praxisbeispiele mitgebracht, wie das andere Vereine gemacht haben. Kassel hat zum Beispiel sehr viel Schul-AGs gemacht. Die haben also erst ein Angebot an Schulen gehabt und haben die Kinder dann langsam in den Verein übertragen. Die Wittener haben zum Beispiel Eltern-Kind-Familien-Events am Samstag gehabt in der Halle. Da waren die noch nicht alle Mitglied, die sind dann aber Mitglied geworden später. Oder auch der BV Frankfurt, der gesagt hat, wir machen erstmal einen sechswöchigen Schnupperkurs Badminton für Erwachsene und versuchen sie dann zu überführen. Also immer dann den nächsten Schritt zu machen, so dass sie auch langfristig Mitglied werden. Aber nicht, ich habe eine Sichtbarkeit und dann versuche ich sie zum Mitglied zu bekommen.
Und der letzte Schritt – ich bin nämlich schon ein bisschen, glaube ich, drüber über die Zeit, aber ich versuche besser zu sein, jetzt schneller zu sein. Der nächste Schritt ist eigentlich schon fast der wichtigste: Diese Maßnahmen umsetzen und dann diesen Kreislauf immer wieder von vorne durchlaufen, bis ihr herausgefunden habt, was funktioniert. Deswegen habe ich immer von Experiment gesprochen. Wir machen also einen Experimenten-Kreislauf. Das heißt, wir haben eine These. Die These heißt: Wenn wir in die Schulen gehen, dann bekommen wir ganz viele neue Kinder und Jugendliche in unseren Sportverein. Das ist eine These. Wir wissen es nicht, ob es funktioniert. Wir führen ein Experiment durch, führen dieses Experiment drei bis sechs Monate lang durch, so lange, bis wir merken, okay, jetzt haben wir genug Daten und Informationen, wie viele Mitglieder haben wir gewonnen, durch welchen Kanal, warum sind sie gekommen, warum sind sie abgesprungen? Nehmen dann Anpassungen vor. Das heißt, das, was funktioniert – ich habe mal Q.E.D. geschrieben, so, ich weiß nicht, aus dem Matheunterricht, ja, quod erat demonstrandum, wie man sozusagen das bewiesen hat, okay, das funktioniert. Wir wissen, dass es funktioniert, weil wir haben es gemacht und wir haben das Ergebnis. Und das, was nicht funktioniert, abändern und ein neues Experiment durchführen. Und so kommen wir in diesen Experimenten-Kreislauf, so lange, bis wir wirklich wissen, was was funktioniert, ganz individuell für unseren Verein. Weil es kann bei einem Verein die eine Sache Social Media komplett gut laufen und bei dem anderen Verein ist Social Media komplette Zeitverschwendung. Deswegen kann man da manchmal so schwer sagen, okay, du solltest das, das, das, das, das machen, sondern mir ging es heute darum, dass ihr ein Prozess habt oder ein Framework habt, mit dem ihr arbeiten könnt, egal ob ihr ein Sportverein seid oder ein Nachbarschaftshilfeverein beispielsweise.
Genau, die zu den Vorlagen, die ihr dann zugesendet bekommt, den Link genau zum Download oder zum Übertragen. Ich habe euch zwei Miro-Vorlagen mitgebracht. Das ist, okay, das Foto fehlt, aber ihr könnt es euch dann im Nachhinein noch ansehen. Der Link kommt dann hier. Sollte eigentlich ein Foto drin sein, aber hier zumindest ist ein Foto drin. Hier ist diese Aufwand-Wirkungs-Matrix, wo hier seht, könnt ihr schön, links ist das Problem, in der Mitte könnt ihr brainstormen, welche Lösungsmöglichkeit haben wir? Wenn ihr sagt, ich bin nicht kreativ, nutzt künstliche Intelligenz, lasst die künstliche Intelligenz für euch ein bisschen kreativer werden und dann eben da die Aufwand-Wirkung entsprechend einmal in einer Vorstandssitzung in einem kleinen Workshop zu erarbeiten.