Bindungsmanagement grundlegend denken, das ist mein Einstieg für dieses Webinar. Ich frage mal ganz norddeutsch: Wie bekomme ich eigentlich frischen Fisch? Ich habe euch dieses Bild mitgebracht. Es ist ein Angler, der gerade auf dem Kutter war und an der Nordsee frischen Fisch geangelt hat. Stellt euch vor, wir stehen hier und sehen den Angler, wie er da langläuft. Wir sind der Verein, ihr seid euer Verein, und wir wollen ihn ansprechen. Das ist die Frage, um die es heute geht: Wie gewinne ich den Angler, den Fischer, und wie verbinde ich ihn mit meinem Verein?
Ich muss natürlich erst klären, warum ich diesen Fischer anspreche. Was ist meine Motivation? Mag ich überhaupt Fisch? Wenn ich ihn anspreche, will ich den Fisch, vor allem frischen Fisch. Die zweite Frage ist, wie mache ich das? Wie binde ich diesen Angler, der den ganzen Morgen unterwegs war, an mich, in Klammern an meinen Verein? Wie verwirkliche ich ein Gespräch, damit er zu mir kommt? Die letzte Frage ist, was will ich eigentlich, wenn ich ihn im Gespräch habe? Bin ich mit einem Fisch zufrieden, will ich zwei Fische, oder möchte ich etwas ganz anderes von ihm, vielleicht eine Auskunft darüber, wo er genau war? Das sind die drei Schritte, die ich heute mit euch besprechen möchte.
Wenn ihr mir aufmerksam zugehört habt, habe ich gerade diesen goldenen Zirkel von Simon Sinek kurz heruntergebrochen. Es geht um die Fragen: Warum, wie und was? Das transportiere ich jetzt auf die Themen und Schwerpunkte dieses Webinars. Warum soll man sich eigentlich engagieren? Das ist eine zentrale Frage, auf die ich den Fokus stellen möchte. Es ist essentiell zu wissen, warum man Menschen anspricht und sie vom Engagement im Ehrenamt begeistern und überzeugen soll. Ich muss genau wissen, welche Vorstellungen sie haben, welche Ängste und Vorurteile sie mitbringen.
Die Frage nach dem Wie: Wie bindet man Interessenten, die ich im Gespräch habe, an das Ehrenamt? Wie kann ich sie mit meinem Verein verknüpfen? Wie finde ich vielleicht erste strukturelle Verbindungen? Das letzte, wichtigste Element: Was verbindet Menschen im Ehrenamt? Wie kann ich die Menschen, die sich in meinem Verein engagieren, miteinander verbinden?
Das war die Einführung. Merkt euch bitte das Bild mit dem Angler und dem Fischer, der von uns weggeht. Am Ende meiner Präsentation komme ich darauf zurück. Warum soll ich mich engagieren? Bin ich reizend, bin ich reizvoll als Verein für andere? Dieses Bild zeigt, dass es wichtig ist, jemanden zu überzeugen, und der andere springt nicht so richtig darauf an. Wir sind jetzt in dieser Phase: Warum eigentlich? Was will ich im Leben?
Ich habe euch eine spannende Studie mitgebracht. Dieser Teil wird empirisch, aber ich finde es wichtig, das mit euch zu teilen, da es zeigt, was wichtig ist für das Ehrenamt und was nicht. Was spricht für das Ehrenamt und was spricht gegen das Ehrenamt? Das muss ich wissen, wenn ich von bindungsmanagement rede. Schaut euch die Statistik und die Zahlen an. Ich möchte hier drei besondere Auszüge hervorheben:
Bürgerschaftlich Engagierte haben vor allem das Ziel, eine gute, vielseitige Bildung zu erlangen. Sie sind verantwortungsbewusst und wollen Verantwortung übernehmen. Das zeichnet sie von den nicht Engagierten aus. Sie wollen für andere da sein und helfen. Wenn wir das zusammenfassen in einer anderen Statistik und fragen, womit wir argumentieren sollten, sind die Motive für Engagement eindeutig.
Das größte Argument und der wichtigste Punkt, warum sich Menschen bürgerschaftlich engagieren, ist, dass sie für andere etwas tun wollen, weil sie helfen möchten. 54 % sagen das, weil sie das Gefühl haben, etwas mit ihrer Tätigkeit zu bewegen. Es sind sehr ideelle Gründe. Auf der anderen Seite müssen wir auch die Motive gegen das Engagement kennen. Diese Argumente müssen wir ansprechen und eine Argumentation finden.
Pflichtgefühl ist kein gutes Argument. Zu argumentieren, dass man sich engagieren soll, indem man an die gesellschaftliche Vernunft appelliert, ist nicht zielführend. Das ist für die Akteure, die sich engagieren, kein großer Punkt. Wenn wir weiter in dieser Tabelle schauen, sehen wir, dass Argumente wie religiöse Überzeugung oder das, was andere Familienmitglieder machen, gar nicht so relevant sind. Viele empfinden das als irrelevant für ihr Engagement.
Die Statistik zeigt, dass es vor allem um den Spaß geht, anderen Menschen zu helfen und etwas für das Gemeinwohl zu tun. Diese sehr ideelle, intrinsische Einstellung steht stark im Vordergrund. Wenn wir das auf Männer und Frauen differenzieren, sehen wir, dass die Frauen in diesem hellgrauen Balken dargestellt sind und die Männer in den dunkelgrauen Balken. In diesem roten Kästchen überwiegt die Stimme der Frauen. 95 % der Frauen sagen, sie möchten Spaß haben, während nur 92,8 % der Männer das sagen.
Im unteren Teil, wo die Antwortqualität weniger stark gewichtet ist, wiegt die Antwort der Männer. Sie möchten eher Qualifikationen erwerben, Ansehen und Einfluss gewinnen, und sie möchten etwas dazu verdienen. Das ist eine spannende Ausgangslage, wenn wir in die Dokumentation gehen und den Fischer davon überzeugen wollen, sich mit uns zu unterhalten.
Es ist ein Unterschied, ob wir mit Männern oder Frauen reden und welche Argumentation wir zugrunde legen. Eine weitere Differenzierung ist in Bezug auf die Altersstruktur. Wenn ihr euch diesen Balken anschaut, sagen vorrangig die 65-Jährigen und älteren Generationen, dass sie gerne mit anderen Menschen zusammenkommen. Die 14- bis 29-Jährigen hingegen möchten vor allem Qualifikationen erwerben. Das sind Argumente und Motive, die die Menschen voranbringen.
Ein weiteres Argument ist, dass viele sagen, sie hätten keine Lust oder keine Zeit, vor allem für Engagement im Ehrenamt. Berufliche Gründe, zeitliche Begrenzungen und familiäre Gründe sind häufige Hindernisse. Gesundheitsgründe sind eher im Mittelfeld. Fehlende Anerkennung und Schwierigkeiten innerhalb der Gruppe stehen eher am Ende, aber diese Punkte sind wichtig, und ich werde darauf gleich noch einmal eingehen.
Es fällt auf, dass vor allem die Männer berufliche Gründe angeben, sich nicht zu engagieren, während die Frauen vor allem mit der zeitlichen Begrenzung der Tätigkeit argumentieren. Bei den beruflichen Gründen ist es vor allem die Altersgruppe von 30 bis 49 Jahren, die sich nicht engagiert, während die Generation ab 65 eher keine Verpflichtungen mehr haben möchte.
Bildungsmanagement ist ein Begriff, den ihr alle im Ankündigungstext gelesen habt, der aber in der Definition gar nicht so im Engagement-Ehrenamt-Kontext vorkommt. Bindungsmanagement ist stark mit Mitarbeiterbindung verbunden und findet sich im Personalbereich und in der Organisationsentwicklung wieder. Ich möchte euch eine Definition vorschlagen, mit der wir in dieser Präsentation arbeiten. Bindungsmanagement im ehrenamtlichen Kontext stellt eine Mischung aus Anreizen, Emotionen und Partizipation dar, die objektive und subjektive Argumentation vereint.
Wenn wir von Bindungsmanagement sprechen, müssen wir die subjektive Argumentation berücksichtigen, die jeder von uns durch seine jahrelangen Erfahrungen im Vereinsleben gemacht hat. Dieser Dreiklang zwischen Partizipation, Emotionen und Anreizen ist der Schlüssel für das Bindungsmanagement und für die Bindung neuer Mitglieder sowie die Verbindung bestehender Vereinsmitglieder.
Bindungsmanagement auszubauen zeigt die Potenziale. Der Anteil der nicht engagierten Personen, die zu einem Ehrenamt bereit sind, beeindruckt nicht persönlich. Viele 14- bis 29-Jährige, 82,4 %, sind zu einem Ehrenamt bereit, engagieren sich aber nicht. Wenn wir die Folgen der Präsentation betrachten, sind es vor allem die beruflichen Gründe, die ein Engagement verhindern.
Hier sehen wir eine erste Baustelle, wie wir die jüngere Generation, die 14- bis 29-Jährigen, die noch in der Schule sind, in der Ausbildung oder im Studium, ansprechen können. Eine weitere interessante Statistik zeigt, dass im Bereich Sport und Bewegung 15,4 % aktiv engagiert sind, während 30 %, also doppelt so viele, aktiv sind, aber nicht fest engagiert. Das hat mich erstaunt. Hier zeigt sich, dass ein großes Potenzial an Personen vorhanden ist, die sich aktiv für Sport und Bewegung einsetzen, aber den Schritt in die Vereine und die Regelmäßigkeit nicht gehen.
Wie lösen wir das auf? Wie binden wir sie und verbinden sie miteinander? Das zeige ich euch in den nächsten Folien. Es lohnt sich, hier einzusteigen und dieses Potenzial aufzugreifen. Mitgliederbindung ist nicht nur ein „nice to have“, sondern ein wichtiges Moment, um das Vereinsleben zukunftsfähig zu gestalten und nachhaltig aufzubauen. Es ist vor allem die intrinsische Motivation, die wichtig ist und aus der Handlung selbst entsteht. Sie ist relevant, um neue Mitglieder an unseren Vereinen zu binden.
Man spricht hier von der sogenannten Flow-Erfahrung. Wie schaffen wir das? Wenn ich einmal im Flow bin, gehe ich nicht wieder weg. Diese Flow-Erfahrung müssen wir konstant erhalten und fortlaufend gewährleisten, dass man nicht absagt und in Langeweile gerät, sondern immer wieder gefordert ist und gebraucht wird. Wir müssen also Rahmenbedingungen schaffen, die diese Flow-Erfahrungen ermöglichen.
Eindeutige Ziele müssen definiert und vorgegeben werden. Der Verein muss genau kommunizieren, welche Ziele er hat und wohin er steuert. Das ist wichtig, um auch Meilensteine zu haben und sich über jeden erreichten Meilenstein zu freuen.
Gutes Feedback ist ebenfalls essentiell, um Rückmeldungen zu geben, Lob auszusprechen und Anerkennung zu zeigen. Eine gute Feedbackkultur trägt maßgeblich dazu bei, miteinander im Gespräch zu bleiben und sich weiterzuentwickeln. Langeweile ist der Kontrapunkt zu den Flow-Erfahrungen. Daher ist es wichtig, anspruchsvolle Aufgaben zu verteilen. Wenn wir diese Rahmenbedingungen im Großen und Ganzen gewährleisten können, entsteht eine Win-Win-Situation, und wir können die Mitglieder halten.
Nun möchte ich euch den Circle of Ehrenamt vorstellen. Es ist ein Kreislauf des Ehrenamts. Wichtig sind ehrenamtsfreundliche Organisationsstrukturen und eine Bedarfsanalyse. Ich empfehle die Persona-Methode zu Beginn, um zu schauen, wen ich genau wie ansprechen möchte. Das sind alles Schritte, um Interesse zu wecken. Wenn ich Interesse geweckt habe, kann ich den Einstieg gehen und die neuen Mitglieder ins Boot holen.
Sie sind dabei, aber jetzt wird es relevant. Das ist genau der Moment, in dem es um Bindungsmanagement geht. Diese vier Punkte: Anerkennung und Belohnung, Selbst-Evaluation, Lernen und Entwicklungsmöglichkeiten schaffen sowie Anpassungen und Anforderungen von Aufgaben, möchte ich detailliert besprechen, da sie zentral für das Bindungsmanagement sind.
Wenn wir diese Punkte im Großen und Ganzen einhalten und gewährleisten können, haben wir in unserem Verein ein gutes Bildungsmanagement und können die Mitglieder an uns binden. Der erste Punkt, Anerkennung und Belohnung, ist ganz wichtig. Wertschätzung verbessert das Passungsgefühl. Wertschätzung kostet nichts oder nicht viel. Manchmal reicht ein einfaches „Danke“. Diese Wertschätzungskultur im Verein zu leben, ist entscheidend.
Anerkennung kann auch von außen kommen, von den Akteuren um den Verein, von befreundeten Vereinen, von der Verwaltung, der Politik, der Kultur, von den Medien, von der Bürgermeisterin, von Gemeindevertretern. Es ist wichtig, auch Anerkennung einzuholen und diese Akteure zu sensibilisieren.
Anerkennung kommt aber vor allem auch von innen, durch den Vorstand, durch die Vorstandsmitglieder und von anderen Mitgliedern, die für ihren Einsatz gelobt werden. Der Vorstand sollte bei einer gelungenen Leistung oder einem guten Event einladen, beispielsweise zu einem Grillabend. Diese Momente sind wichtig, um die eigene Arbeit wertzuschätzen und sich darin wohlzufühlen.
Wenn wir auf die Anerkennung von außen schauen, können das gemeinsame Feste sein, zu denen Familien und Freunde eingeladen werden. Diese haben einen gewissen Wert in der Multiplikatoren-Ausbildung. Es kommen immer mehr Personen, Familien und Freunde, die mit dem Verein sonst nichts zu tun haben, aber zu einem Fest kommen, wo es vielleicht eine gute Bratwurst gibt.
Veranstaltungen, wo die ehrenamtliche Arbeit der Öffentlichkeit gewürdigt wird, sind ebenfalls wichtig. Hier kommen Akteure ins Spiel, die normalerweise nicht präsent im Vereinsleben sind. Das können Kommunalpolitiker oder Vertreter aus der Kommune sein, die aktiv zu Veranstaltungen eingeladen werden. Zertifikate und Bescheinigungen von öffentlichen Einrichtungen sind ebenfalls wertvoll, um die Vereine auszuzeichnen.
Maßnahmen, die von innen kommen können, sind symbolische Belohnungen wie Urkunden, Einladungen zu einem Jahresessen etc. Es sind die kleinen Dinge, die viel bewirken können.
Der zweite Punkt ist, Rücksicht auf temporale, kritische und physische Faktoren zu nehmen. Ehrenamtliche sollten nicht überstrapaziert werden. Wenn ich als Vorstand merke, dass jemand viel Ehrenamt macht und sich dabei schadet, sollte ich das ansprechen. Wir müssen Rücksicht nehmen und uns nicht ins Hamsterrad begeben, indem wir uns durch das Ehrenamt schaden.
Es ist wichtig, zeitliche Flexibilität zu zeigen. Man muss nicht alles sofort erledigen; es reicht auch, wenn man es in zwei Wochen macht. Die Möglichkeit, sich emotional abzugrenzen, ist ebenfalls wichtig. Wenn das Hamsterrad schneller läuft, sollten wir Supervisionen im Verein und sozialpsychologische Unterstützung anbieten.
Die Wertschätzung muss am Anfang stehen, wenn wir neue Mitglieder für den Verein gewinnen wollen. Es ist wichtig, Orientierung zu geben, den Verein und die Vereinsarbeit vorzustellen. Eine inhaltliche Einarbeitung ist entscheidend, um neue Mitglieder abzuholen.
Ein persönlicher Ansprechpartner sollte zur Verfügung stehen. Warum bauen wir nicht ein Mentorenprogramm auf? Warum kann der junge, unerfahrene nicht von dem älteren, erfahrenen Vereinsmitglied lernen? Ein Erstgespräch mit den neuen Mitgliedern ist wichtig, um Erwartungen und Informationen auszutauschen.
Selbst-Evaluation ist ein wichtiger Punkt. Ich kenne einige Vereine, die sich dafür Zeit nehmen, sich selbst kritisch zu reflektieren. Evaluation ist das Erfassen und Bewerten, Verstehen und Gestalten. Es ist systematisch, strukturiert und reflektiert.
Eine Frage ist, wie wir uns als Verein bewerten und reflektieren. Gibt es eine Diskussionskultur? Gibt es Feedback, wenn wir eine Veranstaltung organisiert haben? Gibt es einen Raum für persönliche Gespräche, wenn ich Sorgen habe?
Der dritte Punkt in diesem Kreislauf des Bindungsmanagements sind die Entwicklungsperspektiven. Warum wollen wir uns weiterbilden? Es geht darum, den Vereinszweck bestmöglich zu erfüllen und Sicherheit im eigenen Handeln zu gewinnen. Unsicherheit führt oft dazu, dass man sich zurückzieht.
Vereine sollten als Orte des lebenslangen Lernens verstanden und praktiziert werden. Ein Verein, der sich als Ort des lebenslangen Lernens formuliert und das nach außen kommuniziert, hat einen guten Marketingmoment, um neue Mitglieder zu gewinnen.
Vereine können eigene Fortbildungskurse anbieten oder auf interessante externe Fortbildungen hinweisen. Sie können Zuschüsse für Fortbildungen bereitstellen, je nachdem, was die Vereinskasse hergibt. Weiterbildung sollte wertgeschätzt werden, und Raum für den Einsatz neuer Kompetenzen sollte geschaffen werden.
Es darf keine Kritik geben, wenn man sich mit sozialen Medien oder Crowdfunding auseinandersetzen möchte. Der Verein muss den Raum schaffen und eine Kommunikationskultur entwickeln. Feedback fördert gegenseitiges Lernen.
Der vierte Punkt ist die Anpassungsfähigkeit. Wir müssen uns und andere anpassen. Die individuellen Voraussetzungen, die jeder von uns mitbringt, müssen berücksichtigt werden. Die Schnittmenge ist die richtige Tätigkeit für die Personen, die sich engagieren.
Wir müssen die individuellen Herausforderungen klären, die jeder mitbringt. Was ist der berufliche Hintergrund? Welche akademischen Kenntnisse liegen vor? Gibt es eine Balance zwischen Unter- und Überforderung? Beides sollte nicht gewährleistet sein.
Es ist wichtig, die persönlichen Motive für die Ehrenamtlichkeit zu berücksichtigen. Diese Motive müssen fortlaufend beachtet werden und dürfen nicht übergangen werden.
Wir sollten attraktive Aufgaben für den Einzelnen schaffen. Freiraum im Vereinsleben bedeutet auch einen Vertrauensvorschuss zu geben. Ich kenne viele Vereine, die eine große Möglichkeit an Aufgaben haben, um sich reinzufinden.
Die Mitglieder sollten die Freiheit haben, Aufgaben autonom und eigenverantwortlich zu wählen. Es bringt nichts, Aufgaben von oben nach unten zu delegieren. Es muss Raum für kreative Umsetzungen geben.
Ich habe ein Modell mitgebracht, das die Anpassungsfähigkeit des Einzelnen zeigt. Wenn die Basisanforderungen erfüllt sind, steigt die Zufriedenheit bis zu einem gewissen Maß. Aber wir kommen nicht über einen Peak hinaus.
Leistungsanforderungen sind die von den Mitgliedern erwarteten Anforderungen. Je mehr ich diese Anforderungen erfülle, desto mehr steigt auch die Zufriedenheit. Begeisterungsanforderungen sind Dinge, die von den Mitgliedern nicht erwartet werden. Wenn wir diese erfüllen, steigt die Zufriedenheit rasant.
Wir müssen also die Mitglieder an den Verein binden, aber auch miteinander verbinden, wenn sie schon im Verein sind. Die Mitglieder unterteilen sich in passive und aktive Mitglieder. Die passiven wollen wir reaktivieren mit Hilfe der aktiven.
Aktive Vereinsmitglieder sind diejenigen, die mit ihren Ressourcen und Ideen den Verein weiterentwickeln. Sie nehmen an Veranstaltungen teil und zeigen sich. Passive Mitglieder sind eher zahlungskräftig, nehmen an Mitgliederversammlungen teil, zeigen sich aber nicht groß bei Veranstaltungen.
Die Aufgabe ist, die passiven Mitglieder durch die aktiven zu reaktivieren. Vereine sind lebende Organismen. Sie leben von Interaktion, Spontanität und gegenseitiger Befruchtung. Das Werkzeug zur Reaktivierung ist Beteiligung. Je mehr Formate der Einbeziehung, desto stärker ist die Bindung an den Verein.
Wir sprechen hier von Beteiligungsprozessen, die wir stärker und klarer in das Vereinsleben integrieren müssen, um die passiven Mitglieder zu reaktivieren.
Ich komme zum Schluss meiner Präsentation. Holt das Lasso raus, um die passiven Mitglieder zurückzuholen und die aktiven Mitglieder zu halten, indem ihr sie fragt, was wir für sie tun können. Ich wünsche euch viel Spaß beim Angeln und hoffe, ihr wisst jetzt, wie ihr den Fischer oder Angler direkt ansprechen könnt. Vielen Dank.