Dann wollte ich euch gerne sagen, was wir heute miteinander vorhaben. Vielen Dank für die Fragen und Erfahrungshintergründe, die ihr im Vorfeld auch teilweise schon geschickt habt. Das hat sehr geholfen bei der Vorbereitung, und ich konnte feststellen, dass wir ein großes Spannungsfeld haben. Wir haben Menschen dabei, die haben noch nie eine Veranstaltung vorbereitet. Wir haben Menschen dabei, die sind schon ein bisschen tiefer ins Thema eingestiegen. Die bitte ich um Verständnis, dass ich tatsächlich für die 50% unter euch, die wirklich sagen, das ist relatives Neuland für mich, dann doch noch mal bei den Basics anfange. Ich habe die wichtigsten Basics, glaube ich, getroffen und rausgesucht. Ich würde euch gerne einmal noch zu den rechtlichen Rahmenbedingungen etwas sagen, dann zum Thema Sicherheit bei Veranstaltungen, zum Thema Datenschutz. Das war auch explizit auch im Vorfeld gewünscht. Dann GEMA, natürlich ein paar Sachen zur Hygiene, dann Marketing. Auch da kam ein paar Fragen: Wie kann ich eigentlich gut von meiner Veranstaltung erzählen? Und natürlich das Thema Nachhaltigkeit. „Früher war mehr Lametta“, habe ich es genannt. Das möchte ich auch mit erwähnen. Und ich möchte auch noch mal sagen, was ich so ein bisschen ausgeklammert habe. Ich habe ausgeklammert alle inhaltlichen Zugänge zur Veranstaltung, also: Wie kann ich eigentlich ein Thema entfalten? Wie kann ich moderieren? All das geht so ein bisschen weg von der Veranstaltungsorga. Und ich habe sehr bewusst einen etwas größeren Bereich ausgeklammert, nicht weil er mir nicht am Herzen liegt, sondern weil er so wichtig ist, dass man eigentlich einen eigenen Workshop dazu machen müsste. Das ist der gesamte Bereich Inklusion. Ich werde dazu aber beim Thema Nachhaltigkeit auch noch etwas sagen, weil das Thema ist so wichtig. Man muss es auf jeden Fall mitdenken. Aber wir treffen das Thema nicht, wenn wir es hier in 5 Minuten abhandeln. Genau.
Und ich hoffe, dass jeder hat jetzt bei diesen acht Punkten etwas gefunden oder sagt: „Ah ja, genau, deswegen sitze ich heute hier.“ Mittendrin stecken wir gerade im Vorbereitungskosmos, und der ist relativ umfangreich. Den wollte ich euch noch einmal vorstellen. Er ist nicht vollständig, aber es reicht schon. Wenn ich eine Veranstaltung plane, habe ich mit jeder Menge Fragen zu tun. Und wenn ich das das erste Mal mache, dann kann einen das natürlich auch schon mal ein bisschen überrollen: das Thema Hygiene, GEMA, Datenschutz, Rechtliches, Nachhaltigkeit, Sicherheit und, und, und. Ich habe hier mal drei Kreuze gemacht für die vielen Felder, die wir noch mit bedenken müssen. Das hängt natürlich auch immer sehr von der Art der Veranstaltung ab, und es ist völlig normal, dass, wenn ich loslege, mir einen guten Plan machen muss. Okay, in welchem Zeitraum muss ich welche Fragen auch beantwortet haben? Muss ich welches Konzept erstellt haben? Muss ich mich um welche Dinge gekümmert haben? Deswegen hier schon mal der erste Tipp, eigentlich ein Selbstläufer: Fangt zeitig genug an mit den Planungen. Alle genehmigungspflichtigen Veranstaltungen, also wo ich noch Behörden mit einbeziehen muss, wo ich vielleicht mit der GEMA noch was klären muss und so weiter, sind in der Regel nicht in zwei Wochen zu planen. Wir kommen dann noch bei den anderen Punkten dazu. Eine Veranstaltung von der Größe eines Kirchentages, das braucht mehrere Jahre. Aber auch bei kleineren Veranstaltungen empfehle ich, auch mit den konkreten Planungen, zumindest mit den Konzeptionen und Ablaufplanungen, so zeitig wie möglich anzufangen, gerne ein Jahr, ein halbes Jahr vorher, damit nicht dann, wenn etwas schiefläuft, die Handlungsfähigkeit schon so eingeschränkt ist, weil die einem wirklich die Zeit davonrennt. Man hat nämlich dann noch genügend Möglichkeit, mit allen Netzwerkpartnern und allen Behörden und so weiter Dinge auch noch mal zu besprechen, auch noch mal ins Gespräch zu gehen. Und das gelingt nur, wenn der Zeitdruck nicht da ist. Deswegen erster Tipp: Sofort fangt so zeitig wie möglich an, gerade die Prozesse zu planen. Ihr müsst da noch nicht mit dem Protagonisten sprechen, aber das interne, engere Planungsteam sollte, ja, bei den meisten, mindestens ein halbes Jahr vorher beginnen. Ihr werdet auch gleich sehen, warum.
Wir beginnen im Rechtlichen. Und was ich jetzt mache bei all diesen Punkten, ist nichts anderes, als einfach mal so rüberzufliegen, an einzelnen Punkten noch mal in die Tiefe gehen. Ich habe mir mal das rausgesucht, wo ich denke, das sind die Fragen, die am häufigsten kommen. Ihr habt ja dann noch Gelegenheit, auch die konkreten Fragen noch zu stellen. Wenn ich eine Veranstaltung plane, dann sind im Veranstaltungsrecht, was es eigentlich als eigenes Recht nicht gibt, sehr, sehr viele Rechtsformen, die ich da beachten muss: das Vertragsrecht, Versammlungsrecht, Datenschutz, Haftungsfragen – alles ist davon betroffen. Und wir haben ja hier keine juristische Vorlesung, aber wenn ihr eine Veranstaltung plant, dann ist das mal eine gute Gelegenheit, sich auch noch mal zu diesen Fragen auch damit zu beschäftigen, um sich zu orientieren: Ja, was mache ich hier eigentlich? Wovon bin ich eigentlich betroffen? Mache ich eigentlich eine Versammlung, oder mache ich eine Veranstaltung? Muss ich mich um die Verordnung kümmern oder um eine andere Verordnung kümmern? Gilt für mich die GEMA, oder muss ich keine GEMA zahlen? Diese Frage kann ich am besten beantworten, wenn ich mir erst mal den Kopf gemacht habe: Was ist das, was ich hier tue? Ist es eine Veranstaltung, eine öffentliche Veranstaltung, oder eine Versammlung? Ich erkläre kurz den Unterschied: Eine Veranstaltung ist erst mal alles. Eine öffentliche Veranstaltung ist eine Veranstaltung, bei der ich nicht weiß, wer kommt, sondern alle Leute willkommen sind. Und wenn sie dann noch auf öffentlichem Grund stattfindet, dann redet man in der Regel von einer öffentlichen Veranstaltung. Und von einer Versammlung reden wir dann, wenn sich Menschen treffen, um entweder ihren politischen Willen kundzutun oder sich über diesen auszutauschen. Das Ganze auch im öffentlichen Raum. Diese Art von Versammlung ist durchs Grundgesetz auch ganz besonders geschützt. Und es lohnt sich tatsächlich, im Vorfeld zu überlegen, ob die Veranstaltung, die ich mache, vielleicht nicht auch einen Versammlungscharakter hat. Denn wenn ich diese als Versammlung anmelde, bin ich noch mal anders geschützt in dieser Veranstaltung rechtlich. Ich habe mehr Rechte, die ich dann wahrnehmen kann, als bei einer Veranstaltung.
Das Versammlungsrecht findet ihr, wie gesagt, ist schon im Grundgesetz verankert, wird dann über Bundes- und Ländergesetzgebung ausformuliert. Deswegen bringt es hier auch nichts, jetzt ganz konkret noch mal in die einzelnen Verordnungen zu gehen. Gerade die Versammlungsstättenverordnungen, die sind tatsächlich Ländersache. Das sieht in jedem Bundesland anders aus, und teilweise kommen bei den Kommunen dann auch noch mal separate Auflagen dazu. Deswegen der dringende Rat: Wer Veranstaltungen plant und umsetzt, der sucht sich am besten bei sich vor Ort beim Ordnungsamt – in der Regel ist es angedockt – eine Person, mit der man gut kann, mit der man vielleicht öfter mal Veranstaltungen plant. Stellt auch die Situation so ein bisschen vor, und wenn man zeitig genug sich gemeldet hat, dann wäre es – also ist meine Erfahrung, allen Vorurteilen zum Trotz – bekommt man mit den Behörden eine Veranstaltung sehr, sehr gut gemeinsam und dialogisch geplant. Sie weisen sehr, sehr gut darauf hin, was sie brauchen und was sie nicht brauchen. Deswegen Tipp: Wenn ihr euch unsicher seid, ob ihr alle rechtlichen Rahmenbedingungen auch erfüllt, gerade die Auflagen, die von Stadt und Land kommen, dann zum Versammlungsgesetz oder Veranstaltungsrecht, dann beim Ordnungsamt einfach sagen: „Wir planen diese Veranstaltung. Muss ich die hier anmelden? Was sind die Auflagen?“ Wir kommen auch bei den anderen Punkten noch dazu, aber das ist wirklich – wenn ihr nach der Trickkiste fragt – dann sucht euch jemanden, der persönlich mit euch da durchgeht. In der Regel machen die Ämter das auch. Und wenn man dann noch mal einen Kaffee miteinander trinken geht, dann freuen die sich auch, und man kann manchmal auch die eine oder andere Hürde aus dem Weg räumen, die man nur bei dem Mailverkehr nicht hinbekommen hätte.
Soweit hier der Überblick erst mal über die rechtlichen Rahmenbedingungen, die es zu beachten gilt. Das ist tatsächlich ein Dschungel, deswegen ist es manchmal notwendig, sich auch noch mal eine kostenlose Rechtsberatung in der Vorbereitung oder manchmal auch erst bei Haftungsfragen nach der Veranstaltung zu holen. Die DSEE selber bietet Rechtsberatung an. Es gibt aber auch ganz häufig Organisationen, wo ihr vielleicht angedockt seid, die eine Rechtsabteilung haben. Fragt da also gern mal nach und holt euch auf jeden Fall bei schwierigen Fragen juristischen Beistand – auch wenn ihr keinen teuren Anwalt euch da leisten könnt. Es gibt kostenlose Rechtsberatungen auf jeden Fall. Die anderen Fragen Datenschutz, Hygiene und so weiter, die streifen wir gleich noch. Also: Rechtliches, rechtliche Rahmenbedingungen – gucken, was ist es für eine Art von Veranstaltung? Ist es eine Veranstaltung, oder ist es eine Versammlung, die wir abhalten? Und welches Recht gilt für mich? Und danach weiß ich, wo ich anklopfen muss.
Ich fliege weiter: Thema Sicherheit – war auch von einigen gewünscht. Das ist ein Thema, das zunimmt an Bedeutung. Ich nenne euch mal ein Beispiel: Wir haben für Kirchentage, müssen wir ein sehr umfangreiches Sicherheitskonzept abgeben. Jeder, der schon mal ein Sicherheitskonzept abgeben musste, der weiß, dass das unterschiedlich dick sein kann. Für Kirchentage waren wir noch vor 15 Jahren so: Da haben wir so eine Mappe abgegeben als Sicherheitskonzept. Mittlerweile geben wir ganze Ordner ab, weil wir sonst gar nicht alles erklären könnten, wie wir es machen, und weil die Auflagen auch immer ausführlicher und differenzierter werden. Das hat nicht zuletzt auch mit einer Katastrophe zu tun, die wir in Deutschland hatten. Ihr erinnert euch in Duisburg an die Loveparade. Und dort hat man gesehen, was passieren kann, wenn das Sicherheitskonzept Lücken hat oder auch Kommunikationsketten nicht gut eingehalten werden. Und seit diesem Moment sind die Behörden – richtigerweise, wie ich finde, im Sinne der Teilnehmenden – noch konkreter und konzentrierter unterwegs, was die Sicherheitsauflagen angeht. Und da muss man manchmal so ein bisschen Verständnis mitbringen. Ich verstehe aber auch genehmigende Behörden, die sagen: „Ja, wir müssen sagen, das ist für uns in Ordnung, und müssen diese Verantwortung übernehmen. Und dann muss es bitte auch für uns in Ordnung sein.“
Was sind denn alles so sicherheitsrelevante Faktoren, die ich beachten muss? Das ist eine Menge. Wir denken immer zuerst bei Sicherheit an Security, an Taschenkontrollen und an Messer und Pfefferspray, was da rausgenommen wird. Aber das sind natürlich längst nicht alle Faktoren. Wichtig ist: Ich muss auf jede Wetterlage vorbereitet sein, natürlich auf das Thema Kriminalität, aber auch Großbedrohungsszenarien. Das kann mal eine terroristische Drohung sein, z. B. Ich muss mir mal Gedanken darüber machen: Was ist eigentlich, wenn zu viele Leute da sind? Wie gehe ich eigentlich damit um, mit Überfüllung? Ich muss mir aber auch mal Gedanken machen: Wie gehe ich eigentlich damit um, wenn die Besucher trotzdem – es sind nicht so viele da, aber sie müssen schnell den Raum verlassen? Wie organisiere ich das? Also Flucht ist hier, der Fluchtplan ist hier das Stichwort. Natürlich muss ich einbeziehen, dass es zu Unfällen kommen kann, dass es zu Havarien kommen kann, dass es Großschadensereignisse gibt. Großschadensereignisse, z. B. eine Giftgaswolke, die aus der chemischen Fabrik ausgetreten ist und dann über eine Stadt zieht. Es kann ein Brand geben, Überflutung, und, und, und – also ihr könnt euch da alles vorstellen. Und man muss nicht für jeden Fall einzeln vorbereitet sein. Es ist aber immer wichtig, sich am Anfang die Frage zu stellen: Wenn etwas passiert, wer agiert dann, mit welchem Auftrag, und macht was? Und da auch Zuständigkeiten zu verteilen im Vorfeld, ist wichtiger, als es dann erst hektisch zu machen, wenn dann was passiert ist und dann erst den Krisenstab quasi zu bilden.
Deswegen ganz wichtig: im Vorfeld zu überlegen, wen habe ich mit Expertise vor Ort? Wer ist mein Ansprechpartner bei Erster Hilfe? Wer ist vor Ort, wenn wir eine Havarie haben? Wen habe ich für die Besuchendenlenkung? Habe ich die Nummer vom Hausmeister abgespeichert, damit der noch mal schnell in den Heizungskeller kommen kann, weil da was nicht stimmt? Und, und, und. Also macht euch vorher Gedanken: Je nach Größe eurer Veranstaltung – haben wir Ansprechpartner für all diese Punkte? Wenn etwas passiert, wer ist dann dran – ganz konkret? Sicherheitsrelevante Faktoren können auch Programminhalte sein. Man kann auch Veranstaltungen planen, die haben ein bisschen kritische Themen. Wir haben gesellschaftlich gerade – sind wir sehr polarisiert. Das heißt, es gibt immer strittige Themen, wo Aufregung da ist, wo Menschen laut werden, wo sie emotional angefasst sind. Und auch da muss ich mir mal Gedanken machen, wie ich mit Störungen dieser Art umgehe. Ich empfehle hier immer eine mehrstufige Eskalation, also mehrere Eskalationsstufen im Umgang mit Störungen. Das heißt: nicht gleich Hausverbote verteilen, sondern in der Regel ist es so, dass direkte Ansprache und guter Menschenverstand und ein bisschen Dialog auch schon zu Lösungen führen.
Als Letztes habe ich noch mal das Thema Alkohol und jetzt seit Kurzem auch Drogen aufgeschrieben. Es geht nicht darum, dass wir in allen unseren Veranstaltungen große Drogenumschlagplätze haben, aber ich muss mir zumindest mal überlegen: Werde ich Alkohol ausschenken bei der Veranstaltung? Möchte ich das? Dann muss ich mir vielleicht überlegen, wie ich mit Personen umgehe, die ein bisschen zu viel ins Glas geschaut haben. Oder auch: Wie möchte ich eigentlich das Thema Cannabis jetzt handhaben, auf dem Veranstaltungsgelände? Möchte ich da noch mal ein explizites Verbot aussprechen, wenn noch keins besteht, oder ist es okay für mich bei der Veranstaltung, weil der Rahmen ist klar – da vor der Tür gibt’s irgendwie eine Insel, und da sitzen sowieso die Leute? Das müsst ihr euch anschauen. Aber es ist als Thema natürlich dazugekommen. Ein Sicherheitskonzept richtig verlangen die Behörden in der Regel, wenn mehr als 5.000 Teilnehmende zu erwarten sind oder bei besonderem Gefährdungspotenzial. Das kann sein, weil ihr irgendwie komplizierte Aufbauten habt, weil es ein Feuerwerk gibt, weil Künstler da sind, die was Gefährliches machen. Das entscheidet in der Regel das Ordnungsamt, ob sie da ein Sicherheitskonzept sehen wollen. Und hier schließt sich wieder der Kreis: Wenn ihr euch da unsicher seid, einfach mal zum Hörer greifen, die beim Amt anrufen und die Veranstaltung kurz beschreiben und dann mit denen beraten: Braucht es ein Konzept oder braucht es keines? Diese Vernetzung ist deswegen wichtig, weil man sie nicht nur einmal braucht, sondern ihr habt dann vielleicht gleich einen Ansprechpartner für die nächsten Veranstaltungen.
Wenn ihr ein Sicherheitskonzept erstellen wollt oder müsst, dann fragt bitte bei euren Ordnungsämtern auch nach. In der Regel gibt es auch Muster dafür, die ihr verwenden könnt. Sicherheitskonzepte sind in den Veranstaltungskreisen – das ist wie eine eigene Währung. Da wird euch auch keine andere Veranstaltung etwas abgeben und mal reingucken lassen, in der Regel, weil – also nicht kommerzielle Veranstaltungen – weil da geht sehr viel Hirnschmalz rein in diese Sicherheitskonzepte, und da stehen auch natürlich sicherheitsrelevante Angaben drin, die nur die Veranstalter wissen dürfen. Deswegen ist es nicht üblich, dass man Sicherheitskonzepte von anderen Veranstaltungen zu lesen bekommt. Wenn ihr rankommt, ist schön. Sonst fragt gerne im Ordnungsamt nach; es gibt in der Regel Muster, an die ihr euch halten könnt. Sprecht aber auch mit dem Ordnungsamt ab, welche relevanten – also welche Angaben müsst ihr machen und welche könnt ihr euch auch wirklich sparen. Sprecht das vorher mit dem Ordnungsamt ab, denn wenn ihr sonst nur die Vorlage bekommt, dann füllt ihr vielleicht jede Menge Sachen aus und das Amt sagt dann: „Ach so, das hättet ihr gar nicht gebraucht.“ Also fragt wirklich: Was davon sollen wir beachten?
Thema Datenschutz: Das ist ein Thema, wo wir ins Seufzen kommen, weil wir alle das Gefühl haben – oder viele, die ich kenne, das Gefühl haben – ah, das ist irgendwie zu viel und so umständlich, und das macht uns eigentlich alles kaputt, weil da ist so viel Aufwand dahinter, und eigentlich darf ich ja gar nichts mehr machen. Deswegen möchte ich noch mal in Erinnerung rufen, warum es diesen Datenschutz gibt. Denn er verankert das Recht auf informationelle Selbstbestimmung, und das ist auch ein Grundrecht. Und letzten Endes setzen wir hier Grundrechte von Menschen um. Und das hilft mir zumindest persönlich, wenn ich dann doch wieder manchmal ein bisschen seufze und denke: War das denn jetzt nötig? Nein, in der Regel ist es nötig. Jeder Mensch hat das Recht, dass seine Daten nur dafür verwendet werden, wofür er sie auch vorgesehen hat, als er sie rausgegeben hat. Und das ist in der Regel gut so. Und das ist auch okay, wenn man da mal ein bisschen Aufwand hat. Also deswegen: keine Angst vor Datenschutz. Es ist kein Hexenwerk, das ist es nicht.
Es gibt eine Faustregel: Daten dürfen nur so lange gespeichert werden, wie sie für das Ziel, was bei der Datenerhebung angegeben wurde, benötigt werden. Ganz einfach: Wenn ihr Daten erhebt für eine Veranstaltung und ihr sagt: „Okay, dieses Grillfest, das wollen wir machen. Hier haben wir eine Anmeldeliste, schreibt euch da mal rein“, dann dürft ihr diese Daten, die ihr da erhebt, wenn es persönliche Daten sind, nur so lang aufheben, wie ihr sie für die Veranstaltung braucht, also für die Dauer der Veranstaltung. Danach, weil ihr vielleicht die Leute noch mal anschreiben wollt oder weil es vielleicht noch offene Sachen zu klären gibt – ihr könnt sie vielleicht, wenn ihr für Finanzen, wenn Gelder geflossen sind, dann kann man das auch noch mal aufheben, weil man vielleicht bei der Steuer oder so was noch die Angaben braucht. Aber irgendwann – meistens in der Regel nach 3 Jahren, nach 5 Jahren, 10 Jahren, unterschiedlich gestaffelt – braucht man es wirklich nicht mehr. Und ganz ehrlich: So Anmeldelisten, die braucht man in der Regel schon nach der Veranstaltung nicht mehr. Macht euch frei davon, speichert das nicht irgendwo ab, sondern macht euch wirklich frei davon. Sagt: „Okay, diese Daten habe ich benutzt, und jetzt geben wir sie wieder zurück ins Niemandsland.“ Löscht sie.
Es gibt in der Regel Datenschutzrichtlinien bei den Organisationen. Wenn ihr bei einer Organisation angestellt seid, dann habt ihr eine Datenschutzrichtlinie. Und in dieser Datenschutzrichtlinie ist nicht nur enthalten, wie ihr euch zu verhalten habt, sondern auch: Was macht ihr, wenn wirklich mal was schiefgegangen ist? Also: Ihr habt z. B. aus Versehen eine Mail rausgehauen an einen ganz großen Verteiler und habt vergessen, dass ihr die Adressen BCC setzt, und sie waren alle im Verteiler, und dann haben 500 Leute 500 E-Mail-Adressen bekommen. Das ist eine Sache, wenn die passiert, dann muss man sie zumindest melden. In den Datenschutzrichtlinien der Organisation findet ihr die Zuständigen dafür, bei welcher Institution ihr das melden müsst. Auch da gibt’s wieder verschiedene Möglichkeiten: Entweder in der Organisation selber gibt’s Datenschutzbeauftragte, oder es gibt das Ganze auch kommunal. Ihr könnt das auch ebenfalls beim Amt anfragen, wo ihr euch melden müsst. Aber vielleicht gibt’s auch Datenschutzbeauftragte in der Organisation. Wichtig ist, dass ihr die Bedingungen, wie ihr mit den Daten umgehen wollt, transparent dazu kommuniziert. Lieber einen Satz mehr reinschreiben, als hinterher die Scherereien haben, weil ihr nicht klar gesagt habt, was ihr mit den Daten machen wollt. Das heißt: Wenn ihr Daten abfragt, steht dort: „Wir verwenden diese Daten, um die Anmeldung nachvollziehen zu können“, in den AGBs für eure Veranstaltung, wenn ihr AGBs habt; ansonsten macht ihr es auf dem Infozettel und so weiter. Gibt’s eine Erklärung: So gehen wir mit Bild, Ton und Video bei uns um. Übrigens geht es da nicht nur um Bild-, Ton- und Videoaufnahmen, die ihr gemacht habt, sondern auch die, die Teilnehmende untereinander machen. Auch das kann man regeln: ob das Material ist, was veröffentlicht werden soll oder nicht. Also: Sind Fotos generell erlaubt? Darf man Fotos von Einzelpersonen machen? Sollen die vorher gefragt werden? Und so weiter. Wenn ihr eine öffentliche Veranstaltung habt, dann ist eine rechtliche Grauzone letzten Endes vorhanden. Eine öffentliche Veranstaltung in Öffentlichkeit statt – das heißt, es dürfen in der Regel auch Fotos gemacht werden. Von Einzelpersonen oder wenn die Privatsphäre davon in besonderer Weise betroffen ist, gilt aber trotzdem, dass man davon absehen sollte, z. B. Personen in unvorteilhaften Posen zu fotografieren. Kinder: schwierig, nur mit Einverständnis der Eltern, sehr sensibel. Gute Fotografen sind da mittlerweile geschult. Euch würde ich den Tipp geben, dass ihr, wenn ihr klar habt, wie ihr mit dem Thema umgehen wollt während eurer Veranstaltung, es klar kommuniziert – im Vorfeld, auch auf der Veranstaltung, vielleicht mit Aushängen: „So läuft das bei uns.“ Ich habe ein sehr schönes Mittel jetzt schon mehrfach erlebt, bei kleineren Festen, wo gesagt wird: „Wir wollen gerne Fotos machen. Wenn Sie das gar nicht wollen, wir haben hier kleine Klebeetiketten. Die pappen Sie sich einfach hier oben ans Revers, das ist ein roter Punkt, und dann wissen wir alle, Sie wollen nicht aufs Foto. Oder im Nachhinein, wenn wir die Fotos sichten, müssen wir die löschen. Wir löschen die wieder.“ Das ist überhaupt nicht kompliziert, und das ist sehr entgegenkommend für die Teilnehmenden.
Soweit vielleicht mal die – also das ist so die Frage, die am häufigsten kommt: Wie machen wir’s mit den Fotos? Die GEMA: Die GEMA ist eine Verwertungsgesellschaft. Die GEMA ist keine Firma, die unser Geld nimmt und in die eigene Tasche steckt und sagt: „Ja, das ist ja schön, wir haben jetzt auch noch ein bisschen mitverdient, weil ihr Musik spielt.“ Nein. Die GEMA vertritt die Interessen der Künstlerinnen und der Menschen und der Verlage, die die Rechte an dem Liedgut innehaben, und ist nichts anderes als der verlängerte Arm dieser Künstlerinnen, damit sie zu dem kommen, was ihnen zusteht. Wenn ihre Musik gespielt wird, dann sollen wir uns daran beteiligen. Es ist ihr geistiges Eigentum. In der Regel fallen GEMA-Gebühren für alle öffentlichen Veranstaltungen an, bei denen auch Musik gespielt wird. Öffentlich heißt, wie gesagt: unklarer oder nicht limitierter Teilnahmekreis oder öffentlicher Ort und/oder öffentlicher Ort. Der Preis, den ihr zahlen müsst, der ist abhängig von der Teilnahmezahl, von der Anzahl der Lieder, die ihr spielt, wie zentral dieser Ort ist – also wie öffentlich, wie einsehbar ist es, wie viele Menschen können sonst noch diese Musik wahrnehmen – und wie ist die Veranstaltung finanziert: Habt ihr Einnahmepotenziale, also verdient ihr damit Geld mit der Veranstaltung? Dann wird es auch teurer. Das kann man ganz unkompliziert auf gema.de eingeben und erledigen. Da gibt’s einen Preisrechner. Der kann euch einfach schon mal sagen: Wenn ihr das so plant, dann kostet es so und so viel. Und dann könnt ihr noch mal neue Settings eingeben, und dann kann man gucken, bis der Preis rauskommt, den man auch bezahlen kann.
Prüft bitte vorher auf jeden Fall, ob eure Organisation in einem GEMA-Rahmenvertrag vertreten ist. Alle kirchlichen Institutionen z. B. sind in der Regel über einen EK-Rahmenvertrag abgedeckt und können in Veranstaltungen nach klaren Regeln, die da aufgeführt sind, Musik spielen. Aber die Regeln stehen da halt drin. Also es gibt da auch verschiedene Formen von Rahmenverträgen. Prüft das einmal: Ist eure Organisation Mitglied? Schaut euch den Vertrag an: Gilt das für meine Veranstaltung oder nicht? Wichtig: Nicht tricksen. Das kann sehr teuer werden. Die GEMA ist unterwegs mit Kontrolleuren – und nicht nur bei Veranstaltungen, die angemeldet sind bei der GEMA, sondern auch Veranstaltungen, von denen sie sonst mitbekommt: „Mensch, da wird doch bestimmt Musik gespielt.“ Deswegen, das wird dann teuer. Meine Empfehlung: Nicht tricksen, lieber die Wahrheit sagen, alles ganz genau angeben. Und man kann es ja ein bisschen steuern. Das heißt: Je weniger Teilnehmende, je weniger Lieder, je weniger öffentlich die Veranstaltung ist, umso weniger Geld muss ich auch bezahlen. Da ist wirklich alles möglich von 16 €. Ich habe es mal ausprobiert: kleinere Veranstaltung, 16 € Gebühren – das kriegt man hin. Wir sind aber auch schnell in Bereichen – also wenn wir beim Kirchentag unsere GEMA-Gebühren komplett nicht über Rahmenverträge abgegolten hätten, sondern selbst bezahlen müssten, dann wären wir im sechsstelligen Bereich, weil wir sehr, sehr viel Musik haben und sehr, sehr öffentlich das Ganze machen. Also so groß ist die Bandbreite. Also gema.de: einfach angeben, wie ihr eure Veranstaltung plant, und den Preis ruhig mal ausrechnen. Ach so, es kommt häufig hier noch die Frage: „Na ja, wir sind ja ein gemeinnütziger Verein, wir sind ja von der GEZ befreit, dann müssen wir keine GEMA bezahlen.“ Das hat nichts miteinander zu tun. Das ist völlig egal, ob ihr gemeinnützig seid oder nicht. Eine GEMA-Befreiung gibt es nur mit Rahmenvertrag. Sonst, wenn ihr eine Veranstaltung macht, fallt ihr unter die Regelung der GEMA. Also da gibt es – auch wenn der Zweck noch so toll ist und ihr noch so eine gute, wichtige, soziale Arbeit macht – das spielt dabei keine Rolle.
Hygiene: Durch die Pandemie ist hier sehr viel passiert, durch die Corona-Pandemie, weil wir uns auf einmal Gedanken gemacht haben, wie wir so miteinander umgehen, dass wir alle gesund bleiben. Ihr habt in der Regel in euren Organisationen Menschen, die einen Hygiene-Pass haben, weil sie in der Küche beschäftigt sind oder weil sie bei Veranstaltungen auch schon mal im Generebereich gearbeitet haben. Fragt auch gerne mal nach, wer von dem anderen Arbeitgeber vielleicht so was noch hat. Man muss es aber auch regelmäßig erneuern. Umgesetzt werden beim Thema Lebensmittelhygiene EU-Richtlinien, die dann über Bund, Land und Kommunen noch mal ausdifferenziert werden. Aber die Gesetzgebung, die Rahmengesetzgebung, das sind EU-Richtlinien. Ich möchte mich da aber überhaupt nicht verkämpfen, sondern möchte euch gerne einfach sieben Hauptregeln mitgeben. Wenn ihr die einhaltet, dann wisst ihr zumindest, dass ihr alles getan habt, oder sehr, sehr viel getan habt, dass die Menschen, die zu euch kommen, nicht krank werden. Darum geht es ja. Es geht nicht darum, irgendwelche Auflagen zu erfüllen, das ist nur Mittel zum Zweck. Wir wollen, dass die Leute gesund bleiben.
Also: Erstens richtig einkaufen. Sofort beachten, gerade wenn ihr Veranstaltungen im Sommer habt: Habe ich genügend Material mit, um die Kühlkette aufrechtzuerhalten? Habe ich Kühltaschen dabei? Kaufe ich Produkte, die wirklich auch frisch sind, die nicht schon lange rumliegen? Kann ich nicht meine Ernährung auch so planen, dass ich vielleicht wenig Produkte kaufe – also die Verpflegung so planen –, die gekühlt werden müssen? Denn das ist immer die große Schwachstelle. Also schon richtig einkaufen und planen, was es zu essen geben soll, ist mal die halbe Miete. Reinigen: Ist auch klar, dass wir uns mittlerweile alle die Hände waschen, aber dass ich auch mal die Flächen und Geräte reinige, die vielleicht in der Küche, die lange nicht benutzt wurde – in dem Clubraum, wo die Veranstaltung stattfindet –, dass ich vielleicht mal die K... noch vorher noch mal ausspüle, weil lange nicht mehr benutzt, und wir wissen nicht, was sich da zwischendrin für Keime angesammelt haben. Also, dass wir uns selber sauber halten, das passt oft. Denkt auch an die Flächen und Geräte. Trennt schnell verderbliche Lebensmittel – also gerade Fleisch, Produkte mit Ei – von verzehrfertigen. Das sehe ich oft bei Grillfeiern, dass das nicht gut funktioniert. Da ist der Grill, und dann liegt daneben der große Haufen rohes Fleisch, und dann daneben steht der Teller, wo dann die fertigen Würste drauf sind. Das ist eine klassische Stelle, wo es zur Kontamination kommen kann. Einfach denken: Keime können nicht so weit springen. Trennt die Lebensmittel. Erhitzen: ist auch klar. 75° ist die Marke, ab der die Keime dann langsam den Geist aufgeben. Je länger ihr erhitzt, umso besser. Wenn es mehr als 75° sind, ist auch gut. Gerade Fleisch, Fisch, Eier: immer durchgaren, keine Experimente machen. „Das gibt’s heute nur Englisch, weil die Leute wollen das so.“ Nee – gart es durch, dann seid ihr auf der sicheren Seite. Kühlen: genau das Gleiche. Wenn ihr Sachen kauft, die gekühlt werden müssen: Unter 7° ist eine Schwelle, wo ihr davon ausgehen könnt, dass die Keime sich nicht mehr groß vermehren. Im Kühlschrank, gerade in den großen Kühlschränken in den Küchen, gibt’s mehrere Kühlzonen. Setzt die auch so ein, wie ihr es schon auch zu Hause macht: unten Gemüse, dann kommt oben drauf – unten ist das Fleisch – und nach oben hin wird’s wärmer. Achtet darauf. Ich sehe häufig Kühlschränke, da ist das Fleisch dann ganz oben, weil das das größte Fach ist und so weiter. Dort oben ist es dem Fleisch aber vielleicht ein bisschen warm. Jo. Waschen, schälen, blanchieren: ist auch gut. Also wenn ihr euch überlegt, was soll es geben – Rohkost ist prinzipiell gut, aber es ist immer gut, wenn es vielleicht Früchte sind, wo man noch mal die äußere Hülle abmachen kann. Eine Möhre z. B., dann ist auch die erste Keimschicht schon mal weg. Wenn ihr Sachen wascht, abwascht, denkt dran: warmes Wasser ist besser als kaltes Wasser. Und dann, wenn die Speisen fertig sind, werden sie abgedeckt. Und Haustiere, Hunde – gerade im Freien – haltet sie fern. Sie übertragen Krankheiten. Sie wollen das nicht, aber sie übertragen das einfach. Und deckt die Speisen ab. Das muss man auch vorher mitbedenken, dass man auch das Zeug dazu hat, gerade bei großen Buffets, die länger stehen. Sucht euch einen guten Ort aus, überlegt euch: Die Sonne wandert. Wenn es draußen ist und ihr ein Buffet aufbaut, dann guckt: Wo ist der Ort, dass es nicht in der Sonne steht? Sonst habt ihr die Sachen relativ schnell natürlich in der Tonne.
Soweit vielleicht zum Thema Hygiene. Ich sag mal, hier kann man mit gesundem Menschenverstand nicht so viel falsch machen. Und der große Tipp ist einfach schon bei der Planung: Was soll es zu essen geben? Überlegen, wo habe ich die wenigsten Hygieneprobleme? Und dann seid ihr da schon ganz gut unterwegs.
Kommunikation – oh, muss ein bisschen sputen. Eigentlich steht der erste Punkt ganz oben: „Der Wurm muss dem Fisch schmecken, nicht dem Angler.“ Wenn ihr Menschen erreichen wollt für eure Veranstaltung, ihr wollt darüber sprechen, dann überlegt zuerst: Wen will ich da haben, und wo und wie erreiche ich diese Menschen? Das klingt jetzt so völlig banal, aber ich sehe regelmäßig Veranstaltungen – jetzt erst wieder in Fulda, eine Veranstaltung bei uns für junge Menschen – und wo war es als einziger Ort angezeigt? Das war für junge Menschen – und der Veranstaltungskalender der Stadt, da war es online. Und dann habe ich Plakate an Schaukästen gesehen. Das waren alles Orte, wo ich weiß: Das gucken junge Leute nicht hin. Auch den Veranstaltungskalender Stadt Fulda werden sie nicht nutzen. Also wurde nicht überlegt, wie ich für diese Veranstaltung eigentlich die Leute direkt anspreche. Verwendet, wenn ihr werbt für eure Veranstaltung, direkte und indirekte Kommunikation. Indirekte Kommunikation ist klar: ist alles, was irgendwie Plakate sind, was einfach nur passiv wahrgenommen werden kann. Das ist wichtig, dass ihr gerade bei Veranstaltungen, wo ihr ein paar mehr Leute haben wollt – alles über 100 –, dass das so ein Grundrauschen verursacht, also dass man überall mal sehen kann: Ah, da ist was – Grundrauschen. Das verstärkt nämlich die Appelle, die ihr mit direkter Kommunikation erreicht. Die hat die größten Erfolgsaussichten, wenn ihr Leute direkt ansprecht und sagt: „Hey, kommst du vorbei?“ Das geht mittlerweile ja auch digital, per Mail, auf Instagram. Also ihr könnt die ganze Bandbreite nutzen. Wenn ihr wählen könnt: nicht nur den Post machen, sondern auch immer überlegen: „Habe ich auch noch eine Möglichkeit, über einen Direkt-Messenger oder so was auch noch mal direkte Einladungen auszusprechen?“ Wirkt Wunder. Und Online-Werbung schont den Etat. Wenn man sich die Preise von Printanzeigen und Plakatflächen anschaut, dann ist das häufig was, was für unsere Veranstaltungen nicht in Frage kommt, weil es viel zu teuer ist. Werbung im Social-Media-Bereich ist wesentlich günstiger und hat den Vorteil, dass ich mir die Zielgruppe sehr genau eingrenzen kann. Ich kann dort nämlich angeben: Bitte nur für dieses Ausspielen, bitte nur an dem Ort, bitte nur für Menschen mit diesem Interesse. Und das hilft uns, genau die Leute zur Veranstaltung zu holen, die wir brauchen. Und da ist man bei Facebook und Instagram ja schon mit 10 € dabei. Also das ist wirklich kleines Geld, und das hat man in der Regel auch noch übrig. Nutzt es.
Und als letzter Punkt – aber das soll nicht der unwichtigste sein – das Thema Nachhaltigkeit. Eine Veranstaltung, die wir heutzutage machen, sollte nachhaltig sein, damit wir mit gutem Gewissen feiern können. Wir wollen, gerade wenn wir mit Ehrenamtlichen, mit Engagierten was machen, Vorbilder sein. Wir wollen zeigen, dass wir verstanden haben, wie wir Gemeinschaft auf unserer Erde leben wollen. Deswegen kann ich mir persönlich eigentlich keine Veranstaltung vorstellen, wo Menschen zusammenkommen, wo die Frage „Wie machen wir das Ganze nachhaltig?“ überhaupt gar keine Rolle spielt. Wir feiern deswegen mit gutem Gewissen, wenn wir folgende Punkte beachten: Bei der Ernährung verwenden saisonale und regionale Produkte. Wenn die dann noch bio sind, ist noch besser. Aber eigentlich ist „saisonal und regional“ – da haben wir schon, da ist schon ganz viel geholfen, weil wir keine unnötigen Emissionen durch Verkehrswege haben. Es wäre schön, wenn bei großen Veranstaltungen, überhaupt bei Massenveranstaltungen, weniger Fleisch gegessen würde. Es gibt eine Empfehlung der Deutschen Gesellschaft für Ernährungsberatung: 300 g Fleisch pro Woche. Da liegen die meisten von uns locker drüber. Wir sind momentan bei über einem Kilogramm Fleisch pro Woche im Durchschnitt in Deutschland. Das ist einfach zu viel, sowohl um das Tierwohl aufrechtzuerhalten, als auch, was die Emissionen angeht, die mit der Fleischproduktion zusammenhängen. Da erzähle ich aber den meisten auch nichts Neues.
Der nächste Punkt: Es gibt übrigens Mehrweggeschirr für Veranstaltungen. Und zwar gibt es entweder die Möglichkeit, gleich das eigene Geschirr, was ich habe, zu nutzen, nachzuspülen. Wenn es nicht in ausreichender Menge vorhanden ist, kann ich mir über Caterer anderes dann wieder auch Geschirr leihen, kann da auch mit denen vereinbaren: Wer spült es? Es ist in jedem Fall ökologischer, als die Pappteller zu verwenden, die nicht aus Pappe sind, sondern Pappe und eine Beschichtung. Und da ist jede Menge Plastik auch dabei. Und auch wenn es Sachen aus Recycle-Material sind oder Sachen aus Holz gibt und aus Pappe, die keinen Plastikanteil haben, trotzdem werden sie in der Regel weggeschmissen. Es muss aber vorher produziert werden. Deswegen ist Mehrweggeschirr und Mehrwegflaschen das Mittel der Wahl. Und ganz ehrlich: In der Regel kriegt man das umgesetzt. Wir feiern beim Kirchentag eine Abende der Begegnung, ein großes Straßenfest mit 150.000 Leuten, und dort findet man keine Pappteller, sondern nur Mehrweggeschirr. Und das kriegt man organisiert, wenn man sagt: „Da will ich auch wirklich für mich ein kleines Ausrufezeichen dahinter setzen.“ Denkt daran, Müllinseln zu installieren. Denkt an die Mülltrennung – also hängt nicht nur Säcke hin, sondern denkt dran, dass ihr mehrere Säcke hinhängt, farblich schön, vielleicht auch mit Zetteln dran, was man da reinpacken soll. Das wird oft vergessen. Und dann rennen die Leute rum, dann ist es ein großer Haufen, und am Ende landet alles insgesamt im Müll. Also schafft euch diese Müllinseln, wo auch getrennt wird. Dann seid ihr da auch ökologisch unterwegs.
Gerade wenn es später wird: Denkt daran, dass wir auch Lärm- und Lichtemissionen haben. Das müssen wir ein bisschen reduzieren, das hat auch was mit Nachhaltigkeit zu tun. Lärm stört Menschen; für die Gesundheit nicht sehr dienlich, schädigt den Schlaf. Die Tiere kommen nicht zur Ruhe. Und wenn ich dann noch vielleicht bei der Open-Air-Veranstaltung den Strahler, den Beamer, mitten in den Wald richte, weil das so schön aussieht, wie ich da die Bäume anleuchte, dann freuen sich bestimmt ein paar Fledermäuse und Vögel, dass sie nicht mehr wissen, ob Tag oder Nacht ist. Also alles, was ich da reduzieren kann, hilft. Und das kann man auch gut erklären, und es wird auch romantischer. Die Mengen sollten realistisch kalkuliert werden. Ganz schlimm ist, wenn ich die Hälfte der Lebensmittel wegschmeißen muss – aus Hygienegründen oder aus steuerlichen Gründen, weil ich sag: „Ich darf es jetzt nicht mehr verwenden“ – und dann landet alles im Müll. Es gibt im Internet gute Tabellen zur Kalkulation für Großküchen, wo ihr einfach eingeben könnt, wie viele Leute kommen, und dann wird euch genau gesagt, wie viel die ungefähr essen. Und dann kann man eigentlich in der Regel davon auch noch mal fast ein Viertel abziehen, und dann bist du ungefähr bei dem, was du brauchst, damit du nichts wegschmeißen musst. Übrigens ist es auch gar nicht so schlimm, wenn man noch mal was nachholen muss, als wenn man zu viel wegschmeißt. Und dann denkt auch dran, dass die Leute zu euch kommen müssen, zu den Veranstaltungen. Deswegen ist die Verkehrswegeplanung unter dem Stichwort Nachhaltigkeit schon ganz wichtig. Denkt dran, dass ihr vielleicht sagt: „Kommt doch mit der Bahn, nutzt diese Linie, nutzt den Bus.“ Habt ihr vorher auch geschaut, ob die überhaupt fahren? Vielleicht gibt’s Baustellen. Das könntet ihr gleich mitkommunizieren, dass die Leute wirklich gut kommen und auch nachhaltig anreisen können. Gibt es Fahrradständer vor Ort? Es ist wichtiger, dass gute Fahrradständer da sind, als dass die ganzen Parkplätze da sind. Also: Habt ihr den Menschen es möglich gemacht, dass sie auch nachhaltig anreisen? Das wäre gut. Wenn ihr eine große Veranstaltung plant, die in einer Stadt ist, dann kann man auch mal vielleicht mit den Verkehrsbetrieben über ein Veranstaltungsticket reden und mal sprechen: „Kriegen wir besondere Konditionen für unsere Teilnehmenden?“ Da muss man Kontakt mit den Verkehrsbetrieben aufnehmen, und dann kalkulieren die das einen Preis, und dann kann man sagen, ob das in Frage kommt oder nicht – dass alle Teilnehmenden der Veranstaltung auch automatisch mit den Verkehrsbetrieben unterwegs sein können. Das wird gerade von den Konditionen ein bisschen besser, weil wir ja auch ein Deutschlandticket mittlerweile haben und den ÖPNV auch stärker nutzen wollen.
Und das ist der Punkt, wo ich fertig bin, wo ich am Ende noch mal sagen will, dass wir unter Nachhaltigkeit, unter dem Stichwort Soziales, unter dem Stichwort Mitmenschlichkeit bitte, bitte, bitte bei Veranstaltungen nicht das Thema Inklusion vergessen. Und hier ist es mir wirklich wichtig, dass sich jeder Einzelne, der Veranstaltungen macht, auch noch mal separat informiert: Wie kann ich die barrierearm gestalten? Und barrierearm/barrierefrei heißt nicht nur, dass überall Rollstühle hinkommen, sondern das heißt: Ich weiß, dass ich mit Sehbeeinträchtigungen vielleicht konfrontiert bin, mit Menschen, die nicht so mobil sind, Menschen mit psychischen Erkrankungen und Menschen, die vielleicht leichte Sprache brauchen, weil sie unserer komplexen, schnellen Sprache einfach sonst nicht folgen können. Habe ich Angebote für diese Menschen? Gerade das Thema Leichte Sprache ist etwas, wo es auch online schon gute, gute, gute Beispiele gibt, Translator gibt, die ich nutzen kann, damit ich vielleicht eine Publikation im Vorfeld schon in Leichter Sprache gestalte oder auch einzelne Programmpunkte in Leichter Sprache abhalte, weil ich weiß: Die Zielgruppe wird es mir danken, wenn ich hier nicht ins Fachchinesisch abdrifte. Inklusion – wie gesagt: großer Werbeblock, großer Punkt – würde ich gerne auslagern, werde ich hier sonst dem Thema nicht gerecht.
Ja, jetzt sind wir wieder bei unserem Vorbereitungskosmos, und ich habe mal zu jedem Punkt noch mal etwas aufgeschrieben, wo ich denke: Wenn ihr euch das gemerkt habt und mitnehmt und danach handelt, dann kommt ihr ganz gut dahin, dass ihr unten auf den Startknopf drücken könnt. Und die anderen Dinge, die auch noch vorzubereiten sind – das ist ja nur ein Teil –, leider, dann angehen könnt. Also ich fange noch mal vorne an: Thema Sicherheit und die Frage: Was ist die Norm? Also: Gibt es für das, was ich hier mache, einen Rechtsrahmen, wo drinsteht, wie ich das zu machen habe? Habe ich eine Versammlung, habe ich eine Veranstaltung – also: Was ist die Norm? Das ist die erste Frage. Beim Thema Hygiene denkt dran: Es geht nicht nur darum, dass ihr die Hygiene auf der Veranstaltung einhaltet, sondern schon im Vorfeld. Also: Es geht vom Laden bis in den Magen. Ihr seid als Veranstaltende dafür verantwortlich, dass ihr das gut hinbekommt. Denkt daran, dass ihr die ganze Kette im Blick habt. Wenn euch das überfordert, nutzt einen Caterer. Dann liegen nämlich die Auflagen für die Hygiene beim Caterer. Also für den Bereich zumindest, den er abdeckt, muss er dann hygienisch handeln. GEMA: einfach anmelden, einfach machen. Nicht diskutieren, nicht tricksen. Anmelden – es ist wirklich leicht, und es ist einfach so. Da braucht man sich nicht davor drücken. Datenschutz: Wer wenig Daten erhebt, ist auf der sicheren Seite. So wenig wie möglich erheben oder sich zumindest fragen: Wann kann ich sie wieder löschen? Auf jeden Fall klar dazu kommunizieren mit den Teilnehmenden. Rechtliches: einmal gelernt – habe ich hingeschrieben. Ich empfehle, dass ihr zu den Sachen „Was ist eine Versammlung? Was ist eine Veranstaltung?“ und „Wie sieht eigentlich bei uns die Versammlungsstättenverordnung aus?“ – schaut es euch einmal an. Das hilft auch schon im Vorfeld, bevor ihr euch entscheidet, was für eine Art von Veranstaltung ihr macht, weil dann wisst ihr auch genau, was jeweils dranhängt. Also einmal die Lektüre, und es ist nicht so schwer. Das bleibt auch im Kopf, auf jeden Fall. Und Nachhaltigkeit: Ja, das machen wir einfach. Das liegt mir persönlich am Herzen – nicht nur mir, auch dem Kirchentag und, ich weiß auch, der DSEE. Einfach machen. Jede gute Idee ist richtig, und man kann keinen Schritt zu viel machen. Man kann welche zu wenig machen. Aber wichtig ist, dass wir etwas tun, damit wir nachhaltig auch Veranstaltungen betreiben. Weil das ist der Punkt, wo Menschen zusammenkommen und leben. Hey, wir kriegen es gemeinsam hin! Ja, und dann sollten wir diese Chance auch nutzen.