Was habe ich vor mit Ihnen? Wir hatten es schon gezeigt: Der Titel ist „Es geht nicht nur ums Geld — Grundlagen des Sponsorings“. Was mir wichtig wäre, was Sie mitnehmen sollten nach der halben Stunde: Nachher ist das eben von Seiten der Firmen auch mehr an Unterstützung in Richtung Verein möglich als nur eine reine Geldzahlung.
Ich gehe dann nachher näher darauf ein und umgekehrt: Sie als Vereinsvertreter haben auch deutlich mehr Möglichkeiten, dem Unternehmen etwas zu bieten, das Sie im Zweifel als Sponsor unterstützt. Sponsoring unterstützt eben nicht nur einfach Ihr Logo gegen Geld — in der verkürzten Form — sondern Sie haben auch noch mal andere Möglichkeiten. Das erklärt vielleicht auch schon, was mir ganz wichtig ist: Dass Sie da auch in einer bestimmten Haltung an so etwas herangehen sollten, um eine Sponsoring — und ich betone: partnerschaft — aufzubauen. Es geht eben nicht um Betteln und Handaufhalten dabei, sondern Sie bringen im Zweifel eben etwas mit für das Unternehmen. Das sollten Sie auch mit gesundem Selbstbewusstsein rüberbringen, so dass da eben hoffentlich nicht nur eine einmalige Unterstützung daraus entsteht, sondern hoffentlich eine mittelfristige, vielleicht sogar langfristige Partnerschaft, wo Sie dann eine ganze Reihe von Projekten und Themen gemeinsam angehen können.
Kurz: New Yorks wurde schon gesagt — Sie sehen bei mir das zusätzliche Logo. Ich bin seit Langem Berater für Opel in verschiedenen Workshops, bin aber eben selbstständiger Berater. Deswegen haben die mich heute dazu genommen. Ich lege Ihnen aber sehr ans Herz, auch noch mal pro bono selbst aufzutreten.
sport.de — jetzt ganz viele Veranstaltungsangebote, Publikationen, die eben auch noch mal hilfreich sind und das heutige Thema an verschiedenen Stellen beleuchten. Was habe ich mit Ihnen vor? Ich möchte zunächst einmal ganz kurz klären: Was ist Sponsoring überhaupt, wie grenzt es sich auch gegenüber anderen Bereichen ab und wie ist dann vor allen Dingen auch die steuerliche Behandlung des Themas? Das ergibt sich automatisch aus dieser unterschiedlichen Behandlung. Dann auch die Frage: Brauchen wir dafür überhaupt einen Vertrag und wenn ja, welchen?
Worauf sucht ein Sponsor? Was ist dessen Bedarf und was kann er bieten? Und umgekehrt: Was sollten die Vereine suchen und anbieten können? Dann ganz konkret: Wie sollten Sie denn überhaupt auf die Suche nach Sponsoren gehen, wohin Sie also die Unternehmen ansprechen können, die Sie im Zweifel unterstützen? Und ganz zum Abschluss noch mal ganz kurz der Punkt: Wo sind auch Grenzen dabei? Also das ist einmal das Thema Haftungsfragen, aber durchaus daneben auch noch mal Themen, die man sich immer ganz grundsätzlich überlegen sollte, bevor man ein solches Engagement mit einem Unternehmen eingeht.
Ganz kurz zur Definition: Was ist überhaupt Sponsoring? Wird in mehreren Büchern auch so genannt: Sponsoring ist zunächst mal die Bereitstellung von Geld — und jetzt kommt’s — es ist eben nicht nur das Geld, sondern auch Dienstleistungen oder Know-how von Seiten des Unternehmens zur Förderung von gemeinnützigen Organisationen, also sprich Vereinen oder vielleicht auch Stiftungen. Jetzt der wichtige Punkt: unter vertraglicher Regelung der Leistung und Gegenleistung. Also da gibt es in die eine und in die andere Richtung bei gleichzeitiger Erreichung der Ziele des Marketings und der Unternehmenskommunikation.
Warum ist das so wichtig? Man muss sich immer ein bisschen in Erinnerung rufen: Unternehmen machen das eben nicht nur aus reinem Altruismus, weil vielleicht der Chef des Unternehmens früher Mitglied in der Fußballmannschaft des Vereins war, sondern im Regelfall verfolgt ein Unternehmen damit ein konkretes Ziel: Genau in der Öffentlichkeit dieses Engagement darzustellen und damit eben auch ähnliche Ziele zu erreichen, die man vielleicht sonst auch durch das Schalten einer Anzeige, eines Radio- oder Fernsehspots oder durch eine Social-Media-Kampagne erreichen könnte. Also das ist eben einfach von der Haltung her: Das Unternehmen will in seiner Partnerschaft im Regelfall etwas erreichen.
Es wird auch schon angesprochen: Dieser wichtige Punkt, dass es um Leistungen und Gegenleistungen geht, also dass beide Seiten etwas erhalten und auch einbringen in das Ganze. Und eben dieser Marketingaspekt ist ganz wichtig dabei und sollte mitgedacht werden, wenn Sie sich an ein Unternehmen wenden.
Dazu ist es wichtig auch noch mal abzugrenzen:
[Musik]
Weiden zwischen den Begriffen Sponsoring und Spenden — das wird gerade so im Sprachgebrauch auch gern mal durcheinandergeworfen. „Die Oma hat dem Enkel den Führerschein gesponsert“ oder „Man hat etwas vom Unternehmen bekommen, die wollen nach einer Spendenbescheinigung“ — das sind aus steuerlicher Sicht zwei völlig unterschiedliche Punkte. Die Unterscheidung kann man sich so ein bisschen festhalten: Bei der Spende geht es um eine freiwillige Zuwendung ohne Gegenleistung. Da will der Spender eben nichts, außer vielleicht das gute Gefühl, dass er Sie unterstützt hat, und vielleicht noch eine Spendenbescheinigung. Dafür erhält er nichts im Gegenzug.
Beim Sponsoring aber gibt es genau den Unterschied: Dort besteht eine Austauschbeziehung, weil Geld oder andere Leistungen an den Verein fließen und dafür in irgendeiner Form etwas zurückkommt. Der Klassiker: Das werden Sie insbesondere aus der Fußball-Bundesliga kennen — das Logo auf dem Trikot, Bandenwerbung oder solche Sachen. In vielen anderen Formen sieht man eben direkt: Für die Geldzahlung gibt es eine Austauschbeziehung; als Gegenleistung gibt es Werbeleistung. Da muss man auch sehr vorsichtig sein, weil die Grenzen da ganz schnell aufweichen, wo Sie eben Gegenleistungen bereits liefern. Also wenn Sie aktiv das Unternehmen in seinen Werbemaßnahmen unterstützen, weil Sie auf Ihrer Internetseite oder in Publikationen beim Verein auf diese Unterstützung hinweisen — das hat das Unternehmen etwas davon — dann wird das seitens der Finanzverwaltung eben auch als entsprechende Unterstützung und Austauschbeziehung gewertet und dadurch anders steuerlich angesetzt.
Und zwar wie folgt: Das Unternehmen kann diese Ausgabe dann nicht als Spende, sondern als Werbungskosten verbuchen, weil das genauso wie eine Ausgabe für eine Anzeige, eine Social-Media-Kampagne in das Budget für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit bzw. Marketing fällt. Umgekehrt macht es für Sie einen großen Unterschied: Allein deshalb sollten Sie als Verein darauf achten, dass das ordentlich unterschieden wird. Wenn Sie also Mitgliedsbeiträge oder Spenden haben, werden die im sogenannten ideellen Bereich eingebucht und sind damit in unbegrenzter Höhe für Sie möglich. In dem Moment, in dem es sich aber um Sponsoringverträge handelt, wird das Ganze als Einnahme aus wirtschaftlichem Geschäftsbetrieb gewertet, weil Sie sozusagen am allgemeinen Wirtschaftsleben teilnehmen und diese Werbung anbieten. Da gibt es Höchstgrenzen zu beachten. Also sollten Sie unbedingt, wenn das in einem größeren Volumen bei Ihnen der Fall sein sollte — wo ich natürlich drauf hoffe nach dem heutigen Seminar — und das nicht nur um 500 Euro oder 1.000 Euro geht, sondern vielleicht mal größere Geldbeträge, gerade im Bereich Amateurfußball sind da schnell höhere fünfstellige Beträge dabei — dann muss man einfach aufpassen, weil man sonst plötzlich auch in die Versteuerung kommt und das sogar dazu führen kann, dass man die Gemeinnützigkeit in Gefahr bringt.
Da würde ich Ihnen dringend ans Herz legen: Wenn Sie da in solche Dimensionen Einnahmen haben, sollten Sie auf jeden Fall jemanden aus dem Steuerberaterbereich an Ihrer Seite haben, entweder aus dem Verein oder als Dienstleister, der das genauer anschaut und Ihnen dabei hilft. Wichtig ist aber dann dabei, dass Sie, wenn Sie Sponsoringeinnahmen gemacht haben, keine Zuwendungsbestätigung dem Unternehmen ausstellen können, dass es gespendet hat — das sind zwei Paar Schuhe, wie ich eben erläutert habe. Das heißt: Sie würden zu Unrecht eine Spendenbescheinigung ausstellen. Darauf ist sehr, sehr genau zu achten, damit diese Unterscheidung nicht verloren geht und man sehr genau schaut, in welcher der beiden Sphären das Ganze verortet ist.
Häufig gefragt: Muss man denn dafür überhaupt einen Vertrag abschließen, diese gemeinsame Zusammenarbeit, die beim Sponsoring besteht, auch abzusichern? Zunächst mal ganz klar: Die Schriftform ist nicht verpflichtend. Anders als beim Hauskauf ist hier keine Schriftform vorgesehen; es kann auch die mündliche Absprache sein. Aber es ist unbedingt empfehlenswert — ganz einfach aus dem Grund, weil allein durch das Aufsetzen des Vertrags das Gespräch zwischen beiden Seiten darüber in Gang kommt: Was gibst du rein, was kriege ich raus, und umgekehrt. Damit wird relativ schnell klar, welche Höhe an finanzieller Unterstützung dahintersteht, was umgekehrt von Vereinsseite erwartet wird, was Sie in die Partnerschaft hineingeben sollen. Dabei wird natürlich auch über eine Laufzeit gesprochen: Ist das eine Unterstützung für eine einmalige Veranstaltung, weil vielleicht ein Konzert oder ein einzelnes Projekt unterstützt wird, oder ist das eine längerfristige Unterstützung über mehrere Jahre? Dann werden zwangsläufig unterschiedliche Auffassungen zur Zusammenarbeit geklärt und ausgeräumt. Insofern ist das eine ganz wichtige Basis, um möglichst konfliktfrei diese Partnerschaft durchziehen zu können und zusammenzuarbeiten, weil man zu Beginn bereits vieles geklärt hat und Unstimmigkeiten ausgeräumt sind.
Ein weiterer Punkt, der daran anknüpft: Allein aus der steuerlichen Sicht ist es dringend geboten, dass man das auch schriftlich dokumentiert. Zum einen beim Unternehmen, damit klar ist, dass es sich irgendwo im Marketingbudget verordnen lässt und als Betriebsausgabe verbucht werden kann, und auf der anderen Seite natürlich bei Ihnen im Verein klar ist, dass Ihre Vereinskasse bzw. die Buchhaltung weiß, dass es sich nicht um Spenden handelt, sondern um Einnahmen aus dem wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb. Also von dieser Seite gut fixieren.
Bitte denken Sie daran: Bei der Unterstützung kann es eben auch neben der reinen Geldzahlung noch mal darum gehen, dass zusätzliche Umsatzsteuerbeträge oder Ähnliches zu zahlen sind. Machen Sie die Unterscheidung zwischen Brutto- und Netto-Beträgen klar, damit ersichtlich ist, wie hoch die Unterstützung ist und was tatsächlich bei Ihnen ankommt und was im Zweifel an andere Stellen abzuführen ist. Von der Seite her also auf jeden Fall dringende Empfehlung, das sauber zu regeln.
Ganz zu guter Letzt noch mal der Punkt: Es ist aus meiner Sicht vor allen Dingen ein Ausdruck der Professionalität, wenn Sie als Vertreter eines Vereins auf ein Unternehmen zugehen bzw. schon im Gespräch sind und das Sponsoring-Engagement verhandeln. Warum? Im Regelfall ist auf der anderen Seite ein Profi, der im Marketing sitzt, und der tagein, tagaus nichts anderes macht als mit Vertragspartnern zu verhandeln und zu schauen, dass das Unternehmen natürlich das Optimum für sich herausholt. Insofern ist klar: Wenn Sie mit einem Vertragswerk kommen und sagen „Das stellen wir uns vor, das sind unsere Vorgaben, die wir in den Vertrag verhandeln möchten“, dann gehen Sie ganz anders an die Sache heran und erscheinen nicht als kleiner Bittsteller, der nur die Hand aufhält. Sie erscheinen wirklich als ein Partner auf Augenhöhe und werden hoffentlich auch so wahrgenommen.
In dem Zusammenhang noch mal ein wichtiger Punkt: Warum Sponsoring eben auch nochmals so interessant ist im Verhältnis zu anderen Förderungen, die man vielleicht aus Förderprogrammen erhält — zum Beispiel von der Deutschen Stiftung für Engagement und Ehrenamt oder von Soziallotterien oder auch aus dem öffentlichen Bereich — dort ist sehr häufig vorgegeben, dass das Geld für ein bestimmtes Projekt ausgegeben werden muss, dass es noch nicht begonnen haben darf, oder dass es teilweise gebunden ist an das Jahresende, weil die kameralistische Buchhaltung das so vorsieht, dass es abgeschlossen sein muss. Hier ist das reine Verhandlungssache. Wenn Sie mit einem möglichen Kooperationspartner im Sponsoring verhandeln, können Sie versuchen klarzumachen, warum Sie das Geld in einem anderen Zahlungszeitpunkt brauchen oder auch für Themen, die sehr häufig in Förderprogrammen nicht abgedeckt werden — etwa Geld für Personal, Baukosten, Mieten, ganz generell für Organisationsentwicklung, die Sie in Ihrem Verein vorhaben. Da ist es häufig sehr schwierig, Fördergelder so einzusetzen, dass auch wirklich ein durchgängiger, langfristiger Aufbau möglich ist. Die Unternehmen schreiben sich quasi ihre eigenen Förderbedingungen. Allein aus dieser Hinsicht ist es wichtig, eine Verhandlung zu führen und eine Verschriftlichung anzustreben.
Worauf suchen jetzt Sponsoren, also die Unternehmen, die für Sie infrage kommen? Der Klassiker ist der Image-Transfer: Dass man als Unternehmen eine gemeinnützige Organisation unterstützt und das in der Kommunikation nach außen darstellt — in Werbekampagnen, Publikationen, Radio- und Fernsehspots, Interviews etc. Es geht im Zweifel aber oft auch darum, an Zielgruppen zu kommen, die man üblicherweise mit dem Unternehmen nicht erreicht, oder bereits bestehende Zielgruppen noch enger an sich zu binden, weil diese dann sehen: „Das Unternehmen, dem ich ohnehin verbunden bin, unterstützt diesen Verein oder dieses Projekt.“ Das führt zu Kundenbindung.
Generell geht es auch darum, sich als guter Unternehmensbürger darzustellen — neudeutsch Corporate Citizenship — also zu zeigen, dass man nicht nur auf den Profit aus ist, sondern sich auch um das Umfeld kümmert. Dabei spielt Professionalität eine Rolle. Natürlich ist ein Unternehmen auch darauf aus, Gelder möglichst effizient einzusetzen. Genauso wie überlegt wird, ob eine Anzeige in einer bestimmten Zeitschrift geschaltet werden soll, schaut man sich auch an, mit welchen Organisationen man zusammenarbeitet: Haben die bereits Einnahmen, bringen sie das nötige Know-how mit, gibt es Referenzen vergangener Projekte, prominente Unterstützer im Umfeld, die als Fürsprecher agieren? Wenn man das gut darstellen kann, hat man höhere Chancen.
Es kommt auch noch der Punkt hinzu, dass Unternehmen versuchen, neue Kommunikationsumgebungen zu etablieren. Das kann bedeuten, dass das Unternehmen eigene Mitarbeiter oder Kunden in Ihre Veranstaltungen einbezieht — zum Beispiel Konzerte, bei denen Kunden teilnehmen dürfen, oder Teambuilding-Events und „Social Days“, die gemeinsam mit der unterstützten gemeinnützigen Organisation organisiert werden. Das sind Themen, bei denen einerseits etwas für Kunden gemacht wird, andererseits Personalentwicklung profitieren kann oder potenzielle Bewerber interessiert werden.
Zuletzt gibt es immer wieder, dass ein Unternehmen versucht, in einem Bereich, in dem ein direkter Bezug zu seinen Produkten oder Dienstleistungen besteht, gemeinsam mit Ihnen Produkte oder Dienstleistungen weiterzuentwickeln. Auch das kann ein Punkt sein, weshalb ein Unternehmen Sie unterstützt.
Was können Sie bieten? Mir ist ganz wichtig, dass Sie mitnehmen: Da kann mehr fließen als nur Geld. Geld ist natürlich immer das Einfachste und im Zweifel auch das am unkompliziertesten Einsetzbare. Ab und zu kann es aber interessant sein, nach jemandem zu suchen, der Ihnen konkret Sachen bringt, die Sie brauchen — etwa vergünstigte Konditionen bei Dienst- und Serviceleistungen. Häufig sieht man das bei Banken und Sparkassen, dass sie vergünstigte Kontoführungsgebühren anbieten, oder Sachleistungen, dass ein Bauunternehmen Baumaterial liefert, ein Bäcker, Metzger oder Caterer Verpflegung stellt, oder dass ein Hotel oder Restaurant Räumlichkeiten für eine Veranstaltung zur Verfügung stellt.
Natürlich ist auch das Thema Arbeitskraft und Know-how wichtig: Wenn Sie in Ihrem Umfeld Handwerker haben und Sie wollen das Vereinsheim renovieren, kann der Elektriker oder Malermeister mit seinen Leuten unterstützen, anstatt Geld zu überweisen. In beratenden Berufen, wie Rechtsanwalt oder Steuerberater, kann jemand pro bono beraten, etwa bei der Steuererklärung. Und schließlich das Thema Presse: Es gibt freie Anzeigenplätze in Zeitungen oder Magazinen, die gelegentlich vergeben werden, oder Journalisten, die über Ihre Veranstaltungen berichten und Ihnen professionelle Artikel zur Nutzung in Ihrer Kommunikation zur Verfügung stellen.
Sie sehen also eine deutlich größere Zahl an Möglichkeiten, wie Unternehmen Sie unterstützen können, als nur Geld zu überweisen.
Wie finden Sie jemanden, der als Unterstützer infrage kommt? Ein erster Hinweis: Gehen Sie bitte nicht mit der Gießkanne vor, sondern bereiten Sie sich gut auf eine Ansprache vor. Wenn Sie einen Allerweltsbrief an sämtliche Unternehmen in Ihrer Umgebung schicken — womöglich noch mit der Anrede „Sehr geehrte Damen und Herren“ ohne konkreten Ansprechpartner — kommt das schnell so an, als seien Sie mit der Gießkanne vorgegangen. Eine persönliche Ansprache ist eine gute Vorbereitung.
Zweitens: Die Unternehmenswelt ist gut vernetzt. In Rotary, Lions oder in IHK-Gremien gibt es Kontaktpunkte zwischen Unternehmern, sodass schnell „die Runde“ macht, wenn Sie wahllos unterwegs sind. Bereiten Sie sich lieber gut vor und sprechen vielleicht nur fünf ausgewählte Unternehmen an, statt 50 mit dem Sammelbrief.
Denken Sie auch weiter als nur an lokale Banken, Sparkassen oder kommunale Energieversorger — das ist meine Erfahrung: Oft endet die Sponsorensuche bei diesen Drei. Denken Sie an lokale Bäcker, Metzger oder andere kleine Betriebe: Die können häufig sehr dankbare Unterstützer sein, weil sie oft nicht angesprochen werden und im direkten Umfeld helfen können. Kleinere Betriebe sind oft sehr dankbar.
Mehr als Geld gegen Logo: Schauen Sie, was Sie anbieten können über die reine Nutzung Ihres Logos hinaus. Angebote können Artikel, Berichte, Teilnahme bei Veranstaltungen, Infostände, Einbindung von Mitarbeitenden, Team-Events etc. sein. Nutzen Sie auch die Möglichkeit, Wettbewerber des angesprochenen Unternehmens zu prüfen: Wenn der direkte Konkurrent bereits unterstützt, können Sie das im Gespräch anführen. Das zeigt, dass Sie sich mit dem Unternehmen beschäftigt haben.
Schauen Sie auch in den gemeinnützigen Bereich: Was machen Vereine Ihrer Größe? Welche Sponsoren haben die? Haben Sie einen Nachbarfußballverein in derselben Liga, dann werden Sie vermutlich nicht denselben Sponsor bekommen, aber bei anderen Themen kann das durchaus interessant sein. Sehen Sie, welche Unterstützer andere schon gewonnen haben, bei welchen Projekten zusammengearbeitet wurde und was daraus entstanden ist — das liefert Futter für Ihre eigene Ansprache.
Gucken Sie bitte genau, dass Sie den richtigen Ansprechpartner und den richtigen Zeitpunkt erwischen. Finden Sie heraus, wer die Person ist — Eigentümer, angestellte Manager, Marketing-Verantwortliche oder eine CSR-Abteilung. Wenn eine Abteilungsleitung genannt ist, verwenden Sie diese Person als Ansprechpartner. Wenn Sie die Person nicht im Internet finden, schauen Sie in Geschäftsberichten oder greifen zum Hörer und fragen in der Zentrale nach der richtigen Person.
Zum Zeitpunkt: Rufen Sie nicht wahllos an und überfallen jemanden am Telefon. Besser ist ein persönliches Schreiben im Vorfeld, in dem Sie kurz darstellen, was Sie machen wollen, vielleicht einen Flyer beilegen und kurz das Projekt beschreiben, wofür Sie Unterstützung brauchen, und um einen Gesprächstermin bitten, in dem Sie tiefer erläutern. Versenden Sie nicht gleich riesige Materialmengen mit dem Schreiben, denn wenn es nichts wird, haben Sie unnötige Kosten gehabt.
Beachten Sie die Budgetplanung der Unternehmen: Spätestens im Herbst des Vorjahres werden Budgets fürs Folgejahr geplant. Wenn Sie erst im November/Dezember anfragen, besteht die Gefahr, dass die Budgetplanung bereits abgeschlossen ist und Sie erst ein Jahr später wieder in Frage kommen. Planen Sie also rechtzeitig und berücksichtigen Sie Ferienzeiten, in denen Ansprechpartner nicht da sind.
Ein weiteres Risiko: Bei größeren Unterstützungen können Sie in eine gewisse Abhängigkeit von einem einzelnen Sponsor geraten. Wenn ein großer Förderer plötzlich abspringt, kann das existenzbedrohend sein — denken Sie an Fußballvereine, die dadurch in finanzielle Schwierigkeiten geraten. Versuchen Sie, sich nicht zu abhängig zu machen, mehrere Sponsoren zu haben oder zusätzliche Finanzierungsquellen zu sichern, damit kein Klumpenrisiko entsteht.
Überlegen Sie auch, ob ein großer Unterstützer Einfluss auf Ihre Organisation nehmen möchte. Wenn dieser in Ihre Projektgestaltung oder Öffentlichkeitsarbeit hineinredet und Sie das nicht vertraglich geregelt haben, kann das problematisch werden. Klären Sie im Vorfeld, wie weit Sie bereit sind, Ihre Projektidee anzupassen. Ein bisschen Flexibilität ist okay, aber wenn das Projekt danach nicht mehr Ihr eigenes ist, ist das nicht akzeptabel. Klären Sie das im Verein: Wie weit wollen wir gehen?
Es gibt auch Branchen oder einzelne Unternehmen, die Sie von vornherein ausschließen wollen. Es kann auch vorkommen, dass Unternehmen Sie aktiv ansprechen. Prüfen Sie dann sorgfältig, wer passt zu Ihnen und wo Sie besser die Finger von lassen. Ein Beispiel: Ein großes Bauunternehmen hat einem Naturschutzverband eine große Summe gespendet — da kann es problematisch sein, wenn der Verband später im Baugenehmigungsverfahren Stellung nehmen muss. Passen Sie also auf, dass Sie sich Ihren Ruf nicht kaputtmachen.
Bereiten Sie sich auch darauf vor, wie Sie reagieren, wenn sich beim Sponsor Entwicklungen ergeben. Der Imagetransfer, den das Unternehmen sich erhofft, wirkt auch in die andere Richtung — wenn ein Unternehmen in einen Skandal gerät, kann das auf Sie abstrahlen. Daher ist es manchmal besser, auf Unterstützung zu verzichten, wenn das Risiko zu hoch ist.
Was sonst noch zu beachten ist beim Sponsoring: Die steuerlichen Risiken — achten Sie auf die richtige buchhalterische Einordnung (keine Spende, sondern wirtschaftlicher Geschäftsbetrieb). Spendenhaftung: Wenn Sie zu Unrecht eine Spendenbescheinigung für Sponsoring ausstellen, ist der Vorstand verantwortlich. Wird das bei einer Prüfung durch das Finanzamt festgestellt, muss das Unternehmen die Zuwendung nachversteuern und Sie müssen möglicherweise nachversteuern. Achten Sie also darauf, dass das nicht passiert.
Außerdem die Haftung für Rechtsgeschäfte: Wenn Sie als Vorstand mit dem Unternehmen verhandeln, überlegen Sie, welche Risiken Sie eingehen. Was schreiben Sie in den Sponsoringvertrag als Leistung und Gegenleistung? Was dürfen Sie dem Unternehmen vertraglich zusichern, ohne Ihre Kompetenzen zu überschreiten? Sonst müssen Sie sich später bei der Mitgliederversammlung erklären und riskieren, keine Entlastung zu erhalten. Schauen Sie also genau, wie weit Sie gehen dürfen.
Zuletzt das Thema Unfälle bei Veranstaltungen: Wenn es Kooperationsprojekte oder Veranstaltungen gibt, bei denen Mitarbeiter oder Kunden des Unternehmens bei Ihnen sind, prüfen Sie das Risiko und schließen ggf. entsprechende Versicherungen ab. Das sind übliche Vorsichtsmaßnahmen: Achten Sie auf Gefahrenquellen wie nicht gesicherte Kabel oder ungesicherte Gullydeckel. Je nach Veranstaltung kann es sinnvoll sein, Versicherungen abzuschließen — dort helfen Vereinsversicherer.
Ich habe Ihnen eine Reihe von weitergehenden Informationen aufgeführt, die Sie mit der Präsentation zugeschickt bekommen. Die oben genannten vier Bücher kann ich empfehlen — habe ich auch alle selbst. Dort finden Sie teilweise Vorlagen von Musterverträgen für die Erstellung eines Sponsorenvertrags. Wenn Sie nach „Vorlage Sponsoringvertrag für Vereine“ googeln, finden Sie eine ganze Reihe von Quellen, auch von Anwaltskanzleien. Ich habe eine Sache gefunden: Den Link des Landessportbundes Nordrhein-Westfalen, der in seinem Vereinsmanagement-Bereich entsprechende Vorlagen anbietet. Wenn Sie auf den verkürzten Link klicken, werden Sie dorthin geführt und finden die Vorlage.
Kurz noch zu mir: Ich habe hier einen Hilferat, bei dem ich mit dabei bin. Wenn Sie das interessiert, schauen Sie gerne mal drauf — da finden Sie den entsprechenden Link.
Und ja — das war’s ansonsten von meiner Seite.