Und uns wurde auch gerade schon bereits erklärt, wir reden heute über hybride Veranstaltungsformate. Alle, die bei den letzten Sessions dabei waren, die kennen dieses Bild bereits: 'Alles digital oder was?'. In unserem Fall tatsächlich mal nicht, sondern wir reden hier über hybride Veranstaltungen.
Ganz kurz die Agenda für heute, wo wir durchgehen wollen: Wir gucken uns einmal den Arbeitsbegriff tatsächlich an, ganz kurz nur. Dann, was für Settings gibt es im hybriden Bereich, denn hybrid ist nicht gleich hybrid. Dann werfen wir einen Blick auf die technischen Setups und die Methodik und ganz am Ende nochmal, wie man sich dann am besten als Team aufstellt für hybride Veranstaltungsformate.
Ich habe mal drei Arbeitsbegriffe mitgenommen. Das ist jetzt ein bisschen viel Text, ist auch schon die Folie mit dem meisten Text, das kann ich verraten, weil es mir ein bisschen wichtig war, nochmal diesen hybriden Begriff ein bisschen aufzudröseln. Grundsätzlich, wenn wir über hybrid reden, ist es eine Kombination aus verschiedenen Veranstaltungstypen, Räumen, Bereichen, Interaktionsmöglichkeiten, ist also sehr breit gefächert. Wenn wir jetzt im engeren Sinne über hybride Veranstaltungsformate reden, dann meinen wir meistens eine Kombination aus Online- und Präsenzveranstaltung. Er hat es gerade schon mal gesagt: ortsunabhängige, synchrone Interaktion. Das ist auch das, womit wir uns heute vorrangig beschäftigen wollen. Diese erste Definition habe ich trotzdem noch mit reingegeben, weil wir nämlich auch über Methodiken reden, in denen wir nicht nur die ganze Zeit große Leinwände an der Wand haben, sondern auch mal gucken, wie eine synchrone, ortsunabhängige Interaktion noch aussehen kann. Das ganz generell.
Gucken wir uns das Setting an. Es gibt hybride Settings schon sehr lange und die klassische kennen Sie: das ist nämlich ein klassisches Panel-Setting. Früher saßen sie auf der Bühne und es gab im Publikum die Möglichkeit, Fragen zu stellen – das berühmte Mikrofon. Das kann man inzwischen in mehrere Richtungen hybrid machen. Zum einen haben wir natürlich die Möglichkeit zu sagen, es sind auf der Bühne nicht nur Personen vor Ort, sondern es gibt auch Personen, die dazugeschaltet werden. Inzwischen ist das Standard, nicht nur auf Bühnen, sondern auch im Fernsehen sehen wir das immer häufiger. Allen gleich bleibt, dass die Interaktion natürlich vorne auf der Bühne passiert. Auch im Publikum, und da hätten wir ja quasi, wenn ich hier zu zweit stehen würde, schon eine hybride Veranstaltung.
Auch das Publikum kann zugeschaltet sein. Das ist also auch normal für ein hybrides Panel-Setting, zu sagen, man hat vielleicht Publikum vor Ort und ein Publikum zugeschaltet, vielleicht auch nur ein zugeschaltetes Publikum. Gleich bleibt die Möglichkeit der Interaktion an der Stelle, nämlich: Interaktion passiert vorne auf der Bühne und das Publikum kann sich über Wortmeldungen oder eben über den Chat einbringen. Das sind im Wesentlichen die Punkte. Über dieses Setting wollen wir heute relativ wenig reden. Es kommt bei uns vor, auch im Falle von Inputs. Im Großen und Ganzen wollen wir uns aber die Workshop-Settings angucken.
Und da habe ich mal drei mitgebracht. Auch hier ein relativ klassisches Workshop-Setting, klassisch hybrid, wie wir es inzwischen schon fast gewohnt sind. Wir haben Personen vor Ort, wir haben einen Moderator, eine Moderatorin bzw. Trainer, Trainerin vor Ort. Ich werde in diesem Vortrag mal von dem Begriff Facilitator ausgehen, der beides ein bisschen umreißt, also sowohl die Moderation als auch eine Trainerin oder einen Trainer. Also, ein Facilitator ist vor Ort oder die Facilitatorin und einige Teilnehmende und dann weitere Teilnehmende, die wir hinzuschalten. Diese können auch einzeln vor dem Rechner sitzen oder eben auch in mehreren Gruppen. Das ist ein Setting, das wir relativ häufig erleben, auch in Meetings und so weiter, aber dafür Standard.
Ein anderes Setting, auf das ich auf jeden Fall mal eingehen möchte, ist: Wir haben mehrere Gruppen an mehreren Orten. Ich habe da auch ein Beispiel zu mitgebracht, das gucken wir uns nachher nochmal genauer an. In dem Fall kommt es aus dem internationalen Kontext, war ein Seminar mit der Kindernothilfe, wo dann tatsächlich in verschiedenen Ländern sich Gruppen zusammengefunden haben und in dem hybriden Setting miteinander Ergebnisse erarbeitet haben. Das kann man auch kleiner skalieren, das kann man natürlich auch auf bundesdeutscher Ebene nutzen. Auf jeden fall gleich bleibt: Wir haben mehrere Gruppen an verschiedenen Orten und über das Konzept als hybrides Event schaffen wir es, dass diese Gruppen miteinander Ergebnisse erarbeiten.
Und ein drittes Setting, das ich persönlich nochmal sehr spannend finde, weil es mir doch schon häufiger untergekommen ist: Sie haben eine Gruppe irgendwo und sind aber selbst als Facilitator gar nicht dabei, sondern aus einer Entfernung zugeschaltet und müssen nun mit dieser Gruppe interagieren und sie anleiten und gemeinsam ein Seminar bestreiten.
Wir werden uns heute vor allem das Setting 1 und 2 angucken. Das dritte war mir auf jeden Fall der Vollständigkeit halber nochmal wichtig zu erwähnen, dass es das auch gibt. Und auch da werden wir nochmal ein paar Tipps zu hören, worauf man achten muss.
Die hier kennen Sie sehr wahrscheinlich alle, das ist die Leiter der Beteiligung, der Partizipation. Und was wir aus diesem Diskurs um Beteiligung, Teilhabe und Partizipation wissen, ist natürlich, dass wir immer auch anstreben, in den oberen Teil dieser Leiter zu kommen. Also die erste Hälfte gucken wir uns gar nicht groß an. Ab Mitwirkung wird es interessant, da befinden wir uns ungefähr bei den Panel-Settings, also zu sagen, ich kann Fragen reingeben. An der Stelle wirke ich ein bisschen mit bei dem, was auf der Bühne passiert. Mitbestimmung wäre der Schritt, an dem ich dann schon ein bisschen mehr einbezogen werde, auch überhaupt von Anfang an, nicht nur am Ende bei der Fragestellung. Wenn wir über Workshops reden, dann kommen wir in den Bereich, in den wir hinwollen: in die Selbstverwaltung, Selbstbestimmung.
Und um das zu ermöglichen, und das ist das, worauf ich heute meistens eingehen möchte, brauchen wir Interaktion und Inklusion. Zwei Punkte: Interaktion, also unsere Teilnehmenden, die wir dabei haben, sowohl remote als auch vor Ort, sollen miteinander interagieren, sollen gleichberechtigt miteinander agieren. Und da haben wir nämlich auch schon den Punkt Inklusion, und das ist das eigentlich Herausfordernde, wenn wir über hybride Formate reden. Das ist nämlich, dass alle Teilnehmenden gleichermaßen die Möglichkeit haben, interaktiv zu agieren und, wieder zurück zur Leiter der Partizipation, eben auch das Format mitzugestalten, mitzubestimmen, was passiert, nicht nur bei den Ergebnissen.
Werfen wir einen Blick auf das Konzept. Und unser Konzept besteht aus Methodik und Technik, grob gesagt. Im hybriden Bereich ist es nochmal ein Stückchen mehr miteinander verwoben, wenn wir in der Konzeption sitzen, als es im Digitalen der Fall ist. Im Digitalen haben wir uns im Wesentlichen gewöhnt, wir sind ganz gut darin geworden. Unsere Technik kennen wir inzwischen sehr gut, wissen ungefähr, welche Methoden funktionieren, welche nicht und was mit dem technischen Rahmen, den wir haben, möglich ist. Im Hybriden determiniert die Technik natürlich nochmal in einem ganz anderen Rahmen die Methodik und andersherum. Und deswegen wollte ich Ihnen auf jeden Fall erst mitgeben: Es ist wichtig, beides zusammen zu denken. Für diesen Vortrag hier müssen wir erstmal irgendwo anfangen, deswegen tun wir das bei dem Thema Technik. Ich habe mir erstmal das ausgesucht, wo wir die klarsten Nägel einschlagen können.
Fangen wir vielleicht mit dem offensichtlichsten Teil an, wenn wir über die Technik reden, nämlich erstmal die Frage: Welche Plattform wählen wir denn aus? Und wir gehen jetzt mal von dem Setting 1 aus, das ich genannt hatte, nämlich wir haben eine Gruppe, mit der Sie als Facilitator vor Ort sind, und haben weitere Teilnehmende dazugeschaltet. Oder auch Setting 2: mehrere Gruppen an mehreren Orten. Was sich da am besten anbietet und am einfachsten ist, wenn es für die ersten hybriden Veranstaltungen, die Sie durchführen und konzipieren werden, ist ein klassisches Kachel-Format, also ein Zoom, wie wir es hier heute haben, oder BigBlueButton oder andere Plattformen.
Die weiteren Plattformen, die Sie jetzt vielleicht schon aus Ihrer eigenen Praxis kennen oder aus anderen Workshops hier kennengelernt haben, in denen man sich frei mit einem Avatar bewegen kann und dann bei Nähe ein Videofenster aufgeht – diese interaktiven Plattformen kann man durchaus auch für hybride Formate nutzen. Es gibt auch schöne Beispiele. Ich würde aber heute erstmal noch nicht dahin gehen, sondern tatsächlich erstmal sagen: Lassen Sie uns mit diesen reden. Wenn wir das gut drauf haben, dann können wir auf das nächste Level steigen. Also, der erste Nagel, der eingeschlagen wurde: Wir reden mal über diese Kachel-Plattformen.
Ton und Bild. Ich gebe Ihnen jetzt erstmal was mit hier rein. Ich werde mir das Video ansehen oder ein bisschen drüber erzählen. Das ist ein Projekt, das wir bei mediale pfade umgesetzt haben, heißt Xstream.come.true und ist ein Studio, das mit sehr guter Technik ausgestattet ist für hybride Formate. Ich zeige das an der Stelle nicht, um Ihnen zu zeigen, was wir Tolles haben, sondern um Ihnen tatsächlich zu sagen, es kann gemietet werden. Es steht halt in Berlin, also falls Sie in Berlin sind, haben Sie die Möglichkeit, den Zugriff darauf zu haben. Und es gibt im gleichen Atemzug einen mobilen Streaming-Koffer. Auch da haben Sie hochwertige Technik drin, um hybride Formate zu übertragen. Das ist sehr high-level und wie gesagt, in Berlin haben Sie die Möglichkeit, den Zugriff darauf zu haben. Die Internetadresse gebe ich Ihnen gleich nochmal.
Ich möchte gerne heute vor allem mit Ihnen über ein anderes, das niedrigschwellige Setup reden, denn das ist wahrscheinlich das, worauf Sie mehr Zugriff haben. Genau, es gibt die sehr gute, hochklassige Technik, die halt super gut funktioniert, die genau diese ganzen Schwierigkeiten herausfiltert, wie zum Beispiel offene Mikros, die Leute reden gleichzeitig, der Ton, wenn Leute, die auf dem Bildschirm sind, reden, dass wir den Raumton haben und gut hören können. Andersrum reicht es, dass wir einfach reden und ein Raummikro den Ton gut abnimmt. Das sind Sachen, die Sie mit dieser Technik gut hinkriegen. Wenn Sie das nicht zur Verfügung haben, dann gucken wir uns mal an, was man da machen kann.
Ich lege Ihnen erstmal noch dies hier ans Herz. Das sind drei Tutorials, es gibt noch ein viertes, erstmal zu den Basics: Kamera, Licht, Ton. Und es gibt noch eins zu Streaming-Software, wo Sie einfach nochmal genau die Basics nachgucken können, wie das eigentlich mit digitalen, aber auch hybriden Veranstaltungen funktioniert, worauf man achten muss.
Und ich gehe auch gleich mal auf das erste ein, nämlich Ton. Und jetzt gerade schon angesprochen: Ton ist nicht nur das Wichtigste, sondern tendenziell mitunter das Komplizierteste von allem. Gar nicht so unironisch gemeint. Tatsächlich, das Thema Muten und An-Muten begleitet uns gerade bei Low-Tech-Setups auf jeden Fall während hybrider Workshops.
Die Empfehlung ist grundsätzlich, einfach mal zu gucken: Wir haben den Ton-Output, der wird im besten Fall über Boxen in den Raum gestrahlt, und wir haben den Ton-Input. Und je nachdem, was Sie zur Verfügung haben, nutzen Sie auf jeden Fall gute Boxen auch für den Output, das ist wichtig. Je nachdem, was Sie zur Verfügung haben, empfiehlt sich das dezentral. Wie genau sieht das aus? Sie haben die Möglichkeit, klassische Endgeräte zu nutzen. Sie haben einen Rechner dort, das schauen wir uns nochmal genauer an. Und Sie können mit verschiedenen anderen Endgeräten, Smartphones, Tablets und so weiter arbeiten. Da empfiehlt es sich in der Tat auch, falls Sie nicht so gut ausgestattet sind als Organisation, als Verein: Bring Your Own Device. Also die Teilnehmenden auch einfach zu bitten, ihre Handys mitzubringen. Damit kann man wunderbar arbeiten und es hilft uns auf jeden Fall schon mal weiter.
Wie machen wir das? Wir nutzen Smartphones als Mikrofone. Wir loggen uns in die gleiche Zoom-Session ein, in der unsere Remote-Teilnehmenden sind, und geben die Telefone herum, wenn wir möchten, für Bild und Ton, ansonsten auf jeden Fall nur für Ton. Und immer wenn in dem Raum gesprochen wird, in unserem Raum, dann geht es an die jeweils sprechende Person und wir nehmen damit den Ton ab und bringen eine sehr gute Tonqualität rüber für die Remote-Teilnehmenden. Wichtig ist natürlich, jedes Mal auszuswitchen. Also immer wenn wir dann eine Antwort kriegen von den Remote-Teilnehmenden, müssen wir auf die Rückkopplung achten und an der Stelle wieder raus-switchen. Wir gucken uns gleich ein komplettes Setup dazu an.
Ich gehe erstmal den Schritt weiter zum Thema Kamera. Also Ton in den Raum, Ton, der abgenommen wird. Wir haben die einzelnen Sprechenden, wir haben den Ton-Output. Dann möchten natürlich die Remote-Teilnehmenden auch sehen, wer denn da ist und was in den Räumen passiert. Jetzt haben Sie vielleicht Möglichkeiten. Was sich absolut anbietet, ist, mit einer Totale zu arbeiten. Also zum einen wird irgendwo ein Rechner hingestellt und der ist auf den Raum ausgerichtet. Und wer auch immer remote an dieser Veranstaltung teilnimmt, sieht, was alles da ist und was gerade passiert, wenn Leute durch die Gegend laufen und so weiter, die ganzen Bewegungen. Dafür, was dazu haben, ein, zwei, drei Kameras, je nachdem, können Sie sich dann entscheiden, wie Sie den Aufbau machen wollen. Dann Sprecherinnen: Sehr wahrscheinlich freuen sich Ihre Teilnehmenden auch darüber, die Personen, die gerade etwas sagen, auch in groß zu sehen, ähnlich wie sie ja selbst groß gesehen werden. Und auch da wieder die Empfehlung: Greifen Sie auf Tablets zurück, greifen Sie auf Smartphones zurück, die sich einfach rumgeben an der Stelle.
Und dann gucken Sie, welche Details Sie brauchen, um später einmal zu der Frage mit welchen Tools man arbeitet, ob man mit digitalen oder analogen Tools arbeitet. Wenn Sie mit analogen Tools im Raum arbeiten, sprich Pinnwände haben, Flipcharts etc., dann denken Sie daran, dass auch die in irgendeiner Form in den digitalen Raum transferiert werden müssen, damit die Remote-Teilnehmenden darauf Zugriff haben. Das erstmal grundsätzlich die Optionen, die wir für die Kamera haben.
Mobilität, noch ein weiterer Faktor. Wir haben darüber geredet, Smartphones zu nutzen als Mikrofone und als mobile Möglichkeit, die sprechenden Personen nah zu haben. Andersherum funktioniert es genauso. Wenn Sie jetzt beispielsweise sechs Remote-Teilnehmende haben, wenn Sie die mit in Breakout-Sessions nehmen, wenn Sie in Paaren arbeiten oder, oder, oder bei den verschiedenen Methodiken, dann splitten Sie die auf. Dann stecken Sie die tatsächlich in Breakout-Sessions, machen sechs Stück davon auf und bitten weitere Teilnehmende, sich einzuloggen in die Zoom-Konferenz, teilen Sie die auch jeweils auf die Breakout-Räume auf und dann können Sie die mitnehmen. Gucken Sie, das hat sich bewährt, weil ich später darauf eingehen werde, gucken Sie, dass Sie vielleicht so ein Buddy-System haben. Also, dass tatsächlich von den Präsenz-Teilnehmenden eine Person pro Gruppe sich dann dafür verantwortlich zeigt, die remote teilnehmende Person auch mitzunehmen und zu gucken, dass sie alles sieht und hört und auch selbst sprechen kann. Also das Aufteilen von Teilnehmenden mit Interaktion eben auch gerettet werden kann.
Tools, digital/analog. Ich habe es jetzt gerade gezeigt am Beispiel eines klassischen Whiteboards, einmal an der Wand und einmal im digitalen Raum. Das gilt für alle weiteren Tools auch. Es wurden ja relativ viele vorgestellt in dieser Reihe. Sie müssen sich halt immer die Frage stellen, das ist dann die Frage, die Sie im Konzeptionellen wiederum auch erarbeiten müssen mit Ihren Kolleginnen und Kollegen und mit Ihrer Zielgruppe: Was ist sinnvoller, welche Methode zu wählen? Wenn Sie einen großen Teil, ich zeige auch gleich mal das Beispiel dazu, wenn Sie eine große Gruppe haben, die vor Ort arbeitet, und einige Leute dazugeschaltet werden, dann kann es durchaus sinnvoll sein zu sagen, wir arbeiten weiterhin analog und gucken dann, dass wir von den einzelnen Pinnwänden oder Tischen, auf denen gearbeitet wurde, Fotos machen, die wir dann übertragen ins Netz. Oder wir nutzen tatsächlich nochmal eine Kamera und ein Smartphone, mit dem wir die Sachen aufnehmen. Wenn Sie einen größeren Anteil remote haben oder vielleicht wie im Setting 3 verschiedene Gruppen, die an verschiedenen Orten sind, dann bietet es sich an, direkt digital zu arbeiten. Sie haben halt den Vorteil, digital ist es natürlich erstmal für alle einfacher, damit zu arbeiten. Nachteil wäre dann, auch Ihre Leute, die in Präsenz zusammensitzen, sitzen dann natürlich in irgendeiner Form vor digitalen Endgeräten. Das muss ja nicht so nachteilig sein. Das Wichtige ist am Ende, dass die Arbeitsergebnisse, die Arbeitsziele erfüllt werden. Also da gucken Sie einfach mal, was für Sie besser passt.
Ich zeige Ihnen aber erstmal hier ein Beispiel, das wir mit mediale pfade durchgeführt haben. Das war ein relativ einfacher Workshop, eine Visionsentwicklung mit der Deutschen Chorjugend zusammen. Und das war genau dieses Setting 1, nämlich eine Gruppe ist vor Ort, wir haben ein sehr klares Ziel für diesen Workshop, wir möchten eine Vision für ein Projekt entwickeln, und zwei Leute sind remote zugeschaltet. Was haben wir gemacht? Ich gehe kurz zurück. Hier ist das große Setting, also wir haben den Raum, man sieht es gerade gar nicht, da steht der Rechner, der die Totale aufnimmt, und hier hinten haben wir unsere zwei Teilnehmenden. Die Totale sehen Sie hier oben im Raum. Und die anderen beiden, iPad und iPad, sind die anderen beiden Endgeräte, mit denen wir uns eingeklinkt haben, um die Speaker, die sprechenden Personen, zu hören.
Und ich zeige gerade mal, wie das dann in der Gruppenarbeit aussah. Das war nämlich so, dass wir dann tatsächlich an den Tischen direkt gearbeitet haben. Es gab immer Rechner, die auch die Räume gezeigt haben insgesamt, und jede Gruppe, nicht jede Gruppe, die zwei Personen wurden dann tatsächlich eher von Tisch zu Tisch mitgenommen und konnten direkt mitarbeiten. Was sie nicht machen konnten, da wir in Präsenz gearbeitet haben, war selbst auf das Papier schreiben, aber das haben sie dann einfach machen lassen. Auch wir haben es in der Form aufgenommen. Und damit wir eine gute Soundqualität haben und auch die beiden Teilnehmenden uns gut sehen konnten, hat das sehr gut funktioniert.
Tatsächlich war es ein relativ einfaches Setting. Ich zeige es gerade mal schematisch, wie das aussah. Und das ist auch gleich noch die erste große Faustregel, die ich Ihnen mitgeben möchte: One size fits one. Es gibt kein Standard-Setup für hybride Veranstaltungen. Gucken Sie tatsächlich immer, was Sie brauchen, wie viel Sie brauchen. Wir haben es relativ einfach mit einem Rechner gehabt, der die Totale gemacht hat, der dieses Meeting per Beamer an die Wand geworfen hat und den Sound ausgegeben hat. Der Sound rein war gemutet. Und da haben wir zwei mobile Geräte gehabt, mit denen wir jeweils die Speaker aufgenommen haben mit Sound und Bild im Plenum und die wir dann in die Kleingruppen mit reingenommen haben. Da steht Totale und Details, also die Sprecherin und Details sprechen. Da wurde auch miteinander geredet und die Details wurden aufgenommen. Das war das grundlegende Setup. Das hat für diesen Zweck sehr gut funktioniert. Arbeitsziel war, eine fertige Vision am Ende zu haben und dabei alle einzubeziehen. Das hat sehr gut funktioniert.
Lassen Sie mich aber den Schritt zurückgehen, weil das ist etwas, was ich Ihnen nicht vorenthalten möchte, weil es unglaublich wertvoll ist, wohl neben allen anderen Tools, die Sie auch schon kennen: ein Side-Chat. Gucken Sie, dass Sie neben der Zoom-Konferenz oder BigBlueButton-Konferenz, in der Sie sich treffen werden und Ihre Veranstaltung im digitalen Raum stattfindet, gucken Sie, dass Sie einen weiteren digitalen Raum haben, nämlich als Chat. Sei es über WhatsApp, Telegram, Signal oder was auch immer Ihnen liegt und Ihre Teilnehmenden haben, damit Sie darüber weiter methodisch arbeiten können. Das hat verschiedene Vorteile. Es hat zum Beispiel den Vorteil, wir haben noch gar nicht geredet über das Thema Internet bisher. Alles, was ich Ihnen erzählt habe, läuft unter der Prämisse, das Internet steht und ist sehr gut. Das muss ja nicht immer der Fall sein, je nachdem auch, in welchen Regionen unsere Teilnehmenden sitzen. Für den Fall, dass das Internet abbricht, dass Sie weiterhin Kontakt haben. Für den Fall, dass Sie auch mal bildschirmfreie Zeit machen, Methoden anwenden, in denen die Leute nicht direkt vor dem Computer sitzen, dass man sich da weiter austauschen kann, dass man Arbeitsergebnisse darüber teilen kann, Fotos reinwerfen kann und so weiter. Das hat sich in der Tat bewährt, einfach zu gucken, dass man da nochmal einen Kanal hat. Einen für die Teilnehmenden, gerne auch einen fürs Team.
Zum Team kommen wir auch nochmal. Das ist nämlich gerne auch mal ein bisschen größer bei solchen Events, zumindest am Anfang, bis man es drauf hat. Testen! Das Allerwichtigste: Wenn Sie sich Ihr Setup fertig konzipiert haben, dann testen Sie das tatsächlich durch, ob das funktioniert, worauf Sie achten müssen.
Ja, und dann kommen wir zur Methodik. Wer will was? Ich finde, das ist nicht nur bei hybriden Veranstaltungen so, ich finde es grundsätzlich sehr, sehr wichtig, von den Zielen her zu denken. Und würde das auch gerade hier im hybriden Bereich nochmal sehr strapazieren: Entwickeln Sie konkrete Ziele. Und wenn ich konkrete Ziele sage, dann meine ich nicht nur Arbeitsziele. Bleiben wir bei dem Beispiel Visionsentwicklung, nicht nur die Visionsentwicklung, sondern entwickeln Sie auch Ziele für Ihre Gruppen. Was möchten Sie eigentlich gerne, was mit dem Team passiert? Was sind Ihre Ziele für die Remote-Teilnehmenden? Was sollen die Leute mitnehmen? Wie sollen sie da rausgehen? Also denken Sie die Motivation mit, denken Sie mit, dass es vielleicht ein Teambuilding und so weiter geben soll.
Wenn Sie Ihre Ziele entwickelt haben, dann priorisieren Sie sie durch. Denn eine Erfahrung zeigt, kennen Sie ohnehin von Ihrer Workshop- und Seminararbeit im Präsenz- und auch im digitalen Raum: Es passieren ja immer irgendwelche Sachen, die dazu führen, dass man nochmal den Plan umwerfen muss. Vielleicht nicht immer, aber doch häufig. Also priorisieren Sie die auf jeden Fall vorher durch, damit Sie im Zweifelsfall, falls irgendwelche Sachen gar nicht rundlaufen und Sie ganz stark runterkürzen müssen, dass Sie einfach Ihre wichtigsten Ziele erreichen.
Denken Sie das Konzept von der Zielgruppe her. Damit meine ich auch Ressourcen im Sinne von natürlich technischen Ressourcen, aber auch, was für Erfahrungen hat Ihre Zielgruppe? Ist die sehr technikaffin, kennt die solche Formate, ist die da problemlos unterwegs? Oder machen Sie das jetzt zum ersten Mal, sind vielleicht selbst super aufgeregt? Und Impact, an der Stelle fehlt mir das Wort Impact noch, also der Sinn und die Wirkung des Ganzen. Schlägt alles. Überlegen Sie sich, was ist tatsächlich die ganze Idee dahinter? Was für eine Wirkung soll das haben? Wie sollen die Teilnehmenden da rausgehen? Und dann konzentrieren Sie sich darauf bei der Konzeption.
Auch hier nochmal die Leiter der Partizipation, mit dem Hinweis, dass wir natürlich hier oben hin möchten. Wir möchten zur Selbstbestimmung in diesem Workshop, im besten Fall möchten wir zur Selbstverwaltung. Da kommen wir dann in den Bereich Barcamps oder auch Unkonferenzen. Um im Workshop erstmal zu bleiben: Selbstbestimmung, also tatsächlich innerhalb des Workshops, innerhalb der Zielsetzung, die vorgegeben ist, und den Rahmen aufzuspannen, in dem die Teilnehmenden Gestaltungsräume haben. Und zwar alle.
Und da sind wir auch noch auf einem Punkt, den ich Ihnen gerne mitgeben möchte. Inklusion, Zugehörigkeit. Es ist sehr leicht, in den Formaten die Remote-Teilnehmenden zu, nicht zu vergessen, aber weniger einzubeziehen als die anderen, weil man ohnehin unter einem gewissen Druck steht. Die Technik muss funktionieren etc. Es ist relativ anstrengend, es ist relativ komplex, als Facilitator die Aufmerksamkeit zu behalten, den Überblick zu behalten. Und es ist natürlich einfach so, dass Menschen, die präsent da sind, auch mehr Aufmerksamkeit bekommen. Da ist man ja auch als Moderatorin oder Trainerin nicht frei von, so sehr wir uns auch darauf konzentrieren. Deswegen gucken Sie auf jeden Fall sehr dezidiert: Was soll die Rolle der remote teilnehmenden Personen sein? Und auch jeder in Präsenz. Entwickeln Sie Gruppenziele. Was möchten Sie auf der zwischenmenschlichen, auf der Teamebene und auf der individuellen Ebene erreichen? Was soll diese Veranstaltung? Vergessen Sie das nicht, denn wenn Sie Arbeitsziele haben oder Ihr Arbeitsziel erreichen, zum Beispiel eine Supervision oder die super Strategie entworfen haben, aber Ihre ganzen Teilnehmenden relativ frustriert rausgehen, weil sie die ganze Zeit durchgehetzt wurden durch das Programm oder sich nicht wirklich ernst genommen gefühlt haben, dann haben Sie einen Teil erreicht, aber eben nicht den zweiten. Denken Sie da von vornherein dran.
Und jetzt kommen wir zu den konkreten Methodiken. Und da möchte ich Ihnen gerne noch eine zweite Konferenz zeigen, über die ich schon einmal kurz gesprochen habe. Und zwar von der Kindernothilfe, eine Konferenz, die gleichzeitig stattgefunden hat in Pakistan, Südafrika und, ich kriege nicht mehr alle Länder zusammen, vier Länder insgesamt waren dabei, Indien auch noch. Und genau, es gab Gruppen jeweils vor Ort. Und hier war die Zielsetzung, deswegen finde ich das auch so schön, hier nochmal zu zeigen, hier war die Zielsetzung Klimawandel. Es ging darum, zum einen den jungen Menschen die Möglichkeit zu geben, sich auszutauschen dazu, wie der Klimawandel ihre jeweilige Situation beeinflusst. Und die Arbeitsergebnisse, zu denen man hinwollte, waren dann tatsächlich künstlerische Umsetzungen zu dem Thema. Und das ist insgesamt sehr schön geworden, weil eben da sehr viel im digitalen Bereich auch gearbeitet wurde, funktioniert es sehr gut vom Konzept her. Die Gruppen haben in der Regel vor Ort gearbeitet, jeweils für sich, haben ihre Aufgaben erarbeitet und es gab sehr viel Input, vor allem von den Teilnehmenden als Informationsgrundlage für die anderen Teilnehmenden. Gemeinsam wurden Themen und Konzepte entwickelt. Und die Arbeiten, wie Sie hier gesehen haben, dass dann Musikvideos etc. entstanden sind, ist vor Ort passiert. Es wurden auch Videospiele entwickelt, das dann wiederum im digitalen Raum, und es wurde alles auf digitalem Wege geteilt. Das also mal so als eine Inspiration, wie man es auch angehen kann.
Und gehen wir mal ein bisschen weiter zu den einzelnen Aspekten eines Konzeptes. Und auch schon viel darüber geredet worden in dieser Reihe: die Frage von asynchron und synchron. Nämlich sich einmal auch die Frage zu stellen, wir haben ja am Anfang festgestellt, dieses Event ist ein ortsunabhängiges, synchrones Event. Wir können aber auch hier eine asynchrone Qualität nutzen. Also tatsächlich uns zu überlegen, wie viel Content, wie viel Inhalt und wie viele Aufgaben müssen wir synchron in den synchronen Teil unseres Programms stecken? Wie viel können wir asynchron vorweg oder hinten dran lagern? Oder vielleicht auch, wenn wir über eine mehrtägige Veranstaltungsreihe reden oder mehrtägige, wie viel kann asynchron dazwischen erledigt werden? Also sich da tatsächlich grundsätzlich mal die Frage zu stellen: Was muss wirklich zusammen gemacht werden? Kann man zum Beispiel Inputs einfach vorher aufzeichnen und rausgeben? Und was kann man vielleicht auch während des Workshops selbst asynchron leisten? Da wäre die bildschirmfreie Zeit während des Workshops.
Bildschirmfreie Zeit ist super wichtig, gerade wenn Sie Leute bitten, mehrere Tage hintereinander an einem Workshop teilzunehmen. Aber auch ein ganzer Tag ist schon anstrengend, wenn man sowohl im Raum agiert als auch die ganze Zeit den Bildschirm im Auge behalten muss.
Stellen Sie sich auch mit Blick auf Ihr Ziel die Frage: Wer muss eigentlich mit wem was kommunizieren? Was sind die wirklich wichtigen Verbindungen, die Sie brauchen, und Gesprächsräume, die Sie aufmachen müssen? Und dann fragen Sie sich als Nächstes: Wo machen wir die auf? Im digitalen Raum auf? Machen wir die in Präsenz auf? Wie sehen die genau aus? Wie werden wir die gestalten im Methoden-Mix?
Eines der größten Learnings tatsächlich aus dem hybriden Bereich ist: Nutzen Sie einfach die Methoden, die Sie haben. Gucken Sie mal, was Sie damit anfangen können. Ich habe mal ein paar Beispiele. Im Präsenz einer der liebsten Energizer, die alle machen, ist "Wusch-Wusch" (Fruit Salad). Also eine Person in der Mitte sagt: "Alle stehen auf, die keine Geschwister haben", und dann müssen diese Personen sich einmal einen Platz suchen. Das Ganze funktioniert inzwischen sehr gut im digitalen Raum. Funktioniert dann so, dass alle ihre Kamera ausmachen und die gleiche Frage wird gestellt. Und alle, die diese Frage mit Ja beantworten, suchen sich jetzt keinen neuen Platz, sondern machen ihre Kamera an. Das können Sie fantastisch in einem hybriden Event benutzen. Zum Beispiel genau die gleiche Geschichte: Die Personen, die zugeschaltet sind, die machen ihre Kamera aus, und die Personen, die Sie vor Ort haben, die halten sich zum Beispiel ein A4-Blatt vor den Kopf, vor das Gesicht. Und wenn dann die Antwort Ja ist, dann zeigt man entsprechend sein Gesicht. Worauf ich hinauswill, sehr einfaches Beispiel: Gucken Sie einfach, was Sie an Methoden da haben und wie Sie die adaptieren können. Man muss nichts komplett Neues entwickeln. Es gibt kein designiertes hybrides Methodenset, sondern gucken Sie tatsächlich einfach, mit welchen Methoden Sie sich wohlfühlen, welche Methoden für Sie gut funktioniert haben in Präsenz und digital und wo Sie Möglichkeiten sehen, diese Methoden zu adaptieren.
Splitten Sie auch gerne Methoden. Und mit Splitten meine ich an der Stelle, vielleicht ist "Methoden splitten" gar nicht so richtig ausgedrückt, sondern es müsste vielmehr heißen: Splitten Sie die Gruppe doch mal methodisch. Nehmen wir ein Beispiel: ein Setting, in dem ein Rollenspiel gemacht werden soll, bei dem es um einen Erkenntnisgewinn geht, beispielsweise zu Antidiskriminierung oder anderen Themen. Und Sie arbeiten vor Ort mit der Gruppe, zum Beispiel mit der Methode Forumtheater oder Ähnlichem. Dann gibt es zwei Möglichkeiten für Ihre Remote-Teilnehmerinnen: nämlich, dass sie in die beobachtende Rolle rutschen und von da aus reflektieren und genau gucken, was passiert. Oder Sie geben den Leuten wiederum andere Aufgaben, die die gleiche Zielsetzung verfolgen. Das kann Einzelarbeit sein, das kann dann aber auch eine gemeinsame Arbeit sein im digitalen Raum. Also keine Scheu, auch einfach zu sagen, unsere Teilnehmenden machen unterschiedliche methodische Erfahrungen. Aber die Zielsetzung, auf die sie dabei hinarbeiten, bleibt dieselbe. Führen Sie das anschließend wieder zusammen und bringen Sie die jeweiligen Erfahrungen zusammen. Machen Sie ihre Erfahrungen sichtbar, dass die Teilnehmenden einmal auch sagen können, was sie dabei erlebt haben.
Entwickeln Sie hybride Methoden, denken Sie Kommunikation anders. Eine hybride Methode kann zum Beispiel auch sein, wir machen einen "Walk the Talk". Wir geben eine Fragestellung mit auf den Weg, die zum Thema passt, und dann bilden wir Paare. Und diese bestehen aus einer Person, die vor Ort ist, und einer Person, die nicht vor Ort ist. Und die beiden lassen jetzt mal Zoom beiseite, sondern telefonieren einfach und laufen zusammen durch den Park und reden miteinander über diese Thematik, die sie haben. Oder reden auch nicht miteinander, sondern schicken sich Bilder und Sprachnachrichten von dem, was sie sehen. Da haben wir den Side-Chat, den können Sie natürlich auch in Kleingruppen benutzen. Also gucken Sie tatsächlich, das ist ja auch wieder weg von dieser, oder sind wir wieder bei der bildschirmfreien Zeit, was Sie für Möglichkeiten haben, räumliche Möglichkeiten. Und trauen Sie den Leuten zu, dass sie auch in der Einzelarbeit, auch wenn sie nicht direkt vor Zoom sitzen, aber nicht in Ihrem Raum, dass sie trotzdem natürlich mitarbeiten an Ihren Workshop-Zielen.
Und haben Sie Spaß, ganz wichtig natürlich. Dazu vielleicht auch noch eine Sache, die hier nicht draufsteht: Wenn Sie nämlich feststellen schon beim Schreiben Ihres Konzeptes, dass Ihnen das ein bisschen zu langweilig ist, dann ist es relativ wahrscheinlich, dass es auch für die Teilnehmenden nicht besonders spannend ist. Also da gerne auch, geben Sie gerne auch den Raum für die Teilnehmenden, selbst Ideen einzubringen. Das ist halt auch immer noch eine Möglichkeit, die man hat.
Sammeln Sie immer mal wieder Feedback. Das ist ein großer Teil im hybriden Bereich, wie es auch im Digitalen ein wichtiger Teil ist. Sammeln Sie Feedback, gucken Sie, was die Teilnehmenden jetzt brauchen. Es ist mitunter gar nicht so einfach mitzubekommen, was gerade die Remote-Teilnehmenden für Bedürfnisse haben. Also gucken Sie einfach: Geht's dir gut? Ist es zu viel? Ist es zu wenig? Brauchen wir mehr Spaß? Haben sie vielleicht gute Ideen, die sie einbringen wollen? Und am Ende soll es auf jeden Fall Freude machen für alle Seiten.
Gruppenarbeiten, als letzter Exkurs zu diesem Methodik-Teil. Ihre Gruppen, haben wir schon ein bisschen angesprochen, können Sie mischen oder eben auch nicht mischen. Damit meine ich, Sie können natürlich Gruppen machen, die rein in Präsenz arbeiten und funktionieren und miteinander Themen erarbeiten, Aufgaben bearbeiten, Übungen machen. Oder Sie mischen die Gruppen, wie wir es jetzt bei der Visionsentwicklung gemacht haben. Da war es absolut sinnvoll zu sagen, wir haben verschiedene Thementische und wir wollen die Stimmen der Remote-Teilnehmenden auf jeden Fall dabei haben. Das ist uns wichtig, da werden die mit reingemischt. Und es gibt eben, ich habe ein paar Methoden genannt, es gibt eben auch die Möglichkeit zu sagen, hier passt es nicht, hier bilden wir die Gruppen nur in Präsenz und nur in digital. Wichtig ist: Bringen Sie es wieder zusammen danach. Also, dass sie mit ihren Erfahrungen nicht alleine bleiben, sondern man immer auch diesen Austausch hat und die Teilnehmenden sich mal wieder mitteilen können.
Die Mobilität der Remote-Teilnehmenden hatte ich ganz kurz am Anfang gesagt: Suchen Sie Partner aus. Also wenn Sie eine Gruppe gemischt haben, wo auch digital anwesende Personen teilnehmen sollen, dann gibt es eine Person in der Gruppe, die die Aufgabe hat, sich darum zu kümmern, dass diese auch dabei ist. Und sensibilisieren Sie nochmal ganz explizit dafür, dass sie auch wirklich zu Wort kommen und nicht nur rumgetragen wird. Ist ein wichtiger Teil.
Der letzte Punkt: Zeit, wenn es um Zeit geht. Und da sind wir auch schon fast am Ende angelangt. Machen Sie weniger und machen Sie noch weniger. Sie brauchen sehr viel mehr Zeit, Aufgaben zu erklären. Sie brauchen sehr viel mehr Zeit für die Gruppensituation, um die Gruppe zusammenzubringen, zu aktivieren, auf dem gleichen Level zu halten. Alles dauert länger. Von daher, konzentrieren Sie sich wirklich, ich sage es immer wieder, auf dieses Ziel-Fokussieren. Konzentrieren Sie sich auf das, was Sie eigentlich wollen mit der Veranstaltung. Gucken Sie, je nachdem, wie viel Zeit Sie zur Verfügung haben, dass Sie sich auf die wesentlichen Methoden konzentrieren. Und wenn Sie dann noch Zeit haben für andere Sachen, dann legen Sie sich gerne was an den Rand, das Sie auch mit einbringen können. Aber gucken Sie einfach wirklich, dass Ihr Programm nicht so vollgestopft ist. Und es ist, egal wie schön die Methoden sind, die wir aussuchen, es bleibt anstrengend, hybrid zu arbeiten, weil die Aufmerksamkeit es noch nicht gewohnt ist, weil es eben in sehr viele Richtungen tatsächlich geht und man merkt das dann am Ende des Workshops, wie erschöpft man ist.
Ein letzter Punkt: Team. Und das ist mir in der Tat nochmal sehr wichtig zu sagen. Wir haben über Technik geredet, wir haben über Konzept geredet. Machen Sie solche Workshops nicht alleine, zumindest nicht am Anfang. Gucken Sie einfach, und ich hatte das jetzt schon ein paar Mal erwähnt, die Aufmerksamkeit zu haben für alle Personen, die im Raum sind, und die Aufmerksamkeit zu haben für die Personen, die remote anwesend sind, das ist sehr viel. Und gucken Sie dann, dass Sie gegebenenfalls die Moderation splitten. Das kann hier mal ein Beispiel sein: Gesamtmoderation, eine Moderation, die sich nur auf digitale Teilnehmende konzentriert, und dann nochmal extra Moderierende für die Breakout-Sessions. Das wäre ein Beispiel oder ein Vorschlag. Wir hatten das bei der Veranstaltung zusammen mit Anne Frank, wo 30 Personen vor Ort waren, 30 Personen remote zugeschaltet worden sind. Da war es in der Tat sehr sinnvoll zu sagen, man hat eine Moderation, die sich ausschließlich auf die Remote-Teilnehmenden konzentriert. Nicht, dass die Moderation anders gewesen wäre, die Gesamtmoderation war immer noch die Moderation für die vollständige Gruppe, aber da guckt die Moderation sehr stark auf die Rückmeldung: Was passiert in der Gruppe? Gibt es da eine nonverbale Rückmeldung, Rückmeldung im Chat etc. und guckt halt, dass die Inklusion sichergestellt ist.
Gucken Sie bei den Gruppengrößen. Wir hatten unseren Visions-Workshop, um darauf zu kommen, da waren wir mit, ich glaube, 15 Leuten, davon 13 vor Ort und zwei digital. Das hat super funktioniert mit zwei Moderationen. Mehr haben wir nicht gebraucht. Da haben wir auch die Technik tatsächlich parallel gemacht, also im Moderationsteam aufgeteilt. Wenn das größer wird oder auch grundsätzlich für den Anfang, gucken Sie einfach, dass Sie immer noch eine Person für die Technik dabei haben, die sich darum kümmert. Je nach Größe, je nach Umfang des Ganzen, gerne auch mehrere. Denn ein technisches Problem kann auch mal ein bisschen länger dauern, bis es gelöst ist, und da kann es durchaus Sinn machen, mehrere Personen dabei zu haben.
Zur Haltung, und da sind wir auch schon bei der letzten Folie: Gelassenheit ist wahrscheinlich das Wichtigste. Und Flexibilität und Spontaneität. Es wird ein bisschen Murphys Gesetz: Alles, was schiefgehen kann, wird schiefgehen. Wir reden über Internetempfang, wir reden über Mikros, die nicht funktionieren und so weiter und so fort. Deswegen gucken Sie, dass Sie flexibel bleiben. Packen Sie ganz oben, das habe ich jetzt schon immer wieder gesagt, packen Sie ganz oben auf Ihre Liste der Kriterien, wenn Sie priorisieren müssen, was Sie jetzt als Nächstes tun: Packen Sie Inklusion und Interaktion ganz nach oben. Gucken Sie tatsächlich immer wieder, dass Sie alle Teilnehmenden mit dabei haben und nicht welche hinten runterfallen lassen. Und seien Sie sich der Zielorientierung wieder bewusst. Sie müssen einfach wissen, wo Sie hinwollen, dann ist es auch relativ einfach, flexibel zu sein. Inklusion hier auch nochmal genannt. Und den Spaß nicht vergessen bei all dem Umfang an Informationen, den Sie da verarbeiten werden.
So, das war's erstmal von meiner Seite. Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.