Genau, aber dann wollen wir gleich mal einsteigen. Ich gebe Ihnen erstmal einen Überblick, was wir heute inhaltlich so ein bisschen behandeln. Ich will auch gleich vorab noch mitgeben, dass man natürlich in der kurzen Zeit in so einem umfassenden Thema nicht weit in die Tiefe gehen kann. Es soll ein Überblick sein und Ihnen viele Anregungen, Ideen und auch Impulse geben, die dann Ihrerseits eben weiter verfolgt werden können.
Genau, also wir machen eine Einführung. Ich gebe Ihnen erstmal grundlegende Einspar-Tipps für IT generell. Dann werde ich einen kurzen Abriss zum Rechenzentrum machen, wobei der wirklich nur ganz kurz ist. Und dann gehen wir an das größere Thema Stromsparen, das, denke ich, für Sie auch interessanter ist. Und dann kommt natürlich auch das Netzwerk, das darf man heutzutage auch nicht vergessen, mit Routern und so weiter. Modems, was gibt es da so? Verkabelungen, WLAN, Software-Optimierungen sind wichtig. Smart IT werde ich ganz kurz anreißen, und weil ich finde, man findet viel, viel leichter Best Practices im Internet, will ich ein paar Worst Practices vorstellen. Am Ende wird es natürlich dann auch noch eine Zusammenfassung geben, bevor Sie dann alle auch Ihre Fragen stellen können.
Gut, dann will ich mal starten. Warum? Ich glaube, das ist allen Teilnehmenden fast schon klar. Wir haben einfach das Problem, wie wir alle wissen: Klimawandel, Energieverbräuche steigen, die Energiekosten steigen, und es gibt immer mehr Klimakatastrophen, nicht nur in Deutschland, sondern weltweit natürlich. Klar, kreativ sein ist ein Baustein des Wandels, aber nicht nachlässig sein. Da ist vielleicht auch die Information interessant, dass die CO2-Emissionen der gesamten IT-Welt, weit betrachtet, schon höher sind als die Emissionen des Flugverkehrs. Also, das ist, ähm, genau.
Deswegen ist es wirklich wichtig. Genau, und es freut mich auch sehr, dass Sie da heute Interesse zeigen und sich damit beschäftigen.
Genau, gehen wir mal weiter. Kreativ, weil man jetzt anfängt, seine IT zu optimieren, wenn man Verbesserungen umsetzen möchte. Es hängt natürlich immer davon ab, wo man steht. Wenn man schon an einem Punkt steht, der sehr gut ist, würde man sich keine riesigen Einsparungen mehr ziehen können. Wenn man natürlich an einem Punkt steht, der schlecht ist, da gibt es tatsächlich auch Beispiele. Kann man bis zu 80 % Einsparungen im Bereich Stromkosten schaffen. Im Regelfall, was ich so im Alltag sehe, ist man mit 20 bis 30 % Einsparung, wenn man Optimierungen umsetzt, im Vergleich zum vorherigen Zustand, schon gut dabei. Also kann man zufrieden sein eigentlich, wobei man natürlich auch, man muss es immer auf lange Sicht sehen. Je länger der Zeitraum ist, mit dem man plant, umso mehr zahlen sich auch Optimierungen aus.
Ja, dann gibt es neben den, wie man so schon sagt, reinen Green IT-Maßnahmen, also Maßnahmen, die an der IT ansetzen, eine Veränderung durchführen, auch durch Klimaschutzmaßnahmen. Das sind klassische Beispiele, hier die E-Mails zu vermeiden, eben Papier. Wenn man das richtig macht, mit vielen durchgeführten Team-Maßnahmen, kann man natürlich zusätzlich auch noch Kostensenkungen oder Einsparungen erreichen. Das soll aber in dem heutigen Vortrag eher nebensächlich sein.
Was sind denn die Chancen von Green IT oder auch Einsparungen? Man hat natürlich auf jeden Fall, wenn man das gut kommuniziert, einen Imagegewinn, auch CO2-Reduktion. Das ist vielleicht in einer heutigen Zielgruppe, vor allem bei den großen Vereinen, auch interessant. Ergonomiegewinne kann man oftmals mitnehmen, zum Beispiel, indem Bildschirmauflösungen besser werden oder meinetwegen Tastaturen ergonomischer werden. Solche Dinge oder Arbeitsplätze an sich ergonomischer werden, können auch ein Wettbewerbsvorteil sein. Das ist vielleicht bei Vereinen jetzt auch nicht so relevant, aber warum nicht? Ein Kostenvorteil ist es in jedem Fall, langfristig gesehen.
So, kommen wir zu den grundlegenden Dingen. Wenn man einsparen möchte, also das allergrundlegendste ist für mich immer, möglichst richtig dimensionieren. Man sollte keine nicht so viel leistungsfähige IT anschaffen. Es muss eigentlich immer mit Bedacht ausgewählt werden. Auch keine IT anschaffen, nur weil man mal mit dem neuesten Gerät oder mit der leistungsstärksten Grafikkarte jetzt spielen will, sondern es sollte immer so viel geschafft werden, wie man nachher auch braucht. Da sind heute Mikro- oder Mini-PCs und so ganz kleine Kisten, die eigentlich nur so 15 x 15 cm groß sind. Manche von Ihnen werden sowas auch sicherlich schon nutzen. Sie sind eigentlich für die klassische Büroarbeit oder sogar auch Entwicklungstätigkeiten vollkommen ausreichend. Der Tower, den man von früher noch kennt, oder selbst die größeren Gastro-PCs, sind eigentlich völlig überholt. Alternativ höchstens noch natürlich Notebooks, wenn man mobil sein möchte und Reisetätigkeiten hat. Die sind auch sehr sparsam inzwischen und können auch Sinn ergeben. Wenn man viele gleichmäßig ausgestattete Arbeitsplätze hat, mit ähnlicher Software-Ausstattung, dann können sogenannte Thin Clients sehr großen Sinn machen. Ich empfehle das immer so ab 10-15 Arbeitsplätzen aufwärts. Wenn sie möglichst identisch ausgestattet sind, ist das sehr sinnvoll, weil dann speziell angenommen wird, dass der Stromverbrauch nur noch sehr minimal vorhanden ist oder auch der Ressourcenverbrauch minimiert werden kann. Da komme ich nachher noch mal ein bisschen genauer dazu.
Genau, hier gibt es noch einen kleinen Teil 2. Man sollte natürlich auch einen Plan machen und auch erstmal den Iststand erfassen. Wenn man gar nicht weiß, was man hat, interessiert das heute auch vielleicht eher die größeren Vereine. Wenn man gleich weiß, was man für IT überhaupt betreibt, vergisst man auch Kleinigkeiten wie Router oder kleine Netzwerkgeräte oder vielleicht auch IP-Telefone. Man sollte erstmal wissen, was habe ich denn überhaupt und natürlich auch die Verbräuche vielleicht auch mal in Erfahrung bringen, bevor man Optimierungen macht. Das kann Sinn machen. Dann sollte man natürlich auf gewisse Labels bei Neubeschaffungen achten, wie den Blauen Engel, der bei vielen Produkten schon vorhanden ist, und auch das sogenannte EPEAT-Label. Das ist vielleicht für manche von Ihnen neu, ganz besonders gut sind Gold-Labels. Diese Geräte entsprechen dann relativ hohen Nachhaltigkeitsstandards. Da gibt es auch eine Datenbank im Internet dazu, die Freiheit ist da. Werde ich ganz am Ende noch mal darauf zurückkommen.
Also da [Musik] genau kann man auch mal zu einem IPC Silber greifen, wenn das EPEAT Gold vielleicht nicht vorhanden ist bei dem, was man braucht. Man sollte eine Lebenszyklusplanung haben, die sinnvoll ist, im Regelfall so zwischen 5 bis 10 Jahren, wobei 10 Jahre schon relativ lange ist. Gut, bei Vereinen, wenn ich jetzt auch nicht so der ganz große Experte bin, da ist vielleicht mit der IT doch eher länger auch genutzt. Umso länger man die nutzt, umso bewusster sollte man sie natürlich auch beschaffen. Anwenderschulungen sind immer wichtig, dass z.B. Anwender wissen, wie verwende ich gewisse Energiesparmodule, worauf muss ich bei Feierabend achten, was soll ich ausmachen, wie soll ich drucken? Solche Dinge, ne?
Dann auch etwas ganz Grundlegendes: Wenn möglich, sollte man Geräte immer teilen. Man muss nicht jeden Arbeitsplatz mit einem Drucker ausstatten, zum Beispiel. Ähnliches gilt bei Netzwerkgeräten und so weiter. Komme aber nachher auch noch mal drauf zurück. Und natürlich auch an die Wartungsaufwände sollte man denken. Da habe ich oder habe ich auch immer dieses kleine im Hinterkopf, das bezüglich Wartung, wenn man viele eben ähnliche Arbeitsplätze hat, sehr viel einfacher in der Wartung sind.
Kleiner Kurs zum Hardware-Lebenszyklus, was man auch im Hinterkopf haben sollte, ist, dass die meisten Umwelteffekte bei IT bei der Produktion auftreten. Die Produktion dauert zwar meistens nur kurz, wenige Wochen, vielleicht mal bei einem sehr komplexen Gerät mehrere Monate. Da gehen aber echt die meisten Frauen und auch der Stromverbrauch vor dem Hintergrund. Sollte man natürlich versuchen, die lange zu nutzen und auch versuchen zu reparieren, wenn es möglich ist, nach einer, wenn die mal kleinere Effekte haben sollte. Und halt auch am Ende, wenn man angewiesen ist darauf, immer etwas neuere Geräte zu haben oder das einfach möchte, dann auch an eine weitere Verwendung denken. Und in dem Zusammenhang ist es auch wichtig zu wissen, dass 100 % Recycling von IT technisch nicht möglich und wirtschaftlich nicht machbar ist. Die besten Recyclinganlagen, die sich in Europa oder anderen befinden, schaffen mal 98 % und 90 % Wiederverwertung von zum Beispiel Elektronikplatinen und für Elektronikschrott. Also 100 % ist wirtschaftlich und technisch nicht machbar heutzutage. Oftmals gelangt gebrauchte IT leider auch über mehr oder weniger dunkle Kanäle in Entwicklungsländer und wird dort wirklich unter erbärmlichen Umständen quasi dann recycelt. Das sollte man im Hinterkopf einfach haben, wenn man IT nutzt und beschafft.
Gut, aber heute soll ja auch das Thema vor allem Stromsparen sein. Da will ich jetzt dann mal konkreter werden. Generell gilt bei Festplatten: Die alten Magnetplatten, also diese 3,5 Zoll-Platten, die sich so schön drehen und wo man sonst immer das Geräusch gehört hat, sind eigentlich veraltet. Außer wenn man sehr, sehr große Datenmengen speichern muss, da sind sie zumindest finanziell noch günstiger als die aktuellen Technologien, also die SSDs. Man spart ungefähr pro Festplatte – das hängt ein bisschen von der Auslastung ab – also pro Festplatte, pro startendem Speicher spart man im Verhältnis zu einer Magnetplatte zu einer SSD im Bereich von vier bis fünf Watt. Aber wenn man das macht, hört sich das erstmal wenig an. Wenn man das aber auf keine Ahnung 220 oder 250 Arbeitstage im Jahr oder noch mehr hochrechnet oder auch in Rechenzentren, wo diese Platten ja rund um die Uhr oder diese Speicher rund um die Uhr im Betrieb sind, oder auch auf höhere Mengen von Arbeitsplätzen hochrechnet – also wenn Sie vielleicht 100 Arbeitsplätze haben, dann macht das über das Jahr gesehen schon einiges aus, diese wenigen Watt einzusparen.
Genauso Grafikkarten: Sie brauchen heutzutage, es sei denn, Sie machen irgendwas mit Krypto-Mining oder mit wirklich rechenintensiven Grafik-Anwendungen, keine separate Grafikkarte mehr bei Rechnern. Auch selbst wenn der Rechner schon fünf bis zehn Jahre alt ist, brauchen Sie das nicht. Die modernen Platinen haben alle Onboard-Grafikkarten, und die sind vollkommen ausreichend. Selbst mit 4K-Auflösung schaffen die heutzutage Prozessoren, halt so schnell wie nötig, so sparsam wie möglich. Für den normalen Desktop-Arbeitsplatz reicht mir heute ein günstiger Einstiegsprozessor eigentlich, um zu surfen und um Office-Programme zu betreiben. Das reicht vollkommen aus, also das ist schon mit Reserve dann sozusagen. Trotzdem sollte man noch darauf achten, den technologischen Fortschritt nicht zu verpassen. Bei sehr alten Rechnern kann es passieren, dass vielleicht neue Programme auch nicht mehr laufen oder neue Betriebssysteme. Von daher sollte man da so über einen Daumen gepeilt 6, das darf auch ruhig 8 bis 10 Jahre sein, anpeilen, wo das dann ausgetauscht werden sollte.
Bei den Druckern sollte man natürlich Multifunktionsgeräte nutzen, die auch teilen, wie ich schon angesprochen habe. Es reicht, wenn Sie da vielleicht pro Flur, pro Abteilung oder eben mehrere Arbeitsplätze ein Gerät haben. Man sieht, hohes Druckvolumen haben klar, Laserdrucker sind besser. Bei geringerem Druckvolumen können auch Multifunktionsgeräte, also so Tintenstrahlen-Multifunktionsdrucker, Sinn machen, die dann eben noch einen Scanner integriert haben. Wobei man das bei Laserdruckern eigentlich auch machen sollte, also einen separaten Scanner anschaffen macht heutzutage auch vielleicht nur noch bei Spezialanwendungen Sinn.
Die Duplexeinheit, das heißt, der Drucker kann Blätter automatisch beidseitig bedrucken, das sollte bei der Beschaffung eines Druckers Standard sein. Das ist wichtig, vor allem auch vor dem Hintergrund des Stromsparens. Da sind eben doch die Geräte mit Blauen Engel einfach sowohl hinsichtlich der Energieeffizienz als auch der Stromersparnis unterwegs. Die, die das nicht haben, sind auch sehr viel weniger effizient.
Bei den Monitoren sollte man keine Monitore unter 24 Zoll mehr verwenden. Das hat ergonomische Gründe, und auch im heutigen 24-Zoll-Monitor sind auch so sparsam geworden, dass das keinen Weiterbetrieb von älteren Monitoren rechtfertigt. Auch auf keinen Fall mehr Röhrenmonitore, was ich zum Glück auch tue, noch ganz selten sehe. Bei Monitoren ist auch der EPEAT-Standard sehr etabliert. Da sollte man auf jeden Fall auf diesen EPEAT-Gold-Standard achten.
Wichtig ist vielleicht bei Smart IT, das ist für mich im Moment der wichtigste Punkt, wenn ich an Strom sparen denke: Man sollte Geräte mit einer langen Akkulaufzeit verwenden. Bei Smartphones kann ich Ihnen empfehlen, dass der Akku mindestens 4.500 mAh groß sein sollte. Dann sind Sie eigentlich bei den meisten Smartphones auf der ganz sicheren Seite, dass Sie auf jeden Fall über einen Tag schaffen, auch bei intensiver Verwendung. Bei Tablets muss man ein bisschen genauer gucken. Da sollte man so bei 7.000 bis 8.000 Milliampere-Stunden anfangen.
Da vielleicht auch noch der kleine Hinweis, es ist eine EU-Richtlinienplanung, dass auch die Akkus wieder austauschbar sein sollen bei neuen Geräten. Ich weiß es allerdings nicht genau, wann das kommt, glaube ich, nächstes Jahr.
So, ich wollte noch ein paar nützliche Tools auch vorstellen. Ich habe immer zwei, die eigentlich zusammengehören. Hier das obere ist immer für Windows und das zweite immer für Linux. Ich habe hier angefangen. Die oberen beiden, das sind Tools, mit denen Sie sehr detailliert Ihre Hardware auslesen können. Und das sind im Übrigen alles kostenlose Tools, mal von den Windows-Einstellungen abgesehen. Davon brauchen Sie natürlich Windows und auf dem Taskmanager auf jeden Fall. Mit Spezi und ähm Hardinfo für Linux können Sie Ihre Systeme auslesen, was dort an Hardware verbaut ist und dementsprechend dann Datenblätter zum Beispiel konsultieren, wie der Verbrauch aussehen müsste.
Der Taskmanager von Windows kann Prozesse identifizieren, auflisten und auch sehen, was habe ich für unnötige Prozesse eventuell laufen? Genau, unter dem Taskmanager, zumindest ab Windows 10, soweit ich weiß, macht er das. Er zeigt auch so eine grobe Einstufung, wie die Energie der aktuell laufenden Prozesse im aktuellen Moment aussieht.
Das gleiche macht die Kommandozeile, die genau das gleiche macht, wo Sie eben unter den meisten Linux-Systemen da entsprechend auch Prozesse sehen können, die aktuell laufen. Dann eben bei Windows-Einstellungen damit und mit diesem Policy-Manager können Sie Vorgaben machen, was auf einem gewissen System auch überhaupt installiert werden darf.
Natürlich auch an die Energiespareinstellungen denken. Ich habe hier auch bei Linux ein bisschen anders, aber da gibt es auf jeden Fall diese Apps, die Sie bei Debian-Derivaten, die sehr beliebt sind, also Punto Debian, ich weiß auch nicht alles auswendig, können Sie mit eben installierten Paketen auch sehen und deinstallieren.
Dann unter Windows der Cleaner ist ein beliebtes Bereinigungsprogramm. Damit können Sie unnötige Programme entfernen. Mülllinienprogramme sammeln sich nach und nach durch temporäre Daten. Entfernen Sie das, was Sie nicht mehr brauchen, und das gleiche macht Bleach unter Linux.
Das ist dort wohl am gängigsten, soweit ich weiß. Wenn Sie bessere Tools kennen, dürfen Sie das auch gerne in den Chat schreiben oder denken Sie, können bessere Tools oder weitere Tools. Genau, zu guter Letzt habe ich hier noch ein paar Virtualisierungs- oder freie Virtualisierungssysteme aufgeschrieben. Da sind auch im Bildungsbereich zu erkennen, damit können Sie virtuelle Maschinen auf Servern oder auch auf dem Hauptsystem laufen lassen.
Sehr verbreitet ist VirtualBox, das ist eigentlich für Desktop-Nutzungen sehr, sehr verbreitet. Es gibt auch noch mehrere kommerzielle Produkte in dem Bereich, natürlich. Proxmox ist ein Verwaltungssystem, wenn man viele virtuelle Systeme irgendwo verwalten möchte. Server passiert dann auch kostenfrei.
Genau, ich komme schon zu den Worst Practices. Wie gesagt, Best Practices können Sie gerne googeln, findet man eigentlich relativ leicht im Internet. Es gibt auch ein Buch, das werde ich ganz am Schluss vielleicht noch kurz vorstellen, das auch einige Best Practices auflistet. Ich will lieber meine Worst Practices hier ein bisschen zeigen.
Einer der schlimmsten Worst Practices, die ich kenne, war mal eine unterbrechungsfreie Stromversorgung bei einem Rechenzentrum in Stuttgart, die fehldimensioniert war. Die war quasi zu groß für das, was dann nachher an IT-Technik dahinter stand. Da sind, weil die einfach nicht nur gering ausgelastet war, Übertragungsverluste von 50 % produziert worden. Das ist einfach nur Blödsinn.
Wenn man seine Technik oder sein Rechenzentrum viel zu kalt kühlt, dann kann ich ein Beispiel bei einem Rechenzentrum in Nürnberg nennen, das wurde viele Jahre bei 18 Grad gekühlt. Das ist viel zu kalt. Selbst bei älterer Technik ist das zu kalt.
Wie ich vorher schon beschrieben habe, sind 25 bis 29 Grad heutzutage absolut in Ordnung. Dann sehe ich immer wieder, dass Server oder auch Netzteile länger als 10 Jahre betriebsam sind. Das macht eigentlich nur Seiten, insbesondere bei den Netzteilen, wo sich in den letzten Jahren viel getan hat. Röhrenmonitore sind natürlich die absolute Katastrophe. Auch am Arbeitsplatz bitte, bitte, bitte weg damit. Wenn Sie noch einen haben, dann die klassischen Festplatten, hatte ich ja schon erwähnt. Die sollten auch nicht mehr zum Einsatz kommen.
Und auch ein Klassiker ist, dass man einfach eine Bestandsaufnahme macht: Was haben wir alles an IT? Was läuft bei uns? Und braucht man das wirklich? Dass man einfach es nicht zu einem Wildwuchs kommen lässt, das ist wirklich auch eine. Und als letzten Punkt noch mal die Überdimensionierung oder auch unnötige Software auf dem System. Der Klassiker ist, man lässt irgendeine Server-Software installiert, die man irgendwann mal getestet hat und die dann jahrelang läuft.
Genau, das sind, wenn man diese sieben Punkte vermeidet, dann ist man schon mal ganz gut dabei.
Gut, noch mal zusammenfassen: Was sollte man machen? Erstmal gucken, wo man steht, was der Ist-Stand ist, insbesondere natürlich auch, wenn man jetzt sich für den Stromverbrauch interessiert. Das sieht man, das zu messen und auch mal zu überwachen. Bei IT ist ja der Stromverbrauch eigentlich nie gleichbleibend. Man hat unterschiedliche Auslastungen von IT, unterschiedliche Nutzungszeiten. Das einfach mal über einen längeren Zeitraum messen und überwachen.
Dann Hardware konsolidieren, vor allem auch Geräte, die man leicht teilen kann, wie Drucker oder Router oder WLAN-Hardware. Das Top-Arbeitsplätze ansehen. Natürlich hier denke ich dann auch einfach bei der nächsten anstehenden Beschaffung gucken, dass man da effizientere Geräte schafft. Das gleiche gilt für Rechenzentrumstechnik. Energiespareinstellungen wirklich, wann immer solche gibt, aktivieren oder auch, wenn sie schon welche aktiviert haben, diese noch mal verschärfen.
Also ich habe Einstellungen, da können Sie auch was machen. Und immer daran denken: Ein Arbeitsplatz macht vielleicht nur ein paar Watt, aber wenn Sie viele Arbeitsplätze haben oder viele Geräte, dann kann das durchaus sichtbare Effekte haben. Und natürlich auch abschalten, wann und wo immer möglich. Auf keinen Fall das Top-System die ganze Nacht laufen lassen oder die Nacht, wenn kein Mensch da ist, durchgehend laufen lassen. Aber natürlich auch immer vorher gucken: Braucht wirklich nachts keiner?
Nicht Geräte abschalten, die dann doch vielleicht benötigt werden.
Vielleicht fällt mir gerade ein Wort dazu ein. Da kommt es auch durchaus auf die richtige Dimensionierung an. Also effiziente Geräte brauchen unter zehn Watt Stromverbrauch und im größeren leistungsstärkeren Bereich, je nach Auslastung, können auch Sinn machen.
Investieren, wo immer möglich, in die Hardware ausmustern. Löschkonzepte für Daten können Sinn machen. Wenn Sie Daten regelmäßig löschen, die Sie nicht mehr benötigen, können Sie auch Festplatten einsparen, natürlich.
Monitoring-Systeme einführen, damit Sie sehen, insbesondere bei großen Installationen, wann wird was abgeschaltet und wird das auch tatsächlich abgeschaltet oder auch hinsichtlich Verbräuche monitoren. Man kann viele Prozesse oder so viele Möglichkeiten finden, was und wie man monitoren kann. Zertifizierungen anstreben, kann auch nie ein Fehler sein.
Da denke ich insbesondere an die ISO 9001 oder ISO 27001. Wenn Sie Ihren Verein oder Ihre Organisation zertifizieren lassen, müssen Sie halt Ihre IT auch genau erfassen und strukturieren. Und lesen Sie noch mal die Haustechnik und die Stromherkunft. Das kann natürlich auch eine große Rolle spielen. Ganz toll ist es natürlich auch, wenn Sie in einem eigenen Gebäude sind und Ihren eigenen Strom vielleicht herstellen können, wie auch immer, durch Solar oder durch Blockheizkraftwerke, vielleicht sogar durch Wind. Das kann natürlich auch zumindest Strom aus dem Netz einsparen.
Ja, und Smart IT nutzen, das sollte man heutzutage auch machen. So, da bin ich schon ziemlich am Ende. Dann habe ich hier noch ein paar weiterführende Informationen. Zum einen EPEAT, das sind jetzt alles Weblinks. EPEAT.net, dort können Sie zu allen aktuellen Hardware-Geräten nachschauen, welchem Standard sie entsprechen. Das gilt für Monitore, PCs, Drucker, was auch immer, Notebooks. Da ist frei zugänglich, muss man sich glaube ich noch nicht mal registrieren, ist zumindest mein letzter Kenntnisstand. Da können Sie hingehen und gucken, wie wird ein Gerät, das ich eventuell besitze oder schaffen möchte, bewertet.
Dann will ich Ihnen kurz das Borderstep-Institut noch vorstellen, wo das STEP.de, die machen sehr viel Forschung im Bereich Kreativität und bringen auch viele White Papers raus. Da sind auch irgendwo eine Konferenz, die da häufig vertreten ist. Die monitoren auch in regelmäßigen Abständen den nationalen Stromverbrauch des deutschen Internets. Genau, solche Dinge machen die dann. Da gibt es das Netzwerk energieeffiziente Rechenzentren. Das ist für all diejenigen unter Ihnen vielleicht interessant, die tatsächlich mehr mit Rechenzentren zu tun haben. Sie können sich auch Informationen zu Rechenzentren holen, die noch tiefer gehen.
Oder den Anschluss an die deutsche Unternehmensinitiative Energieeffizienz. Die machen eben auch vieles hinsichtlich Energieeffizienz. Da haben wir auch ein White Paper zu Energieeffizienz, allerdings IT-übergreifend zu Best Practices. Dann das Umweltbundesamt bringt immer wieder mal Publikationen zu Green IT und auch zum Stromsparen und IT raus. Das ist auch immer mit dabei bei der Entwicklung des Blauen Engels, eigentlich.
Genau, und last but not least: Auch gucken Sie gerne mal bei Wikipedia, da gibt es auch einen Artikel zu Green IT, der insbesondere auch in der englischen Version zu empfehlen ist. Der ist auch deutlich umfangreicher als auf Deutsch, wo Sie vielleicht auch durchaus noch weitergehende Informationen finden. Und ich habe noch eine, genau eine Sache, das ist ein Buch zu Best Practices. Das ist von Professor Sahnekopf aus Berlin. Das heißt "Green IT: Erkenntnisse und Best Practices aus Fallstudien" aus dem Springer Verlag. Das können sich alle unter Ihnen gerne ansehen, die ja da auch noch mal ein paar Best Practices ausführlich sehen wollen. Wobei man im Internet mit Google auch einige findet.