Vielen Dank. Ja, super. Ganz herzlichen Dank, Janna, für die schöne Einführung und ja, ich freue mich total, dass ich auch heute Nachmittag wieder hier sein darf und dass so viele wieder dazugekommen sind, um sich zu dem Thema Elternarbeit ein paar Impulse zu holen. Bevor es losgeht, würde ich mich ganz gerne kurz vorstellen, weil ich jetzt auch gar nicht weiß, ob die, die heute dabei sind, auch gestern alle dabei waren. Da würde ich gleich gerne auch mal eine kurze Umfrage zu machen, aber erstmal zu mir.
Ich bin Kommunikationsexpertin im Kinder- und Jugendfußball und ich unterstütze Trainerinnen, Jugendleitung und Vereine darin, eine gute und eine wertschätzende und auf Augenhöhe befindliche Zusammenarbeit und aber auch Kommunikation mit den Eltern der Spielerinnen aufzubauen, damit wir einfach bestmöglichste Voraussetzungen für die bieten und liefern können, um die es eben geht. Und das sind die Kinder und Jugendlichen.
Ich habe jetzt eben von Fußball und Spielerinnen gesprochen. Ich arbeite auch über den Fußball übergreifend, also auch in anderen Mannschaftssportarten, aber auch in anderen Bereichen. Ich habe beispielsweise über einen längeren Zeitraum Erzieherinnen begleitet, die eben halt auch ähnliche Situationen vorgefunden haben in ihrem Bereich, wie wir das auch eben aus dem Sport kennen. Und ich sage, überall dort, wo es um Kinder, ihre Eltern und ja, nennen wir es mal eine dritte Institution geht, dann ist das egal, ob das jetzt der Fußballverein ist, der Schwimmverein, der Musikchor oder die Theatergruppe oder die Pfadfinder oder die Freiwillige Feuerwehr. Es ist oftmals stellen sich doch sehr ähnliche Momente eben da und daher finden sich eben auch oftmals gleiche Herausforderungen, aber auch gleiche Gelingensfaktoren, wie man es eben so ein Stück weit ja vielleicht leichter für alle Beteiligten machen kann.
In meiner Arbeit halte ich Vorträge und gebe Workshops online und offline. Ich habe ein Blog und einen Podcast. In beiden spreche und schreibe ich über das Thema Kommunikation und ja, abschließend zu mir, wie ich dazu gekommen bin: über unseren Sohn. Also, ich bin auch so eine typische Mutter, die durchs eigene Kind in einen Sport hineingerutscht ist, den sie selber niemals ausgeführt hat und auch gar nicht so spannend findet, muss ich ehrlich sagen, oder auch fand, vielleicht besser gesagt.
Unser Sohn hat mehr als 13 Jahre Fußball gespielt in Fußballvereinen, in Fußballschulen und die letzten 5 Jahre in Nachwuchsleistungszentren, sodass ich viele unterschiedliche ja Institutionen kennenlernen durfte. Und egal wo er gespielt hat, war dieses Thema der Kommunikation und Information mit mir als Mutter, mit uns als Eltern immer, ich sag mal, positiv ausgedrückt, sehr ausbaufähig, also so gut wie gar nicht vorhanden. Und ich habe letztendlich mein Erfahrungswissen aus den Jahren mit meinem Fachwissen, ich bin systemischer Coach und Mediatorin, gebündelt, um dem Thema Elternkommunikation einfach mehr Sichtbarkeit und Aufmerksamkeit zu geben und zu schenken, weil das werdet ihr auch nachher sehen, bereits schon mit kleinen Stellschrauben recht viel sich bewegen kann und bewegen kann in die Richtung, dass man mehr zu einem Miteinander kommt. Soweit jetzt erstmal zu mir.
Ja, Janna hat eben schon so ein bisschen gesagt, was wir heute machen. Ich verfeinere es noch mal so ein Stück weit. Ich würde gleich ganz gerne noch mal mit so einem kleinen Samup beginnen, was wir gestern gemacht haben, für die, die heute erstmalig dabei sind, damit die auch eben gut ins Thema einsteigen können. Dann würde ich mir gerne mal mit euch das Ehrenamt angucken. So, wie ist das Ehrenamt heute und wie war es eben früher? Also auch so ein bisschen, was hat sich verändert und welche Veränderungen ergeben sich eben halt auch dadurch? Und das oder wichtig ist eben im Grunde in der Ehrenamtsarbeit, um eben ehrenamtliche engagierte Menschen zu finden, das Ehrenamt wirklich transparent zu machen und was das ganz genau bedeutet, das möchte ich euch dann ganz gerne vorstellen.
Ich habe konkrete ja Kommunikationstools und eben halt auch Methodentools mitgebracht, wie ihr eben auch ehrenamtliche ansprechen könnt, wie ihr sie finden könnt. Ja, und am Schluss gibt es dann eben die Möglichkeit der Q&A, dass ihr alle Fragen, alle Anmerkungen, die ihr jetzt habt oder die ihr einfach mitbringt, auch gerne in den Chat schreibt, auch jetzt schon, wenn ihr Sachen habt, die dann eben Anna Lena sammelt und die ich am Ende dann sehr, sehr gerne beantworten möchte.
So, ich würde jetzt aber gerne mit einer Umfrage starten, nämlich ich würde ganz gerne von euch wissen, wie viele Eltern wissen, dass du ehrenamtlich arbeitest? Sind das unter 25% in deinem Verein oder in deiner Organisation? Sind das zwischen 25 und 50% oder sind das mehr als 50%? Lasst uns das doch bitte mal wissen.
Janna hat die Umfrage vorbereitet.
Erst den C mehr als 50%. Wunderbar.
Warten wir mal kurz ab.
So, jetzt werden die Umfrageergebnisse veröffentlicht. Also die meisten sagen, 48% sagen, bei uns wissen in unserem Verein oder in unserer Organisation wissen mehr als 50%, dass wir ehrenamtlich arbeiten. 30% sagen zwischen 25 und 50% und 22% sagen, bei uns wissen es weniger als 25%, dass wir ehrenamtlich arbeiten. Super. Erstmal vielen Dank für diese Übersicht und so, dann gehe ich mal gerade weiter.
Genau, ich würde ganz gerne noch mal in das kurze Samup gehen. Also auch wenn ihr jetzt schon Fragen habt, die sich vielleicht noch aus dem gestrigen Tag ergeben haben, also für die, die gestern schon dabei waren, dann gerne jetzt auch schon in den Chat schreiben. Ach, und bevor wir das jetzt machen, schickt doch bitte mal irgendwie so einen Thumbs in den Chat, wenn ihr gestern schon dabei wart, damit ich mal so eine Übersicht bekomme, wie viele quasi alte, ältere Gesichter von gestern, die ich zwar nicht sehen kann, aber die ich mich natürlich total freue, schon dabei sind.
Dann würde ich ganz gerne noch mal so ein bisschen einsteigen und euch auch mit abholen, die gestern nicht dabei waren und für die dabei waren noch mal so einen kurzen Reminder setzen. Ich habe euch gestern in das Museum der Elternkommunikation eingeladen und ich habe jetzt hier mal so ein ja Übersichtsbild mitgebracht meiner Exponate, die ich euch gestern gezeigt habe, nämlich ja mein Eltern oder mein Museum für Elternkommunikation. Das bringe ich immer ganz gerne mit, weil ich dann Exponate mitbringe, die für etwas stehen in der Elternkommunikation. Also ich hatte gestern den Teddybär dabei, ich kann ihn aber auch noch mal gerne in die Kamera halten. Das war der Teddybär, den ich gestern dabei habe, ein sehr, sehr wertvolles Stück, weil ist der Teddybär unserer Tochter von 1994, den hat sie hier gelassen, als sie vor 12 Jahren ausgezogen ist. Und dieser Teddybär, der jetzt im Bild eben unten links in der Ecke liegt, hat ein verletztes Bein und ein Pflaster über die Stirn geklebt. Sieht man da jetzt nicht so, aber hier auf dem im in Natura quasi und steht so ein bisschen stellvertretend für den Wunsch von Eltern, dass sie das Beste für ihr Kind möchten und dementsprechend auch sehr häufig so reagieren, dass sie dann eben Wege finden, die sie gerade umsetzen möchten aus oder für aus denen sie eben glauben, dass das eben jetzt die beste Möglichkeit wäre, dass es ihrem Kind gut geht.
Und den Helikopter, den ich mitgebracht habe aus 2010, auch ein altes Stück unseres Sohnes, der steht eben so ein bisschen für die verschiedenen Elterntypen. Wir haben die Helikoptereltern, wir haben zum Teil ja schon die Rasenmähereltern. Das sind die, die so ein bisschen mittlerweile abgewechselt oder die Helikoptereltern teils abgewechselt haben, nämlich die, die schon im Vorfeld, bevor es überhaupt ein Thema gibt, schon erahnen, oh, das könnte vielleicht schwierig für mein Kind werden und ich suche jetzt schon nach Lösung oder nach Möglichkeiten, wie mein Kind erst gar nicht in diese Situation hereinkommt. Es gibt aber auch ganz viele andere oder verschiedene Elterntypen, also die, die sich eben gar nicht mit dem Hobby ihres Kindes beschäftigen möchten oder aus den verschiedenen Gründen vielleicht auch können. Es gibt auch die, die einfach ganz entspannt dabei sind.
Und auch wenn ich jetzt hier ganz viele Exponate aus dem Sportbereich mitgebracht habe oder aus dem Fußballbereich gilt, wie ich eben schon sagte, ist das anwendbar eben auf alle anderen Vereine und eben auch Organisationen, in denen halt Kinder mit ihren Eltern sich befinden. Und die alten Stutzen, die da quasi mit der Spielführerbinde zusammenliegen, symbolisieren im Grunde so ein bisschen das, dass viele Eltern sich im Hobby ihres Kindes einfach nicht auskennen. Sie wissen meistens gar nicht so viel darüber, also bleiben wir beim Fußball, der ja nun so ein bisschen unser Nationalsport in Deutschland ist. Und wenn wir eine Europameisterschaft haben oder aber eine Weltmeisterschaft, dann haben wir ja auf einmal Millionen von Trainern und Trainerinnen vor den Fernsehern sitzen, die alle wahnsinnig viel zum Fußball sagen können, aber im Grunde nicht wirklich viel Ahnung haben, wenig über Vereinsstrukturen wissen und das ist halt eben in vielen Vereinssituationen oder Hobbys der Kinder auch eben der Fall, dass Eltern ihr Kind in einem Sport, in einem Kunstbereich, in einem Gesellschaftsbereich anmelden, weil das Kind dort gerne hin möchte oder aber die Eltern es für wichtig finden, dass das Kind dort eben tätig ist, aber haben gar nicht so viel Ahnung davon, was sind denn so die Anforderungen oder Erwartungen an meinem Kind, aber auch an mich, die von Seiten des Vereins oder der Organisation gestellt werden.
Und da wird ganz viel mit Annahmen gearbeitet, dass das dann eben die andere Seite schon annimmt. Na ja, wenn Eltern ihr Kind jetzt hier bei uns anmelden, dann wissen die schon, wie wir hier funktionieren, wie wir arbeiten, dass wir Ehrenamtler sind etc. pp. Und dem ist aber nicht immer so. Ich habe Agent Scully und Agent Mulder mitgebracht gehabt, die zwei Figürchen aus der Serie Akte X, eine ganz alte Serie von 1993. Ich weiß nicht, wem sie noch ein Begriff ist. Da ging es ja darum, dass die beiden eben ja so wie nennt man das noch mal? Mit aus außerirdischen außerirdische Themen oftmals hatten und die beiden aber komplett unterschiedlich waren und am Anfang auch gar nichts miteinander anfangen konnten, bis sie eben so langsam zueinander gewandert sind und gerückt sind. Und ich habe die beiden Figuren hier noch mal gerade. Die waren am Anfang so recht weit voneinander entfernt und dann sind sie immer näher aneinander gerückt, weil sie sich einfach kennengelernt haben und eben gemerkt haben, was der eine einbringt, was der andere einbringt und so sind sie ein Team geworden.
Und das ist eben etwas, was wir in Vereinsstrukturen oder Vereinen und Eltern auch oftmals sehen, dass da so zwei Seiten aufeinanderprallen oder an verschiedenen Ecken stehen und es da auch sinnvoll ist, wenn die beiden zueinander rücken und ein Team werden. Es geht aber eben nur, wenn sie sich kennen, wenn sie wissen, was jeder einbringt, wenn sie wissen ja, was jeder leistet, damit eben der Sport, die Musik, die Theatergruppe, die Pfadfindergruppe, die Jugendfeuerwehr etc. pp eben gelebt werden kann. Und ich hatte als letztes so ein bisschen unten die Kinderschokolade hingelegt mit einem Danke. Gestern hatte ich, ich zeig sie euch noch mal, die große Milkaschokolade mitgebracht als Dankeschön, nämlich zum Thema Wertschätzung. Etwas, was wir ja gerade im Vereinswesen und zum Thema Ehrenamt sich immer wieder zeigt, immer wieder drüber gesprochen wird. Letztendlich aber wenig umgesetzt wird, würde ich sagen, also wenig gelebt wird.
Und Wertschätzung ist etwas, was wir alle haben wollen. Wenn wir etwas machen, wir wollen, dass das gesehen wird, was wir machen. Wir wollen dafür ein Dankeschön bekommen, wenn wir es machen, vor allem, wenn wir es ehrenamtlich machen. Und ich kann aber auch nur wertschätzen, was ich kenne. Und wenn ich den, wenn ja, wenn ich den Wert kenne, den jemand da gerade einbringt und das ist gerade im Ehrenamtsbereich sind das ja wirklich ganz viele Menschen, die wahnsinnig viel Energie, Kraft, Zeit, Engagement einbringen, damit eben das Ehrenamt so funktioniert. Und was eben für all das ganz, das waren so die wichtigsten ja, ich sag mal Herausforderungen, die so in der Elternkommunikation und damit eben auch im Ehrenamt gibt. Was dafür eben hilft, ist letztendlich auch die Kommunikation, nämlich miteinander reden, informieren, transparent sein, auf Augenhöhe kommunizieren, Informationen so liefern, dass mein Gegenüber die Informationen eben auch abrufen kann und auch verstehen kann.
Das haben wir auch gerade im Bereich, wenn wir schauen, wie multikulturell oftmals eben die Gruppen zusammengesetzt sind und damit eben auch oftmals die Elterngruppen. Und wie wichtig es auch da ist zu schauen, wenn jemand nicht der deutschen Sprache mächtig ist, wie kann ich eben halt auch da Informationen transportieren, sodass das eben möglich ist, also mit Übersetzungen zu arbeiten oder aber eben mit Übersetzungstools oder ich sage auch immer, in dem Bereich finden sich oftmals ganz ganz viele Menschen im Verein, wenn man dann eben mal fragt, die beispielsweise mal so eine Seite übersetzen können, wo vielleicht die wichtigsten Informationen drauf stehen. Da komme ich aber gleich auch noch mal so ein bisschen ausführlicher dazu.
So, das war jetzt mal so noch mal die Zusammenfassung und hier habe ich noch mal kurz die wichtigsten Dinge niedergeschrieben. Also die oder aus die Ausgangslage, aus der wir kommen, ist, dass eben die oder viele Eltern eben wenig über das Hobby ihres Kindes wissen, welche Anforderungen an das Kind aber auch an Sie gestellt werden und eben auch wenig Ahnung von den Vereinsstrukturen haben, in dem eben sich das Kind bewegt. Und ich höre auch immer ganz oft, dass viele sagen, na ja, aber der Vater oder die Mutter, die haben doch früher selber Tennis gespielt oder waren im Schwimmverein, die müssen das doch kennen. Ja, die kennen sicherlich das, was man auf der aktiven Seite macht, also das, was man als Sportler oder Sportlerin macht. Aber sie wissen, sie kennen nicht die Elternseite, nämlich die hatten sie ja damals gar nicht inne, weil sie eben Kind oder Jugendliche waren. Und damit ist es auch da ganz ganz wichtig, auf die Rolle zu gucken, die jetzt eben Eltern haben und eben auch über die die Rolle zu klären und eben auch zu definieren und da die entsprechenden Informationen auch zu liefern.
Ich habe es eben schon eingangs gesagt, Eltern wollen das Beste für ihr Kind. Eltern oder die meisten Eltern, sagen wir es mal so, sind sehr, sehr emotional mit ihrem Kind verbunden und damit sind sie oftmals auch sehr auf der Beziehungsebene unterwegs und sind auch mehr danach ausgerichtet, dass es ihrem Kind eben in der Situation oder in dem Sport oder in dem Hobby gut geht, dass es vielleicht erfolgreich ist, wenn es um Erfolg geht, dass es sich weiterentwickelt, dass es viel lernt, dass es vielleicht gesehen wird, gesichtet wird, wenn es eben um die Qualifizierung in leistungshöhere Ebenen geht und daher ist der Blick der Eltern oftmals wirklich so sehr auf das Individuum gerichtet. Und auf der anderen Seite, auf der Vereins- oder Organisationsseite ist aber mehr die Sachebene, die dort vorherrscht, weil auch wenn es bei euch um mehrere Kinder oder Jugendliche geht oder um Gruppen geht, habt ihr den einzelnen im Blick. Entscheidungen werden aber oft im Sinne des Kollektivs getroffen und nicht nur von im Sinne der einzelnen Personen oder Aktiven.
So, was braucht es dafür? Ich habe es eben schon gesagt, Information ist ganz ganz wichtig. Und was immer so meine erste Frage ist, wenn beispielsweise Vereine mit mir arbeiten wollen, ist dann immer die Frage, seid ihr bereit, Eltern einbinden zu wollen? Wollt ihr das, dass sie euch unterstützen? Weil das ist die Kernfrage, die jeder sich stellen sollte, jede Organisation sich stellen sollte, nämlich wenn es heißt ja, aber dann geht es erstmal darum, dieses aber weiterzuklären. Also die Bedenken, die vielleicht da noch kommen könnten oder die Gründe, warum dieses Aber hinten noch dran gesetzt wird, dass darüber noch mal nachgedacht wird und sich auch Klarheit verschaffen wird, weil sonst gelingt halt einfach diese Einbindung nicht wirklich.
Es sollte klar sein, was haben denn Eltern für oder welche Aufgaben können wir an Eltern abgeben? Wo können uns Eltern unterstützen? Das ist auch etwas, was ich ganz oft sehe in Vereinen, wenn ich dann frage oder wenn Vereine sagen, bei uns engagieren sich die Eltern überhaupt nicht, wenn wir eine Nachricht in die WhatsApp-Gruppe schicken, dass wir hier und da Unterstützung für weiß ich nicht das nächste Turnier brauchen, da meldet sich keiner. Oftmals ist es so, dass die Aufgaben nicht wirklich identifiziert sind und klar formuliert sind, dass sich Eltern etwas vorstellen können unter der Anfrage, wir brauchen Unterstützung beispielsweise beim nächsten Turnier. Na ja, was heißt das denn genau? Ist das, dass ich in der Vorbereitung dabei sein soll oder ist das, dass ich am Tag dabei aktiv sein soll? Ist das den ganzen Tag? Ist das etwas, was zeitlich gebunden ist? Ist das etwas, was ich vielleicht im Vorfeld schon organisieren kann? Geht es da um die klassische Kuchenspende oder geht es da eben darum, andere Aufgaben zu übernehmen, von denen ich weiß, wenn ich die vielleicht mit ein, zwei Leuten gemeinsam machen kann, würden sie mir leichter fallen. Also, da geht es auch schon ganz viel drum, sehr konkret zu identifizieren, was können wir an Eltern abgeben und wie sehen diese Aufgaben genau aus. Und für Eltern ist eben halt auch mal ganz wichtig zu wissen, was es ist für ein Zeitfenster, weil kommen wir auch nachher so ein bisschen drauf. Zeit ist eben auch was, was gerade zum Thema Ehrenamt eine ganz ganz große Rolle spielt.
Ja, und abschließend möchte ich auch hier gerne noch mal betonen, dass beide Seiten, also die Menschen, die auf der Vereins- oder Organisationsseite stehen, sind Experten und Expertinnen für ihren Bereich und die Eltern sind Expertinnen für ihr Kind. Und warum nicht einfach da dieses Wissen, was beide Seiten haben, so ein bisschen mehr bündeln und zusammenbringen, damit eben das geschehen kann, was ja beide Seiten wollen, dass Kinder und Jugendliche Spaß daran haben, was sie machen, dass sie eine Leidenschaft dafür haben, dass sie sich weiterentwickeln. Und also das ist ja oftmals so sehr identisch.
So, das war jetzt so ein bisschen die kurze Zusammenfassung von der gestrigen Veranstaltung. Wenn ihr dazu Fragen habt, gerne in den Chat schreiben, dann gucken wir nachher noch mal drauf. Die Faktoren für ein wertvolles Miteinander, damit es ins Gespräch gehen kann, ins Miteinander, ich habe es jetzt schon mehrmals gesagt, sind Informationen, sind Transparenz, sind, auch wenn ich eben genügend Infos habe, dann kann ich auch bestimmte Dinge verstehen. Also, wenn ich das Beispiel noch mal aus dem Fußball anbringe, da haben wir ganz ganz oft das Thema mein Kind spielt zu wenig oder ist zu früh ausgewechselt worden, was immer wieder zu Konflikten führt. Wenn ich das weiß direkt, wenn mein Kind in den Verein eintritt, dass das zum Fußball dazu gehört und dass das eben ganz normal ist, dass das eine Fußballregel ist, dass viel mehr Kinder und Jugendliche oftmals in einer Mannschaft sind als die, die am Wochenende auf dem Platz stehen und dass es auch mal mein Kind treffen kann, dass es nicht spielen wird, dann kann ich das viel besser verstehen, wenn der Trainer eben sagt, nächste Woche bist du nur als was heißt nur sitzt du erstmal auf der Bank und ich weiß noch nicht, ob ich dich einwechseln werde.
Und wenn ich eben so ein Verständnis habe, dann kann ich das auch viel mehr akzeptieren und kann auch mein Kind dann viel besser unterstützen und viel vertrauensvoller auch mit der Situation umgehen, als dass ich sofort das Gefühl habe, oh, hier passiert was mit meinem Kind, was für mein Kind ganz schrecklich ist. Ich muss jetzt sofort hier Hand anlegen, damit das eben wieder gut gelaunt ist, weil es jetzt vielleicht gerade total enttäuscht ist, wütend ist, entnervt ist. Vielleicht fließen auch die Tränen, ne? Also, das sind dann alles Dinge. Je mehr Infos ich habe, desto besser kann ich einfach agieren. Und dabei hilft eben ganz ganz stark, wenn wir immer erklären, warum sind denn bestimmte Dinge so, wie sie sind oder wünschen wir bestimmte Dinge in der Zusammenarbeit so, wie sie sind und was ist der Mehrwert daraus? Also, was ist der Gewinn für beide Seiten? Wenn beispielsweise Eltern beim Aufbau des Trainingsparcours helfen, führt dazu, dass der Trainer und die Trainerin einfach mehr Zeit haben fürs Training und sich eben noch mal besser um die Kinder kümmern können und vielleicht von der Trainingszeit 90 Minuten, 88 Minuten richtig effektiv nutzen können und eben nicht nur vielleicht 70 Minuten, weil sie eben mit Auf- und Abbau noch beschäftigt sind. Und wenn da Eltern mit anpacken würden, die vermutlich eh mit am Platz sind oder in der Halle sind, ist das eben ein Mehrwert, von dem alle profitieren würden.
So, jetzt lasst uns mal ins Ehrenamt Thema einsteigen. Ich habe ja gesagt, so ein bisschen mal zu schauen, wie das Ehrenamt früher war und heute und ich würde da ganz gerne einfach mal mit einer Definition beginnen. Und zwar, was ist denn das Ehrenamt? Was bedeutet das denn? Und das Ehrenamt bedeutet halt, dass Menschen sich freiwillig und meist auch eben unentgeltlich Aufgaben im Verein widmen. Und wenn wir jetzt im Sportverein bleiben, da kann das der Job der Trainerin sein, des Platzwarts, Schiedsrichterin, im Vorstand, also all diese ganzen Jobs, die halt eben den Spielbetrieb und auch das Vereinsleben eben ermöglichen. Was aus dieser Definition aber überhaupt nicht hervorgeht, ist, es gibt keine Info darüber, was jetzt eben die Vereinsarbeit oder Vereinsstrukturen angeht. Und es gibt auch keinen Aufschluss darüber, welche was denn so diese Aufgaben eben ausmachen und dafür benötigt es eben wirklich Informationen.
Ich habe im letzten Jahr eine junge Frau kennengelernt, die schon seit Ewigkeiten Fußball spielt in ihrem Fußballverein. Sie ist dann letztes Jahr stellvertretende Jugendleiterin mit geworden und teilt sich jetzt die Position mit zwei anderen Personen und die hat mir erzählt, du, als ich jetzt Jugendleiterin geworden bin, da bin ich das erste Mal mit dem Thema Ehrenamt in Verbindung gekommen und mir war nicht bewusst, dass diese Position eine Ehrenamtsaufgabe ist, also dass das eben ein Ehrenamt ist. Und ich dachte in dem Moment da, das ist eine Person, die wirklich den Fußball in- und auswendig kennt. Seit Kindesbein Fußball spielt im gleichen Verein und trotzdem ist auch da das Thema Ehrenamt ein Thema gewesen. Das heißt, auch da gibt es eben dieses Informationsgap, sage ich mal, also diese Lücke, die es gilt, halt eben zu füllen.
Und dieses Ehrenamt, wie wir es einfach von früher her kennen, das gibt es heutzutage nicht mehr, beziehungsweise da, wo es es noch gibt, ist es letztendlich nicht oder sind die Vereine nicht zukunftsfähig, denn früher war das Ehrenamt einfach mehr so die helfende Hand. Es gab nicht eine klare Beschreibung, du bist jetzt oder hast über diese Rolle und du hast diese Rolle außerhalb der klassischen Vorstandsrollen der Abteilungsleitung, des Platzwarts, des wie nennt man es noch mal? Kassenwarts, da haben die anderen einfach da angepackt, wo sie eben gesehen haben, da ist jetzt Hilfe nötig oder da kann ich einfach unterstützen. Und früher war es halt auch so, dass das Ehrenamt oftmals eben über mehrere Jahre, wenn ich sogar Jahrzehnte lang geführt wurde. Das sehen wir heute auch immer noch in Vorständen beispielsweise von Vereinen, wo der Vorstand eben schon seit 10 oder 20 Jahren aktiv ist. Mein Kollege Gertz Thomas, der ist seit mehr als 22 Jahren in einem Verein und dort auch im Vorstand. Und das ist etwas, was wir früher oder was früher auch normal war und was eben gerade bei älteren, ich sag's jetzt mal, älteren Anführungsstrichen gesetzten Menschen auch immer noch mal gelebt wird, aber was heute gar nicht mehr so funktioniert.
Und oftmals ist es ja auch so ein bisschen, dass war der Vater schon oder die Mutter schon im Verein, sind die Kinder automatisch auch so nachgerückt und haben Aufgaben übernommen. Und das Ehrenamt war auch früher auf viel einfachere, ich sag mal, Beine gestellt. Also, ich habe jemand kurz dazu geschrieben, es war eine einfache Organisation. Es gab Telefonketten. Man hatte diesen klassischen Aushangskasten, wo eben die wichtigsten Infos immer hingen und wo man auch einfach drauf geguckt hat, weil man wusste, da finde ich immer Antworten auf die Fragen, die ich habe. Heute ist das alles so ein bisschen anders, nämlich heute sind die Aufgaben viel professioneller geworden. Es gibt eben viel mehr Bereiche. Die Bürokratie, die ist so klar oder die Anforderungen, die die Bürokratie mit sich bringt, die sind gestiegen. Es gibt viel mehr klarere Strukturen, in denen gearbeitet wird. Es wird aber auch gleichzeitig mehr Flexibilität gefordert, damit eben die Sachen auch ermöglicht werden können. Und viele wählen eben auch das Ehrenamt, weil sie es bewusst auswählen, weil sie etwas haben möchten, was für sie sinnstiftend ist, wo sie vielleicht auch eine Leidenschaft drin haben.
Und mit dem Ehrenamt sind auch ja Anforderungen verbunden, nämlich dass viele Ehrenamtliche, das erlebe ich auch gerade bei dem jungen Ehrenamt, die eben sagen, uns ist es auch wichtig, dass wir ein Mitspracherecht haben, dass wir ein Gestaltungs dass wir Gestaltungsmöglichkeiten haben, dass wir unsere Ideen mit einbringen können, bis hin, dass wir eben halt auch gerne Qualifizierungen gestellt bekommen möchten. Sei es jetzt im Trainerbereich, aber auch in den Bereichen wie zum Beispiel in der Vorstandsarbeit bestimmte Qualifizierungsangebote, die dort eben wichtig sind, damit man halt gut einen Verein führen kann und ja und es gibt halt auch ich habe es noch mal so auch mit aufgenommen, dass es mittlerweile ja, wir haben es eben gesagt, ne, es gibt den Ehrentag am 23. Mai, also das Ehrenamt hat viel mehr öffentliche Anerkennung in den Jahren jetzt erfahren oder erfährt es immer mehr. Was auch total wichtig ist, weil das Ehrenamt ist eben für unsere Gesellschaft politisch und wirtschaftlich ein ganz ganz wichtiger Faktor, den wir einfach nicht außer Acht lassen sollten und dürfen.
Jetzt habe ich mal so ein bisschen den Vergleich früher und heute gebracht und es hat sich verändert und das Ehrenamt muss sich aber auch verändern. Und da würde ich gerne noch mal das Zahlenbeispiel, was ich gestern schon aufgemacht habe aus dem Kinder- und Jugendfußball, dass wir ungefähr 2,3 Millionen Spielerinnen haben. Das ist so der Stand aus dem letzten Sommer gewesen beim DFB. Und wenn wir sagen, nur jedes zweite Kind wird von einem Elternteil, von Mutter, Vater, Tante, Onkel, Großeltern unterstützt, dann reden wir von ungefähr einer Million Personen, sage ich jetzt mal, die wir im Kinder- und Jugendfußball alleine haben, die dort eben unterstützen können. Auf der anderen Seite ist es aber so, das hier ist eine eine Übersicht, die ich mitgebracht habe aus der Civis aus dem Civis Survey von 2023. Da wurde nämlich quasi die Frage gestellt oder die Aussage getätigt, für ehrenamtliche Leitungspositionen finden wir genug Ehrenamtliche und da sieht man beispielsweise, dass der Sport weit weit hinten liegt. Also, da finden sich genau 17% und der Sport steht da eben halt exemplarisch auch eben für den breiten Sport und man sieht halt, was da für große Herausforderungen sind.
Und auf der anderen Seite ist es z.B. im Sport so, dass wir 28 Millionen Vereinsmitglieder haben, aber trotz allem sagt fast jeder fünfte Verein, dass er nicht sicher ist und um seine Existenz bangt, weil sie eben keine Ehrenamtlichen mehr finden. Und dann ist natürlich auch so ein bisschen die Frage, ja, warum ist das denn so? Und das schauen wir uns jetzt mal an. Ich habe mal so acht erprobte Gründe, habe ich sie genannt, mitgebracht, denn ich habe vor zwei Jahren mit meinem Kollegen Gerz Thomas, den ich eben schon erwähnt habe, ein Projekt im Rahmen der Euro 2024 in Berlin durchgeführt, wofür wir eine Förderung bekommen hatten und da ging es um das Ehrenamt im Amateurfußball stärken oder im Breitensport stärken und aus den Veranstaltungen, die wir gemacht haben, wir haben sehr sehr viel mit Vereinen für Vereine gearbeitet, also von der Basis für die Basis ist ein Ehrenamtshandbuch entstanden mit den Herausforderungen, aber auch gleichzeitig mit Gelingensfaktoren, mit Leitfäden, mit Checklisten, mit Linksammlungen. Und dieses Ehrenamtshandbuch habe ich euch jetzt hier mal als QR-Code verlinkt. Den könnt ihr euch gerne abfotografieren oder habt ihn ja auch dann morgen, wenn ihr die PowerPoint geschickt bekommt, könnt ihr euch dann auch noch mal angucken.
Und wir haben aus der Arbeit mit eben mehr als 50 Vereinen herausgearbeitet. Warum ist es denn oder fällt es denn oftmals Vereinen oder auch Organisationen schwer Eltern anzusprechen? Und was bei ganz vielen schon mal der erste Punkt ist, dass sie halt gar nicht so recht wissen, wie sollen wir denn Eltern ansprechen und wie können wir sie denn einbinden. Also das, was ich eben gesagt habe, dass die Aufgaben oder die Möglichkeiten, wo Eltern unterstützen können, eben gar nicht wirklich so klar sind. Die sind immer sehr allgemein gehalten, aber nie so sehr konkret. Dann ist es halt eben bei ganz vielen, dass da die Kommunikation einfach fehlt, nämlich dass da wieder von Annahmen ausgegangen wird, dass doch einfach die Eltern wissen, dass es in Vereinen Unterstützung braucht und dass sie auch mit anpacken können.
Gleichzeitig haben wir auch den einen der Faktoren, die ich auch schon genannt habe gestern und auch heute, die Unwissenheit vieler Eltern, dass sie eben auf der einen Seite wenig über das Thema, über das Hobby ihres Kindes wissen, wie sie da unterstützen können, wo vielleicht ihre Hilfe benötigt wird und auf der anderen Seite aber auch sehr, sehr wenig über die Vereinsstrukturen, über das Ehrenamt in den Vereinen und in den Organisationen wissen. Und dazu bräuchten sie halt Informationen und die Informationen im besten Falle sollten die halt eben von den Vereinen oder den Organisationen selbst geliefert werden. Und dafür ist es halt auch wiederum wichtig, da schließt sich so ein bisschen der Kreis dann, dass eben klar ist, welche Aufgaben können wir an Eltern abgeben? Also beispielsweise alles Aufgaben, die kein Fachwissen im Hobby in diesem Bereich benötigen, können Eltern sehr, sehr gut übernehmen.
Und ich bestärke Vereine oftmals darin, wenn wir zusammenarbeiten, doch mal eine Umfrage zu machen oder so eine Kompetenzabfrage zu machen. Und es ist immer super super spannend, wie viel Wissen und Kompetenzen einfach in einem Verein stecken oder auch beispielsweise in einer Mannschaft. Fragt man beispielsweise in der in der in der Elternschaft mal nach, dann findet sich meistens immer jemand, der IT-Kenntnisse hat. Wir haben meistens immer jemanden, der ein gutes Orgatalent hat. Wir haben meistens immer eine Person, die sich beispielsweise mit Fotografie oder Grafik auskennt. Es gibt immer eine Person, die handwerklich versiert ist und das ist einfach schon so ein großes Potenzial, was da vorhanden ist, was einfach super gut eingebunden werden kann.
Ein weiterer Grund, warum es oftmals so schwer fällt, ist, dass eben durch die fehlenden Informationen und die fehlende Kommunikation es auch eben zu diesen unklaren Erwartungshaltungen kommen. Also, jede Seite hat nämlich eine Erwartung, die sie an das Gegenüber stellt und das wird eben daraus gefüttert von dem, was ich weiß, was ich annehme. Und dadurch, dass eben beide Seiten nicht wirklich miteinander kommunizieren beziehungsweise die Vereins- oder Organisationsseite nicht ausreichend immer Informationen da oder anbietet und zur Verfügung stellt, ist dann oftmals so die Erwartungshaltung so unterschiedlich und kommt nicht wirklich zusammen, dass es da ganz schnell zu Konflikten auch führen kann und eben auch zu Enttäuschung, wenn eine Erwartung nicht erfüllt wird. Das kennen wir ja auch selber. Und was ich ja eben schon so ein bisschen mit meiner Tafelschokolade gesagt habe, Wertschätzung, nämlich, dass viele Vereine sich eben darüber beklagen auch, dass es dass Eltern überhaupt nicht wertschätzen können, was sie eben leisten, damit das Hobby, der Sport, die Theatergruppe, der Musikchor stattfinden kann.
Und einer der wichtigsten Punkte, den ich immer wieder sehe und den ich auch finde, den wir nicht unterschätzen dürfen, ist halt, dass sich die Lebenswelten vieler Menschen einfach verändert haben. So gucken wir uns Familienstrukturen an, was da oftmals für ein Familienmanagement notwendig ist, damit eben alles, ich sag mal, in Anführungsstrichen rundläuft, ja, die Berufstätigkeit der Eltern gepaart mit den Anforderungen oder den Wünschen der der Kinder, wenn man vielleicht auch mehrere Kinder hat, den Wünschen eben als Familie auch am Wochenende Zeit zu haben, das alles unter einen Hut zu kriegen, die Anforderung, die noch die Schulen an die Kinder und Jugendlichen stellen, wenn dann eben beispielsweise das Hobby ein bisschen größer ausfällt, größer vielleicht auch in Richtung leistungsorientierter ausfällt, das alles unter einen Hut zu bekommen, das ist wirklich gar nicht so leicht. Oder wir haben eben auch die Lebenswelten vieler junger Menschen, die eben beispielsweise durchs Studium ins Ausland für ein Semester gehen und sich dann eben nicht mehr so lange binden möchten an einen Verein, wie das vielleicht früher der Fall war. Also, da gibt es viele Faktoren, die das auch mittlerweile ja begünstigen, dass wir drüber nachdenken sollten, wie können wir das Ehrenamt ja schmackhaft machen, damit sich eben auch alle angesprochen fühlen und auch nicht mehr diese Sorge vorherrscht, die ja viele haben. Oh Gott, wenn ich einmal sage, ich mache das, dann bin ich über Jahre an diesen Verein und an diese Aufgabe gebunden und muss das auch noch ganz alleine machen. Das sind im Grunde dieses ich mache es muss es über Jahre machen, ich bin gebunden über Jahre und ich mach's dann auch noch alleine. Das sind drei Faktoren, die so einfach gar nicht mehr haltbar sind.
Daher ist es empfehle ich immer das Ehrenamt erstmal transparent zu machen und das heißt, dass Vereine und Organisationen da eben aktiv werden und müssen, habe ich extra groß geschrieben. Ich würde es auch gerne in Anführungsstriche setzen, weil ich müssen einen Begriff finde, den ich ungerne verwende, aber der hier eben wirklich notwendig ist. Was meine ich damit? Sprecht über das Ehrenamt, denn nur so erfahren die Eltern, was ihr alles macht, was ihr leistet. Wir haben zwar eben jetzt schon gehört, dass viele sagen, mehr als 50% unserer Eltern wissen, dass wir ehrenamtlich arbeiten. Wissen Sie auch, was ihr eben alles so macht? Und ich habe hier noch mal ein Beispiel mitgebracht aus der Fußballwelt. Ich habe mal vor Jahren so eine Mindmap erstellt, was Trainerinnen alles so leisten, wenn sie eben diesen Job als Fußballtrainer, Fußballtrainerin inne haben. Und das geht jetzt gar nicht darum, dass wir uns jetzt einzeln angucken, was die für Jobs haben, sondern wie viel das im Grunde ist. Und eigentlich ist es oftmals so, dass viele Eltern sagen, na ja, der Trainer oder die Trainerin, die steht zweimal in der Woche mit unserem Kind auf dem Platz oder in der Halle oder ist im Schwimmbad oder wo auch immer, wenn es eine andere Sportart ist und am Wochenende vielleicht bei einem Spiel oder bei einem Turnier, das kann ja jetzt nicht die Welt sein, aber damit genau sie das machen können, gehören noch ganz ganz viele andere Aufgaben hinzu.
Und dazu wollte das wollte sollte oder wollte ich jetzt einfach mal so mitbringen, dass man nämlich auch, dass es da wichtig ist, dass ihr eure verschiedenen Aufgaben, die ihr übernehmt, damit ihr eben im Ehrenamt mit Kindern und Jugendlichen arbeiten könnt, dass ihr das eben wirklich auch transparent macht. Ich habe am Samstag einen Workshop in einem Fußballverein gegeben, der sehr emsig ist und wo auch sehr viele junge Menschen schon im Trainerwesen, Trainerinnenwesen arbeiten. Und da haben wir auch noch mal drüber gesprochen, was das oftmals für ein Zeitfenster ist und je nach Alter der Spieler und Spielerinnen können das mal schnell 14 bis 16 Stunden in der Woche sein, die dazu kommen. Wenn wir das jetzt mal auf einen Arbeitstag runterrechnen, sind das fast bis zu zwei Tagen, also Arbeitstagen. Und wenn man sich das mal vor Augen hält, würden wir sagen, wenn jetzt jemand zu dir oder zu mir kommen würde, ey, du, ich habe hier ein Ehrenamt für dich. Da müsstest du noch mal so anderthalb bis zwei Tage oben drauf legen. Da würden wir doch alle sagen: "Nee, schaffe ich nicht, mache ich nicht, will ich gar nicht." Ja, gleichzeitig möchte ich euch aber sagen, ich habe so eine Mindmap auch mal für die Elternseite erstellt, dass bei den Eltern, wenn sie das Hobby eines Kindes, wir gehen jetzt nur mal von einem Kind aus und wenn Familien aber eben zwei, drei, vier Kinder haben, dann multipliziert sich das alles noch mal.
Also, was Eltern eben halt auch für Aufgaben haben, damit eben ein Hobby ausgeführt werden kann. Das ist vielleicht je nach Sportart, Hobby auch noch mal unterschiedlich. Bei dem einen ist es dann ein bisschen weniger, bei dem anderen ist es ein bisschen näher oder auch bei Eltern je nachdem wie sie sich einbringen möchten und ihr Kind unterstützen, dann auch mehr oder weniger. Aber was ich hier auch zeigen möchte, es ist eben nicht nur dieser vielleicht Fahrdienst, der oftmals nur gesehen wird und die Kuchenspende, wenn es dann irgendwie eine Veranstaltung gibt oder ein Turnier oder wie auch immer, sondern auch da kommen viel mehr Faktoren zusammen. Und was ich noch mal gerne so zusammenfassend jetzt sagen möchte, ist halt beide Seiten geben eben viel. Also, wir haben nicht nur die engagierten, ich nenne es jetzt mal Vereins- und Organisationsmenschen auf der einen Seite, sondern wir haben auch die ambitionierten Eltern, die auf der anderen Seite unterstützen, dass eben das Hobby ausgelebt werden kann. Und bei beiden Seiten, wie ich jetzt gerade an diesen beiden Schaubildern gezeigt habe, wird einfach mehr gemacht als das, was sichtbar ist. Und das ist eben wichtig, das auch klar zu machen, weil darüber kommt dann eben halt auch die Wertschätzung, dass beide Seiten wertschätzen können, was jeder so einbringt, damit das Ganze funktionieren kann.
Und dieses, wenn ich etwas nicht wertschätzen kann oder wenn ich auch nicht weiß, was das mein Gegenüber alles so leistet, dann ist es auch echt extrem schwer, da in so eine Teamarbeit zu kommen. Und das ist aber in fast allen Bereichen. Im sportlichen Bereich ist es im Grunde sehr wichtig, aber auch auf der anderen Seite in anderen Bereichen merkt man immer so, wenn ich kein Team bin, wenn ich nicht jemanden habe, mit dem ich zusammen an einem Strang ziehe und im Ehrenamt wird das einfach immer wichtiger, dass wir gemeinsam gute Möglichkeiten für alle Beteiligten schaffen, dann ist es halt einfach auch echt ein bisschen schwierig, dann ist es auch oftmals sehr sehr mühsam und um all diese ganze ganzen ja quasi Faktoren, die ich jetzt hier noch mal genannt habe, dreht drehen sich immer zwei zwei Aspekte, die ganz wichtig sind, nämlich Information und die Kommunikation, also die Informationen bereitstellen, die mein Gegenüber braucht, damit ich genau an diesen Punkten ansetzen kann und eben mit meinem Gegenüber auch ins Gespräch zu kommen.
Ich habe ja auch gesagt, dass ich euch ganz gerne noch mal so konkrete Tools mitbringen möchte oder auch noch mal vorstellen möchte. Und ich habe ja gestern schon einige Tools vorgestellt. Ich habe jetzt noch mal so die wichtigsten mit eingepackt und ja, wie kann man letztendlich das Ehrenamt transparent machen? Die Elternseite, ich habe sie gestern schon vorgestellt, die Elternseite auf der Vereinshomepage, die sich nur an die Eltern richtet und dann geht es nicht darum, wie lange es schon den Verein gibt, was man alles schon vielleicht für tolle Preise bekommen hat, sondern es geht darum, auf dieser Seite zu bündeln kurz und knackig, was Eltern wissen müssen. Also, ich nenne es immer so das Basiswissen, was Eltern brauchen, zu dem Themenbereich, zu dem Kontext, in dem sie sich mit ihrem Kind befinden, aber auch zu den Vereinsstrukturen. Also, wie möchte gerne der Verein oder die Organisation Eltern einbinden, mit ihnen zusammenarbeiten? Ist ganz wichtig, weil viele Eltern eben doch immer noch auf die ins Internet gehen, wenn sie Informationen haben möchten. Und hier kann ich im Grunde schon total klar und sehr transparent formulieren, was ist das Ehrenamt in unserem Verein, wie leben wir das und wie wichtig sind dafür die Eltern? Und als Elternteil kriege ich damit sofort gespiegelt und signalisiert, hier ich bin Teil des Ganzen, ich bekomme hier eine Sichtbarkeit und ich kann für mich auch abklopfen. Kriege ich das hin, diese Erwartungen, die an uns gestellt werden, können wir das umsetzen? Ist das was für uns? Also, da kann ich auch ganz ganz früh schon mit dem Thema Erwartungshaltungen oder kann schon sehr früh Erwartungshaltung ansprechen.
Spätestens, wenn es ums erste Kennenlernen geht, also ich komme zum ersten zu ersten Theaterprobe oder Musikprobe oder ich komme zum ersten Probetraining in dem jeweiligen Sport, das ist auch immer eine sehr, sehr gute Möglichkeit, Eltern wirklich direkt mit den wichtigsten Informationen zu versorgen, weil sie sind ja neu in eurem in eurem Verein, in eurer Organisation, eventuell auch in diesem ganzen Kontext, in dem ihr euch bewegt und warum da nicht schon diese Möglichkeit nutzen und sie sofort abholen mit wichtigen Infos. Ein Handout habe ich gestern vorgestellt für die, die gestern nicht dabei waren, guckt da noch mal in die Präsentation rein. Da habe ich es noch mal ganz detailliert vorgestellt. Da ist auch ein Leitfaden hinterlegt, wie ihr so ein Handout erstellen könnt. Ist hier noch mal eine total gute Möglichkeit und meistens sind die Informationen, die in so einem Handout drin stehen, ähnliche Informationen, die ihr auf die Elternseite setzen könnt. Also, damit schafft ihr ganz schnell Synergien und müsst nicht doppelt gemoppelt arbeiten.
Spätestens beim Mitgliedsantrag sollten eben auch noch mal alle Infos gebündelt angehangen werden, damit eben da noch mal ganz klar das Ehrenamt thematisiert wird und Unterstützung und klar gemacht wird, wie wichtig einfach da die Unterstützung ist. Der Elternabend ist natürlich immer ein ganz ganz wichtiges und sinnvolles Tool, das auch wirklich zu nutzen. Also, ich empfehle wirklich immer einen Elternabend zu machen, vor allem dann, wenn es gerade neu losgeht. Also im Sport sind ja oftmals so von Saison zu Saison, also beginnt die neue Saison in anderen Bereichen vielleicht am Anfang des Jahres oder wann immer bei euch so ein Wechsel stattfindet, den auch wirklich mit einem Elternabend einzuleiten und euch vorzustellen, eure Philosophie, eure Pläne für dies für das Jahr vielleicht oder für die für die Spielsaison oder Trainingssaison, aber auch einfach so hinzuhören, was haben denn die Eltern für Themen? Dazu habe ich euch auch in der Präsentation, in der gestrigen Präsentation auch noch mal ein paar Informationen hinterlegt.
Eine Elternsprechstunde ist auch immer ein sehr hilfreiches Tool, Eltern gut abzuholen. Was meine ich mit der Elternsprechstunde? Es geht jetzt nicht da, dass nicht darum, dass ihr wie in der Schule einen ganzen Nachmittag dasitzt und Elterngespräche über Elterngespräche führt, sondern vielleicht drüber nachdenkt, kann ich einmal im Monat vielleicht vor dem Training oder vor unserer Chorprobe eine halbe Stunde erübrigen und in dieser halben Stunde vielleicht 3 x 10 Minuten Gespräche den Eltern anbieten in der Form hier habt ihr meinen Terminkalender. Es gibt kostenlose Kalendertools wie zum Beispiel Calently. Und das könnt ihr ein einrichten mit eurem Kalender verbinden, dort eben eure freien Zeiten einsetzen und dann macht das Tool quasi alles für euch. Also die Eltern können dann quasi sagen, okay, am Donnerstag ist um 16 Uhr bis 16:10 Uhr ein Slot frei, den buche ich mir. Wenn ihr diese Maske einrichtet, wichtig, dass ihr eine ein Themenfeld einrichtet, nämlich, dass die Eltern euch einschreiben, welches über welches Thema sie mit euch sprechen wollen, damit ihr nämlich da wirklich auch gut euch drauf vorbereiten könnt. Ist etwas, was sich total bewährt hat in vielen Vereinen. Und die, ich sag mal, dieses Bedürfnis vieler Eltern nach einer Kurprobe, nach einem Training, nach dem Spiel sofort ihre ganzen Sorgen, Ängste, Nöte zu werden, haben sich damit wirklich sehr reduziert.
Eine Onboarding Mappe, also eine eine das Onboarding kennen wir ja sehr aus dem beruflichen Kontext, wenn Menschen neu in Firmen, in Institutionen hineinkommen, dass sie quasi gut onboardet werden, nämlich dass sie wissen, wie tickt hier das Unternehmen, welche Philosophie verfolgt es, welche Werte hat ein Unternehmen, wie ist mein Arbeitsplatz beschaffen, worauf sollte ich achten? Was sind so die ersten Schritte, die ich jetzt gehe? Wie werde ich hier eingeführt? Wen kann ich ansprechen? Gibt es vielleicht einen Mentor oder eine Mentorin, die mich das die ersten Monate begleitet etc. pp? Das ist auch etwas, was sich auch im Ehrenamt sehr bewährt hat. Und ich sage jetzt bewusst im Ehrenamt, weil das eben über die Eltern auch hinausgeht. Das hat sich bewährt bei Trainerinnen, wenn die neu in die in den Verein kommen, in Leitungsposition, also alles Menschen, die von außen neu in einen Verein kommen, da macht es eben Sinn, sie wirklich gut abzuholen. Und was jetzt auch immer mehr Vereine nutzen, ist öffentliche Vorstandssitzung zu machen, nämlich so ihre ihre Arbeit darzustellen und neue Menschen eben einzuladen. Guck dir doch mal an, wie wir eben unsere unseren Job hier machen, was das für ein Zeitfenster ist. Das hat auch die Möglichkeit, dass die, die vielleicht neu dazu kommen und vielleicht auch ein Interesse daran hätten, sofort konkrete Fragen stellen können und damit eben so ein bisschen diese also viele Jobs, die es im Verein gibt, so ein bisschen mehr transparent, mehr Sichtbarkeit und auch vielleicht so ein bisschen Neugierde wecken bei denen, die vielleicht potentielle Nachfolger, Nachfolgerinnen sein können.
Ich würde jetzt mal gerne euch so einen Denkimpuls mal kurz schicken. Wenn ihr jetzt so auf euren Verein oder eure Organisation schaut, über welchen Weg bekommen denn Eltern erste Informationen von dir, von euch? Welche Wege nutzt ihr da? Schreibt das doch bitte gerade mal so in den Chat hinein.
Über die WhatsApp-Gruppen,
die Webseite. Oh, cool.
WhatsApp, WhatsApp, WhatsApp-Gruppe und per Mail. Mhm. Auch Website. Sehr schön.
Prima. Danke. Ich sehe, es schreibt jetzt keiner mehr. Ja, danke für die, die reingeschrieben haben. Lis tippt noch. Da tippen noch einige. Warte ich mal kurz einen Moment.
Okay, ich glaube da nicht mehr. Ja, vielen Dank dafür. WhatsApp Status. Ja, super. Also wird viel über WhatsApp kommuniziert. Die nächste, das nächste Thema ist so das Ehrenamt transparent machen, nämlich nachzufragen. Wie ich eben schon gesagt habe, man ist oftmals wirklich sehr überrascht, wenn man mal so ein bisschen schaut, welche Kompetenzen bringen denn unsere Eltern mit, was da eben alles möglich ist. Und das ist halt eben nur dann möglich, wenn wir danach fragen. Sei es in der in der Form, dass wir, wie ich es eben schon gesagt habe, gibt es auch verschiedene Möglichkeiten, die ich euch gleich noch vorstelle, aber wenn wir nicht nachfragen, dann können wir es nicht einfach wissen.
Und es um um eben auch die Eltern dann gut mit einbinden zu können, ist auch hier wieder wichtig, dass ihr eben eure Aufgaben identifizieren solltet, nämlich zu wissen, wenn wir jetzt Eltern haben, die beispielsweise gut in der Orga sind oder die gut in der IT sind, wo können wir denn eben ihre Möglichkeiten nutzen? Oder mittlerweile können wahnsinnig viele super gut fotografieren, vor allem mit unseren Handys, die wir alle haben. Und zu schauen, vielleicht gibt es ja Chorproben, die fotografiert werden sollen oder Spiele, die fotografiert werden können, damit die auf der Seite oder auf der Mannschaftsseite im Grunde dann auch dargestellt werden können. Also, ich kann eben im Grunde auch da nur wieder das Schlagwort Kommunikation mit reinbringen. Wenn wir nicht nachfragen, wenn wir da nicht hinterher sind, dann können wir nicht wissen, was für ein Potenzial und ein Schätzchen wir oftmals in der Elternschaft vorfinden können.
Und auch hier ist es ja im Grunde so, ich habe es eben schon mal so kurz angedeutet, wie oft auch Eltern in so einem Zwiespalt sind, ne, zwischen ihrem Familienmanagement und eben ihren Ehren ihrem Ehrenamt. Also das Familienmanagement, wenn ihr euch noch mal an die Grafik erinnert, die ich mitgebracht hatte, da ist oftmals ganz viel los. Also, ich kann das aus meiner Welt nur beschreiben. Mein Mann ist beruflich immer sehr, sehr viel unterwegs gewesen, als unsere Kinder noch jünger waren. Wir haben zwei Kinder, unseren Sohn und unsere Tochter. Unser Sohn hat Fußball gespielt, ich bin auch berufstätig. Wir haben noch einen Hund. Damals hatten wir nur einen. Das bedeutete aber unter der Woche war mein Mann ganz ganz viel nicht da, dass ich das alleine gemacht habe und da pünktlich aus dem Büro wegzukommen, um unseren Sohn an der Schule abzuholen, zum Training zu bringen, vielleicht mit unserer Tochter, die auch ja ihre Bedürfnisse hatte, mich dann noch zu treffen und zu gucken, dass dass ich sie da noch unterstützen kann. Dann hatte ich in der Zeit meine beiden Eltern, die beide so nacheinander immer mehr Unterstützung auch brauchten, wo ich mich mit einklinken musste.
Und bei uns war das Thema eben Schule versus Hobby auch ein ganz ganz großes, weil oftmals die Schule nicht verstehen konnte, dass unser Sohn so leidenschaftlich Fußball spielt und eben als er dann in den Nachwuchsleistungszentren gespielt hat, viermal die Woche Training hatte plus am Wochenende Spiel und die der Verein konnte oftmals nicht verstehen, dass es doch auch Anforderungen Ansprüche seitens der Schule gab, wo ich als Elternteil, als Mutter oftmals dazwischen stand und so das Bindeglied war und auf der anderen Seite ist es halt so, dass für viele Eltern eben das Ehrenamt interessant ist, wenn es eben flexibel gestaltet werden kann, wenn es eben nicht an so festen Zeiten oder z.B. ans Training gebunden ist, wenn sie eben halt auch ein Gestaltungsspielraum haben, dass es beispielsweise eine Aufgabe ist, die sie selber auch so ein bisschen mit Leben füllen können, also wo es die Rahmenbedingung gibt, aber das Innere können sie selber so ein bisschen nach ihren Bedürfnissen, nach den zeitlichen Möglichkeiten eben gestalten. Ja, wenn es eben das Thema Anerkennung und Wertschätzung auch dort mit eingebunden ist, also, dass das auch wertgeschätzt wird. Und da geht es den Eltern ja nicht darum, dass sie jetzt dafür honoriert werden, also Geld bekommen, sondern eher das gesehen wird, was sie eben auch mit einbringen, genauso wie das ja die andere Seite auch sehr gerne möchte.
Und für viele ist es eben leichter ins Ehrenamt einzusteigen, wenn sie wirklich an die Hand genommen werden, wenn sie wissen, wenn sie wenn die Vorgaben so klar sind, wenn die Job Description ganz klar ist, wenn es vielleicht eine Ansprechmöglichkeit gibt, wenn man nicht weiter weiß und wenn man halt eben auch in der Gruppe zusammenarbeitet, also wenn man eben nicht alleine diesen Job übernimmt, sondern eben in dem Team, in der Arbeitsgruppe arbeitet und weiß, da sind andere dabei, die mit mir das zusammen schultern, wenn man eben wieder von den Schultern sprechen möchte und die eben einfach da sind und dadurch und viele möchten eben auch gerne teilhaben, wenn es dann eben deutlich ist, wo sie eben unterstützen können. Also für viele ist eben halt auch das Ehrenamt so sinnstiftend, wenn sie eben auch dann ganz genau wissen, wie kann ich mich denn eben auch im Ehrenamt einbringen?
Genau. Das war
die noch mal so ein bisschen so eine Zusammenfassung, was ich gerade schon mal gesagt habe, ne? Also, dass ihr danach fragt, die richtige Ansprache für die Zielgruppe ist auch immer ganz wichtig, dass Eltern werden anders oder möchten oder werden anders erreicht, als beispielsweise, wenn ihr jetzt Trainerinnen ansprechen würdet, ob sie eben in bestimmten Dingen vielleicht mithelfen können, was Vereinsstrukturen angeht, weil da ist auch oftmals ein ganz großes Potenzial vorhanden, was gar nicht immer so gesehen wird. Und wie ich gerade schon sagte, das Honorar spielt eben auch wirklich bei vielen Eltern ja eine ganz untergeordnete Rolle, weil es ihnen darum nicht geht, sondern darum geht's bei Ihnen ist dann eben viel wichtiger wieder diesen Schluss an den Anfang, den ich gesetzt habe, nämlich Eltern wollen, dass es ja ihrem Kind gut geht und wenn sie dabei behilflich sein können und das Warum wissen und den Mehrwert daraus wissen und die Sinnhaftigkeit, dann sind viel mehr Eltern bereit auch mit einzusteigen.
Auch hier habe ich mal so ein paar Tools mitgebracht, die ihr hier für diesen Bereich nämlich dieser Nachfrage nutzen könnt. Elternseite, klar, Mitgliedsantrag habe ich eben auch schon erwähnt, Elternabend. Was so ein bisschen neu dazu gekommen ist, Umfragen sind beispielsweise total hilfreich, nämlich bei Eltern so abzufragen, wenn ihr konkret wisst, die und die Themenbereiche oder Aufgabenfelder würden wir ganz gerne abdecken, Eltern auch mal zu fragen hier, wo siehst du dich, wo kannst du dich einbringen? Und die Umfragen sind dann auch immer ganz sinnvoll, wenn von Anfang an klar ist, dass ihr Elternunterstützung braucht. Wenn das am Anfang nicht klar ist und ihr dann auf einmal sagt, so, wir machen jetzt eine Umfrage, weil wir wissen wollen, wo ihr euch, wo ihr uns unterstützen könnt, dann wird das nicht erfolgreich sein. Ihr braucht wirklich diesen Ansatz von Anfang an, das Warum zu erklären, den Mehrwert und warum es wichtig ist, dass Sie an der Umfrage teilnehmen und eben sich auch für einen Bereich kommitten würden.
Die Talentekarte, die habe ich gestern auch schon erwähnt. Damit kann man auch sehr, sehr gut abfragen, was wo wollen sich denn Eltern einbringen? Also das, was ihr mit einer Umfrage macht, das könnt ihr beispielsweise auch mit einer Karte machen, die ihr an dem Mitgliedsantrag anhängt oder die ihr so verteilt. Und was eben auch ganz sinnvoll ist, das ist so ähnlich wie eben diese öffentlichen Vorstandssitzung wäre so eine Art Praktikum, also dass jemand, der sich mal für einen Bereich interessiert, mal mitlaufen kann und sich da eben so ein bisschen reinfuchsen kann. Also beispielsweise, wenn ihr in eurer Mannschaft oder in eurer Organisation Eltern habt, die so das Bindeglied zwischen euch und den anderen Eltern sind und da eben wichtige Informationen von wegen Zeiten, Probenzeiten, Trainingszeiten, Treffpunkte und solche Dinge, die jetzt nicht das Fachwissen benötigen, organisieren, dass man da, wenn man sich da vielleicht für interessiert, einfach mal mitläuft oder sich mit denen unterhält und mal fragt, ey, wie macht ihr das denn? Wie was ist denn das für ein Zeitaufwand? Was auf was muss ich denn achten? Und wie geht das denn alles so überhaupt? Sodass man da auch so ein bisschen so langsam hineinrutscht? Und was ich immer wieder empfehlen kann, ist wirklich denkt darüber nach in Gruppen zu arbeiten, in Teams zu arbeiten und nicht mehr dieses eins zu eins. Eine Person hat eine Aufgabe, wie wir das aus den alten Ehrenamtsstrukturen extrem kennen.
Genau. Das könnt ihr mal mit nach Hause nehmen, dass ihr da einfach mal drüber nachdenkt, wie ist das denn bisher bei euch im Verein oder in eurer Organisation geregelt? Wie erfährst du bisher mehr über die Kompetenzen der Eltern? Also welche Wege nutzt ihr bisher? Das ist mal so eine so eine Idee, die ihr einfach mal mitnehmen könnt. So. Jetzt habe ich mal hier noch mal so paar Schritte aufgeführt, die euch eben unterstützen können, eben Ehrenamtliche zu finden. Ich habe es jetzt gerade schon ganz oft erwähnt, ne, dieses in Arbeitsgruppen zu arbeiten, in Teams zu arbeiten, weg von dem eins zu eins. Da noch mal wiederholend zusammengefasst, ihr könnt auf das Schwarmwissen von mehreren Leuten zugreifen. Wenn ich weiß, ich trage diese Aufgabe nicht alleine, sondern kann sie teilen, bin ich viel eher bereit, eine Aufgabe zu übernehmen. Genauso wie wenn vielleicht mal aus der Gruppe jemand mal ausfällt wegen Krankheit oder Urlaub oder vielleicht auch die Organisation den Verein verlässt, dann sind immer noch zwei, wenn ihr eine Dreiergruppe hattet da, die es weiterführen können.
Der Wunsch nach der Veränderung eben wirklich Eltern einzubinden, der muss gegeben sein. Also diese ganz klare Frage, die ich am Anfang gestellt habe, schaut euch an, wie der jetzige Zustand ist und definiert ganz klar, wo möchtet ihr hin? Und da ist es auch wichtig, dass ihr kleine Zwischenziele setzt. Also macht das Endziel nicht so riesengroß, dass ein Riesenberg ist und ihr davor steht und denkt: "Um Gottes Willen, wie kommen wir da hoch?" Sondern definiert den erstmal wirklich klein und guckt, welche Zwischenziele brauchen wir, um dorthinzukommen, die Aufgaben ganz klar zu identifizieren oder auch zu verschriften und dann eben in die Kommunikation zu gehen mit den anderen Eltern oder auch mit den Vereinsmitgliedern und dann eben zu schauen, wer kann denn eben hier jetzt in Teams und Tandems mit umsetzen und wer wäre bereit so ein bisschen als Mentor oder Mentorin den neuen, die jetzt einsteigen, beizustehen, sage ich mal.
Und was ich immer oftmals erlebe, ist eine Fehlerkultur. Lasst wirklich eine Fehlerkultur zu. Ihr seid die Experten in eurem Bereich und wenn jetzt Eltern von außen dazu kommen, dann brauchen sie einfach einen Rahmen, in dem sie lernen können. Und wir wissen alle, da wo wir lernen, da passieren auch Fehler. Und gerade im Ehrenamt, wenn das nicht gestattet wird und sofort gemeckert wird, weil was nicht so rundläuft, wie man sich es vielleicht vorstellt oder wie das diejenigen oder derjenige davor gemacht hat, damit verliert man die Menschen sofort, dann sind sie sofort weg, weil es eben ein ehrenamtliches Engagement ist und da möchte man eben auch gerne eine Wertschätzung bekommen für das, was man macht. Wenn man aber da sofort nur Gemecker hört, dann sind die meisten Leute direkt wieder fort. Also daher ganz ganz wichtig, da auch eben den Leuten einen Spielraum des Lernens zu geben.
Und damit es wirklich auch erfolgreich ist, bleibt da wirklich dran. Schaut euch auch in regelmäßigen Abständen an, was wo sind wir gestartet, wo wollten wir hin? Welche Zwischenziele sind wir gegangen, wo stehen wir bisher, was hat ganz gut funktioniert, wo müssen wir vielleicht ein bisschen am Schräubchen drehen und wie können wir auch weiter dran bleiben? Das ist vor allem auch ganz wichtig, sich das immer anzugucken im Hinblick auf vielleicht Personen, die nicht sofort zufolgen wollen, nämlich da mal hinzuhören, was sind denn deren Themen, warum sie jetzt den Weg nicht mit uns mitgehen wollen oder vielleicht abgebogen sind, wo haben wir sie verloren, was brauchen sie vielleicht und wo können wir sie auch wieder andocken? Und Entschuldigung, auch im im gerade im Ehrenamt ist es immer ganz wichtig. Ich hatte heute eine Besprechung, da ging es auch um das Ehrenamt, dass Vereine, Organisationen, die ehrenamtlich arbeiten, die sind im Grunde wirklich wie ein Unternehmen, nämlich auch ein ein ehrenamtlicher Verein oder eine ehrenamtliche Organisation, die muss geführt werden, sie muss gemanaged werden, sie muss sich weiterentwickeln, damit sie zukunftsfähig bleiben kann. Und das sind eben alles Dinge, die kann man nicht einfach mal so neben den ganzen Jobs machen, die da so anfallen.
Ich habe euch hier paar Reflexionsfragen mitgebracht, die könnt ihr euch gerne im Nachgang noch mal anschauen und mal so ein bisschen Stückchen für Stückchen durchgehen, ne? Also diese Fragen, welche Aufgaben können von den Eltern übernommen werden, da noch mal ganz genau hingucken. Auch welche Frage ich immer ganz wichtig finde und die auch sehr am Anfang mit stehen sollte, ist wollen wir neue Ideen überhaupt zulassen? Also wollen wir Menschen in unserer Organisation, in unseren Verein einlassen? Weil jeder, der neu dazu kommt, der hat noch mal den Blick von außen und es werden vielleicht andere Fragestellungen zutage treten oder vielleicht auch andere Ideen kommen. Und da ist es dann im Grunde immer so ein bisschen die Frage, ja, wollen wir denn das auch überhaupt? Also hier auch die Einladung, sich die mal in Ruhe anzugucken und eben auf euren Verein und eure Organisation eben anzuwenden.
Professor Heinz Reiners, er ist Bildungsforscher und er macht in regelmäßigen Abständen für den bayerischen Fußballverband immer Untersuchung und Umfragen in den Vereinen. Und der hat jetzt gerade im letzten Jahr eine Umfrage oder ja, eine Untersuchung zum Thema Ehrenamt gemacht und da kam von ihm so diese Aussage und die finde ich sehr prägnant und ganz ganz wichtig und auch richtig. Willst du das Ehrenamt stärken, dann musst du investieren. Also man muss etwas dafür eingeben und wir wissen alle, wenn wir Veränderung brauchen, dann braucht es so ein Engagement. Es braucht Zeit, es braucht Kraft von uns. Wenn ich etwas verändern möchte, will ich einen Marathon laufen, dann muss ich auch in die Trainingszeit investieren, in meine Ernährung investieren, in meine Ruhephasen investieren, ich muss mir einen Trainingsplan machen etc. pp. Denn von alleine nur mit dem Gedanken, ich will einen Marathon laufen, wird mir das auch nicht gelingen.
So, gibt es bis hier Fragen? Sonst würde ich gerade noch mal so eine kurze Zusammenfassung machen, Janna, wenn das noch möglich ist. Und genau, also was ich empfehlen kann oder was glaube ich jetzt auch nachdem, was ich erzählt habe, ganz wichtig ist, dass wir eben gucken, dass Ehrenamt so wie wir es von früher her kennen kann, nicht mehr so funktionieren. Wir müssen es neu denken. Wir müssen eben letztendlich so ein bisschen gucken, wie sind die Lebenswelten der Engagierten, wo können wir sie abholen, wie können wir sie eben einbinden und wie kriegen wir sie auch angesprochen? Also wie kriegen und wo kriegen wir sie abgeholt? Da ist auch so die Frage, ist es wirklich die WhatsApp-Gruppe, die ausreicht oder braucht es noch eine andere Möglichkeit der Ansprache? Ich habe euch ja jetzt mal so paar Beispiele noch mitgebracht. Kann es der Elternabend sein, den wir da noch mit zusätzlich nutzen können? Ist es vielleicht die persönliche Ansprache? Kann ich mein Anliegen über eine Sprachnachricht beispielsweise an die Eltern weiterleiten? Denn das was gesprochen ist bindet noch mal viel mehr. Kann ich vielleicht ein Video aufnehmen? Wenn Sie mich dann auch noch dazu sehen, dann ist die Bindung viel stärker, als wenn ich etwas nur lese, ne?
Also da auch noch mal gucken, wirklich ganz klar mal hingehen und sagen, welche Aufgaben können wir abgeben, weil da sehe ich immer einen ganz großen Bereich, der noch gar nicht so ausgearbeitet oder erarbeitet wurde, sagen wir mal so. Es der wird immer so sehr allgemein gefasst, aber es geht nie so in die Tiefe und schaut da wirklich noch mal hin und identifiziert, was könnt ihr abgeben, was liegt nicht oder nicht unbedingt in eurem Erfahrungsbereich, sondern was könnt ihr wirklich an andere abgeben, die kein Fachwissen jetzt brauchen, die kein Musikwissen beispielsweise brauchen, wenn wenn das Kind in einem Chor ist, aber die dabei helfen können, die nächste Chorfahrt zu organisieren, weil es da Eltern braucht, die beispielsweise dabei sind, die vielleicht die Reisebuchung übernehmen können etc. pp. Reden und Fragen hilft. Ich habe es mal so mit dem Augenzwinkern gemacht, also wirklich, dass eure Ehrenamtsarbeit wirklich viel präsenter zu machen und mehr darzustellen und darüber auch noch mal zu formulieren, wo eben der Bedarf ist und wo eben Eltern auch eben reinsteigen können und unterstützen können.
Und was mir wirklich ganz ganz wichtig ist, ist Veränderung braucht Zeit und es braucht auch Geduld und das eben wirklich bei allen Beteiligten. Also nehme ich jetzt noch mal den Marathon zum Beispiel. Ich kann nicht davon ausgehen, wenn ich vier Wochen für einen Marathon trainiert habe und vorher kaum Sport gemacht habe, dass ich da wirklich einen Marathon laufen kann. Das wird nicht gelingen. Da muss ich einfach ein bisschen mehr Zeit investieren und ich laufe selber. Ich weiß, es gibt auch immer Momente, wo ich nicht mehr so dolle laufe, wie ich mir das vielleicht vorstelle, weil ich vielleicht gerade meine Pause brauche oder eine Anpassung brauche oder etwas anderes gerade irgendwie ansteht. Also das ist mir auch ganz wichtig in eurer Arbeit. Ihr macht das alle ehrenamtlich. Ihr seid alle wahnsinnig leidenschaftlich in dem was ihr macht, sonst würdet ihr das nicht ehrenamtlich machen. Aber schaut da wirklich auch, was für euch passt, was ihr leisten könnt, damit eben halt auch der Spaß und eben diese Leidenschaft erhalten bleibt. Und auch wenn man etwas Neues erlernt, da braucht es eben einfach Zeit, dass dass es ja, dass ich andere oder dass ich jemanden mitnehmen kann, der sonst nicht in diesem Bereich aktiv ist und sich dann nicht so gut auskennt. So, da ist mir das ganz wichtig, dass ihr wirklich Geduld habt.