Genau, ein Hallo und herzlich willkommen! Schön, dass ihr einmal da seid. Wir möchten euch heute so ein bisschen erzählen, was Barrierefreiheit im Netz für uns bedeutet, und würden als erstes ein paar Hinweise zu unseren Personen bzw. zu dem, was wir euch so erzählen, gerne mitgeben.
Dafür vielleicht den Hinweis: Ich sitze hier in Berlin, Philipp sitzt im Süden von Deutschland. Das heißt, wir sind an unterschiedlichen Endgeräten. Eine Person ist halt die Präsentation. Das heißt, wenn es kurz ein bisschen stockt, dann liegt das einfach daran, dass wir uns einmal kurz absprechen müssen. Das ist jetzt eine Problematik, geht nur, dass wir das einmal auf dem Schirm haben.
Ganz grundsätzlich: Wir freuen uns, hier sein zu dürfen. Ich möchte direkt zu Beginn darauf hinweisen, aus welcher Perspektive wir hier Dinge auch einmal vortragen. Nämlich vielleicht einmal zur Servicestelle Jugendbeteiligung. Das ist ein kleiner bis mittelgroßer Verein mit Sitz hier in Berlin, der bundesweit tätig ist rund um die Themen Beteiligung, Engagement und Demokratie.
Wir kommen, glaube ich, aus so einer sehr klassischen Haltung von „Wir machen“. Das bedeutet auch, weder Philipp noch ich sind Web-Entwickler. Das bedeutet, wenn ihr heute gekommen seid mit ganz, ganz vielen technischen Detailfragen, dann können wir versuchen, euch weiterzuhelfen. Die Wahrscheinlichkeit ist aber, dass ihr vermutlich an anderer Stelle besser aufgehoben seid.
Wir kommen aus einem ganz klassischen DIY-Charakter. Das heißt, wir als Verein haben irgendwann festgestellt, dass es einfach einen großen Bedarf an digitalen Angeboten gibt und dass diese Angebote im besten Fall für alle zugänglich sein sollten. Wir haben uns dann ganz viele Dinge auch einfach selbst beigebracht, und diese gesammelten Erfahrungen möchten wir gerne einmal mit euch teilen.
Wohl wissend, dass vermutlich unter euch auch ganz viele Menschen sind, die sich in großen und kleinen Vereinen engagieren, die im Zweifel nicht einfach den Luxus haben, dass sie eine große Agentur damit beauftragen können, einmal alle ihre digitalen Produkte, die sie so haben, barrierefrei zu machen.
Das ist der Hintergrund. Das bedeutet, wir gehen einmal so verschiedene Sachen durch und teilen gerne vor allem auch an. Wir einmal wissen, hier auf der Seite zu unserer Perspektive seht ihr einen Screenshot von einem Zoom-Meeting. Das war, glaube ich, vergangenes Jahr oder vielleicht auch schon vor zwei Jahren. Da sind junge Menschen abgebildet, die alle Zettel rund um das Thema Kamera halten. Das ist ein Bild auf dem Netzwerk Mission Inklusion. Das ist der Ort, an dem wir auch ganz, ganz viel über Barrierefreiheit gelernt haben und wo wir auch immer noch kontinuierlich gemeinsam Dinge mit jungen Menschen ausprobieren, um möglichst Angebote zu schaffen, die für alle gut nutzbar und für alle gewinnbringend sind.
Was wir mit euch heute einmal vorhaben: Wir würden gleich einmal einen ganz, ganz kurzen Einstieg ins Thema machen, würden uns dann der Frage widmen: Was sind denn eigentlich digitale Barrieren? Und würden dann gerne mit euch direkt den Praxistransfer übergehen und euch einmal mitgeben, was Dinge sind, die wir tun, damit Sachen zugänglicher sind. Am Ende haben wir noch einmal so Tipps aus unserem Alltag gesammelt, insbesondere für Situationen, wo es vielleicht nicht die perfekte Lösung gibt, wie man trotzdem Dinge dafür tun kann, dass Angebote möglichst barrierearm sind.
Genau, das haben wir ungefähr vor. Ich hoffe, das trifft euer Interesse. Ähm, wenn ihr Fragen, Anmerkungen oder Sachen habt, nutzt dafür gerne den Chat. Wir reden jetzt vermutlich so bis 17:50 Uhr, plus/minus je nachdem, wie schnell wir durchkommen, und freuen uns dann gerne darauf, möglichst gut eure Fragen beantworten zu können.
Genau, ich würde einmal einsteigen, bevor ich an Philipp übergebe, mit so einer ganz, ganz grundsätzlichen Frage: Warum sprechen wir überhaupt über Barrierearmut und Digitales? Ganz grundsätzlich sind wir ja hier im Bereich, wo es um Engagement und Digitalisierung geht. Das bedeutet, wir sprechen ganz grundsätzlich über ganz viele Sachen. Wir sprechen über Tools, die wir zum Beispiel zum gemeinsamen Arbeiten nutzen. Wir sprechen über Workshops und Online-Angebote. Vielleicht seid ihr im Verein aktiv, der in der Corona-Pandemie Workshops, die ihr normalerweise in Präsenz gegeben habt, auf einmal digital gemacht hat. Vielleicht seid ihr aber auch in anderen Bildungskontexten tätig und macht das zum Beispiel mit digitalen Veranstaltungen.
Wir sprechen aber auch bei dem Thema Digitalisierung ganz grundsätzlich umso Basics wie eine Vereinswebseite, die ganz viele Vereine hier haben. Wir sprechen über Social Media und wir sprechen über Öffentlichkeitsarbeit. Diese ganzen Aspekte fallen alle für uns unter den Begriff „Digitales“. Das bedeutet, dass wir versuchen, auch für all diese unterschiedlichen Aspekte euch ein bisschen was mitzugeben, was ihr für die Praxis nutzen könnt.
Vielleicht da auch noch einmal zu unserem Hintergrund: Wir machen ganz viel so interaktive Angebote. Das heißt, für Philipp und auch für mich, glaube ich, ist das so ein bisschen seltsam, dass wir Teilnehmer eben nicht hören und nicht sehen und nicht so direkt mit euch in Interaktion treten, sondern euch jetzt erst einmal vortragen. Das bedeutet, wenn ihr eigentlich nur hier seid, um herauszufinden, wie eure Vereinswebseite barrierearm werden kann, da ist auf jeden Fall auch was für euch dabei. Da haben wir was vorbereitet. Im zweiten Teil reden wir aber auch noch einmal über interaktive digitale Formate und wie die barrierearm gestaltet werden können.
[Applaus]
Wir sprechen über Barrierearmut und Digitales aus verschiedenen Perspektiven. Ich würde das so in zwei unterschiedliche Perspektiven unterscheiden, nämlich einmal in die Frage von demokratischer Haltung und Recht und technische Aspekte. Vielleicht einmal dazu ganz grundsätzlich: Es gibt ein Recht auf Zugang von Informationen. Das ist in verschiedenen Gesetzestexten festgeschrieben. Ein ganz, ganz zentrales Gesetzeswerk ist natürlich die UN-Behindertenrechtskonvention, die genau das auf einmal festschreibt und sehr bewusst auch auf den Zugang zu digitalen Informationen verweist. Und natürlich für uns insbesondere noch einmal wichtig: das Recht auf Teilhabe und das Recht auf gesellschaftliche und demokratische Teilhabe.
Das bedeutet, ich als Verein mache in dem Bereich, in dem ich mich engagiere, ganz viele Dinge, die dazu führen sollen, dass wir in einer guten und zukunftsfähigen Demokratie zusammenleben können. Und das bedeutet, dass im besten Fall alle mitgenommen werden müssen und niemanden ausgeschlossen werden will. Dementsprechend aus der Perspektive ist es nicht besonders für Barrierearmut sowohl online als auch natürlich auch offline.
Und dann die zweite Ebene, die bei dem Thema nicht irrelevant ist, sind tatsächlich technische Aspekte. Ich bin jetzt keine Web-Entwicklerin, ich kann auch keine Apps entwickeln, aber es gibt eine ganze Reihe an Vorschriften, Standards und Normen, die es gibt, damit digitale Angebote gut und möglichst langfristig nutzbar sind. Das heißt, auch da haben wir zum Beispiel teilweise Dinge, die eingehalten werden müssen und die ihr im Zweifel braucht, damit eure Angebote gut nutzbar sind für alle.
Mir ist es ganz wichtig, bei dem Thema Barrierearmut darauf zu verweisen, dass Barrierearmut nichts ist, was wir extra für eine gesonderte Zielgruppe machen, sondern Barrierearmut bringt allen etwas, ganz unabhängig davon, ob eine Person eine Behinderung hat oder sonstige Dinge mitbringt. Barrierearmut bringt auch auf ganz vielen Ebenen etwas. Zum Beispiel sind barrierefreie Webseiten in der Regel responsiv. Das bedeutet, sie passen sich der Größe des Endgeräts an, wenn man das da einfach ausdrückt.
Und so eine Responsivität ist nicht nur super für Menschen mit Sehbehinderung, die dann Dinge vergrößern und verkleinern können, sondern sie sorgt auch zum Beispiel dafür, dass eure Vereinswebseite länger haltbar ist und im Zweifel sowohl auf einem iPhone als auch auf einem Samsung Galaxy gut aussieht. Gleichzeitig bedeutet Barrierearmut in der Regel auch eine bessere Auffindbarkeit von Informationen, unter anderem auch für Suchmaschinen. Das ist total spannend. So ein ganz klassisches Beispiel ist, wenn ihr ein Bild auf eurer Vereinswebseite habt und ihr habt keine Bildbeschreibung, dann kann eine Suchmaschine damit weniger anfangen, als wenn ihr eine Bildbeschreibung habt. Das heißt, die Bildbeschreibung sorgt dafür, dass im Zweifel Leute eure Angebote besser finden und gleichzeitig Menschen wissen, was sie mit diesem Bild anbringen sollen.
Und letztlich erweitert Barrierearmut neue und erreicht neue und auch weitere Zielgruppen. Auch das ist etwas, worüber, glaube ich, ehrenamtlich getragene Organisationen sich auch immer sehr freuen, wenn ihre Angebote ein bisschen weiter greifen. Dazu weit von mir zu einer kurzen Einführung, warum wir uns überhaupt mit Barrierearmut beschäftigen.
Wir würden einmal weitergehen und gemeinsam angucken, was denn digitale Barrieren jetzt eigentlich sind.
Der digitale Bereich bzw. Informationen, also es geht um Zugangsbarrieren zwischen den Nutzer:innen und Informationen an sich, und die sind häufig unsichtbar für die Leute, die von diesen Barrieren betroffen sind. Deswegen ist der allererste Schritt, diese Barrieren einmal sichtbar zu machen.
Ein Beispiel für eine Barriere könnte zum Beispiel ein Radio sein oder ein Podcast. Denn ein Podcast kann gehört werden, es kann aber nicht gleichzeitig gesehen werden. Das heißt, der einzige Sinn, der damit angesprochen wird, ist das Hören. Wenn das nicht möglich ist, kann die Person relativ wenig mit diesem Medium anfangen.
Eine andere Barriere, die sich nochmal auf eine andere Ebene der Interaktion ergeben kann, ist, wenn wir ein ganz tolles Online-Quiz erstellt haben zu Geschichte eures Vereins, aber dieses Online-Quiz lässt sich leider nur mit der Maus bedienen und lässt sich wirklich nur mit A nach B durchklicken. Dann kann es sein, dass Leute, die nicht die Maus nutzen können oder die hauptsächlich nicht die Maus benutzen, sondern beispielsweise hauptsächlich die Tastatur benutzen, damit gar nicht interagieren können.
Es gibt ganz viele Möglichkeiten, wie Leute mit einem digitalen Produkt interagieren. Manche machen es durch Klicken, manche mit der Maus, manche mit der Tastatur, manchmal mit Augensteuerung. Für all diese Fälle gibt es technische Lösungen, damit keine Barriere darstellt, wie die Nutzer:innen mit einem digitalen Produkt interagieren.
Eine weitere Barriere ist, wenn Sie digitale Veranstaltungen gestalten und nur die deutsche Lautsprache benutzen. Dann ist das eine Barriere für Menschen, die die Gebärdensprache benutzen, für Leute, die nicht Deutsch als Muttersprache sprechen, für Leute, die vielleicht eine ganz andere Sprache sprechen. Diese ist nicht nur eine kommunikative Barriere, sondern auch eine soziale Barriere, weil dann die Interaktion erschwert wird und es einfach schwieriger ist, eine Gemeinschaft aufzubauen.
Eine weitere soziale Barriere ist auch ein Vorteil oder generell Vorteile. Und zwar: Du kannst das nicht. Wenn wir den Leuten, die an Angeboten teilnehmen, erst einmal sagen, dass sie etwas nicht können, weil wir die Annahme haben, dass sie es nicht können, dann schließen wir die Leute von vornherein aus. Vorurteile sind einmal die Barrieren in den Köpfen, die eben dann Grenzen zwischen den Menschen ziehen und es verunmöglichen, dass wir eine Gemeinschaft bilden. Aber genau das wollen wir doch im Engagement!
Vielen Dank dafür. Ich habe parallel den Chat auch gemacht. Den kann man nicht so gut im Blick behalten, wenn man gleichzeitig teilt. Philipp, du wirst lauter und leiser, und zwar so, dass man nicht so richtig gut verstehen kann. Kannst du noch einmal prüfen, ob du das Mikrofon richtig eingesteckt hast? Oder im Zweifel die Hintergrundunterdrückung noch einmal anpassen kannst?
Okay, ich versuche einmal ganz kurz zusammenzufassen, in der Hoffnung, dass ich einmal die Infos, die im Zweifel jetzt kurz einmal verloren gegangen sind, wiedergeben kann. Ich konnte nämlich relativ gut verstehen, dass wir ganz klassisch Barrieren digital insbesondere dann haben, wenn zum Beispiel nur ein Sinn angesprochen wird. Das war das Beispiel mit dem Radio, das funktioniert erstmal nur über das Hören. Das ist schwierig für Menschen, die zum Beispiel nicht hören können.
Gleichzeitig habe ich zum Beispiel ein tolles Quiz erstellt, das man aber nur navigieren kann, wenn man draufklicken kann. Auch das hilft nicht allen Leuten weiter, weil Menschen das Internet unterschiedlich nutzen und bedienen. Der letzte Punkt, den Philipp noch einmal angebracht hat, ist die Frage nach sozialen Barrieren. Also, Justin, wenn Leute zum Beispiel auch die Nutzung von gewissen Tools einfach nicht zugetraut wird.
Wenn wir uns darüber Gedanken machen, wie wir unsere Angebote auf dem ganzen Spektrum möglichst barrierearm gestalten können, dann achten wir auch auf drei große Aspekte:
Wie können wir Sprache und Inhalte möglichst barrierearm gestalten?
Wie kann Navigation und Orientierung gut funktionieren?
Was nehmen wir mit im Bereich Interaktion?
Was wir gerne mit euch machen würden, ist jetzt, diese einzelnen Aspekte immer einmal durchzugehen, euch jeweils einen kurzen Input zu geben und dann einmal gemeinsam darauf zu schauen, was wir konkret in unserer Arbeit als Servicestelle Jugendbeteiligung tun, damit das auch in der Praxis funktioniert, insbesondere als ein Verein mit so mittelmäßig großen Mitteln, die sich also nicht für jede Sache, die man neu machen möchte, eine eigene Agentur leisten können.
Genau, und damit würde ich für den ersten Punkt „Sprache und Inhalt“ auch einmal wieder an Philipp abgeben.
Und wir machen jetzt vielleicht direkt einen Ton-Test. Ja, genau, meldet euch einfach gerne, wenn es schwierig wird.
Bei der Sprache heißt es, dass ich einfach ein paar Fragen mitgebracht habe, die ihr immer in eure digitalen Formate mitnehmen solltet oder an die digitalen Produkte stellen solltet. Die Rückmeldung: Wie ist es? Funktioniert das?
Okay, dann mache ich das. Es ist immer wichtig, eine gemeinsame Sprache zu finden und sich erst einmal zu fragen: Welche gemeinsame Sprache haben wir? Benutzen wir alle Lautsprache? Benutzen wir alle die deutsche Sprache? Wollen wir uns auf eine andere Sprache einigen? Und auch: Welches Sprachniveau haben wir? Benutzen wir schwere Sprache, benutzen wir eher vereinfachte Sprache oder benutzen wir bestimmte Wörter? Oder verzichten wir auf bestimmte Wörter? Setzen wir bestimmte Begriffe voraus, also Fachwörter, die ich unbedingt brauche, um zu sprechen?
Dafür können wir arbeiten. Oder verwenden wir die üblichen und gängigen Wörter des Alltags, die man auch dann Vokabular nennt?
Ja, genau. Ich würde einmal noch mal kurz reingehen, weil der Ton hat sich anscheinend nicht bei allen Leuten gut verbessert. Im Zweifel einmal tatsächlich das Headset wechseln oder rausnehmen und ohne versuchen, wenn das möglich ist.
Genau, wir hören jetzt mittlerweile auch ein leises Piepen. Auch das gehört zu den digitalen Angeboten dazu. Gut, dass wir Freunde der Technik sind.
Ja, jetzt habe ich die Hintergrundveränderung noch einmal angepasst. Was hat sich verändert? Also, ich weiß nicht, kann ich gerade nichts zu sagen?
Ist es zu leise? Ich glaube, wenn ich das aus dem Chat entnehmen kann, wirst du einfach sehr leise und sehr laut. Ja, und man hat ein Piepsen im Hintergrund. Das höre ich sogar auch.
Okay, krass. Tut mir leid.
Ja, also ich habe jetzt alles probiert, was ich gesagt habe. Jetzt hat zumindestens das Piepsen bei mir auch aufgehört. Wir versuchen es doch mal. Wenn nicht, müssen wir einmal zwischen den Geräten wechseln.
Okay, Moment. Vielleicht, Lena, kannst du kurz... Ich mache die Fragen kurz und dann versuche ich, eine Sache noch. Dann machen wir das so.
Okay, ich versuche einmal die Fragen fertig zu machen. Wenn wir uns also mit Sprache und Inhalten beschäftigen, steigen wir immer einmal damit ein: Haben wir eigentlich eine gemeinsame Sprache? Welches Sprachniveau liegt vor? Welchen Wortschatz setzen wir auch für gewisse Angebote voraus? Oder auch, um unsere Webseite zu verstehen? Wie kommunizieren wir miteinander? Braucht es Übersetzungen? Braucht es einen Zeitlauf, um die Kommunikation zu unterstützen?
Und der letzte Punkt ist die Frage: Gibt es Bilder und vermitteln die Aspekte? Das heißt, das ist auch noch mal so ein Bereich, wo wir gemeinsam immer drauf schauen, um Dinge möglichst barrierearm zu gestalten. Wenn man diese ganzen Fragen durchgeht, dann sind das ganz schön viele, die man je nachdem, was man tatsächlich als Angebot so hat und was man barrierearm gestalten möchte, beachten kann.
Das bedeutet, dass man unterschiedliche Dinge für die Praxis machen kann. Und darauf würde ich jetzt gleich gerne einmal eingehen. Und zwar: Wir als Servicestelle Jugendbeteiligung nehmen uns diese Fragen zu Sprache und Inhalt immer und leiten daraus verschiedene Dinge ab, um unsere digitalen Angebote barrierearm zu machen.
Wir schauen zum Beispiel, dass wir auf inhaltlicher Ebene einen Webseitenbereich in leichter Sprache haben. Als Servicestelle Jugendbeteiligung schaffen wir es nicht, dass alle unsere Webseiten und jede Webseite in leichter Sprache zur Verfügung steht. Das hätten wir gerne, das haben wir aber noch nicht so richtig gut hinbekommen. Das bedeutet aber, dass wir zumindest unsere Webseiten zusammenfassen, sodass Menschen mit einem Bedarf an leichter Sprache da relativ einfach hin navigieren können und da alle Informationen, die auf der Webseite sind, von unterschiedlichen Stellen verteilt sind, einmal zusammengefasst finden.
Wir bieten in der Regel Schrift- und Gebärdensprachdolmetschung in Zoom-Meetings an. Zum Beispiel gibt es ein paar technische Hinweise, weil wir wissen, dass es sehr viele unterschiedliche Videokonferenzprogramme gibt. Wir haben die Erfahrung gemacht, dass Zoom für unsere Teilnehmer am einfachsten möglich war. Wir haben nicht so richtig gute Erfahrungen mit Teams gemacht. Big Blue Button kam immer sehr auf die Leistungsstärke sowohl von Servern als auch von Endgeräten an.
Deshalb einmal der Bereich: Wir arbeiten in der Regel mit automatischen Untertiteln bei Präsentationen. Ihr habt jetzt ja in diesem Meeting auch automatisch Untertitel. Die sind allerdings in einem zweiten Fenster. Es gibt die Möglichkeit, unter anderem auch über PowerPoint automatische Untertitel hinzuzufügen. Die werden dann jetzt zum Beispiel, wo jetzt das gelbe DSSI erklärt wird, am Bildschirmrand mitlaufen. Da wissen wir auch, das funktioniert vor allem gut bei Männerstimmen, also bei Stimmen, die tendenziell etwas dunkler sind. Und es funktioniert auch nur dann, wenn wir sehr, sehr gutes Internet haben.
Das gilt sowohl für unsere Webseite als auch zum Beispiel, wenn wir digitale Veranstaltungen haben, wo es jetzt vielleicht nicht immer so eine gute Möglichkeit gibt, das eine kurz nachzufragen. Deshalb haben wir ein Handbuch und einfach da zu häufig genutzten Begriffen zur Verfügung gestellt und die zum Beispiel auch in leichter Sprache erklärt.
Insbesondere online haben wir festgestellt, dass so Murmelrunden, die man bei Offline-Veranstaltungen häufig hat, einfach nicht so einfach zu organisieren sind. Das heißt, da die Möglichkeit zu haben, dass Leute noch einmal einen anderen Anlaufpunkt haben, wo sie Dinge nachgucken können, finden wir ganz wichtig.
Ansonsten alles, was wir so mündlich anleiten, versuchen wir, alles, was visuell ist, einmal noch einmal zu versprachlichen. Super sprachlich bedeutet, dass ich jetzt zum Beispiel sowas sagen würde: „Am unteren Bildschirmrand ist ein gelber Balken, auf dem DSSI erklärt steht“, sodass auch Menschen, die das nicht sehen können, sich im Zweifel das vorstellen oder navigieren können.
Praktischerweise habe ich den Chat an der Seite auch und habe gesehen, was sind Murmelrunden? Murmelrunden bezeichnen wir so kurze kleine Gespräche mit zum Beispiel Nachbarn. Stellt euch vor, wir sitzen bei einem Workshop-Angebot und es geht gerade um ein gewisses Thema. Dann geben wir häufig gerne noch mal die Möglichkeit, einfach so gedankenlos zu werden, Fragen zu äußern. Nicht alle Menschen fühlen sich damit wohl, Dinge von der großen Gruppe anzusprechen. Das heißt, vielleicht spricht man manche Dinge auch einfach kurz mit dem Nachbarn. Gott sei Dank, das geht leider digital nicht so gut, wie ihr euch vorstellen könnt.
Das heißt, da nutzen wir zum Beispiel andere Unterstützung. Ganz grundsätzlich: Bilder und Illustrationen vermitteln Inhalte. Das bedeutet, wir achten auch auf sinnvolle Alternativtexte, sowohl in unseren PowerPoint-Präsentationen als auch auf unserer Webseite für Bildbeschreibungen, als auch auf Social Media. Wenn wir zum Beispiel toll gelayoutete Handbücher haben, gucken wir, dass wir gute Alternativtexte haben.
Ich bin auf jeden Fall nicht die beste Person für Alternativtexte, aber vielleicht zur sehr großen Gruppen-Einschätzung: Alternativtexte sollen vor allem Inhalte vermitteln. Das heißt, da ist es relevant, einmal sich zu überlegen, was ist der Inhalt, der vermittelt werden soll. Wenn ihr dekorative, schöne Sachen auf eurer Webseite habt, die aber eigentlich keinen Inhalt haben, dann ist das im Zweifel für Leute auch ein bisschen nervig, wenn sie zum fünften Mal vorgelesen bekommen, dass an der rechten Seite am Bildschirmrand ein kleiner Stern zu sehen ist. Das braucht man im Zweifel nicht, um an den Inhalt ranzukommen.
Für unsere Praxis bedeutet die Auseinandersetzung mit Sprache und vor allem Inhalten auch einmal zu schauen, dass, wenn wir Inhalte verschriftlichen, wir auf Farben und Kontraste achten. Das bedeutet, ihr seht zum Beispiel, wenn ihr an einer anderen DSSI-Präsentation von teilgenommen habt, dass das normalerweise eine weiße Folie mit schwarzer Schrift ist. Das ist nicht für alle Leute gut nutzbar.
Leute sind aber auch sehr viel verschieden. Wir haben das gerade für unsere Bedarfe einmal so angepasst und nutzen deshalb eine schwarze Präsentation mit weißer Schrift. Und ansonsten: Dinge, die Prozesse noch unterstützen können, sind Visualisierung und sprechende Notizen. Das bedeutet, dass man dafür sorgt, dass, wenn wir gerade so längere Prozesse sprachlich darstellen, Menschen Dinge haben, an denen sie sich orientieren können und die ihnen helfen können, Dinge mitzuverfolgen.
Das einmal zu dem Aspekt. Wir machen einen kurzen Tontest. Wenn ich jetzt erzähle, erzähle ich euch was zu Navigation und Orientierung. Jetzt habe ich alles getan, was gerade noch möglich ist, und versuche jetzt weiterzumachen mit dem nächsten Thema. Lena hat ja schon erwähnt, dass manchmal Webseiten vorgelesen werden. Und zwar ist es so, dass manche Menschen gerne Sprachausgabe benutzen oder auch Screenreader, die einfach alles, was auf dem Bildschirm angezeigt wird, in der Regel einfach noch einmal vorlesen.
Und diese Screenreader lesen eigentlich alles in einem Rutsch von oben nach unten durch. Es kann halt sein, wenn es wenig Struktur und wenig Navigation gibt auf einer Webseite oder in einem Word-Dokument, dass diese Screenreader gar nicht von oben nach unten durchlesen können, sondern von einem Punkt zum anderen springen. Und dann gibt es ein Chaos und dann gibt es Verwirrung.
So, jetzt aber noch mal bezüglich der Verwirrung: Wie ist die Sprache? Ist die okay?
Allgemeines Feedback im Chat ist: guter Empfang, es ist besser, ja, das Pfeifen ist weg und es ist okay. Mit „okay“ können wir gut arbeiten.
Okay, alles klar. Ja, da lässt sich, denke ich, mal immer noch dran arbeiten.
Pfeifen, genau. Aber zum Thema Orientierung und Navigation: Es ist der erste Punkt wichtig, dass Sie Informationen auffindbar machen, dass die Leute nicht so sehr damit beschäftigt sind, Informationen zu suchen, sondern sie schneller finden und sich mit den Informationen selbst befassen können.
Das bedeutet einmal, dass Sie Orientierung im digitalen Raum schaffen. Wenn Sie jetzt verschiedene digitale Tools benutzen, dass Sie dann die Wege aufzeigen, wie man von dem einen Tool in das andere findet. Zum Beispiel: Ich bekomme eine E-Mail, da ist ein Zoom-Link, ich klicke auf den Zoom-Link, dann öffnet sich ein Webbrowser und ich muss noch mal bestätigen, dass ich auch wirklich ein Zoom-Meeting laden will. Dann habe ich Zoom auf und Sie möchten ein Quiz machen. Und für das Quiz gibt es noch eine extra App auf dem Handy. Dann haben wir über verschiedene Anwendungen geswitcht und haben dann einen Weg gemacht, den man auch erstmal verständlich darstellen muss, wo man auch mal den Menschen unterstützen kann, die Orientierung im digitalen Raum zu finden.
Wichtig ist auch, dass Sie, wenn Sie beispielsweise eine komplexe Webseite haben mit vielen Inhalten, diese übersichtlich gestalten und dass Sie die mit Überschriften ausstatten, die dann eben in einer sinnvollen Menüstruktur angezeigt werden können. Wichtig ist auch, dass Sie Metadaten hinterlegen. Metadaten sind wie Dateieigenschaften, also einfach noch mal zusätzliche Informationen: Worum handelt es sich, welches Dateiformat ist das und welchen Namen hat das Ganze? Das hilft dabei, die richtige Datei, zum Beispiel in einem Word-Dokument, aufzufinden und bevor man es öffnet, einfach direkt das richtige Dokument zu finden.
Wenn man zum Beispiel einen kleinen Glossar hat für leichte Sprache, sollte man das auch so benennen, dass man einmal den Dateinamen richtig macht und auch die Datei-Eigenschaften hinterlegt.
Wichtig ist auch, dass Sie digitale Produkte an sich auch strukturieren, dass Sie den Weg sozusagen aufzeigen. Das schaffen Sie zum Beispiel, indem Sie die Lesereihenfolge selbst festlegen. Und das hatte ich ja schon so ein bisschen angedeutet. Es gibt ja zum Beispiel Sprachausgaben, es gibt aber auch noch andere Nutzungsmöglichkeiten, wo das wichtig ist. Beispielsweise bei der Screenreader, die alles nochmal in Funkschrift ausgeben. Dort ist es einfach wichtig, dass die Lesereihenfolge vorher schon festgelegt wird, damit die Hilfsprogramme und die Hilfs-Hardware die Möglichkeit haben, die Struktur und die Reihenfolge des Dokuments oder halt des Inhalts überhaupt zu erkennen und dann auch so entsprechend wiederzugeben.
Sonst bringen die nämlich von A nach Z und man weiß gar nicht mehr, wo man sich befindet. Es ist auch wichtig, Inhalte zu gliedern, damit Leute direkt die richtigen Inhalte ansteuern können. Wenn sie zum Beispiel sich vorstellen, dass eine Person schon zwei Drittel des Artikels gelesen hat und möchte jetzt weiterlesen, dass diese Person nicht noch einmal die verzeilten Absätze durchgehen muss, um den richtigen Absatz zu finden, sondern direkt dort weiterlesen kann.
Dafür ist es wichtig, Strukturelemente tatsächlich zu definieren. Das heißt, Überschriften auch als solche zu formatieren und beispielsweise auch Abschnitte zu definieren und halt auch sowohl in dem Word-Dokument als auch auf einer Webseite die Informationen zu hinterlegen: Hier ist ein Abschnitt, er beginnt hier und er endet hier, und dann beginnt ein neuer Abschnitt. Das sind alles Formatvorlagen, die man sich aneignen kann und zum Einsatz bringen kann.
Wichtig kann auch sein, Kontextinformationen auszugliedern. Wenn Sie sich vorstellen, Sie haben ein mehrseitiges Textdokument und möchten auf jeder Seite eine E-Mail-Adresse und eine Anschrift wiederholen, dann ist es wichtig, dass Sie die Kopf- oder Fußzeile auslagern, damit nicht immer der Textfluss unterbrochen wird durch die Informationen, die sich immer wiederholen sollen, die aber wichtig sind für den Kontext. Gleiches gilt auch für Seitenzahlen in einem Dokument und auch zum Beispiel für das Impressum oder die Kontaktinformation auf Ihrer eigenen Vereinswebseite.
[Musik]
Strukturieren Sie auch die Elemente, die Sie nutzen, und geben Sie ihnen auf jeden Fall auch ein Format.
Und zwar bedeutet das, dass Sie die Formatvorlagen, zum Beispiel in Microsoft Word, an sich benutzen. Ein Beispiel dafür: Wenn Sie eine Überschrift definieren wollen, könnten Sie natürlich einfach nur die Schriftgröße zweimal höher machen und einmal noch fett drauf. Dann sieht es auch aus wie eine Überschrift. Aber das Problem ist, dass die Information nicht hinterlegt ist, dass es sich dabei tatsächlich um eine Überschrift handelt. Nur wenn Sie den Text markieren und eine Formatvorlage benutzen, weiß später ein Hilfsprogramm: „Okay, das ist jetzt eine Überschrift.“ Und vor allem können diese Überschriften dann auch zusammengefasst werden in einem Inhaltsverzeichnis, das dann sozusagen auch klickbar ist. Also man kann auf die Überschrift klicken und landet bei der Überschrift selber, wo der Text ist.
Gleiches gilt auch für Webseiten. Wenn Sie WordPress benutzen oder irgendwelche anderen Content-Management-Systeme, sollten Sie dort auch Überschriften als solche definieren. Dann können die Nutzer:innen von einer Überschrift zur nächsten springen und haben dann sozusagen die Gliederung direkt schon mit dabei.
Wichtig ist auch, dass Sie sowohl in Dokumenten als auch auf der Webseite Listen als solche formatieren. Manche Leute machen vielleicht Punkt oder einfach nur Minuszeichen und noch zwei, drei Leerzeichen und sagen dann, das sieht ja aus wie eine Liste. Das stimmt, aber es ist noch nicht als solche definiert. Und Listen können auch von Hilfsprogrammen direkt angesteuert werden. Die Hilfsprogramme geben mir dann die Info, wie viele Zeilen hat diese Liste, dann hört sie auf und fängt sie an. Das gilt für Dokumente als auch für Webseiten.
Nur mal so als Beispiel: Ich habe einen Screenshot eingeblendet, wie man in Microsoft Word eine Formatvorlage benutzt. Einfach den Text markieren, oben auf die Formatvorlage „Überschrift Ebene 1“ klicken. Dann haben Sie quasi die größte Überschrift. Und wenn Sie nur Untergliederungspunkte haben, können Sie auch Überschriften verwenden.
Und daraus lassen sich dann auch Inhaltsverzeichnisse automatisch erzeugen.
Jetzt zu einem der letzten Punkte zum Thema Orientierung und Navigation: Geben Sie den Elementen einen Namen. Zum Beispiel, wenn Sie Anmeldeformulare haben, sollten die Eingabefelder eine richtige Bezeichnung haben, zum Beispiel, dass es sich um ein Adressfeld handelt und nicht um „E-Mail“, die man jetzt eintippen soll. Denn manchmal sind Eingabefelder tatsächlich nicht bezeichnet und dann sagt mir mein Hilfsprogramm nur, dass es ein Eingabefeld ist. Ich weiß aber leider nicht, was ich da rein tippen soll.
Und was ich auch noch aus eigenem Interesse bitte sagen möchte: Verstecken Sie Links hinter einem aussagekräftigen Text. Also packen Sie einfach nicht den Link ausgeschrieben in ein Dokument rein. Der Link beginnt immer mit „https“ und geht ewig weiter. Es ist viel hilfreicher, wenn Sie einen Text formulieren: „Link zu unserer Webseite“, und dahinter diesen Text hinterlegen Sie den Link. Dieser Text kann man klicken und landet auf Ihrer Webseite. Und wenn Sie einfach noch kurz einen Verweis hinterlassen, wo man landet, wenn man draufklickt, ist das super hilfreich. Also einfach sprechende Links und aussagekräftige Bezeichnungen dafür zu finden.
Okay, vielen Dank dafür! Das war ein kurzer Überblick über die Ebene Navigation und Orientierung, also wo man sich sowohl auf Webseiten als auch zum Beispiel auf Apps, die Sie erstellen, gut navigieren kann.
Ich würde versuchen, das noch mal ganz konkret zusammenzufassen, dass wir darauf achten: Zum einen, wir arbeiten mit vorgefertigten Tools und Vorlagen. Auch wenn eine Überschrift H1 auf der Webseite für Sie mit den Augen genauso aussieht, wenn Sie sie einfach dick und in einer gewissen Schriftgröße machen, bedeutet das nicht, dass die automatisch als Header 1, also Überschrift 1, formatiert wird. Das heißt, da wirklich mit Vorlagen arbeiten.
Ich weiß, dass gerade auch so WordPress-Bausätze sehr dazu einladen, im Zweifel ein bisschen nach Aussehen zu bauen und nicht nach Technik. Da im Zweifel aber wirklich mit Vorlagen arbeiten. Ich empfehle auch, und das habe ich auch gelernt über die Jahre, sehr ordentlich zu arbeiten.
Ordentlich arbeiten ist nicht nur aus der Barrierefreiheitsgründen total super, es ist auch dann super, wenn man ordentlich gearbeitet hat, wenn man Dinge verändern muss oder Dinge gut gehen. Dann hat man nämlich im Zweifel einen besseren Überblick darüber, wo man Dinge anpassen kann.
Ich habe im Chat die Frage zum Beispiel gesehen: Was ist denn jetzt empfehlenswert, wenn ich jetzt einen langen Text auf meiner Webseite einstelle? Und ich habe da zum Beispiel Content, ich habe eine Content-Management-Plattform. Ob ich dann für jeden Absatz einen eigenen Bereich definieren sollte? Das würde ich zum Beispiel auf unserer Webseite nicht machen.
Man kann normalerweise einen Textabschnitt einfügen und kann diesen Textabschnitt auch noch einmal layouten. Das bedeutet auch in einem ganz normalen Textfeld kann man mit einer H2, also in der zweiten Überschrift, einem Absatz, einer dritten Überschrift zum Beispiel arbeiten. Das bedeutet auch da im Zweifel: Dinge, die zusammengehören, inhaltlich zusammengehören, auch einmal inhaltlich zusammen auf der Webseite parken. Ich hoffe, das macht Sinn in der Formulierung.
Ich würde immer empfehlen: Ihr habt was Tolles gebaut, ihr macht irgendwas digital. Dann versucht doch mal, ob ihr alles mit der Tastatur erreichen könnt. Das kann man zum Beispiel mit der TAB-Taste ein bisschen ausprobieren und sich einfach mal so ein bisschen damit auseinandersetzen, wie komme ich denn an gewisse Stellen, wenn ich die Maus nicht bedienen kann.
Auch davon, wie werden noch mal, was sind gegebenenfalls Dinge, wo nicht alle Leute dran kommen? Ich würde immer einmal mitgeben: Inhalt vor Aussehen. Auch das ist manchmal natürlich ein bisschen schwierig, aber auch da einmal gucken, ist es tatsächlich gerade notwendig, dass im Hintergrund ein bewegtes Video läuft? Vermittelt es irgendwelche Inhalte oder kann man das im Zweifel auch einfach einmal weglassen, sodass der Inhalt auf jeden Fall gut von Menschen gelesen werden kann?
Ich wurde auch gerade einmal im Chat gefragt, wie ist das so mit DSGVO-konformen, barrierefreien Cookie-Bannern? Also gleich viele Dinge, die auf einmal reinkommen. Vielleicht einmal der kurze Hinweis: Was ist das Problem bei Cookies? Das Problem ist, dass das häufig als Overlay, also wie als extra Fenster, noch mal aufploppt, dass man wegklicken muss. Dafür muss man erst einmal wissen, dass da überhaupt irgendwas aufgeploppt ist, damit man es wegklicken kann.
Wir haben in der Servicestelle kein gutes gefunden. Wir verzichten in der Regel einfach auf die Dinge, die aufploppen, sondern gehen eher an Sachen, die sich zum Beispiel von oben ins Bild reinschieben oder von unten. Das heißt, im Zweifel verstehe ich, dass man gerne Dinge zentral haben möchte, dass sie aber im Zweifel nicht so viel im Weg rumstehen.
Ich kann Ihnen keinen konkreten Tool-Tipp geben, weil wir nichts gefunden haben, was sowohl DSGVO-konform als auch barrierefrei ist. Wir haben unsere Webseiten so eingestellt, dass wir sehr, sehr wenig Daten sammeln. Genau, das ist für uns eh ganz praktisch.
Ich würde auch da immer noch mal in Frage stellen, wie viele von uns gerade in einem Ehrenamt die Daten tatsächlich gut auswerten können oder ob wir sie nicht einfach sammeln, weil wir sehr gewohnt sind, dass Daten gesammelt werden. Das vielleicht einmal kurz zu dieser Frage im Chat.
Ansonsten der Punkt: „Fallen immer teilen“, das ist bei uns in der Organisation so ein Grundsatz geworden, zu sagen, wir versuchen einmal, Dinge sehr stringent und sehr ordentlich als Vorlage aufzubauen und dann verwenden wir Dinge auch immer wieder. Insbesondere ist das auch gerade, wenn es um interaktive Formate geht, immer ganz cool für Teilnehmer, die wiederholt da sind, weil es einfach einen guten Orientierungsrat bietet und man dann irgendwann auch sehr gut ins Machen kommt und Dinge auch nicht immer wieder von vorne erfinden muss.
Genau, das vielleicht einmal kurz in der konkreten Zusammenfassung, was wir damit machen. Ein wichtiger Hinweis, weil es gerne vergessen wird: So CAPTCHAs bei Anmeldungen sind nicht barrierefrei. Das ist der Versuch, dass man nicht, dass man die E-Mail-Adressen zum Beispiel schützt, damit man nicht zugespamt wird.
Genau, aber wenn Sie eine Anmeldung bauen, dann können da ganz viele Menschen nicht so richtig gut mit umgehen. Wir lassen sie dementsprechend einfach weg. Wir haben das bisher auch keine größeren Probleme mit gehabt. Genau, da vielleicht einmal zu Navigation und Orientierung.
Danke auch noch mal für die Anmerkungen mit den CAPTCHAs und den Cookies. Die Cookies sagen eigentlich mal, dass jetzt hier ein Popup-Fenster auf ist, sondern blockieren einfach nur die Bedienung und die Orientierung sozusagen auch im digitalen Raum für viele Hilfsprogramme. Und das ist wirklich nicht für alle Mückenarten und Weisen, wie Menschen mit digitalen Produkten interagieren, einfach hilfreich.
Das bringt mich auch so ein bisschen zu dem nächsten Punkt: Es gibt einfach unterschiedliche Arten und Weisen, wie Leute auf die digitalen Produkte zugreifen und wie sie interagieren. Ja, und wir hatten auch schon das Beispiel mit: Wie bringe ich einen langen Text auf eine Webseite? Wie gestalte ich das sinnvoll?
Eine Webseite mit nur einem Text ist nicht so interessant für Leute, die sich schwer tun zu lesen oder die das so nicht lesen können. In der Form ist eine Webseite, die aber nur Bilder enthält, schwierig für Leute, die nicht auf diese Bilder an sich zugreifen können. Das heißt, es braucht beides. Es braucht mehr Sinne, die angesteuert werden, und es braucht prinzipiell ein universelles Design, also ein Design, das zulässt, dass die einzelnen Nutzer:innen mit den jeweils individuellen Interaktionsweisen mit der Technik sich so einstellen können, dass sie es benutzen können.
Das ist zugelassen. Es braucht mehr Sinne, dass das nicht schon vordefiniert ist, dass ich die Webseite nur mit den Augen anschauen kann, sondern dass ich diese Webseite mit mehreren Sinnen erfahren kann, wenn ich es dann eben brauche und wenn ich es mir dann eben einstellen möchte.
Und wie setze ich das um? Das ist einmal wichtig, die roten Informationen zu erhalten, dass sie nicht verloren gehen. Ein Beispiel hierfür wäre, wenn Sie einen Text haben und daraus ein Bild erzeugen. Beispielsweise passiert es häufig auf Instagram, dass Text, den man eigentlich plant, mit Text zu veröffentlichen, aber auf Instagram braucht, deshalb Bilder. Deswegen packen wir den Text in ein Bild rein.
Auf Instagram geht die rote Information des Textes an sich verloren, denn er ist nur noch mit den Augen sichtbar. Deswegen muss man eigentlich nachjustieren. Und deswegen gibt es auch auf Instagram die Bildbeschreibung, auch sogenannte Alternativtexte, womit man sich die rote Information quasi wieder zurückholt und versucht, sie dadurch zu erhalten.
Das zweite ist, das hat ja auch Lena schon auf jeden Fall erwähnt, die Nutzungsszenarien zu testen. Wie sieht denn meine Webseite aus, wenn ich den hohen Kontrastmodus aktiviere in Microsoft Windows oder in einem eigenen Browser? Wie sieht denn meine Sprachausgabe aus? Wie sieht denn die meine Webseite aus, wenn ich meine Sprachausgabe über meine Webseiten aufpasse?
Also einfach die unterschiedlichen Nutzungsszenarien mal durchzuspielen und zu schauen, wie fühlt es sich an und wie funktioniert mein Tool dann noch? Und ein Achtungszeichen würde ich noch geben und danach noch ein größeres Achtungszeichen.
Ein Achtungszeichen bei Sonderzeichen: Gehen Sie gerne sparsam um mit Sonderzeichen, beispielsweise bei Sprachausgaben. Mit manchen Punkten und Kommas ist okay, Fragezeichen natürlich. Aber manche Aufzählungen, manche Listen sind so formuliert, dass meine Sprachausgabe erstmal sagt: „kleines schwarzes rechteckiges Dreieck“. Und das jedes Mal, wenn da 10 Listeneinträge kommen, stört natürlich den Textfluss.
Deswegen gerne sparsam mit Sonderzeichen umgehen. Ein weiteres Achtungszeichen, was noch ein bisschen größer ist, meiner Meinung nach, ist das beim Umwandeln von dem einen ins andere Format. Denn das Digitale neigt dazu, sehr schnell dazu, dass wir sagen: „Wir wandeln das noch schnell mal um“ und dann dokumentieren wir beispielsweise die Webseite in ein PDF, damit wir das noch mal allen Leuten schicken können.
Bei jedem Prozess vom Umwandeln von einem ins andere Format gehen immer Informationen verloren. Es kann sein, dass, wenn Sie eine Webseite als PDF abspeichern, sie dort mühselig hinterlegte Alternativtexte verloren gehen und im PDF nicht wieder zu finden sind, weil PDF dann die rote Information nicht mehr enthält. Wenn Sie ein Word-Dokument in PDF konvertieren, kann es passieren, dass die Lesereihenfolge nicht mehr stimmt.
Das PDF hat ja eigene Vorstellungen davon, wie die Lesereihenfolge ist. Oder wenn Sie ein PDF in Word zurückkonvertieren, kann es sein, dass das früher interaktive Inhaltsverzeichnis, wo man schön klicken konnte und dann beim jeweiligen Absatz gelandet ist, nicht mehr erhalten bleibt und es eben nicht mehr interaktiv bleibt und im Endeffekt seine Funktion verliert.
Deswegen ist die Interaktionsebene von der Barrierefreiheit bei den Konvertierungsprozessen eben da, muss man besonders aufpassen.
Genau, vielen Dank dafür. Vielleicht haben wir die eine Zeit verantworten.
Wie geht das mit der Lesereihenfolge? Ich glaube, da geht es darum, wie kann man, wenn ich zum Beispiel eine Webseite habe, Einfluss darauf nehmen, dass tatsächlich der Screenreader unterschiedliche Dinge vorliest? Oder war das eine Antwort?
Kombination für zum Beispiel Edge nochmal gepostet werden.
Na gut, ich versuche einmal so zu beantworten. Ganz grundsätzlich gibt es sogenannte Accessibility Testing Tools. Für gerade Webseiten sind das Browser-Add-ons, die man sich installieren kann. Ich poste gerne einmal Links rein, die es viel nutzen. Das testen praktisch die Webseite einmal aus, auch auf Barrierefreiheit.
Das kommt aus dem englischsprachigen Bereich. Da ist meine persönliche Erfahrung auch, dass sehr viele US-amerikanische digitale Angebote in der Regel barriereärmer sind als leider viele deutsche Angebote aus irgendwelchen Gründen. Das heißt, das ist zum Beispiel etwas, was ich verwende. Das geht einmal über meine Webseite drüber und zeigt mir dann an der Seite zum Beispiel auch an, in welcher Reihenfolge die Webseite angesteuert wird. Und dann kann ich zum Beispiel sehen: „Ah, macht das Sinn, was da als drittes vorgelesen wird? Oder sollte nicht das, was hier erst als viertes vorgelesen wird, eigentlich eine Ebene weiter oben kommen, weil das für den Inhalt zusammenhang wichtig ist?“
Genau, ansonsten noch mal ganz kurz zusammenfassen, was wir so als Tipps aus unserem Alltag als Jugendorganisation mitbringen und was so Dinge sind, die, glaube ich, weiterhelfen, dass gerade unsere Angebote barrierearm sind.
Zum einen setzen wir Barrierearmut als Standard. Plus, wenn wir digitale interaktive Formate anbieten, dann fragen wir ganz konkret und immer Bedarf ab. Das bedeutet, auch wenn wir einen Online-Workshop haben, fragen wir sowas an, ob es einen Bedarf an leichter Sprache gibt. Wir fragen so was ab wie eine Mobilitätseinschränkung, sodass wir möglichst viele Dinge über unsere Teilnehmer:innen wissen, um Dinge so aufzubereiten, dass alle gut mitkommen können.
Ich würde auch darauf hinweisen, dass gerade Menschen mit Behinderungen in der Regel auch wissen, was sie brauchen. Gut gemeint ist häufig schlecht gemacht. Dementsprechend liegt die Expertise bei den Menschen selbst. Im Zweifel danach fragen, was man tun kann, damit Dinge zugänglicher sind.
Auch da würde ich einmal den Hinweis machen, dass immer so ein paar Links zu Screenreadern gepostet werden können, die man auf seiner eigenen Seite einbauen kann, damit die einem den Text vorliest. Da einmal der Hinweis: So Sachen sind unterschiedlich hilfreich für unterschiedliche Personengruppen. Das heißt, im Zweifel müssen Sie doch einmal kennen, wer Ihre Personengruppe ist.
Für eine Person wie zum Beispiel mich, die im Zweifel kein Screenreader braucht, aber das manchmal gut findet, lange Texte vorgelesen zu bekommen, ist eine Vorlesefunktion, die integriert ist auf einer Webseite, total gut. Ich kann mir dann einfach das vorlesen lassen.
Menschen mit Sehbehinderung haben häufig ihre eigenen Tools. Das heißt, für die bringt das nicht so viel, wenn da dieser Button ist. Im Zweifel sorgt es auch eher dafür, dass sie auf gewisse Dinge keinen Zugriff haben. Ähnlich ist das auch mit so Kontrast-Buttons. Man kann häufig bei WordPress-Seiten so Widgets einschalten, wo man Kontraste dann selbst verändern kann, Sprachen größer und kleiner machen kann. Das ist total super.
Menschen, die sich mit so allgemeinen Funktionen nicht auskennen, wissen im Zweifel nicht, wie sie zum Beispiel eine Webseite ranzoomen können. Für Menschen, die das in ihrem Alltag benutzen, sorgt das dafür, dass sie Inhalte nicht ansteuern können. Dementsprechend da auch einmal darauf achten, dass man nicht aus der Perspektive „gut gemeint, schlecht gemacht“ handelt.
Auch Webseiten oder digitale Tools überlädt, sodass sie am Ende zwar so aussehen, als wären sie total inklusiv, aber das am Ende im Zweifel auch nicht sind. Das vielleicht ein kurzer, grundlegender Hinweis.
Wir setzen viel auch Erlerntes um. Das bedeutet, wir gucken einmal darauf, dass wir auch Dinge noch einmal, dass die Dinge, habe ich ja wiederholt, gerade in bestehenden Gruppen. Das ist, glaube ich, etwas, was relativ wichtig ist, so können Leute im Zweifel auch Dinge einmal lernen.
Grundsätzlich haben wir viele Tools, die wir auch nutzen, die nicht barrierefrei sind. Zum Beispiel nutzen wir sowas wie Padlet. Das ist genau, oder ähnliche Formate. Die gibt es zum Beispiel ganz lange keine Alternativtextbeschreibung gehabt. Das bedeutet, dass wir Dinge im Zweifel auch einmal abwandeln und uns gemeinsame Regeln setzen, wie zum Beispiel die Regel: Wenn man ein Bild reinpostet, dann wird halt unten drunter eine Bildbeschreibung geschrieben. Die wird markiert mit einem „B“ und einem Ausrufezeichen.
Auch wenn dieses Programm oder die das Angebot nicht direkt Alternativtexte vorsorgt, sorgt das dafür, dass man da trotzdem einmal alle Informationen bekommen kann. Wir nutzen in engagierten Kontexten auch häufig sowas wie Slack. Perfekt ist es, hat zum Beispiel für manche Leute total gut nutzbar, für andere nicht.
Wir haben Teilnehmer, die lieben es, anstatt Dinge zu tippen, Spracherkennung zu nutzen. Das heißt, auch da haben wir einfach die gemeinsame Regel, weil wir kein gutes Voice-to-Text-Programm haben, dass einfach dann einmal eine andere Person unterstützt oder reinspricht und Dinge, die in der Sprachnachricht zum Beispiel erzählt wurden, noch mal als Text aufschreibt, sodass es im Zweifel auch alle nutzen können.
Wir testen ganz viel gemeinsam. Wir haben das große Privileg, auch als Organisation, dass das immer wieder Menschen auch gemeinsam mit uns machen und wir so Dinge ausprobieren können, insbesondere bei neuen Tools. Genau, wo es ja auch einfach immer sehr individuell auch auf die Bedürfnisse und Erfahrungen ankommt, was Menschen daraus mitnehmen.
Ganz grundsätzlich immer: Inhalt vor Aussehen. Es ist cool, wenn Dinge hübsch aussehen, aber es ist nicht so relevant. Inhalt ist relativ relevanter. Plus, ordentlich arbeiten. Das heißt, Dinge wirklich gut strukturieren und einmal gucken, was man wirklich braucht und im Zweifel auch Dinge weglassen.
Der große Hinweis dazu, weil das immer wieder eine ganz große Frage ist: Nein, PDFs sind nicht barrierefrei. Wir machen das in der Regel so, dass wir, wenn wir zum Beispiel Abschlussberichte veröffentlichen, wir gucken, dass wir PDFs haben, die schön gelayoutet sind. Das ist sicher für viele Leute cool und die barrierefrei gesetzt sind.
Aber wir haben auch zum Beispiel die Rohtexte, also da, wo die Informationen drin stehen, einfach noch mal als offenes Word zur Verfügung stellen. Da können nämlich Leute dann auch noch mal besser reingucken.
Und der letzte Hinweis, den ich vorhin schon gesagt habe: Webseiten lassen sich testen. Das hilft, glaube ich, auch einmal seine eigenen Sachen kurz zu überprüfen, indem man da zum Beispiel auch einmal so ein Add-on drüber laufen lässt, mit dem man testen kann.